Aktuelle Meldungen


Webcamnest Rostock-Biestow

 

1. Storch am 29.3. eingetroffen (Weibchen, beringt DEH H9835)

2. Storch am 30.3. eingetroffen (Männchen, unberingt)

 

Brutbeginn: 7. April


Die ersten Küken sind geschlüpft

10. Mai 2022

 

Nachdem ich bereits am Wochenende in Kröpelin sichere Anzeichen von Storchennachwuchs feststellen konnte, gilt das Gleiche seit heute für das Storchenpaar am Rostock-Biestower Webcam-Nest. Gegen kurz vor 16 Uhr stand die Störchin etwa 10 Minuten, schaute immer wieder ins Nest und fraß offenbar schließlich selbst kleine Würmer. Dies bedeutet, dass vorher eine Fütterung stattgefunden haben muss und das oder die Küken nicht alles vertilgt haben. Den Rest frisst dann etwas später der Altvogel. Auch zeitlich würde die Beobachtung passen, sind doch etwa 33 Tage seit Brutbeginn vergangen. Es wird allerdings noch einige Zeit dauern, bis die ersten kleinen Köpfe über den wieder hoch aufgeschichteten Nestrand hinweg zu erkennen sein werden. Bei der großen Masse unserer Störche dauert es aufgrund der verzögerten Heimkehr noch etwa zwei Wochen, bis der Nachwuchs aus dem Ei schlüpft.

In den ersten Mai-Tagen sind noch einige Störche hinzugekommen, sodass sich die Anzahl der Horstpaare aktuell auf 39 erhöht hat. Erfreulicherweise sind jetzt neben Parkentin II (Neuansiedlung) auch die Horste in Pastow, Schmadebeck II und Hohen Schwarfs mit jeweils zwei Störchen besetzt. Weitergezogen sein dürften die beiden "neuen" Störche in Kavelstorf.


Gelegeverluste in Petschow und Bentwisch

Störchin Hiddensee AP37, Bentwisch, 5.5.2022
Störchin Hiddensee AP37, Bentwisch, 5.5.2022

5. Mai 2022

 

Obwohl es in unserem Betreuungsgebiet noch zahlreiche unbesetzte Nisthilfen gibt, kommt es an bereits besetzten Nestern immer wieder zu Kämpfen. Meistens gelingt es dabei dem Brutpaar, die Angreifer abzuwehren und das eigene Gelege erfolgreich zu schützen. Am ehesten gefährdet sind junge, unerfahrene Störche, die zum ersten Mal ein Nest besetzen. Dass es aber auch erfahrene Paare "erwischen" kann, mussten in diesen Tagen leider auch die Bentwischer Storchenfreunde registrieren. Bei Kämpfen mit zwei Fremdstörchen verloren das unberingte Männchen und das sechsjährige Weibchen Hiddensee AP37, das seine dritte Brutsaison in Bentwisch verbringt, ihr gesamtes Gelege. Allerdings konnten sie den Horst selbst offenbar behaupten. Jedenfalls traf ich das Paar heute Abend nicht weit entfernt bei der Nahrungssuche an. Ob es noch ein Nachgelege gibt, ist eher fraglich. Die Eiablage des Weibchen dürfte zum Zeitpunkts des Verlusts bereits seit einiger Zeit abgeschlossen gewesen sein. Das wären keine guten Voraussetzungen, zumal wir mittlerweile auch schon den 5. Mai haben. Bei einem ähnlichen Fall vor etwa zehn Tagen ist es in Petschow offenbar noch einmal gut gegangen, denn dort wurde am letzten Wochenende bereits wieder gebrütet, obwohl zuvor drei zerstörte Eier gefunden worden waren.


Bahnt sich in Parkentin eine weitere Neuansiedlung an?

Seit einigen Tagen ist dieses Storchenpaar auf einem noch recht neuen Nistangebot in Parkentin aktiv. Foto: K.-R. Fiedler, 2.5.2022
Seit einigen Tagen ist dieses Storchenpaar auf einem noch recht neuen Nistangebot in Parkentin aktiv. Foto: K.-R. Fiedler, 2.5.2022

Positive Zwischenbilanz zum 1. Mai

Thulendorf, 1. Mai 2022
Thulendorf, 1. Mai 2022

1. Mai 2022

 

Der 1. Mai ist traditionell ein Tag, an dem ein erstes Zwischenfazit zur Rückkehr der Störche und zur Besetzung der Horste gezogen wird - auch wenn erst später endgültig abgerechnet wird. In den letzten Tagen sind doch noch einige weitere Störche bei uns eingetroffen, sodass wir momentan recht hoffnungsfroh vorausschauen. Nachdem wir im letzten Jahr im alten Landkreis Bad Doberan letztendlich 35 Horstpaare und 3 Einzelstörche "abgerechnet" haben, stehen wir aktuell bei 37 Horstpaaren und 2 Einzelstörchen. Damit liegen wir schon jetzt über dem Vorjahreswert, der bei uns allerdings auch der schlechteste aller Zeiten war. Gegenüber 2021 gibt es nach jetzigem Stand folgende Veränderungen:

 

a) Zuwachs (noch vorläufig):

- Kavelstorf (Neuansiedlung)

- Teschendorf (Neuansiedlung)

- Göldenitz bei Schwaan (zuletzt 2020 besetzt)

- Göldenitz bei Dummerstorf (zuletzt 2018 besetzt)

- Vorder Bollhagen (2021 nur ein Einzelstorch)

b) Abgang (noch vorläufig):

- Schmadebeck II (2021 HPo, Traditionshorst)

- Hohen Schwarfs (2021 HPo, Traditionshorst)

- Tessin (2021 HPo, davor mehrere Jahre unbesetzt)

Noch bis zum 18. Mai werden neu eintreffende Störche gezählt - allerdings nur, solange sie anschließend noch eine vierwöchige Horstbindung erlangen. Dementsprechend ist es durchaus möglich, das Einzelstörche oder Paare wieder gestrichen werden müssen. Wenn ich es mit den Berichten anderer Storchenbetreuerkollegen vergleiche, scheinen wir bisher recht gut davongekommen zu sein. Besonders in Vorpommern gibt es offenbar noch erhebliche Lücken. Erfreulich ist auch, dass schon über 30 unserer Paare mit der Brut begonnen haben. In der Hansestadt Rostock gibt es wie im Vorjahr zwei Horstpaare - seit 26. April ist auch wieder Biestow Ausbau besetzt.


Ein paar hoffnungsvolle Ansätze

Kavelstorf, 24.4.2022
Kavelstorf, 24.4.2022

24. April 2022

 

In diesem Jahr sind bei uns schon mit der Hauptankunftswelle und auch in den Tagen danach ungewöhnlich viele Störche eingetroffen, die offenbar über keine feste Horstbindung aus dem Vorjahr verfügen und sich jetzt erst einmal orientieren. Dies gilt aber nur für Teile unseres Betreuungsgebietes. Während einige einen der durch Ausfälle von Brutvögeln aus dem letzten Jahr frei gewordenen Plätze in einem regelmäßig besetzten Nest übernommen haben, testen andere erst einmal verschiedene Standorte. Dabei ist das Nest, seine Lage und sein Zustand nur ein (häufig überschätzter) Faktor, wichtig ist insbesondere auch die umfassende Verfügbarkeit von Nahrung (und zwar möglichst horstnah). Auch das Ansiedlungsverhalten von Artgenossen spielt eine Rolle. In Gegenden, in denen weit und breit keine Weißstorchpaare brüten, siedeln sich auch nur selten neue Störche an. Auch die aktuelle Wetterlage ist nicht ohne Bedeutung. Beobachtet wurde, dass nach ergiebigen Niederschlägen die Bereitschaft steigt, sich aktiv um einen Brutplatz zu kümmern. Andernfalls kann die Entscheidung auch so ausfallen, dass einfach noch ein weiteres Vagabunden- bzw. Nichtbrüterjahr angehängt wird. Auch von daher wäre es jetzt günstig, wenn es endlich einmal wieder regnen würde.

Oft sind es erst einmal nur Horstbesuche von ein bis drei Tagen (mit und ohne Übernachtungen). Beginnt dann der Bau am Nest und sind Kopulationen zu beobachten, steigen die Chancen, dass aus dem Probieren längerfristige Bindungen erwachsen. Zumindest in unserer Region, in der die Bestandszahlen seit Jahren sinken, entwickelt sich ein neuer Standort nur sehr selten zu einem dauerhaft und erfolgreich genutzten Brutplatz. 

In den letzten zehn Tagen sind an einigen Nisthilfen des Altkreises Bad Doberan Aktivitäten beobachtet worden, die Anlass zu Hoffnung auf eine ernsthafte Neuansiedlung geben. Dazu zählt neben Bargeshagen und Teschendorf auch Kavelstorf, wo seit knapp einer Woche zwei Störche an einer im vorletzten Jahr von uns aufgewerteten Nisthilfe Gefallen zu finden scheinen. Wichtig ist dabei, dass die noch unsicheren Störche nicht unnötig beunruhigt werden. Es braucht eine Zeit, bis sie sich an die jeweilige Umgebung gewöhnt haben. Hoffen wir, dass wir am Ende der Saison über die eine oder andere erfolgreiche Neuansiedlung sprechen können.


Bilanz der Senderstörche 2021/22

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

22. April 2022

 

Nachdem der letzte besenderte Brutstorch aus Nord- und Ostdeutschland schon zu Ostern sein Nest erreicht hat, können wir bereits jetzt eine Bilanz ziehen.

