Aktuelles Winter 2025/26


Webcam Rostock-Biestow

 

1. Storch eingetroffen: 11.3. (unberingt)

2. Storch


Schlechtes Wetter rund um den Bosporus hält die ziehenden Weißstörche auf

Positionsdaten nord- und ostdeutscher Senderstörche am 29./30.3.26
Positionsdaten nord- und ostdeutscher Senderstörche am 29./30.3.26

30. März 2026

 

Die neuesten Positionsdaten der nord- und ostdeutschen Senderstörche, die noch auf dem Zug sind, zeigen relativ wenig Veränderung gegenüber der letzten Karte an. Dies hängt mit anhaltend schlechtem Wetter in Südosteuropa und im Westteil der Türkei zusammen. Aktuell rasten hier alle Störche. Es ist zwar ab morgen vorübergehend Wetterbesserung in Sicht, aber auch danach sind die Aussichten eher wechselhaft. Wie in etlichen anderen Jahren auch, haben die sehr frühen Rückkehrer von einer beständigen Hochdrucklage und günstigen Zugbedingungen profitiert, während die später aufgebrochenen Senderstörche es nun mit deutlich schlechteren Verhältnissen zu tun haben. Die ersten von ihnen werden noch mindestens zehn Tage benötigen, um Nord- bzw. Ostdeutschland zu erreichen. Die Störchin Przygodka (Ole Einaar) hat als "Nachzüglerin" mittlerweile auch die Gefahrenregion Libanon hinter sich gelassen. Gestern Nachmittag stand sie kurz vor Überquerung des Golfs von Iskenderun.

Unklar ist weiterhin, wie viele Weißstörche sich momentan im Zwischenraum Rumänien/Slowakei/Tschechien/ Polen aufhalten. Es ist denkbar, dass wir am Mittwoch und Donnerstag bei günstigen Witterungsbedingungen noch einen gewissen Zuzug erleben werden. Aktuell kommen nur einzelne Störche bei uns an - bis jetzt dürften es knapp 40 Prozent des Vorjahresbestandes sein, die den Zug geschafft haben. 


In Lieblingshof wird am 28.3.2026 nicht nur "Storchenhochzeit" gefeiert, sondern sogar schon gebrütet. Hier werden (wie auch in Groß Lüsewitz) bereits Ende April die ersten Küken schlüpfen.
In Lieblingshof wird am 28.3.2026 nicht nur "Storchenhochzeit" gefeiert, sondern sogar schon gebrütet. Hier werden (wie auch in Groß Lüsewitz) bereits Ende April die ersten Küken schlüpfen.

Auch bei uns wächst der Westzieher-Anteil

Einer von bisher vier Ringträgern, die bei uns bereits zurückgekehrt sind, steht am 24.3. in Moitin auf dem Nest. DEH AN21, ein Ostzieher, ist jetzt zehnjährig und geht in seine inzwischen siebte Brutsaison. Foto: A. Sandhoff, 24.3.26
Einer von bisher vier Ringträgern, die bei uns bereits zurückgekehrt sind, steht am 24.3. in Moitin auf dem Nest. DEH AN21, ein Ostzieher, ist jetzt zehnjährig und geht in seine inzwischen siebte Brutsaison. Foto: A. Sandhoff, 24.3.26

26. März 2026

 

Nach der ersten, noch nicht sehr stark ausgeprägten  Ostzieher-Welle, die uns in diesem Jahr - zusammen mit den Senderstörchen "Sückau II" und "Hermann" - sehr früh zwischen dem 21. und dem 23. März erreichte, ist es Zeit, ein bisschen zwischen West- und Ostziehern zu sortieren. Das ist nicht immer ganz einfach und ein Stück weit auch etwas Spekulation. Dabei müssen wir auch in Kauf nehmen, dass wir die Nahost-Überwinterer nicht separat ausweisen können. Unter der Annahme, dass die frühesten Ostafrika-Überwinterer uns am 21. März erreichten, bleiben 16 Störche, die bis dahin schon ihre Nester erreicht hatten. Das sind sieben mehr als 2025 und neun mehr als 2024, und dies lässt sich nicht anders als mit einem steigenden Anteil an Westziehern/Nahost-Überwinterern erklären. Es wird sich vor allem um jüngere Störche handeln, die noch nicht so zeitig wie die erfahreneren eintreffen, die bereits Horstbindung mitbringen. Denn es gilt die Faustregel, dass die Rückkehr der Brutstörche mit zunehmendem Alter tendenziell früher erfolgt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Camminer Männchen DEW 4V474, das jetzt in seine dritte Brutsaison startet. Im ersten Jahr traf es Ende März in der Region ein, im zweiten am 12. März und in diesem Jahr bereits am 28. Februar. Es ist aber längst noch nicht überall "das letzte Wort" gesprochen. In Satow etwa gab es in den letzten Jahren immer klassische Ostzieher-Ankunftsdaten (und auch eine identifizierbare, weil beringte Störchin). Diese Störche kommen möglicherweise in den nächsten zwei bis drei Wochen noch zurück, und dann muss man sehen, wer die Oberhand behält. Auch in Berendshagen und Fienstorf werden noch beringte Ostzieher-Männchen erwartet, deren Platz momentan schon besetzt ist.

Mittlerweile müssen wir leider auch davon ausgehen, dass zwei besonders frühe Westzieher den Winter nicht überlebt haben - das langjährige Kröpeliner Weibchen SVS 2151 und das unberingte Parkentiner Männchen.

Und wie sieht es im Webcam-Nest Rostock-Biestow aus? Dort ist das unberingte Männchen am 11. März zurückgekehrt und wartet seitdem auf seine beringte Partnerin "Martha" (DEH H9835). "Martha" traf seit 2019 stets zwischen dem 22. und dem 30. März ein. Im letzten Jahr war es der 28. März. Ein paar Tage bleiben also noch. Wir müssen aber auch bedenken, dass sie sich im letzten Jahr eine ernsthafte Beinverletzung zugezogen hatte und da bereits 15 Jahre alt war. Es ist also nicht so sicher, dass sie es noch einmal schaffen wird. In jedem Fall lohnt die Beobachtung per Webcam.

Was die Ankunft der nächsten Ostzieher-Welle anbelangt, tappen wir etwas im Dunkeln. Es ist momentan nur ein Senderstorch ("Sportie") im Anflug auf sein Nest, das er voraussichtlich morgen erreichen wird. Danach klafft witterungsbedingt eine große Lücke bis in die nordwestliche Türkei. Von dort aus aber dauert es noch mindestens zehn Tage, bis wieder erfahrene Senderstörche bei uns eintreffen werden. Möglicherweise müssen wir also noch etwas länger auf die "Hauptwelle" warten, oder es gibt eine verteilte, sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Rückkehr. Wettervorhersage und Windrichtung deuten darauf hin, dass es eher etwas zäh werden wird und wir noch Geduld haben müssen. Am 26. März sind wir aber auch erst ganz am Anfang des Einflugs der Ostzieher. 26 Rückkehrer bis zum 25. März ist für den alten Landkreis Bad Doberan jedenfalls eine sehr hohe Zahl.      

Positionsdaten besenderter Weißstörche aus Nord- und Ostdeutschland am 25./26. März 2026.
Positionsdaten besenderter Weißstörche aus Nord- und Ostdeutschland am 25./26. März 2026.

Erste Ostafrika-Überwinterer bei uns eingetroffen

Einer der frühen Ostzieher, die in den letzten Tagen an ihre Nester zurückgekehrt sind, steht in Biestow Ausbau. Foto: R. Schrinner, 23.3.26.
Einer der frühen Ostzieher, die in den letzten Tagen an ihre Nester zurückgekehrt sind, steht in Biestow Ausbau. Foto: R. Schrinner, 23.3.26.

