Aktuelle Meldungen


Ein Wintergast unterwegs bei Ziesendorf

Beobachtungen von Weißstörchen in den letzten 14 Tagen lt. Beobachtungsportal www.ornitho.de
Beobachtungen von Weißstörchen in den letzten 14 Tagen lt. Beobachtungsportal www.ornitho.de

6. Dezember 2021

 

Wie es aussieht, hält sich seit einigen Tagen ein Weißstorch in unserer Region auf. Er wurde mehrfach im Bereich Nienhusen/Ziesendorf/Buchholz gesichtet. Dabei ist noch unklar, ob es sich um einen Alt- oder einen Jungstorch handelt. Möglicherweise ist das Individuum identisch mit einem diesjährigen Storch, der sich etwa zwei Wochen lang in der Umgebung von Tribsees/NVP aufhielt, dort jetzt aber seit etwa einer Woche nicht mehr gesehen wurde. Besorgte Anrufer erkundigten sich, ob der Storch in Gefahr sei und ob man etwas für ihn tun könne. Da konnte ich beruhigen - so lange wir keine großen Schneehöhen und zugefrorene Bäche haben, findet ein gesunder Storch für sich selbst auch im Winter genug Futter. Sollte es doch deutlich winterlicher werden, ist er in der Lage, in wärmere Gefilde auszuweichen. Während es bei uns bisher nur sehr selten einmal überwinternde Weißstörche gibt, ist dies in vielen anderen Teilen Deutschlands seit einigen Jahren weit verbreitet. Die aktuelle Verbreitungskarte von ornitho.de zeigt dies deutlich. 


Ansiedlungen unserer Störche in nah und fern

3. Dezember 2021

 

Ich nutze die ereignisarme Wintermonate, um einmal einen Überblick über die Brutplätze der bei uns im alten Landkreis Bad Doberan beringten Weißstörche zu geben. Eingetragen habe ich alle 29 Individuen, die entweder 2020 oder 2021 (bzw. in beiden Jahren) als Brutvögel nachgewiesen wurden. Nur fünf von ihnen siedelten sich in unserem Betreuungsgebiet an, deutlich mehr waren es im alten Nachbarlandkreis Nordvorpommern (8) und ebenfalls fünf im alten Landkreis Güstrow. Zwei wurde im alten Landkreis Ludwigslust und einer im alten Landkreis Demmin abgelesen. Außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern kamen Rückmeldungen aus Schleswig-Holstein (3) und Brandenburg (1). Ins Ausland zog es vier Brutstörche: nach Polen (2), in die Niederlande (1) und nach Litauen (1). Die beiden letzten Einträge sind auf der Karte unten zu erkennen.   

Brutstörche mit Herkunft/Beringung in DBR 2020/2021. Kartengrundlage: Google Maps
Brutstörche mit Herkunft/Beringung in DBR 2020/2021. Kartengrundlage: Google Maps

Ein Blick auf die Senderstörche

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

21. Oktober 2021

 

Auch in diesem Winterjahr möchte ich wieder einen Überblick über das Zug- und Rastverhalten von insgesamt 33 besenderte Weißstörchen geben. 29 von ihnen starteten im Spätsommer in Nord- und Ostdeutschland, vier in Dänemark. Unter ihnen befanden sich anfangs sechs diesjährige Störche. Leider leben von ihnen aktuell nur noch vier. Die beiden übrigen sind ebenso wie zwei Altstörche des Hamburger Projekts auf dem Herbstzug ums Leben gekommen. Brutstörchin "Regina" (NABU Hamburg) wurde dabei Opfer einer Windkraftanlage bei Bremen, in zwei weiteren Fällen starben die Störche (in Polen und in der Türkei) an Stromleitungen. Die aktuelle Karte verrät uns, dass sechs Störche auf der Westroute unterwegs sind, fünf davon halten sich zurzeit in Spanien auf, der sechste in Marokko. Auf der Ostroute war wieder der Tschad das Hauptziel der ersten Zugetappe. Dabei fiel auf, dass in diesem Jahr Rastplätze bevorzugt wurden, die nördlicher und auch östlicher als in den Vorjahren liegen. Dies korrespondiert mit den dort verstärkt aufgetretenen Niederschlägen während der Regenzeit im August/September. Mittlerweile sind fast alle dort eingetroffenen Störche schon wieder auf Ostkurs - früher als 2019/20 und 2020/21. Die seit Juli gefallenen Niederschlagsmengen sind im Tschad in etwa durchschnittlich, nur im Osten des Landes höher als üblich. Genau dort und im angrenzenden Südwesten des Sudan scheinen sich jetzt besonders viele Weißstörche aufzuhalten. Es ist eine spannende (und zugleich auch wichtige) Frage, ob sie dort auch in den kommenden Monaten genügend zu fressen finden oder - zumindest zum Teil - nach Ost- bzw. Südafrika weiterziehen.

Senderstorch "Jonas" überwintert dagegen wie schon seit Jahren in Israel, während drei weitere besenderte Weißstörche erst im Oktober den Golf von Suez überquert haben und jetzt zu ihren Artgenossen im Sudan und im Tschad unterwegs zu sein scheinen. Schließlich haben sich die beiden Hamburger Senderstörchinnen "Mimi" und "Ombeni" als erstes Etappenziel gegen den Tschad und für den Osten des Sudan entschieden.