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Bentwisch

Von Bentwisch ins Ermland, von Rostock nach Litauen

In den letzten Tagen erreichten mich aus Nordosteuropa interessante Wiederfundmeldungen zu zwei unserer Weißstörche. Ringstorch DEH HH735 wurde 2012 nestjung in Bentwisch beringt und jetzt erstmals - als erfolgreicher, mittlerweile fünfjähriger Brutvogel - aus Zywkowo zurückgemeldet. Dieses kleine Dorf im Ermland, ganz im Norden Polens, ist ein ganz berühmtes Storchendorf mit 50 und mehr Storchenpaaren und deutlich weniger Einwohnern. 545 Kilometer von seinem Geburtsnest entfernt siedelte sich dieser Storch an!
Einen noch weiteren Weg legte DEH H5529 zurück. Dieser 2007 im Zoo Rostock beringte Vogel war 2011 der erste Hiddensee-Storch, der aus Finnland zurückgemeldet wurde. Jetzt wurde er nahrungssuchend in Joniski/Litauen abgelesen - 770 Kilometer beträgt hier die Entfernung. In einem Alter von zehn Jahren sollte er längst Brutvogel sein, dies ließ sich allerdings bisher (noch) nicht nachweisen.
Beide Beispiele zeigen, dass sich unsere Weißstörche gelegentlich auch sehr weit entfernt von ihrem Schlupfort ansiedeln.

Erfreuliches Ergebnis der ersten Beringungsrunde: 46 Jungstörche in 16 Nestern

Diese vier "Halbstarken" in Berendshagen gehören zu den insgesamt 46 Jungstörchen, die wir heute im Großraum Rostock beringt haben. Damit konnte wie erwartet bei den frühen Paaren ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis pro Nest erzielt werden. Angesichts der deutlich schwächer einzuschätzenden Nachwuchsrate der späteren Brutpaare, vor allem aber der vielen Nichtbrüterpaare und mehr noch der zahlreichen leer gebliebenen Nester wird die Gesamtzahl der flüggen Jungstörche im alten Landkreis Bad Doberan am Ende dennoch nur den historisch gesehen zweitniedrigsten Wert (nach 2016) erreichen. Insgesamt fünf Abwürfe von toten Küken, die heute bekannt wurden (je zwei in Bentwisch und Hohen Schwarfs und einer in Grammow) zeigen an, dass die Verfügbarkeit von größeren Nahrungstieren längst nicht überall gut ist.
Im Einzelnen haben wir beringt:
5 x 4 Jungstörche: Lieblingshof, Schwaan II, Berendshagen, Groß Belitz/GÜ, Selow/GÜ
5 x 3 Jungstörche: Satow, Petschow, Niekrenz, Niendorf, Biestow/HRO
4 x 2 Jungstörche: Bentwisch, Hohen Schwarfs, Breesen/RDG, Passin/GÜ
2 x 1 Jungstorch: Volkenshagen, Grammow
Das am 31. Mai in Niekrenz abgeworfene Küken, das bis gestern im Zoo Rostock aufgezogen wurde, haben wir in Grammow eingehorstet, sodass dort hoffentlich am Ende zwei Jungstörche ausfliegen.

Großer Nichtbrütertrupp bei Bentwisch

Schwedischer Ringstorch SVS 1230 mit Farbmarkierung in einem Nichtbrütertrupp bei Albertsdorf. Foto: B. Becker

Nach einem gezielten Hinweis entdeckten wir heute Abend in der Nähe von Bentwisch einen großen Nichtbrütertrupp, bestehend aus 25 Störchen. Eine so große Anzahl ist für diese Jahreszeit zumindest in unserer Region eher ungewöhnlich. Nachdem die Störche sich zunächst weiträumig auf einer großen Grünlandfläche zur Nahrungssuche verteilt hatten, tauchten sie wenig später im Nachbardorf Albertsdorf auf. Hier wurden sie vom Brutpaar des Ortes vertrieben, ließen sich dann zunächst auf einem frisch gepflügten Acker und dann nach und nach auf einem großen, zum Teil abgestorbenen Baum westlich von Albertsdorf nieder. Diesen Schlafplatz sollen sie nach Anwohnerangaben auch schon in der Nacht zuvor bezogen haben. Während 23 Störche unberingt waren, trugen zwei oberhalb des Kniegelenks ELSA-Ringe. Einer von ihnen - zusätzlich am anderen Bein mit der Farbringkombination Schwarz-Rot-Weiß markiert - konnte abgelesen werden. SVS 1230 wurde 2011 in Schweden beringt.

Spätbruten mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten


Dieses Storchenpaar in Kritzmow (im Vordergrund der männliche Ringstorch DEH H 3107, beringt 2004 in Holthusen bei Schwerin) wird in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Nachwuchs bleiben. Der Schlupf der Küken ist seit mehr als zwei Wochen überfällig.

