1. Storch eingetroffen: 11.3. (unberingt, Männchen)
2. Storch eingetroffen: 11.4. (beringt oben links, Weibchen, DEH H9835)
Brutbeginn: 3.5. , erwarteter Schlupfbeginn: ca. 4.6.


1. Juni 2026
Bei den Störchen am Biestower Webcam-Nest rückt das Ende der Brut näher. Rechnerisch sollte es noch etwa zwei bis drei Tage dauern, bis das erste Küken schlüpft. Allerdings war das beringte Weibchen heute schon ungewöhnlich unruhig. Viel öfter als sonst stand die Störchin auf und beschäftigte sich mit dem Gelege. Interagiert sie bereits mit den kurz vor dem Schlupf stehenden Küken? Andererseits ist es gar nicht sicher, dass wirklich Küken schlüpfen. Angesichts der verletzungsbedingten Schwierigkeiten, die "Martha" bei der Kopulation hatte, könnten auch taube Eier im Nest liegen. Hoffen wir auf ein positives Ergebnis! Entscheidend wird sein, ob es Fütterungen im Nest gibt - dann würde dies ein erfolgreiches Brüten auf befruchteten Eiern signalisieren.



23. Mai 2026
Bei Temperaturen von über 25 Grad im Schatten bestand heute für die Altstörche, deren Küken bereits alle geschlüpft sind, kein Anlass zum Hudern. Stattdessen bemühten sie sich darum, Schatten zu spenden. Dementsprechend war der Nachwuchs der frühen Paare heute vielerorts sehr gut zu beobachten. Die beiden ältesten Küken wachsen momentan in Groß Lüsewitz heran. Sie haben das Alter von drei Wochen bereits überschritten. Nur wenig kleiner präsentierten sich mir jeweils drei Küken in Bandelstorf und in Cammin. Auch in Lieblingshof waren drei Küken zu erkennen. Sie werden wenige Tage später geschlüpft sein. Weitere Köpfchen konnte ich in Petschow und in Wendfeld beobachten.
Der Nachwuchs dieser Frühheimkehrer profitiert von der zurzeit günstigen Nahrungsverfügbarkeit. In den letzten zehn Tagen hat es immer einmal wieder geregnet, zuletzt am Mittwoch auch ergiebiger. Auch in zahlreichen anderen Nestern schlüpfen in diesen Tagen die ersten Küken. Es dauert allerdings im Anschluss mindestens eine Woche, bis auch ihre Schnabelspitzen erstmals aus der menschlichen Froschperspektive zu sehen sind. Erfreulicherweise konnte ich auch feststellen, dass das Männchen in Hohen Gubkow nach rund sechswöchiger Wartezeit kürzlich doch noch ein Weibchen "abbekommen" hat. Für eine Brut wird es dort sicher zu spät sein.


17. Mai 2026
Die Gutsanlage Hohen Luckow mit ihren weiträumigen Grünlandflächen ist eigentlich ein traditioneller Weißstorch-Standort. Viele Jahre stand ein Betonmast mit einem hoch aufgeschichteten Nest ein Stück weit außerhalb des Dorfs. Regelmäßig gab es dort guten Bruterfolg. Dann kippte 2011 die Nisthilfe ab und das Nest stürzte herunter. Das Nistangebot wurde umgehend erneuert, doch mieden es die Weißstörche seitdem. Möglicherweise spielt mittlerweile die Sorge vor Seeadlern und anderen großen Greifvögeln eine größere Rolle als früher. Nistangebote, die innerhalb von Ortslagen errichtet werden, scheinen mittlerweile attraktiver zu sein, vermutlich wegen der schützenden Nähe zur menschlichen Siedlung. 2016 wurde ein Umsiedlungsversuch gestartet und die Nisthilfe direkt auf den Gutshof geholt. Das Angebot wurde umgehend angenommen, doch scheiterte die (späte) Brut. Seitdem stand das Nistangebot leer. 2021 haben wir es zuletzt erneuert. Seit dem 30. April ist nun ein Paar vor Ort und hat auch schon kräftig gebaut. Heute beobachtete ich aus sicherer Entfernung beide Störche bei der Kopulation auf dem Nest. Als ein landwirtschaftliches Fahrzeug um die Ecke kam, sprangen beide panisch ab, blieben aber auf einer Wiese in der Nähe. Es dürfte sich um ein junges, noch nicht voll brutreifes Paar handeln. Da in Hohen Luckow gerade jetzt umfangreiche Grünlandflächen gemäht werden, hoffe ich, dass beide Störche bleiben und sich dann nach und nach mit den Umständen arrangieren. Für eine erfolgreiche Brut ist es jetzt wahrscheinlich schon zu spät. Aber nach so langer Wartezeit wäre auch ein Nichtbrüterpaar ganz sicher auf Gut Hohen Luckow sehr willkommen!



10. Mai 2026
Heute hatte ich das große Glück, eine insgesamt 27 Störche umfassende Gruppe von Weißstörchen bei der gemeinsamen Nahrungssuche beobachten zu können. Sie verfolgten zusammen mit Dutzenden Greifvögeln und Hunderten Möwen über mehrere Stunden lang landwirtschaftliche Maschinen, die zwischen Teschow und Alt Kätwin, am südlichen Rand unseres Betreuungsgebiets, eine ehemalige Maisstoppelfläche umbrachen. Zwischenzeitlich ruhte sich ein Teil der Störche in einer feuchten Senke aus. Ich konnte insgesamt drei Ringträger identifizieren: einen noch sehr jungen schwedischen Storch mit "MX53 orange" (vermutlich Jahrgang 2025) sowie unsere beiden männlichen Brutstörche aus Cammin und Hohen Gubkow.
Aus Fienstorf gibt es leider eine traurige Nachricht: das dreijährige beringte Männchen Hiddensee X0H07 wurde tot in der Fienstorfer Feldmark, etwa 2 km von seinem Horst entfernt, aufgefunden. Äußere Verletzungen wies der Storch nicht auf, die Todesursache muss daher als unklar eingestuft werden. Diesen Ausfall des männlichen Brutstorchs entdeckte offenbar der männliche Storch DEH HC774, der bis 2025 in Fienstorf Brutvogel war und in diesem Jahr nach Albertsdorf ausweichen musste. Er übernahm das Nest und bildet jetzt mit dem verbliebenen, unberingten Weibchen ein neues Paar. In dieser Konstellation ist es leider üblich, dass die bereits geschlüpften Jungen und auch das restliche Gelege verloren gehen. Demzufolge wird es 2026 leider in Fienstorf keinen Storchennachwuchs geben.
5. Mai 2026
Vor zwei Tagen und damit gut drei Wochen nach Eintreffen des Weibchens hat im Webcam-Nest Rostock-Biestow nun doch noch eine Brut begonnen. Damit ist das eingespielte Paar wesentlich später dran als in den Vorjahren, als es schon nach jeweils acht bis zehn Tagen soweit war. Wir werden damit auch erst Anfang Juni erfahren, ob die Eier befruchtet sind. Das schien ja nach den letzten Beobachtungen keinesfalls sicher zu sein. Auch an den meisten anderen Nestern wird mittlerweile gebrütet. In Groß Lüsewitz sollten - rechnerisch betrachtet - sogar schon Jungstörche im Nest sein. Eine Beobachtung vor Ort steht allerdings noch aus.


