12 von 16 Senderstörchen beenden Zug erfolgreich

22. April 2019

Am gestrigen Ostersonntag erreichten die beiden letzten besenderten Altstörche aus Nord- und Ostdeutschland, die wir seit ihrem Zugbeginn im August beobachtet hatten, ihre Brutgebiete. Damit haben 12 von 16 gestarteten Störchen die gefährliche Reise überstanden - vier sind leider in Afrika verschollen bzw. tot. Die sich daraus ergebende Rückkehrquote von 75 Prozent liegt durchaus im "Normalbereich". Allerdings ist es besonders bitter, dass von den fünf Senderstörchen des Sude-Projekts nur zwei ihr Ziel erreicht haben. Da war sicher auch schon viel Pech im Spiel. Die Ankunftstermine liegen insgesamt gesehen recht früh, das deckt sich auch mit unseren allgemeinen Beobachtungen an den Nestern. Nun ist es allerdings nicht so, dass alle Senderstörche sogleich ihren Platz im Nest des Vorjahres eingenommen haben. Senderstorch "Jonas" fand bereits Ende März sein Nest im Drömling/Sachsen-Anhalt besetzt vor. Bis heute scheint er noch kein neues Nest gefunden zu haben. Zwischenzeitlich wurde er für einige Tage in Niedersachsen beobachtet, er ist jetzt aber wieder in sein eigentliches Brutgebiet zurückgekehrt. Senderstorch "Rolando" traf in diesem Jahr verspätet an seinem Stammnest in Lindau/Sachsen-Anhalt ein. Bisher ist es ihm noch nicht gelungen, sein Neest zurückzuerobern. Zwei weitere Störche des Loburg-Projekts, HL437 und HL440, waren im letzten Jahr Nichtbrüter und besaßen demzufolge auch noch keine richtig feste Bindung an ein Nest. Auch bei ihnen ist offenbar noch keine endgültige Entscheidung gefallen - wo sie auf Dauer bleiben werden, steht momentan noch nicht fest. Anders ist es bei den acht übrigen Senderstörchen. Sie sind wieder an ihren Vorjahresnestern eingetroffen und brüten dort z. T. bereits.

Auch in unserer Region sind über Ostern weitere Storchentrupps beobachtet worden: 15 Störche bei Schmadebeck, sechs bei Petschow (jeweils Freitag), zehn über Sanitz und drei am Ortsrand von Rukieten (Samstag). Sie halten sich weiterhin fast ausschließlich auf frisch bearbeiteten Ackerflächen auf, während die schon sehr trockenen Wiesen offenbar gemieden werden. Allerdings gibt es weiterhin keinen nennenswerten Zuwachs an den Nestern. Wir verharren weiter bei jetzt 30 Paaren und 7 Einzelstörchen im Bereich DBR (nach 39 HPa im Vorjahr). Ich führe dies auf die anhaltende Trockenheit zurück. Seit nunmehr mehr als fünf Wochen hat es bei uns nicht mehr nennenswert geregnet. Es ist sehr zu hoffen, dass der für die nächsten Tage angekündigte Niederschlag uns auch wirklich erreicht. Er ist dringend erwünscht! Dann könnte auch die Bereitschaft der Störche zur Besetzung eines Nestes bzw. zum Beginn eines (späten) Brutbeginns wieder zunehmen. Zugleich erwarten wir zum Monatsende auch die nachrückenden jungen Störche, die erstmals nach einem Nest Ausschau halten.


Viele kleinere Trupps unterwegs

17. April 2019

Immer wieder werden zurzeit kleinere Trupps an Störchen gemeldet - mal sind es zehn oder acht, dann drei oder vier, die gemeinsam bei der Nahrungssuche angetroffen werden. Besonders auf frisch bearbeiteten Ackerflächen werden sie zurzeit gesichtet. T. Sandhoff und A. Hornburg beobachteten heute vier Störche bei Lambrechtshagen. Das Besondere: drei von ihnen waren beringt. Zwei blieben leider unerkannt, Nr. 3 aber konnte sicher identifiziert werden - wieder ein schwedischer Storch. SVS 2336 wurde vermutlich 2017 beringt.

Foto: T. Sandhoff


Von Bandelstorf nach Groß Bölkow

15. April 2019

Auch weiterhin gibt es noch ein erhebliches "Hin und Her" an den Nestern. Während in Zeez nun offenbar doch eine beringte Störchin DEH HN373, die im Vorjahr noch in Mistorf/GÜ einen vergeblichen Brutversuch unternahm, feste Bindung zum dortigen Männchen erlangt hat, ist die "neue" Störchin in Groß Bölkow (siehe Foto) für uns keine Unbekannte. Die jetzt vierjährige SVS 1962 war 2017 und 2018 Brutstörchin in Bandelstorf. Dort aber wird bereits fest gebrütet, sodass SVS 1962 ihren Platz offenbar nicht zurückerobern konnte. In Groß Bölkow hatte es eine andere Störchin Anfang April nur drei Tage ausgehalten und war dann weitergezogen. Seit etwa einer Woche ist nun die Schwedin an der Seite des Nestinhabers. Auch an vielen anderen Nestern beginnt jetzt die Brut. Etwa Mitte Mai werden vielerorts die ersten Küken schlüpfen.


Warten auf die zweite Welle

14. April 2019

Die erste große Einflugwelle brachte in diesem Jahr zwischen dem 29. März und dem 4. April etwa 50 Weißstörche zu uns, das sind etwa 60 % des Vorjahresbestands! Danach gingen die Rückkehrerzahlen drastisch zurück auf nur noch 8 oder 9 Rückkehrer seit dem 5. April. Ein wesentlicher Grund dafür ist schlechtes Wetter nicht nur bei uns, sondern auch in Ost- und Südosteuropa. So wurden die letzten vier von zwölf überlebenden nord- und ostdeutschen Senderstörchen zuletzt an bzw. in den Karpaten aufgehalten und zum Rasten gezwungen. Nun aber zeichnet sich eine deutliche Wetterbesserung in Richtung Osterwochenende ab. Ich rechne dann mit einer zweiten Welle, die aber sicher nicht so ausgeprägt sein wird wie die erste. Dort erwarten wir dann auch Südafrika-Überwinterer sowie solche Störche, die im Vorjahr nicht oder nicht erfolgreich gebrütet haben. Eine große Lücke besteht noch bei unseren Ringstörchen. Von 16, die im Vorjahr Horstbindung hatten, sind erst fünf zurückgemeldet. Dabei handelt es sich jeweils um ältere, erfahrene Brutstörche, während vor allem jüngere Weibchen noch fehlen.  Einen ersten kleineren Trupp mit zehn Störchen (darunter ein zweijähriger Schwede) beobachtete G. Gernhöfer Ende letzter Woche bei Niendorf/Papendorf.


Aufregung am Schwaaner Tannenberg

9. April 2019

Nachdem das langjährige beringte Männchen HN051 am Nest Schwaan Tannenberg im letzten Jahr tragischerweise - vermutlich nach einem Unfall - sein rechtes Bein verloren hatte, war die Spannung groß, was dort wohl in diesem Jahr passieren würde. Am 26. März traf der erste Storch ein. Er stellte sich im Nachhinein als Männchen heraus, zu dem sich am 8. April ein Weibchen gesellte. Die beiden schienen auch sogleich zu harmonieren. Heute zeigte sich nun, dass zumindest das Männchen die Rechnung ohne den beringten Storch HN053 gemacht hatte, von dem ich kürzlich bereits berichtet hatte. Dieser brutunerfahrene Storch traf  am 2. April ein und entschied sich zunächst für das noch freie Nest in Ziesendorf, an dem am 7. April auch das Foto links oben gemacht wurde. Fleißig wurde gebaut. Wir wissen den Grund noch nicht, aber heute früh tauchte er plötzlich in Sildemow auf (letzte Woche hatte er dort schon kurz gestanden) und fing an, das dortige Nest auszubauen. Offenbar hielt es ihn dort aber nicht sehr lange, denn am Abend erschien er am Schwaaner Tannenberg und vertrieb dort das Männchen. Storchenfreundin D. Großmann beobachtete auch schon Kopulationen mit dem Weibchen, aber so ganz harmonisch waren die beiden noch nicht miteinander. Wir dürfen gespannt sein, wie es dort mit dem Brutanfänger weitergeht. Das einbeinige Männchen aus dem Vorjahr ist übrigens bisher nicht wieder aufgetaucht. 


Ein viel versprechender Start in die Storchensaison

8. April 2019

Am zurückliegenden, sonnig-milden Wochenende habe ich eine Vielzahl unserer Storchennester aufsuchen können. Dabei hat sich der sehr positive Eindruck bestätigt - der Start in die Weißstorchsaison ist auf jeden Fall viel versprechend. Die anhaltend guten Zugbedingungen und vermutlich auch günstige Überwinterungsverhältnisse in Afrika haben schon mehr als drei Viertel des Vorjahresbestandes zu uns geführt. Aktuell zähle ich (nach 39 Horstpaaren und 4 Einzelstörchen im letzten Jahr)  bereits 27 Horstpaare und 10 Einzelstörche. Es gibt darüber hinaus viele Beobachtungen von Störchen, die bisher ohne Horstbindung sind und noch nach einem geeigneten Nest suchen. Auch sind etliche Nester umkämpft. Dazu gehörte gestern auch das in Berendshagen, an dem das Foto links entstand (kann per Klick vergrößert werden). Gut erkennbar ist bei beiden Störchen die Kehlsackmusterung, ein individuelles Erkennungsmerkmal, das noch zu selten Beachtung findet und für deren Dokumentation die Störche im Erregungszustand sein müssen. Vorne im Bild das Weibchen, mit dem typischerweise etwas weniger wuchtigen Schnabel. Die beiden Fremdstörche, die das Nest in niedriger Höhe überflogen und für die Aufregung gesorgt haben, sind dann bald weitergezogen.


Aufwertung von drei bestehenden Nistangeboten

5. April 2019

Am heutigen Freitag haben die Storchenfreunde G. Gernhöfer und C. Roscher insgesamt drei bestehende, aber seit langer Zeit unbesetzte Nisthilfen durch das Aufbringen von Nistkörben aufgewertet (in Reppelin, Kavelstorf und Biestow Ausbau). Gerade momentan, wo viele, z. T. auch neue Störche gleichzeitig eintreffen, könnte es vielleicht doch einmal gelingen, eine Neuansiedlung zu erreichen. Grundsätzlich ist das allerdings sehr schwierig. Wir haben einen seit Jahren rückläufigen Weißstorchbestand und vermutlich in dreistelliger Anzahl ungenutzte Nisthilfen. Von daher reagieren wir in aller Regel auch sehr zurückhaltend, wenn es um die Aufstellung weiterer Initiativ-Nistangebote geht. Das ist in den allermeisten Fällen ohne Aussicht auf Erfolg - leider!

Foto: C. Roscher 

 

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Am gestrigen Donnerstag habe ich bei Neu Broderstorf - allein und nahrungssuchend auf einem Acker - den vor gut einer Woche ausgewilderten, letztjährigen Jungstorch CE09 beobachten und seine Ringnummer ablesen können. 


Rückkehrerwelle ist erstaunlich dynamisch

4. April 2019

Auch in den beiden letzten Tagen hat der starke Einflug der Ostzieher-Störche unvermindert angehalten. Erneut erreichten mich zahlreiche neue Meldungen von eingetroffenen Störchen. Erst am Wochenende wird Gelegenheit sein, das alles zu prüfen. Es wird auch noch eine Zeit lang dauern, bis sich alles zurecht "geruckelt" hat. An verschiedenen Nestern stehen andere als die vorjährigen Störche. Das gilt etwa für Bandelstorf (jetzt ein unberingtes Paar, die schwedische Brutstörchin von 2017 und 2018 ist noch nicht zurück) oder auch für Broderstorf I (siehe Foto). Von dort wurden zwei beringte Störche gemeldet, was ich heute Abend auch bestätigen konnte. Er war dort schon im letzten Jahr Brutvogel, sie aber, eine vierjährige Brandenburgerin,  ist bei uns ganz neu. Anhaltend schwere Kämpfe werden aus Benitz gemeldet, obwohl dort das Vorjahrespaar wieder zusammen zu sein scheint. G. Gernhöfer konnte in Sildemow als Horstbesucher DEH HN053 ablesen, einen fünfjährigen, von uns in Bentwisch beringten Storch, der im Vorjahr als Nichtbrüter bei uns unterwegs war. Ich bin zuversichtlich, dass wir ihn demnächst an einem unserer Nester wiederfinden werden. Alles in allem bin ich sehr positiv überrascht von der Dynamik der Rückkehrerwelle. Die günstigen Zugbedingungen werden voraussichtlich auch morgen noch bestehen bleiben. 