Wie schon im Vorjahr, so beschäftigen uns auch in diesem Jahr etliche Spätbruten, deren Erfolgsaussichten auch jetzt noch nicht überall klar sind. Als Spätbruten können die Gelege von Paaren bewertet werden, die erst ab dem 25. April dauerhaft zusammenfanden. Momentan sind sieben derartige Gelege unter Beobachtung:
- Bröbberow: Paarbildung 25.4., es wird immer noch gebrütet, vermutlich "taube" Eier
- Kritzmow: Paarbildung 27.4., gleiche Situation
- Bentwisch: Paarbildung 27.4.: vermutlich noch sehr kleine Küken im Nest, Anzahl noch unbekannt
- Benitz: Paarbildung 2.5., ein oder zwei Jungstörche, etwa 2-3 Wochen alt, wurden heute bereits allein gelassen
- Reinshagen: Paarbildung 7.5., Nachgelege, vermutlich ein Jungstorch, etwa zehn Tage alt
- Parkentin: Paarbildung 21.5., Endphase der Brut (?)
- Schwaan I: Paarbildung 16.4., jedoch Nachgelege oder neues Paar ab etwa 23.5., vermutlich sehr kleine Küken im Nest; Anzahl noch unbekannt
Im Vorjahr waren die Verhältnisse so, dass mit einer Ausnahme sämtliche Spätbruten erfolgreich endeten. Da das eher die Ausnahme ist, wäre es in diesem Jahr schon ein Erfolg, wenn zumindest die Mehrheit der Paare Nachwuchs durchbringen würden.
Auch in anderen Regionen wie etwa in der Prignitz wurde bei etlichen Storchenpaaren eine Tendenz in Richtung eines sehr späten Brutbeginns festgestellt. Ob dies aber gleichbedeutend ist mit einem generell veränderten Verhalten der Störche oder doch nur eine vorübergehende Erscheinung darstellt, bleibt abzuwarten.

Neuansiedlung in Buchholz?


Seit sieben Jahren gab es in Buchholz kein Horstpaar mehr - in diesem Jahr nun deutet einiges auf einen Neuansiedlungsversuch hin. Seit dem Ostersonntag hält ein Storchenpaar die schon leicht ramponierte Nisthilfe auf einem E-Mast besetzt. Es wurde auch schon fleißig gebaut, und wiederholt kam es zur erfolgreichen Abwehr von Fremdstörchen, die die Nestinhaber angriffen. Hoffen wir, dass sich das Paar dauerhaft behaupten kann. Allerdings ist es auch möglich, dass es sich "nur" um eine Umsiedlung handelt, denn die im Vorjahr besetzten Nachbarhorste in Ziesendorf und Niendorf sind noch verwaist.
In Bröbberow konnte ich gestern einen weiteren Ringstorch - mittlerweile unseren neunten - auf dem dortigen Horst feststellen. Leider ist der rechts oben angebrachte ELSA-Ring noch stark verkotet, sodass ich nur die letzte Ziffer ablesen konnte. Es ist eine "1", sodass sehr viel dafür spricht, dass es sich um den gleichen Storch handelt, der hier Ende Juli/Anfang August 2010 das Nest "übernommen" hatte, nachdem er Wochen zuvor geschwächt an der Straße Schwaan-Ziesendorf aufgefunden, anschließend im Zoo gesund gepflegt und mit dem ELSA-Ring HC981 oben am rechten Bein ausgewildert worden war. Die Bröbberower Störche trafen am 22. und am 25. April ein. Zuletzt wurden aus Bentwisch und Kritzmow jeweils die zweiten Störche gemeldet. In Püschow stand gestern erstmals wieder ein Storch auf der im Vorjahr spät besetzten Nisthilfe. Bei 56 Horstpaaren im Vorjahr haben wir zurzeit 49 komplette Paare und 8 Einzelstörche gemeldet bekommen. Noch unbesetzt sind im Vergleich zum Vorjahr die vier Horste Parkentin, Hof Tatschow, Niendorf und Ziesendorf.

Der letzte Storch des Jahres?

Noch ist der sehr spät geschlüpfte und flügge gewordene Niendorfer Jungstorch nicht in den Süden aufgebrochen. Heute früh traf ich ihn allein auf seinem Horst an. Möglicherweise ist er jetzt der letzte Storch, der noch in unserer Region anzutreffen ist. In den letzten Tagen wurden allerdings auch in Bentwisch und Heiligenhagen noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet. In Reinshagen sind Alt- und Jungstörche gemeinsam am 31. August aufgebrochen, und auch das Storchenpaar in Groß Bölkow hat sich bis Anfang dieser Woche mit dem Abflug Zeit gelassen.
Demgegenüber haben die ersten Weißstörche bereits den Tschad erreicht. Im Internet können in diesem Jahr zwölf besenderte Altstörche auf ihrem Weg in den Süden - und später auch zurück verfolgt werden (neun stammen aus Deutschland, zwei aus Ungarn und einer aus der Schweiz). Zehn von ihnen dürften auf der Ost- und zwei auf der Westroute unterwegs sein. Die Zugrouten sind auf den Internetseiten des NABU bzw. des Storchenhofs Loburg nachzuvollziehen.

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Nachtrag: Am 6. September ist der Niendorfer Jungstorch nun auch auf seine erste große Reise in den Süden gegangen - toll, dass diese Neuansiedlung ein so erfolgreiches erstes Jahr hatte! Eine bemerkenswerte, aufregende Storchensaison ist damit zu Ende gegangen.

Die Storchensaison neigt sich dem Ende entgegen


Diese beiden Jungstörche in Bentwisch gehören in unserer Region zu den letzten, die jetzt noch auf ihrem Nest zu sehen sind. Foto: G. Pápay

Langsam aber sicher neigt sich die Storchensaison ihrem Ende entgegen. Die meisten Jungstörche und auch schon viele Altstörche sind in den letzten Tagen in Richtung Süden aufgebrochen. Wohl als einziger noch nicht flügge ist der Niendorfer Jungstorch, der aber weiterhin von den Altvögeln versorgt wird. Bei Groß Bölkow Ausbau traf ich gestern auf einem Acker noch die gesamte, vierköpfige Storchenfamilie aus Satow an - per Spektiv waren sie eindeutig zu identifizieren.

