Aktuelle Meldungen


Webcam-Nest Rostock-Biestow aktuell:

Schlupf ab 2. Mai - 4 Küken; am 28. Mai zeigt sich eines schon in stattlicher Größe.

 

https://webcam.biestow-info.de/

 

 


Ein Quartett in Vorder Bollhagen

Fütterung durch die schwedische Brutstörchin in Vorder Bollhagen, 29.5.2020
Fütterung durch die schwedische Brutstörchin in Vorder Bollhagen, 29.5.2020

29. Mai 2020

 

Auch bei unserem drittfrühesten Paar in Vorder Bollhagen ist momentan viel los im Nest. Vier Junge hat es dort sehr, sehr lange nicht gegeben. In einem Alter von zwei bis drei Wochen sind sie noch nicht alle "über den Berg", aber vermutlich gibt es auch für dieses Storchenpaar ein gutes Angebot an Feldmäusen.

Und es wurde aus weiteren Nestern Bruterfolg gemeldet: Kröpelin, Reinshagen und Fienstorf. Nach Pfingsten wissen wir im Hinblick auf den Storchennachwuchs sicher noch etwas mehr.


Storchentrupp jetzt bei Konow unterwegs

28. Mai 2020

 

Nach wie vor hält sich ein Trupp nicht-brütender Störche in unserer Region auf. Gestern und vorgestern wurden einmal 13 und einmal 11 Störche bei Konow, westlich von Rostock, beobachtet. Auch dort machten sie Jagd auf Feldmäuse. Inzwischen haben wir in diesem Trupp, der sich immer wieder auch einmal teilt, acht Ringträger identifizieren können. Zuletzt tauchte hier auch M083 auf - dieser einjährige schwedische Storch war am letzten Wochenende noch bei Ribnitz-Damgarten unterwegs.

Das wenig entschlussfreudige junge Storchenpaar mit der Störchin AT89 ist nach kurzzeitigen Aufenthalten in Rederank und Detershagen nun wieder an den Standort Schmadebeck II zurückgekehrt. Geschlüpfte Küken wurden neu aus Berendshagen und Wendfeld gemeldet.


In Biestow wachsen vier Küken heran

24. Mai 2020

 

Ein neues Bild der Webcam von heute zeigt, dass auch das vierte Küken in Rostock-Biestow scheinbar doch ganz gut mithalten kann. Bei einem Alter von inzwischen rund drei Wochen steigen die Chancen, dass alle vier durchkommen, von Tag zu Tag. Eine wichtige Rolle könnten dabei Ostschermäuse (auch Große Wühlmäuse genannt) spielen, die es in unserer Region - wie berichtet - zurzeit in großer Anzahl gibt. An der gleichen Stelle wie vorgestern waren es heute sogar mindestens 29 Störche. Ablesen konnte ich einen Dreijährigen aus dem Altkreis Ludwigslust und einen Zweijährigen, den wir 2018 bei uns in Bentwisch beringt hatten. Apropos Bentwisch - auch die dortige aktuelle Störchin mit dem Ring Hiddensee AP37 entdeckte ich in dem großen Trupp bei Lambrechtshagen. Bis zum Abend war sie noch nicht an ihr etwa 8 Kilometer entfernt liegenden Nest zurückgekehrt. Als Nichtbrüterin hat sie noch keine starke Horstbindung entwickelt, dennoch hoffen wir natürlich, dass sie Bentwisch und dem dortigen Männchen treu bleibt und sich nicht dem Trupp anschließt.

Update 25.5.: Spät in der Nacht standen beide Bentwischer Störche wieder auf dem Nest.


Die Storchentrupps werden größer

20 von 22 Störchen auf einer Mähwiese bei Lambrechtshagen, 22.5.20
20 von 22 Störchen auf einer Mähwiese bei Lambrechtshagen, 22.5.20

23. Mai 2020

 

Die in den letzten Tagen großflächig gemähten Ackergras- und Grünlandflächen scheinen nun auch bei uns verstärkt Weißstörche anzuziehen. Bei Lambrechtshagen, westlich von Rostock, konnten wir gestern am frühen Abend gleich 22 Störche registrieren. Drei von ihnen waren anhand ihrer Ringe identifizierbar. Einer ist zweijährig und stammt aus den Niederlanden, eine weiterer, ebenfalls Jahrgang 2018, erblickte auf der Insel Rügen das Licht der Welt. Der dritte schließlich wurde von uns 2017 in Passin/GÜ beringt. Zwei weitere Metallringträger verschwanden leider, ohne dass eine Ablesung möglich war. Heute gab es im benachbarten Altkreis Ribnitz-Damgarten eine Ansammlung von 12 Störchen, wobei einer erst 2019 in Schweden beringt worden ist.

Unterdessen hat das ehemalige Schmadebecker Storchenpaar, das nach Rederank umgezogen war und dort offenbar das Brutgeschäft begonnen hatte, den Standort ein weiteres Mal gewechselt. Nun wurde die Störchin AT89 mit ihrem Partner aus Detershagen gemeldet, wo sich beide bereits seit einigen Tagen aufhalten. Ob hier ein benacharter Seeadler eventuell seine Finger - oder besser Krallen - im Spiel hatte? In der Vergangenheit sind Attacken auf die Störche, vor allem in Schmadebeck, gar nicht so selten gewesen.


Wie gut wird das Mäusejahr für unsere Störche?

Gemeinsam auf Mäusejagd: Weißstorch und mehrere Graureiher bei Wilsen Ausbau, 21.5.2020
Gemeinsam auf Mäusejagd: Weißstorch und mehrere Graureiher bei Wilsen Ausbau, 21.5.2020

21. Mai 2020

 

Eine für den weiteren Verlauf der Storchensaison nicht ganz unwichtige Frage ist die nach der Verfügbarkeit von Feldmäusen. Diese sind ein für den Weißstorch sehr wichtiges Nahrungstier. Es gibt regelmäßig so genannte Gravationsjahre, in denen sich die Nagetiere massenhaft vermehren. Im Jahr darauf bricht die Population dann oft zusammen. 2019 war in Teilen Niedersachsens und in Schleswig-Holstein ein besonders gutes Mäusejahr, was dort maßgeblich zu hervorragenden Nachwuchszahlen beim Weißstorch beitrug. Auch bei uns gab es durchaus nicht wenige Feldmäuse, was auch daran zu erkennen ist, dass das vergangene Jahr ein herausragend gutes  Schleiereulenjahr war.  Schleiereulen sind eine sehr gute Indikatorenart, richten sie doch ihr Brutverhalten sehr stark an der Verfügbarkeit von Mäusen aus. Also müssten wir eigentlich befürchten, dass es in diesem Frühjahr sehr wenige Feldmäuse gibt. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein. In den letzten Tagen sah ich an mehreren Stellen (u. a. bei Groß Stove und bei Hohen Luckow) kleinere Trupps von Graureihern, die auf gemähten Ackergrasflächen geduldig auf Feldmäuse lauerten. Ein einzelner Weißstorch war jeweils auch dabei. Heute nun entdeckte ich bei Wilsen Ausbau/Allershagen, westlich von Rostock, ebenfalls eine gemähte und beräumte Ackergrasfläche. Hier zählte ich nicht weniger als 18 Graureiher, 8 Greifvögel (Milane und Bussarde) sowie fünf Weißstörche. Darunter waren auch zwei Metallringträger, die ich jedoch leider aufgrund zu großer Entfernung nicht ablesen konnte. Graureiher sind auch unter dem Namen Fischreiher bekannt. Fische sind für sie in der Regel die Hauptnahrungsquelle. Wenn sie jetzt auffällig und in größeren Trupps auf Feldmausjagd sind, dürfte es bei uns - hoffentlich - doch kein so schlechtes Mäusejahr werden. Und ganz in der Nähe gibt es auch schon eine Neuansiedlung eines Schleiereulenpaares, wobei das Weibchen mindestens sechs Eier gelegt hat...


Eine 26jährige Störchin brütet die Eier einer Rivalin aus

19. Mai 2020

 

Vor etwa vier Wochen hatte ich aus dem brandenburgischen Garlitz berichtet. Am dortigen Webcam-Nest ist seit vielen Jahren eine 1994 in Sachsen beringte Störchin zu Hause. In diesem Jahr kehrte sie so spät aus dem Winterquartier zurück, dass schon eine andere Störchin vier Eier ins Nest gelegt und mit der Brut begonnen hatte. Die 26jährige Storchendame - aktuell wohl die älteste Hiddensee-Ringträgerin überhaupt - setzte sich im Kampf durch und vertrieb die bereits brütende Störchin. Das war eigentlich schon erstaunlich, denn es gab ja auch noch das unberingte Männchen, das das Gelege auch mit hätte verteidigen können und sollen. Vielleicht hing dies damit zusammen, dass die alte Sächsin offenbar nur auf ihre "Nachfolgerin", nicht aber auf die Eier abzielte. Wahrscheinlich kannten sich das Männchen und die alte Störchin auch noch aus der - vermutlich - gemeinsamen Brutsaison 2019. Jedenfalls ließ die Alte die Eier zwei Tage lang links liegen bzw. wurde in dieser Zeit nur sehr selten brütend gesehen, während das Männchen die Bebrütung in seinen Brutphasen fortsetzte. Erst danach beteiligte sich auch die 26jährige regulär am Brutgeschäft. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die Eier die zwischenzeitliche Nichtbebrütung offenbar erstaunlich gut überstanden haben. Jedenfalls sind die beiden ersten Küken in diesen Tagen geschlüpft - treu umsorgt von ihrer "Stiefmutter", die die Eier ihrer Rivalin ausgebrütet hat.

Da stellt sich die Frage: verhalten sich Weibchen nach der Eroberung eines Nests mit Gelege generell anders als Männchen? Sehr viele derartige Fälle sind meines Wissens nach noch nicht dokumentiert worden.

  https://www.rathenow24.de/storchenkamera-garlitz-havelland.html


Von Schmadebeck nach Rederank - oder: Des einen Freud, des anderen Leid

16. Mai 2020

 

Seit ich seit 2007 von Hans-Heinrich Zöllick die Weißstorchbetreuung im Altkreis Bad Doberan übernommen habe, kann ich mich auf ein dichtes Netz aus ehrenamtlichen Horstbetreuern verlassen. Mit vielen von ihnen hat sich über die Jahre eine enge Verbundenheit und vertrauensvolle Zusammenarbeit in Sachen Weißstorch entwickelt, ohne die Informationen vor Ort wäre ich mehr als aufgeschmissen. Jedem einzelnen von ihnen gönne ich "sein" persönliches Storchenpaar von Herzen, und wir freuen uns gemeinsam, wenn die Brutsaison erfolgreich endet. Leider ist das aber nicht immer der Fall, es gibt auch Rückschläge, Enttäuschungen und im schlimmsten Fall ein dauerhaft leeres Nest. Heute war so ein Tag, an dem Freud und Leid dicht beieinander lagen. Auf der einen Seite der Hof Plate in Schmadebeck, wo seit vielen Jahrzehnten ununterbrochen Störche brüten - zuletzt wurden sieben Jungstörche in zwei Jahren flügge. Und auf der anderen Seite die Imkerei Freiheit in Rederank, wo nach 15 erfolgreichen Jahren letztmalig 2016 ein Horstpaar anwesend war. 6 Kilometer liegen beide Orte auseinander. Beide meldeten sich in dieser Woche: aus Schmadebeck habe sich das vor zehn Tagen eingetroffene, hoffnungsvolle Paar am 12.5. offenbar verabschiedet und in Rederank sei am gleiche Tag ein neues Paar eingetroffen, das auch schon kräftig gebaut habe. Heute konnte ich mir die Situation vor Ort anschauen: wie schon zu vermuten war, ist das Schmadebecker Paar tatsächlich nach Rederank umgezogen. Der Metallring der Störchin verrät es. Und dann stellte sich noch heraus, dass das Paar sich erst ganz kurz vor der Ablage des ersten Eies umentschieden haben muss. Denn ganz offensichtlich wird in Rederank bereits gebrütet! Die Gründe für den Wechsel, der einerseits große Betrübtheit und andererseits große Freude auslöste, sind schwer zu erkunden. Das Paar besaß allerdings keine Horstbindung und war daher auch für andere Nester offener als ein alteingesessenes Horstpaar. Offenbar haben sie auch eine Zeit lang mit dem Standort Altenhagen I geliebäugelt, der zuletzt 2008 besetzt war. Entsprechende Beobachtungen und zahlreiche Kotspuren unter der Nisthilfe deuten das an. Mir bleibt nur, allen Storchenfreunden gleichermßen die Daumen zu drücken: den Rederankern, dass die späte Brut dort erfolgreich endet, und den Schmadebeckern, dass sich noch ein spätes Nichtbrüterpaar einfindet.

Mit dieser spät begonnenen Brut brüten nunmehr 38 von 40 Horstpaaren in meinem Betreuungsgebiet - das lässt hoffen!

Die brütende Störchin in Rederank. 16.5.2020
Die brütende Störchin in Rederank. 16.5.2020

Mindestens zwei Küken im Biestower Webcam-Nest

15. Mai 2020

 

Heute Abend war nun das erste Mal klar zu erkennen, dass es Jungstörche im Biestower Webcam-Nest gibt. Um kurz nach 21:00 Uhr zeigten sich für einen kurzen Moment neben den beiden Altvögeln auch die Köpfe zweier Küken. Die Nistmulde liegt in diesem Jahr offenbar sehr tief, der Blick auf den Storchennachwuchs ist dadurch (noch) recht schwierig.