...und ab in Richtung Schweden

2. April 2019

Es gibt Neuigkeiten von der schwedischen Störchin SVS 2445, die von Freitag bis Samstag dabei war, am Webcam-Nest in Biestow Fuß zu fassen und dann von der zurückkehrenden Brutstörchin H9835 vertrieben wurde. Sie ist tatsächlich erst zweijährig und wurde 2017 in einer "wilden" (also keiner Gehege-) Brut in Härnestad/Schonen groß. Nachdem ich sie am Samstagabend noch nahrungssuchend in der Nähe des Biestower Horstes beobachtet hatte, lief sie schon am Sonntag auf der Insel Rügen meinem dortigen Storchenbetreuerkollegen vors Spektiv. Offensichtlich plant sie jetzt doch, möglichst rasch nach Schweden zurückzukehren.

Unterdessen gab es bei uns auch heute zahlreiche  zurückgemeldete Störche. Wir sind jetzt schon nahe an der 50-Prozent-Marke (bezogen auf den Vorjahresbestand), aber einige werden sicher auch wieder weiterziehen. Überraschend war der Zuwachs nicht, denn es gab auch heute wieder beste Zugbedingungen. Senderstorch "Sky" schaffte dabei über der Ukraine und Polen 525 Kilometer in 24 Stunden - eine enorme Distanz. Andere Störche  werden es ihm gleichgetan haben.  


Es passt noch nicht überall zusammen - Bahn frei über Osteuropa!

1. April 2019

Während sich am Webcam-Nest in Biestow nach der Rückkehr der Vorjahresstörchin H9835 alles geklärt zu haben scheint, passt es an anderen Nestern längst noch nicht überall so gut zusammen. Das Foto stammt aus Benitz, wo den ganzen Tag über Kämpfe stattfanden. Hier ist die Situation so, dass die langjährige Brutstörchin 5X443 am Samstag als erste am Nest eintraf. Heute gab es mehrere Interessenten, die zum Teil auch sehr hartnäckig waren und immer wieder versuchten, bei ihr zu landen. Keinen ließ die erfahrene Störchin zu sich aufs Nest. Offenbar ist ihr Vorjahrespartner noch nicht dabei gewesen. Vielleicht trifft dieser in den nächsten Tagen ein oder sie akzeptiert doch die Werbungsversuche des (unberingten) "Neuen". Ähnliches wurde auch aus Berendshagen gemeldet, wo ein Storch nur auf den umliegenden Dächern, nicht aber am Nest geduldet wurde. In der Anfangsphase der Storchensaison geht es vielfach noch hin und her, bevor sich alles gefunden hat. Erfreulicherweise ist bei uns mittlerweile mindestens ein Drittel des Vorjahresbestandes eingetroffen. Das ist in dieser Hinsicht die höchste Quote seit fünf Jahren (zu den Details vgl.  "Aktuelle Karten").

Und in den nächsten Tagen sollte es noch etliche weitere Rückkehrer geben. Über Mittel- und vor allem Osteuropa ist ein großes Hoch wirksam, das nicht nur viel Sonnenschein und gute Thermik bietet, sondern zusätzlich auch den Wind aus der richtigen Richtung wehen lässt. Zumindest am morgigen Dienstag ist es auch bei uns noch weitgehend störungsfrei, in den Folgetagen gibt es zwar Wolken und etwas Regen, aber weiter östlich bleibt es bei den sehr guten Zugbedingungen, die sicher von den Zugvögeln genutzt werden. Was man damit als Storch "anfangen" kann, demonstrierte gestern und heute Senderstorch "Arthur" aus Schleswig-Holstein. Die letzte, etwa 430 Kilometer lange Etappe schaffte er innerhalb von gut 24 Stunden! Insgesamt fünf auf der Ostroute ziehende Senderstörche sind inzwischen am Ziel angelangt, zwei sind momentan auf dem Balkan, zwei im Inneren der Türkei und die letzten drei schließlich in Israel bzw. im Westjordanland. Dort unten geht es gerade nicht so gut voran, denn das Wetter ist sehr unbeständig.

 


Starker Einflug der Ostzieher - Biestower Vorjahresstörchin ist zurück

30. März 2019

Zeitgleich mit den ersten drei besenderten Ostziehern trafen heute zahlreiche Störche an ihren nord- und ostdeutschen Nestern ein. Strahlender Sonnenschein und südliche Winde führten auch mindestens ein Dutzend von ihnen in unser Betreuungsgebiet. Aktuell zähle ich bereits sechs Horstpaare und zwölf Einzelstörche. Genauere Informationen gibt es unter "Aktuelle Karten". Die günstigen Witterungsbedingungen werden voraussichtlich noch bis Dienstag anhalten und damit dann die erste große Welle an Rückkehrern zu uns führen.

Sehr spannend ging es auch am Webcam-Nest Rostock-Biestow zu. Nachdem der unberingte Hausherr die Nacht allein verbracht hatte, durfte die junge schwedische Störchin ab etwa 5.30 Uhr bei ihm im Nest landen. Es war zwar etwas neblig, aber die Webcam (auf deren Archiv ich zugreifen kann) übertrug die beiden doch in einer sehr eindeutigen Position... Die traute Zweisamkeit hielt allerdings nur rund 10 Stunden an. Während sie "außer Haus" unterwegs war und das unberingte Männchen das Nest allein bewachte, traf um 16.25 Uhr eine oben links beringte Störchin ein. Sie wurde auch anstandslos auf dem Nest geduldet. Wenig später versuchte laut Webcam ein dritter Storch zu landen, sicherlich die Schwedin. Sie hatte offenbar keine Chance und musste sich schnell geschlagen geben. Gegen 18.30 Uhr entdeckte ich ganz in der Nähe auf einem Wintergetreidefeld zunächst die farbberingte schwedische Störchin und nur 200 Meter weiter ein Storchenpaar. Ich konnte den Ring ablesen und kann bestätigen, dass tatsächlich die Vorjahresstörchin DEH H9835 wieder zurück ist. Zur Nacht steht das nun wiedervereinte Paar gemeinsam im Nest. Wir dürfen gespannt sein, ob wir die Zweijährige vielleicht noch an einem anderen Nest wiederfinden werden - freie Plätze gibt es noch reichlich. 


Anbandlungsversuche einer jungen Schwedin im Biestower Webcam-Nest

29. März 2019

Seit 10 Tagen wartet der männliche Storch am Webcam-Nest Rostock-Biestow mittlerweile schon auf eine Partnerin. Heute nun tauchte am Nachmittag eine  beringte Störchin auf und versuchte "bei ihm zu landen". Anfangs ließ er dies etwas widerwillig auch zu und ignorierte sie dann, indem er ihr liegend den Rücken zuwandte. Etwas später vertrieb er sie dann doch aus dem Nest. Die erst zweijährige Schwedin SVS 2445, als die sie sich bei näherer Betrachtung entpuppte, blieb aber hartnäckig und versuchte es noch zwei weitere Male. Schließlich gab er seine ablehnende Haltung auf und zeigte zumindest etwas Interesse an ihr. So richtig mochte er sich jedoch noch nicht für die junge Schwedin entscheiden. Die heutige Nacht verbringt er jedenfalls allein auf seinem Nest. Wir dürfen gespannt sein, ob sie ihre "Charmeoffensive" morgen fortsetzt oder vielleicht schon weiter gezogen ist. Auf jeden Fall ist auch noch mit der Störchin des Vorjahres zu rechnen, die 2018 am 2. April aufgetaucht war und in diesem Fall sicher nicht kampflos der Rivalin weichen würde.

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Dank höchst willkommener Unterstützung einer Storchenfreundin aus Fienstorf wissen wir inzwischen auch, dass der gestern dort eingetroffene Storch wieder das Männchen DEH HC774 ist - er ist nachgewiesener Ostzieher und geht damit in seine vierte Fienstorfer Brutsaison. Außerdem wurden gestern zurückgemeldet der jeweils erste Storch in Grammow und Neu Rethwisch..


Auswilderung bei Papendorf - unsere ersten Ostzieher sind da

27. März 2019

Am heutigen Mittwoch haben wir bei Papendorf einen vorjährigen Storch ausgewildert, der seit Oktober im Zoo Rostock versorgt worden war. Er ist seinerzeit im Ostseebad Rerik leicht verletzt aufgegriffen worden. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt er aus der Spätbrut in Pankelow, wo die Altvögel Ende August ohne ihn abgezogen waren.

Bestätigen können wir die Rückkehrer in Nustrow und Cammin. Der dortige Storch ist mit DEH H9768 beringt und damit das jetzt neunjährige Männchen der Vorjahre. Dessen bisherige Ankunftstermine lagen stets im April. Ich halte ihn daher für einen Ostzieher. Sicher ist das im Fall des ebenfalls heute identifizierten Männchens DEH HH795 in Kuhlrade/RDG, der 2018 auf der Ostroute abgelesen wurde. Es sind also ganz offensichtlich bei uns bereits Ostzieher eingetroffen, bevor der erste der ostziehenden Senderstörche sein Brutnest erreicht hat. Und schließlich ist bereits am 23. März der erste Storch in Schwaan (Tannenberg) beobachtet worden. Es ist ein unberingter Storch mit zwei Beinen - und damit nicht das unglückliche Männchen DEH HN051, das im Vorjahr ein Bein verloren hatte.    

 


Drei weitere Rückkehrer und ein neuer Mast für Rosenhagen

26. März 2019

Heute wurden aus dem Altkreis Bad Doberan drei weitere Störche zurückgemeldet: in Berendshagen traf der erste Storch heute ein, das könnte zeitlich schon passen (im Vorjahr Rückkehr des Weibchens am 25.3.). Der zweite Ankömmling wurde in Cammin gestern zunächst im Dorf und heute dann auf dem Nest gesehen. Dieses Verhalten und der sehr frühe Termin (im Vorjahr Rückkehr beider Störche am 4.4.) lassen mich vermuten, dass dieser Storch hier neu ist. Über den dritten Rückkehrer, der heute in Nustrow beobachtet wurde, ist bisher noch nichts Näheres bekannt.

In Rosenhagen ist heute der alte, umsturzgefährdete Holzmast durch einen stabilen Betonmast ersetzt worden. Dabei konnte die alte Nisthilfe samt Nest wieder angebracht werden, was in solchen Fällen immer die beste Lösung ist. Wir danken dem Energieversorger edis und den Mitarbeitern der ausführenden Firma Sandmann für ihre tolle Unterstützung!  


Die ersten Ostzieher sind im Anflug!

25. März 2019

Der Blick auf die nachfolgende Karte verrät es - die ersten drei ostziehenden Senderstörche sind auf dem Anflug in Richtung Brutgebiet und werden Nord- bzw. Ostdeutschland noch in dieser Woche erreichen. Die Zugbedingungen sind dabei eher durchwachsen, es geht nicht ganz so schnell voran wie erhofft. Im Gegenteil: aktuell zieht großräumig eine Kaltfront von Nordwest nach Südost durch und bringt in den Nordkarpaten nochmals Schneefälle, weiter südlich dann Regen. Auch der Wind kommt genau aus der falschen Richtung. Damit können auch wir dann wohl erst ab dem Wochenende mit der ersten Ostzieher-Welle rechnen. Bis dahin ist eine Wetterbesserung vorhergesagt. Anhand der Verteilung der übrigen Senderstörche würde ich sicher ausschließen, dass wir mit einer massenhaften Ankunft noch im März rechnen können. Das war zuletzt 2014 der Fall. Auch die nächstfolgenden drei Störche, die sich aktuell in Rumänien bzw. Bulgarien aufhalten, werden früh, das heißt vermutlich Anfang April, eintreffen. Etwas länger wird "Robert" brauchen, der jetzt den Süden der Türkei erreicht hat. Drei weitere Senderstörche rasten seit einigen Tagen in Israel. Je nachdem, wann sie aufbrechen, werden sie etwa Mitte April bei uns sein können. Schließlich sind zwei Störche noch in Afrika. Mit ihnen ist erst Ende April zu rechnen. Darunter ist auch "Rolando", dessen Sender sich 14 Tage lang nicht gemeldet hatte. Er durchquerte in dieser Zeit sehr mühsam die Nubische Wüste und hat jetzt Süd-Ägypten erreicht.

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Interessante Beobachtungen kann man zurzeit im Vogelpark Marlow bzw. im Tierpark Greifswald machen. Dort sind bereits zahlreiche Störche eingetroffen, ganz offensichtlich locken die invaliden Artgenossen sie verstärkt an. Dabei haben sich auch schon Rückkehr-Traditionen beringter Individuen herausgebildet, sodass hier jetzt mit ziemlicher Sicherheit die Westzieher dominieren. In unserer Region blieb es bisher bei drei Rückkehrern, im Altkreis Ribnitz-Damgarten sind es vermutlich vier oder fünf, dazu kommen sieben Freiflieger im Vogelpark Marlow.