Der große Trupp, der mehrere Tage in Hohen Luckow übernachtete, ist am 17. August weitergezogen. Leider starb noch ein weiterer Jungstorch bei Groß Bölkow Ausbau - er wurde tot unter einer noch nicht gesicherten Stromleitung (Stützerbauweise) gefunden.
Einige Kopfzerbrechen bereitet noch der dritte Jungstorch vom Horst Pankelow II - am 19.8. übernachtete er jedenfalls unter dem Nest, währen oben ein Altvogel stand (offenbar ist es tatsächlich der zweite Altvogel von diesem Nest gewesen, der Ende Juli im Bereich Schlage Opfer eines Greifvogels wurde). Tagsüber hielt sich "DEH HC789", der seit längerem einen deutlichen Entwicklungsrückstand aufweist, häufig auf dem Gelände der Pankelower Schweinemastanlage auf. Am Samstag traf ich ihn jedoch auf einem Stoppelfeld bei Schlage, und dort zeigte er mir, dass er inzwischen fliegen kann. Hoffen wir, dass er den Anschluss noch findet und mit in den Süden zieht.

Im Fotoalbum finden sich nochmals viele Aufnahmen aus der letzten Woche.

Aufbruchstimmung bei den Jungstörchen - erneutes Drama in Groß Potrems

Vergleichsweise früh hat in diesem Jahr die Aufbruchstimmung unter den Jungstörchen begonnen. Einige von ihnen (wie z. B. die in Bröbberow, Stäbelow und Wischuer) haben die Bindung zu ihren Ursprungsnestern bereits komplett aufgegeben. Auch aus anderen Teilen Norddeutschlands wird über den beginnenden Abzug der Jungstörche berichtet. Die Altstörche werden wie in jedem Jahr etwas später folgen. Bilder wie dieses (aus der Nähe von Tribsees, 7.8.) mit einer ganzen Storchenfamilie sind jetzt schon selten.

In Groß Potrems hatten es die drei kaum 9 Wochen alten Jungstörche offenbar auch sehr eilig. Jedenfalls verließen sie ihren sicheren Horst, ohne selbst schon über genügend Flugfertigkeit und vor allem -sicherheit zu verfügen. Das hatte leider dramatische Folgen, denn heute früh erreichte mich ein Anruf von sehr aufmerksamen Anwohnern. Sie hatten alle drei Jungstörche über Nacht in einen leeren Hundezwinger gebracht, nachdem gestern zwei von ihnen auf der stark befahrenen, unmittelbar neben dem Storchenhorst verlaufenden B 103 unterwegs waren.

Ein Jungstorch kollidierte dabei leicht mit einem Krankenwagen, während ein zweiter mitten auf der Bundesstraße aufmerksame Urlauber aus der Nähe von Neubrandenburg zu einer gefährlichen Vollbremsung veranlasste. Die Urlauber bargen den unverletzten Youngster im Straßengraben und brachten ihn zu den Anwohnern. Gemeinsam fing man auch noch den dritten Jungstorch ein, der etwas humpelte. Als Storchenbetreuer bedanken wir uns sehr herzlich für das engagierte und tatkräftige Eingreifen der Urlauber und das umsichtige und fürsorgliche Handeln der Anwohner!
Ein wesentlicher Grund für das "frühreife" Verhalten der Jungstörche dürften die Altvögel gewesen sein, die nach Beobachtungen der Anwohner zuletzt nicht mehr zum Füttern am Horst erschienen waren. Möglicherweise haben Sie sich durch den beginnenden Zug zum (vorzeitigen) Aufbruch entschlossen oder aber sie haben eine Fütterungspause eingelegt. Es ist auch sehr gut möglich, dass es sich - angesichts der Tatsache, dass der Brutbeginn in Groß Potrems erst Anfang Mai war - um unerfahrene Erstbrüter gehandelt hat.
Ich brachte die drei Bruchpiloten heute gegen Mittag in die "Notaufnahme" der Rostocker Tierklinik, wo sie untersucht wurden. Der leichteste von ihnen (1.600 g) scheint Glück gehabt zu haben, er ist offenbar unverletzt geblieben und wird unmittelbar in den Zoo Rostock kommen, um dort aufgepäppelt zu werden. Der zweite Jungstorch (1.950 g) hat leider durch die Kollision eine Fraktur im Bereich des rechten Flügels erltten. Sein Schicksal ist zunächst ungewiss. Etwas besser sieht es für Nr. 3 (1.900 g) aus. Dieser Jungstorch scheint sich "nur" eine Verstauchung, aber keinen Bruch seines rechten Ständers zugezogen zu haben. Er tritt mit diesem Bein nicht richtig auf. Bei geeigneter Pflege sollten Nr. 1 und vermutlich auch Nr. 3 wieder voll flugfähig werden können. Sie sollen dann wieder ausgewildert werden. Allerdings liegt das momentane Gewicht deutlich unter dem Mindestgewicht von 3.000 g, das bei einem flüggen Jungstorch, der nach Afrika fliegen will, eigentlich erforderlich ist.
Bereits am gestrigen Samstag ist der drei Tage zuvor mit vier anderen Jungstörchen ausgewilderte Jungstorch mit dem Ring HC823 (vom Horst Schmadebeck I) mit einer Flügelfraktur unweit seines Auswilderungsortes bei Wokrent (Landkreis Güstrow) aufgefunden worden. Er ist in tierärztlicher Behandlung, frisst aber zurzeit leider nur schlecht.
Die Aufbruchstimmung unter den Störchen könnte auch noch für die anderen erfolgreichen Spätbruten ein Problem werden. Jedenfalls hoffen wir sehr, dass der noch nicht flügge Storchennachwuchs in Kirch Mulsow, Bentwisch, Niendorf und Thelkow bis zur Flugfähigkeit in ausreichendem Maße von den "zuständigen" Altvögeln gefüttert wird. Die Anwohner bitten wir dort um besondere Aufmerksamkeit.