Gefüttert wurde heute auch schon in Vorder Bollhagen (Foto im Fotoalbum).


Offenbar erfreulich hohe Brutbereitschaft

13. Mai 2020

 

Das ist ein gutes Zeichen: nachdem in den letzten Tagen noch einige weitere Paare mit der Brut begonnen haben, sind bei uns aktuell nur noch drei oder vier Nichtbrüterpaare übrig. Die entsprechende Quote liegt damit bei 7,5 bzw. 10 Prozent. Das ist im Vergleich zu den drei letzten Jahren eine deutliche Verbesserung. Da lag die Nichtbrüterquote in unserem Betreuungsgebiet noch bei 15 bis 21 Prozent. Wenn das Wetter und damit zusammenhängend natürlich vor allem das Nahrungsangebot mitspielt, könnte in diesem Jahr in relativ vielen Storchennestern Nachwuchs groß werden.

In den letzten Wochen sind landesweit auch schon viele beringte Störche abgelesen worden. Dabei zeichnet sich schon jetzt eine recht hohe Rückkehrquote ab - das heißt, viele beringte Brutstörche in Mecklenburg-Vorpommern haben den letzten Zug und die letzte Überwinterung gut überstanden und sind zurückgekehrt. Die Bedingungen in Afrika waren aber auch entsprechend gut. Demgegenüber fehlt es spürbar an jungen, nachrückenden Störchen. Dies ist nicht überraschend, war doch besonders 2016 ein sehr schlechter Nachwuchsjahrgang. Hinzu kommen jetzt die langfristigen Folgen der ostafrikanischen Dürrejahre 2015/16 und 2016/17, denen mit Sicherheit auch viele Störche zum Opfer gefallen sind.


Erste Küken schauen über den Nestrand

10. Mai 2020

 

Heute habe ich sie nun gesehen - unsere ersten Storchenküken des Jahres. Sie sind in Groß Bölkow geschlüpft, bei unserem frühesten Paar. Ich hatte Glück und wurde schon nach kurzer Wartezeit Zeuge einer Wachablösung mit anschließender Fütterung durch die fünfjährige schwedische Brutstörchin. Zwei etwa 7 bis 10 Tage alte Küken reckten ihre kleinen Köpfchen hungrig in Richtung ihrer Mutter. Ob es noch weitere Geschwister gibt, wird sich in nächster Zeit zeigen. Im letzten Jahr wurde in Groß Bölkow nur ein Jungstorch flügge.

Für die kommenden Tage ist nun sehr kühles Wetter angesagt, auch Nachtfröste liegen im Bereich des Möglichen. Hoffen wir, dass die bisher schon geschlüpften und die demnächst folgenden Küken diese Phase gut überstehen.


Verschollen geglaubter Senderstorch aus Schornstein geborgen

9. Mai 2020

 

Im Winterhalbjahr berichte ich an dieser Stelle regelmäßig über besenderte Störche aus Nord- und Ostdeutschland. Dazu gehörte auch die vom Storchenhof Loburg besenderte Störchin "Lysann"/AL25. Zuletzt hatte sich ihr Sender im Februar 2019 in Ägypten gemeldet. Danach fehlte von ihr jede Spur, sie musste für tot gehalten werden. Nun ist sie unter ganz besonderen Umständen wieder aufgetaucht - doch lesen Sie selbst, für Storchenfreunde ist es eine ganz tolle Geschichte...

 

https://www.storchenhof-loburg.de/neues-vom-hof-news-details/totgesagte-leben-laenger-1617.html

 


Die ersten Küken sind geschlüpft

7. Mai 2020

 

Wie schon angekündigt, sind in den letzten Tagen die ersten Küken geschlüpft. Dies betrifft die Nester, in denen schon ganz früh beide Störche eingetroffen waren. In Rostock-Biestow zeigt die Webcam schon seit fünf Tagen ein eindeutiges Verhalten der Altstörche an. Heute Abend konnte ich nun auch direkt beobachten, wie nach einer Ablösung das Männchen recht lange fütterte. Anschließend nahm es nicht von den Küken gefressene Nahrungstiere selbst wieder auf (siehe auch Foto links). Weitere "Kandidaten" für früh schlüpfende Küken sind Kröpelin, Vorder Bollhagen und vor allem Groß Bölkow, wo die Paarbindung bereits fünf Tage früher als in Rostock-Biestow stattgefunden hatte. In den nächsten Tagen wissen wir hier sicher mehr.

Auf der anderen Seite gibt es nach wie vor Paare, bei denen nicht klar ist, ob überhaupt noch mit einer Brut begonnen wird. So wechseln die beiden Bentwischer Störche beispielsweise immer mal wieder für eine Nacht ins benachbarte Albertsdorf. Dies ist ein typisches Verhalten für Paare, bei denen mindestens ein Storch noch sehr jung ist. Aus Bentwisch wissen wir, dass das Weibchen erst vier Jahre alt und vermutlich ohne Bruterfahrung ist.


Doch noch ein Happy-End in Schmadebeck?

Schon ein Herz und eine Seele? Fast könnte man bei dieser Aufnahme des neuen Schmadebecker Storchenpaares einen solchen Eindruck gewinnen. 2.5.2020
Schon ein Herz und eine Seele? Fast könnte man bei dieser Aufnahme des neuen Schmadebecker Storchenpaares einen solchen Eindruck gewinnen. 2.5.2020

2. Mai 2020

 

Gibt es doch noch Aussicht auf eine erfolgreiche Storchensaison in Schmadebeck? Nachdem in den letzten Tagen nur noch sporadisch ein Storch auf dem Nest II (Hof Plate) zu sehen war, änderte sich das Bild ab heute Mittag schlagartig. Zeitgleich trafen zwei Störche ein, die sich sogleich voller Energie an den Ausbau des Nestes machten. Auch "Storchenhochzeit" wurde mehrfach gefeiert. Es lässt sich nicht sicher sagen, aber ich vermute, dass es ein ganz neues Paar ist, zu abrupt wäre ansonsten der Verhaltenswandel des männlichen Storchs, dessen Interesse am Nest in den letzten Tagen doch schon spürbar nachgelassen zu haben schien. Die Storchendame ist beringt, ihr Metallring am rechten Ständer (Hiddensee AT89) verrät, dass sie 2016 in Quitzow bei Perleberg/Brandenburg das Licht der Welt erblickte.  Mit jetzt vier Jahren sollte sie auf jeden Fall bereit für die erste Brut sein, auch wenn die Zeit für den Brutbeginn Anfang Mai schon recht weit vorangeschritten ist. Frühere Ablesungen gibt es keine, wir wissen also nicht, ob es sich um eine West- oder eine Ostzieherin handelt. Ich tippe eher auf die letztere Variante. Die Entscheidung für diesen Horst dürfte auf jeden Fall eine gute sein. In den beiden letzten Jahren zog das Vorgänger-Paar allein sieben Jungstörche groß. In diesem Jahr ist die Ausgangssituation eine andere. Erst einmal ist es wichtig, dass das Paar überhaupt bleibt. Mit etwas Glück beginnen beide dann noch mit der Brut. Und mit noch mehr Glück gibt es am Ende vielleicht noch einen flüggen Jungstorch. Das wäre unter diesen Umständen schon ein großer Erfolg.

Leider weiterhin unbesetzt ist das Nest Schmadebeck I (Hof Diederichs), auch wenn es dieses Jahr eine Sanierung der seit 2014 nicht mehr besetzten Nistunterlage gegeben hat. Bis dahin waren regelmäßig beide Schmadebecker Nester besetzt, und es gab fast immer überdurchschnittlichen Bruterfolg.


Zwischenbilanz zum 1. Mai

Gerade hat ein Fremdstorch das Nest in Hohen Gubkow überflogen - das Brutpaar zeigt deutlich, was es davon hält. 1.5.2020
Gerade hat ein Fremdstorch das Nest in Hohen Gubkow überflogen - das Brutpaar zeigt deutlich, was es davon hält. 1.5.2020

1. Mai 2020

 

Der 1. Mai ist ein Tag, an dem eine erste Zwischenbilanz zum Weißstorchjahr gezogen werden kann - zumindest, was die Besetzung der Nester und die Bildung der Paare anbelangt. Der Zug ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen, von jetzt an sind nur noch wenige Störche neu an den Nestern zu erwarten, wobei es allerdings von Jahr zu Jahr Unterschiede gibt. Im vergangenen Jahr verzeichneten wir im Altkreis Bad Doberan am Ende 40 Horstpaare und zwei Einzelstörche. Aktuell stehen wir bei 38 Horstpaaren und zwei Einzelstörchen. Die Rückkehrquote liegt damit bisher bei 95 Prozent. Da noch bis zum 18. Mai eintreffende Störche mit in die Statistik einfließen, bestehen durchaus noch gute Chancen, dass das Vorjahresergebnis erreicht und vielleicht sogar noch etwas übertroffen wird. Auf der anderen Seite zählen aber nur solche Paare und Einzelstörche, die bis zum 15. Juni wenigstens 4 Wochen ununterbrochen Horstbindung hatten, auch als Horstpaare. Es kann also mit den Zahlen auch noch abwärts gehen.

In den allermeisten Fällen wurden Nester besetzt, die auch 2019 ein Horstpaar aufwiesen. Davon weichen folgende Standorte ab:

- Neuzugänge (= Wiederbesetzungen nach einjähriger Unterbrechung): Moitin, Ziesendorf

- (Noch) nicht von einem Paar besetzt: Gnewitz, Schmadebeck II, Steffenshagen, Zeez

Der "nilsgansbedingte" Umzug des Pankelower Paares vom Schornsteinnest auf den benachbarten Nistmast ist ein Sonderfall, den ich ergänzend aufzähle.

Während Steffenshagen 2019 eine Neuansiedlung war und schon im Mai einen Brutabbruch hatte, sind die anderen Standorte ausgesprochene Traditionsnester, die seit Jahrzehnten nahezu ununterbrochen besetzt waren. Hier wäre es besonders bitter, wenn sie wirklich auf Dauer unbesetzt blieben. In allen drei Fällen dürfte es Ausfälle der letztjährigen Brutvögel gegeben haben, denn es waren durchaus schon Störche an den Nestern, nur blieben sie unerwarteter Weise nicht für längere Zeit. Von der letztjährigen Zeezer Störchin wissen wir aufgrund ihrer Beringung, dass sie einen frei gewordenen Platz im benachbarten Benitz eingenommen hat. Der Einzelstorch, vermutlich ein Männchen, der am 8. April erschien, scheint in Zeez neu zu sein. Denn er fällt durch häufigere Abwesenheiten auf. Außerdem ist dort bisher kaum gebaut worden. Ein zwischenzeitlich anwesendes Weibchen ist nach wenigen Tagen wieder verschwunden. In Gnewitz gab es Kämpfe um das Nest, der vermeintliche (beringte) Sieger hat ein Pärchen mit einem zweijährigen Weibchen vertrieben - um anschließend selbst nach einigen Tagen wieder zu verschwinden. In Schmadebeck war das Nest Mitte März im Sturm zum Großteil herabgestürzt. Nach einer notdürftigen Reparatur erschienen bereits um den 21. März zwei Störche, die aber nach wenigen Tagen spurlos verschwanden. Ein solches Verhalten wäre für ein langjähriges Brutpaar sehr ungewöhnlich gewesen. Nach erneuter, nun nachhaltiger Reparatur des Nestes erschien am 9. April ein Einzelstorch, der auch baute, aber gleichfalls nach zehn Tagen das Interesse am Nest zu verlieren schien. Nun hoffen wir in allen Fällen noch auf eine späte Besetzung. Die nicht ganz unergiebigen Regenfälle der letzten Tage könnten dabei von Vorteil sein.

Von den 15 beringten Altstörchen des Vorjahres sind bisher zehn erneut in unserem Betreuungsgebiet abgelesen worden. Es fehlen also noch fünf, wobei wir auch hier dauerhaft mit Verlusten rechnen müssen. Ebenfalls fünf Ringstörche scheinen im Gegenzug 2020 neu Horstbindung erlangt zu haben. Zuletzt habe ich heute in Liepen noch eine zweijährige Störchin aus dem Altkreis Ludwigslust abgelesen. Seit nunmehr vier Tagen ist sie mit am Nest - als inzwischen mindestens vierte Störchin, denn drei Vorgängerinnen blieben jeweils nur wenige Tage.


Angekündigte Regenfälle sind dringend erwünscht

28. April 2020

 

Seit nunmehr 7 Wochen herrscht in unserer Region anhaltende Trockenheit. Im gesamten April hat es praktisch überhaupt noch nicht geregnet. Die Nahrungssituation für unsere Störche hat sich dadurch schon erheblich verschlechtert. So wird es etwa für die frühen Paare, die in den nächsten Tagen die ersten schlüpfenden Küken erwarten, nicht einfach, in ausreichendem Maße Regenwürmer und andere kleinteilige Nahrung zu finden. Der jetzt angekündigte Regen kommt daher zur richtigen Zeit - bleibt zu hoffen, dass auch die Regenmengen groß genug ausfallen. Das hätte noch einen anderen Vorteil: Die spät eingetroffenen Paare haben bisher noch nicht mit der Brut begonnen. Die Chancen, dass sie sich dafür noch entscheiden, steigen auf jeden Fall bei ergiebigeren Niederschlägen. Erkennbar ist dies auch daran, dass unentschlossene Paare wieder häufiger an ihrem Nest erscheinen. Auch könnten junge, nachrückende Störche, die sich in der Region befinden, noch dazu animiert werden, sich ein Nest zu suchen. Dies ist jetzt in etwa noch zwei, maximal drei Wochen lang möglich. Etwas abgemildert werden die Folgen der Trockenheit nach wie vor durch den Grundwasserstand, der im März für unsere Region sogar noch knapp über dem langjährigen Mittelwert und deutlich besser als im Vorjahr lag. An die Rekordwerte des in dieser Hinsicht herausragenden Jahres 2018 reichen die Messergebnisse aber bei weitem nicht heran. Demzufolge ist es nicht überraschend, dass Störche jetzt vorrangig auf frisch bestellten Ackerflächen oder aber in Gräben, Tümpeln und Söllen nahrungssuchend anzutreffen sind. Das ausgetrocknete Grünland bietet dagegen momentan nicht viel an.