23. März 2026

 

Wie von uns vorhergesagt, sind an diesem Wochenende und auch heute die ersten Ostafrika-Überwinterer auch bei uns eingetroffen. Wie üblich gibt es in den ersten Tagen nach Rückkehr noch manche Veränderung. Einige der zurückgemeldeten Störche sind auch nur auf der Durchreise und ziehen deshalb weiter. Von folgenden Standorten erreichten uns Nachrichten (Ankunftsdaten bis 19.3. sind eher Westziehern oder Nahost-Überwinterern zuzuordnen): 

- Petschow: 17.3. (1. Storch)

- Berendshagen: 18.3. (1. Storch)

- Hohen Schwarfs: 19.3. (1. Storch)

- Lieblingshof: ca. 19.3. (2. Storch)

- Satow: 20.3. (2. Storch)

- Biestow Ausbau: 20.3. (1. Storch)

- Wendfeld: 21.3. und 23.3. (1./2. Storch)

- Moitin: 22.3. (1. Storch)

- Heiligenhagen: 22.3. (1. Storch)

- Nustrow: 23.3. (1. Storch)

- Ziesendorf :23.3. (1. Storch)


Die ersten "klassischen" Ostzieher treffen in Kürze bei uns ein

Letzte Positionsdaten nord- und ostdeutscher Senderstörche 18./19.3.26
Letzte Positionsdaten nord- und ostdeutscher Senderstörche 18./19.3.26

20. März 2026

 

Nachdem sich gestern und vorgestern einige Senderstörche nach längerer Zeit wieder gemeldet haben, lohnt ein aktueller Blick auf die Karte. Auf der Westroute zieht als letzter der dreijährige "Volker" gerade durch Frankreich. Er wird seinen Brutplatz in Nordniedersachsen voraussichtlich in der kommenden Woche erreicht haben.

Ihren Zug erfolgreich beendet haben inzwischen alle drei Nahost-Überwinterer (der Sender von Nr. 4/"Mose" ist vermutlich endgültig defekt). Dabei ist "Claus" offenbar noch auf der Suche nach einem geeigneten neuen Nest. Er ist weit nach Westen gezogen und war gestern im Herzogtum Lauenburg unterwegs. Einen Schritt weiter ist schon "Basuto", der seit drei Tagen feste Horstbindung in einem Ortsteil von Kalbe/Sachsen-Anhalt hat. "Jan" ist in Hamburg bereits in Brutvobereitungsstimmung.

Von den "klassischen Ostziehern", die im Sudan, im Tschad, in Äthiopien und in Tansania überwintert haben, wird "Hermann" voraussichtlich als erstes eintreffen. Gestern Mittag war er bereits kurz vor der polnisch-deutschen Grenze. Ich erwarte ihn morgen oder übermorgen in Hamburg. Er ist sehr früh dran, mit ihm wird der Einflug der Ostzieher auch bei uns beginnen. Ihm am nächsten ist "Sückau II", der gestern Abend die Slowakei erreicht hat. Im letzten Jahr besetzte er sein Nest im Amt Neuhaus am 22. März, in diesem Jahr wird es vielleicht einen Tag später. Auch noch im März dürfte "Sportie", der zurzeit im südlichen Rumänien unterwegs ist, sein Ziel in Sachsen-Anhalt erreichen.

Alle weiteren Senderstörche werden in den nächsten Tagen von nasskaltem Wetter in der Türkei aufgehalten. So regnet es etwa heute und ebenso morgen ergiebig am Bosporus. Auch im türkischen Hochland könnte es zu einer vorübergehenden Zugpause kommen. Davon betroffen sind von den bruterfahrenen Senderstörchen "Michael II" und "Christian- Eike". "Eva" wird hoffentlich gestern im Laufe des Tages den besonders gefährlichen Nord-Libanon schadlos überflogen haben. Neben den kriegsbedingten Gefahren, die momentan auch Israel und das West-Jordanland betreffen, muss leider auch in diesem Frühjahr wieder mit illegaler Jagd auf Weißstörche, Schreiadler, Pelikane und andere seltene Vogelarten gerechnet werden. Das internationale "Komitee gegen den Vogelmord", das in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden einige Erfolge gegen die illegalen Abschüsse erreichen konnte, hat besonders die Berge östlich von Tripolis und die Bekaa-Ebene als Gefahrenzonen identifiziert (vgl. dazu hier). Die drei genannten Senderstörche sollten ihre nord- und ostdeutschen Brutplätze in der ersten April-Hälfte erreichen.

Die beiden Weibchen "Hanne" und "Ole Einaar/Przygodka" sind aktuell noch in Ägypten. Je nach Zugbedingungen werden sie voraussichtlich in der zweiten April-Hälfte ihre Nester in Nordniedersachsen bzw. Nordbrandenburg erreichen. Bei den drei braun markierten Senderstörchen handelt es sich um Dreijährige, die 2025 noch keine feste Horstbindung besaßen. Sie ziehen in der Regel langsamer und pausieren häufiger. Wie in jedem Jahr ist bei uns bis Anfang Mai mit dem Eintreffen bruterfahrener bzw. brutbereiter Störche zu rechnen.

Nach jetzigem Stand müssen wir leider mit dem Ausfall von vier erfahrenen Ostafrika-Überwinterern rechnen. Das ist eine deutlich höhere Zahl als in den letzten Jahren. Ob sich dahinter auch insgesamt höhere Verlustraten als zuletzt verbergen, ist unklar, denn unsere Stichprobe ist winzig klein angesichts von etwa 400.000-500.000 Weißstörchen, die in jedem Frühjahr den Golf von Suez überqueren.  


Fienstorf: Wenn der "Sohn" das Nest des "Vaters" beansprucht...

Männchen DEH X0N07 mit unberingter Partnerin in seinem Geburtsnest Fienstorf. Foto: A. Sandhoff, 17.3.26
Männchen DEH X0N07 mit unberingter Partnerin in seinem Geburtsnest Fienstorf. Foto: A. Sandhoff, 17.3.26

17. März 2026

 

In der vergangenen Brutsaison startete das 2023 von uns in Fienstorf beringte Männchen DEH X0N07 einen ersten Brutversuch in Neu Rethwisch. Dieser endete jedoch mit Brutaufgabe, danach war X0N07 verschwunden. Jetzt ist er wieder da! Heute wurde er zusammen mit einem unberingten Weibchen ausgerechnet in seinem Geburtsnest Fienstorf abgelesen. So etwas ist selten, kommt aber gelegentlich einmal vor. X0N07 wurde bereits in Spanien abgelesen, es handelt sich bei ihm also um einen Westzieher. Der eigentliche Nestinhaber ist dagegen Ostzieher und wird in den nächsten zwei Wochen in Fienstorf zurückerwartet. Schon seit zehn Jahren kommt HC774 jedes Jahr regelmäßig mit den frühen Ostziehern zurück in sein angestammtes Brutrevier. Sollte X0N07 dann noch in Fienstorf sein, ist ein Kampf um das Nest vorprogrammiert - und der würde dann zwischen Vater und Sohn ausgetragen! Es ginge dabei vermutlich nicht nur um das Nest, sondern auch um das Weibchen, mit dem sich X0N07 heute schon paarte. Aufgrund ihres frühen Ankunftsdatums ist "sie" ziemlich sicher ebenfalls eine Westzieherin und vermutlich die letztjährige Partnerin von HC774. Als Mutter von X0N07 kommt sie dagegen nicht in Frage, denn die war Ostzieherin. Die Konstellation in Fienstorf ist also in mehrfacher Hinsicht spannungsgeladen! 