Sommerhitze macht auch den Störchen zu schaffen


Die Weißstorch-Kleinfamilie in Kirch Mulsow am 11. Juli. Der Kleine macht sich...

Die große Hitze und die damit einher gehende Trockenheit der vergangenen Tage macht auch den Störchen in unserer Region zu schaffen. Gerade jetzt ist der Nahrungsbedarf in vielen Horsten am größten. Da wird es höchste Zeit, dass für den morgigen Dienstag wenigstens ein kühlerer Tag mit Regen angekündigt ist. Auch die demnächst beginnende Getreideernte sollte das Nahrungsangebot der Störche verbessern helfen. Von drei der fünf verbliebenen Spätbruten kann ich Unterschiedliches berichten. In Bentwisch und Kirch Mulsow scheinen die Altvögel sich noch ziemlich fürsorglich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Ein Vogel wacht noch regelmäßig am Nest, während der andere auf Nahrungssuche geht. Die beiden Jungstörche in Bentwisch und das Einzelkind in Kirch Mulsow machen einen ganz ordentlichen Eindruck, ich denke, sie werden es schaffen. Dagegen hat es das kleine Küken in Niendorf weiterhin schwer. Es schaut jetzt zwar endlich über den Nestrand, doch sind die Altvögel tagsüber kaum noch am Nest zu sehen. Sie gehen bereits seit einer Woche gemeinsam auf Nahrungssuche. Hier heißt es weiter "Daumen drücken".

Die Zeit der "Bruchpiloten" beginnt

Einer der größten Jungstörche weit und breit ist das "Einzelkind" in Detershagen. Schon bald wird er seine ersten Flugrunden drehen.

Mit dem verstärkten Trainieren der Flugmuskulatur und dann den ersten Rundflügen selbst beginnt jetzt wieder die Zeit, in der immer wieder einzelne Jungstörche unfreiwillig unter dem Nest landen. Als ersten in dieser Saison traf es einen der vier Jungstörche in Schmadebeck I. Er wurde gestern Mittag von den Anwohnern unter dem Nest gefunden. Um keine Risiken einzugehen, brachten ihn die Horstbetreuer in den Rostocker Zoo, wo er tierärztlich untersucht wurde. Er hat sich jedenfalls nichts gebrochen, bleibt jetzt aber noch einige Zeit im Zoo, bevor er - voll flugfähig - ausgewildert werden kann. Hans-Heinrich Zöllick hat heute bei seinem Besuch im Zoo auch feststellen können, dass es den beiden kleinen Findelstörchen aus Benitz und Klingendorf gut geht. Sie sind inzwischen ein ganzes Stück gewachsen und sollen im August in die Freiheit entlassen werden. Auch ein Altstorch, der in der vorletzten Woche zwischen Schwaan und Ziesendorf aufgegriffen worden war, scheint seine zunächst auf Vergiftung hindeutende Schwäche überwunden zu haben. Er wird vermutlich sehr bald wieder freigelassen werden können. Intensive Nachfragen bei den Horstbetreuern der Umgebung hatten ergeben, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um keinen Brutstorch handelt.
Bei den Spätbruten gibt es eine positive Nachricht aus Bentwisch - dort konnte heute noch ein zweiter Jungstorch gesichtet werden. In Niendorf haben die Altstörche seit dem Wochenende damit angefangen, das Jungtier allein zu lassen, obwohl es erst etwa 3 Wochen alt ist. Die dringend notwendig gewesenen Regenfälle der vergangenen Nacht werden die Nahrungssituation für die Störche hoffentlich etwas verbessert haben. Die nächste Hitzewelle ist allerdings schon angekündigt. Da heißt es weiter Daumen drücken für den spät geschlüpften Storchennachwuchs.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Neuansiedlung in Kambs