Wie zuletzt in jedem Jahr hat sich auch 2020 wieder spät im April ein junges Storchenpaar in Kambs niedergelassen. Die Störchin ist dreijährig und stammt aus Hollingstedt/Schleswig-Holstein. Foto: A. Borchwardt.
Wie zuletzt in jedem Jahr hat sich auch 2020 wieder spät im April ein junges Storchenpaar in Kambs niedergelassen. Die Störchin ist dreijährig und stammt aus Hollingstedt/Schleswig-Holstein. Foto: A. Borchwardt.

Der erste Trupp

25. April 2020

 

Dieser aus ingesamt elf Störchen bestehende Trupp bei Lieblingshof ist der erste, der in dieser Storchensaison in unserer Region beobachtet worden ist. Leider befand sich nur ein beringter Storch (aus Schweden, Jg. 2018) in der Gruppe, die hinter einem Traktor auf Nahrungssuche ging.

Neu eingetroffen ist heute ein Weibchen in Bentwisch. Es wurde 2016 in Kirchdorf/NVP beringt. Auch beim Moitiner Männchen wurde ein Ring festgestellt. Es stammt aus Testorf/LWL und ist ebenfalls vier Jahre alt.


Rätselhafte Eiablagen?

Endlich ein Weibchen in Hohen Schwarfs - nach gut dreiwöchigem Warten. "Er" fällt seit Jahren durch enormen Nestbaueifer auf. Das allein scheint die Storchendamen aber nicht zu überzeugen. 2019 kam es zu keiner Brut, 2018 blieb er sogar allein. 23.4.20
Endlich ein Weibchen in Hohen Schwarfs - nach gut dreiwöchigem Warten. "Er" fällt seit Jahren durch enormen Nestbaueifer auf. Das allein scheint die Storchendamen aber nicht zu überzeugen. 2019 kam es zu keiner Brut, 2018 blieb er sogar allein. 23.4.20

24. April 2020

 

Längst nicht immer erfolgt die Eiablage bei Weißstörchen so planmäßig und unkompliziert wie bei unserem Biestower Webcam-Paar. Im dritten Jahr nacheinander ist das Paar jetzt zusammen. Immer dauerte es vom Eintreffen des Weibchens bis zum Brutbeginn acht bis zehn Tage. Das gilt in der Fachliteratur auch als der Durchschnitt. Inzwischen brütet das Paar bereits 24 Tage, in gut einer Woche ist mit dem Schlupf des ersten Kükens zu rechnen. In Klingendorf traf das Weibchen erst am Sonntag (19. April) ein. Aber schon zwei Tage später wurden sichere Anzeichen des Brütens festgestellt. Wie ist das möglich? Nun, dieses Weibchen wird kurz zuvor noch an einem anderen Nest gestanden haben. Dort hatte es entweder schon mit der Eiablage begonnen oder stand jetzt unmittelbar davor. Am Wochenende wird die Störchin von ihrem ersten, uns unbekannten Nest vertrieben worden sein. Anschließend wechselte sie nach Klingendorf, wo sie möglicherweise schon 2019 gebrütet hat. Das Männchen scheint sich an der ungewöhnlich frühen Eiablage nicht gestört zu haben, auch wenn es selbst kaum als biologischer Erzeuger des später schlüpfenden Kükens in Frage kommt.

Noch spannender ist die Lage am Webcam-Nest im brandenburgischen Garlitz, von dem ich in meinem letzten Eintrag berichtet hatte. Die mutmaßlich 26 Jahre alte Störchin hat zwar den Kampf gegen ihre Vorgängerin gewonnen und diese am Montag auch vertrieben. Die vier bereits angebrüteten Eier hat sie jedoch - anders als von mir vermutet - nicht aus dem Nest geräumt. Nachdem sie anfänglich in Abwesenheit des Männchens öfter einmal neben den Eiern stehend beobachtet wurde, scheint sie sich inzwischen voll am Brutgeschäft zu beteiligen. Leider gibt es mit der Webcam technische Probleme, sodass die beobachtenden Forums-Teilnehmer nur selten Blicke auf das Gelege werfen können. Ob tatsächlich schon ein fünftes Ei (das wäre dann für dieses Jahr das erste Ei der uralten Storchendame) im Nest liegt, ist daher zweifelhaft. Wir dürfen jedenfalls sehr gespannt sein, wie diese Geschichte ausgeht.


Brandenburgische Webcamnester und die dritte Ostzieherwelle

Sorgen waren zum Glück unbegründet: Heiligenhäger Brutpaar hat Grünbewuchs in seinem Nest erfolgreich bekämpft. 19.4.20
Sorgen waren zum Glück unbegründet: Heiligenhäger Brutpaar hat Grünbewuchs in seinem Nest erfolgreich bekämpft. 19.4.20

21. April 2020

 

So richtig spürbar ist die "dritte Ostzieherwelle" bei uns bisher noch nicht. Eher plätschert es nur so dahin: in Klingendorf traf vorgestern Storch Nr. 2 ein, ebenso gestern in Schwaan am Tannenberg. Dort ist es ein unberingtes Männchen gewesen, das gut zwei Wochen nach dem Weibchen am Nest auftauchte. Damit scheint sich die Vermutung zu bestätigen, dass nach dem langjährigen Schwaaner Männchen, das 2018 ein Bein verlor und im nächsten Frühjahr nicht wiederkehrte, abermals der männliche Brutvogel (2019 von uns beringt mit DEH HN053) ausgefallen ist. Hoffen wir, dass das neu zusammengesetzte Paar gut harmoniert. Unsere langjährige Beobachterin vor Ort ist sich sehr sicher, dass zumindest die Störchin schon etliche Jahre hier zu Hause ist. Mit ihrer großen Bruterfahrung sollte es auch dann klappen, wenn ihr Partner noch jung und unerfahren ist. Erfreulich ist auch, dass das Moitiner Nest seit dem Wochenende mit einem Storchenpaar besetzt ist. Im Vorjahr blieb es bis Ende Mai leer. Und schließlich wird aus Liepen zum dritten Mal in dieser Saison die Ankunft eines Weibchens gemeldet. Dieses Mal soll die Störchin oben links beringt sein, es ist also abermals eine neue und wieder nicht die des Vorjahres.

Dass sehr wohl auch jetzt noch mit der dritten Ostzieherwelle Horstbesitzer/innen des Vorjahres eintreffen, zeigt ein Blick auf drei ausgewählte brandenburgische Storchennester, die jeweils über eine Webcam einsehbar sind. In Fohrde meldete sich die beringte Vorjahresstörchin am 18. April am Nest zurück und versucht seitdem, dieses zurückzuerobern. Es liegen schon drei Eier im Nest, die bisher allerdings vom diesjährigen Brutpaar erfolgreich verteidigt wurden.

https://www.storchennest-fohrde.de/tagebuch/

 

Anders verhielt es sich in Wensickendorf, wo zunächst beide Brutstörche mit der zweiten Ostzieherwelle am 6. und 9. April eingetroffen waren. Hier gelang es gestern einem dritten Storch (oder vielleicht doch eher einer Störchin?) das Nest für sich zurückzuerobern. Die beiden bereits bebrüteten Eier gingen dabei über Bord, es steht nun offenbar ein neu zusammengesetztes Paar im Nest.

http://www.nabu-oranienburg.de/index.php?id=36

 

Ähnliches geschah in Garlitz. Hier gab es am Montagabend heftige Kämpfe um das Nest, in dem schon vier Eier eines unberingten Storchenpaares lagen. Seit heute früh ist nun wieder eine links unten mit einem großen Metallring ausgestattete Störchin im Nest zu erkennen. Dieses Weibchen ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine 1994 in Sachsen beringte Störchin, die bereits seit mindestens 15 Jahren in Garlitz brütet. Mit jetzt 26 Jahren wäre sie in einem für Störche geradezu "biblischen" Alter - zumal sie auch noch eine Ostzieherin ist. Es gibt meines Wissens nach in ganz Ostdeutschland keinen älteren, wild lebenden Storch. Interessanterweise hat sie die Eier ihrer Vorgängerin nicht gleich zerstört, sondern ließ das Männchen zunächst darauf weiterbrüten. Wir können aber sicher davon ausgehen, dass sich dies ändert, sobald "er" auf Nahrungssuche ist und sie allein im Nest verbleibt. Auch in einem derart hohen Alter kann der Störchin eine abermals erfolgreiche Brut zugetraut werden. Was hier vor allem zählt, ist ihre überaus große Erfahrung.

https://www.rathenow24.de/storchenkamera-garlitz-havelland.html

 

Diese drei Beispiele zeigen uns, dass selbst jetzt noch alte, erfahrene Störche bei uns eintreffen. Sie alle sind bis vor gut zehn Tagen von der zweiten Schlechtwetterphase am Bosporus aufgehalten worden. Störungen auf den Zugwegen wie in diesem Jahr ziehen leider häufiger Horstkämpfe mit Gelegeverlusten nach sich. War es auch bei uns in Satow so, dass erst jetzt die Vorjahresstörchin eingetroffen ist? In einigen Tagen wissen wir wohl mehr.

Ganz zum Schluss noch ein Blick auf die letzten Senderstörche, die noch unterwegs waren bzw. sind. Wie vorhergesagt, sind nun nahezu alle in ihren Brutgebieten eingetroffen. Nur die Sude-Störchin aus Gudow, die in Südafrika überwintert hat, braucht jetzt noch ein bis zwei Tage. Ein anderer, siebenjähriger Senderstorch (DEH HL437), der die letzten Jahre in Altentreptow/DM Horstbindung hatte, aber noch gänzlich ohne Brutversuch war, ist wohl in Südwestpolen an einem Nest "hängen geblieben". Jedenfalls deuten das die übermittelten Daten seines Senders an. Auch so etwas kann der Grund sein, wenn ein Storch im Frühjahr nicht an seinem angestammten Nest erscheint. Unter dem Strich haben wir unter den nord- und ostdeutschen Senderstörchen eine hohe Rückkehrquote - 21 von 25 ostziehenden Altstörchen (84 Prozent) haben den Zug unbeschadet überstanden, ebenso alle vier Westzieher. Auch die beiden im Vorjahr besenderten und beringten Nachkommen des Senderstorchs "Jonas"/DEH HL 457 leben noch; einer jagt seit vielen Wochen Heuschrecken in Kenia und der andere befindet sich seit Monaten in Spanien.


Eine erste Wiederansiedlung und ein erster Brutabbruch

Unser erstes ganz "neues" Paar 2020: Ziesendorf, 19.4.20, eingetroffen am 16.+17.4.
Unser erstes ganz "neues" Paar 2020: Ziesendorf, 19.4.20, eingetroffen am 16.+17.4.

19. April 2020

 

Erstmals in diesem Jahr hat sich nun auch ein Paar an einem Standort eingefunden, der im vergangenen Jahr kein Horstpaar aufzuweisen hatte. Die beiden unberingten Störche müssen beide neu in Ziesendorf sein, denn im Vorjahr hielt sich einige Wochen lang ein beringter Einzelstorch dort auf. Von diesem fehlt bisher noch jede Spur, ebenso wie wir von vier anderen Ringträgern des Vorjahres noch nichts gehört und gesehen haben, während zehn (von 15) inzwischen als Rückkehrer nachgewiesen werden konnten. Leider ist auch schon der erste Brutabbruch zu verzeichnen. In Satow gab es in der letzten Woche mehrfach Horstkämpfe. Wer daran beteiligt war und was dabei genau passiert ist, lässt sich noch nicht sicher sagen. In jedem Fall ist die Brut abgebrochen, beide Störche stehen im Nest. Es gibt zwar wieder Kopulationen, doch ist das kein sicheres Zeichen. Nur wenn ein neues Weibchen am Nest ist, besteht eine realistische Chance auf ein zweites Gelege. Im Nachbarort Reinshagen ist nach knapp vierwöchiger Wartezeit nun endlich ein zweiter Storch eingetroffen. In den letzten Jahren fiel Reinshagen dadurch auf, dass dort nie gebrütet wurde, obwohl Kopulationen zu beobachten waren. Dabei traf der zweite Storch aber immer auch sehr früh ein. Dies ist nun anders, eventuell gibt es in diesem Jahr eine neue Paarkonstellation. Eingetroffen sind in den letzten Tagen auch der zweite Storch in Klingendorf sowie der erste in Albertsdorf, das 2018 und 2019 keine Störche hatte.

Von den adulten Senderstörchen werden bis morgen alle bis auf zwei an ihren Nestern eingetroffen sein. Die beiden letzten brauchen aber auch nicht mehr lange bis ans Ziel, denn sie sind bereits in Polen. 