1. Mai 2026
Diese beiden Störche, die ich heute auf Gut Hohen Luckow beobachten konnte, sind momentan die letzten "neuen" Störche, die wir in unserem Betreuungsgebiet DBR feststellen konnten. Damit stellt sich eine Zwischenbilanz zum 1. Mai folgendermaßen dar:
- Vier von 39 im Vorjahr besetzten Standorten sind aktuell noch leer: Bargeshagen, Göldenitz bei Dummerstorf, Schwaan II und Vogtshagen
- auf drei Nestern stehen aktuell nur Einzelstörche: Hohen Gubkow, Hohen Schwarfs und Albertsdorf (neu gegenüber 2025)
- an zehn Standorten bahnen sich Neu- oder Wiederansiedlungen an: Bartenshagen (neu), Göldenitz bei Schwaan, Hohen Luckow, Kavelstorf (neu), Liepen, Pastow, Schmadebeck II, Sildemow (neu), Vilz (neu) und Zarnewanz.
Eine so hohe Anzahl hat es in dieser Kategorie in unserem Betreuungsgebiet in den letzten 20 Jahren nicht gegeben. Und wir gehen davon aus, dass wir vermutlich noch gar nicht alle Fälle erfasst haben.
Momentan ergibt sich daraus ein Plus von vier Horstpaaren gegenüber 2025. Endgültig abgerechnet werden kann erst Mitte Juni, wenn klar ist, welche Paare mindestens vier Wochen Horstbindung "geschafft" haben. Noch bis zum 18. Mai werden auch neu eintreffende Störche mitgezählt. Auch für sie gilt dann die 4-Wochen-Anwesenheitsregel.
Mit Blick auf unsere beringten Störche kann man vermutlich von einem kleinen Generationswechsel sprechen. Von 22 Ringstörchen, die 2025 bei uns waren, sind bisher nur 13 oder 14 sicher zurückgemeldet. Das ist eine vergleichsweise geringe Rückkehrquote von nur ca. 60 Prozent. Im Gegenzug sind aber schon acht neue Ringträger an Nestern abgelesen worden. Besonders auffällig sind darunter etliche Dreijährige aus dem offenbar rückkehrstarken Jahrgang 2023.
29. April 2026
In den letzten Jahren war die Brutbereitschaft unserer Weißstorchpaare regelmäßig sehr hoch. Nur in einigen wenigen Ausnahmefällen kam es zu keiner Eiablage. Dies hing auch damit zusammen, dass wir vergleichsweise wenige ganz junge Paare bei uns hatten. In diesem Jahr sieht das offenbar deutlich anders aus. Besonders an den Nestern, die als Neu- oder Wiederansiedlung zu bewerten sind (momentan trifft das auf neun Standorte zu), zögern etliche Paare noch mit dem Brutbeginn - oder haben sich schon dauerhaft gegen eine Brut entschieden. Meist ist dann mindestens einer der Partner (oder auch beide) noch nicht ganz brutreif. Diese Nichtbrüterpaare halten dann zwar dem Nest grundsätzlich die Treue und übernachten auch darauf, doch sind sie tagsüber auf ausgedehnten Nahrungsflügen unterwegs und selten "zu Hause" anzutreffen.
Es gibt aber auch andere Gründe für das Ausbleiben des Brutgeschäfts. So hat die Benitzer Störchin HR117 seit Jahren große Probleme mit der Produktion und Befruchtung von Eiern. Auch in diesem Jahr deutet leider nichts auf eine reguläre Brut hin. Und auch im Webcamnest Rostock-Biestow dürfte in diesem Jahr kein Brutgeschäft mehr beginnen. So wie wir es beobachten, ist das beringte Weibchen körperlich nicht in der Lage, die Kopulation vollständig auszuführen. Dies rührt - wie berichtet - mit Sicherheit noch von ihrer im Vorjahr erlittenen Beinverletzung her. In Albertsdorf ist das 16 Jahre alte Storchenmännchen inzwischen wieder allein. Nach dem Verlust seines langjährigen Brutplatzes in Fienstorf scheint HC774 keine Motivation für eine Brut an einem neuen Standort zu haben. So etwas wurde in der Vergangenheit auch schon bei anderen alten Störchen in einer ähnlichen Situation beobachtet. Bei einer erneuten Rückkehr im Folgejahr kann dies schon wieder ganz anders aussehen.



