Aktuelle Meldungen 2024


In Mecklenburg-Vorpommern sind die ersten Störche zurückgekehrt

Belitz bei Teterow/GÜ, 11. Februar 2024
Belitz bei Teterow/GÜ, 11. Februar 2024

11. Februar 2024

 

Nun sind auch in Mecklenburg-Vorpommern die ersten Störche aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgekehrt. Wer in diesem Jahr die "Nase vorn hatte", steht noch nicht genau fest. Ein Kandidat traf am 7. Februar in Alt Brenz/LWL ein, den zweiten konnte ich heute auf seinem Nest in Belitz/GÜ ablichten. Er ist vermutlich sogar schon einige Tage länger zurück. Da er wie sein Kollege in Alt Brenz unberingt ist, wissen wir leider nicht, wo er die letzten Monate verbracht hat. Wenn nicht alles täuscht, ist dieses Individuum schon sehr alt. Jedenfalls meldet Belitz nun schon seit mindestens 16 Jahren einen extrem frühen Rückkehrer. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass es sich um unterschiedliche Individuen handelt, die zufälligerweise das gleiche, sehr auffällige Verhalten aufweisen. In unserem Betreuungsgebiet rechnen wir ab Anfang März mit den ersten Rückkehrern. Auch das ist nun nicht mehr lange hin. Dagegen sind in den benachbarten Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen schon zahlreiche Weißstörche an ihren Nestern eingetroffen. Auch zwei westziehende Senderstörche ("Alexander" und "Porrentruy") werden in Kürze in Hamburg bzw. in der Nähe von Stade/Niedersachsen an ihren Brutplätzen zurück sein.


Wenig Neuigkeiten von den besenderten Störchen

21. Januar 2024

 

Von den adulten besenderten Störchen aus Nord- und Ostdeutschland sowie Dänemark, über deren Zug und Überwinterung wir an dieser Stelle regelmäßig berichten, gibt es momentan nur sehr wenige Neuigkeiten. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Auf der Westroute hat es im Dezember und Januar nur noch geringfügige räumliche Veränderungen gegeben. Fritzi II und Anka halten sich unverändert in Frankreich auf, während Alexander, Porrentruy, Simba, Findus und Mani sich innerhalb Spaniens nur sehr wenig bewegt haben. Niendorfer und Pauli sind dagegen unverändert nahe Kenitra bzw. Tetouan in Marokko auf Nahrungssuche.

Auf der Ostroute bekommen wir momentan nur von zwei Störchen regelmäßig neue Standortdaten übermittelt: Jan ist unverändert auf dem Sinai bei Sharm-el-Sheikh und Eva befindet sich seit vielen Wochen in Tansania, wo sie auch die letzten Winter verbracht hatte. Von den übrigen 14 Senderstörchen haben wir dagegen schon seit etlichen Wochen, z. T. sogar seit Monaten nichts mehr gehört. Im Falle von Moses, der zuletzt aus Israel gesendet hatte, mag das an technischen Problemen liegen. In den anderen Fällen handelt es sich um Störche, die sich zuletzt aus dem Sudan gemeldet haben bzw. dort zu vermuten sind. Im Sudan herrscht leider seit dem vergangenen Jahr ein verheerender Krieg, der weite Teile des Landes betrifft. Sehr wahrscheinlich gehört zu den Folgen, dass auch das GPS- und/oder das Stromnetz stark in Mitleidenschaft gezogen sind. Hoffen wir, dass die Sender der Störche sich alle wieder melden, wenn sie die vom Krieg betroffenen Regionen wieder verlassen. Dies wird voraussichtlich nicht vor Ende Februar/Anfang März der Fall sein. Aufgrund der fehlenden Aktualität bzw. des geringen Neuigkeitswertes verzichte ich heute auf eine neue Übersichtskarte.