Wo wir stehen und wie es weitergehen könnte...

"Großes vor" hat offenbar dieser rotbeinige Baumeister in Schmadebeck, der am 12.4. immer noch auf einen "Mitbewohner" wartet. Immerhin scheint er das Mitte März im Orkan verwüstete und kürzlich sanierte Nest gut angenommen zu haben. Foto: A. Hornburg
"Großes vor" hat offenbar dieser rotbeinige Baumeister in Schmadebeck, der am 12.4. immer noch auf einen "Mitbewohner" wartet. Immerhin scheint er das Mitte März im Orkan verwüstete und kürzlich sanierte Nest gut angenommen zu haben. Foto: A. Hornburg

15. April 2020

 

Der 15. April ist ein guter Termin, um einen ersten zusammenfassenden Blick auf die angelaufene Weißstorchsaison zu werfen. Wir stehen im alten Landkreis Bad Doberan aktuell bei einer Rückkehrquote von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das ist ein guter Wert. Wie 2019 gibt es per 15. April bisher 29 Horstpaare, 2018 waren es zwei weniger. Paare, die bis zu diesem frühen Zeitpunkt zusammengefunden haben, besitzen statistisch gesehen die besten Brutperspektiven, bei später eintreffenden Paaren nimmt der Anteil der Nichtbrüter beständig zu. Wir können also hoffen, dass 2020 ein recht hoher Anteil der Paare auch zur Brut schreiten wird. Sorgen bereitet mir die anhaltende Trockenheit. In den vergangenen 5 Wochen hat es nur sehr geringfügige Niederschlagsmengen gegeben. Und es ist auch weiterhin kein nennenswerter Regen in Sicht. Aktuell profitieren die Störche noch von den großen Niederschlagsmengen im Februar. Dadurch ist der Grundwasserspiegel in unserem Betreuungsgebiet bis Ende Februar immerhin auf Normalniveau angestiegen (2019 lag er deutlich darunter, 2018 weit darüber). Die Störche finden dadurch jetzt Nahrungstiere vor allem in Tümpeln, feuchten Senken und Söllen. Aber spätestens mit dem Schlüpfen der ersten Küken Anfang Mai werden auch dringend wieder neue Niederschläge benötigt.

Die Rückkehr der Störche an ihre Nester folgte bisher einem sehr konservativen Muster. Noch ist uns keine Neu- oder Wiederansiedlung bekannt. Alle 36 Nester, auf denen sich zurzeit ein oder zwei Störche befinden, waren auch 2019 schon besetzt (mal abgesehen von Pankelow, wo die brütenden Nilgänse einen Wechsel der Störche vom Schornsteinhorst auf den benachbarten Nistmast erzwangen). Es sind bisher auch noch keine jüngeren Ostzieher eingetroffen. So fehlen bis jetzt in ganz Mecklenburg-Vorpommern fast vollständig die "Metallringträger", die ab 2016 in ganz Ostdeutschland die ELSA-Ringträger ablösten. Dagegen sind in den letzten Tagen einige jüngere Westzieher festgestellt worden. Ob diese sich schon als Brutvögel behaupten und etablieren, muss erst noch abgewartet werden. Deutlich ist der Einfluss der schwedischen Störche zu erkennen, die auf dem Weg aus ihren westeuropäischen Überwinterungsgebieten in Richtung Heimat weiterhin recht zahlreich bei uns festgestellt werden können.

Wie geht es mit dem aktuellen Storchenzug weiter? Die dritte und letzte Welle der Ostzieher steht praktisch schon vor der Tür. Schauen wir uns wieder die besenderten (adulten) Störche aus Nord- und Ostdeutschland an, so sind momentan noch 40 Prozent (= 8 Individuen) unterwegs. Ich denke, dass das nicht ganz repräsentativ, sondern gegenüber der Realität etwas übergewichtet ist. Aber sie sind schon recht weit vorangekommen, stehen aktuell - im Gegenwind - zwischen Polen und Rumänien. Sie alle sollten innerhalb einer Woche bei uns sein, vor allem wenn der Wind zum Wochenende wieder auf östliche Richtungen dreht (siehe auch nachfolgende Karte). 2019 kamen nach dem 15. April nur noch 17 Störche bei uns an, schon damals gab es in den Monaten davor in Afrika einen sehr nördlichen Überwinterungsschwerpunkt - und dementsprechend nicht sehr viele Fernzieher aus Südost- und Südafrika. Das ist 2019/20 offenbar nicht anders gewesen. Deshalb kann es durchaus sein, dass wir trotz des guten Zwischenstandes am Ende doch nur wieder im Bereich des Vorjahresergebnisses landen werden (40 Horstpaare). Zu hoffen ist natürlich, dass es doch mehr werden, vielleicht durch viele Drei- oder Vierjährige (auch wenn 2016 und 2017 schlechte Nachwuchsjahre waren). Das werden die nächsten drei Wochen zeigen.

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Ewige Treue bei den Weißstörchen?

13. April 2020

 

Ob er (links im Bild) wohl von ihrer "Vorgeschichte" weiß? Liepen, am Ostermontag, 13.4.

Zu den verbreiteten Vorstellungen vom Leben der Weißstörche gehört auch die der angeblich lebenslangen Partnertreue. Tatsächlich gibt es Paare, die über viele Jahre zusammenbleiben und regelmäßig gemeinsam ihren Nachwuchs groß ziehen. Dies hängt dann aber vor allem damit zusammen, dass die Bindung zum eigenen Horst sehr ausgeprägt ist. Wer erfolgreich gebrütet hat, kommt im nächsten Frühjahr in der Regel erst einmal an den alten Brutplatz zurück. Ins Winterquartier ziehen die Altvögel fast immer getrennt, anders als etwa die Kraniche. Wenn alles gut läuft, trifft kurz nach dem ersten auch der zweite Partner ein und das Paar des Vorjahres brütet erneut zusammen. Das ist jedoch längst nicht immer so. Der Partner könnte verunglückt sein oder sich aufgrund schlechter Zugbedingungen verspäten. Auch könnten die Überwinterungsgebiete weit auseinander liegen. Vielleicht ist auch im Nachbarrevier, das die besseren Nahrungshabitate aufweist, ein Platz leer geblieben? Oder das eigene Nest ist schon von zwei anderen Störchen besetzt, die vielleicht auf der Westroute unterwegs waren und jetzt früh Eier gelegt haben. Es ist also alles etwas komplizierter als manch einer denken mag.

Ein gutes Beispiel aus unserem Betreuungsgebiet ist die sechsjährige Störchin DEW 1T809. Wo sie in den letzten Jahren Horstbindung hatte, wissen wir nicht. Sie nahm am 6. April einen noch freien Platz im Stäbelower Nest ein, das dortige Männchen war einen Tag früher eingetroffen. Bis zum 11. April hatten sich beide schon gut aneinander gewöhnt, Paarungen eingeschlossen. Dann aber traf offenbar - etwas verspätet - das Stäbelower Vorjahresweibchen ein. Die aufmerksame Horstbetreuerin beobachtete einen Kampf zwischen zwei Störchen. Der dritte Storch verhielt sich neutral und wartete im Nest den Ausgang ab. Das war das Männchen! Den Kampf der Weibchen entschied die unberingte Störchin für sich. Sie wurde auch sogleich vom Stäbelower Männchen akzeptiert, beide harmonieren sehr gut miteinander. Was aber wurde aus 1T809? Heute früh entdeckte ich sie in Liepen, etwa 40 Kilometer östlich von Sträbelow. Dort war sie am Abend zuvor eingetroffen und auch sogleich vom dortigen Männchen akzeptiert worden. Er wartete bereits seit sechs Tagen auf seine Partnerin, die sich offenbar - wie schon in früheren Jahren - verspätet. Trifft sie bald ein, wird sich das Schauspiel aus Stäbelow sehr wahrscheinlich auch in Liepen wiederholen. Und 1T809 muss befürchten, ihren Platz erneut zu verlieren. Dauert es aber länger und gibt es vor allem schon ein Gelege im Nest, so wird dieses dann von beiden Partnern vehement verteidigt werden. Es bleibt also spannend!

Ähnliches muss sich auch in Niendorf abgespielt haben, wo die vor drei Tagen von mir festgestellte polnische Störchin nun durch eine Unberingte ersetzt worden ist. Ob die beiden zweijährigen Störchinnen in Gnewitz und Fienstorf auf Dauer ihren Platz behaupten können, wird sich in nächster Zeit zeigen. Zumindest heute war SVS 2616 noch in Fienstorf am Nest. 


Erfreulich zahlreiche Rückkehrer in der Woche vor Ostern

11. April 2020

 

So wie hier in Cammin das Männchen H9768 sind in den letzten Tagen zahlreiche weitere Störche in unserem Betreuungsgebiet eingetroffen. Aktuell sind nur noch vier Nester unbesetzt, bei denen im Vorjahr ein Horstpaar (HPa) festgestellt worden war. Neben 8 Einzelstörchen sind bereits 28 Paare beisammen. Damit liegt die Rückkehrquote für den Altkreis Bad Doberan bereits bei 78 Prozent, was für einen 11. April ein durchaus guter Wert ist. Zu berücksichtigen ist auch, dass immer noch etwa ein Drittel der besenderten Störche unterwegs ist. Demnach rechnen wir auch bei uns mit einer dritten Ostzieher-Welle in etwa sieben bis zehn Tagen. Dort erwarten wir dann nicht zuletzt noch etliche Weibchen, vor allem aber auch die drei- und vierjährigen Störche, die im Vorjahr noch nicht fest an einen Horst angebunden waren.

Von unseren 15 beringten Störchen, die 2019 im alten Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock Horstbindung hatten, sind bisher neun zurück, einige weitere werden hoffentlich noch folgen. Interessant sind darüber hinaus vier neue Ringträger: in Stäbelow ist ein sechsjähriger Storch aus Nordost-Niedersachsen mit am Nest. DEW 1T809 wurde 2017 in Polen abgelesen, ist also ziemlich sicher ein Ostzieher. Interessanterweise wurde er 2015 einmal in Konow, ganz in der Nähe von Stäbelow, abgelesen. Ob er (oder sie - das steht noch nicht ganz fest) sich an diese Etappe seiner/ihrer Jugend- und Wanderjahre erinnern konnte? Auch die drei- oder vierjährige polnische Störchin mit dem grünen Farbring Z9594 würde ich - aus geographischen Gründen - eher der Ostroute zuordnen. Sie ist seit gestern an der Seite eines unberingten Männchens in Niendorf. Anders verhält es sich mit zwei zweijährigen Störchinnen, die ziemlich sicher der dritten und letzten Westzieherwelle zugerechnet werden müssen. DEW 7T810 stammt aus dem Landkreis Gifhorn und wurde im November 2019 in Spanien abgelesen. Heute las ich ihren Ring in Gnewitz ab, wo sie mit einem unberingten Partner auf dem Nest stand. Und schließlich hat das zehnjährige Fienstorfer Männchen DEH HC774 jetzt eine "blutjunge" schwedische Störchin (SVS 2616) an seiner Seite. In allen Fällen bleibt abzuwarten, ob diese Paarungen dauerhaft bestehen bleiben. Denn noch ist es sehr gut möglich, dass die bisher noch fehlenden Vorjahresweibchen im Laufe der nächsten Tage und Wochen noch eintreffen und dann ihre Nester zurückerobern.

Was bei der Ringablesung bisher auffiel, ist die im Vergleich zu den Vorjahren viel bessere Ablesbarkeit. Es hafet fast durchweg nur sehr wenig Kot an den Ringen. Ursache könnte das regnerische Wetter auf dem Zugweg oder aber ausreichende Möglichkeiten zum Waten in tiefem Wasser während der Überwinterung in Afrika gewesen sein. 


Der Haupteinflug der Ostzieher ist in vollem Gange

8. April 2020

 

Seit Sonntag hat nun auch uns die Hauptwelle der ostziehenden Störche erreicht. Die Anzahl der Rückkehrer ist in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen, wir dürften inzwischen schon bei deutlich über 60 Prozent des Vorjahresbestandes liegen. Besonders bemerkbar war das an Tagen mit südöstlichen Winden, so auch heute. Vieles muss sich an den Nestern jetzt erst noch sortieren, aber ich denke, dass wir während der Ostertage einen guten Überblick über die Rückkehrer bekommen werden. Bis dahin ist noch mit weiteren Neuankömmlingen zu rechnen, auch wenn der Wind nun auf westliche Richtungen dreht.

Die vorangegangene Auflösung des Zugstaus am Bosporus war indes längst nicht so vollständig wie anfangs vermutet. Etliche Störche haben dort den richtigen Moment für den Abflug verpasst. Das rächte sich jetzt. Nach den Regentagen rund um das Wochenende setzte ein heftiger Sturm aus Nordost ein, der den Weiterzug trotz Sonnenscheins bis heute verhinderte. Morgen wird das Wetter schon besser sein, und spätestens übermorgen sollten die letzten Großtrupps aufbrechen können. Auch die besenderten Fernzieher aus Tansania und Südafrika sind inzwischen am Übergang zwischen Asien und Europa angekommen. Insgesamt acht Senderstörche (einige sind auf der Karte unten verdeckt), und damit das letzte Drittel befindet sich momentan noch hier und sollte etwa ab dem 20. April bei uns eintreffen. Dann werden wohl auch schon die Vertreter der jüngsten Jahrgänge mit dabei sein, die bisher noch ohne Horstbindung gewesen sind. Auf der Ostroute sind das vor allem drei- und vierjährige Störche.