25. April 2026
Als ich jetzt den Pankelower Horst kontrollierte, staunte ich nicht schlecht: Das Männchen trägt den Ring DEH X71H6, und das weist ihn als Bruder des aktuellen Fienstorfer Männchens und als weiteren Sohn von DEH HC774 (jetzt Albertsdorf) aus. Auch X71H6 ist demnach dreijährig. Hinsichtlich seines Zugverhaltens weicht er jedoch sowohl von seinem Bruder (Westzieher) als auch von seinem Vater (Ostzieher) ab. Er wurde nämlich im Juli 2024 in Frankreich (auf der Westroute) und im August 2025 in Bulgarien (Ostroute) abgelesen. Damit kennt er beide Zugrouten. Früher galt die Regel, dass Weißstörche die einmal erlernte (oder gar "vererbte") Zugroute ein Leben lang beibehalten. Inzwischen ist aufgrund von Ringablesungen und Senderstorchdaten klar, dass dies nicht stimmt, sondern dass es individuelle Abweichungen gibt. Weißstörche sind also flexibler und spontaner als gedacht!
Da das aktuelle Pankelower Weibchen unberingt ist, steht fest, dass es dort in diesem Jahr ein komplett neues Paar gibt. Das langjährige Brutmännchen DEH HH198 verschwand schon im Laufe des letzten Sommers. Nun ist auch das 2014 in Volkenshagen von uns beringte Weibchen DEH HN057 nicht an ihren Stammhorst zurückgekehrt.

22. April 2026
Elf Tage nach Eintreffen des Weibchens am Biestower Webcam-Nest ist es eigentlich an der Zeit, dass sich etwas tut in Sachen Brutgeschäft. So war es jedenfalls in den letzten Jahren: sieben bis neun Tage nach Paarbildung wurde mit der Brut begonnen. In diesem Jahr müssen wir allerdings berücksichtigen, dass die Störchin immer noch durch die im Vorjahr erlittene Beinverletzung gehandicapt sein könnte. Die Frage ist auch: wie gut klappen unter diesen Bedingungen die Kopulationen? Finden diese überhaupt regelmäßig statt oder lehnt das Weibchen diese eventuell sogar ab, weil sie Schmerzen hat, wenn das Männchen auf sie springt? Sicher ist, dass das Männchen gestern Nachmittag ein Ei zunächst an den Nestrand (siehe Foto) und dann zwei Stunden später aus dem Nest befördert hat. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Sollte dieses Ei in der vorletzten Nacht gelegt worden sein, wäre "planmäßig" in dieser Nacht die nächste Eiablage zu erwarten. Weißstörche beginnen mit der Brut in der Regel, sobald sich zwei Eier im Nest befinden. Es lohnt sich also, regelmäßig das Webcam-Bild anzuschauen. Nur wenn das Nest ganz ohne Storch ist (das war heute zu keinem Zeitpunkt der Fall), ist sehr sicher kein Ei im Nest. Es würde sonst leichte Beute für Elstern, Krähen und andere Rabenvögel.



17. April 2026
In den letzten Tagen erreichten uns zahlreiche Meldungen von neu eingetroffenen Störchen. Diese stammten erfreulicherweise auch von Nestern und Nistangeboten, die lange verwaist oder sogar noch nie besetzt waren. In solchen Fällen muss immer erst einmal abgewartet werden, ob die Störche auch tatsächlich bleiben oder doch bereits nach kurzer Zeit weiterziehen. Erste gute Zeichen sind: Übernachten auf dem Horst, Kopulationen und Einbringen von Zweigen und anderem Nistmaterial. Nach acht bis zehn Tagen sollte dann idealerweise die Brut beginnen. Soweit ist es bei den potenziellen Neu- oder Wiederansiedlungen noch nirgends, aber die aktuelle Entwicklung ist jedenfalls erst einmal ermutigend (und auch überraschend). Ende des Monats werden wir sicher mehr sagen können hinsichtlich der Dauerhaftigkeit des Ansiedlungsinteresses. Nach aktuellem Stand liegt die Anzahl der Störche mit Horstbindung erst einmal über der des Vorjahres.
Das Foto zeigt das vor vier Wochen von Gunnar Gernhöfer und Sohn frisch erneuerte Nistangebot in Schmadebeck, Hof Plate. Dieser Standort ist ein Traditionsstandort, der zuletzt 2022 besetzt war. In der Nähe brütende Seeadler waren seinerzeit mehrfach am Horst gesichtet worden und haben möglicherweise für die Standortaufgabe gesorgt. Jetzt traut sich seit dem 11. April ein neues Paar, wobei das Männchen von uns 2022 in Siemitz bei Güstrow beringt wurde. Im vorigen Jahr wurde es bereits mehrfach als Nichtbrüter in der Region abgelesen. Jetzt scheint es seinen ersten Brutversuch in Angriff nehmen zu wollen.
Weitere Aktivitäten an im Vorjahr noch leeren Nestern wurden beobachtet in: Albertsdorf, Ikendorf, Kritzmow, Niendorf, Pastow, Sildemow und Rostock-Hinrichsdorf. Wir dürfen gespannt sein, wo sich dauerhaftes Interesse entwickelt. Zugleich sind zurzeit nur noch zwei von 41 im Vorjahr besetzt gewesenen Nestern in unserem Betreuungsgebiet komplett leer. Nun müsste es nur noch mal wieder regnen, denn der April war in unserer Region bisher sehr trocken.

15. April 2026
Nachdem vorgestern mit "Ole-Einaar"/"Przygodka" die letzte bruterfahrene Senderstörchin im nördlichen Brandenburg und damit in ihrer Brutregion eingetroffen ist, können wir eine Bilanz für die Zug- und Überwinterungssaison 2025/26 ziehen. Sie ist anders als in den Vorjahren durch erhebliche Verluste gekennzeichnet. Auf der Westroute trafen zwischen dem 25. Februar und dem 25. März sieben der zwölf gestarteten Weißstörche wieder an ihren Nestern ein. Die Rückkehrquote von 62,5 % ist für Westzieher außerordentlich gering. Wir müssen davon ausgehen, dass hier die Vogelgrippe H5N1 die entscheidende Ursache war. Alle Fälle traten im Winterquartier, und zwar in Spanien (4) und in Nord-Marokko (1) auf. Auf der Ostroute überlebten 11 von 16 im Spätsommer gestarteten Senderstörchen den Zug (darunter alle drei Nahostzieher). Bei einem weiteren Storch ("Mose") ist ein Senderausfall wahrscheinlich. Auch hier ist die Rückkehrquote von 68,8 % deutlich unterdurchschnittlich. Ein frisch ausgewildeter Altstorch wurde auf dem Herbstzug im Nordwesten der Türkei Opfer eines Greifvogels. Drei weitere Senderstörche verschwanden im Winterquartier, vermutlich jeweils im vom Krieg gezeichneten Sudan. Senderstoch "Max" wurde sehr wahrscheinlich auf dem Heimzug im Libanon abgeschossen. Die Ankunftsdaten der Ostafrika-Überwinterer verteilten sich vom 22. März bis zum 13. April. Dabei war letztlich der Zeitpunkt des Aufbruchs in Afrika sowie der letzte Überwinterungsort für die unterschiedlichen Ankunftsdaten verantwortlich. Der Zug selbst dauerte in der entscheidenden und vergleichbaren Phase - vom Golf von Suez an gerechnet - recht einheitlich 22 bis 26 Tage. Das ist im Vergleich etwas schneller als der Durchschnitt. Senderstorch "Michael II" scheint endgültig in Polen bleiben und nicht nach Hamburg zurückkehren zu wollen.
Die braun markierten Senderstörche sind brutunerfahren und ohne Horstbindung. Einer von ihnen ("Seppl") befindet sich seit wenigen Tagen in seinem Herkunftsgebiet (nördliches Sachsen-Anhalt). Die übrigen ziehen vergleichsweise langsam. Es ist unklar, ob sie in dieser Saison noch als Brutvögel in Erscheinung treten werden.