Die Westzieher:

- 6 von 7 haben den Zug überstanden und sind zwischen dem 13. Februar und dem 14. März an ihren Brutplätzen eingetroffen. Lediglich die Hamburger Störchin "Regina" hat den Zug nicht überlebt. Sie verendete bereits im August letzten Jahres nahe Bremen an einer Windkraftanlage.

Die Ostzieher:

- 13 von 19 haben den Zug überstanden und sind zwischen dem 21. März (Israel-Überwinterer Jonas) und dem 16. April in ihren Brutgebieten eingetroffen. Bemerkenswert ist dabei, dass gleich elf Rückkehrer zwischen dem 11. und dem 16. April ihr Ziel erreicht haben. Diese späte, aber ungewöhnlich kompakte Rückkehr deckt sich sehr gut mit den Daten, die wir bisher für unsere einheimischen Brutstörche gesammelt haben. Der Unterschied zur ebenfalls späten Rückkehr 2021 besteht darin, dass sich damals der Einflug der Senderstörche über einen längeren Zeitraum, bis Ende April hinzog. Sechs ostziehende Störche habe den Zug leider nicht überlebt. Dabei verschwanden zwei von ihnen bereits auf dem Herbstzug spurlos (einmal im Tschad und einmal im Sudan). Danach gab es bis Mitte Februar keine weiteren Verluste, was den nach unserer Einschätzung günstigen Überwinterungsbedingungen, vor allem im Tschad und im Sudan, entspricht. Der nächste Ausfall trat dann mit Beginn des Frühjahrszuges im Südsudan auf (Umstände ungeklärt, direkter menschlicher Einfluss nicht auszuschließen). Die drei restlichen Todesopfer folgten auf dem wie immer besonders verlustträchtigen Heimzug, der in diesem Jahr gleich mehrfach (Südtürkei, Nordwesttürkei, Karpaten) durch Wintereinbrüche beeinträchtigt und damit auch verlängert wurde. Zwei Störche verendeten in der Türkei und der letzte noch Anfang April in Südpolen. Die Verlustrate von etwas über 30 Prozent ist recht hoch und liegt etwas über dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Die Karte zeigt aktuell noch zwei weitere Ostzieher in der Türkei bzw. in Israel. Ihr Zugtempo ist aber so gering, dass sie für diese Saison nicht mehr als Brutvögel in Frage kommen. Bei "Sonja" kennen wir das Alter nicht, vermutlich ist sie noch nicht brutreif, bei "Mose" wissen wir, dass er dreijährig ist.

Die gelb gekennzeichneten Markierungen zeigen vier besenderte Jungstörche des Jahrgangs 2021 an. Sie haben sich in den letzten Wochen langsam nach Norden bewegt. Mit einer Rückkehr in ihre Herkunftsgebiete noch in diesem Frühjahr ist allenfalls bei den Westziehern zu rechnen. Zwei weitere Jungstörche sind bereits auf dem Herbstzug verendet und in der Karte ebenso wie die übrigen Todesfälle schwarz markiert.


Ein Westzieher-Ostzieher-Problem und seine Lösung

SVS 2616, Brutvogel in Löbnitz/NVP, 18.4.2022
SVS 2616, Brutvogel in Löbnitz/NVP, 18.4.2022

18. April 2022

 

Die schwedische Störchin mit diesen bunten Ringen ist in unserem Betreuungsgebiet gut bekannt. 2020 und 2021 brütete SVS2616 in Fienstorf, leider ohne Erfolg. Aufgrund einer Ablesung aus dem vorletzten Winter wissen wir, dass sie eine Westzieherin ist. Diese kommen in aller Regel deutlich vor den Ostziehern bei uns an. So war es auch im letzten Jahr, als die Schwedin etwa 8 Tage vor ihrem männlichen Partner in Fienstorf  eintraf. Während sie 2021 noch geduldig wartete, dauerte es ihr in diesem Jahr offenbar zu lange (das beringte Männchen HC774 traf am 8. April ein, und damit sechs Tage später als im Vorjahr). Jedenfalls entdeckte ich sie heute Mittag in Löbnitz/NVP, wo sie schon fest mit einem Männchen brütet, das gleichfalls früh im Brutgebiet eingetroffen ist. Gerade heute Nachmittag ist nun auch ein neues, unberingtes Weibchen in Fienstorf eingetroffen, mit dem sich HC774 sogleich gut verstand. Hier zeigt sich einmal mehr, dass äußere Umstände wie etwa eine verspätete Rückkehr des Ostzieher-Männchens zu veränderten Paarzusammensetzungen führen können. Und natürlich ist auch die vermeintliche "Nest-Treue" der Weißstörche nicht absolut zu sehen. Bietet sich eine Möglichkeit zur "Verbesserung", wird diese in aller Regel auch genutzt. In Fall des Fienstorfer Paares wird es eher die "biologische Uhr" des Weibchens gewesen sein, die zu zwei neuen Paarkonstellationen geführt hat.


Die ersten Dreijährigen sind eingetroffen

Göldenitz bei Dummerstorf, 16.4.2022
Göldenitz bei Dummerstorf, 16.4.2022

16. April 2022

 

Nachdem bisher ausschließlich Aktivitäten von Nestern berichtet worden sind, die auch schon 2021 besetzt waren, gab es heute auch erstmals eine Beobachtung an einem seit Jahren unbesetzten Nest. In Göldenitz bei Dummerstorf entdeckte ich DEH XN197, einen dreijährigen Storch, den wir selbst 2019 im nahe gelegenen Niekrenz beringt hatten. Letztes Jahr im Mai war er schon in einem Nichtbrütertrupp, auch in unserer Region, beobachtet worden. Er hat heute auf dem Schornsteinnest auch schon etwas Nistmaterial aufgetragen. Möglicherweise war er am Vormittag auch an Auseinandersetzungen von drei Störchen im Nachbarort Pankelow beteiligt. Dort dürfte aber das angestammte Männchen DEH HH198 vom Schornsteinhorst Pankelow I Interessenten für den Nistmasthorst Pankelow II "erklärt haben", dass es das nicht duldet.

Einen weiteren Dreijährigen entdeckte ich in Niendorf. Vermutlich ist DEW 9T273 dort das Männchen. Er hat einen - zumindest unter Freunden der Senderstörche sehr berühmten - Vater: "Michael", 2010 vom NABU Schleswig-Holstein besendert, flog zehn Jahre lang jeden Winter in den Tschad. Unser Niendorfer stammt aus der letzten erfolgreichen Brut "Michaels" von 2019, die in Bargen/Dithmarschen stattgefunden hatte. Ob er sich auf Dauer behaupten kann, wird auch davon abhängen, was aus dem letztjährigen Niendorfer Männchen geworden ist. Kehrt dieses noch zurück, wird es sicher zu Kämpfen kommen.

So erging es heute auch der Störchin DEH HN373, die 2019 und 2021 in Zeez, 2020 aber in Benitz erfolgreich gebrütet hatte. Sie hatte sich am 13. April zunächst wieder für Benitz entschieden, wurde aber heute von der Benitzer 2021er Störchin DEH HR117 attackiert. Der Kampf der beiden Weibchen zog sich über Stunden hin. Das bessere Ende scheint dabei vorerst die ein Jahr jüngere DEH HR117 für sich gehabt zu haben. Möglicherweise kehrte DEH HN373 am Abend noch nach Zeez zurück, wo es bisher noch kein Männchen gibt.


Die Haupteinflugwelle der Ostzieher ist massiv

Steffenshagen, 14.4.2022. Foto: T. Sandhoff
Steffenshagen, 14.4.2022. Foto: T. Sandhoff

14. April 2022

 

Die Hauptwelle der Ostzieher ist in diesem Jahr sehr ausgeprägt - das steht ohne Zweifel fest. Wie schon aufgrund der Verteilung der besenderten Ostzieher vorhergesagt, dürfte die Masse der brutbereiten Störche sehr kompakt in Nord- und Ostdeutschland eingeflogen sein. Im alten Landkreis Bad Doberan konnten allein am Dienstag (mindestens) 17 Ankünfte verzeichnet werden. Gestern kamen nochmals acht weitere hinzu. Damit hat auch die Rückkehrerquote sprunghaft auf über 75 Prozent zugenommen. Bemerkenswert waren auch mehrere Zugtrupps, die beobachtet und zum Teil gefilmt werden konnten. Bei Sagerheide wurden gestern Nachmittag gleich 30 Störche in relativ niedriger Höhe in Richtung West ziehend beobachtet. Einige von ihnen scheinen noch in der Nähe zu sein. In Niekrenz wurden sie heute beim Versuch eine ungenutzte Nisthilfe in nicht allzu großer Entfernung vom Hauptnest näher zu inspizieren, vertrieben - sehr wahrscheinlich durch das dortige Männchen, das kein zweites Paar in seinem näheren Umkreis duldet. Dass es jetzt auch zu Kämpfen kommt, ist dabei fast unausweichlich. Wer jetzt schon hier eintrifft, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf der konkreten Suche nach einem Brutplatz und auch schon brutreif - anders als die meisten Nachzügler Ende April und im Mai.