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Am Wochenende nur wenige neue Störche eingetroffen

Seit heute ist vermutlich die Vorjahresstörchin am Nest Schwaan II (Tannenberg) zurück. 5.4.20
Seit heute ist vermutlich die Vorjahresstörchin am Nest Schwaan II (Tannenberg) zurück. 5.4.20

5. April 2020

 

Auch an diesem Wochenende gab es erwartungsgemäß noch keinen verstärkten Einflug weiterer Weißstörche. Es ist noch nicht lange genug her, dass sich die Zugbedingungen über Südosteuropa spürbar verbessert haben. Die Mehrheit der zuvor etwa 10 Tage im Zugstau stehenden Störche ist aber inzwischen auf dem Weg über die Karpaten, sie werden dort jetzt gut vorankommen und im weiteren Verlauf der Woche auch bei uns zu erwarten sein. Senderstorch "Leon" schaffte heute rekordverdächtige 500 Kilometer und wird bereits morgen sein Nest bei Potsdam erreichen. Dagegen haben andere den richtigen Zeitpunkt für den Start am Bosporus versäumt. Sie stecken dort jetzt im nächsten Schlechtwettergebiet mit viel Regen und Sturm aus Nordost fest. Bis sie dann endlich aufbrechen können, werden sie vermutlich schon von den Fernziehern erreicht, die bald ebenfalls am Bosporus eintreffen sollten. Senderstorch HL437, der seinen Brutplatz in Altentreptow/MV hat, wird auf diese Weise am Bosporus etwa 2,5 Wochen unfreiwillige Rast absolviert haben.

In den letzten Tagen bei uns eingetroffen sind die jeweils ersten Störche in Pastow, Niendorf und am Nest Schwaan II. Dort gab es bisher nur einen gelegentlichen Horstbesucher, während jetzt offenbar das unberingte Weibchen der Vorjahre wieder da ist. Storchenfreundin D. Großmann, die das Nest seit etlichen Jahren ganz akribisch unter die Lupe nimmt, stellte beim Eintreffen heute Nachmittag - ebenso wie ich wenig später - gewohnte Verhaltensweisen fest, und fast keine Zeichen von Unsicherheit, obwohl zahlreiche Passanten direkt am Nest vorbeikamen. Nach langer Reise ruhte sich die Störchin erst einmal im Nest aus, was ja auch nur allzu verständlich ist. Nun fehlt dort noch das beringte Vorjahresmännchen DEH HN053.

Interessante Neuigkeiten gibt es auch von der jungen schwedischen Störchin, die sich einige Tage lang um einen Platz im Satower Nest bemüht hatte. Am 25. März war sie letztlich vom Satower Männchen vertrieben worden, bei dem dann wenige Tage später die "richtige" Partnerin kam. Da war SVS 2439 schon wieder in Schweden, und zwar genau in dem Nest im Süden des Landes, in dem sie im letzten Jahr den ersten zaghaften Versuch einer Brut begonnen hatte. Auch ihr letztjähriger Partner ist dort jetzt wieder, berichtete mir Petter Albinsson, der schwedische Projektleiter.


Einer von mehreren "Neuzugängen" der letzten Tage - auf Nahrungssuche nahe Lieblingshof, 4.4.20
Einer von mehreren "Neuzugängen" der letzten Tage - auf Nahrungssuche nahe Lieblingshof, 4.4.20

Neuer Nistmast für Bad Doberan

Optimistisch nach der erfolgreichen Mastaufstellung: G. Gernhöfer, A. Hornburg, J. Arenz. Foto: T. Sandhoff.
Optimistisch nach der erfolgreichen Mastaufstellung: G. Gernhöfer, A. Hornburg, J. Arenz. Foto: T. Sandhoff.

3. April 2020

 

Im vergangen Jahr hielten sich über längere Zeit mehrere Störche am Ortsrand von Bad Doberan auf. Nachts schliefen sie auf gekappten Bäumen und schienen dabei auch Interesse an einer Nistmöglichkeit zu signalisieren. Das war auch nachvollziehbar, denn die Wiesen der Conventer Niederung lagen praktisch in Sichtweite. Dort zeigten sich in den letzten Jahren häufiger einmal Weißstörche auf Nahrungssuche. Auf Initiative von Jochen Arenz, Bürgermeister von Bad Doberan, wurde nun heute ein "fertig eingerichtetes" Nest samt Nistmast aufgestellt. Mit von der Partie war auch wieder die Netzbetreiberfirma edis, die uns seit vielen Jahren im Weißstorchschutz unterstützt. Nun heißt es Daumen drücken und hoffen, dass auch tatsächlich ein Storchenpaar Interesse zeigt. Die Aufstellung ist auf jeden Fall noch rechtzeitig erfolgt, denn jüngere Störche, die bisher ohne Nestbindung sind, treffen ohnehin zumeist erst in der zweiten April-Hälfte und im Mai ein. Eine Garantie, dass der Mast auch tatsächlich besetzt wird, gibt es natürlich nicht, gerade auch in einer Zeit, in der sich der Weißstorchbestand bei uns seit Jahren im Sinkflug befindet.


Beringter Storch aus Mecklenburg-Vorpommern im Libanon abgeschossen

2. April 2020

 

Am gestrigen Mittwoch erreichte mich eine traurige Nachricht, die zugleich auch sehr wütend macht: ein höchst engagierter Ornithologe und Vogelschützer aus dem Libanon fand im Norden seines Landes einen aufgrund einer Schussverletzung schwer verletzten, beringten Weißstorch, der kurz darauf leider verendete. Er meldete die Ringnummer einem befreundeten Ehepaar, das wiederum mich informierte. Schnell war klar - es handelte sich um einen in Mecklenburg-Vorpommern geschlüpften Storch. Betreuerkollege F. Tetzlaff hat ihn 2018 im Tierpark Greifswald beringt.

Leider werden im Libanon in jedem Frühjahr und jedem Herbst immer noch in großer Anzahl streng geschützte Zugvögel abgeschossen, auch Weißstörche sind oft betroffen. Internationale Proteste und vor Ort die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord haben schon einiges in Bewegung gesetzt, unter anderem auch zum Erlass strengerer Gesetze beigetragen, aber der Weg bis zu einer wirklichen Verbesserung der Situation ist noch weit. Auch besenderte Weißstörche aus unterschiedlichen Ländern sind in den vergangenen Jahren schon Opfer der sinnlosen Schießerei geworden.


Das erste Ei im Biestower Webcam-Nest

1. April 2020

 

In der letzten Nacht (also vom 31. März auf den 1. April) dürfte die beringte Störchin im Biestower Webcam-Nest ihr erstes Ei gelegt haben. Jedenfalls deuten die kontinuierlichen Aufnahmen, die mir die Betreiber dankenswerterweise zur Verfügung stellen, genau darauf hin. Auch tagsüber ist das charakteristische Verhalten schon gut erkennbar - in regelmäßigen Abständen steht der brütende Storch auf und wendet das Ei, um sich dann wieder vorsichtig darauf niederzulassen. Da das allerdings noch nicht so konsequent wie normalerweise notwendig erfolgt und zwischenzeitlich auch einmal längere Zeit im Nest gestanden wird, haben die Störche das Brutgeschäft noch nicht voll aufgenommen. Dies wird sich spätestens übermorgen ändern, dann wird voraussichtlich das zweite Ei im Nest liegen. Durch den leicht verzögerten Brutbeginn wird erreicht, dass zumindest die beiden ersten Küken möglichst kurz nacheinander schlüpfen und anschließend der Größenunterschied nicht zu gravierend wird. Die weiteren Eier werden dann im Regelfall im Abstand von zwei Tagen gelegt. Das Biestower Storchenpaar hatte im letzten Jahr vier und im vorletzten Jahr fünf Eier bebrütet. Diese Entwicklung in Richtung erste Eiablage hatte sich in den letzten Tagen schon angedeutet. Das Nest wurde immer seltener unbewacht gelassen, die Anwesenheit der Altvögel hatte schon deutlich zugenommen. Von jetzt an sollte bis etwa 4 Wochen nach dem Schlupf der Jungen immer mindestens ein Altvogel am Nest zu beobachten sein. Der Zeitraum von der Paarfindung bis zum ersten Ei ist beim eingespielten Biestower Paar gegenüber den beiden Vorjahren mit zehn Tagen nahezu identisch. Da die Störchin in diesem Jahr aber acht Tage früher eintraf als 2019, wird auch der Nachwuchs entsprechend früher schlüpfen, und zwar etwa ab dem 3. Mai - so zeitig wie nie zuvor in den letzten 20 Jahren.


Unterwegs in Richtung Karpaten...

31. März 2020

 

Nach heutigem Stand sind im Altkreis Bad Doberan bisher 9 Horstpaare und 7 Einzelstörche eingetroffen. Bezogen auf die 40 Horstpaare und 2 Einzelstörche des Vorjahres sind das etwa 30 Prozent. Auch wenn in den letzten Tagen nicht mehr sehr viele Rückkehrer hinzugekommen sind, ist das der höchste Wert seit 2014. In Kürze werden die ersten Bruten beginnen bzw. könnte das z. B. in Groß Bölkow schon geschehen sein.

Für die kommenden Tage rechne ich allerdings mit einer "Durststrecke" und nur wenigen Neuankömmlingen. Das hängt mit dem lang anhaltenden Zugstau an den Südkarpaten bzw. vor allem am Bosporus zusammen. Dieser hat sich - wie vorhergesagt - seit gestern aufgelöst. Ein Schneefallgebiet ist aktuell noch im Süden Rumäniens unterwegs, danach bessern sich die Zugbedingungen deutlich. Die nachfolgende Karte zeigt, dass inzwischen auch die Fernzieher fast Anschluss gefunden haben. Der letzte Senderstorch dürfte heute das südliche Israel erreicht haben. Auch weiterhin rechne ich mit dem Haupteinzug der Weißstörche zu Ostern. Ist das dann besonders spät, fragt sich vielleicht mancher Storchenfreund? Nein, hier kann ich beruhigen. Wenn man alle bekannten Ankunftsdaten im Altkreis Bad Doberan seit 2007 zusammenrechnet, war der Median, also der Tag, an dem 50 Prozent der Störche eingetroffen sind, der 7. April. Der durchschnittliche Rückkehrtag für alle DBR-Störche liegt dagegen beim 11. April. Der erste Wert ist vielleicht nicht ganz mehr erreichbar, der zweite aber durchaus.

Wann gab es zuletzt ähnliche Zugstörungen auf der Ostroute? Terminlich sehr ähnlich liegt das Jahr 2013, als das Gros der Störche in den Karpaten, also nördlicher als in diesem Jahr, für etwa 10 bis 14 Tage aufgehalten wurde. Die große Welle traf dann zwischen dem 8. und dem 14. April ein. So erwarte ich es auch in diesem Jahr. Auch 2018 gab es einen kräftigen Wintereinbruch in den Karpaten, der sogar mit vielen Fällen von Zugumkehr verbunden war. Mancher wird sich an die bulgarischen Dorfbewohner erinnern, die sich mit großem Engagement um die auch durch Eisregen gefährdeten Störche kümmerten. Allerdings spielte sich das ganze Geschehen etwa eine Woche früher ab, sodass der Haupteinflug 2018 immer noch früh, vom 4. bis zum 8. April erfolgte. 

Aktuell sind noch 16 ostziehende Senderstörche unterwegs, fünf sind bereits am Ziel (dazu schon seit Wochen auch alle vier Westzieher). Die Verlustrate ist mit aktuell drei Störchen weiterhin erfreulich gering.

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Nicht jeder zurückgekehrte Storch ist an seinem Horst schon der richtige...