 

Quelle:  www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html;

Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schleswig-Holstein, schwarz: Storch tot oder seit längerem verschollen; Datenstand: 11 x zwischen 23. und 25.3.; 1 x 21.3., 1 x 14.3.; Kartenbasis: Google Maps.


Warten auf die Partnerin am Biestower Webcam-Nest

23. März 2019

Noch ist der Biestower Storch allein. Er baut weiter eifrig an seinem Nest, verlässt dies selten und hält fleißig nach (s)einer Partnerin Ausschau. Im Vorjahr war es eine neue, beringte Störchin, die am 2. April in Rostock-Biestow eintraf. Die in Sachsen-Anhalt 2010 nestjung mit DEH H9835 markierte Storchendame  hatte die Jahre zuvor in Poggelow bei Teterow gebrütet. Wir dürfen gespannt sein, für welches Nest sie sich in diesem Jahr entscheidet. Übrigens war unser Storch einen Tag nach seiner Rückkehr im Zoo Rostock "zu Gast". Er kennt sich dort offenbar gut aus - kein Wunder, dürfte er doch bis 2015 dort am Baumnest Vogelhaus Brutvogel gewesen sein. Die Webcam am Storchennest Rostock-Biestow überträgt wieder alle 60 Sekunden ein Bild ins Internet.. 


Erster Storch am Webcam-Nest in Biestow und auch in Kröpelin eingetroffen

19. März 2019

Das dürften zwei altbekannte Kameraden sein! Am heutigen Dienstag ist sowohl in Kröpelin als auch in Rostock-Biestow (am Webcam-Nest) der erste Storch eingetroffen. Zumindest der Biestower machte sich gleich nach seiner Ankunft um 18:05 Uhr daran, im Nest aufzuräumen. Vom Zeitpunkt her passt es bei ihm genau so gut wie beim Kröpeliner - im letzten Jahr traf der erste Storch in Biestow am 20.3. und in Kröpelin am 17.3. ein. Das dürfte kein Zufall sein. Damit sind in unserem Betreuungsgebiet bisher drei Störche zurückgemeldet. So kann es weitergehen!


Besenderte Ostzieher rücken näher

18. März 2019

Während sich bei uns momentan noch nicht viel tut - der erste Ankömmling in Reinshagen scheint geblieben zu sein - hat sich die Karte der auf der Ostroute ziehenden Senderstörche innerhalb einer Woche doch deutlich verändert. Mit dem Loburger Senderstorch "Jonas" hat der erste von ihnen heute die Südkarpaten überquert und  jetzt noch etwa 1.200 Kilometer vor sich. Angesichts einer recht guten Wetterprognose (überwiegend Hochdruckeinfluss, kaum Niederschlag) sollte er bereits in vier bis sechs Tagen seinen Stammhorst im Drömling erreicht haben. Drei weitere Senderstörche ("Leon", "Michael" und "Gustav") haben zuletzt im Nordwesten der Türkei eine Zwischenrast eingelegt, sind aber auch noch Kandidaten für eine März-Rückkehr. Mindestens fünf weitere Senderstörche tummeln sich zwischen Israel und der südlichen Türkei. Die beiden NABU-Senderstörche "Robert" und "Lilly" nutzen dabei wie im Vorjahr Israel wieder für eine Rast. Danach folgen noch drei Störche, von denen es leider seit einigen Tagen keine aktuellen Daten mehr gibt (Sude-Störche "Blue" und "Sückau", Loburg-Störchin "Lysann"). Wir hoffen natürlich sehr, dass es sich nur um Übertragungsprobleme handelt. Besonders der Sender von "Lysann" hat seit Anfang Februar nur einmal gesendet, dabei aber eine große Ortsveränderung angezeigt. Schließlich ist "Rolando", vom Tschad kommend, immer noch dabei, die Sahara zu durchqueren. Er sollte jetzt bald am Nil erscheinen. Etwas weiter ist schon der Sude-Storch "Gudow", der allerdings als Südafrika-Überwinterer den weitesten Zugweg aller Störche vor sich hat und in Kürze den Golf von Suez erreichen wird. Schließlich ist der Loburg-Storch "HL440", der spät in Tansania aufgebrochen ist, vermutlich im Südsudan unterwegs. Die recht weite Verteilung der Senderstörche lässt mich vermuten, dass wir eher keine konzentriert frühe Ankunft erwarten können. Positiv dürfte sich auswirken, dass die Witterungsverhältnisse in Ost- und Südosteuropa noch für längere Zeit günstig bleiben sollten.

Quelle:  www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html;

Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schleswig-Holstein, schwarz: Storch tot; Datenstand: 11 x zwischen 14. und 18.3.; 1 x 10.3., 1 x 8.3., 1 x 26.2.; Kartenbasis: Google Maps.


Reinshagen hat den ersten Storch!

13. März 2019

Am heutigen Mittag traf in Reinshagen der erste Storch ein. Er blieb den ganzen Nachmittag über in der Nähe des Horstes und scheint dort auch übernachten zu wollen. Dieser - unberingte - Storch ist der erste überhaupt in unserem Betreuungsgebiet. Ich denke, er wird bleiben, denn Reinshagen hatte in den letzten Jahren immer März-Ankünfte, wenn auch nicht ganz so frühe. Der bisherige "Rekord" steht beim 17. März (2015). Auf die Entwicklung an diesem Nest dürfen wir ohnehin gespannt sein, denn in den letzten drei Jahren wurde dort trotz früher Paarbildung nicht gebrütet. Es besteht der Verdacht, dass die Störchin keine Eier legen konnte. 

Foto: T. Sandhoff


Schleppender Beginn des Frühjahrszugs in Afrika

11. März 2019

Während schon zahlreichende westziehende Störche ihre Brutgebiete erreicht haben, sind die Ostzieher noch längst nicht so weit. Von den insgesamt noch 15 besenderten Altstörchen aus Nord- und Ostdeutschland, die wir schon den ganzen Winter über verfolgt haben, sind die ersten vier jetzt im äußersten Süden der Türkei eingetroffen. Es handelt sich dabei um die vier Männchen "Michael", "Gustav", "Jonas" und "Leon", die auch in den Vorjahren zu den frühen Rückkehrern zählten. Sie sind etwas später dran als 2018, aber auf jeden Fall Kandidaten für eine Ankunft Ende März/Anfang April, zumal die Wettervorhersage für das Innere der Türkei erst einmal passabel bis gut ist. Auch der Senderstorch "Sückau", der in Südafrika gestartet war, dürfte den Golf von Suez bereits am Freitag (dem Tag, an dem sich sein Sender letztmals meldete) überquert haben und nicht sehr weit hinter dem "Führungsquartett" unterwegs sein. Anders sieht es leider bei den übrigen zehn Störchen aus, die zum Teil deutlichen zeitlichen Rückstand gegenüber dem Vorjahr aufweisen. Insgesamt wirkt der Zug den Nil abwärts in diesem Jahr recht schleppend. Oftmals werden nur sehr kurze Etappen geflogen bzw. wiederholt eine Zwischenrast eingelegt. Der Grund dürfte vor allem im Nordwind zu suchen sein, der in diesem März wieder sehr kräftig weht und die Störche aufhält. Besonders beschwerlich scheint auch der Weg aus dem Tschad in Richtung Nil zu sein. Momentan kämpft sich dort "Rolando" aus Sachsen-Anhalt äußerst mühsam voran. Auch die NABU-Störche "Michael" und "Arthur" haben dort viel Energie verbraucht und mussten anschließend erst einmal eine Rast einlegen. Sehr wahrscheinlich sind einige unserer Senderstörche tatsächlich schon etwas weiter als auf der Karte unten angezeigt, denn ihre Sendedaten kommen gerade im Sudan z. T. nur sehr lückenhaft. Wichtig für den weiteren Zugverlauf dürften dann auch wieder die Bedingungen in den Karpaten sein, wo es in der zweiten Märzhälfte 2018 nach einem heftigen Wintereinbruch zu einem ausgeprägten Zugstau kam. Damals war ein Großteil der Störche aber auch sehr früh dran. Am Ende reichte es immer noch für eine "pünktliche" Rückkehr in der ersten Aprilhälfte.

Quelle:  www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html;

Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schleswig-Holstein, schwarz: Storch tot; Datenstand: 12 x zwischen 6. und 11.3.; 1 x 26.2., 2 x 27.2.; Kartenbasis: Google Maps.


Heuschreckenplage rund um das Rote Meer

4. März 2019

Während aktuell Hunderttausende Weißstörche den Nil abwärts ziehen, um über den Golf von Suez in Richtung ihrer mittel- und osteuropäischen Brutgebiete zu gelangen, beschäftigt eine ausgeprägte Heuschreckenplage die Menschen und Behörden beidseits des Roten Meeres. Dort gab es seit dem vergangenen Sommer ungewöhnlich gute Bedingungen für die massenhafte Vermehrung der Wanderheuschrecke. Seit dem Herbst treten große Schwärme auf, die mit ihrer Gefräßigkeit innerhalb kurzer Zeit die pflanzliche Nahrungsgrundlage Tausender Menschen vernichten können. Vor diesem Hintergrund werden seit Monaten im südöstlichen Ägypten, im östlichen Sudan, in Eritrea und in Saudi Arabien intensive Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen. Dabei werden insbesondere Insektizide eingesetzt, um die Wanderheuschrecken mit Gift zu töten. Momentan bewegen sich die Schwärme vorrangig in östlicher Richtung und erfassen dabei vor allem Saudi-Arabien und auch den Iran. Die UN-Welternährungsorganisation FAO berichtet ausführlich und aktuell über die Heuschreckenproblematik, und das schon seit Jahrzehnten. Wer sich informieren möchte, kann dort auf ein monatlich erscheinendes Bulletin zugreifen, in dem z. B. auch Verbreitungskarten zur Verfügung gestellt werden:

http://www.fao.org/ag/locusts/common/ecg/562/en/DL485e.pdf

Warum berichte ich an dieser Stelle über dieses Thema? Weißstörche fressen in Afrika sehr gerne Wanderheuschrecken und folgen ihren Schwärmen oft über große Strecken. Sind diese Heuschrecken aufgrund von chemischen Bekämpfungsmaßnahmen vergiftet, stellt das auch für den Storch eine tödliche Gefahr dar. Der letzte massive Bestandseinbruch der ostziehenden Weißstorchpopulation 2004/2005 erfolgte zeitgleich mit der letzten großen Heuschreckenplage in Afrika. Ein Zusammenhang ist sehr wahrscheinlich, zumal damals auch zentrale Überwinterungsgebiete der Ostzieher (z. B. im Tschad) betroffen waren.

Momentan halten sich die Heuschrecken noch in Regionen auf (und werden dort bekämpft), in denen es nur in geringem Umfang einen Weißstorchzug gibt. Das kann sich aber durchaus noch ändern, das Niltal im Sudan etwa gilt als mögliche Brutstätte, das die Heuschrecken in den nächsten Monaten aufsuchen könnten. Hier halten sich ganzjährig Weißstörche auf, vorrangig natürlich während der Hauptzugzeit im März/April und im September. Um nicht falsch verstanden zu werden: die Bekämpfung der Heuschrecken ist ohne Zweifel notwendig, denn ihr massenhaftes Auftreten kann sehr schnell zu Hungersnöten großen Ausmaßes führen. Aber die Folgen des verbreiteten Einsatzes von Insektiziden auf die Natur sind ebenfalls weitreichend.

 

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Unterdessen ist am Sonntag beobachtet worden, dass die Störchin A277 in Langenhanshagen/RDG nicht mehr allein ist, sondern einen Partner an ihrer Seite hat. Aus unserem Betreuungsgebiet wurde bisher noch kein Storch zurückgemeldet, aber sehr lange wird es nun wohl nicht mehr dauern, bis der erste eintrifft.


A277 zurück in Langenhanshagen

22. Februar 2019

Am gestrigen Donnerstag ist die langjährige Brutstörchin DER A277 in Langenhanshagen/RDG auf ihrem Nest eingetroffen. Im Vergleich zu den Südafrika-Überwinterern, die über 10.000 Kilometer zurückzulegen haben, war es für die inzwischen 19jährige Storchendame ein Katzensprung, um von ihrem diesjährigen Winterquartier in Delbrück/NRW nach Nordvorpommern zurückzukehren. Sie benötigte für die rund 400 Kilometer lange Strecke nicht mehr als drei Tage. 