Wir wurden auch schon zu einem humpelnden Storch bei Steffenshagen gerufen, der ein Bein nicht richtig aufsetzte. Vermutlich ist er tatsächlich verletzt, wie auch dieses Foto erkennen lässt. Ein Bein hängt etwas (eine Verstauchung?), und es gibt eine kleinere blutige Wunde am linken Flügel. Ich könnte mir vorstellen, dass er an einem Horstkampf beteiligt gewesen ist. Das stark bekotete Bein deutet auf einen Ostzieher hin. Jedenfalls ist er voll flugfähig und wird sich hoffentlich bald von seiner - hoffentlich nicht schwer wiegenden - Verletzung erholen.

Auch einige beringte Störche wurden gemeldet bzw. beobachtet. Nähere Erkundungen über die Ostertage werden sicher auch hier für mehr Klarheit sorgen.


Jetzt kommen sie!

Seit zwei Tagen ist die nach dem Nestabsturz im Orkan erneuerte Nisthilfe in Heiligenhagen durch ein unberingtes Paar besetzt. 12.4.2022.
Seit zwei Tagen ist die nach dem Nestabsturz im Orkan erneuerte Nisthilfe in Heiligenhagen durch ein unberingtes Paar besetzt. 12.4.2022.

12. April 2022

 

Endlich passt die Windrichtung - und schon kommen sie! Mit Sonnenschein und bei südöstlichem Wind sind heute zahlreiche Störche bei uns eingetroffen. Noch ist der Überblick nicht vollständig, aber die Anzahl der heutigen Rückkehrer ist auf jeden Fall zweistellig. Zusammen mit den eingeflogenen Störchen der letzten Tage sind nun mehr als 50 Prozent des Vorjahresbestandes zurück.

Wie üblich passt es noch nicht überall auf Anhieb mit der Verteilung und Zusammensetzung der Paare, manche Störche werden daher wieder weiterziehen. Auch für morgen sind nochmals sehr gute Zugbedingungen vorhergesagt, sodass erneut mit vielen Ankünften zu rechnen ist. Spätestens zum Osterwochenende werden wir hoffentlich einen etwas präziseren Überblick haben. Bis dahin empfehle ich unsere tagesaktuelle "Ankunftskarte".


Starker Einflug am Dienstag und Mittwoch?

Niekrenz, 9.4.2022
Niekrenz, 9.4.2022

10. April 2022

 

Dieses Storchenpaar in Niekrenz ist eines von erst fünf, die bisher in unserem Betreuungsgebiet eingetroffen sind. Daneben verzeichnen wir aktuell zehn Einzelstörche. Bezogen auf den Vorjahresbestand ist damit etwa ein Viertel unserer Störche zurück. Das ist auf jeden Fall ein im langjährigen Vergleich deutlich unterdurchschnittlicher Wert. Seit Donnerstag haben sich vereinzelt Störche zu uns "durchgekämpft" - anders kann man es wohl nicht bezeichnen, denn es herrscht seit Tagen anhaltend starker Gegenwind. Die Daten der besenderten Brutstörche, die inzwischen nahezu alle Polen erreicht haben, zeigen an, dass zuletzt kaum mehr als 100 Kilometer pro Tag gezogen werden konnte. Auch weiterhin hat nach "Nobby" noch kein zweiter ostziehender Afrikaüberwinterer seinen angestammten Brutplatz in Nord- oder Ostdeutschland erreicht. Da der Wind am Dienstag und Mittwoch auf östliche bis südöstliche Richtungen drehen wird, erwarte ich an beiden Tagen einen starken Einflug, sodass sich die Nester hoffentlich rasch füllen werden. 

Unter den Rückkehrern der letzten Tage waren auch zwei beringte Männchen. Neben dem jetzt siebenjährigen Gnewitzer DEH HR121 haben wir uns besonders über den nun bereits zwölfjährigen DEH HC774 in Fienstorf gefreut. Er ist mittlerweile unser ältestes beringtes Männchen und dort schon seit sechs Jahren zu Hause, hatte aber im letzten Juni, einige Zeit nach dem Scheitern der Brut, seine schwedische Partnerin und das Nest verlassen. Für Männchen mit so ausgeprägter Horstbindung ist das eher ein ungewöhnliches Verhalten, sodass wir schon mit dem Schlimmsten rechnen mussten. Nun ist er also zurück, während seine Partnerin der letzten beiden Jahre, SVS 2616, zuletzt Ende März in der Region Salzwedel gesichtet wurde. Es ist durchaus möglich, dass sie dort an einem Nest "hängengeblieben" ist. Aber auch dort werden in dieser Woche viele Störche eintreffen, sodass die Karten dann noch einmal neu gemischt werden dürften. Unabhängig davon darf DEH HC774 natürlich noch auf eine Partnerin hoffen.


Ostzieher im Anflug

Quelle: Siehe Eintrag/Karte vom 31. März
Quelle: Siehe Eintrag/Karte vom 31. März

6. April 2022

 

Die heutige Karte der ostziehenden Senderstörche enthält ganz überwiegend aktuelle Standortpositionen und ist von daher recht aussagekräftig. Nur ein einziger besenderter Ostzieher ist bisher aus Afrika an seinem Nest eingetroffen („Nobby“ in Loburg). Das wird sich jedoch bald ändern. Die Mehrheit der Senderstörche hat inzwischen die Karpaten überquert oder umflogen. Jetzt steht die letzte Etappe auf dem Programm. Zunächst haben die Störche noch eine Kaltfront vor sich, die mit Regenfällen und starkem bis stürmischem Westwind rasch nach Osten durchziehen wird. Dahinter ist Schauerwetter zu erwarten. Aber die Motivation der erfahrenen Brutstörche ist groß, jetzt möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Und in der nächsten Woche sollen auch einige Tage lang sehr gute Bedingungen mit östlicher Strömung herrschen. Ich rechne deshalb damit, dass in den nächsten Tagen der Haupteinflug der Ostzieher beginnt und bis Ostern schon die große Masse bei uns eintreffen wird. Aktuell zurückgemeldet wurden im alten Landkreis Bad Doberan der zweite Storch in Niendorf und der erste in Liepen. Im Webcamnest in Rostock-Biestow dürfte jetzt die Brut begonnen haben – etwa eine Woche nach Eintreffen des zweiten Brutvogels. Das ist für ein erfahrenes Paar eine ganz normale Zeitspanne.

 


Ein besenderter Ostzieher auf dem Zug fotografiert: DEH HL 437 in der Slowakei

Lazany/Slowakei, 2.4.2022. Foto: M. Fulin.
Lazany/Slowakei, 2.4.2022. Foto: M. Fulin.

4. April 2022

 

Aufgrund des kalten und windigen Wetters rasten in diesen Tagen viele Störche in oder an den Karpaten. Das trifft auch auf den Senderstorch "HL437" zu, der auf dem Weg nach Groß Teetzleben bei Neubrandenburg ist. Am Samstag wurde er von M. Fulin bei Lazany im Norden der Slowakei in einem Trupp von 58 Weißstörchen abgelesen. Dankenswerterweise darf ich zwei seiner Fotos veröffentlichen. Die Störche halten sich gerne in der Nähe von Bächen und anderen Flussläufen auf. Einer hat dort eine Kröte erbeutet. Heute ist HL 437 weitergezogen und hat am Abend eine Deponie zwischen Krakau und Kattowitz erreicht. Das waren immerhin 175 Kilometer, sodass die Bedingungen dort offenbar wieder etwas besser geworden sind. Ich erwarte ihn in etwa 3 bis 4 Tagen zurück an seinem Nest. Dieses erreicht hat mit "Nobby" am heutigen Abend bereits der besenderte Storch vom Storchenhof Loburg. Er ist damit der erste besenderte Ostzieher, der in Afrika überwintert hatte und nun "zu Hause" eingetroffen ist.


Lazany/Slowakei. 2.4.2022. Foto: M. Fulin.
Lazany/Slowakei. 2.4.2022. Foto: M. Fulin.

Bisher bei uns elf Störche zurückgemeldet

Einer von bisher elf Rückkehreren im Bereich HRO/DBR: Unberingter Storch in Bandelstorf, 3.4.2022
Einer von bisher elf Rückkehreren im Bereich HRO/DBR: Unberingter Storch in Bandelstorf, 3.4.2022

Ostzieher werden verspätet zurückerwartet

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Kartengrundlage: Google Maps.

31. März 2022

 

Die neuesten Daten der Senderstörche stammen überwiegend vom heutigen 31. März. Sie zeigen, dass die Masse der ostziehenden Afrika-Überwinterer, die lange durch kaltes Winterwetter rund um den Bosporus aufgehalten wurden, inzwischen nach Wetterbesserung aufgebrochen ist. Wie schon im letzten Jahr, ist das aber nicht synchron, sondern sehr individuell (bzw. tatsächlich in kleineren und mittelgroßen Gruppen) erfolgt. So meldeten sich die Sender der beiden Loburg-Störche „Nobby“ und „HL437“ zuletzt bereits aus Südpolen bzw. der Slowakei. Daran anschließend scheinen jetzt viele Ostzieher in Rumänien zu sein, wobei die Karpaten entweder östlich umflogen oder direkt überquert werden. Weitere Senderstörche legen bisher nur sehr kleine Etappen zurück und mindestens zwei verharren noch an ihren Rastplätzen nahe Istanbul. Die Hamburger Senderstörchin „Tina“ pausiert dort beispielsweise nun schon seit 15 Tagen. Diese „bummelnden“ Senderstörche wurden bereits „von hinten“ überholt. So befindet sich die Schleswig-Holsteinerin „Eva“ (Überwinterung in Tansania) aktuell bereits bei Bukarest. Damit hat sie in neun Tagen eine etwa 2.300 Kilometer lange Strecke hinter sich gebracht. Sie und auch die anderen Senderstörche werden nun erneut durch einen Wintereinbruch gestoppt, der dieses Mal mit Kälte und Schneefällen Südpolen und den gesamten Einzugsbereich der Karpaten betreffen wird. Erst ab Anfang kommender Woche ist dort mit Wetterbesserung zu rechnen. Bei der Südafrika-Überwintererin "Gudow" (gekennzeichnet mit einem Fragezeichen) besteht leider die Befürchtung, dass ihr etwas zugestoßen ist.