28. März 2020

 

Zu Beginn der Woche hat uns eine erste kleinere Welle an Rückkehrern erreicht. Erfreulich schnell füllte sich schon so manches Nest. Jetzt zeigt sich jedoch recht deutlich - längst nicht immer waren es schon die "richtigen" Störche, die einfach nur ihren angestammten Platz eingenommen haben. Es muss vielmehr eine ganze Reihe von Störchen gegeben haben, die zu uns kamen, ohne eine feste Horstbindung aus dem Vorjahr zu besitzen. Sie fielen auch unseren Horstbetreuern durch ungewöhnliches Verhalten auf, bauten z. B. das Nest nicht aus, hielten sich nur selten darauf auf oder zogen sogar nach einigen Tagen weiter. Derartige Störche hatten sich nach meiner Einschätzung u. a. in Schmadebeck, Gnewitz und Cammin eingefunden. Andere sorgten für Irritation, in dem sie sich kurzzeitig auf benachbarten Horsten zeigten  (so z. B. in Berendshagen, Heiligenhagen, Benitz, Hohen Gubkow und Pastow). Ein solche Abfolge von Wechseln ist eigentlich typisch für jede beginnende Storchensaison, doch fällt sie in Jahren einer kompakten, zusammenhängenden Rückkehr nicht so sehr auf. In diesem Jahr ist es anders, wir werden vermutlich mindestens bis Ostern auf die Rückkehr der meisten Störche warten müssen. Auch die neuesten Daten zeigen (noch) keine Wetterbesserung am Bosporus an. Außerdem gibt es auch in den Karpaten zurzeit sehr ungünstige Witterungsverhältnisse. Wenn wir die besenderten Störche zum Maßstab nehmen, hat seit einer Woche kein Storch mehr diese hohe Hürde überwunden. Alle hängen fest und warten auf besseres Wetter. Hier einmal in zusammengefasster Form ein Überblick über das Zugverhalten von 28 in Nord- und Ostdeutschland besenderten Altstörchen:

- 4 Westzieher (Überwinterung in Spanien/Marokko) haben ihre Horste zwischen dem 12.2. und dem 6.3. erreicht

- 3 Nahost-Überwinterer haben ihre Horste am 16.3. und am 17.3. erreicht

- 2 sehr frühe Ostzieher mit Überwinterung in der südlichen Sahelzone (Bereich Tschad/Sudan/Südsudan) haben ihre Horste am 20.3. und am 22.3. erreicht

- 13 Ostzieher mit Überwinterung in der südlichen Sahelzone halten sich zwischen Südrumänien und Nordsyrien auf (seit ca. 21.3. durch Zugstau an Karpaten und Bosporus aufgehalten)

- 3 Ostzieher mit Überwinterung in Tansania und Südafrika sind im Bereich des Golfs von Suez unterwegs

- 3 Ostzieher sind tot oder verschollen

Dieser Rückkehrer ist schon der "richtige" Storch: das jetzt zehnjährige Männchen DEH HC774 ist bereits seit 2016 auf dem Fienstorfer Horst zu Hause. 28.3.2020
Dieser Rückkehrer ist schon der "richtige" Storch: das jetzt zehnjährige Männchen DEH HC774 ist bereits seit 2016 auf dem Fienstorfer Horst zu Hause. 28.3.2020
Ganz und gar nicht der richtige Vogel hat sich dagegen auf dem Weißstorch-Horst Pankelow I niedergelassen. Vermutlich brütet die Partnerin der Nilgans im Grünbewuchs. 28.3.2020
Ganz und gar nicht der richtige Vogel hat sich dagegen auf dem Weißstorch-Horst Pankelow I niedergelassen. Vermutlich brütet die Partnerin der Nilgans im Grünbewuchs. 28.3.2020

Kein Vorankommen am Bosporus

26. März 2020

 

Vor zwei Tagen war ich noch relativ optimistisch, dass wir die Hauptmasse unserer Störche schon in den ersten Apriltagen bei uns begrüßen dürfen. Danach sieht es jetzt nicht mehr aus, die Wetteraussichten für die letzten rund 2.000 Kilometer haben sich leider deutlich verschlechtert. Zunächst wird es die zuletzt vorhergesagte Wetterbesserung am Bosporus so schnell noch nicht geben. Im Gegenteil - es ist jetzt bis einschließlich Sonntag mit Regenfällen zu rechnen. Vermutlich wird die große Masse dort rastender Störche, über die auch in den türkischen Medien schon berichtet wurde, noch länger pausieren und erst zu Beginn der nächsten Woche ihren Zug fortsetzen. Dann aber erwartet sie voraussichtlich auch in den Karpaten und später in Ost- und Mitteleuropa eine sehr kühle nordwestliche Strömung. Unter solchen Bedingungen würde der Zug erfahrungsgemäß noch bis zu zwei Wochen dauern. Dann wären wir schon bei Mitte April, was für eine erfolgreiche Brut gleichwohl immer noch rechtzeitig genug ist.

Bei uns sind in den letzten beiden Tagen auf den Nestern Schwaan II, Pastow, Bandelstorf und Benitz zurückgekehrte Störche beobachtet worden. Ob sie alle schon bleiben, muss noch abgewartet werden. Gerade zum Beginn einer Saison gibt es noch viele Wechsel und Veränderungen. Am Standort Schmadebeck II ist das Storchenpaar seit vorgestern nicht mehr gesehen worden. Eine Ursache könnte der Zustand des Nestes sein, das kürzlich bei einem starken Sturm zu einem Großteil heruntergestürzt ist und ein Loch aufwieß. Es war dort letzte Woche unter großem persönlichen Einsatz auch eine Notreparatur vorgenommen worden, aber jeder kann sich sicher leicht ausmalen, wie schwierig bis unmöglich derartige Aktionen unter den gegenwärtigen Ausnahmeverhältnissen zu organisieren sind. Da die Störche nur ein bzw. zwei Tage am Nest blieben, vermute ich, dass es noch gar nicht die "eigentlichen" Nestbesitzer gewesen sind. Von diesen wäre zu erwarten gewesen, dass sie sehr viel entschlossener und vor allem ausdauernder zu Werke gehen und ansonsten in unmittelbarer Nähe ein neues Nest bauen. Das ist jedoch nicht beobachtet worden, sie sind erst einmal spurlos verschwunden.


Erst Schneefall in den Karpaten - und dann freie Bahn über Osteuropa?

24. März 2020

 

Auch heute kann ich die Rückkehr weiterer Störche in unseren Betreuungsbereich DBR verkünden. Neu gemeldet wurden Rückkehrer in: Cammin (2. Storch), Fienstorf (1.) Gnewitz (1.) Hohen Gubkow (1.), Wendfeld (2.). Der bisherige Trend zu einer sehr frühen Rückkehr der ersten Ostzieher setzt sich also fort. Ein paar Zahlen mögen dies verdeutlichen: Ich sammle die Ankunftsdaten an den einzelnen Horsten kontinuierlich seit 13 Jahren, zum Teil gibt es auch noch weiter zurückreichende Daten. Von den bisher registrierten 15 ersten Störchen waren elf an ihrem konkreten Standort früher zurück als jemals zuvor dort von mir erfasst, von den neun zweiten Störchen stellten acht an ihrem Nest einen solchen Rekord auf. Dabei rechne ich lediglich zwei oder drei Störche der westlichen Route zu. Hat das von uns für 2019/20 als sehr gut eingestufte Nahrungsangebot in den afrikanischen Überwinterungsgebieten für eine gute Kondition und ein geringes Rastbedürfnis der stärksten und damit auch frühesten Weißstörche gesorgt? Fast könnte man es vermuten, denn weder die Zugbedingungen noch die Aufbruchdaten in Afrika fallen eigentlich besonders positiv auf.

Gleichwohl fehlen natürlich bei uns noch etwa 75 Prozent des Vorjahresbestandes. Wann können wir mit ihnen rechnen? Auch hier können wir mehrere Informationen miteinander vergleichen. Elf besenderte Altstörche bilden weiterhin eine sehr große Gruppe, die zurzeit von einem erneuten Wintereinbruch, dieses Mal an den Südkarpaten, aufgehalten wird. In Südrumänien, Bulgarien und im Nordwesten der Türkei herrschen aktuell vielfach Minustemperaturen und es schneit anhaltend. Dementsprechend wird erneit gerastet - zwei Störche sind schon in Europa, neun warten südlich des Bosporus bzw. am Marmara-Meer auf Wetterbesserung. Diese ist ab Donnerstag/Freitag zu erwarten. Die weiteren Aussichten sind dann - nach jetzigem Stand - störungsarm, insgesamt sogar recht vielversprechend. Wenn alles so kommt, wie es jetzt aussieht, wird der große Pulk in den ersten Apriltagen bei uns eintreffen. Übrigens sind diese Störche zum Großteil auch schon vor zehn Tagen beim Flug über den Golf von Suez beobachtet worden. Storchenbetreuerkollege H. Eggers war zu dieser Zeit vor Ort und zählte an einzelnen Tagen mehr als 15.000 Weißstörche! Die auf unserer Karte (s. u.) dargestellte Ballung scheint also keine statistische Zufälligkeit zu sein. Bis es soweit ist, rechne ich in den nächsten Tagen unter Hochdruckeinfluss und günstigen Windverhältnissen mit weiteren Frühheimkehrern, auch wenn auf unserer Karte erst einmal eine Lücke zu erkennen ist. Auf die drei besenderten Fernzieher, die jetzt wohl alle im Sudan sind, müssen wir dagegen noch einige Wochen länger warten.

Unter dem Strich rechne ich auch 2020 wieder mit einer frühen Paarbildung vieler Ostzieher. Das wäre gut für die Brutaussichten! Denn eine andere Statistik zeigt: Frühbrüter haben am Ende fast immer bessere Ergebnisse als Spätbrüter.   

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Sehr früher Einflug setzt sich fort

23. März 2020

 

Auf dem Schornsteinnest in Vorder Bollhagen ist heute der zweite Storch eingetroffen, der erste ist sogar schon zwei Wochen vor Ort. Wie im Vorjahr ist die Störchin beringt - es ist wieder SVS 2151, 2016 in Schweden aus dem Ei geschlüpft. (Foto: A. Hornburg).

Weitere Rückkehrer wurden uns heute gemeldet aus:

- Cammin (1.)

- Kröpelin (2.)

- Niekrenz (2.)

- Reinshagen (1.)

- Schmadebeck II (2.)

Eine aktuelle Übersicht über alle Nester und Rückkehrer gibt es im Menüpunkt "Aktuelle Karten".


Das erste Dutzend ist voll

22. März 2020

 

Erstaunlich rasch sind nun weitere Ostzieher bei uns eingetroffen, sodass wir zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits zwei Horstpaare (Groß Bölkow und Rostock-Biestow) und sieben Einzelstörche (Kröpelin, Schmadebeck II, Wendfeld, Grammow, Niekrenz, Satow, Kowalz) vermelden können. Während die ersten vier Störche, die zwischen dem 14. und dem 17. März eintrafen, vermutlich im Nahen Osten überwintert haben, dürften die danach zurückgekehrten Störche schon "originäre" Ostafrika-Überwinterer gewesen sein. Sie trafen alle an traditionell früh besetzten Nestern ein, etwa zeitgleich mit den beiden ersten Senderstörchen "Nobby" und "Sückau 2", die im Sudan bzw. Süd-Sudan überwintert haben. Das Dutzend voll macht die schwedische Störchin SVS 2439, die nach wie vor in Satow um einen Platz im Nest buhlt. Bisher ist das dortige Männchen noch abweisend, aber langsam scheint das Eis zwischen beiden zu schmelzen. Der Ausgang ist weiter offen.

In den kommenden Tagen ist für Mitteleuropa hoher Luftdruck, Sonnenschein und Ostwind vorhergesagt, sodass weitere Störche bei uns eintreffen werden. In der Türkei hat sich der Zugstau wie erwartet nach Wetterbesserung aufgelöst. Diese Störche - unter ihnen die Hauptmasse der Senderstörche - ist nun auf dem Weg zum Bosporus. 

Das Webcam-Nest Rostock-Biestow einmal aus anderer Perspektive. Seit dem 22.3. ist das Vorjahrespaar wieder komplett.
Das Webcam-Nest Rostock-Biestow einmal aus anderer Perspektive. Seit dem 22.3. ist das Vorjahrespaar wieder komplett.

Biestower Webcam-Storchenpaar wieder vereint

22. März 2020

 

Am heutigen Sonntag ist gegen Mittag ein zweiter Storch auf dem Webcam-Nest Rostock-Biestow gelandet. Dieser Storch ist links oben beringt - so wie das Weibchen der beiden Vorjahre. Beide Störche haben auf Anhieb miteinander harmoniert. Inzwischen hat die Ringablesung ergeben, dass das Biestower Storchenpaar von 2018 und 2019 nun wieder vereint ist.


Schwedische Wechselspiele in Satow

20. März 2020

 

Am Satower Storchennest zeigen sich in diesen Tagen interessante Wechselspiele, die sich aufgrund teilweise vorhandener Beringung ganz gut erklären lassen. Im Mittelpunkt steht ein unberingtes Männchen, das seit dem 16. März den Horst mehr oder minder dauerhaft besetzt. Wie schon berichtet, befand sich kurzzeitig die beringte schwedische Störchin SVS 1962 mit im Nest. Inzwischen wanderte sie allerdings wieder zurück an ihr Vorjahresnest in Groß Bölkow. Gestern nun standen laut Beobachtung der sehr aufmerksamen Anwohner zwei unberingte Störche auf dem Nest. Aber auch hier stimmte die Harmonie nicht so recht - er vertrieb sie letztlich mit Schnabelhieben. Heute nun erschien eine dritte Störchin, erkennbar an ihrer beidseitigen Beringung. Auch sie stammt aus Schweden, ist aber erst dreijährig. SVS 2439 wurde zumindest in Horstnähe und zeitweise sogar auf dem Nest geduldet. Wären es zwei Männchen, wäre dies ganz sicher nicht zu erwarten gewesen. Vielmehr hätte der Nestinhaber ziemlich sicher seinen Horst und das dazu gehörende Revier verteidigt - und zwar auf sehr eindeutige, auch aggressive Weise. Ich denke, das Männchen ist sich momentan unsicher, ob er nun dieses Weibchen akzeptieren soll. Die nächsten Tage werden es zeigen! Außerdem sollten wir im Hinterkopf behalten, dass das Satower Nest üblicherweise nicht so früh besetzt ist und Ringträger hier noch nie eine Rolle gespielt haben. Die eigentlichen Nestinhaber des Vorjahres (zumindest aber das Weibchen) werden vermutlich erst Ende März/Anfang April eintreffen. Dann wäre mit weiteren Kämpfen zu rechnen. 

Neu eingetroffen sind gestern der erste Storch in Niekrenz und heute der ebenfalls erste Storch in Kowalz. Sie kamen praktisch zeitgleich mit dem Senderstorch "Nobby" an, der heute als erster der in Afrika überwinternden Senderstörche seinen heimatlichen Horst in Loburg erreicht hat. Ich würde daher beide in die Kategorie "sehr früher ostziehende Afrika-Überwinterer" einordnen. 