Auch in unserem Betreuungsgebiet ist am Dienstag der erste Storch gesichtet worden. Er kreiste kurz über Satow und zog dann in nordöstlicher Richtung weiter.


Fünf Senderstörche sind gestartet, einer ist tot

Quelle:  www.movebank.org, www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stoerche-auf-reisen/index.html;

Farblegende: rot: Sudewiesen-Projekt, grün: Loburg-Projekt, blau: NABU-Schleswig-Holstein, schwarz: Storch tot; Datenstand: 13 x zwischen 11. und 17.2.; 1 x 3.2.; Kartenbasis: Google Maps.

17. Februar 2019

Jetzt wird es langsam spannend! Bei den in Afrika überwinternden, besenderten Altstörchen aus Nord- und Ostdeutschland tut sich etwas. Beginnen wir mit der traurigen Nachricht, dass der Senderstorch des Sudewiesen-Projekts, "Otto", leider nicht mehr lebt. Das neunjährige Männchen, das ganz im Westen Mecklenburg-Vorpommerns beheimatet war, ist Ende Januar im Südwesten des Sudan vermutlich geschossen worden. So jedenfalls steht es in der Fundmitteilung der Beringungszentrale Helgoland, die der Finder des Ringes veranlasst hat. Näheres ist bisher noch nicht bekannt, die Projektverantwortlichen bemühen sich um weitere Aufklärung. Von den restlichen 15 Senderstörchen haben sich mindestens fünf bereits auf den Zug begeben. Sude-Storch "Sückau" ist bereits am 6. Februar im nordöstlichen Südafrika gestartet und hat seitdem bereits über 2.000 Kilometer hinter sich gebracht. Heute früh meldete sich sein Sender aus Tansania. Auch ein anderer Sudewiesen-Storch, "Gudow", hat seinen letzten Überwinterungsort, ganz im Süden des afrikanischen Kontinents, verlassen, und ist am 13. Februar aufgebrochen. Er hat von allen Senderstörchen den weitesten Weg vor sich. In Kenia startete der vom Storchenhof Loburg besenderte "HL437". Er hat mittlerweile den Süden des Sudan erreicht. Seit heute ist der Loburg-Storch "Leon" auf dem Weg, er hatte zuletzt wieder im Osten Ugandas überwintert. Schließlich ist auch der erfahrene NABU-Storch "Michael" am 12. Februar auf den Zug gegangen - einige Tage später als in den Vorjahren. Er hatte sich zuletzt doch noch etwa zwei Wochen lang im Westen des Tschad gestärkt, nachdem er zunächst im Niger aufgebrochen war. In diesem Jahr scheint er wieder direkt über die Nubische Wüste fliegen zu wollen, während er in anderen Jahren einen Weg weiter südlich, am Rande des Wüste entlang, gewählt hatte. Wir werden weiter informieren!  


Erste Störche in unserer "Nachbarschaft" - Güstrow und Belitz melden frühe Heimkehrer

12. Februar 2019

Mit der kräftigen westlichen Strömung der letzten Tage sind nun auch im Südteil des Landkreises Rostock die beiden ersten Störche eingetroffen. Jeweils gestern wurden sowohl in Belitz (TET) als auch in Güstrow (GÜ) die beiden ersten Rückkehrer des Jahres auf ihren Nestern beobachtet. Presse und Rundfunk haben sofort über das Ereignis berichtet, für die zuständigen Weißstorchbetreuer-Kollegen hat die Saison damit schon begonnen. Es dürften alte Bekannte sein, denn diese Standorte werden seit Jahren sehr früh besetzt. Vermutlich werden die beiden "Rotschnäbel" keinen sehr weiten Weg hinter sich haben, neben Spanien gilt zunehmend auch Frankreich als bevorzugtes Überwinterungsgebiet. Mit der angekündigten freundlich-milden Witterungsphase ist in den nächsten Tagen eine erste Welle zurückkehrender Störche zu erwarten. Bei uns, im Altkreis Bad Doberan, dauert es in der Regel etwas länger - im Vorjahr traf der erste Storch am 17. März in Kröpelin ein. Die meisten unserer Störche machen sich ohnehin gerade erst in Afrika startklar für ihren Heimzug.


Aufbruch am Tschadsee: erste Weißstörche beginnen den Frühjahrszug

30. Januar 2019

Es ist wieder soweit: rund um den Tschadsee hat verschiedene Störche bereits die Zugunruhe ergriffen. Bei zwei besenderten Männchen, dem erfahrenen NABU-Storch "Michael" und dem Loburg-Storch "Rolando", gehen wir davon aus, dass sie sogar schon aufgebrochen sind. Noch sind die Etappen vergleichsweise kurz und es werden viele Zwischenstopps eingelegt. Aber die Richtung ist eindeutig - es geht zunächst nach Osten, später wird der Kurs sich dann über Nordost auf Nord verändern. Auch im Vorjahr ist "Michael", der am Wochenende noch im Nordosten Kameruns war, der erste der besenderten Altstörche aus Nord- und Ostdeutschland gewesen, der in Richtung Brutgebiet startete. Es ist damit zu rechnen, dass innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen auch alle anderen Störche aufbrechen werden.

Bei 13 von ihnen ist ein Vergleich zwischen dem Ausgangspunkt vor einem Jahr und heute möglich. Dabei zeigen sich deutliche Parallelen bzw. Gewohnheiten:

- "Michael": 2018 und 2019: Südwestlicher Tschad

- "Arthur": 2018 und 2019: Nordost-Nigeria

- "Gustav": 2017, 2018 und 2019: Südlicher Sudan

- "Otto": 2018 und 2019: Südwestlicher Sudan

- "Sky": 2018 und 2019: Südwestlicher Sudan

- "Leon": 2017, 2018 und 2019: Ost-Uganda

- "Robert": 2018 und 2019: Südlicher Sudan

Aber es gibt auch Abweichungen:

- "Rolando": 2018 Östlicher Sudan, 2019: Nordost-Nigeria (er hat ca. 2.300 km weiter zu ziehen)

- "HL440": 2018 Nordöstliches Botswana, 2019 Zentral-Tansania (ca. 2.000 km kürzer zu ziehen)

- "HL437": 2018 Südwestliches Zimbabwe, 2019 Zentral-Kenia (ca. 2.700 km kürzer zu ziehen)

- "Blue": 2018 Südöstlicher Sudan, 2019 Südwestlicher Sudan (ca. 1.000 km weiter zu ziehen)

- "Lilly: 2018 Nördliches Tansania, 2019 Südöstlicher Sudan (ca. 1.900 km kürzer zu ziehen)

- "Jonas" 2018 Südlicher Libanon, 2019 Südlicher Sinai (ca. 600 km weiter zu ziehen)

Unter dem Strich ist das gegenüber 2018 eine leichte Verkürzung der zu ziehenden Strecke. Die drei Senderstörche "Lysann" (zurzeit Südöstlicher Sudan), "Sückau" und "Gudow" (zurzeit beide Südafrika) sind erst im Sommer 2018 besendert worden.

Wenn man sich die Verteilung und Intensität der Niederschläge in den wichtigsten Rastregionen und das Rastverhalten der 16 besenderten Störche insgesamt anschaut, so würde ich - bei aller gebotenen Vorsicht - wie schon 2017/18 von überdurchschnittlich guten Überwinterungsbedingungen ausgehen. Auch weiterhin sind alle 16 wohlauf.


Störchin L975 wieder in Schaephuysen/NRW

26. Januar 2019

Seit wenigen Tagen hält sich die 2002 im Rostocker Zoo beringte Störchin Hiddensee L975 nun wieder in Schaephuysen/NRW auf. Dort wurde sie von Storchenfreunden schon sehnsüchtig erwartet! Mittlerweile ist es der 7. Winter, in dem die Störchin sich für einige Zeit in diesem Ort sehen lässt. Sie weiß offenbar, dass sie dort gerne gesehen ist. In einigen Wochen wird sie voraussichtlich wieder nach Niedersachsen aufbrechen, wo sie in der Umgebung von Verden seit Jahren regelmäßig die Brutsaison verbringt.

Auch die Störchin A277 (seit vielen Jahren Brutvogel in Langenhanshagen/RDG) hielt sich zuletzt in NRW auf. Wie in den Vorjahren wurde sie vor wenigen Tagen aus Delbrück gemeldet. Leider humpelt sie seit geraumer Zeit etwas, bei einem inzwischen fast 19 Jahre alten Storch vielleicht nicht verwunderlich. 

 

Foto: R. Demsing-Tessmer


Schwedischer Storch immer noch bei Häschendorf

12. Januar 2019

Der beringte Storch SVS 1371 aus dem schwedischen Wiederansiedlungsprojekt, der im Dezember bei uns aufgetaucht ist und zuletzt kurz vor Weihnachten nahe Häschendorf gesehen worden war, hält sich dort auch weiterhin auf. Ich konnte ihn heute zwischen Häschendorf und Mönchhagen auf einem Feld mit recht hoher Vegetation (wohl eine Zwischenfrucht) fotografieren. Wenig später flog er auch noch eine kleine Runde. Noch hat der Winter bei uns nicht ernst gemacht, das Nahrungsangebot ist mit Sicherheit ausreichend.


Alle 16 Senderstörche wohlauf

Kartenbasis: Google Maps
Kartenbasis: Google Maps

27. Dezember 2018

Erfreuliche Neuigkeiten gibt es von den 16 nord- und ostdeutschen Senderstörchen zu vermelden, die über die Südostroute nach Afrika gezogen waren. Alle haben sich in den letzten Tagen gemeldet - wir können deshalb davon ausgehen, dass sie wohlauf sind. Ihre (im Internet unter www.movebank.org bzw. www.stoerche-nabu.de frei zugänglichen) aktuellen Aufenthaltsorte sind auf der Karte oben aufgetragen ("rot" steht dabei für Störche der Stork Foundation, "blau" für Störche des NABU-Projekts in Schleswig-Holstein und "grün" für Störche, die vom Storchenhof Loburg besendert wurden). Neben "Arthur" und "Michael" überwintert in diesem Jahr auch "Rolando" im Vierländerbereich Niger-Nigeria-Kamerun-Tschad. Senderstorch "Leon", der in den letzten Jahren immer im Norden Ugandas rastete, ist bis jetzt noch im Tschad geblieben, wo es vor allem im September viel geregnet hatte. Gleich drei Störche des Sude-Projekts halten sich schon seit geraumer Zeit im Südwesten des Sudan auf. Südlich von Nyala scheint es auch in diesem Jahr wieder ertragreiche Nahrungsflächen zu geben. Die NABU-Störche "Gustav", "Robert" und "Lilly" bevorzugen wie im letzten Winter den Südosten des Sudan. Auch hier gab es im August/September viel Regen. Die drei halten sich insgesamt nördlicher auf als 2017/18. Auch die Loburger Senderstörchin "Lysann" ist in diesem Gebiet unterwegs. Aus Äthiopien hat sich zuletzt der Loburger Storch HL437 gemeldet, der 2017/18 noch bis ins südliche Afrika zog und dann erst im Mai nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkehrte. Ähnlich verlief damals der Zug bei "HL440", der jetzt ebenfalls nördlicher als im letzten Winter unterwegs ist. Anders als in Kenia, Somalia und Uganda hat es in Tansania in den letzten Wochen reichlich Niederschlag gegeben. Den weitesten Weg haben die beiden Sude-Senderstörche aus Gudow und Sückau zurückgelegt. Während letzterer einige Zeit lang im Königreich Lesotho war und jetzt in Richtung Nordosten weitergezogen ist, befindet sich der Brutstorch aus Gudow fast an der Südspitze Afrikas. Er ist dort jetzt in Küstennähe auf Nahrungssuche unterwegs. Insgesamt ist es in weiten Teilen Südafrikas sehr trocken und auch heiß. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie sich die beiden Fernzieher auf dem Zug verhalten werden. Sie hatten in diesem Jahr sehr erfolgreich gebrütet (3 bzw. 5 flügge Jungstörche) und sollten den Heimzug nicht zu spät beginnen. Schließlich hat sich Senderstorch "Jonas" in diesem Jahr für Sharm-el-Sheikh als Überwinterungsort entschieden. 2016/17 und 2017/18 verbrachte er noch in Israel. 


Jahresbericht 2018 liegt vor

 

 

 

20. Dezember 2018

Der Jahresbericht über die Weißstorchsaison 2018 im alten Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock liegt vor und kann hier heruntergeladen werden.