Seit 28 Jahren hat es in Kambs (südlich von Schwaan an der Warnow) keine Störche mehr gegeben; nun ist es endlich wieder so weit. Bereits seit dem 10. Mai nutzt ein Storchenpaar den vorhandenen Nistmast, wie uns die stolzen Anwohner heute - unter Beifügung sehr schöner Fotos - mitgeteilt haben. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass es zu einer festen Horstbindung gekommen ist. Für eine Brut war es allerdings schon zu spät.
Dabei ist der kleine Ort an der Oberwarnow eigentlich ein traditionsreicher Storchenstandort. Das jedenfalls zeigt die Statistik des langjährigen Betreuers der Region, Paul Thomzick. Die mecklenburgische Storchenzählung im Jahre 1901 erbrachte gleich drei besetzte Nester und auch später gab es hier immer Störche. Noch 1970 und 1971 wurde jeweils ein Storchenpaar auf einer Weichdachscheune mit vier flügge gewordenen Jungstörchen gezählt. Seit 1982 hieß es dann in Kambs jedes Mal Fehlanzeige. Allerdings deuteten einzelne Horstbesucher in den vergangenen zwei Jahren bereits an, dass hier Potenzial für eine Neuansiedlung besteht. Dass es damit jetzt zu klappen scheint, ist unter den schwierigen Bedingungen der diesjährigen Storchensaison ein besonderer Glücksfall. Hoffen wir, dass das Paar jetzt bleibt und im kommenden Jahr früher da ist, um dann auch zu brüten.
Der Mai 2009 entpuppt sich damit immer mehr als besonderer Monat. Nachdem es heute telefonisch auch eine Bestätigung für das Storchenpaar in Kirch Mulsow gegeben hat (beide Partner sind seit dem 21. Mai konstant am Horst), hat sich die Anzahl der einzelnen Störche, die in diesem Monat noch Horstbindung entwickelt haben, auf erstaunliche 17 gesteigert. Damit erhöht sich auch die momentane Anzahl der Horstpaare auf 57 - "nur" noch zwei weniger als im Vorjahr. Allerdings haben viele der im Mai eingetroffenen Störche nicht mehr mit dem Brutgeschäft begonnen (eine Ausnahme stellt eventuell Bentwisch dar), sodass der prozentuale HPo-Anteil (Horstpaare ohne Junge) in diesem Jahr voraussichtlich überdurchschnittlich hoch sein wird.

Immer häufiger Fütterungen an den Nestern zu beobachten

Immer häufiger sind jetzt Bilder wie dieses aus Fienstorf (fotografiert von G. Vogel) in den Storchenhorsten zu erkennen - ein Altvogel würgt seinem frisch geschlüpften Nachwuchs Nahrung aus. Erste Anwohner haben sich bereits gemeldet und die Anzahl von entdeckten Schnäbeln mitgeteilt. So sollen es in Kröpelin vier, in Stäbelow zwei und am Horst Schwaan II drei oder vier Junge sein. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Weg bis zum Flüggewerden noch lang und gefahrvoll ist und noch mancher Verlust eintreten wird. Es können natürlich umgekehrt auch noch Nachzügler hinzukommen. Vor allem die Nahrungsverfügbarkeit und die weiteren Witterungsverhältnisse, aber auch das Verhalten der Altstörche spielen eine entscheidende Rolle.
Unterdessen wurden aus weiteren Nestern Spätankünfte von Störchen gemeldet. In Bentwisch ist das Paar nun endlich seit dem 15. Mai komplett und in Groß Lüsewitz scheint seit dem 22./23. Mai ein Paar dauerhaft Gefallen am Nest gefunden zu haben, nachdem es dort zuvor einen häufigen Wechsel und zwischenzeitlich immer wieder auch Leerstand gegeben hatte. In Altenhagen I und in Pastow sind die dort vorübergehend erschienenen Einzelstörche jedoch schon wieder verschwunden.

Vielerorts heftige Horstkämpfe


In diesen Tagen häufen sich die Nachrichten über heftige Horstkämpfe an den Nestern. Es sieht so aus als ob zuletzt doch noch in größerer Anzahl Störche auch in unserer Region eingetroffen sind. Das obige Foto sandte eine Storchenfreundin aus Zarnewanz, wo sie am 26. April erstmals einen Storch im Nest stehen sah.
In Liepen stritten am Sonntag gleich zehn Störche um den Horst, der seit dem 6. April nur von einem Storch besetzt war. Immerhin ist jetzt seit zwei Tagen dauerhaft ein Paar vor Ort. Das gilt auch für Neu Thulendorf, wo das lange Warten nach 20 Tagen am 24. April ein Ende hatte. In Groß Lüsewitz gab es gestern Abend einen Kampf von gleich vier Störchen. Momentan ist die Lage unübersichtlich, es wird aber am Nest gebaut. Das gilt auch für Bentwisch, wo aber zum großen Leidwesen der Anwohner ebenso noch ein zweiter Storch fehlt wie in Petschow. Das ist umso erstaunlicher als in beiden Nestern letztes Jahr je drei Jungstörche groß wurden. Einige wenige Tage der Hoffnung bleiben jetzt noch, aber nach dem 1. Mai wird der Bruttrieb erfahrungsgemäß stetig geringer.

Im Osten des Landkreises bessert sich die Lage


In Lieblingshof ist am 20. April ein zweiter Storch eingetroffen - man verstand sich auf Anhieb; Foto: KITA Lieblingshof

Nachdem Hans-Heinrich Zöllick heute praktisch sämtliche Storchennester im östlichen Teil des Landkreises Bad Doberan kontrolliert hat, können wir von dort berichten, dass sich die Lage gebessert hat. Momentan sind hier etwa 85 % der vorjährigen Störche eingetroffen. 2008 gab es im Altkreis Rostock Land 30 Brutpaare. Zurzeit sind 23 Horste komplett (davon neu Vogtshagen). Hinzu kommen noch sechs Einzelstörche (in Bentwisch, Griebnitz, Groß Lüsewitz, Liepen, Neu Thulendorf und Petschow). Noch gänzlich unbesetzt sind momentan nur noch Zarnewanz und Kritzmow (hier wurde allerdings zuletzt vor zehn Tagen kontrolliert). Es gab noch verschiedene Wechsel in der Besetzung der Nester. So ist in Tessin seit gestern ein unberingtes Paar am Nest. Der Ringstorch, der dort seit dem 6. April gewesen war, ist "unerkannt entkommen", vermutlich wurde er bei Horstkämpfen vertrieben. Das Nest in Groß Lüsewitz war mehr als zehn Tage verlassen, jetzt ist dort zumindest wieder ein Einzelstorch gelandet.