12. April 2026
In den letzten Tagen hat es bei guten Bedingungen in der Endphase des Zuges einen erfreulich starken Einflug von zurückkehrenden ostziehenden Weißstörchen an ihre Nester gegeben. Seit Dienstag haben wir in unserem Betreuungsgebiet etwa 30 Rückkehrer registriert, was zu einem sprunghaften Anstieg der Rückkehrquote auf inzwischen über 70 Prozent geführt hat. Nach aktuellem Kenntnisstand sind nur noch fünf von 41 im Vorjahr besetzt gewesenen Nestern komplett leer. In 24 Nestern ist dagegen ein Paar registriert und an zwölf weiteren Standorten ein Einzelstorch. Auch bei der Rückkehr der Ringträger gibt es Fortschritte zu vermelden - aktuell sind 50 Prozent der 22 im letzten Jahr anwesenden Ringträger bereits identifiziert worden. Dass es auf dem Zug nicht so geordnet wie in anderen Jahren zugegangen ist, dürfte vor allem auf die geschilderten Witterungsunbilden in der Türkei und an den Karpaten zurückzuführen sein. Momentan kämpfen sich noch diejenigen Störche voran, die sich dafür entschieden hatten, die Karpaten ostwärts zu umfliegen. Auffallend ist, dass einige seit Jahren sehr früh eintreffende Individuen in diesem Jahr erst deutlich später ihre Nester erreicht haben. Dazu zählt neben der Biestower Störchin "Martha" (H9835, siehe unten) auch die Benitzer Störchin HR117. Beide verspäteten sich um mehr als zwei Wochen gegenüber ihren Ankunftsdaten der beiden letzten Jahre.
Ankunftsstress scheint das der männliche Storch XF811 gehabt zu haben. Tom und Anke Sandhoff lasen ihn gestern innerhalb von nur drei Stunden zunächst in Reinshagen (mit unberingter Partnerin) sowie anschließend an seinem Vorjahresnest in Groß Bölkow ab. Wir dürfen gespannt sein, für welchen Brutplatz er sich endgültig entscheiden wird.
Noch keine Informationen liegen bisher über neu (oder wieder) besetzte Nester und über neue Ringstörche vor.


9. April 2026
Seit dem 7. April hat das Männchen am Biestower Webcam-Nest nun eine neue Partnerin, die bereits auch schon zwei Nächte mit auf dem Nest verbracht hat. Dass es nicht die langjährige Biestower Brutstörchin "Martha, DEH H9835" ist, lässt sich leicht erkennen, denn die aktuelle Störchin ist unberingt. Die beiden scheinen schon ganz gut zu harmonieren. Sie ist etwas kleiner als er und hat momentan auch das schmutzigere Gefieder.
Wie vorhergesagt, hat in den letzten Tagen nun auch ein stärkerer Einflug eingesetzt. Dabei wurde gestern bei uns im Betreuungsgebiet die Rückkehrquote von 50 Prozent des Vorjahresbestandes überschritten. Zurzeit sind uns 15 Horstpaare und 15 Einzelstörche bekannt. Elf im Vorjahr besetzte Nester sind noch leer. Allerdings ist das Geschehen momentan dynamisch, sodass es vermutlich schon bald neue Zahlen gibt.
Schwere Kämpfe wurden gestern aus Satow gemeldet. Dort wird sehr wahrscheinlich das Männchen des Vorjahres versucht haben, sein Nest zurückzuerobern. Das neue Männchen, das ein Westzieher-Ankunftsdatum hat, konnte sich jedoch offenkundig behaupten. Die Brut wurde allem Anschein nach fortgesetzt. Die Information verdanke ich den aufmerksamen Beobachtungen des örtlichen Horstbetreuers - vielen Dank!
In Osteuropa sind die Senderstörche doch nicht so gut vorangekommen wie vermutet. Offenbar werden sie bisher durch Gegenwind aus Nord ausgebremst. Dieser wehte zuletzt besonders östlich der Karpaten sehr stark. Dort sind die nach Norden ziehenden Störche noch einmal aufgehalten worden. Diejenigen, die die Südkarpaten weiter westlich überquert hatten, sind dem Nordwind in westlicher Richtung ausgewichen. So befand sich Senderstorch "Christian-Eike" gestern Abend südwestlich von Nürnberg, weitab aller Routen, die er bisher gezogen ist. Er sollte nun aber trotzdem den Weg nach Hamburg finden. Senderstorch "Michael II" ist vorerst in Südpolen hängengeblieben. Offenbar hat er dort bereits seit vier Tagen Bindung zu einem Nest. Wir dürfen gespannt sein, ob er dort bleiben oder doch noch in seine norddeutsche Heimat zurückkehren wird. Umgekehrt hat der vierjährige senderstorch "Claus" offenbar seinen neuen Brutplatz im schleswig-holsteinischen Büchen wieder verloren. Er ist nunmehr seit fünf Tagen in einem kleinen Dorf bei Stettin, wo er erneut ein Nest besetzt.