 

 


DEH HN868 aus Rosenhagen: Tod an einer Mittelspannungsleitung

10. Dezember 2018

Heute erreichte mich die traurige Nachricht, dass eine 2014 von uns in Rosenhagen bei Satow beringte Störchin bereits Anfang April im südlichen Polen an einer Mittelspannungsleitung tödlich verunglückt ist. Ihre Geschichte ist in verschiedener Hinsicht besonders. Die junge Storchendame entstammte einer Spätbrut und hatte Ende August 2014 den Abflug offenbar verpasst. Wir fingen sie ein, nachdem sie sich doch zu sehr an die gut gemeinte Versorgung durch die "menschliche Nachbarschaft" gewöhnt hatte und schließlich schon zur Terrassentür hereinschaute. Noch am gleichen Tag, dem 30. August, ging es dann zur Wiederfreilassung in die Nähe des Vogelparks Marlow, wo das nebenstehende Foto von ihr (rechts im Bild) entstand. Beringt mit DEH HN868, schloss sie sich offenbar "auf den letzten Drücker" westziehenden Störchen an, wurde schon eine Woche später in Rheinland-Pfalz und dann den ganzen Winter über mehrfach in Zentralspanien (Deponie Alcazar de San Juan) abgelesen. Im Frühling 2015 ging es über Frankreich zurück in den Nordosten, auf Rügen wurde sie abermals fotografiert. Danach dauerte es zwei Jahre bis zum nächsten Wiederfund - in Brook bei Lübz/PCH hat sie 2017 erfolgreich gebrütet. Dort haben wir sie 2018 nicht wiederfinden können und jetzt den traurigen Grund erfahren. Dass sie während der Hauptzugzeit im südlichen Polen gefunden wurde, mag erstaunen, geht die Weißstorchforschung doch im Allgemeinen davon aus, dass ein Storch in seinem Leben immer entweder nur die West- oder aber die Ostroute für den Zug wählt. HN868 ist ein weiteres Beispiel, dass diese Annahme nicht immer stimmt. Leider wurde sie noch nicht einmal vier Jahre alt. Ihr früher Tod macht einmal mehr auf die großen Risiken aufmerksam, die Weißstörchen nach wie vor speziell auf den Zugwegen ausgesetzt sind. In Osteuropa gehören ungesicherte Stromleitungen immer noch zu den besonderen Gefahrenpunkten.  


Die Geschichte des schwedischen Storchs SVS 1371

7. Dezember 2018

Nachdem es gestern gelungen war, den schwedischen Storch SVS 1371 eindeutig zu identifizieren, kann ich heute seine Lebensgeschichte erzählen. Die Informationen stammen von Petter Albinsson, dem Leiter des schwedischen Weißstorchprojekts. Danach schlüpfte unser schwedischer Adebar 2011 in einem Zoo nördlich von Göteborg. Er kam dann in seinem ersten Winter in die Projektstation Hemmestorps Mölla, wo er bis 2014 blieb. Anschließend wechselte er in die Station Karups Nygaard, wo er bis Januar 2018 blieb. Hier verpaarte er sich nacheinander mit mehreren Störchen (das Geschlecht von 1371 ist nicht bekannt). 2016 und 2017 zog er - auch weiterhin in Gefangenschaft - mit SVS 1300 jeweils zwei Jungstörche groß. Dieses Brutpaar wurde im März 2018 in einem speziellen Auswilderungsgebiet in die Freiheit entlassen, in der Hoffnung sie würden sich in der näheren Umgebung einen Brutplatz suchen. Dies geschah jedoch nicht. Während SVS 1300 verschwand, wurde unser Storch SVS 1371 ab Juni auf der großen Ostseeinsel Öland gesehen. Letztmalig erfolgte hier am 7. Oktober eine Sichtung. Danach wechselte er auf die Insel Rügen, wo er sich bis etwa Ende November aufhielt. Seit nunmehr knapp zwei Wochen hält sich SVS 1371 also im Großraum Rostock auf. Für die schwedischen Projektverantwortlichen ist es eher überraschend, dass dieser Storch, der in seinen ersten sechs Lebensjahren niemals gezogen war, nach der Freilassung über die Ostsee nach Nordostdeutschland migriert ist. Ganz ähnlich verhielt sich ja übrigens auch der ebenfalls Anfang 2018 freigelassene SVS 1515, den ich im August und November im Vogelpark Marlow entdeckt hatte.


Schwedischer Storch jetzt in Häschendorf

Zu Fuß unterwegs in Häschendorf bei Bentwisch: schwedischer Storch SVS 1371. Foto: A. Hornburg, 6.12.18
Zu Fuß unterwegs in Häschendorf bei Bentwisch: schwedischer Storch SVS 1371. Foto: A. Hornburg, 6.12.18

Ein Schwede in Lambrechtshagen - Hiddensee L975 wieder im Rheinland

4. Dezember 2018

Am heutigen Abend wurde ich nach Lambrechtshagen, westlich von Rostock gerufen, wo es sich ein Storch auf einer Vogelvolière gemütlich gemacht hatte. Offensichtlich hält er sich schon seit etwa drei Tagen dort (bzw. auf den angrenzeden Feldern) auf. Ich vermute, es ist der gleiche Storch, der letzte Woche in Bad Doberan und bei Reddelich beobachtet wurde. Anhand der vorhandenen Beringung war eine Zuordnung möglich. Die drei Farbringe rot - orange - gelb verweisen auf einen vermutlich im 2. Kalenderjahr befindlichen Storch, der aus Schweden stammt. Am 22. Oktober wurde er auf Rügen abgelesen. Da er sich nicht sehr scheu zeigte, muss wohl davon ausgegangen werden, dass er bereits engeren Kontakt mit Menschen gehabt hat.

Foto: Jannik Kroll

 

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Ebenfalls heute wurde bekannt, dass sich die inzwischen 16jährige Storchendame mit dem Ring Hiddensee L975 (beringt 2002 im Rostocker Zoo), über die wir in den vergangenen Jahren immer wieder berichtet hatten, abermals für das Rheinland als Überwinterungsgebiet entschieden zu haben scheint. Heute wurde sie am Ortsrand von Rödingen (Landkreis Düren) auf einer Laterne stehend identifiziert. Üblicherweise verbringt sie die Brutsaison im Bereich Verden/Niedersachsen und wechselt dann nach Westdeutschland. Etwa Anfang Januar trifft sie meistens in dem kleinen Ort Schaephuysen (Landkreis Kleve) ein,  wo sie schon freudig erwartet wird.

 


2018 weiterer Rückgang des Weißstorchbestandes in Mecklenburg-Vorpommern

2. Dezember 2018

Seit wenigen Tagen liegen nun auch die aktuellen Zahlen für das Weißstorchjahr 2018 in Mecklenburg-Vorpommern vor. Und anders als bei uns im Altkreis Bad Doberan setzte sich der Bestandsrückgang im Land abermals fort. Die Anzahl der Horstpaare sank nochmals um 40 auf nur noch 666. Mit diesem erneuten Rückgang um mehr als 5 Prozent wurde abermals ein historischer Tiefststand erreicht. Besonders negativ war die Entwicklung dieses Mal in den Altkreisen Demmin und Uecker-Randow, in denen der Weißstorch noch vergleichsweise häufig vorkommt. Bad Doberan war der einzige Altkreis, der 2018 einen - wenn auch minimalen - Zuwachs verbuchen konnte. Beim Storchennachwuchs deutet ein landesweiter JZa-Wert von 1,73 auf ein durchschnittliches Jahr hin. Damit blieb die für den Bestandserhalt entscheidende Grenze von 2,0 zum nunmehr zehnten Mal in Folge unerreicht.

 

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In der vergangenen Woche wurde zunächst in Bad Doberan und später bei Reddelich nochmals ein frei fliegender Weißstorch beobachtet. In dieser Jahreszeit sorgte er wieder für Aufsehen, aber er ist wohlauf und ernährt sich aus der offenen Landschaft, sodass aktuell kein Grund zur Sorge besteht. Da nicht festgestellt werden konnte, ob er einen Ring trägt, kann zu seiner Herkunft nichts gesagt werden. 


Neues aus der Region - Bewegung bei den Senderstörchen in Afrika

14. November 2018

Bevor ich auf die aktuelle Lage der in Afrika überwinternden nordostdeutschen Senderstörche eingehe, möchte ich kurz über den Ende Oktober in Rerik eingefangenen Jungstorch berichten. Die letzte Nachricht aus dem Rostocker Zoo lässt darauf schließen, dass er tatsächlich nur leichter verletzt war und wir auf eine vollständige Genesung hoffen können. Ebenso haben Recherchen ergeben, dass es sich bei ihm mit großer Wahrscheinlichkeit um den in Pankelow allein zurückgelassenen Jungstorch handelt.

Ein Besuch im Vogelpark Marlow am letzten Wochenende brachte die aufschlussreiche Erkenntnis, dass dort alle ELSA-beringten und flugfähigen Brutstörche abgezogen sein dürften. Andererseits sind dort auch jetzt noch mindestens vier flugfähige Störche (neben den 25 invaliden Störchen, die dauerhaft vom Team des Vogelparks versorgt werden) anzutreffen. Darunter befindet sich auch der schwedische "Projektstorch" SVS 1515, der im Frühjahr in Südschweden gebrütet hatte und schon im August in Marlow identifiziert worden war.

 

Unterdessen scheint in Afrika die erste längere Rastphase ihrem Ende entgegen zu gehen. Bis auf vier Störche (drei im Sudan und einer zunächst in Israel, jetzt auf dem Sinai) waren alle anderen (= 12) in den Tschad gezogen und hatten sich dort überwiegend von Nordost nach Südwest fortbewegt. Inzwischen findet vielfach eine Ostverlagerung statt. Es wird sehr interessant zu beobachten sein, wie viele der Senderstörche dauerhaft am südlichen Rand der Sahel-Zone verbleiben und wie viele nach Ost- bzw. Südafrika weiterziehen werden. Aktuell ist ein Senderstorch des Sude-Projekts (aus Sückau) bereits in Tansania angelangt. Dagegen scheinen zwei erfahrene Störche aus Schleswig-Holstein ("Arthur" und "Michael") erneut im Bereich des Tschadsees verbleiben zu wollen. Leider wird aus Ost- und auch aus Südafrika bereits jetzt eine recht ausgeprägte Trockenheit gemeldet. Dagegen hatte es zu Beginn der aktuellen Regenzeit weiter im Norden, da wo sich unsere Senderstörche zurzeit überwiegend aufhalten, überdurchschnittlich viel Niederschlag gegeben.

Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass lediglich ein Storch ("Rolando"/Loburg-Projekt) längere Zeit keine Daten übermittelt hat. Bei allen anderen war das innerhalb der letzten 10 Tage der Fall.


Jungstorch bei Rerik

23. Oktober 2018

Erneut erreichen uns Meldungen von einem Jungstorch, der sich im Bereich von Rerik, nahe der Ostsee aufhält. Erstmals war das am 18. Oktober der Fall, und heute, fünf Tage später, nun ein weiteres Mal.

Hier gilt das, was ich zuletzt schon zum Pankelower Storch geschrieben hatte. Es ist sogar gut möglich, dass es sich um das gleiche Individuum handelt. 

 

Update 25. Oktober

Am heutigen Donnerstag ist der Jungstorch in Rerik von Storchenfreundin A. Hornburg und einigen engagierten Passanten eingefangen und in die Rostocker Tierklinik gebracht worden. Zuvor war am rechten Flügel eine blutige Verletzung festgestellt worden, die den Youngster so stark behinderte, dass wir dieses Mal erfolgreich eingreifen konnten, denn er flog bei Annäherung nicht ab. Erste Untersuchungen ergaben, dass es sich möglicherweise "nur" um eine Fleischwunde handeln könnte. Sicher ist das aber noch nicht. Auf jeden Fall wird er jetzt tierärztlich und tierpflegerisch versorgt. Es ist geplant, dass er zumindest den Winter über im Rostocker Zoo bleibt. Dort leben zwei nicht mehr auswilderungsfähige Artgenossen. 


Jungstorch ist wieder zurück in Pankelow

6. Oktober 2018

Nachdem er seit Mitte September einige Zeit lang nicht beobachtet worden war, ist der Pankelower Jungstorch jetzt wieder regelmäßig in der Nähe seines Geburtsnestes auf Nahrungssuche zu sehen. Weil die zeitliche Übereinstimmung sehr gut passt und Störche im Oktober bei uns wirklich ganz selten sind, gehen wir davon aus, dass es dieser Youngster war, zu dem wir vor gut zwei Wochen nach Rostock gerufen worden sind. Es wird eine etwas ausgedehnte Erkundungsphase gewesen sein, aber ohne erfahrene Artgenossen fehlt ihm die Orientierung für den Zug. Anhand der vielen besorgten Anfragen ist deutlich zu merken, dass ein Storch im Oktober bei uns als "fehl am Platze" wahrgenommen wird. In anderen Bundeslänfern, etwa Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Bayern, wäre das ganz anders. Hier hat sich längst eine Tradition auch überwinternder Störche herausgebildet.