Wir werden also noch ein wenig länger auf die Rückkehr der meisten Ostzieher warten müssen. Zum Vergleich habe ich einmal einen Blick auf die Ankunftsdaten bei uns geworfen, die wir seit 15 Jahren erfassen. Ich orientiere mich dabei am „Median“, der Auskunft darüber gibt, wann die Hälfte der Störche mit dauerhafter Horstbindung bei uns eingetroffen ist. Das früheste Jahr war 2008, als diese Bedingung bereits am 31. März erfüllt war. Die späteste Rückkehr war dagegen mit dem Median 14. April in den Jahren 2013, 2015 und 2016. Ich denke, dass wir wohl auch jetzt wieder für 2022 in diesem Bereich landen werden. Aktuell zähle ich bei uns weiterhin nur neun Rückkehrer, von denen mindestens drei als Westzieher einzustufen sind. Das heißt, dass bisher erst eine Handvoll sehr frühe Ostzieher eingetroffen ist. In den vergangenen vier Jahren waren ebenfalls zum 31. März zwölf (2018), 27 (2019), 22 (2020) und 15 (2021) Störche bei uns als Rückkehrer registriert.


Erneuter Wechsel am Biestower Webcam-Nest: Ist das alte Männchen zurück?

30. März 2022

 

Die Anwesenheit des Männchens aus Groß Bölkow im Biestower Webcam-Nest war offenbar nicht von langer Dauer. Während es zusammen mit der Brutstörchin "Martha" frühmorgens schon auf Futtersuche war, traf laut Webcam-Archiv um 7:42 Uhr ein anderes, unberingtes Männchen am Nest ein. Erkennbar ist dies unter anderem an seinem deutlich schmutzigeren Gefieder und einem beidseits sehr dunklen Übergangsbereich zwischen Auge und Schnabel. Der "Neue" verhielt sich auf dem Horst sehr dominant (intensives und anhaltendes Klappern, wiederholtes, abwehrendes Flügelschlagen sowie breites Platzieren mitten im Nest) und signalisierte auch sehr deutlich: dies ist mein Nest. Etwas später muss es außerhalb des Nests zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Männchen gekommen sein. Jedenfalls kehrte der "Neue" gegen 8:30 Uhr wieder zurück, fast direkt darauf gefolgt von dem beringten Weibchen. Beide wirkten sehr vertraut miteinander, und es kam auch sofort zu einer Paarung. Seitdem wurde der sehr saubere, helle Storch nicht mehr von der Webcam erfasst. Vermutlich ist er nach Groß Bölkow zurückgekehrt und wartet dort weiter auf ein Weibchen.

Es spricht vieles dafür, dass damit heute doch noch das Biestower Männchen der letzten Jahre zurückgekehrt ist, mehr als zwei Wochen später als in den beiden letzten Jahren. Halbwegs sicher kann ich das erst klären, wenn sich der Rostocker Zoo gemeldet hat - dort kennt sich dieses Männchen besonders gut aus und hat vor allem dem einen oder anderen Futtertopf auch gerne und regelmäßig einen Besuch abgestattet. Sollte dieses auffällige Verhalten auch jetzt festgestellt werden, besteht trotz fehlender Beringung eine große Wahrscheinlichkeit dafür, dass es das gleiche Individuum ist.

Ergänzen kann ich noch, dass das Fienstorfer Westzieher-Weibchen SVS 2616 vorgestern in der Nähe von Salzwedel abgelesen wurde. Hoffen wir, dass diese Brutstörchin sich dort nur vorübergehend aufhielt und bald nach Fienstorf zurückkehren wird. Außerdem wurden gestern aus Bandelstorf und Niekrenz noch jeweils die ersten Störche gemeldet. Ob sie auch dauerhaft bleiben, werden die nächsten Tage zeigen.


"Martha" ist zurück am Webcam-Nest - aber mit neuem Partner

Webcam Rostock-Biestow, 29.3.2022, 13:03 Uhr
Webcam Rostock-Biestow, 29.3.2022, 13:03 Uhr

29. März 2022

 

Heute gegen 10:00 Uhr ist am Webcam-Nest in Rostock-Biestow die Storchendame "Martha" (DEH H9835) zurückgekehrt. Der Ring konnte bereits erfolgreich abgelesen werden. Damit traf die zwölfjährige Brutstörchin der letzten vier Jahre einen Tag früher als 2021 ein. Sie ist sicher auch in diesem Jahr zu den sehr frühen Ostzieherinnen zu rechnen. Entsprechend bekotet war ihr Ring und "schmuddelig" ihr Gefieder. Vermutlich hat sie kurz zuvor noch eine Stippvisite im südlich von Rostock gelegenen Benitz gemacht, wo gegen 9:30 Uhr vom aufmerksamen Horstbetreuer H. S. ein links oben beringter Storch fotografiert worden ist. In diesem Jahr traf die Ringstörchin am Biestower Nest erstmals nicht auf ihren Partner der letzten vier Jahre. Wie schon berichtet, ist er vermutlich nicht mehr am Leben. Dafür dauerte es dann nur etwa zwei Stunden, bis ein unberingtes Männchen im Nest landete. "Er" besitzt ein auffällig weißes und sauberes Gefieder - offenbar liegen die Zugstrapazen schon etwas länger hinter ihm. Ich halte ihn für einen Westzieher, der das Nest sicher nicht ganz zufällig angesteuert, sondern gezielt aus der Luft inspiziert hat. Wie schon berichtet, gab es seit dem 13. März schon mehrere Besuche eines ganz ähnlich aussehenden Storchs auf dem Biestower Nest. Er wurde von "Martha" zwar zunächst etwas reserviert, aber nicht ablehnend begrüßt. Gegen 13 Uhr fand dann laut Webcam-Aufzeichnung schon die erste Paarung statt.

Wer könnte der Unbekannte sein? In der näheren und weiteren Umgebung gibt es bisher nur einen einzigen Rückkehrer, und zwar in Groß Bölkow, wo das Nest seit dem 12. März besetzt ist. Und siehe da, während heute Abend in Biestow unser neues Paar übernachtet, war der Horst in Groß Bölkow gegen 20:30 Uhr leer. Da gerade erst 5 bis 10 Prozent unserer Störche zurückgekehrt sind, mag die neue Paarbildung noch nicht endgültig sein (vielleicht gibt es noch weitere Interessenten?), aber erst einmal scheint man ganz gut miteinander zu harmonieren. Dass er sie nach Groß Bölkow locken kann, glaube ich in diesem Fall eher nicht, denn dafür hat sie vermutlich eine zu starke Horstbindung in Biestow. Mit 15 flüggen Jungstörchen in 4 Jahren hat sie ja auch ausgesprochen gute Erfahrungen im Webcam-Nest gemacht. Er dagegen war im letzten Jahr ohne Bruterfolg und zog 2020 in Groß Bölkow zwei Jungstörche mit der Schwedin SVS 1962 groß. Natürlich drüvken wir bei aller Freude über das neue Biestower Paar auch den Storchenfreunden in Groß Bölkow die Daumen, dass auch ihr Nest bald wieder besetzt werden wird.


Aufbruch in Richtung Karpaten steht kurz bevor

Quelle: siehe Eintrag vom 21. März
Quelle: siehe Eintrag vom 21. März

27. März 2022

 

Der Kartenausschnitt zeigt wieder die aktuelle Situation bei den besenderten Brutstörchen aus Nord- und Ostdeutschland. Die meisten befinden sich noch immer im Nordwesten der Türkei. In den letzten Tagen haben sie sich vielfach in kurzen Etappen in Richtung Marmara-Meer und Bosporus bewegt. Nun wird es dort deutlich wärmer und der Wind dreht auf südliche Richtungen. Damit sollte es jetzt zu einem massenhaften Aufbruch kommen. Einige Störche waren schon ungeduldiger bzw. mutiger und sind bereits vor der Wetterbesserung in Richtung Karpaten aufgebrochen. Von dort aus brauchen sie - je nach weiterer Wetterentwicklung über den Nordkarpaten und in Polen - noch etwa 8 bis 14 Tage, bis sie bei uns sind. Mit der ersten großen Ostzieherwelle rechne ich daher nicht vor dem nächsten Wochenende, eher wird es noch ein paar Tage länger dauern. Es spricht vieles dafür, dass der Einflug der Ostafrika-Überwinterer bei uns wie im Vorjahr etwas später als im langjährigen Durchschnitt erfolgt. Dafür haben die drei später aufgebrochen Senderstörche zuletzt schon ganz gut aufgeholt. Sie werden schon in wenigen Tagen ebenfalls die westliche Türkei erreichen. Nur die Senderstörchin "Sonja" hält sich aktuell noch im Süden Ägyptens auf. Von ihr wissen wir nicht, ob sie im letzten Jahr schon ein Nest besetzt gehalten hatte oder Nichtbrüterin war. Und von "Mose", einem dreijährigen Storch, der noch als "grüner Punkt" im Südwesten des Sudans geführt wird, fehlen uns aktuelle Daten. Die letzten stammen vom 4. März. Leider scheint sein Sender nicht mehr voll leistungsfähig zu sein.