Schwedische Störchin SVS 2439 auf einem Hausdach nahe dem Satower Storchennest. Foto: T. Schwerin, 20.3.20
Schwedische Störchin SVS 2439 auf einem Hausdach nahe dem Satower Storchennest. Foto: T. Schwerin, 20.3.20

Wintereinbruch im Inneren der Türkei verursacht Zugstau am Taurusgebirge

18. März 2020

 

Das Geschehen auf dem östlichen Zugweg ist weiterhin sehr differenziert. Eine erste Gruppe von drei besenderten Störchen (Nahost-Überwinterer) ist wie berichtet inzwischen an seinen Nestern angekommen. Zwei weitere Störche sind bereits in Polen. Es folgt eine kleinere "Zweier-Gruppe", die in etwa den Bosporus erreicht hat und von dort noch rund 10 bis 14 Tage benötigen wird. Sie haben noch Glück gehabt, denn hinter ihnen hat es im anatolischen Hochland einen ausgeprägten Wintereinbruch mit Minustemperaturen und viel Schnee gegeben. Das kommt alle paar Jahre einmal während der Hauptzugzeit vor und stoppt jetzt die Hauptgruppe der ziehenden Weißstörche. Dazu gehören insgesamt elf besenderte Störche aus Nord- und Ostdeutschland (siehe Karte unten, Stand überwiegend: 18.3.). Als Barriere ist das Taurusgebirge anzusehen, das unter diesen widrigen Bedingungen nicht überwunden werden kann. Dementsprechend kommt es jetzt besonders im äußersten Süden der Türkei zu einem Zugstau. Aber auch in Syrien, im Libanon und in Israel rasten Störche, die auf günstigere Zugbedingungen warten. Diese sind ab dem Wochenende zu erwarten. Für uns hat das die Folge, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit einen im Vergleich zu den beiden letzten, "frühen" Jahren leicht verzögerten Einflug der meisten Störche in ihre Brutgebiete geben wird. Ich rechne mit ihnen nach jetzigem Stand zwischen dem 5. und dem 15. April. Schließlich sind auch die drei Störche, die den weitesten Weg vor sich haben, aufgebrochen. Noch ist der Weg zum Golf von Suez für sie aber weit.

Bei uns gibt es unterdessen auch Neuigkeiten. Das Storchenpaar, das vorgestern aus Satow gemeldet wurde, hat sich offenbar getrennt. Vermutlich hat man sich nicht sehr gut verstanden. Während sie heute früh auf ihrem Vorjahresnest in Groß Bölkow stand, scheint er sich noch nicht endgültig entschieden zu haben. Möglicherweise ist dies auch davon abhängig, wo er ein brutbereites Weibchen findet.

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Zugverkürzung - ein neuer Trend jetzt auch auf der Ostroute?

17. März 2020

 

Alle drei besenderten Störche, die in Israel bzw. auf dem Sinai überwintert haben, sind gestern bzw. heute in ihren Brutgebieten in Nord- bzw. Ostdeutschland eingetroffen bzw. stehen wenige Kilometer davor. Außerdem sind in unserer Nachbarregion weitere Störche als Rückkehrer festgestellt worden (Kneese/RDG und Poppendorf/RDG, jeweils vorgestern). Und dann ist da noch die beringte Störchin in Satow, die gestern eingetroffen ist und auch schon einen Partner hat. Anke Hornburg hat heute früh ihren Ring ablesen können. Es handelt sich um die schwedische Störchin SVS 1962, die 2017 und 2018 Brutstörchin in Bandelstorf war und 2019 nach Groß Bölkow gewechselt ist. Von ihr aber haben wir eine Ablesung von Anfang Februar 2018, und zwar aus Sharm-el-Sheikh/Sinai. Sie wird dort damals vermutlich überwintert haben, und es liegt auf der Hand, dass das jetzt wieder so gewesen ist. Alle diese Beobachtungen zusammengenommen, könnte man die These formulieren, dass auch auf der Ostroute eine Form der Zugverkürzung begonnen hat, die in diesem Jahr - unter wahrscheinlich günstigen Zugbedingungen - erstmals klarer erkennbar ist. Um das sicherer beurteilen zu können, bräuchte man Überwinterungszahlen aus dem Nahen Osten. Die aber sind zumindest mir momentan nicht bekannt.

Der Loburger Senderstorch "Nobby" ist dann der erste "echte" Ostzieher, der in Kürze sein Nest erreichen wird. Er hat im Südsudan überwintert. Morgen oder übermorgen wird er voraussichtlich den Storchenhof Loburg erreichen. Das ist dann auch noch ungewöhnlich früh. Schauen wir uns die übrigen Senderstörche auf der Ostroute an, so ist die Masse zurzeit in Israel bzw. in Syrien und in der Türkei. Diese Störche werden je nach Wetterlage noch zwei, eher sogar drei Wochen benötigen, um ihr Ziel zu erreichen. Dementsprechend rechne ich auch bei uns in den nächsten Tagen mit weiteren, einzelnen Rückkehrern. Ende März und Anfang April wird es dann voraussichtlich den Haupteinflug geben. Unvorhergesehene, längere Schlechtwetterphasen oder gar Wintereinbrüche in den Karpaten würden zu einer Verzögerung führen. Sehr erfreulich ist die weiterhin sehr geringe Ausfall- bzw. Verlustquote unter den Senderstörchen - hoffen wir, dass es so bleibt.

Satow, 17.3.2020. Foto: A. Hornburg. Links im Bild: schwedische Ringstörchin SVS 1962.
Satow, 17.3.2020. Foto: A. Hornburg. Links im Bild: schwedische Ringstörchin SVS 1962.

Weitere Störche eingetroffen

16. März 2020

 

Nach dem ersten Rückkehrer in Biestow sind in unserem Betreuungsgebiet inzwischen weitere Störche zurückgemeldet worden: am 15.3. je ein Storch in Kröpelin und Berendshagen sowie am heutigen Montag gleich zwei Störche in Satow, darunter offenbar eine an beiden Beinen beringte Störchin.

Jetzt wird aufgeräumt - der Biestower Storch im Kampf mit dem Grünbewuchs. 16.3.20
Jetzt wird aufgeräumt - der Biestower Storch im Kampf mit dem Grünbewuchs. 16.3.20

Der erste Storch am Biestower Webcam-Nest ist da!

14. März 2020

 

Am heutigen Samstag traf in den Mittagsstunden am Webcam-Nest in Rostock-Biestow ein unberingter Storch ein. Er hat nach kurzer Erholungsphase mit dem "Aufräumen" im Nest begonnen und steht auch nach Einbruch der Dunkelheit noch im Nest. Ganz offensichtlich kennt er sich hier aus. Auch anhand der Ankunftsdaten der letzten Jahre (20.3.18 bzw. 19.3.19) würde ich ziemlich sicher davon ausgehen, dass es das zurückgekehrte Vorjahresmännchen ist. Wenn man berücksichtigt, dass drei nord- und ostdeutsche Senderstörche, die in Israel bzw. auf dem Sinai überwintert haben, bereits in Kürze ihre Brutnester erreichen werden, vermute ich, dass auch unser Biestower Storch in dieser Region, also im Nahen Osten und nicht in Afrika überwintert. Für einen erfahrenen Westzieher mit fester Horstbindung wäre er dagegen gerade in diesem Jahr deutlich zu spät dran. Auf seine Partnerin wird er nun vermutlich noch mindestens zwei Wochen warten müssen. 2018 und 2019 war das jeweils die beringte Störchin DEH H9835, Jahrgang 2010. Allerdings hatte unser Storchenmännchen im Vorjahr noch vor dem Eintreffen seiner Partnerin ein kurzes "Techtelmechtel" mit einer jungen, in Schweden beringten Störchin. Als die "Richtige" kurze Zeit eintraf, war die Schwedin schnell verschwunden.

Unterdessen wurde der Horstbesucher, der Anfang der Woche nacheinander in Fienstorf, Petschow und Broderstorf auf dem Nest festgestellt worden war, in der Zwischenzeit nicht mehr beobachtet. Er scheint weitergezogen zu sein. 

Webcam-Bild, 14.3.2020, 12:39 Uhr. Quelle: https://webcam.biestow-info.de/
Webcam-Bild, 14.3.2020, 12:39 Uhr. Quelle: https://webcam.biestow-info.de/

Ein Storch auf dem Petschower Nest

9. März 2020

 

Erster Storch in Petschow gesichtet. Auch hier stellt sich die Frage: ein ernsthafter Interessent oder ein Durchzieher auf Besuch?

 

UPDATE 10. März 2020

Auch aus dem Nest Broderstorf I wurde gestern ein Storch gemeldet. Da der Ankömmling von Sonntag in Fienstorf wieder weg ist und die Orte Fienstorf, Broderstorf und Petschow sehr dicht beieinander liegen, verstärkt sich der Verdacht, dass es sich um ein und dasselbe Individuum handelt. Das Verhalten wäre so zu deuten, dass dieser Storch einen Partner/eine Partnerin sucht und dazu erst einmal verschiedene Nester der Umgebung inspiziert. Er dürfte neu in der Region sein, im letzten Jahr gab es östlich von Rostock keinen Brutstorch mit frühem (Westzieher-) Ankunftsdatum. Es ist durchaus möglich, dass er nach einigen Tagen wieder weiterzieht.

 

 

Foto: M. Schwart.
Foto: M. Schwart.

Aktuelles von den Senderstörchen auf dem Zug - weitere Störche bei uns beobachtet

8. März 2020

 

Es gibt wieder Neuigkeiten vom Frühjahrszug der Störche! Unsere Karte ist bunter geworden. Das hängt damit zusammen, dass nunmehr auch der NABU Hamburg die Zugdaten seiner im letzten Jahr besenderten Altstörche öffentlich macht (https://hamburg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/weissstorch/besenderungsprojekt/index.html). Einer von ihnen ist Westzieher, die anderen fünf sind auf der Ostroute unterwegs (wobei ein Hamburger Senderstorch wohl leider verschollen ist). Ihre Positionen sind in der Farbe lila markiert. Was lässt sich sagen?

- Die vier Altstörche, die in Spanien bzw. Marokko überwintert haben, sind alle bereits an ihren Nestern eingetroffen. Das passt ins Bild - die bruterfahrenen Westzieher sind generell fast alle schon an ihren Nestern.

- Auf der Ostroute haben drei Senderstörche in Israel bzw. auf dem Sinai überwintert. Sie sind alle jeweils sehr zügig unterwegs und werden vermutlich schon zur Monatsmitte an ihren Nestern in Nord- und Ostdeutschland eingetroffen sein. Das ist für Ostzieher ganz ungewöhnlich. In den letzten Jahren war zumeist auf die in Afrika überwinternden Ostzieher "gewartet" worden.

- Bei den Störchen, die in Ostafrika überwintert haben, gibt es offenbar eine viel stärkere zeitliche Spreizung als 2019. Loburg-Storch "Nobby" erreichte heute bereits den Bosporus, obwohl er im Südsudan überwintert hat. Er ist außerordentlich schnell unterwegs und rastet vor allem sehr selten. Auch der Sude-Storch "Sückau 2" ist sehr gut vorangekommen und aktuell bereits in der Türkei. Auch er hat kaum Pausen eingelegt.

- Senderstorch "Gustav" aus Schleswig-Holstein war am Samstag (6.3.) am Golf von Suez. Das ist für ihn vergleichsweise spät (Vergleichsdaten: 7.3.14, 21.2.15, 28.2.16, 4.3.17, 3.3.18, 3.3.19). Aber ich denke, er wird dennoch wieder Ende März an seinem Horst eintreffen.

- Die Masse der ostziehenden Senderstörche lässt es beim Zug nilabwärts dagegen recht gemächlich angehen. Ich würde meinen, dass die meisten ein paar Tage später als im letzten Jahr dran sind. Viele dürften zurzeit im Norden des Sudan sein. Gerade von dort gibt es leider nur selten aktuelle Daten, sodass unsere Karte zum Teil schon etwas veraltete Positionen anzeigt. Die spannende Frage wird nun sein - verzichten auch diese Störche auf längere (nicht witterungsbedingte) Unterbrechungen des Zuges? Sie alle hatten gute bis sehr gute Überwinterungsbedingungen. Ich denke allerdings nicht, dass diese Störche es noch bis Ende März nach Mitteleuropa schaffen. Aber für die erste Aprilhälfte sollte es allemal reichen.

- Drei der Senderstörche werden mit ziemlicher Sicherheit erst Ende April oder Anfang Mai bei uns eintreffen. Sie rasten noch in Tansania bzw. sind (Sude-Störchin "Gudow") erst sehr spät in Südafrika aufgebrochen.

 

Aus unserem Betreuungsgebiet gibt es von diesem Wochenende weitere Beobachtungen:

- gestern, 7.3.: 3 Störche nahrungssuchend bei Wiendorf

- heute, 8.3.: erster Storch auf dem Horst in Fienstorf - ein Besucher auf der Durchreise oder ein ernsthafter Interessent? Die nächsten Tage werden es zeigen.