6. April 2026
Nach einer langen Phase schlechten Wetters über Südosteuropa haben sich die Bedingungen auf der letzten Zugetappe der Ostzieher seit gestern merklich gebessert - damit dürfte der Weg frei sein für die erwartete Haupteinflugwelle. Unterstützt von viel Sonnenschein und einem ab Mittwoch für längere Zeit auf östliche Richtungen drehenden Wind sollten sich die Nester bis zum kommenden Wochenende zügig füllen. Ein Blick auf die bisherige Rückkehrquote unserer beringten Störche verdeutlicht, dass viele von ihnen noch zurückerwartet werden. Von den 18 beringten Ostziehern, die 2025 in unserem Betreuungsgebiet Nestbindung hatten, sind weiterhin nur das Moitiner Männchen und das Satower Weibchen an ihren Vorjahresnestern bestätigt worden. Allerdings deutet sich bei den besenderten Ostziehern in diesem Jahr eine überproportional hohe Ausfallquote an. Ist das ein Zufall oder sind es doch Hinweise auf insgesamt höhere Verluste? Es muss in jeden Fall damit gerechnet werden, dass auch nicht alle unserer Ringträger tatsächlich gesund zurückkehren werden. Als erste Vorboten der hoffentlich starken Welle stufe ich die drei Störche ein, die heute - trotz starkem bis stürmischem Gegenwind - ihre Nester erreicht haben. Dies waren die jeweils ersten Störche in Heiligenhagen, Bentwisch und Thulendorf. Ich gehe davon aus, dass es jeweils die dortigen Vorjahresmännchen sind. Sie werden die letzte Etappe vermutlich im kräfteraubenden Ruderflug absolviert haben und hatten dabei fest ihre Brutplätze im Visier.
Der Blick auf die Karte verrät, dass die beiden zügigsten Senderstörche inzwischen das westliche Ungarn bzw. das südliche Polen erreicht haben. Senderstorch "Michael II" legte dabei gestern beeindruckende 420 Kilometer zurück. Ich erwarte ihn und auch "Christian-Eike", der gestern Abend kurz vor der österreichischen Grenze war, voraussichtlich am Mittwoch, spätestens aber am Donnerstag an ihren Nestern in/bei Hamburg.


3. April 2026
Auch am heutigen Karfreitag zeigte sich bei einer kleinen Rundfahrt durch den östlichen Teil unseres Betreuungsgebiets ein weitgehend unverändertes Bild: seit etwa einer Woche sind kaum noch neue Störche hinzugekommen. Im Gegenteil: einige bereits als Rückkehrer Gemeldete haben keine feste Horstbindung entwickelt bzw. sind weitergezogen. Dadurch ist die Anzahl der bei uns "verbuchten" Störche sogar leicht zurückgegangen. Aktuell gehen wir davon aus, dass etwa ein Drittel der Plätze belegt ist. Auch der Blick auf die Rückkehrrate von beringten Brutstörchen zeigt an, dass es bei den Ostziehern noch große Lücken gibt: erst 5 von 22 Ringträgern mit Horstbindung in 2025 bei uns im Betreuungsgebiet DBR/HRO sind bisher nachgewiesen. Das sind gerade einmal 22 Prozent. In den letzten fünf Jahren gab es bei unseren Ringträgern immer Rückkehrquoten von über 80 Prozent. Wie lässt sich diese zögerliche Entwicklung erklären? Zum einen sind wir aus den beiden letzten Jahren noch ziemlich "verwöhnt". Damals war bei kompakt-früher Rückkehr bereits am 31. März mehr als die Hälfte aller Störche an ihren Nestern. Das ist aber längst nicht in jedem Jahr so, wie ein Blick auf die Jahre 2020 bis 2023 verdeutlicht, als es Verzögerungen um sieben bis zehn Tage gab. So scheint es auch 2026 zu sein. In diesem Jahr sind die Bedingungen auf dem Zugweg wieder deutlich schlechter. Auch aktuell gibt es aufgrund von starken Regenfällen weiterhin einen ausgeprägten Zugstau vor den Südkarpaten. Es müssen sehr viele Störche in Rumänien und Bulgarien versammelt sein. Ab Ostersonntag ist nun aber über Südosteuropa eine sehr deutliche Wetterbesserung in Sicht. Danach werden wir wohl in etwa acht bis zehn Tagen mit dem Beginn der Haupteinflugwelle der Ostzieher bei uns rechnen können. Bei den "unsteten" Störchen, die in den letzten zehn Tagen bei uns eintrafen und dann nicht lange an den Nestern blieben, dürfte es sich dagegen um junge Westzieher handeln, die erstmals einen Brutplatz suchen und dabei kein festes Ziel haben. Sie streifen vielfach umher. Dazu zählt u. a. der von uns 2024 in Parkentin beringte "DEH X24S0", der sowohl in Groß Bölkow als auch in Benitz bereits auf dem Nest beobachtet wurde.
Bei genauerem Hinschauen haben sich aber doch ein paar Veränderungen ergeben, die sich durch die Rückkehr von einzelnen erfahrenen Brutstörchen über die Ostroute ergeben haben dürften. So konnte ich heute in Petschow feststellen, dass dort jetzt wieder ein unberingtes Männchen am Nest ist. Es vertrieb dort DEW 4V474, der eigentlich nach Cammin gehört und dennoch seit 17. März das Petschower Nest besetzt hatte. Ihn fand ich heute wieder in Cammin, wo er fleißig an seinem Stammnest baute und selbst ein unberingtes Männchen vertrieben haben muss. In Lieblingshof sah am letzten Wochenende alles nach einer begonnenen Brut aus, was auch passen würde, denn das Paar war da schon etwa zehn Tage zusammen. Heute stand jedoch ein einzelner, unberingter Storch auf dem Nest, das später sogar gänzlich leer war. Hier vermute ich die Rückkehr des angestammten Weibchens, das seine "Nachfolgerin" in spe vertrieben hat.