Wie die Verhältnisse im Westen und Süden zurzeit sind, ist momentan etwas undurchsichtiger. Während im Amt Schwaan zuletzt nur noch vier von 16 im Vorjahr besetzten Plätzen frei waren, gibt es im Altkreis Bad Doberan auch weiterhin noch etliche Lücken. So ist etwa in Schmadebeck I, dem besten Nest der letzten Jahre, nach wie vor nur ein Vogel (wir vermuten, dass es eine Störchin ist) regelmäßig anzutreffen. Es wurde dort eine Eischale unter dem Nest gefunden, die möglicherweise im Zusammenhang mit kurzfristigem "männlichen Besuch" und anschließenden Paarungen gestanden hat.

Unter dem Strich dürften zurzeit mindestens 39 Paare komplett sein (2008 waren es am Ende der Saison 59). Hinzu kommen noch mindestens zehn Einzelstörche. Alle Details und auch die neuen Ankunftsdaten finden sich auf unserer aktualisierten Ankunftskarte

Jungstörche erkunden ihre Umgebung


Überall entdeckt man momentan neugierige Jungstörche, die nach dem Ausfliegen ihre nähere Umgebung erkunden. Das Foto einer Anwohnerin zeigt die drei Wendfelder Jungstörche, die am 26. Juli auf dem Turm des Wendfelder Herrenhauses stehen.

Bei einer kleinen Rundfahrt am heutigen Abend konnte ich am Horst Groß Potrems I erfreulicher Weise noch einen zweiten Jungstorch entdecken (bisher gingen wir dort nur von einem einzigen, spät geschlüpften aus). In Petschow, wo wir bisher immer drei Jungstörche gezählt haben, standen gleich fünf (!) Jungstörche im Nest, während ein Altstorch das Kirchendach für seine Übernachtung ausgesucht hatte. Wir werden versuchen, das Rätsel möglichst bald aufzuklären. Entweder sind dort tatsächlich fünf Junge groß geworden oder aber zwei Jungstörche von anderen Standorten haben sich hier ihr Nachtquartier gewählt. Im Fotoalbum ist jetzt auch erstmals in dieser Storchensaison ein Foto mit den drei Bentwischer Jungstörchen zu sehen.

Woher stammen unsere Ringstörche kartographisch betrachtet?

Nachdem gestern auch der letzte momentan im Landkreis Bad Doberan bekannte (und anwesende) Ringstorch identifiziert worden ist, möchte ich heute mit Hilfe von Screenshots aus "Google Earth" die Herkunft der drei Störche per Karte verdeutlichen. Da im größeren Umkreis unserer Region seit rund 20 Jahren nur noch sehr sporadisch beringt wird, sind alle drei Störche insoweit außergewöhnlich, als sie zu den "Fernansiedlern" zu zählen sind. Die Mehrheit der beringten und abgelesenen Störche in Deutschland hat sich in der Vergangenheit für einen Brutplatz im Umfeld von 50 Kilometern um den eigenen Geburts- und Beringungsort entschieden. In unserem Fall siedelte sich der 1986 in Prohn bei Stralsund beringte Roggower Storch am dichtesten, nämlich in 96 km Entfernung an. Es folgt der elfjährige Bentwischer Storch, der seinen Horst 135 km von seinem Geburtsort Rühstädt - dem storchenreichsten Dorf Deutschlands - entfernt fand. Den weitesten Weg hatte die sechsjährige Parkentiner Störchin, denn ihr Beringungsort Beese (Altmarkkreis Salzwedel) liegt Luftlinie 153 km von ihrem jetzigen Brutstandort Parkentin entfernt - dazu die folgende Karte, während die beiden anderen Karten im Fotoalbum zu finden sind.

Bitte um Mithilfe bei der Ermittlung und Kontrolle von Ringstörchen

Jetzt, Ende Juli, ist die Zeit gekommen, wo es vergleichsweise einfach gelingt, Ringstörche zu erkennen und die Nummern abzulesen. Die Altstörche stehen häufig nicht mit im Nest, sondern auf Hausdächern, Schornsteinen, Straßenlaternen etc. Dort aber ist eine Kontrolle wesentlich einfacher möglich. Wir bitten alle Leser, uns zu informieren, wenn irgendwo in der Region ein beringter Storch gesichtet wird. Aufgeklärt sind bisher der 21jährige männliche Ringstorch in Roggow und ein elfjähriger, wahrscheinlich ebenfalls männliche Storch in Bentwisch. Wir wissen seit heute, dass es sich in beiden Fällen um Erstablesungen handelt. Das heißt, beide Störche wurden zuvor noch nie kontrolliert - der bisherige Lebenslauf seit der Beringung ist daher unbekannt.
In Rothbeck war nach Anwohnerbericht mindestens bis Ende April ein beringter Storch am Nest. Hier ist es leider zu keiner dauerhaften Paarbildung und Nestbindung gekommen, sodass unklar ist, ob der beringte Storch noch in Rothbeck anzutreffen ist.
In Parkentin trägt der weibliche Storch unten links einen Alu-Ring der Vogelwarte Hiddensee. Von der Ringbeschriftung ist bisher nur der Anfangsbuchstabe "L" sicher abgelesen. Die folgenden Ziffern sind noch unbekannt. Im Vorjahr trug das Weibchen ebenfalls unten links einen Alu-Ring, und zwar mit der Hiddensee-Nr. L 864. Wahrscheinlich ist es das gleiche Tier, doch müsste das durch Ablesung erst noch definitiv bestätigt werden. Dieses Foto von B.-D. Rosien zeigt den am Nest landenden Parkentiner Ringstorch, der zusammen mit seinem Partner ein Jungtier großzieht.