Die ersten Ostzieher sind bereits in Rumänien

Letzte Positionsmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche 12./13./14.3.26
Letzte Positionsmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche 12./13./14.3.26

14. März 2026

 

Bei den nord- und ostdeutschen Senderstörchen hat sich viel getan seit unserem letzten Bericht! Auf der Westroute ist als letztes der Dreijährige "Volker" gestartet. Er hat jetzt Nordspanien erreicht und wird in Kürze vermutlich die Pyrenäen westlich umfliegen. Von den drei im Westjordanland bzw. Israel gestarteten Senderstörchen hat "Jan" bereits am 10. März seinen Brutplatz in Hamburg erreicht. Das Nest war bereits von einem Paar besetzt, doch hat "Jan" es zurückerobert. Spannend zu beobachten ist der weitere Zugverlauf von "Claus", der aus Sachsen-Anhalt stammt und im letzten Jahr in Litauen Horstbindung hatte. Dieses Jahr hat er ganz offensichtlich andere Pläne. Gestern Nachmittag erreichte er, aus Zentral-Polen kommend, das Stettiner Haff. Er wird jetzt vermutlich irgendwo in Nordostdeutschland oder in Nordwestpolen ein neues Nest suchen. Noch ist die Auswahl ja groß! "Basuto" hat auf dem Weg nach Sachsen-Anhalt heute Südwest-Polen erreicht. Von den Ostafrika-Überwinterern ist "Herrmann" bisher am weitesten vorangekommen. Heute Mittag überquerte er bei besten Zugbedingungen gerade den Hauptkamm der Südkarpaten, als sein Sender Daten übermittelte. Er wird vermutlich schon Ende nächster Woche in Hamburg eintreffen. Da er nicht allein unterwegs sein wird, rechne ich dementsprechend mit einem sehr frühen Eintreffen der allerersten Ostzieher. Zwei weitere, "Sückau II" und "Sportie" rasten zurzeit im Nordwesten der Türkei. Auch sie sind auf jeden Fall Kandidaten für eine Rückkehr in der übernächsten Woche und damit noch im März. Drei andere Senderstörche halten sich zurzeit im Nahen Osten auf. Hoffentlich überstehen auch sie unversehrt den Zug durch den von kriegerischen Auseinandersetzungen erschütterten Libanon. Vier weitere Senderstörche sind noch in Afrika. "Nachwuchs-Senderstorch Gambia" wird in Kürze den Golf von Suez erreichen. Dagegen befinden sich "Hanne", "Eva" und "Ole Einaar" alle momentan im Funkloch - vermutlich im Sudan. Sie sind im Tschad bzw. in Tansania gestartet, haben einen vergleichsweise weiten Zugweg vor sich und sind erst Anfang März aufgebrochen. Mit ihnen ist erst ab Mitte April im Brutgebiet zu rechnen. Schließlich vermissen wir aktuell noch vier erfahrene Ostzieher ("Sky", "Else", "Sonja" und "Christian-Eike"), die allesamt im Sudan überwintert haben dürften. Noch besteht Hoffnung, dass sie wieder auftauchen, aber das Zeitfenster, in dem das wahrscheinlich ist, schließt sich langsam.  


Seit knapp einer Woche zurück in Lieblingshof ist das Männchen DEH XN197. Dieser jetzt siebenjährige Storch wurde 2019 im Nachbardorf Niekrenz beringt und ist möglicherweise ein Nahost-Überwinterer. Foto: A. Sandhoff, 13.3.26
Seit knapp einer Woche zurück in Lieblingshof ist das Männchen DEH XN197. Dieser jetzt siebenjährige Storch wurde 2019 im Nachbardorf Niekrenz beringt und ist möglicherweise ein Nahost-Überwinterer. Foto: A. Sandhoff, 13.3.26

Erster Storch im Biestower Webcam-Nest eingetroffen

Kurz nach seinem Eintreffen beginnt ein Storch mit der Ausbesserung des Biestower Nests. 11.3.2026
Kurz nach seinem Eintreffen beginnt ein Storch mit der Ausbesserung des Biestower Nests. 11.3.2026

11. März 2026

 

Am heutigen Mittwoch traf kurz vor Mittag der erste Storch in unserem Biestower Webcam-Nest ein. Er ist unberingt. Sein Verhalten im weiteren Verlauf des Tages deutet sehr darauf hin, dass er sich hier auskennt. Auch mit Aufräum- und Ausbesserungsarbeiten am Nest hat er bereits begonnen. Wiederholt flog er vom Nest ab, kehrte aber immer wieder zurück. Als es dunkel wurde, stellte er sich zur Übernachtung ein. 

Im vorigen Jahr war das Nest ab 3. März besetzt, das war allerdings für Biestow ungewöhnlich früh. Unter dem Strich sprechen alle Anzeichen dafür, dass dieser Storch das Männchen der letzten drei Jahre ist. Er ist bei uns insgesamt der siebte zurückgemeldete Storch, denn seit Samstag ist Lieblingshof besetzt, und seit gestern auch Satow (je ein Storch).  

https://webcam.biestow-info.de/


Noch nicht in Brutstimmung und daher auf Erkundungstour...

Zwei Störche auf dem Dach der Dorfkirche Petschow. Foto: A. Sandhoff, 7.3.26.
Zwei Störche auf dem Dach der Dorfkirche Petschow. Foto: A. Sandhoff, 7.3.26.

7. März 2026

 

Anfang März sind Weißstörche bei uns in der Regel noch nicht in Brutstimmung. Die Weibchen warten mit dem Beginn der Eiablage zumeist bis Ende des Monats. Das gilt offenbar auch für die beiden Camminer Störche, die seit dem 2. März zusammen sind. Eigentlich wäre zu erwarten, dass sie sich gemeinsam um den Ausbau ihres Nestes kümmern und ansonsten in der Nähe bleiben, um ihren zukünftigen Brutplatz gegenüber anderen Interessenten zu verteidigen. Er ist schon seit 2024 der "Hausherr" in Cammin, sie aber ist mit ziemlicher Sicherheit neu in seinem Brutrevier. So richtig scheinen sie noch nicht zu harmonieren, sie fliegen auch noch viel in der Gegend umher. Vielleicht präferiert "sie" ja auch ein anderes Nest? Noch bieten sich ja viele Alternativen an, denn bis auf Groß Lüsewitz, wo vor ein paar Tagen unser vierter Storch eingetroffen ist, gibt es momentan weit und breit nur unbesetzte Horste. Tauchen die Camminer zusammen oder auch nur einer von beiden dort auf, gibt es für den Storchenbetreuer schnell einmal die Nachricht aufs Handy "Der erste Storch ist da". Das ist zu Saisonbeginn ganz üblich, oft sind die Störche dann aber auch schnell wieder weg. Heute kamen nun Meldungen aus Niekrenz und Lieblingshof. Anke und Tom Sandhoff gingen der Sache auf den Grund, sie entdeckten dann aber "nur" zwei Störche im benachbarten Petschow. Dort hatten sie sich auf dem Kirchendach niedergelassen, von wo aus das noch leere Storchennest gut zu beobachten ist. Anhand der Beringung konnte DEW 4V474 identifiziert werden - das Camminer Männchen, das hier zusammen mit seiner neuen Partnerin immerhin sieben Kilometer von seinem Brutplatz der beiden letzten Jahre entfernt die Nachmittagssonne genoss. Wie das Ganze ausgeht, ist jetzt noch offen. Richtig spannend wird es bei uns erst in etwa drei Wochen, wenn mit den ersten Ostziehern zu rechnen ist, die bei uns schätzungsweise noch mehr als 80 Prozent der Brutstörche stellen. Erst dann wird sich entscheiden, wer mit wem welches Nest dauerhaft besetzt und für das Brutgeschäft nutzt.