30. März 2026
Die neuesten Positionsdaten der nord- und ostdeutschen Senderstörche, die noch auf dem Zug sind, zeigen relativ wenig Veränderung gegenüber der letzten Karte an. Dies hängt mit anhaltend schlechtem Wetter in Südosteuropa und im Westteil der Türkei zusammen. Aktuell rasten hier alle Störche. Es ist zwar ab morgen vorübergehend Wetterbesserung in Sicht, aber auch danach sind die Aussichten eher wechselhaft. Wie in etlichen anderen Jahren auch, haben die sehr frühen Rückkehrer von einer beständigen Hochdrucklage und günstigen Zugbedingungen profitiert, während die später aufgebrochenen Senderstörche es nun mit deutlich schlechteren Verhältnissen zu tun haben. Die ersten von ihnen werden noch mindestens zehn Tage benötigen, um Nord- bzw. Ostdeutschland zu erreichen. Die Störchin Przygodka (Ole Einaar) hat als "Nachzüglerin" mittlerweile auch die Gefahrenregion Libanon hinter sich gelassen. Gestern Nachmittag stand sie kurz vor Überquerung des Golfs von Iskenderun.
Unklar ist weiterhin, wie viele Weißstörche sich momentan im Zwischenraum Rumänien/Slowakei/Tschechien/ Polen aufhalten. Es ist denkbar, dass wir am Mittwoch und Donnerstag bei günstigen Witterungsbedingungen noch einen gewissen Zuzug erleben werden. Aktuell kommen nur einzelne Störche bei uns an - bis jetzt dürften es knapp 40 Prozent des Vorjahresbestandes sein, die den Zug geschafft haben.


26. März 2026
Nach der ersten, noch nicht sehr stark ausgeprägten Ostzieher-Welle, die uns in diesem Jahr - zusammen mit den Senderstörchen "Sückau II" und "Hermann" - sehr früh zwischen dem 21. und dem 23. März erreichte, ist es Zeit, ein bisschen zwischen West- und Ostziehern zu sortieren. Das ist nicht immer ganz einfach und ein Stück weit auch etwas Spekulation. Dabei müssen wir auch in Kauf nehmen, dass wir die Nahost-Überwinterer nicht separat ausweisen können. Unter der Annahme, dass die frühesten Ostafrika-Überwinterer uns am 21. März erreichten, bleiben 16 Störche, die bis dahin schon ihre Nester erreicht hatten. Das sind sieben mehr als 2025 und neun mehr als 2024, und dies lässt sich nicht anders als mit einem steigenden Anteil an Westziehern/Nahost-Überwinterern erklären. Es wird sich vor allem um jüngere Störche handeln, die noch nicht so zeitig wie die erfahreneren eintreffen, die bereits Horstbindung mitbringen. Denn es gilt die Faustregel, dass die Rückkehr der Brutstörche mit zunehmendem Alter tendenziell früher erfolgt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Camminer Männchen DEW 4V474, das jetzt in seine dritte Brutsaison startet. Im ersten Jahr traf es Ende März in der Region ein, im zweiten am 12. März und in diesem Jahr bereits am 28. Februar. Es ist aber längst noch nicht überall "das letzte Wort" gesprochen. In Satow etwa gab es in den letzten Jahren immer klassische Ostzieher-Ankunftsdaten (und auch eine identifizierbare, weil beringte Störchin). Diese Störche kommen möglicherweise in den nächsten zwei bis drei Wochen noch zurück, und dann muss man sehen, wer die Oberhand behält. Auch in Berendshagen und Fienstorf werden noch beringte Ostzieher-Männchen erwartet, deren Platz momentan schon besetzt ist.
Mittlerweile müssen wir leider auch davon ausgehen, dass zwei besonders frühe Westzieher den Winter nicht überlebt haben - das langjährige Kröpeliner Weibchen SVS 2151 und das unberingte Parkentiner Männchen.
Und wie sieht es im Webcam-Nest Rostock-Biestow aus? Dort ist das unberingte Männchen am 11. März zurückgekehrt und wartet seitdem auf seine beringte Partnerin "Martha" (DEH H9835). "Martha" traf seit 2019 stets zwischen dem 22. und dem 30. März ein. Im letzten Jahr war es der 28. März. Ein paar Tage bleiben also noch. Wir müssen aber auch bedenken, dass sie sich im letzten Jahr eine ernsthafte Beinverletzung zugezogen hatte und da bereits 15 Jahre alt war. Es ist also nicht so sicher, dass sie es noch einmal schaffen wird. In jedem Fall lohnt die Beobachtung per Webcam.
Was die Ankunft der nächsten Ostzieher-Welle anbelangt, tappen wir etwas im Dunkeln. Es ist momentan nur ein Senderstorch ("Sportie") im Anflug auf sein Nest, das er voraussichtlich morgen erreichen wird. Danach klafft witterungsbedingt eine große Lücke bis in die nordwestliche Türkei. Von dort aus aber dauert es noch mindestens zehn Tage, bis wieder erfahrene Senderstörche bei uns eintreffen werden. Möglicherweise müssen wir also noch etwas länger auf die "Hauptwelle" warten, oder es gibt eine verteilte, sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Rückkehr. Wettervorhersage und Windrichtung deuten darauf hin, dass es eher etwas zäh werden wird und wir noch Geduld haben müssen. Am 26. März sind wir aber auch erst ganz am Anfang des Einflugs der Ostzieher. 26 Rückkehrer bis zum 25. März ist für den alten Landkreis Bad Doberan jedenfalls eine sehr hohe Zahl.