Aus Fienstorf erreichte uns die Nachricht, dass einer der dort seit dem Wochenende flüggen Jungstörche heute mit Verdacht auf eine Beinverletzung in die Rostocker Tierklinik gebracht werden musste. Die sehr aufmerksamen Anwohner entdeckten ihn bei vergeblichen Startversuchen in Horstnähe, wobei ein Bein einknickte. Vielen Dank für die schnelle und richtige Reaktion. Wir hoffen sehr, dass der Jungstorch nicht ernsthafter verletzt ist.

Bentwischer Ringstorch stammt aus Rühstädt, Deutschlands Storchendorf Nr. 1

Gestern gelang es mir auf Anhieb, die Ringnummer des Alu-beringten Altstorchs in Bentwisch mit dem Spektiv abzulesen. Der Ring trägt die Nummer KA-2176 und wurde von der Beringungszentrale Hiddensee ausgegeben. Von dort bekam ich heute die Information, dass der Storch, dessen Geschlecht noch nicht eindeutig bestimmt werden konnte, am 5. Juli 1996 mit drei Nestgeschwistern in Rühstädt beringt wurde. Der jetzt elfjährige Altstorch stammt also aus dem größten und bekanntesten Storchendorf Deutschlands. Auch in diesem Jahr brüten dort, in der Elbtalaue bei Wittenberge, wieder annähernd 30 Storchenpaare. Dieses Foto hatte mich Anfang Mai auf die Spur des Ringstorchs gebracht.


Leider erfuhr ich gestern Abend von den Anwohnern in Bentwisch auch, dass die beiden zuletzt im Nest befindlichen Jungstörche seit Ende Juni/Anfang Juli nicht mehr zu sehen sind. Wie in Vogtshagen müssen wir auch hier von einem Totalverlust der Brut ausgehen, die Bruterfolgskarte musste entsprechend geändert werden. Gute Nachrichten gibt es dagegen aus Albertsdorf - hier sind die drei Jungstörche bereits flügge. Kurz davor stehen die jeweils drei Jungstörche in Cammin und in Pankelow. Von beiden Nestern gibt es aktuelle Bilder im Fotoalbum.

Gute und schlechte Nachrichten aus dem Osten des Landkreises

Es gibt neue Nachrichten von verschiedenen Standorten im Osten des Landkreises. Zunächst einmal die guten: sowohl in Gnewitz als auch in Nustrow wurde noch jeweils ein weiterer Jungstorch entdeckt. Dagegen ist in Neu Thulendorf nur noch ein Jungstorch im Nest und in Vogtshagen sind offenbar alle drei verendet. Sie waren vergleichsweise spät geschlüpft und sind wahrscheinlich dem schlechten Wetter in der letzten Woche zum Opfer gefallen. Bei einer Reihe von weiteren Nestern (Bentwisch, Grammow, Kowalz, Thelkow, Liepen, Zarnewanz sowie im Westen Hohen Luckow, Rederank und Satow Hof) konnte die bisher bekannte Anzahl an Jungstörchen bestätigt werden. Die Bruterfolgskarte ist auf der Basis der neuen Erkenntnisse überarbeitet worden. Im Fotoalbum gibt es eine ganze Reihe neuer Bilder, die heute am Abend in Hohen Luckow, Satow Hof, Rederank und Clausdorf aufgenommen wurden. Dieses Foto zeigt einen der beiden Altstörche aus Hohen Luckow bei der Nahrungssuche auf dem dortigen Gutshof.

Bisher 131 Jungstörche gezählt!

Nachdem wir bis gestern die erste Sichtungsrunde aller in diesem Jahr besetzten Storchenhorste im Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock abschließen konnten (vielen Dank allen Helfern und Unterstützern!), können wir heute eine erste Zwischenbilanz ziehen. Danach befinden sich nach letztem Stand in insgesamt 63 Nestern 131 Jungstörche. Diese Zahl wird sich bis zum Ausfliegen zwar sicherlich noch verändern, doch sieht es momentan nach einem recht starken Jahrgang aus. Die abermals überarbeitete Brutverlaufskarte zeigt den aktuellen Stand. Nur noch in wenigen Nestern (Parkentin, Moitin, Goorstorf) besteht Unklarheit, ob es eine erfolgreiche Brut gegeben hat. Gegenüber unserer letzten Meldung sind bis heute noch folgende beobachtete Jungenzahlen hinzu gekommen bzw. korrigiert worden: Albertsdorf, Cammin, Groß Lüsewitz, Rostock Zoo II je 3; Bentwisch, Berendshagen, Gerdshagen I, Liepen, Nustrow, Rostock Zoo I, Thelkow, Vogtshagen je 2; Gnewitz, Kowalz, Zarnewanz: je 1 Jungstorch.
Dieses Foto zeigt einen der drei schon sehr großen Jungstörche in Albertsdorf, aufgenommen am vergangenen Samstag.