Der Frühjahrszug der Ostzieher gewinnt an Dynamik

Letzte Standortmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche. Farblegende (jeweils Projekt): grün: Storchenhof Loburg; pink: NABU Hamburg; blau: NABU Schleswig-Holstein; gelb: Dänemark; rot: Sudestorch; braun: Loburg/2.-4. Kalenderjahr; schwarz: tot
Letzte Standortmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche. Farblegende (jeweils Projekt): grün: Storchenhof Loburg; pink: NABU Hamburg; blau: NABU Schleswig-Holstein; gelb: Dänemark; rot: Sudestorch; braun: Loburg/2.-4. Kalenderjahr; schwarz: tot

5. März 2026

 

Der Blick auf die aktuelle Karte der nord- und ostdeutschen Senderstörche zeigt, dass der Frühjahrszug nun mittlerweile auch auf der Ostroute in vollem Gange ist. Sinai-Überwinterer "Jan" hat inzwischen Rumänien erreicht und scheint die Südkarpaten westlich umfliegen zu wollen. Ihm am nächsten ist "Claus", der in Bulgarien angelangt ist und vermutlich wie im Vorjahr Litauen ansteuern wird. Als erster der Ostafrika-Überwinterer hat Sude-Storch "Sückau II" Syrien erreicht. Er ist auch in diesem Jahr wieder sehr zügig unterwegs und dürfte in etwa die Spitze der "klassischen" Ostzieher markieren. Im Vorjahr erreichte er am 22. März seinen Brutplatz im Amt Neuhaus. Von den beiden Senderstörchen "Mose" und "Basuto", die im Westjordanland überwintert haben, gibt es zurzeit keine aktuellen Daten. Ich gehe aber davon aus, dass sie inzwischen auch aufgebrochen sind. Auf der Deponie Abu Haduba im Süden Israels rasten zurzeit "Seppl" und "Sportie". In diesem Bereich ist auch der Hamburger Storch "Hermann" unterwegs. Ganz genau ist sein Standort nicht bekannt, was in dieser Region vor allem auf Störsender zurückzuführen ist. In jedem Fall lässt sich festhalten, dass die vier ersten Ostafrika-Überwinterer in diesem Jahr sehr früh am Golf von Suez waren. "Max" ist nach seinem gut zweiwöchigen Flug über die Sahara gestern in Süd-Ägypten eingetroffen. Auch "Christian-Eike" müsste hier bald wieder auftauchen. Zuletzt meldete sich sein Sender vor acht Tagen vom Blauen Nil, südlich von Khartum. Deutlich später dran sind "Hanne", die gerade erst im Tschad aufgebrochen ist und "Michael II", der vorgestern nahe Khartum unterwegs war. "Eva" hat wie fast jedes Jahr pünktlich Anfang März ihr Winterquartier im zentralen Tansania in Richtung Norden verlassen. Dort verweilt noch "Ole Einaar"/"Przygodka", die schon im letzten Jahr das Schlusslicht der Ostzieher bildete und erst am 28. April in Nordbrandenburg eintraf. Von fünf Störchen in Nordost- und Ostafrika fehlen uns aktuelle Daten. Natürlich hoffen wir, dass sie in Regionen unterwegs sind, aus denen keine GPS-Daten übertragen werden können - und ebenso, dass sie sich bald wieder mit aktuellen Standortdaten melden.

Von der Westroute ist noch zu ergänzen, dass mittlerweile auch "Niendorfer" und "Anka" ihre Brutplätze erreicht haben, und dass der dreijährige "Volker" als letzter unserer noch aktiven Westzieher immer noch auf einer Deponie bei Gibraltar auf Nahrungssuche geht.  


Heute konnte geklärt werden, wer die beiden Camminer Störche sind: "er" ist tatsächlich das Vorjahresmännchen DEW 4V474, "sie" ist eine unbekannte, neue Störchin. Foto: A. Sandhoff, 3.3.26
Heute konnte geklärt werden, wer die beiden Camminer Störche sind: "er" ist tatsächlich das Vorjahresmännchen DEW 4V474, "sie" ist eine unbekannte, neue Störchin. Foto: A. Sandhoff, 3.3.26

In Cammin hat sich am 2.3.26 überraschend schon ein zweiter Storch eingefunden. Ob es bei dieser Konstellation wohl auf Dauer bleibt oder ob es nur eine Zwischenrast ist? Foto: S. Weber
In Cammin hat sich am 2.3.26 überraschend schon ein zweiter Storch eingefunden. Ob es bei dieser Konstellation wohl auf Dauer bleibt oder ob es nur eine Zwischenrast ist? Foto: S. Weber

Nur kurz erhob sich der am 28.2. als erstes in unser Betreuungsgebiet zurückgekehrte Kröpeliner Storch für ein Foto.. Es dürfte sich um das langjährige Brutmännchen handeln. Foto: A. Sandhoff, 1.3.2026.
Nur kurz erhob sich der am 28.2. als erstes in unser Betreuungsgebiet zurückgekehrte Kröpeliner Storch für ein Foto.. Es dürfte sich um das langjährige Brutmännchen handeln. Foto: A. Sandhoff, 1.3.2026.

Jetzt sind auch unsere beiden ersten Störche da!

28. Februar 2026

 

Am heutigen letzten Tag des Februars - und damit fünf Tage später als im letzten Jahr - wurden unsere beiden ersten Rückkehrer im Altkreis Bad Doberan gemeldet. Es handelt sich um den jeweils ersten Storch in Kröpelin und in Cammin. Das passt auch gut, denn dort gab es auch 2025 frühe Rückkehrdaten, die nur mit Westziehern in Verbindung gebracht werden können. Wir werden uns bemühen, die Frage einer möglichen Beringung zu klären.

Seit heute ist auch die Biestower Storchen-Webcam wieder online. Dort traf der erste Storch im letzten Jahr am 3. März ein. Vorerst sind nur Dohlen und Spatzen mit dem Nistmaterial beschäftigt...

 

Webcam Biestow


Einflug der erfahrenen westziehenden Brutstörche in vollem Gange - welche Folgen haben die Vogelgrippe-Ausbrüche im Winterquartier?

27. Februar 2026

 

Mit der milden südwestlichen Strömung der letzten Tage hat der Einflug der erfahrenen westziehenden Brutstörche nach Nord- und Ostdeutschland noch einmal kräftig an Schwung gewonnen. Dies spiegelt auch der Blick auf die Karte "unserer" Senderstörche wider. "Mani", "Marco", "Fritzi" und "Cort" haben alle seit vorgestern ihre letztjährigen Brutnester in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern erreicht. "Fritzi", die in Südwestfrankreich überwintert hatte, benötigte für den Zug gerade einmal sechs Tage. Zwei weitere Senderstörche haben bereits Hessen bzw. Rheinland-Pfalz erreicht. Sie werden morgen oder übermorgen ihren Zug abgeschlossen haben. "Volker" ist noch in Andalusien und hat den Heimzug noch nicht begonnen. Das passt, denn er gehört zur Gruppe der Dreijährigen, die üblicherweise etwas später im März in den Brutregionen ankommen. 

Die Westzieher mit mehrjähriger Bruterfahrung treffen dagegen erfahrungsgemäß spätestens bis etwa 10. März an ihren Nestern ein. Dann wird sich in den meisten Fällen auch zeigen, wer den Zug bzw. das Winterquartier vermutlich nicht überlebt hat. Da es in den Überwinterungsgebieten der Westzieher, besonders in Spanien, in diesem Winter z. T. massive Ausbrüche der Vogelgrippe H5N1 gegeben hat und dadurch zahlreiche Störche verendet sind, müssen wir auch in Nord- und Ostdeutschland mit deutlich höheren Verlustraten als üblich rechnen. Auch unser Mini-Sample von nur zwölf (allesamt bruterfahrenen) Senderstörchen deutet auf nicht unerhebliche Verluste hin. Bei zwei Senderstörchen ("Porrentruy" und "Pauli") gibt es seit Ende November/Anfang Dezember keine neue Daten mehr. Dadurch haben möglicherweise nur sieben von zwölf unserer westziehenden Senderstörche überlebt. Üblich wären ein oder maximal zwei Ausfälle gewesen.