Unterdessen gibt es aus unserem Betreuungsgebiet nur einzelne neue Beobachtungen von Horstbesuchern, aber keine weiteren Meldungen von dauerhaft bleibenden Neuankömmlingen. Inzwischen sinkt mit jedem Tag auch die Wahrscheinlichkeit, dass das in den letzten Jahren immer auffällig frühe, unberingte Männchen am Biestower Webcam-Nest noch zurückkehren wird. Ich denke, wir müssen hier auf ein neues Männchen hoffen und vermute, dass das Nest jetzt noch einige Tage leer bleiben wird. Andererseits gibt es im großen Pulk der Senderstörche am Bosporus mit "Jan" auch einen Hamburger NABU-Storch, der nicht wie in den Vorjahren auf der Sinai-Halbinsel überwintert hat, sondern im Herbst und Winter bis in den Tschad und Sudan gezogen ist. Es gibt also auch bei erfahrenen Altstörchen nicht immer identische Verhaltensmuster, was das Zug- und Überwinterungsverhalten anbelangt. "Jan" wird in diesem Jahr deutlich später als 2020 und 2021 eintreffen. Damals erreichte er als Nahost-Überwinterer bereits am 16. bzw. 22. März seinen Brutplatz.


Weitere Rückkehrer in Kowalz, Vorder Bollhagen und Groß Bölkow

23. März 2022

 

Heute kann ich weitere Ankünfte vermelden, es betrifft zunächst den jeweils ersten Storch in Kowalz (eingetroffen 22.3.) und Vorder Bollhagen (eingetroffen 23.3.). Beide Standorte fielen in den vergangenen Jahren schon wiederholt durch besonders frühe Rückkehrdaten auf. Es ist daher gut möglich, dass beide Störche nicht in Afrika, sondern im Nahen Osten überwintert haben. Als Westzieher wären sie vermutlich schon früher eingetroffen. Und dann habe ich noch den ersten Storch in Groß Bölkow nachzutragen, eingetroffen bereits am 12. März, nunmehr sicher bestätigt durch einen erfolgreichen Anruf bei den Nestbetreuern.

Am Webcam-Nest in Rostock-Biestow hat sich dagegen noch nichts weiter getan, außer dass die an der Biestower Dorfkirche brütenden Dohlen fleißig Nistmaterial abtransportieren und die Haussperlinge weiter ihre Nester innerhalb des Gesamtgebildes "Storchennest" ausbauen. In den nächsten vier bis fünf Tagen sollte nun eigentlich der Nestinhaber eintreffen. Denn sein spätester Rückkehrtermin war bisher (im Jahr 2016) der 28. März. Das beringte Weibchen "Martha" / DEH H9835 erwarten wir unter den ersten ostziehenden Afrika-Überwinterern und damit frühestens Ende März/Anfang April.

Aus der Türkei kann ich vermelden, dass in den letzten beiden Tagen zumindest im Süden und in der Mitte des Landes gezogen werden konnte. Das zeigen jedenfalls die Daten der besenderten Störche an. Inzwischen konzentrieren sich zwölf von 16 besenderten Brutstörchen aus Nord- und Ostdeutschland im Westen der Türkei, genauer zwischen Istanbul und Konya. Wir dürfen gespannt sein, wann von hier aus der Start in Richtung Karpaten möglich ist. Storch Nr. 13 ist in Israel eingetroffen, zwei weitere befanden sich gestern am Golf von Suez und der bzw. die letzte ("Sonja", besendert vom Storchenhof Loburg) müsste bald Ägypten erreicht haben.

 


Erneuter Kälteeinbruch führt zu großräumigem Rasten der Störche in der Türkei

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

21. März 2022

 

Die aktuellen Daten der Senderstörche zeigen es - in der Türkei ist es großräumig zu einer Zugpause gekommen. In den letzten Tagen gab es nur noch wenige Zugbewegungen, die meisten Weißstörche rasten jetzt, und zwar in einem Streifen, der vom Golf von Iskenderun bis zum Marmara-Meer reicht.  Auffällig ist weiterhin, dass deutlich südlichere Zugwege eingeschlagen werden als üblich. Die Ursache ist auch weiterhin eine Großwetterlage, bei der auf der Ostflanke der großen Hochdruckzone über Mitteleuropa Kaltluft aus dem Norden sehr weit nach Süden transportiert wird. Im Bereich des Schwarzen Meers und am Bosporus wird diese Luft sehr feucht, sodass es auch am Wochenende erneut zu Schneefällen in Istanbul und in der Nordhälfte der Türkei gekommen ist. Von den 16 erfahrenen Brutstörchen aus Nord- und Ostdeutschland, die in Ostafrika überwintert haben und jetzt in Richtung Brutgebiet unterwegs sind, haben vermutlich elf bereits die Türkei erreicht. Ein weiterer ist gestern im Westen Syriens geortet worden, während die vier bisher langsamsten Senderstörche erst in Ägypten angelangt sind. Auf unserer Karte sind aufgrund von Übertragungsproblemen nicht immer die aktuellen Positionen aufgetragen. In einem Fall ("grüner Punkt nördlich von Zypern") befinden sich gleich vier Senderstörche in einem einzigen Zugtrupp. Relativ sicher bin ich allerdings, dass noch keiner aus dieser 16er Gruppe den Bosporus in Richtung Europa überquert hat. Wann dieser Aufbruch erfolgen wird, hängt maßgeblich vom weiteren Witterungsverlauf in der Türkei und weiter nördlich ab. Es ist durchaus denkbar, dass die Zwangsrast noch ein paar Tage andauern wird. Vor diesem Hintergrund halte ich eine erste große Ostzieherwelle noch im März für sehr unwahrscheinlich.

Auch Senderstorch "Jonas", der Israel-Überwinterer, hatte 10 Tage auf einer Mülldeponie bei Istanbul gerastet, bevor er am 12. März wieder aufgebrochen war. Heute und damit bereits neun Tage später, ist er an seinem Brutplatz im Drömling/Sachsen-Anhalt eingetroffen. Dabei hat er zuletzt von sehr guten Zugbedingungen über Ost- und Mitteleuropa profitiert. Allein gestern schaffte er bei ganztägigem Sonnenschein und strammem Südost-Wind 540 Kilometer. Das ist eine ungewöhnlich große Tagesetappe.

Bei uns sind vorerst noch keine weiteren Brutstörche zurückgemeldet worden. Kandidaten wären die (vermeintlichen) Nahost-Überwinterer in Kowalz und - wie erwähnt - auch am Webcam-Nest Rostock-Biestow. Dort konnten bisher nur vier recht kurze Besuche von Einzelstörchen festgestellt werden. Hoffen wir, dass sich dies schon in Kürze ändert.


Ziehende Störche trotzen dem Wintereinbruch in der Türkei

17. März 2022

 

Entgegen meiner Befürchtung ist es offenbar im Süden der Türkei bisher zu keinem Zugstau gekommen. Einige der Senderstörche zeigen uns an, dass trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt gezogen werden kann. Dabei scheinen die Störche eine etwas weiter südlichere Route als üblich eingeschlagen zu haben. Die Senderstörchin "Tina" hat gestern das Marmara-Meer erreicht, während "Mimi" zwischenzeitlich gerastet hatte und aktuell etwa zwei "Tagesetappen" zurückliegt. Auch zwei der "Sude"-Störche sind im Inneren der Türkei unterwegs. Heute um 10:00 Uhr waren sie im gleichen Trupp am Stadtrand von Konya unterwegs. Etliche weitere Senderstörche haben unterdessen Kurs auf den Golf von Iskenderun genommen. Und Israel-Überwinterer "Jonas" musste heute in Rumänien den ersten Versuch zur Überquerung der Südkarpaten abbrechen. Er flog dann 50 Kilometer nach Osten, um erst einmal wieder auf einer Mülldeponie (nördlich von Ploesti) zu pausieren. Vermutlich sechs oder sieben Senderstörche befinden sich bis jetzt noch in Ägypten bzw. im nördlichen Sudan. Sie werden noch etwa einen Monat oder länger bis zu uns benötigen.

Aus unserem Betreuungsgebiet gibt es zu berichten, dass gestern das abgestürzte Storchennest in Heiligenhagen erneuert werden konnte. Am Webcam-Nest in Rostock-Biestow schaute heute wieder ein neugieriger Besucher vorbei. Er blieb länger als eine Stunde auf dem Nest, kehrte danach aber nicht mehr zurück. Der Nestinhaber der letzten Jahre ist jedenfalls noch nicht zurück. Noch besteht kein Grund zur Sorge, wie man an "Jonas" sehen kann, brauchen die Israel-Überwinterer, zu denen ich auch das Biestower Männchen zähle, in diesem Jahr für den Zug länger als in anderen Jahren.