Demnach kann ich mich hier jetzt nur wiederholen: der Storch findet selbst genug Nahrung, sofern nicht ein massiver Wintereinbruch mit Eis und Schnee die Zugänglichkeit zu Nahrungstieren verhindert. Es besteht aktuell kein Grund, sich um ihn zu sorgen. Von Fütterungen ist dringend abzuraten. Insgesamt vier vergebliche Anläufe bei (leicht) verletzten Jungstörchen seit Ende August haben zudem gezeigt: ein gesunder Storch lässt sich in der Regel nicht einfangen.


... und noch ein Zurückgebliebener

21. September 2018

Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass in diesem Jahr eine ganze Reihe von Jungstörchen das Brutgebiet auch im September noch nicht verlassen hat. Heute wurden wir nach Rostock in den Fischereihafen gerufen. Auf dem Parkplatz eines Autohauses stehe seit Stunden ein apathisch wirkender, offenbar am Bein verletzter Storch, dem man sich bis auf wenige Meter nähern könne. Als wir am späten Nachmittag vor Ort erschienen, stellte er sich als unberingter Jungstorch heraus. Inzwischen schien es ihm schon wieder etwas besser zu gehen. Er humpelte bei Annäherung leicht mit dem einen Ständer, schwang sich dann jedoch ohne Schwierigkeiten in die Lüfte und landete auf dem Dach des Autohauses, von wo aus er uns misstrauisch beobachtete. Wie ist der Fall zu bewerten? Was wollte der Youngster auf dem Parkplatz, wo es weit und breit nichts zu fressen gab? Wir können es uns nur so erklären, dass er heute Vormittag eine Kollision erlitten hat, bei der sein einer Ständer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dafür spricht auch eine kleinere Blutspur an diesem Bein. Vielleicht war er von dem heute stürmischen Wind überrascht worden und befand sich erst einmal in einem traumatisierten Zustand. Nach einigen Stunden hatte er sich davon wohlmöglich etwas erholt. Woher dieser noch recht klein wirkende Storch stammt, lässt sich nicht klären. Vor einigen Tagen wurde jedoch bei Bargeshagen, nicht sehr weit entfernt vom heutigen Auffindungsort, ein Storch auf Nahrungssuche beobachtet. Er ist voll flugfähig und damit praktisch nicht einzufangen. Somit können wir auch in diesem Fall nur hoffen, dass die Verletzung nicht so schwer wiegend ist und er sich weiterhin allein zu helfen weiß.


Besenderte Ostzieher haben erstes Etappenziel erreicht

19. September 2018

Während sich in Mecklenburg-Vorpommern immer noch vereinzelt Störche aufhalten, haben alle 16 besenderten Ostzieher-Altstörche der drei nordostdeutschen Forschungsprojekte in Loburg (Storchenhof), Bergenhusen (NABU) und Preten (Stork Foundation) ihr erstes Etappenziel erreicht. Erfreulicherweise gab es auf dem Weg über Südosteuropa und den Nahen Osten nach Afrika keine Verluste. Dabei fiel auf, dass nahezu alle Störche über Syrien und nicht den Libanon flogen. Wie schon in den Vorjahren ist der Tschad wieder das beliebteste erste Zugziel. Mindestens elf Senderstörche sind hierher gezogen. In den letzten Wochen gab es verbreitet ergiebige Niederschläge, sodass die Adebare nach der anstrengenden Überquerung der Sahara reichlich Nahrungstiere vorfinden sollten. Zwei Weibchen, Lysann (Loburg) und Lilly (NABU) haben sich dagegen für eine östlichere Route entschieden und halten sich momentan im östlichen Sudan auf. Auch in dieser Region gab es sehr viel Regen. Hier vermute ich auch den Sude-Senderstorch "Blue", auch wenn seine letzte Meldung (31. August) aus dem nördlichen Sudan stammt. Im Tschad und vor allem auch im Sudan gibt es große Lücken bei den Sendemasten, sodass es gelegentlich zu großen zeitlichen Abständen bei der Übertragung der Positionsdaten kommen kann. Senderstorch Robert (NABU) befindet sich wie im Vorjahr auf der Sinai-Halbinsel in Sharm-el-Sheikh. Es ist nach den Erfahrungen des letzten Zuges damit zu rechnen, dass er noch nach Afrika weiterziehen wird. Anders sieht es bei Jonas (Storchenhof Loburg) aus, der schon die letzten beiden Winter komplett in Israel verbracht hat und das offenbar auch dieses Mal so plant.


Unterschiedliche Schicksale der beiden zurückgebliebenen Störche in Liepen und Tessin

9. September 2018

Heute früh sind wir zu dritt nach Liepen und Tessin gefahren, um nach den von dort gemeldeten Störchen zu schauen. Dank einer ausgezeichneten Videoaufnahme des Liepener Horstbetreuers und der genauen Auswertung früherer Beobachtungen ergibt sich jetzt folgendes Bild: Der von uns am 3. Juli beringte Jungstorch (aus einer Spätbrut) wuchs zunächst ganz normal heran und wurde auch zeitgerecht flügge. Danach stand er unter anderem auf Hausdächern, eine Behinderung an den Füßen, wie sie am Freitag jetzt deutlich zu erkennen war, lag damals noch nicht vor. Irgendwann in den letzten ein bis zwei Wochen muss er sich eine schwere Verletzung an einem oder beiden Unterschenkeln oder Füßen zugezogen haben. Danach konnte er nur noch sehr schwer stehen, im Nest und auch auf Nahrungsflächen wurde er fast nur noch liegend beobachtet. Allerdings war er weiterhin voll flugfähig. Seit Freitagabend ist der Jungstorch nun verschwunden. Auch eine intensive Nachsuche im Umfeld des Horstes durch die Familie des Horstbetreuers brachte kein Ergebnis. Das Wahrscheinlichste ist, dass der Jungstorch irgendwo verunglückt ist und nicht mehr lebt. An einen Wegzug mag ich nicht glauben, zumal nicht bei einem Starttermin am Abend (ohne die erforderliche Thermik).

Anders sieht es in Tessin aus. Hier wurde erneut der schon Ende August beobachtete Storch gemeldet, der zumindest zeitweise seinen rechten Flügel hängen lässt und sich ansonsten in den Recknitzwiesen ernährt. Seinerzeit hatte ich ihn abends auf einer Laterne angetroffen, er musste also flugfähig sein. Diesen Eindruck hat er heute eindrucksvoll bestätigt. Bei Annäherung bis auf 20 Meter erhob er sich völlig problemlos und flog ab. Auch wenn wir ihn gerne durch einen Tierarzt untersuchen lassen würden, bleibt festzuhalten: im jetzigen Zustand ist er voll flugfähig und ernährt sich eigenständig. Ein Eingreifen ist nicht möglich.


Liepener Jungstorch mag noch nicht abziehen

6. September 2018

Heute erreichte mich die Nachricht, dass in Liepen noch ein Jungstorch am Nest ist. Er ist bereits seit 3 Wochen flügge, hat also schon reichlich Flugerfahrung. Auch hier besteht die berechtigte Hoffnung, dass der Youngster noch abziehen wird. Zwischenzeitlich wurde noch ein zweiter Storch im Nest beobachtet. Am letzten Wochenende traf ich übrigens bei Trinwillershagen/RDG einen unberingten Jungstorch an, der sich schon ganz an den dortigen Kranichen orientiert und offenbar auch mit ihnen im Flachgewässer des Schlafplatzes übernachtet.


Pankelower Jungstorch versorgt sich selbst

31. August 2018

Gestern Abend habe ich mich noch einmal selbst davon überzeugt, dass der Pankelower Jungstorch wohlauf ist. Ich konnte ihn gegen 20.15 Uhr auf dem Stück Acker beobachten, das der örtliche Landwirt kurz zuvor bearbeitet hatte. Er war eifrig auf Nahrungssuche und hatte dabei sichtbar viel Erfolg. Der kräftige Regen hat das Nahrungsangebot deutlich verbessert. Zum Schluss flog er noch elegant über mich hinweg zum Nest, auf dem er sicher landete. Heute morgen beobachteten Storchenfreunde das gleiche Bild. Auch wenn kein Altvogel mehr bei ihm ist, bleibt zu hoffen und zu erwarten, dass er in absehbarer Zeit noch abzieht. Ende August/Anfang September sind durchaus noch einzelne Artgenossen in der weiteren Umgebung anzutreffen. Und auch andere Zugvögel, die im Herbst in wärmere Gefilde abziehen, können als Orientierungspunkte dienen. Besonders im Zusammenhang mit dem Kranichzug ist das schon wiederholt beobachtet worden.

Zu einem dieser rotbeinigen Artgenossen wurde ich am gestrigen Abend zuvor nach Tessin gerufen. Angeblich würde ein Storch seit einigen Tagen flugunfähig und wohl flügelverletzt auf einer Wiese stehen. Diese Einschätzung stellte sich schnell als Irrtum heraus. Ich traf den unberingten Altvogel bei strömendem Regen auf einer Laterne stehend am Tessiner Sportplatz an. Dort wird er sicher auch die Nacht verbracht haben. Ob nun eine leichtere Verletzung vorliegt, konnte nicht geklärt werden.

In beiden Fällen (und auch sonst) gilt: flugfähige Weißstörche lassen sich in der Regel nicht einfangen. Es besteht keine Gefahr, dass sie verhungern könnten, auch wenn sie mehrere Tage nacheinander an gleicher Stelle angetroffen werden und sich dort ernähren. Erst bei starkem Frost in Verbindung mit hohem Schnee wird es kritischer. Damit müssen wir in den nächsten Wochen sicher nicht rechnen. Aber auch dann wissen sich Störche in der Regel zu helfen und weichen rechtzeitig in wärmere Gegenden aus. Oft ist es umgekehrt - Störche werden durch fütternde Menschen angelockt und vermitteln dann den Eindruck, ihnen müsste dringend geholfen werden. Storchenbetreuer-Kollege Ulf Bähker hatte im Landkreis NWM gerade einen solchen Fall, über den auch das ndr-nordmagazin berichtet hat. Der dortige Jungstorch war derart mit Fisch, Bratwurst etc. überfüttert worden, dass er jetzt - im Vogelpark Marlow - erst einmal wieder abgemagert werden muss...


Jetzt fliegt er!

29. August 2018

Heute erreichte mich die Nachricht, dass der Pankelower Jungstorch nun tatsächlich fliegt. Er wurde schon mehrfach dabei beobachtet und landete anschließend auch ganz gekonnt wieder auf dem Nest. Dafür ist er inzwischen aber wohl tatsächlich ohne Elternstorch und erst einmal auf sich allein gestellt. Was ist in so einem Fall zu tun? Am besten erst einmal gar nichts, vor allem sollte der Youngster nicht gefüttert werden, auch wenn er sich noch eine Zeit lang in der Nähe des Nestes aufhält. Der örtliche Landwirt berichtete, dass er morgen ganz in der Nähe ein größeres Ackerstück pflügen wird - eine sehr gute Gelegenheit für den Jungstorch, um selbstständig an Nahrungstiere zu gelangen. Nahrungsmangel besteht für ihn auf keinen Fall, zumal es auch noch regnen soll. Sollte er nicht abziehen und später Probleme bekommen, wäre es immer noch eine Option, ihn dann einzufangen und in den Rostocker Zoo zu bringen. Ein Broderstorfer Jungstorch des Jahrgangs 2014, der den ersten Winter bei uns verbrachte und dann selbstständig den Weg an die Futterquelle Vogelpark Marlow fand, ist in diesem Jahr übrigens erfolgreicher Brutvogel in Laake/Amt Neuhaus gewesen. HN061 entpuppte sich als Weibchen und zog zwei Jungstörche groß!


Pankelower Jungstorch noch nicht ausgeflogen - aktuell keine Gefahr im Verzug

27. August 2018

Nachdem inzwischen auch bei uns fast alle Störche in den Süden aufgebrochen sind, häufen sich nun die besorgten Anfragen wegen des letzten verbliebenen Jungstorchs in Pankelow I. Angeblich sei er vor drei Tagen das letzte Mal gefüttert und danach von den Altvögeln verlassen worden. Es müsse umgehend etwas unternommen werden, die Rettungsleitstelle wurde eingeschaltet und auch die Freiwillige Feuerwehr bot schon ihre Unterstützung an. Das ist alles sehr gut gemeint, und wir freuen uns, dass auf den Youngster geachtet wird.  Der Horstbetreuer vor Ort meldete nun aber, dass der Jungstorch tagsüber kräftiges Flugmuskeltraining betreibt und dabei auch schon ein erhebliches Stück vom Nest abhebt. Und er berichtete von einem Altstorch, den er heute Nachmittag am Nest beobachtet hat. Am Abend bin ich nochmals selbst nach Pankelow gefahren, um mir vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Ich traf einen munteren, im Nest umher spazierenden und sich putzenden Storch an, der keine Anzeichen einer Erkrankung oder übermäßigen Schwächung aufwies. Bei einer von mir angedeuteten Annäherung - natürlich am Boden - reagierte er durch Ausweichen auf die jeweils andere Seite des Nestes.