Bei aller Sorge um die eigenen Schützlinge, die sicher auch berechtigt ist, sollte aber nicht übersehen werden: gerade in den alten Bundesländern, die weit überwiegend von Westziehern besiedelt sind, hat es in den letzten Jahren einen sehr starken Bestandsanstieg erlebt. Es ist daher damit zu rechnen, dass jüngere Brutanfänger etwas später im März einen nicht unerheblichen Teil der verwaisten Plätze einnehmen werden.


Frühe Ostzieher im Visier

23. Februar 2026

 

Mittlerweile ist auf der Karte "unserer" besenderten Störche auch auf der Ostroute Bewegung zu erkennen. Dies gilt zwar noch nicht für die Masse der Störche, was aber daran liegt, dass aus dem Sudan kriegsbedingt weiterhin nur in sehr begrenztem Umfang Daten übermittelt werden. Dies wird sich in den nächsten zwei bis drei Wochen aber sicher ändern. Zu diesem Zeitpunkt wird Senderstoch "Jan" bereits in Hamburg erwartet werden. Er erreichte vorgestern den Bosporus - so früh wie nie zuvor. Nun kommt es für ihn darauf an, wie das Wetter in Südost- und Osteuropa in nächster Zeit mitspielen wird. Dagegen verharren drei weitere Senderstörche zurzeit noch auf ihrer Deponie im Westjordanland. Auch dort ist jedoch bald mit dem Zugbeginn zu rechnen. Aufmerksam machen möchte ich auf den braun markierten Senderstorch "Seppl", der heute den Golf von Suez erreicht hat. Das ist extrem früh, besonders für einen Dreijährigen, der noch gar keine Horstbindung besitzt. Er ist am 10. Februar im Süden des Sudans aufgebrochen und hat sich dabei offenbar einigen besonders frühen Störchen angeschlossen. Üblicherweise sind dreijährige Ostzieher eher diejenigen, die besonders spät den Heimzug beginnen. Bei der Beantwortung der Frage, warum "Seppl" so sehr früh gestartet ist, könnte seine Prägung in den beiden vorangegangenen Wintern eine entscheidende Rolle spielen. Da überwinterte der 2023 in Sachsen-Anhalt geschlüpfte Senderstorch nämlich jeweils in Spanien. Hat er dort für sich einen vergleichsweise frühen Aufbruch aus dem Winterquartier "abgespeichert"? Auf jeden Fall ist in diesem Jahr für ihn alles neu, war er doch zuvor noch niemals auf der Ostroute unterwegs.

Der blau markierte Senderstorch ist "Max", der am 9. Februar im Norden Kameruns gestartet ist. Am 16. Februar (letzte Meldung) erreichte er die Grenze zwischen dem Tschad und dem Sudan. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er - wie im Vorjahr - wieder quer über die Sahara zieht, um in nordöstlicher Richtung auf direktem Weg Südägypten anzusteuern. Dies ist eine besonders gefährliche Flugroute, für die eine gute Kondition erforderlich ist!  Anfang März sollte er dann den Golf von Suez erreicht haben. Ebenfalls zu den frühen.Ostziehern zählt der rot markierte Senderstorch "Sückau 2". Vor einer Woche (letzte Meldung) gab es von ihm Daten vom Nil, nordöstlich von Khartum. Vermutlich wird auch er noch im Februar den Golf von Suez überqueren. Im letzten Jahr erreichte er seinen Brutplatz in der niedersächsischen Elbtalaue bereits am 22. März - und damit zeitgleich mit den allerersten Ostafrika-Überwinterern. 

In Mecklenburg-Vorpommern sind in den letzten Tagen weitere, immer noch ganz frühe Westzieher eingetroffen. Darunter waren auch zwei altbekannte Ringträger: ein 18jähriges Männchen aus Güstrow und der elfjährige männliche Nestinhaber aus Papendorf/UER. Bei diesen sehr früh zurückkehrenden Störchen handelt es sich ganz häufig um alte, erfahrene Männchen mit sehr fester Horstbindung. 

Wir dürfen gespannt sein, wann in unserem Betreuungsgebiet die ersten Rückkehrer gemeldet werden. Im letzten Jahr trafen in Kröpelin beide Brutstörche sowie in Parkentin und Groß Lüsewitz jeweils die Männchen bereits in den letzten Februartagen ein.

 

Verfolgung der nord- und ostdeutschen Senderstörche direkt auf folgender Karte (1 x täglich aktualisiert):

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1vCg4Gd5zKB-7yJVQsoXwAX038ooshABb&usp=sharing

 


Zugbewegungen auf der Westroute

Positionen besenderter nord- und ostdeutscher Brutstörche auf der Westroute. 15.2.2026. Quellen: siehe Eintrag vom 7.2.2026.
Positionen besenderter nord- und ostdeutscher Brutstörche auf der Westroute. 15.2.2026. Quellen: siehe Eintrag vom 7.2.2026.

16. Februar 2026

 

In den letzten Tagen hat sich nun auch unter den von uns beobachteten westziehenden Störchen einiges getan. Nach deutlicher Wetterbesserung sind besonders gestern über Spanien größere Strecken gezogen worden. Aktuell befinden sich mindestens vier besenderte Brutvögel auf ihrem Weg nach Norddeutschland. Am weitesten vorangekommen ist die Störchin "Mani", deren Ziel das westliche Mecklenburg (Neu Gülze) ist. Sie ist bereits vor einer Woche im nordostspanischen Lleida gestartet und hat jetzt Avignon hinter sich gelassen. "Marco" startete am 12. Februar in Andalusien. Heute war er bereits nordwestlich von Barcelona unterwegs. Damit befand er sich geographisch etwa auf einer Höhe mit "Cort", der seinen Brutplatz in Schleswig-Holstein hat. Er startete gestern in Madrid und wird die Pyrenäen vermutlich westlich umfliegen. Schließlich ist auch der männliche Storch "Niendorfer", der in der niedersächsischen Elbtalaue/Amt Neuhaus beheimatet ist, nach einer längeren Zwischenrast bei Sevilla wieder aufgebrochen. Heute dürfte er Madrid südöstlich passiert haben. Ich rechne damit, dass diese Störche von der für das kommende Wochenende vorhergesagten warmen südwestlichen Strömung "beflügelt" und möglicherweise schon in der kommenden Woche Deutschland erreichen werden. Mit ihnen dürfte dann auch schon ein großer Schwung Westzieher in Nord- und Ostdeutschland eintreffen. Generell sind sie etwas später dran als 2025, was aber ja auch ganz gut mit den nach wie vor sehr winterlichen Verhältnissen in ihren nord- und ostdeutschen Brutgebieten zusammenpasst.

Bisher gibt es in Mecklenburg-Vorpommern erst zwei zurückgemeldete Weißstörche mit fester Horstbindung (Belitz/GÜ), und Groß Pravtshagen (NWM), aber das dürfte sich nun bald ändern. Schon zahlreicher sind - erwartungsgemäß - Rückkehrer aus Schleswig-Holstein gemeldet worden.