23. März 2026
Wie von uns vorhergesagt, sind an diesem Wochenende und auch heute die ersten Ostafrika-Überwinterer auch bei uns eingetroffen. Wie üblich gibt es in den ersten Tagen nach Rückkehr noch manche Veränderung. Einige der zurückgemeldeten Störche sind auch nur auf der Durchreise und ziehen deshalb weiter. Von folgenden Standorten erreichten uns Nachrichten (Ankunftsdaten bis 19.3. sind eher Westziehern oder Nahost-Überwinterern zuzuordnen):
- Petschow: 17.3. (1. Storch)
- Berendshagen: 18.3. (1. Storch)
- Hohen Schwarfs: 19.3. (1. Storch)
- Lieblingshof: ca. 19.3. (2. Storch)
- Satow: 20.3. (2. Storch)
- Biestow Ausbau: 20.3. (1. Storch)
- Wendfeld: 21.3. und 23.3. (1./2. Storch)
- Moitin: 22.3. (1. Storch)
- Heiligenhagen: 22.3. (1. Storch)
- Nustrow: 23.3. (1. Storch)
- Ziesendorf :23.3. (1. Storch)

20. März 2026
Nachdem sich gestern und vorgestern einige Senderstörche nach längerer Zeit wieder gemeldet haben, lohnt ein aktueller Blick auf die Karte. Auf der Westroute zieht als letzter der dreijährige "Volker" gerade durch Frankreich. Er wird seinen Brutplatz in Nordniedersachsen voraussichtlich in der kommenden Woche erreicht haben.
Ihren Zug erfolgreich beendet haben inzwischen alle drei Nahost-Überwinterer (der Sender von Nr. 4/"Mose" ist vermutlich endgültig defekt). Dabei ist "Claus" offenbar noch auf der Suche nach einem geeigneten neuen Nest. Er ist weit nach Westen gezogen und war gestern im Herzogtum Lauenburg unterwegs. Einen Schritt weiter ist schon "Basuto", der seit drei Tagen feste Horstbindung in einem Ortsteil von Kalbe/Sachsen-Anhalt hat. "Jan" ist in Hamburg bereits in Brutvobereitungsstimmung.
Von den "klassischen Ostziehern", die im Sudan, im Tschad, in Äthiopien und in Tansania überwintert haben, wird "Hermann" voraussichtlich als erstes eintreffen. Gestern Mittag war er bereits kurz vor der polnisch-deutschen Grenze. Ich erwarte ihn morgen oder übermorgen in Hamburg. Er ist sehr früh dran, mit ihm wird der Einflug der Ostzieher auch bei uns beginnen. Ihm am nächsten ist "Sückau II", der gestern Abend die Slowakei erreicht hat. Im letzten Jahr besetzte er sein Nest im Amt Neuhaus am 22. März, in diesem Jahr wird es vielleicht einen Tag später. Auch noch im März dürfte "Sportie", der zurzeit im südlichen Rumänien unterwegs ist, sein Ziel in Sachsen-Anhalt erreichen.
Alle weiteren Senderstörche werden in den nächsten Tagen von nasskaltem Wetter in der Türkei aufgehalten. So regnet es etwa heute und ebenso morgen ergiebig am Bosporus. Auch im türkischen Hochland könnte es zu einer vorübergehenden Zugpause kommen. Davon betroffen sind von den bruterfahrenen Senderstörchen "Michael II" und "Christian- Eike". "Eva" wird hoffentlich gestern im Laufe des Tages den besonders gefährlichen Nord-Libanon schadlos überflogen haben. Neben den kriegsbedingten Gefahren, die momentan auch Israel und das West-Jordanland betreffen, muss leider auch in diesem Frühjahr wieder mit illegaler Jagd auf Weißstörche, Schreiadler, Pelikane und andere seltene Vogelarten gerechnet werden. Das internationale "Komitee gegen den Vogelmord", das in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden einige Erfolge gegen die illegalen Abschüsse erreichen konnte, hat besonders die Berge östlich von Tripolis und die Bekaa-Ebene als Gefahrenzonen identifiziert (vgl. dazu hier). Die drei genannten Senderstörche sollten ihre nord- und ostdeutschen Brutplätze in der ersten April-Hälfte erreichen.
Die beiden Weibchen "Hanne" und "Ole Einaar/Przygodka" sind aktuell noch in Ägypten. Je nach Zugbedingungen werden sie voraussichtlich in der zweiten April-Hälfte ihre Nester in Nordniedersachsen bzw. Nordbrandenburg erreichen. Bei den drei braun markierten Senderstörchen handelt es sich um Dreijährige, die 2025 noch keine feste Horstbindung besaßen. Sie ziehen in der Regel langsamer und pausieren häufiger. Wie in jedem Jahr ist bei uns bis Anfang Mai mit dem Eintreffen bruterfahrener bzw. brutbereiter Störche zu rechnen.
Nach jetzigem Stand müssen wir leider mit dem Ausfall von vier erfahrenen Ostafrika-Überwinterern rechnen. Das ist eine deutlich höhere Zahl als in den letzten Jahren. Ob sich dahinter auch insgesamt höhere Verlustraten als zuletzt verbergen, ist unklar, denn unsere Stichprobe ist winzig klein angesichts von etwa 400.000-500.000 Weißstörchen, die in jedem Frühjahr den Golf von Suez überqueren.

17. März 2026
In der vergangenen Brutsaison startete das 2023 von uns in Fienstorf beringte Männchen DEH X0N07 einen ersten Brutversuch in Neu Rethwisch. Dieser endete jedoch mit Brutaufgabe, danach war X0N07 verschwunden. Jetzt ist er wieder da! Heute wurde er zusammen mit einem unberingten Weibchen ausgerechnet in seinem Geburtsnest Fienstorf abgelesen. So etwas ist selten, kommt aber gelegentlich einmal vor. X0N07 wurde bereits in Spanien abgelesen, es handelt sich bei ihm also um einen Westzieher. Der eigentliche Nestinhaber ist dagegen Ostzieher und wird in den nächsten zwei Wochen in Fienstorf zurückerwartet. Schon seit zehn Jahren kommt HC774 jedes Jahr regelmäßig mit den frühen Ostziehern zurück in sein angestammtes Brutrevier. Sollte X0N07 dann noch in Fienstorf sein, ist ein Kampf um das Nest vorprogrammiert - und der würde dann zwischen Vater und Sohn ausgetragen! Es ginge dabei vermutlich nicht nur um das Nest, sondern auch um das Weibchen, mit dem sich X0N07 heute schon paarte. Aufgrund ihres frühen Ankunftsdatums ist "sie" ziemlich sicher ebenfalls eine Westzieherin und vermutlich die letztjährige Partnerin von HC774. Als Mutter von X0N07 kommt sie dagegen nicht in Frage, denn die war Ostzieherin. Die Konstellation in Fienstorf ist also in mehrfacher Hinsicht spannungsgeladen!