Die Weißstorch-Jahresbilanz 2023 in MV fällt gemischt aus

7. Januar 2024

 

Nunmehr liegt auch die Bilanz für die Weißstorchsaison 2023 in ganz Mecklenburg-Vorpommern vor. Die Bilanz fällt gemischt aus. Erfreulich ist die Fortsetzung der im Vorjahr begonnenen Erholung des Brutbestandes: die Zahl der Horstpaare stieg von 680 um 7,5 Prozent auf 731. Das ist der höchste Stand seit 2015. Dabei verzeichneten nur zwei Altkreise keinen Anstieg: auf Rügen blieb es bei bescheidenen 13 Horstpaaren und im Altkreis Müritz sank die Horstpaarzahl um zwei auf 53. In allen anderen Altkreisen gab es eine Zunahme, wobei Nordwestmecklenburg und Parchim mit jeweils + 17,9 % den größten prozentualen Zuwachs verbuchen konnten. Die größte Storchendichte weist mit 4,37 Horstpaaren pro 100 km² jetzt wieder der Altkreis Demmin auf. Hier wurden 2023 84 statt 74 Paare gezählt. Dieser erfreulich breite Anstieg deutet darauf hin, dass es neben dem strukturell zu erwarten gewesenen Zuwachs durch eine weitere Ost-Ausbreitung der Westzieher auch unter den Ostziehern erstmals seit Jahren wieder eine nennenswerte Erholung gegeben hat. Hier dürften sich die seit 2019 wieder verbesserten Überwinterungsbedingungen am Südrand der Sahel-Zone bemerkbar gemacht haben.

Auf der anderen Seite war der Bruterfolg erneut schwach. 1.003 flügge Jungstörche bedeuteten einen JZa-Wert von nur 1,37. Es ist das dritte Jahr in Folge, dass der angestrebte HPa-Wert von 2,0 sehr deutlich verpasst wurde. Nur im "Katastrophenjahr" 2016 war der Bruterfolg zuletzt noch dürftiger. Abermals erfolgte die Rückkehr der meisten Weißstörche leicht verspätet, obwohl in diesem Frühjahr kein ausgeprägter Zugstau ins Gewicht fiel. Weitaus mehr Bedeutung für das schlechte Brutergebnis besaß ohne Zweifel eine außerordentlich lang anhaltende Trockenheit im Mai und Juni. Innerhalb von rund sechs Wochen fiel fast kein Niederschlag, was sich sehr negativ auf die Nahrungsverfügbarkeit auswirkte und zum Tod zahlreicher Küken führte.


Download
Jahresbericht-Weißstoerche-DBR2023.pdf
Adobe Acrobat Dokument 443.9 KB
Hans-Heinrich Zöllick, 25.6.2023, Foto: U. Renne
Hans-Heinrich Zöllick, 25.6.2023, Foto: U. Renne

3. Januar 2024

 

Seit heute steht der Weißstorch-Jahresbericht 2023 für den alten Landkreis Bad Doberan und die Hansestadt Rostock zum Download zur Verfügung (siehe oben).

Er ist in diesem Jahr dem Gedenken an Hans-Heinrich Zöllick gewidmet, der am 24. September 2023 im Alter von 99 Jahren verstorben ist. Hans hat seit 1970 über Jahrzehnte durch seinen unermüdlichen Einsatz den Weißstorchschutz in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus geprägt. Von 1990 bis 2009 wirkte er dabei als Vorsitzender der Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Er hat über all' die Jahre große Verdienste für den Artenschutz erworben, die u. a. 2012 mit der Lina-Hähnle-Medaille ausgezeichnet wurden, der höchsten Auszeichnung, die der NABU vergibt. Auch mich hat er für den Weißstorchschutz begeistert und gewinnen können. Er war in dieser Hinsicht auch mein Mentor. Dementsprechend war es eine große Ehre für mich, dass Hans mir 2007 die Sorge um die Weißstörche im alten Landkreis Bad Doberan anvertraut hat, für den er seit 1971 der Regionalbetreuer war.

Das Foto zeigt ihn im Juni 2023, als er letztmalig die Gelegenheit nutzen konnte, um während der Jungstorch-Beringung im Altkreis Ribnitz-Damgarten seinen Schützlingen ganz nah zu sein. Die leicht positive Bestandsentwicklung in der Saison 2023 hat er noch wohlwollend wahrgenommen. Er wird uns allen stets in bester Erinnerung bleiben.