Senderstorch "Jan" ist unterwegs

Senderstorch "Jan" ist am 6.2. gestartet. Quelle: https://hamburg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/weissstorch/besenderungsprojekt/index.html/
Senderstorch "Jan" ist am 6.2. gestartet. Quelle: https://hamburg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/weissstorch/besenderungsprojekt/index.html/

7. Februar 2026

 

Am gestrigen Freitag hat nun der erste der von uns beobachteten Senderstörche mit Brutplatz in Nord- und Ostdeutschland seinen Frühjahrszug begonnen. "Jan", der 2019 vom NABU Hamburg als Altstorch besendert wurde, ist am Morgen in der Nähe von Sharm-el-Sheikh am Roten Meer gestartet und war nachmittags bereits an der israelischen Grenze. Sein Nest befindet sich im hamburgischen Stadtteil Fünfhausen. Mit Ausnahme des Winters 2021/22 hat Jan den Winter immer an der Südspitze der Sinai-Halbinsel verbracht. Im letzten Jahr startete er besonders früh, nämlich bereits am 3. Februar. Er legte danach allerdings noch eine etwas längere Zwischenrast in Israel ein. An seinem Brutplatz traf er dann am 15. März ein - und damit innerhalb der für ihn seit 2020 üblichen Ankunftspanne (10.-22. März). Jan zählt für uns zur Sondergruppe der Nahost-Überwinterer, die in der Regel nach den erfahrenen Westziehern, aber vor den ersten, in Afrika überwinternden Ostziehern im Brutgebiet eintrifft. Interessanterweise haben sich in diesem Winter noch drei weitere "unserer" ostziehenden Senderstörche für eine Überwinterung im Nahen Osten entschieden. "Mose" (Jg. 2019), "Basuto" (Jg. 2023) und "Claus" (Jg. 2022) sind seit dem Herbst alle in einer mit Fischteichen durchsetzten Region des Westjordanlandes nahe dem Ort Yafit. Sie alle hatten in der Brutsaison 2025 bereits feste Horstbindung, wobei der aus Sachsen-Anhalt stammende Claus sich für ein Nest in Litauen entschieden hatte! Auch ein zweijähriger bayerischer Senderstorch hält sich in dieser Gruppe auf. Es wird spannend sein, das Zugverhalten dieser Störche zu beobachten.

Auf der Westroute, wo der Zug üblicherweise als erstes beginnt, haben sich "unsere" Senderstörche bisher fast noch gar nicht bewegt. Nur der Sude-Storch "Niendorfer" ist wie üblich schon im Januar von Marokko ein kleines Stück bis nach Südspanien gezogen. Normalerweise wäre jetzt schon ein lebhaftes Zuggeschehen zu erwarten. Wahrscheinlich hängt der verzögerte Aufbruch mit den momentanen Witterungsverhältnissen auf der iberischen Halbinsel und in Nordwestafrika zusammen. Dort gibt es zurzeit extreme Niederschläge und auch Stürme, sodass es in weiten Teilen Spaniens, Portugals und Marokkos zu großflächigen Überschwemmungen gekommen ist.

Hinzu kommt, dass das Wetter auch in Nord- und Ostdeutschland noch alles andere als frühlingshaft ist. Schnee und Eis sowie frostige Temperatuten herrschen schon seit über vier Wochen vor. So ist auch im Portal ornitho.de bisher noch kein einziger Weißstorch als Rückkehrer an ein Nest in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet worden. Alles in allem ist mit einer späteren durchschnittlichen Rückkehr der Westzieher als in den letzten Jahren zu rechnen. Dann wird man auch erstmals ein Stück weit abschätzen können, welche Folgen der starke Ausbruch der Vogelgrippe auf der Westroute für die Weißstorchpopulation bei uns hat.


In Kürze beginnt der Frühjahrszug der Weißstörche

Letzte Standortmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche. Quelle: www.movebank.org.
Letzte Standortmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche. Quelle: www.movebank.org.

26. Januar 2026

 

In Kürze ist bei den ersten besenderten Störchen mit dem Aufbruch aus den Überwinterungsregionen zu rechnen. Da ist es wieder an der Zeit für einen Blick auf den aktuellen Stand der momentanen Aufenthaltsorte der in Nord- und Ostdeutschland beheimateten Senderstörche. Von den ursprünglich 32 Individuen, die im Spätsommer in den Süden aufgebrochen waren, sind vier sicher tot (schwarze Markierungen). Bei 13 weiteren (graue Markierungen) hat sich der Sender in diesem Jahr noch nicht gemeldet. Davon ist die Mehrzahl sehr wahrscheinlich aktuell im Sudan, von wo es aufgrund des Bürgerkrieges weiterhin kaum Datenübertragungen gibt. In einigen weiteren Fällen dürfte der Ladestand der Batterien aufgrund der begrenzten Sonnenscheindauer nicht mehr ausreichend für die Datenübermittlung sein. Wir hoffen, dass sich die Sender dieser Störche auch in diesem Jahr nach und nach wieder melden, sobald dies technisch wieder möglich ist. Auf der Westroute empfangen wir zurzeit Daten von sechs besenderten Störchen, die sich zwischen Südfrankreich und Nordmarokko befinden. Auf der Ostroute halten sich mindestens zwei jüngere Störche gemeinsam auf einer Deponie im Westjordanland auf. Der Hamburger Senderstorch "Jan" überwintert wieder auf der Sinai-Halbinsel. Außerdem meldet sich "Max" regelmäßig aus dem Südwesten des Tschad, während "Hanne" seit längeren aus dem Osten des Landes sendet. "Christian-Eike" hat sich - aus dem Tschad kommend - zuletzt vor 9 Tagen aus dem Norden des Südsudans gemeldet. Nordöstlich davon ist der "Nachwuchsstorch Seppl" im Süden des Sudans unterwegs. Schließlich senden die beiden Weibchen "Eva" aus Tansania und "Przygodka" aus Kenia - genau wie im letzten Jahr zu dieser Zeit.


Jahresbericht 2025 für DBR/HRO

21. Januar 2026

 

Mit leichter Verspätung steht nun der Jahresbericht 2025 für unser Betreuungsgebiet DBR/HRO zum Download zur Verfügung. Viel Spaß bei der Lektüre!


24 jährige Störchin Hiddensee L975 verbringt den 14. Winter in Folge in Schaephuysen/NRW

Die 2002 im Zoo Rostock beringte Störchin "Luzie" (Hiddensee L 975) überwintert 2025/26 zum inzwischen 14. Mal in Schaephuysen/NRW. Foto: D. Sagenschneider, 27.12.2025
Die 2002 im Zoo Rostock beringte Störchin "Luzie" (Hiddensee L 975) überwintert 2025/26 zum inzwischen 14. Mal in Schaephuysen/NRW. Foto: D. Sagenschneider, 27.12.2025

Neuigkeiten aus Spanien

27. Dezember 2025

 

Aus Madrid, von wo Anfang Dezember Hunderte toter Weißstörche gemeldet wurden, gibt es inzwischen neuere Informationen. Es sieht so aus, als ob die akute Sterblichkeit unter den Weißstörchen mittlerweile deutlich zurückgegangen ist. Warum das so ist und ob das plötzliche, massenhafte Sterben vor rund vier Wochen tatsächlich ausschließlich auf die Vogelgrippe (H5N1) zurückgeführt werden muss, kann offenbar bisher nicht eindeutig geklärt werden. In jedem Fall wird aber gemeldet, dass H5N1 auch an zahlreichen anderen spanischen Überwinterungsplätzen nachgewiesen wurde. Die spanischen Ornithologen, die die einzelnen Meldungen zusammentragen, berichten über unterschiedlich große Fallzahlen, und dies praktisch aus dem ganzen Land.

Mit großer Wahrscheinlichkeit zählen leider die beiden Hamburger Senderstörche "Alexander" und "Tobias", die sich Anfang Dezember im "Hotspot" des Geschehens befunden haben, zu den Todesopfern. Dagegen wurde der 2023 von uns in Fienstorf/DBR  beringte Storch Hiddensee X0N07, der 2025 männlicher Brutvogel in Neu Rethwisch/DBR gewesen ist, vor zwei Wochen gesund und munter auf der Deponie Pinto bei Madrid abgelesen. Und auch der dänische Senderstorch "Cort", der sich gleichfalls auf den Madrider Deponien aufhält, sendet regelmäßig neue Daten, die darauf hindeuten, dass er wohlauf ist.  