Massiver Wintereinbruch in der Türkei - Auswirkungen auf den Zug der Weißstörche noch offen

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

13. März 2022

 

Es gibt Neuigkeiten von den ostziehenden Senderstörchen: Die ersten Afrika-Überwinterer haben jetzt fast den Golf von Iskenderun erreicht, etliche rasten in Israel (zwei im Hula-Tal, wo es im Januar einen großen Ausbruch der Vogelgrippe gab!) und weitere sind in Ägypten und im Sudan unterwegs. Die meisten der frühen Senderstörche haben den Golf von Suez einige Tage eher überquert als im letzten Jahr.

Nun aber hat sich weiter im Norden - als Folge der "Omega"-Hochdrucklage über Mittel- und Osteuropa ein markanter Kälteeinbruch ereignet. In Griechenland und auch in der Türkei gab es in den letzten Tagen massive Schneefälle. Dazu sind die Temperaturen besonders im türkischen Hochland auch tagsüber in den Minusbereich gerutscht. Wir müssen davon ausgehen, dass zwischen dem Taurus-Gebirge im Süden der Türkei und dem Bosporus eine fast geschlossene Schneedecke entstanden ist. Selbst in Bursa und in Istanbul ist viel Schnee gefallen. In den nächsten Tagen wird sich daran nur sehr langsam etwas ändern, denn es gibt nur eine ganz zögerliche Erwärmung. Eine solche Konstellation hatten wir seit etlichen Jahren nicht mehr, zuletzt gab es die zughemmenden Witterungsereignisse immer in den Karpaten bzw. am Bosporus. Ich bin gespannt, wie die ziehenden Störche darauf reagieren werden. Die wahrscheinlichste Entwicklung scheint mir ein Zugstau vor dem Taurusgebirge zu sein. Wie lange eine solche Verzögerung gegebenenfalls anhalten wird, ist sicher schwer vorherzusagen. Bekannt sind Berichte aus dem "Störungsjahr" 1997, als es im türkischen Hochland sogar zu einem Umkehrzug aufgrund von Schnee und Eis kam. Danach kamen viele Störche verspätet oder gar nicht in ihren Brutgebieten an. Natürlich hoffen wir, dass es so schlimm jetzt nicht kommen wird.

Immerhin waren aktuell vermutlich noch nicht sehr viele Weißstörche im Inneren der Türkei unterwegs, als der massive Wintereinbruch von Norden her einsetzte. Israel-Überwinterer "Jonas" hatte bereits am 2. März den Bosporus erreicht. Seitdem rastete er auf einer Mülldeponie bei Istanbul - sicherlich witterungsbedingt. Nach elf Tagen Pause ist er heute nun erstmals wieder 80 Kilometer nach Nordwesten gezogen. Nun hat er die Karpaten vor sich, in denen gleichfalls noch winterliche Verhältnisse vorherrschen.

 

13. März: Der zweite Interessent im Webcam-Nest Biestow. Unberingter Storch, blieb von 10:12 Uhr bis 10:48 Uhr. Hat nicht gebaut, kam später auch nicht wieder.
13. März: Der zweite Interessent im Webcam-Nest Biestow. Unberingter Storch, blieb von 10:12 Uhr bis 10:48 Uhr. Hat nicht gebaut, kam später auch nicht wieder.

In Kröpelin gibt es bereits ein Paar!

Kröpelin, 12.3.2022 - seit 3 Tagen ist in Kröpelin auch die beringte schwedische Vorjahresstörchin SVS 2151 zurück am Nest. Damit ist unser erstes Paar komplett! Foto: T. Sandhoff.
Kröpelin, 12.3.2022 - seit 3 Tagen ist in Kröpelin auch die beringte schwedische Vorjahresstörchin SVS 2151 zurück am Nest. Damit ist unser erstes Paar komplett! Foto: T. Sandhoff.

Ein erster Interessent am Biestower Webcam-Nest

Webcam Rostock-Biestow, 11.3.2022 - ein erster Besucher für 5 Minuten. Sicher noch keiner der Brutvögel des Vorjahres.
Webcam Rostock-Biestow, 11.3.2022 - ein erster Besucher für 5 Minuten. Sicher noch keiner der Brutvögel des Vorjahres.

Die ersten Ostafrika-Überwinter erreichen Israel

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

7. März 2022

 

Nachdem mittlerweile fünf westziehende Störche ihre Brutregion in Norddeutschland erreicht haben (nicht im Bild) und ein sechster im Südwesten Frankreichs rastet, lohnt nun wieder der Blick auf die Ostzieher. Senderstorch "Jonas", der wieder in Israel überwintert hatte, ist mittlerweile am Bosporus angelangt und rastet dort zurzeit auf einer Deponie. Auch alle anderen besenderten Brutstörche dürften sich in Afrika inzwischen auf den Weg gemacht haben. Zuletzt traf dies auch auf die beiden blau markierten Störchinnen "Eva" (in Tansania) bzw. "Sonja" (im Südwesten des Sudans) zu. Zwei weitere Senderstörche haben gerade erst - aus dem Sudan kommend - südlich von Khartum den Nil erreicht. Die große Masse ist schon weiter nördlich und befindet sich aktuell vermutlich zwischen dem Norden des Sudans und dem Golf von Suez. Gerade aus der Nubischen Wüste werden nur sehr selten und dann lückenhaft Daten übermittelt, weshalb die auf der Karte angezeigten Standorte teilweise schon vor einigen Tagen erreicht wurden. Etwas überraschend hat der Senderstorch "HL437" offenbar als einer der ersten Israel erreicht. Er ist bereits neunjährig und hatte 2021 in Groß Teetzleben bei Neubrandenburg/MV erstmals Bruterfolg (ein Jungtier wurde flügge). Ob ihn die Erinnerung daran auf diesem Frühjahrszug beflügelt? In den vergangenen Jahren gehörte er eher zu den langsamer ziehenden und häufiger rastenden Senderstörchen. Insgesamt betrachtet gibt es im Vergleich zu den Vorjahren erst einmal keine größeren Abweichungen: Die Masse der ostziehenden Störche ist weder besonders früh noch besonders spät dran. Allerdings gab es in drei der letzten vier Jahre witterungsbedingte Zugstörungen in der Türkei und an den Karpaten. Von daher könnten jetzt erfahrene Störche "abgespeichert" haben, dass ein zu früher Zug zu einem außerplanmäßigen Rasten, verbunden mit möglichen Nahrungsengpässen führen könnte. Wir werden den weiteren Zugverlauf aufmerksam beobachten!

Die gelb markierten Jungstörche (alle Jg. 2021) haben sich erwartungsgemäß dem Zug der Brutstörche noch nicht angeschlossen. Einer von ihnen (aus Süddänemark stammend) ist zuletzt nach Portugal gezogen, was nicht so oft vorkommt. Ein anderer hält sich noch in Südafrika auf.

Aus unserem Betreuungsgebiet sind mir bisher außer dem ersten Kröpeliner Storch noch keine weiteren Rückkehrer gemeldet worden. Seit wenigen Tagen ist auch die Webcam am Storchennest in Biestow wieder aktiv. Noch bestimmen dort aber die Spatzen die Szenerie. Wir werden sofort berichten, wenn sich dort etwas tut. Im letzten Jahr traf der erste Storch am 15. März in Biestow ein.

 


Kröpelin meldet den ersten Storch!

Kröpelin, 3.3.2022. Foto: T. Sandhoff.
Kröpelin, 3.3.2022. Foto: T. Sandhoff.

3. März 2022

 

Seit vorgestern haben nun auch wir "unseren" ersten Storch! Gesichtet wurde er in Kröpelin, einem traditionell immer sehr früh besetzten Standort. Da der Storch unberingt ist, gehen wir davon aus, dass es das Männchen der Vorjahre sein dürfte. Es ist der zweitfrüheste je bei uns ermittelte Termin, an dem ein Weißstorch an seinem Nest eingetroffen ist. Nur 2008 war das Stäbelower Männchen noch früher dran - es traf damals bereits am 23. Februar ein. Damit spricht vieles dafür, dass der Kröpeliner Storch ein Westzieher ist.


Orkan "Zeynep" und seine Folgen

Heiligenhagen, 19.2.2022
Heiligenhagen, 19.2.2022

19. Februar 2022

 

Seit 1977 ist das Storchennest in Heiligenhagen an seinem jetzigen Standort durchgängig besetzt gewesen. Im Laufe der Jahre ist es von diversen Generationen von Weißstörchen schon recht hoch mit Nistmaterial aufgeschichtet worden. In der letzten Nacht hat Orkan "Zeynep" die gesamte Konstruktion zum Absturz gebracht. Dabei ist zunächst die aus Metall bestehende Nisthilfe seitlich abgekippt. Danach stürzte das Nest in einen Vorgarten. Zum Glück ist niemand dabei zu Schaden gekommen. 

Selbstverständlich wird hier in Kürze eine neue Nisthilfe und ein Nistkorb aufgesetzt werden. Dazu sind einige Abstimmungen und Vorbereitungen notwendig. Zum Glück ist noch ein wenig Zeit bis zum Beginn der neuen Storchensaison. Unsere Störche sind überwiegend Ostzieher und werden auch in diesem Jahr nicht vor Ende März bei uns eintreffen. In den nächsten Tagen wollen wir prüfen, ob noch weitere Nester unseres Betreuungsgebiets betroffen sind. Ohnehin stehen jedes Jahr im März Ausbesserungsarbeiten an einigen Nestern an - und zwar dort, wo konkreter Bedarf besteht. Ein generelles, jährliches "Saubermachen"/"Reinigen" aller Nester halten wir grundsätzlich für nicht notwendig. Man sollte stets berücksichtigen, dass das Bauen und Ausbessern von Nestern zur "Kernkompetenz" von Vögeln gehört.

