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Ein Blick auf die Senderstörche

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

21. Oktober 2021

 

Auch in diesem Winterjahr möchte ich wieder einen Überblick über das Zug- und Rastverhalten von insgesamt 33 besenderte Weißstörchen geben. 29 von ihnen starteten im Spätsommer in Nord- und Ostdeutschland, vier in Dänemark. Unter ihnen befanden sich anfangs sechs diesjährige Störche. Leider leben von ihnen aktuell nur noch vier. Die beiden übrigen sind ebenso wie zwei Altstörche des Hamburger Projekts auf dem Herbstzug ums Leben gekommen. Brutstörchin "Regina" (NABU Hamburg) wurde dabei Opfer einer Windkraftanlage bei Bremen, in zwei weiteren Fällen starben die Störche (in Polen und in der Türkei) an Stromleitungen. Die aktuelle Karte verrät uns, dass sechs Störche auf der Westroute unterwegs sind, fünf davon halten sich zurzeit in Spanien auf, der sechste in Marokko. Auf der Ostroute war wieder der Tschad das Hauptziel der ersten Zugetappe. Dabei fiel auf, dass in diesem Jahr Rastplätze bevorzugt wurden, die nördlicher und auch östlicher als in den Vorjahren liegen. Dies korrespondiert mit den dort verstärkt aufgetretenen Niederschlägen während der Regenzeit im August/September. Mittlerweile sind fast alle dort eingetroffenen Störche schon wieder auf Ostkurs - früher als 2019/20 und 2020/21. Die seit Juli gefallenen Niederschlagsmengen sind im Tschad in etwa durchschnittlich, nur im Osten des Landes höher als üblich. Genau dort und im angrenzenden Südwesten des Sudan scheinen sich jetzt besonders viele Weißstörche aufzuhalten. Es ist eine spannende (und zugleich auch wichtige) Frage, ob sie dort auch in den kommenden Monaten genügend zu fressen finden oder - zumindest zum Teil - nach Ost- bzw. Südafrika weiterziehen.

Senderstorch "Jonas" überwintert dagegen wie schon seit Jahren in Israel, während drei weitere besenderte Weißstörche erst im Oktober den Golf von Suez überquert haben und jetzt zu ihren Artgenossen im Sudan und im Tschad unterwegs zu sein scheinen. Schließlich haben sich die beiden Hamburger Senderstörchinnen "Mimi" und "Ombeni" als erstes Etappenziel gegen den Tschad und für den Osten des Sudan entschieden.