Massiver Ausbruch der Vogelgrippe an einem der wichtigsten spanischen Überwinterungsplätze

10. Dezember 2025

 

Leider gibt es sehr schlechte Neuigkeiten aus Spanien. Nachdem schon seit dem Herbst aus anderen Teilen des Landes Ausbrüche der Vogelgrippe auch unter Weißstörchen gemeldet worden waren, gibt es seit Ende November einen massiven Ausbruch im Bereich der Hauptstadt Madrid zu verzeichnen. In den letzten Tagen wurden im Einzugsbereich der großen Mülldeponien Vaciamadrid und Pinto hunderte von toten Störchen geborgen. Besonders entlang des Flusses Rio Manzanares haben Mitarbeiter der örtlichen Forstverwaltung zahlreiche Kadaver zusammengetragen. Mit Sicherheit liegen noch viele weitere Opfer unentdeckt auf Hausdächern und an anderen unzugänglichen Stellen. Die beiden Deponien haben für westziehende Weißstörche eine herausragende Bedeutung als Überwinterungsplatz. In der Regel überwintern dort einige Tausend Weißstörche gleichzeitig. Gerade auch Störche aus Deutschland sind dort besonders zahlreich vertreten. Möglicherweise ist Madrid sogar einer der wichtigsten Überwinterungsorte für norddeutsche Störche überhaupt. Wir wissen dies, weil dort u. a. die spanische Ornithologin Elena seit vielen Jahren mit großem Einsatz und viel Erfolg beringte Störche abliest. Elena ist auch in diesen Tagen vor Ort und hat das höchst traurige und erschreckende Geschehen aus nächster Nähe mitverfolgt. Sie hat verstörende Fotos von dort geschickt. In der großen spanischen Tageszeitung El Pais ist gestern ein ausführlicher Artikel erschienen, der anprangert, dass die lokalen Behörden den Ausbruch bagatellisieren und nicht angemessen mit den Gefahren umgehen. Dass der Ausbruch am dicht besiedelten Stadtrand der spanischen Hauptstadt und nicht in abgelegenen Landstrichen stattfindet, verschärft die Situation sicher noch weiter. Auch besenderte Störche, die wir über "movebank.org" verfolgen, rasten sehr häufig in der betroffenen Region. Es sieht bereits jetzt danach aus, dass mehrere von ihnen unter den Opfern sind.

Die weitere Entwicklung ist noch völlig offen. Es ist aber leider damit zu rechnen, dass die Vogelgrippe sich durch Störche, die umherziehen oder ihre Schlafplätze wechseln, noch weiter ausbreitet. Gerade über das dichtgedrängte, gemeinsame Übernachten großer Trupps - wie in Spanien üblich - erfolgt die Verbreitung des bei Störchen sehr häufig tödlichen Virus. Nicht absehbar sind auch die Folgen für die Brutbestände der Westzieher in Deutschland. Sie waren glücklicherweise in den letzten Jahren stark angestiegen. Nun muss möglicherweise mit einem abrupten Ende dieser Entwicklung gerechnet werden.

Auch von "unseren" Störchen ist ein (kleinerer) Teil Westzieher. Wir wissen allerdings nur in wenigen Ausnahmefällen, wo die Individuen konkret den Winter verbringen. Es wird sich erst im Februar und März zeigen, wer von ihnen den diesjährigen schlimmen Ausbruch der Vogelgrippe überlebt haben wird.


Durchwachsene Bilanz der Weißstorchsaison 2025 in Mecklenburg-Vorpommern

6. Dezember 2025

 

Nach außergewöhnlich guten Zahlen im Vorjahr fällt die Bilanz für die Weißstorchsaison 2025 in Mecklenburg-Vorpommern durchwachsen aus. Die etwa 40 in der Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz engagierten ehrenamtlichen Zähler haben in diesem Jahr zwischen dem westlichen Mecklenburg und dem östlichen Vorpommern 755 Horstpaare ermittelt. Das sind 16 weniger als im vergangenen Jahr. Der 2021 begonnene, kontinuierliche Aufwärtstrend ist damit erst einmal unterbrochen - ähnlich übrigens wie im benachbarten Bundesland Sachsen-Anhalt. Andererseits ist die Zahl 755 immer noch die zweithöchste der letzten zehn Jahre. Die Gründe für den Rückgang dürften auf der Ostroute zu suchen sein. Ohne dass es sich näher quantifizieren lässt, werden menschliche Nachstellung (z. B. im Libanon, aber auch im Bürgerkriegsland Sudan), ungesicherte Stromleitungen in Südosteuropa und in der Türkei und möglicherweise auch Krankheiten wie die Vogelgrippe eine Rolle gespielt haben. Die Überwinterungsbedingungen selbst und auch der Zugverlauf sind eigentlich positiv zu bewerten gewesen. Auch Ablesungen beringter Altvögel mit Brutplatz in Mecklenburg-Vorpommern lassen erkennen, dass es während des Zuges und im Winterquartier auch unter den Brutvögeln mehr Verluste als üblich gegeben haben muss. Die Bestandsentwicklung verlief dabei 2025 regional betrachtet durchaus unterschiedlich. Während die westlichen und südwestlichen Altkreise NWM, LWL, PCH und MÜR keinen Rückgang, sondern insgesamt leichte Zuwächse bei der Horstpaarzahl verbuchen konnten, ging es in den mittleren Altkreisen DBR, DM, GÜ, NVP und MST durchweg nach unten. Der Altkreis Güstrow verzeichnete dabei mit 18 Prozent den stärksten Rückgang. Ganz im Osten (RÜG, OVP, UER) gab es gegenüber dem Vorjahr nur minimale Abweichungen.

Das Brutergebnis lag mit 1.197 Jungstörchen ebenfalls unter der Vorjahreszahl (1.497). Damit sank der Durchschnittswert pro Horstpaar (JZa) von 1,94 auf 1,59 flügge Jungvögel. Im Vergleich der letzten zehn Jahre ist der Wert 1,59 der viertbeste, er liegt etwas über dem Durchschnitt. Am besten schnitten in dieser Kategorie die Altkreise RÜG, NWM und MST ab, am schlechtesten MÜR, DBR und OVP. Dabei wäre angesichts einer erneut kompakt-frühen Rückkehr der Ostzieher eigentlich ein deutliches besseres Ergebnis zu erwarten gewesen. Dieses wurde mit ziemlicher Sicherheit durch eine lang anhaltende Phase großer Trockenheit (zwischen Anfang Februar und Mitte Mai) verhindert. 

 

Zu den Zahlen im Detail vgl. hier.


Etwas "Storchengenealogie" oder: die "alte Brandenburgerin" und ihre Nachkommen

Hiddensee KA3528 (1994-2015), langjährig erfolgreiche Brutstörchin in Wendfeld (Foto: Brutsaison 2014).
Hiddensee KA3528 (1994-2015), langjährig erfolgreiche Brutstörchin in Wendfeld (Foto: Brutsaison 2014).

25. November 2025

 

In diesen Tagen erreichte uns die Nachricht, dass in der Brutsaison 2025 in Gülze/LWL ein beringter Storch mit der Ringnummer Hiddensee X74T6 Brutvogel gewesen ist. Die Brut war erfolgreich, und es wurden zwei Jungstörche beringt und später auch flügge. Diese Information wäre eigentlich keine besondere Erwähnung wert, auch wenn X74T6 erst zwei Jahre alt ist und damit schon ungewöhnlich früh Bruterfolg hatte. Spannend wird es, wenn man die Sache "storchengenealogisch" unter die Lupe nimmt. Der Vater von X74T6 ist DEH XL921. Er war 2023 ebenso wie in diesem Jahr Brutvogel in Wöpkendorf/RDG. 2013 wurde er selbst in Wendfeld beringt - und zwar als Küken von Hiddensee KA3528. Diese Storchendame wiederum, die aus Manker/Brandenburg stammte, brütete von 2008 bis 2015 jedes Jahr erfolgreich in dem kleinen Dorf bei Sanitz. 23 Jungstörche hat sie in diesem Zeitraum erfolgreich groß gezogen. Sie war Jahrgang 1994 und wurde damit mindestens 21 Jahre alt. Seit 2004 ist in unserem Betreuungsgebiet kein beringter Storch älter geworden.