Der Orkan "Zeynep" ist im Übrigen von zahlreichen westziehenden Störchen genutzt worden, um sich mit viel Schwung in Richtung Brutgebiet treiben zu lassen. Beim Senderstorch "Porrentry" (geschlüpft und beringt 2017 in der Schweiz), der im letzten Jahr erstmals im nordniedersächsischen Heinbockel (Landkreis Stade) gebrütet hat, können wir genaue Distanzen angeben: Er ist gestern von Zentral-Frankreich aus bis an die niederländisch-deutsche Grenze gezogen. Das waren rekordverdächtige 640 Kilometer an einem Tag! Ich vermute, dass er schon heute als dritter der von uns beobachteten nord- und ostdeutschen Senderstörche sein Vorjahresnest erreicht haben wird.


Die beiden ersten westziehenden Senderstörche sind an ihren Brutplätzen zurück

17. Februar 2022

 

Nachdem wir mittlerweile in der zweiten Februarhälfte angelangt sind, steht auch in den afrikanischen Überwinterungsgebieten der Beginn des Aufbruchs in Richtung europäische Brutgebiete kurz bevor. Einige Störche, die einen längeren Weg vor sich haben, sind bereits gestartet. So ist die Störchin "Gudow", die noch bis Anfang Februar ganz im Süden Südafrikas gerastet hatte, dort vor zehn Tagen aufgebrochen. Inzwischen befindet sie sich bereits in Sambia. Der Hamburger "NABU-Storch" Jan, der die beiden vorangegangenen Winter noch auf der Sinai-Halbinsel verbracht hatte und ungewöhnlicherweise noch Ende Januar weit nach Westen in den Tschad geflogen war, ist dort inzwischen aufgebrochen und hat in vier Tagen bereits über 400 Kilometer in Richtung Osten hinter sich gebracht. Auch der mittlerweile neunjährige Brutstorch aus Groß Teetzleben/MV (DEH HL437) hat innerhalb des Sudan etwa 600 Kilometer ostwärts zurückgelegt. In Kürze wird er am Nil eintreffen. Ich rechne in der nächsten Woche mit dem Zugbeginn der meisten ostziehenden Störche. Der Sude-Storch "Lübs" wird dann leider nicht mehr dabei sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist er tot, sein Sender übermittelt seit Tagen Daten aus einem Wohnhaus mitten in der sudanesischen Stadt Rabak. Was dem Storch zugestoßen ist und warum sich sein Sender ganz offensichtlich in menschlicher Hand befindet, wird sich vermutlich nicht aufklären lassen. 

Auf der Westroute sieht es dagegen schon ganz anders aus. Mit "Alexander" (NABU Hamburg) und "Hans Albert" (NABU Schleswig-Holstein) sind am 13. Februar bzw. heute die beiden ersten "unserer" Senderstörche an ihren Brutnestern des Vorjahres eingetroffen. Weitere Brutstörche sind unterwegs und werden in den nächsten 14 Tagen ebenfalls zurückerwartet. Der starke Bestandsanstieg der westziehenden Population verstärkt die Konkurrenzsituation unter den Westzieher-Störchen. Nur wer sich beeilt, kann davon ausgehen, sein Nest aus dem letzten Jahr noch unbesetzt anzutreffen.

In unserem Betreuungsgebiet gab es in dieser Woche auch die erste Sichtung zweier Störche im Flug. Da wir danach nichts mehr von ihnen gehört haben, werden es vermutlich Durchzügler gewesen sein.


Beginn des Frühjahrszugs auf der Westroute

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

6. Februar 2022

 

Der Heimzug der Weißstörche hat begonnen! Vorerst gilt das allerdings nur für die Westzieher, wie der Blick auf "unsere" besenderten Störche aus Nordostdeutschland (und Dänemark) zeigt. Sicher aufgebrochen sind in Spanien die erfahrenen männlichen Brutstörche "Niendorfer", "Hans Albert" und "Alexander". Bei letzterem hat der Sender von Anfang September bis Ende Januar keine Signale übermittelt. Entweder befand er sich in einem "Funkloch" oder der Sender hatte ein anhaltendes technisches Problem. Auf jeden Fall freuen wir uns, dass er wohlauf zu sein scheint. Aktuell hat er als erster die Pyrenäen überquert. Die erste große Welle westziehender Störche wird auch in diesem Jahr vermutlich ab Mitte Februar erwartet. Bei den Ostziehern, die bei uns die übergroße Mehrheit stellen, hat sich in den vergangenen Wochen vergleichsweise wenig getan. Die meisten von ihnen werden in den kommenden Wochen vom Sudan aus den Zug in Richtung Norden beginnen. Am ersten "Fixpunkt", dem Golf von Surz, erwarte ich die erste Störche Ende Februar/Anfang März. Von Tansania aus, wo sich NABU-Störchin "Eva" zurzeit aufhält, wird es vermutlich wieder etwas länger dauern. Das gilt erst recht für die Störchin "Gudow", die sich nach wie vor ganz im Süden Südafrikas aufhält (auf der Karte nicht zu erkennen). Die gelb markierten, vorjährigen Störche (geschlüpft 2021) werden zumindest auf der Ostroute eher noch nicht mit nach Europa ziehen, wobei Ausnahmen immer wieder die Regel bestätigen. Gespannt sein dürfen wir auf das Verhalten der beiden dänischen Jungspunde, die zurzeit noch nah beieinander in Südspanien überwintern.

Bereits am 22. Januar und damit vermutlich wieder weit vor allen anderen, ist in Mecklenburg-Vorpommern der erste Weißstorch eingetroffen. Wie in vielen Jahren zuvor freuten sich die Anwohner in Belitz bei Teterow über den bekannten Rückkehrer. Bei uns im Altkreis Bad Doberan begann die Saison im Vorjahr am 7. März mit dem ersten Rückkehrer in Groß Bölkow.

Unterdessen wird aus Israel gemeldet, dass der zuletzt berichtete, starke Ausbruch der Vogelgrippe, vor allem im Hula Valley, offenbar abgeebbt ist. Hoffen wir, dass das auch noch im nächsten Monat gelten wird, wenn dort der Höhepunkt des Zuges erreicht werden wird.


Jahresbericht 2021 liegt vor

12. Januar 2022

 

Mit leichter Verspätung steht nun der Jahresbericht 2021 zum Download zur Verfügung. Viel Spaß bei der Lektüre! Die PDF-Datei kann hier heruntergeladen werden.


Die Positionen der überwinternden Senderstörche aus Nordmitteleuropa Anfang Januar - massiver Ausbruch der Vogelgrippe in Israel

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

3. Januar 2022

 

Der erste Bericht im neuen Jahr bringt einmal wieder einen Überblick über die Positionen der von uns regelmäßig verfolgten, besenderten Weißstörche aus Nord- und Ostdeutschland sowie Dänemark. Jetzt, Anfang Januar, sollte sich geklärt haben, wer den weiten Weg in den Osten und Süden Afrikas antritt und wer am südlichen Rand der Sahel-Zone verbleibt. Für die letztere Option hat sich die große Masse der Überwinterer entschieden. Besonders der Sudan ist erneut sehr stark frequentiert. Darüber hinaus ist eine 2021 neu besenderte schleswig-holsteinische Störchin nach Tansania geflogen, während ein Jungstorch aus Dänemark bis nach Südafrika geflogen ist. Dort hält sich jetzt auch die Störchin "Gudow" aus dem "Sude-Projekt" auf. Sie folgt damit ihrer Überwinterungstradition des vorletzten und des vorvorletzten Winters, während sie 2020/21 nur bis nach Tansania gezogen war. Senderstorch "Niendorfer" ist bereits aus Afrika nach Europa zurückgekehrt, aber der Weg war - auf der Westroute - auch nicht weit: lediglich von Marokko nach Südspanien ist er gezogen.

Sehr besorgniserregende Nachrichten gibt es aus Israel, wo es in diesem Winter zu massiven Ausbrüchen der Vogelgrippe kommt. Besonders betroffen war zuletzt die etwa 40.000 Individuen umfassende Überwinterungspopulation des Grauen Kranichs im Hula Valley. Es wird aktuell von bis zu 8.000 toten Kranichen ausgegangen, die möglicherweise kontaminiertes Futter gefressen haben. Die Lage ist dort zurzeit außerordentlich ernst, und wir können nur sehr hoffen, dass sich die Situation zur Hauptzugzeit im März deutlich verbessert haben wird. Dann werden dort neben vielen anderen, zum Teil sehr seltenen Zugvögeln, auch wieder tausende Weißstörche rasten. Das Hula Valley ist ein im gesamten Nahen Osten herausragend wichtiges Feucht- und Rastgebiet. Es wird inzwischen von Weißstörchen auch zur Überwinterung genutzt.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs ein frohes und gesundes Neues Jahr.


Auf der Farm der Familie Grey...