14. März 2026
Bei den nord- und ostdeutschen Senderstörchen hat sich viel getan seit unserem letzten Bericht! Auf der Westroute ist als letztes der Dreijährige "Volker" gestartet. Er hat jetzt Nordspanien erreicht und wird in Kürze vermutlich die Pyrenäen westlich umfliegen. Von den drei im Westjordanland bzw. Israel gestarteten Senderstörchen hat "Jan" bereits am 10. März seinen Brutplatz in Hamburg erreicht. Das Nest war bereits von einem Paar besetzt, doch hat "Jan" es zurückerobert. Spannend zu beobachten ist der weitere Zugverlauf von "Claus", der aus Sachsen-Anhalt stammt und im letzten Jahr in Litauen Horstbindung hatte. Dieses Jahr hat er ganz offensichtlich andere Pläne. Gestern Nachmittag erreichte er, aus Zentral-Polen kommend, das Stettiner Haff. Er wird jetzt vermutlich irgendwo in Nordostdeutschland oder in Nordwestpolen ein neues Nest suchen. Noch ist die Auswahl ja groß! "Basuto" hat auf dem Weg nach Sachsen-Anhalt heute Südwest-Polen erreicht. Von den Ostafrika-Überwinterern ist "Herrmann" bisher am weitesten vorangekommen. Heute Mittag überquerte er bei besten Zugbedingungen gerade den Hauptkamm der Südkarpaten, als sein Sender Daten übermittelte. Er wird vermutlich schon Ende nächster Woche in Hamburg eintreffen. Da er nicht allein unterwegs sein wird, rechne ich dementsprechend mit einem sehr frühen Eintreffen der allerersten Ostzieher. Zwei weitere, "Sückau II" und "Sportie" rasten zurzeit im Nordwesten der Türkei. Auch sie sind auf jeden Fall Kandidaten für eine Rückkehr in der übernächsten Woche und damit noch im März. Drei andere Senderstörche halten sich zurzeit im Nahen Osten auf. Hoffentlich überstehen auch sie unversehrt den Zug durch den von kriegerischen Auseinandersetzungen erschütterten Libanon. Vier weitere Senderstörche sind noch in Afrika. "Nachwuchs-Senderstorch Gambia" wird in Kürze den Golf von Suez erreichen. Dagegen befinden sich "Hanne", "Eva" und "Ole Einaar" alle momentan im Funkloch - vermutlich im Sudan. Sie sind im Tschad bzw. in Tansania gestartet, haben einen vergleichsweise weiten Zugweg vor sich und sind erst Anfang März aufgebrochen. Mit ihnen ist erst ab Mitte April im Brutgebiet zu rechnen. Schließlich vermissen wir aktuell noch vier erfahrene Ostzieher ("Sky", "Else", "Sonja" und "Christian-Eike"), die allesamt im Sudan überwintert haben dürften. Noch besteht Hoffnung, dass sie wieder auftauchen, aber das Zeitfenster, in dem das wahrscheinlich ist, schließt sich langsam.


11. März 2026
Am heutigen Mittwoch traf kurz vor Mittag der erste Storch in unserem Biestower Webcam-Nest ein. Er ist unberingt. Sein Verhalten im weiteren Verlauf des Tages deutet sehr darauf hin, dass er sich hier auskennt. Auch mit Aufräum- und Ausbesserungsarbeiten am Nest hat er bereits begonnen. Wiederholt flog er vom Nest ab, kehrte aber immer wieder zurück. Als es dunkel wurde, stellte er sich zur Übernachtung ein.
Im vorigen Jahr war das Nest ab 3. März besetzt, das war allerdings für Biestow ungewöhnlich früh. Unter dem Strich sprechen alle Anzeichen dafür, dass dieser Storch das Männchen der letzten drei Jahre ist. Er ist bei uns insgesamt der siebte zurückgemeldete Storch, denn seit Samstag ist Lieblingshof besetzt, und seit gestern auch Satow (je ein Storch).

7. März 2026
Anfang März sind Weißstörche bei uns in der Regel noch nicht in Brutstimmung. Die Weibchen warten mit dem Beginn der Eiablage zumeist bis Ende des Monats. Das gilt offenbar auch für die beiden Camminer Störche, die seit dem 2. März zusammen sind. Eigentlich wäre zu erwarten, dass sie sich gemeinsam um den Ausbau ihres Nestes kümmern und ansonsten in der Nähe bleiben, um ihren zukünftigen Brutplatz gegenüber anderen Interessenten zu verteidigen. Er ist schon seit 2024 der "Hausherr" in Cammin, sie aber ist mit ziemlicher Sicherheit neu in seinem Brutrevier. So richtig scheinen sie noch nicht zu harmonieren, sie fliegen auch noch viel in der Gegend umher. Vielleicht präferiert "sie" ja auch ein anderes Nest? Noch bieten sich ja viele Alternativen an, denn bis auf Groß Lüsewitz, wo vor ein paar Tagen unser vierter Storch eingetroffen ist, gibt es momentan weit und breit nur unbesetzte Horste. Tauchen die Camminer zusammen oder auch nur einer von beiden dort auf, gibt es für den Storchenbetreuer schnell einmal die Nachricht aufs Handy "Der erste Storch ist da". Das ist zu Saisonbeginn ganz üblich, oft sind die Störche dann aber auch schnell wieder weg. Heute kamen nun Meldungen aus Niekrenz und Lieblingshof. Anke und Tom Sandhoff gingen der Sache auf den Grund, sie entdeckten dann aber "nur" zwei Störche im benachbarten Petschow. Dort hatten sie sich auf dem Kirchendach niedergelassen, von wo aus das noch leere Storchennest gut zu beobachten ist. Anhand der Beringung konnte DEW 4V474 identifiziert werden - das Camminer Männchen, das hier zusammen mit seiner neuen Partnerin immerhin sieben Kilometer von seinem Brutplatz der beiden letzten Jahre entfernt die Nachmittagssonne genoss. Wie das Ganze ausgeht, ist jetzt noch offen. Richtig spannend wird es bei uns erst in etwa drei Wochen, wenn mit den ersten Ostziehern zu rechnen ist, die bei uns schätzungsweise noch mehr als 80 Prozent der Brutstörche stellen. Erst dann wird sich entscheiden, wer mit wem welches Nest dauerhaft besetzt und für das Brutgeschäft nutzt.