KA3528 ist damit also die "Urgroßmutter" der beiden im Sommer 2025 in Gülze beringten Jungstörche. Zugleich ist sie auch noch die Mutter von DEH HC774 gewesen, unserem in der abgelaufenen Saison ältesten Brutvogel, der bereits seit 2016 in Fienstorf der männliche Nestinhaber ist. HC774 und HL921 hatten in der Vergangenheit auch noch eine ältere "Halbschwester", DEH H8960, beringt 2009, die jahrelang Brutvogel in Redderstorf/RDG war. Fast sieht es so aus, als ob unsere "alte Brandenburgerin" wie wir sie seinerzeit mit viel Respekt vor ihrer so tollen Lebensleistung nannten, besonders gute "Gene" weitergegeben hat. Jedenfalls wünschen wir auch ihren beiden jüngsten Nachfahren ein möglichst langes und gesundes Storchenleben!  


Die nord- und ostdeutschen Senderstörche im November

 Letzte Standortmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche. Farblegende (jeweils Projekt): grün: Storchenhof Loburg; pink: NABU Hamburg; blau: NABU Schleswig-Holstein; gelb: Dänemark; rot: Sudestorch; braun: Loburg/2.-4. Kalenderjahr. Schwarz: tot
Letzte Standortmeldungen nord- und ostdeutscher Senderstörche. Farblegende (jeweils Projekt): grün: Storchenhof Loburg; pink: NABU Hamburg; blau: NABU Schleswig-Holstein; gelb: Dänemark; rot: Sudestorch; braun: Loburg/2.-4. Kalenderjahr. Schwarz: tot

16. November 2025

 

Der Blick auf die Karte zeigt die jeweils letzten Positionsdaten der von uns über movebank.org bzw. die jeweiligen Projektseiten beobachteten nord- und ostdeutschen sowie dänischen Senderstörche. Durch Überlagerung sind die Symbole nicht aller einzelnen Störche auf der Überblickskarte erkennbar. So halten sich auf den Mülldeponien südöstlich von Madrid in diesem Spätherbst vier Senderstörche auf. Zum Großteil nutzen die von uns beobachteten Westzieher die gleichen Überwinterungsplätze wie im Vorjahr. Zwei im Großraum Hamburg brütende Weißstörche weichen von dieser Regel ab: Während "Volker" im Vorjahr in Nord-Marokko überwinterte, hält er sich jetzt seit längerem in Südspanien (nahe Gibraltar) auf. Und "Marco", der den Winter 2024/25 in Südfrankreich verbrachte, bevorzugt jetzt seit Wochen einen Deponiebereich nahe der südspanischen Großstadt Sevilla. Dort ist leider schon Ende September die - auf der Karte schwarz markierte - vierjährige dänische Senderstörchin "Simba" verendet - sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit einem großen Ausbruch der "Vogelgrippe" bzw. "Geflügelpest".

Blicken wir auf die Ostroute: Auch hier gab es im September leider einen Todesfall. Der 2025 neu besenderte Loburger Projektstorch "Chocolate" wurde an der türkisch-bulgarischen Grenze vermutlich Opfer eines Beutegreifers (Greifvogel). Im Westjordanland haben sich gleich drei Senderstörche des gleichen Projekts für einen längerfristigen Aufenthalt in einem Bereich mit vielen Fischteichen entschieden (neben dem erfahrenen Altstorch "Mose", der dort seit Jahren überwintert, sind dies die beiden jungen Störche "Claus"/Jg. 2022 und "Basuto"/Jg. 2023). Der Hamburger Senderstorch "Jan" ist wie in den Vorjahren wieder bei Sharm-el-Sheikh (an der Südspitze der Sinai-Halbinsel) anzutreffen. Die Daten der in Ägypten markierten Senderstörche stammen noch aus dem August/September. Wahrscheinlich sind sie in den Sudan weitergezogen, von wo wegen des dortigen Bürgerkrieges nur ganz sporadisch Daten übermittelt werden. Aus dem Tschad, einer Hauptüberwinterungsregion ostziehender Störche, meldeten sich zuletzt zehn Senderstörche. Wie in jedem Jahr zu dieser Zeit ist bei ihnen auch jetzt wieder eine Tendenz zur Bewegung nach Osten erkennbar. Ein Teil dieser Störche wird daher die nächsten Wochen und Monate wieder im östlich an den Tschad angrenzenden Sudan verbringen. Schließlich ist noch im Süden Kenias der 2024 vom Storchenhof Loburg in Dänemark besenderte Storch "Ole" unterwegs.

 

Link zur GoogleMaps-Karte (oben): https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1vCg4Gd5zKB-7yJVQsoXwAX038ooshABb&usp=sharing

 


Positive Neuigkeiten von den besenderten Altstörchen aus Nord- und Ostdeutschland

Jeweils letzte Positionsdaten von 33 Senderstörchen aus Nord- und Ostdeutschland (Stand: 21. September 2025). Quelle: www.movebank.org
Jeweils letzte Positionsdaten von 33 Senderstörchen aus Nord- und Ostdeutschland (Stand: 21. September 2025). Quelle: www.movebank.org

21. September 2025

 

Auch in diesem Jahr verfolgen wir wieder die Zugverläufe von insgesamt 33 besenderten Störchen aus Nord- und Ostdeutschland (28 erfahrene Brutvögel und fünf Nichtbüter im Alter von 2 bis 3 Jahren). Davon sind 12 auf der West- und 19 auf der Ostroute unterwegs. Ein Loburger Senderstorch ist bisher noch nicht aufgebrochen, und bei der langjährigen Ostzieherin "Eva" dürfte der Sender ausgefallen sein. Bis auf zwei jüngere Störche, bei denen es möglicherweise aber ebenfalls einen Senderausfall gegeben hat, verläuft bisher alles "planmäßig" - das heißt, bei keinem der Senderstörche gibt es bisher einen sicheren Verdacht, dass er bzw. sie nicht mehr lebt. Das ist erst einmal sehr erfreulich, deckt sich aber auch mit den Erfahrungen der letzten Jahre, wonach es unter Altstörchen während des Herbstzugs häufig vergleichsweise geringe Ausfallraten gibt.

Der Zug hat auf der Westroute durchschnittlich später begonnen als auf der Ostroute, etwa die Hälfte der Senderstörche ist dort noch auf dem Zug. Der eine oder andere wird auch noch über die Straße von Gibraltar nach Marokko ziehen. Die übrigen werden wieder in Frankreich und vor allem in Spanien überwintern.

Auf der Ostroute haben neun der von uns beobachteten Senderstörche sicher den Tschad erreicht. Weitere, die zurzeit noch in Ägypten angezeigt werden, dürften inzwischen im Sudan sein, von wo aufgrund des Bürgerkriegs auch in diesem Jahr kaum Datenübertragung zu erwarten ist. Darüber hinaus befinden sich mindestens zwei Senderstörche in Israel und einer ("Jan") wieder bei Sharm-el-Sheikh auf der Sinai-Halbinsel. 

Aus allen afrikanischen Überwinterungsregionen, die auf der Ostroute als erstes aufgesucht werden (sie befinden sich im Tschad, im Sudan und in Äthiopien) werden für die letzten Wochen außerordentlich ergiebige Regenfälle gemeldet. Demzufolge haben die dort angekommenen Störche erst einmal sehr gute Bedingungen. Der weitere Verlauf bleibt wie üblich abzuwarten.