Welche Schlussfolgerungen sind zu ziehen?

1. Der Jungstorch ist zwischen 66 und 70 Tagen alt und damit noch innerhalb des Zeitfensters, das fürs Flüggewerden üblich ist.

2. Es ist noch mindestens ein Altstorch am Nest und versorgt den Youngster; allerdings deutlich weniger als zuvor. Dies geschieht bei Weißstörchen in der Endphase der Nestlingszeit instinktiv, um den hungrig werdenden Nachwuchs zum Ausfliegen zu verleiten. Die wenigen Fütterungen werden dann von Anwohnern gar nicht mehr wahrgenommen. Ähnlich erging es im Juli natürlich auch den vier Biestower Jungstörchen, nur dass es da von der Webcam exakt festgehalten wurde.

3. Wir können vorerst darauf setzen, dass der Jungstorch in den nächsten Tagen flügge wird und dann bald darauf mit seinem beringten Vater - einem Spanien-Überwinterer - abzieht.

4. Ein Eingriff am Nest mit dem Ziel der Aushorstung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht angezeigt. Der Jungstorch ist agil und würde bei Annäherung durch eine Drehleiter möglicherweise in Panik vom Nest springen. Das wollen wir nicht riskieren.

5. Natürlich wird die Entwicklung des Jungstorchs weiter intensiv beobachtet.

Der in unserem Betreuungsgebiet späteste bisher beobachtete Termin für das Flüggewerdens war übrigens 2010 ein einzelner Jungstorch in Niendorf - es war der 3. September. Wenige Tage später zogen Alt- und Jungstorch gemeinsam ab.


Auf dem Weg in den Süden

26. August 2018

Die große Mehrzahl unserer Störche hat die Brutregion verlassen und ist auf dem Weg in den Süden. Bis auf den sehr spät geschlüpften Jungstorch in Pankelow I ist der gesamte Storchennachwuchs inzwischen flügge. Nun dauert es wieder etwa sieben Monate, bis die ersten Störche zur nächsten Brutsaison zurückkehren werden. In der bei uns "storchenlosen" Zeit gibt es wieder die Möglichkeit, den Zug und die Überwinterung von insgesamt 16 in Nord- und Ostdeutschland beheimateten und besenderten Altstörchen zu verfolgen. Ich werte dazu wie in den Vorjahren die im Internet frei zugänglichen Daten dreier Besenderungsprojekte (NABU Schleswig-Holstein/5 Störche; Storchenhof Loburg/6 Störche; Stork Foundation Elbtalaue/5 Störche) aus und werde an dieser Stelle in Abständen berichten. Erfreulicherweise schafften in der letzten Zugperiode 13 von 14 dieser erfahrenen Altvögel die Rückkehr zu uns. Drei weitere Senderstörche sind nun noch hinzugekommen, darunter ein Brutstorch aus Gudow, ganz im Westen von Mecklenburg-Vorpommern. Wir können davon ausgehen, dass unsere Brutstörche aus der Region Bad Doberan, die ganz überwiegend ebenfalls die Ostroute nutzen, ganz ähnliche Bedingungen vorfinden werden. Die 16 Senderstörche sind also sozusagen "Referenzstörche", die es erahnen lassen, wie es unseren Schützlingen in Afrika geht.

Im Vergleich zum Vorjahr sind tatsächlich die meisten Senderstörche früher aufgebrochen. Offensichtlich gab es witterungstechnisch gute Startbedingungen und in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs kein gutes Nahrungsangebot mehr. Eine Ausnahme bilden die Störche in Schleswig-Holstein, von denen zwei bisher noch gar nicht auf den Zug gegangen sind. Unter dem Strich kommt es aber selten vor, dass am 20. August schon - wie bei unseren 16 Senderstörchen - über 80 Prozent aufgebrochen sind. Zwei der "Sude-Störche", die beide sehr erfolgreich gebrütet hatten, starteten bereits Anfang August. Sie sind bisher auch die einzigen, die schon Ägypten erreicht haben. Von den übrigen kamen die letzten Ortungen aus Israel (2), der Türkei (4), Rumänien (4), Polen (1) und Deutschland (1). Drücken wir ihnen die Daumen, dass sie ihre erste große Etappe, die sie in der Regel in den Tschad und den Sudan führen werden, unbeschadet überstehen. Nach den verfügbaren Klimadaten hat es dort in der bald zu Ende gehenden Regenzeit leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen gegeben. Das wäre eine günstige Voraussetzung für ein gutes Nahrungsangebot.


Bilderbuchauswilderung am frühen Morgen

17. August 2018

Frühmorgens um Dreiviertelneun haben wir heute die drei "Bruchpiloten" ausgewildert, die für zwei bis drei Wochen im Rostocker Zoo aufgepäppelt worden waren. Nachdem wir im Vorjahr Pech hatten, dass bei Parkentin gerade zwei Seeadler vorbeikamen, die dann einen unserer gerade frei gelassenen Jungstörche schwer verletzten, sind wir dieses Mal wieder nach Jürgenshagen/GÜ gefahren, wo wir in der Vergangenheit auch schon mehrfach erfolgreich ausgewildert hatten. Große, weite Wiesenflächen und keine Stromleitungen weit und breit bieten sehr günstige Voraussetzungen (die Windkraftanlagen sind weiter weg als man bei Ansicht des obigen Fotosw annehmen möchte) für die noch völlig flugunerfahrenen Youngster. Und dieses Mal lief alles wie im Bilderbuch. Zwei der Jungstörche erhoben sich sofort, um bei leicht auffrischender Brise ihre ersten Runden zu drehen. Eindrucksvoll stellten sie ihre Flugfähigkeit unter Beweis. Nummer 3 staunte erst einen Moment, schloss sich dann aber kurze Zeit später auch an. Schon mittags, als Storchenfreundin A. Hornburg eine Kontrollfahrt unternahm, war von den Dreien nichts mehr zu sehen. Hoffen wir, dass wir in den nächsten Jahren noch wieder von ihnen hören werden!

Um wen handelte es sich eigentlich? Einer der drei kam aus Satow (Ringnummer BW08) und die beiden übrigen aus Zeez (Ringnummern CE07 und CE08). Sie hatten ernährungstechnisch beide erheblichen Nachholbedarf, als sie in den Rostocker Zoo gebracht werden mussten. Zur Erinnerung: sie gehörten zu einer Vierer-Brut, bei der ein Altvogel mitten in der Saison leider spurlos verschwunden war. Jetzt aber war es ein toller Anblick, als sie sich mit kräftigen Flügelschlägen in die Lüfte erhoben und ihre ersten Runden drehten. Ein herzliches Dankeschön geht wieder an den Rostocker Zoo und seine Tierpfleger/innen, der hier wieder ganz hervorragend geholfen haben.

 


Zu Besuch beim schwedischen Weißstorchprojekt

14. August 2018

Im zurückliegenden Urlaub war es mir möglich, einem Standort des schwedischen Wiederansiedlungsprojekts für Weißstörche einen Besuch abzustatten. Hemmestorps Mölla liegt im Süden des Landes, nicht weit entfernt von Malmö und Lund. Insgesamt gibt es hier, in Schonen, vier derartige Stationen, in denen Jungstörche erbrütet und (später zum Großteil freigelassen) werden. Unsere beiden Brutstörchinnen in Bandelstorf (SVS 1962) und Neu Rethwisch (SVS 1899) stammen von hier. 2015 wurden sie von Hemmestorps Mölla aus in einem großen Pulk freigelassen. Auch jetzt sind Ende Juli wieder etwa 80 Jungstörche ausgewildert worden. Vor zwei Jahren war ein solcher Pulk auch für einige Tage bei Parchim in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten. In Schweden war der Weißstorch Mitte des 20. Jahrhunderts praktisch ausgestorben. Das "Storkprojektet" hat es sich zum Ziel gesetzt, mindestens 150 zufütterungsunabhängige, frei lebende Storchenpaare anzusiedeln. Davon ist man zurzeit noch ein gutes Stück entfernt, aber erste Erfolge sind zu erkennen.

Neben der Freilassung der jährlich in den Großvolieren ausgebrüteten Jungstörche, von denen man sich erhofft, dass sie zum Großteil nach Schweden zurückkehren und dort frei brüten,  wird von den Verantwortlichen noch ein zweiter Weg verfolgt. Er lässt sich sehr gut am Beispiel des Storchs SVS 1515 verdeutlichen, den ich - wie berichtet - vorgestern im Vogelpark Marlow angetroffen habe. Petter Albinsson, der neue Projektleiter, hat mir gerade heute seinen Lebenslauf vorgestellt. SVS 1515 wurde 2012 in der Großvoliere Karups Nygård von dort gefangen gehaltenen Störchen ausgebrütet. Bis März 2014 wurde er anschließend in einer anderen Station, Fulltofta, zurückgehalten. Dann kam er nach Hemmestorps Mölla, wo er in den Jahren 2016 und 2017 erfolgreich in der dortigen Großvoliere brütete (drei bzw. vier flügge Jungstörche). Am 15. Februar diesen Jahres wurde er im Nordosten Schonens freigelassen. Dort in der Nähe, in Hovby, hat er auch einen Brutversuch gestartet, diesen jedoch leider im Mai abgebrochen. Seitdem wusste Petter nicht, wo sich SVS 1515 aufhielt. Nun also die Ablesung im Vogelpark Marlow, die zeigt, dass auch dieser Storch, der die ersten fünf Jahre seines Lebens in Gefangenschaft zugebracht hatte, migriert. Es ist sicher eine spannende Frage, ob er nach Schweden zurückkehrt oder sich vielleicht für ein Brutrevier in Deutschland entscheidet. Der Erfolg des schwedischen Wiederansiedlungsprojekts ist langfristig sicher auch ganz entscheidend davon abhängig, wie gut die Lebensräume bzw. Brutreviere der Störche in Schweden ausgestattet sind. Ebenso ist es sehr wichtig, dass die in Gefangenschaft ausgebrüteten Störche möglichst wenig Kontakt mit Menschen haben.


"Einzelkind" aus Pankelower Spätbrut auf gutem Weg

13. August 2018

 Während viele unserer Jungstörche schon längst auf dem Weg in den Süden sind, ist dieser Youngster noch nicht so weit. Er wächst als Ergebnis einer Spätbrut auf dem Schornsteinhorst in Pankelow I heran. Spätestens zum Monatsende und damit immer noch rechtzeitig sollte aber auch er flügge sein.


Vogelpark Marlow ist wieder Hotspot für Störche

12. August 2018

 Auch in diesem Jahr ist der Vogelpark Marlow wieder ein besonderer Treffpunkt für Weißstörche. Besonders zur Abzugszeit, also in der ersten Augusthälfte, finden sich hier zur täglichen Fütterung regelmäßig viele Wildstörche ein. Auch für Ringableser gibt es dabei immer wieder spannende Entdeckungen zu machen. Am heutigen Sonntag zählte ich um 15.45 Uhr insgesamt 50 Störche. Da der Vogelpark selbst nur 19 (flugunfähige) Störche betreut, müssen also 31 zusätzlich eingeflogen sein. Insgesamt 6 von diesen Wildstörchen trugen Vogelwartenringe:

- DEH H8958: Nichtbrütendes Männchen Kneese Hof/RDG

- DEH HL921: Nichtrbrütendes Männchen, im Vorjahr Brutvogel Bartelshagen I/RDG

- DEH HL969: Männlicher Brutvogel Völkshagen/RDG

- Hiddensee BW29: Diesjähriger Jungstorch aus Klockenhagen/RDG

- Hiddensee BW33: Diesjähriger Jungstorch aus Bartelshagen II/RDG

- SVS 1515 (+ Farbringe pink-gelb-pink): schwedischer Altvogel, etwa 5 Jahre alt, bisher bei uns nicht in Erscheinung getreten (siehe Foto)


Früher Abschluss der Brutsaison in Rostock-Biestow

11. August 2018

Nach meinem Urlaub gibt es wieder einige Neuigkeiten von unseren Störchen zu berichten. Beginnen möchte ich mit dem Webcamnest Rostock-Biestow, wo die Storchensaison in diesem Jahr schon recht früh zu Ende gegangen ist. Nach meiner letzten Meldung vom 26. Juli mit den sechs übernachtenden Jungstörchen waren in der darauf folgenden Nacht fünf von ihnen zu erkennen. Ab der nächsten Nacht kehrte dann abends nur die "Stammbesatzung" zurück aufs Nest. Die vier Biestower Jungstörche waren das letzte Mal gemeinsam in der Nacht vom 2. auf den 3. August auf dem Nest. Da verfügten sie alle schon über mindestens zwei Wochen Flugerfahrung und waren damit reif für das große Abenteuer "erster Zug in den Süden". In den folgenden Nächten gehörte das Nest dann wieder dem unberingten Männchen, das offenbar am 9. August aufgebrochen ist - und damit elf Tage früher als im letzten Jahr. Gründe dafür könnten sein, dass die Jungstörche in diesem Jahr besonders früh flügge wurden oder aber dass die anhaltende Hochdruckwetterlage für günstige Abzugsbedingungen gesorgt hat. Trockenheit, Hitze und die frühe Ernte könnten auch eine Rolle gespielt haben.