Hiddensee XT845, beringt im Juni 2021 in Rostock-Biestow, abgelesen am 9.12.2021 nahe Johannesburg/Südafrika. Foto: A. Grey
Hiddensee XT845, beringt im Juni 2021 in Rostock-Biestow, abgelesen am 9.12.2021 nahe Johannesburg/Südafrika. Foto: A. Grey

12. Dezember 2021

 

Jetzt habe ich neue Informationen und auch ein Foto von dem Biestower Jungstorch, der in dieser Woche in der Nähe von Johannesburg/Südafrika abgelesen wurde. Er hielt sich insgesamt zwei Tage auf einer Farm auf und ist inzwischen offenbar weitergezogen. Zwei Dinge, die möglicherweise miteinander zusammenhängen, waren auffällig. Zum einen hat er eine Deformation bzw. Verletzung an der Schnabelspitze. Sie war Ende Juli, als ich ihn zuletzt in Rostock fotografierte, noch nicht vorhanden. Bei Störchen besteht der Schnabel aus Kreatin. Er nutzt im Laufe der Zeit ab und wächst auch ständig ein wenig nach. Von daher bleibt zu hoffen, dass der Storch mit diesem Handicap auf Dauer klarkommt. Zum anderen war der Storch, dessen Schnabel und Beine für sein geringes Alter schon ungewöhnlich rot gefärbt sind, sehr zutraulich. Er umkreiste zunächst längere Zeit zu Fuß das Anwesen der Familie Grey und spazierte dann sogar in das Haus. Selbst gegenüber den Hunden der Familie zeigte er sich nicht ängstlich. Wir würden uns von dem Youngster natürlich etwas mehr Vorsicht und Sicherheitsabstand wünschen, denn nicht immer ist man ihm so wohlgesonnen wie auf der Farm der Familie Grey, die sich mit viel Empathie um ihn gekümmert hat und auch seine beiden Ringe sehr eindeutig ablesen bzw. fotografieren konnte. Es war per E-Mail ein sehr netter Austausch unter Tierfreunden über 9.000 Kilometer Entfernung. So habe ich erfahren, dass vor einiger Zeit der Hund der Familie ein Warzenschwein "adoptiert" und aufgezogen hat. Eine schöne Tiergeschichte in der Vorweihnachtszeit, würde ich denken! 


Biestower Jungstorch in Südafrika abgelesen

Jungstorch XT845: Von Rostock nach Südafrika. Kartengrundlage: Google Maps
Jungstorch XT845: Von Rostock nach Südafrika. Kartengrundlage: Google Maps

11. Dezember 2021

 

Kurz vor Weihnachten kann ich noch über einen ganz besonderen Wiederfund berichten. Einer der vier überlebenden Jungstörche des Jahrgangs 2021 vom Webcam-Nest Rostock-Biestow wurde der Beringungszentrale Hiddensee vorgestern aus der Nähe von Johannesburg in Südafrika gemeldet. Die Ablesung von XT845 erfolgte auf einer Farm nordöstlich der Stadt Ventersdorp. Wie auf der Karte links zu sehen ist, hat der Youngster schon in seinem ersten Lebensjahr mehr als 9.000 Kilometer (Luftlinie) zurückgelegt. Dass gerade junge Weißstörche auf ihrem ersten Zug besonders weit ziehen, ist durchaus bekannt, aber diese große Entfernung ist dann doch ungewöhnlich. Ich bin in Kontakt mit der Finderin und zuversichtlich, in Kürze noch mehr Details mitteilen zu können.

 

Bei dem Storch, der sich inzwischen seit einer Woche bei Ziesendorf aufhält, handelt es sich um einen unberingten Jungstorch. Wir denken, dass es das gleiche Individuum ist, das im November längere Zeit bei Tribsees beobachtet wurde. Inzwischen liegen verschiedene Fotos und auch Filmaufnahmen vor. Vielen Dank dafür! Der Youngster findet auch jetzt noch genügend Futter, und schon ab morgen soll bei uns die erste kurze winterliche Wetterperiode wieder vorbei sein.


Ein Wintergast unterwegs bei Ziesendorf

Beobachtungen von Weißstörchen in den letzten 14 Tagen lt. Beobachtungsportal www.ornitho.de
Beobachtungen von Weißstörchen in den letzten 14 Tagen lt. Beobachtungsportal www.ornitho.de

6. Dezember 2021

 

Wie es aussieht, hält sich seit einigen Tagen ein Weißstorch in unserer Region auf. Er wurde mehrfach im Bereich Nienhusen/Ziesendorf/Buchholz gesichtet. Dabei ist noch unklar, ob es sich um einen Alt- oder einen Jungstorch handelt. Möglicherweise ist das Individuum identisch mit einem diesjährigen Storch, der sich etwa zwei Wochen lang in der Umgebung von Tribsees/NVP aufhielt, dort jetzt aber seit etwa einer Woche nicht mehr gesehen wurde. Besorgte Anrufer erkundigten sich, ob der Storch in Gefahr sei und ob man etwas für ihn tun könne. Da konnte ich beruhigen - so lange wir keine großen Schneehöhen und zugefrorene Bäche haben, findet ein gesunder Storch für sich selbst auch im Winter genug Futter. Sollte es doch deutlich winterlicher werden, ist er in der Lage, in wärmere Gefilde auszuweichen. Während es bei uns bisher nur sehr selten einmal überwinternde Weißstörche gibt, ist dies in vielen anderen Teilen Deutschlands seit einigen Jahren ganz anders. Die aktuelle Verbreitungskarte von ornitho.de zeigt dies deutlich. Allerdings handelt es sich dabei um keine systematische Erfassung, sondern um - teils zufällig erfolgte - Beobachtungen vieler einzelner Melderinnen und Melder. Der Eintrag in Vorpommern bezieht sich auf frei fliegende Störche mit Bindung an den Tierpark Greifswald.


Ansiedlungen unserer Störche in nah und fern

3. Dezember 2021

 

Ich nutze die ereignisarme Wintermonate, um einmal einen Überblick über die Brutplätze der bei uns im alten Landkreis Bad Doberan beringten Weißstörche zu geben. Eingetragen habe ich alle 29 Individuen, die entweder 2020 oder 2021 (bzw. in beiden Jahren) als Brutvögel nachgewiesen wurden. Nur fünf von ihnen siedelten sich in unserem Betreuungsgebiet an, deutlich mehr waren es im alten Nachbarlandkreis Nordvorpommern (8) und ebenfalls fünf im alten Landkreis Güstrow. Zwei wurde im alten Landkreis Ludwigslust und einer im alten Landkreis Demmin abgelesen. Außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern kamen Rückmeldungen aus Schleswig-Holstein (3) und Brandenburg (1). Ins Ausland zog es vier Brutstörche: nach Polen (2), in die Niederlande (1) und nach Litauen (1). Die beiden letzten Einträge sind auf der Karte unten zu erkennen.   

Brutstörche mit Herkunft/Beringung in DBR 2020/2021. Kartengrundlage: Google Maps
Brutstörche mit Herkunft/Beringung in DBR 2020/2021. Kartengrundlage: Google Maps

Ein Blick auf die Senderstörche

Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.
Farblegende (Projektverantwortliche): Lila: NABU Hamburg, Rot: Sudestörche/Stork-Foundation, Blau: NABU Schleswig-Holstein, Grün: Storchenhof Loburg. Gelb markiert sind Jungstörche (3 x aus Dänemark, 1 x Storchenhof Loburg). Kartengrundlage: Google Maps.

21. Oktober 2021

 

Auch in diesem Winterjahr möchte ich wieder einen Überblick über das Zug- und Rastverhalten von insgesamt 33 besenderte Weißstörchen geben. 29 von ihnen starteten im Spätsommer in Nord- und Ostdeutschland, vier in Dänemark. Unter ihnen befanden sich anfangs sechs diesjährige Störche. Leider leben von ihnen aktuell nur noch vier. Die beiden übrigen sind ebenso wie zwei Altstörche des Hamburger Projekts auf dem Herbstzug ums Leben gekommen. Brutstörchin "Regina" (NABU Hamburg) wurde dabei Opfer einer Windkraftanlage bei Bremen, in zwei weiteren Fällen starben die Störche (in Polen und in der Türkei) an Stromleitungen. Die aktuelle Karte verrät uns, dass sechs Störche auf der Westroute unterwegs sind, fünf davon halten sich zurzeit in Spanien auf, der sechste in Marokko. Auf der Ostroute war wieder der Tschad das Hauptziel der ersten Zugetappe. Dabei fiel auf, dass in diesem Jahr Rastplätze bevorzugt wurden, die nördlicher und auch östlicher als in den Vorjahren liegen. Dies korrespondiert mit den dort verstärkt aufgetretenen Niederschlägen während der Regenzeit im August/September. Mittlerweile sind fast alle dort eingetroffenen Störche schon wieder auf Ostkurs - früher als 2019/20 und 2020/21. Die seit Juli gefallenen Niederschlagsmengen sind im Tschad in etwa durchschnittlich, nur im Osten des Landes höher als üblich. Genau dort und im angrenzenden Südwesten des Sudan scheinen sich jetzt besonders viele Weißstörche aufzuhalten. Es ist eine spannende (und zugleich auch wichtige) Frage, ob sie dort auch in den kommenden Monaten genügend zu fressen finden oder - zumindest zum Teil - nach Ost- bzw. Südafrika weiterziehen.

Senderstorch "Jonas" überwintert dagegen wie schon seit Jahren in Israel, während drei weitere besenderte Weißstörche erst im Oktober den Golf von Suez überquert haben und jetzt zu ihren Artgenossen im Sudan und im Tschad unterwegs zu sein scheinen. Schließlich haben sich die beiden Hamburger Senderstörchinnen "Mimi" und "Ombeni" als erstes Etappenziel gegen den Tschad und für den Osten des Sudan entschieden.