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-SH; lila: NABU-HH,schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Erneut Nilgans-Besuche: Webcam in Rostock-Biestow wieder online

4. März 2020

 

Seit drei Tagen ist die Webcam am Storchennest in Rostock-Biestow wieder aktiv. Und jetzt zeigt sich, dass die Nilgänse, von denen ich schon Anfang Februar berichtet hatte, offenbar immer noch Interesse am Nest haben. Sie erschienen vorgestern, gestern und heute für jeweils etwa drei Minuten auf dem Nest, um dann wieder abzufliegen. So lange sie nur so kurz bleiben und vor allem keine Brut beginnen, sollte es der erste zurückkehrende Storch nicht sehr schwer haben, sich durchzusetzen. Der hohe Bewuchs im Nest ist übrigens kein Grund zur Sorge - die aufgrund des ausgefallenen Winters besonders üppig gewachsenen Pflanzen halten zurückkehrende Störche nicht davon ab, ihr Vorjahresnest wiederzubesetzen und dann auch auszubauen.

Unterdessen sind in allen angrenzenden Altkreisen (NWM, GÜ und NVP) Störche auf ihren Horsten eingetroffen. Nur bei uns ist in dieser Hinsicht noch nichts passiert. Im letzten Jahr war Reinshagen zuerst besetzt, und zwar ab 13. März.


Erste Weißstorchsichtung bei uns

25. Februar 2020

 

Am gestrigen Montag ist nun auch in unserem Betreuungsgebiet ein Weißstorch gesichtet worden. Eine Ornithologin beobachtete ihn im Flug westlich des Rostocker Zoos. Ob er dort vielleicht Station gemacht hat, lässt sich bisher nicht sagen. Jedenfalls scheint es nicht das Männchen vom Webcam-Nest in Rostock-Biestow zu sein, das in den letzten Jahren immer um den 20. März an sein Nest zurückkehrte. Dort war heute kein Storch zu entdecken, der hohe Grünbewuchs wirkt weiterhin unberührt. Immerhin gibt es seit einiger Zeit auch keine Nilgans-Beobachtungen mehr auf dem Nest. Die zwischenzeitlichen Interessenten werden sich jetzt wohl woanders nach einem geeigneten Nistplatz umsehen.

Unterdessen dürften die meisten der besenderten Weißstörche aus Nord- und Ostdeutschland ihren Zug inzwischen begonnen haben. Im Bereich des Sudan sind die täglichen Zugstrecken zumeist aber noch recht kurz und es werden häufig Zwischenstopps eingelegt. Etwa zum Wochenende dürften die ersten dieser Störche den Golf von Suez erreichen. Schon wesentlich weiter ist Senderstorch "Jonas", der aber ja auch in Israel überwintert hat. Gestern überquerte er das mehr als 3.000 Meter hohe Taurusgebirge und ist jetzt im Inneren der Türkei unterwegs. Ich denke, er wird spätestens übermorgen am Bosporus eintreffen, so früh wie noch nie. Dort allerdings wird dann meistens noch eine längere Rast eingelegt, bevor es weiter geht zum Nistplatz im Drömling/Sachsen-Anhalt. Bereits sein Ziel erreicht hat der Senderstorch "Niendorfer". Er hatte in Marokko überwintert und traf heute an seinem heimischen Nest in Niendorf/Amt Neuhaus ein. Für die Westzieher ist der Zug wesentlich kürzer und auch ungefährlicher als für die Ostzieher. Die nachfolgende Karte zeigt die aktuelle Verteilung, wobei manche Störche allerdings einige Zeit nicht gesendet haben.

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schl.-Holst.; schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schl.-Holst.; schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Ein seltener Wiederfund

19. Februar 2020

 

Heute erreichte mich eine wirklich seltene Wiederfundmeldung. Im Jahre 2007 waren im Rostocker Zoo in den damals noch besetzten beiden Wildstorchnestern insgesamt sieben Jungstörche mit ELSA-Ringen markiert worden. Einer von ihnen erhielt die Ringnummer H5529. Dieser Vogel tauchte vier Jahre später, Anfang Mai 2011, nahrungssuchend in Südfinnland auf, wohin es Weißstörche nur höchst selten verschlägt. Ein aufmerksamer Beobachter machte einige schöne Fotos und stellte sie dankenswerterweise zur Verfügung. Eines davon habe ich hier noch einmal herausgesucht. Sechs Jahre später wurde H5529 im Norden Litauens während der Nahrungssuche abgelesen. Und genau an gleicher Stelle ist er Ende Mai 2019, also mitten in der Brutzeit, erneut abgelesen worden - dieses Mal als "wahrscheinlicher Brutvogel". In einem Alter von 12 Jahren ist dieser Status auch auf jeden Fall anzunehmen. Die Zuordnung zu einem Nest ist vermutlich auch deshalb schwer, weil es in Litauen eine extrem hohe Weißstorchdichte gibt, wahrscheinlich sogar weltweit die höchste in einem Land. Während der letzten Bestandserfassung zu Beginn der 2010er Jahre wurden dort schätzungsweise 19.500 Horstpaare festgestellt. Umgerechnet liegt die Storchendichte bei etwa 30 Horstpaaren pro 100 km² und damit etwa zehn Mal so hoch wie bei uns in Mecklenburg-Vorpommern!  

Der 2007 in Rostock beringte Weißstorch H5529 - 2011 auf Nahrungssuche in Südfinnland, Foto: J. Lepistö.
Der 2007 in Rostock beringte Weißstorch H5529 - 2011 auf Nahrungssuche in Südfinnland, Foto: J. Lepistö.

Aufbruchstimmung in Afrika

17. Februar 2020

 

Die letzten Daten der besenderten Störche aus Nord- und Ostdeutschland in ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zeigen es an: etliche Störche sind in Aufbruchstimmung, Zugunruhe macht sich breit. Dabei muss man sich den Heimzug in die mitteleuropäischen Brutgebiete nicht als eine kontinuierliche Abfolge gleich langer Streckenabschnitte vorstellen. Wann ein Storch zieht, wann er einen kurzen Zwischenstopp einlegt oder sogar einige Tage pausiert und wie schnell er vorankommt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Neben Wind und Wetter spielen auch die Beschaffenheit der zu überwindenden Strecken, das Nahrungsangebot und nicht zuletzt das Verhalten von zugerfahrenen Artgenossen eine große Rolle. Auf dem afrikanischen Kontinent, im Nahen Osten, in der Türkei und auch noch in Südosteuropa erfolgt der Zug in großen Trupps, die am Abend auch gemeinsam nach geeigneten Schlafplätzen Ausschau halten. In etwa zehn bis 14 Tagen dürften die ersten Störche, die im Sudan überwintert haben, den Golf von Suez erreicht haben. Von dort aus sind es dann noch etwa vier Wochen bis an die heimischen Nester.

Zurzeit registrieren wir bei folgenden Störchen deutliche Zugbewegungen:

- "Nobby" (Storchenhof Loburg/Sachsen-Anhalt): hat im Südsudan überwintert und war heute Abend bereits nordöstlich von Khartum, der Hauptstadt des Sudan

- "Rolando" (Sachsen-Anhalt): hat in der West-Darfur-Region überwintert und ist zunächst in Richtung Osten aufgebrochen

- "Sückau 2" (Sude-Projekt/Amt Neuhaus): ist etwas nördlicher als "Rolando" Richtung Nil unterwegs, aber gleiches Überwinterungsgebiet

- "Gudow" (Sude-Projekt/Mecklenburg-Vorpommern): Störchin war fast am Indischen Ozean, nahe Kapstadt/Südafrika, ist bereits über 1.000 Kilometer nach Nordosten gezogen

- "Jonas" (Drömling/Sachsen-Anhalt): ist von Israel in den Libanon gezogen - hoffentlich zieht er bald weiter

Bei allen übrigen "afrikanischen" Senderstörchen sind noch keine eindeutigen Zugbewegungen feststellbar. Gleich drei besenderte Störche dürften in Kenia und Nord-Tansania auf der Spur der großen Heuschreckenschwärme sein ("Pretener", "Mose" und "HL440").

Von den in Marokko bzw. Südspanien überwinternden Senderstörchen aus Nord- und Ostdeutschland ist Hans-Albert bereits vor einigen Tagen an seinem Nest in Vaale/Schleswig-Holstein eingetroffen. Der Storch "Niendorfer"

aus dem Sude-Projekt ist in Südostfrankreich angelangt, "Ursula" aus dem Loburg-
Projekt/Brutstörchin in NRW/ von Süd- nach Zentralspanien gezogen. Jungstorch "Waldemar" rastet auf einer Deponie bei Sevilla.

In unserem Betreuungsgebiet sind noch keine Weißstörche gesichtet worden.


In Mecklenburg-Vorpommern sind die beiden ersten Störche zurückgekehrt

8. Februar 2020

 

Jetzt sind auch die beiden ersten Störche des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern an ihren Nestern eingetroffen. Es handelt sich dabei um Standorte, die in den letzten Jahren immer sehr früh besetzt waren. Der erste Storch in  Güstrow wurde am erstmals am 4. Februar beobachtet, sein "Kollege" in Belitz sogar schon zwei Tage früher. Ihm stattete ich heute einen Besuch ab und traf ihn auch auf seinem Horst ruhend an (siehe Foto). Schon seit vielen Jahren ist der Belitzer Storch immer einer der ersten im Lande. Auch wenn er unberingt ist, dürfte es sich angesichts dieser Auffälligkeit um immer das gleiche Individuum handeln. Er zieht mit Sicherheit nicht sehr weit weg und müsste inzwischen schon ein für Weißstörche sehr hohes Alter erreicht haben.


Nilgänse und Heuschrecken

4. Februar 2020

 

Anfang Februar beginnt für viele Weißstörche der Heimzug in ihre Brutgebiete. Viele Westzieher, die zu einem großen Teil in Spanien überwintern, haben sich bereits auf den Weg gemacht und werden in den nächsten Wochen nach und nach an ihren Nestern eintreffen. Angesichts eines sehr milden Winters sind in unseren Nachbarbundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen bereits etliche Rückkehrer registriert worden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern kann jeden Tag mit der Ankunft des ersten Storchs gerechnet werden. Im Altkreis Bad Doberan ist nur ein einziges Mal in den letzten zwölf Jahren ein dauerhafter Rückkehrer schon im Februar an seinem Nest eingetroffen. Wir müssen uns also noch etwa vier bis sechs Wochen gedulden, bevor auch bei uns die neue Storchensaison beginnt. Bis dahin sind hoffentlich auch die Nilgänse wieder verschwunden, die sich in letzter Zeit mehrfach auf Storchennestern blicken ließen. Zuletzt wurden sie über mehrere Tage im Webcam-Nest Rostock-Biestow gesichtet. Ich selbst bekam sie allerdings noch nicht vor die Foto-Camera. Bisher sind Nilgänse östlich der Elbe noch längst nicht so stark verbreitet wie im Westen. Aus dem Großraum Rostock sind erst vereinzelte Bruten bekannt. Grundsätzlich aber nutzen Nilgänse auch Storchennester und sind besonders nach erfolgter Eiablage sehr robust bei der Verteidigung ihres Geleges. Da die Küken der Nilgänse Nestflüchter sind, beanspruchen sie ihre Brutplätze wesentlich kürzer als etwa Weißstörche. In Rostock-Biestow stünde notfalls ein Ausweichnistmast zur Verfügung, auf dem die Störche bis 2006 brüteten. Damals sorgten brütende Stockenten für den Umzug an den jetzigen Standort.

 

Auch in der Osthälfte Afrikas, wo die große Mehrheit unserer Störche den Winter verbringt, wird in Kürze der Frühjahrszug beginnen. Die unten folgende Karte verdeutlicht die aktuelle Verteilung der in Nordostdeutschland besenderten Weißstörche. Der NABU Schleswig-Holstein hat mitgeteilt, dass Senderstorch „Michael“, der fast zehn Jahre lang Daten übermittelte, leider im Dezember im Tschad verendet ist. Die meisten der besenderten Störche haben auch diesen Winter weit nördlich verbracht. Angesichts ungewöhnlich hoher Niederschlagsmengen war dies nicht verwunderlich. Das Nahrungsangebot dürfte im gesamten Überwinterungsgebiet 2019/20 sehr gut gewesen sein.

 

Ein großes Thema sind momentan die Heuschreckenschwärme, die aus Äthiopien, Somalia und jetzt auch Kenia gemeldet werden. Es handelt sich dort um die massivste Vermehrung seit 25 Jahren. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rechnet mit verheerenden Folgen für die Ernährungssituation der Landbevölkerung in den inzwischen großflächig betroffenen Regionen. Auch muss mit einer weiteren Ausbreitung in Richtung Uganda und Südsudan gerechnet werden. Gleichzeitig kommt es zu einem massiven Einsatz von Pestiziden, die zumeist von Flugzeugen aus versprüht werden. Für die Weißstörche sind die vielen Heuschrecken sehr begehrte Nahrungstiere, denen sie gerne folgen. Andererseits werden sie durch den Gifteinsatz gegen ihre Beutetiere auch prinzipiell bedroht. Über die genauen Folgen herrscht unter den Wissenschaftlern Uneinigkeit. Aktuell halten sich mindestens zwei besenderte Störche im Einzugsgebiet der Heuschreckenschwärme auf (ein Storch des „Sudewiesen“-Projekts in Nord-Kenia und ein Loburger Jungstorch in Ost-Äthiopien). Bisher scheint es ihnen gut zu gehen.

 

Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schl.-Holst.; schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.
Quelle: www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html; Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün/gelb: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schl.-Holst.; schwarz: Storch tot. Kartengrundlage: Google Maps.

Jahresbericht 2019 liegt vor

 

 

 

 

 

9. Januar 2020

 

Der Jahresbericht über die Weißstorchsaison 2019 im alten Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock liegt vor und kann  hier heruntergeladen werden.