Außergewöhnlich früh war auf jeden Fall der Abzug des beringten Weibchens. Ich konnte es anhand der Webcambilder letztmalig am 22. Juli auf dem Nest entdecken. Da war der Nachwuchs gerade erst wenige Tage flügge. In der Folge blieben die vier Jungstörche ausschließlich in der Obhut des männlichen Altstorchs, der seine Fütterungen auf dem Nest allerdings stark reduzierte und damit die Eigenständigkeit des Nachwuchses förderte. Häufig ruhte er zur Nacht auf einem benachbarten Reetdach. Ein Grund für das ungewöhnlich frühe Verschwinden des Weibchens könnte ein rücksichtloses Feuerwerk gewesen sein, das am späten Abend des 20. Juli in etwa 150 Meter Entfernung vom Nest stattfand. Zwei der vier Jungstörche sprangen um 22:47 Uhr nachweislich in Panik vom Nest, das von ihnen dann erst am nächsten Abend wieder besetzt wurde. Leicht hätten sie im Dunkeln auch in die benachbarte Hochspannungsleitung fliegen können. Auch die Störchin wird den ohrenbetäubenden Lärm und die Raketen von ihrem Ruheplatz aus mitbekommen haben. Ich konnte sie danach nur noch zweimal auf dem Nest nachweisen.

Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte die feiernde Hochzeitsgesellschaft sogar eine offizielle Sondergenehmigung des Ordnungsamtes der Hansestadtadt Rostock erhalten. Als ich die Verantwortlichen direkt nach dem Vorfall auf ihre eigene Ordnung ansprach, die ausdrücklich auch einen ausreichenden Abstand von besetzten Storchennestern vorsieht, stellte sich heraus, dass man dort den Standort des (einzigen!) aktuell besetzten Nestes im gesamten Rostocker Stadtgebiet gar nicht kannte! Ich erhielt jedoch die schriftliche Zusicherung, dass zukünftig zwischen April und August keine Genehmigung für das Abbrennen von Feuerwerk im Umkreis von 1 Kilometer um das Biestower Storchennest (bzw. ein anderes besetztes auf dem Gebiet der Hansestadt) mehr gewährt wird. Immerhin! Im Landkreis Rostock läuft die Abstimmung in dieser Frage schon seit Jahren sehr viel besser. Grundlage ist übrigens §44,2 Bundesnaturschutzgesetz (Verbot der erheblichen Störung streng geschützter Vogelarten während der Aufzuchtzeiten - der Weißstorch ist eine streng geschützte Vogelart!).

Weitere Neuigkeiten dann in den nächsten Tagen!


6 Jungstörche übernachten im Biestower Webcamnest

26. Juli 2018

Munteres Treiben auf dem Biestower Webcam-Nest - und doch stimmt hier einiges nicht! Das gilt zunächst für den Jungspund ganz rechts. Er ist offensichtlich unberingt und gehört hier also gar nicht her, denn alle Biestower Jungstörche sind am rechten Bein beringt. Und dann muss da noch ein "blinder Passagier" mit im Nest sein, denn die "Stammbesatzung" besteht bekanntlich aus vier flüggen Jungstörchen. Einer der Liegenden dürfte ebenfalls ein Fremder sein. Übrigens beobachtet einer der beiden Altstörche die Szenerie zeitgleich in aller Seelenruhe von einem benachbarten Hausdach aus. Dass Jungstörche nach dem Flüggewerden in anderen Nestern vorbeischauen und dort auch geduldet werden, ist durchaus bekannt. Das kommt immer wieder einmal vor. Die Aufnahmen der Webcam zeigen nun aber auch den genauen Ablauf an. Um 19.40 Uhr landeten die vier beringten Jungstörche, der erste Fremde kam dann um 19.50 Uhr dazu und der zweite schließlich um 20.37 Uhr. Sie dürften sich also nicht bei der Nahrungssuche "zur gemeinsamen Übernachtung verabredet haben". Wir dürfen gespannt sein, wie es morgen weitergeht...


Tot mit 6 Wochen

26. Juli 2018

Auch im Alter von 6 Wochen können noch Storchenküken sterben, die eigentlich auf einem guten Weg waren. Diese Erkenntnis bewahrheitete sich heute leider ein zweites Mal in dieser Saison. In Moitin wurde das einzige Küken heute Nachmittag tot unter dem Nest gefunden. Noch am Morgen war es "quicklebendig durchs Nest geturnt", berichtete die sichtlich betroffene Horstbetreuerin. Vielleicht lag es an zu viel Übermut? Jedenfalls gehen wir hier von einem Unglücksfall aus, genauso wie im Juni bei einem der Zeezer Jungstörche. Wer mit 8 oder 9 Wochen vom Nest rutscht, fängt den Sturz oft noch durch Flattern mit den Flügeln ab (siehe vorgestern in Satow), bei sechswöchigen Küken sieht die Sache leider oftmals ungünstiger aus. Schade um den Youngster!


25. Juli 2018

Dieser Ring gehört zu einem Jungstorch aus Satow, der gestern von aufmerksamen Anwohnern unter dem Nest laufend entdeckt wurde. Eine Nacht verbrachte er in einem Stall, heute früh kam er dann in die Tierklinik Rostock. Wenn alles gut geht, wird auch er im August mit ausgewildert. Foto: A. Hornburg. 


23. Juli 2018

Diesen beringten Nichtbrüter konnte ich heute in einem kleinen Trupp bei Zeez ablesen. Der Metallring mit der Kennung "AB11" verrät, dass er 2016 in einer Viererbrut am Schwaaner Tannenberg, nur wenige Kilometer vom heutigen Fundort entfernt, von uns beringt wurde.



Die vier Jungstörche aus Rostock-Biestow sind flügge und auf einem Nachbardach gelandet! 22.7.18

Vorläufiges Ergebnis: wenige Paare, aber ein gutes Nachwuchsjahr im Altkreis Bad Doberan

22. Juli 2018, aktualisiert am 26. Juli

An diesem Wochenende habe ich die Zählung der Jungstörche an allen Nestern des Altkreises Bad Doberan zum Abschluss bringen können. Etliche von ihnen sind bereits flügge, viele werden in den kommenden Tagen ihre ersten Runden drehen. Nur der Einzelstorch aus der Spätbrut in Pankelow I ist noch so klein, dass hier vorerst noch etwas Zurückhaltung geboten ist. Aber viel sollte sich an den Zahlen jetzt nicht mehr ändern.

Das Jahr 2018 bringt bei den Horstpaaren mit 39 statt 38 (im Vorjahr) letztlich doch nur das zweitschlechteste Ergebnis aller Zeiten. Das hängt auch damit zusammen, dass vier Einzelstörche nur vorübergehend eine Partnerin/einen Partner an sich binden konnten.

Wesentlich erfreulicher fällt das Brutergebnis aus. Hier erreichen wir nach jetzigem Stand den besten JZa-Wert seit 2007. Bei 69 Jungstörchen und 39 Horstpaaren liegt der Quotient bei 1,77 - das ist in unserer Region auf jeden Fall ein gutes Ergebnis. Die Quote der erfolglosen Paare (HPo) liegt mit 33,3 % noch im Normalbereich. Per 26. Juli gelten folgende Zahlen:

3 x 4 juv. (Gnewitz, Schmadebeck II, Wendfeld)

15 x 3 juv. (Bandelstorf, Bentwisch, Berendshagen,  Cammin, Fienstorf, Grammow, Lieblingshof, Neu Rethwisch, Niekrenz, Nustrow, Petschow, Rosenhagen, Satow, Zarnewanz, Zeez)

4 x 2 juv. (Benitz, Broderstorf I, Liepen, Stäbelow)

4 x 1 juv. (Heiligenhagen, Kowalz, Kröpelin, Pankelow I)

13 x HPo (darunter 7 Paare ohne Brutversuch)

Hervorheben möchte ich dabei die beiden "Vierer" in Gnewitz und Schmadebeck II, wo der letzte derartig gute Bruterfolg Jahrzehnte zurückliegt. Und auch die drei flüggen Jungstörche in Neu Rethwisch verdienen eine Hervorhebung: es ist nicht nur der erste Bruterfolg an diesem Standort, sondern zugleich auch der erste in der gesamten Conventer Niederung seit einem Vierteljahrhundert. Auf der anderen Seite schmerzt besonders, dass mit Volkenshagen einer der Top-Standorte der letzten 10 Jahre kein kontinuierlich anwesendes Horstpaar hatte, sondern lediglich zwei Horstbesucher. Und die Talfahrt im Westen (DDR-Altkreis Bad Doberan) erreicht mit nur noch 9 Horstpaaren einen neuen Tiefpunkt. Hoffen wir, dass möglichst zahlreiche der diesjährigen Jungstörche in drei oder vier Jahren erfolgreich ihre Karriere als Brutstörche beginnen!


Der erste "Bruchpilot" der Saison...

18. Juli 2018

Jetzt fängt sie wieder an - die Zeit der "Bruchpiloten". Gemeint sind Jungstörche die nach dem ersten Ausfliegen aus dem Nest Probleme haben und sich nicht selbst helfen können. Unser erster Fall in dieser Storchensaison stammt aus Zeez. Dort ist ein etwa 8 Wochen alter, noch nicht flügger Jungstorch in einem Baum fest hängend gefunden worden. Die engagierten Horstbetreuer haben ihn mit Hilfe einer Leiter bergen können - ein großes Dankeschön dafür! Der Youngster ist offenkundig unverletzt und kam inzwischen in den Rostocker Zoo, wo er für einige Zeit aufgepäppelt wird. Im August wollen wir ihn wieder auswildern.

Demgegenüber sind in Rostock-Biestow jetzt schon alle vier Jungstörche flügge. Nummer 1 und Nummer 2 fliegen seit Samstag, Nummer 3 seit Montag und Nummer 4 schließlich seit gestern.


Ein neugiereriger Jungstorch in Biestow und sein erster Ausflug

14. Juli 2018

Am heutigen Samstag dürften nach 63 Tagen die beiden ersten Biestower Jungstörche erstmalig einen Ausflug unternommen haben. Jedenfalls zeigte die Webcam gegen 14.00 Uhr nur noch zwei Youngster auf dem Nest an. Nach gut zehn Minuten waren sie wieder zu dritt. Der vierte Jungstorch aber blieb vorerst verschollen. Dass ein Jungstorch nach seinem ersten Ausflug nicht bald darauf wieder aufs Nest zurückkehrt, ist in der Regel kein gutes Zeichen. Ich machte mich daher gegen 17.00 Uhr auf die Suche. Nach einiger Zeit fand ich ihn am Ortsausgang auf einer Wiese - zusammen mit einem Altstorch. Dieser stellte sich anhand seiner Beringung als Mutter des unternehmungslustigen Jungstorchs heraus. Da eine Verletzung durchaus im Bereich des Möglichen lag, näherte ich mich etwas an, woraufhin sich beide Störche in die Luft erhoben. Jungstorch BW23 wies keine Anzeichen einer Behinderung oder Verletzung auf. Er flog souverän in Richtung Nest ab. Hier konnte ich kurz darauf ein recht sonderbares Verhalten feststellen. Der männliche Altstorch war gerade gelandet und fütterte die drei verbliebenen Jungvögel. Jungstorch BW23 kreiste über dem Nest, wurde aber von seinem beschäftigten Vater mit eindeutigen Gesten (Klappern und Flügelschlagen) abgewiesen. Davon ließ er sich offenbar so deutlich beeindrucken, dass er auch Stunden später noch nicht wieder auf dem Nest gelandet war. Schließlich kehrte er aber doch wieder heim - um 21.36 Uhr - und damit fast 8 Stunden nach seinem ersten Ausflug...