Den Ringstörchen auf der Spur

Mittlerweile sind uns in diesem Jahr bereits vier beringte Störche gemeldet worden bzw. haben wir sie selbst entdeckt (je einer in Bentwisch, Parkentin, Roggow und Rothbeck). Diese Anzahl mag für Leser aus anderen Regionen Deutschlands als sehr gering erscheinen, doch sollte dabei bedacht werden, dass ausgehend von unserem Einzugsgebiet in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern seit vielen Jahren - von einzelnen Ausnahmen abgesehen - nicht beringt wird. Leider ist uns bei den allesamt unterhalb des Intertarsalgelenks beringten Störchen bisher noch keine vollständige Ablesung einer Ringnummer gelungen. Jetzt, in der Zeit des Brütens, stehen die Störche kaum einmal außerhalb ihres Nestes, wo günstige Bedingungen zum Ablesen bestünden. Das wird sich in einigen Wochen aber sicher ändern. Zumindest teilweise entschlüsselt ist der Ring des weiblichen Storchs in Parkentin, und auch von dem männlichen aus Roggow sind zumindest ein oder zwei Zahlen lesbar. Wir informieren, sobald wir neue Erkenntnisse haben.

Männlicher Ringstorch in Roggow, Mai 2007; Foto: B. Rosien

Aufruf zur Meldung geschlüpfter Storchenküken

In diesen Tagen dürften auch in unserer Region die ersten Jungstörche geschlüpft sein. Aufgrund der frühen Ankunftsdaten dürfte z. B. in Stäbelow, Pankelow oder Ivendorf unter Umständen schon Nachwuchs in den Nestern sein. Nach unseren Berechnungen wird sich die Phase des Schlüpfens bis etwa Anfang Juni hinziehen. Zu den letzten Nestern werden wohl Bentwisch und Heiligenhagen zählen, denn hier begann die Brut erst kürzlich. Insgesamt dürften es etwa 50 Nester sein, in denen in diesem Jahr gebrütet wird. Wir möchten alle Freunde und Leser unserer Storchenseite herzlich bitten, uns über geschlüpfte Storchenküken zu informieren und es uns damit zu ermöglichen, die "Brutverlaufskarte" auf einem möglichst aktuellen Stand zu halten (per E-Mail: stefan.kroll@uni-rostock.de oder telefonisch unter 0381/2021164). Dieses Foto zeigt das Storchennest in Heiligenhagen.

Große Fahrradtour am Wochenende

Am Wochenende hatte ich Gelegenheit zu einer großen und einer kleineren Fahrradtour zu verschiedenen Storchennestern. Am Samstag war ich östlich von Rostock im Bereich der kleinen Flüsschen Carbäk und Kösterbeck unterwegs, am Sonntag dann im Raum Schwaan. Ziel war es vor allem, herauszufinden, an welchen Standorten gebrütet wurde und wo nicht. Bei dieser Gelegenheit habe ich zahlreiche Fotos aufgenommen. Etwa 20 davon stehen neu im Fotoalbum.
In folgenden Nestern konnte ich erfreulicher Weise brütende Störche vorfinden: Albertsdorf, Bandelstorf, Bentwisch, Broderstorf II, Fienstorf, Groß Lüsewitz, Niekrenz, Lieblingshof, Petschow, Thulendorf, Neu Thulendorf, Göldenitz (Amt Warnow Ost), Benitz, Schwaan I und Schwaan II.
Anwesend, aber nicht am Brüten waren die Störche in Goorstorf und Neu Broderstorf, dagegen war das Nest in Rothbeck verlassen, jedoch gab es zahlreiche frische Kotspritzer, sodass der oder die Störche wohl noch Nestbindung haben. Nähere Auskünfte konnte mir dort leider niemand geben. In Pastow schien das Nest bereits seit längerem verlassen zu sein. Auch in Lichtenhagen war kein Storch am Nest, aber das zeigt ja auch regelmäßig die dortige Webcam. Erfreulicher Weise entdeckte ich am Nest in Bentwisch beim Landeanflug einen ELSA-beringten Storch. Die Ablesung steht auch hier noch aus.

Spätheimkehrer

Störche, die erst jetzt aus dem Süden an ihre Brutplätze zurückkehren, können getrost als "Spätheimkehrer" betrachtet werden. Dazu zählen auch die beiden Störche in Goorstorf, die seit dem 22.4. und dem 25.4. an ihrem Horst sind. Vielleicht klappt es dort ja in diesem Jahr zum ersten Mal mit Storchennachwuchs. Der Standort ist eine Neuansiedlung des Jahres 2004. Außerdem hat das Warten für den Storch in Bentwisch seit dem 25.4. ein Ende. Mehr als drei Wochen hat er auf (s)einen Partner bzw. (s)eine Partnerin gewartet.
Dass die von uns veröffentlichten Ankunftsdaten nicht immer gleichbedeutend sein müssen mit einer dauerhaften Besetzung des Horstes zeigt leider das Beispiel Tessin. Hier gibt es aktuelle Beobachtungen, die aussagen, dass das Nest wieder leer ist. So etwas scheint in diesem Jahr häufiger zu passieren. Vielleicht fliegen ja auch dort noch Spätheimkehrer ein. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr, wenn es dann mit dem Nachwuchs noch klappen soll. In unserer Region ist der 1. Mai im Allgemeinen als eine Art Grenzwert anzusehen. Danach eintreffende Störche haben in der Vergangenheit selten Bruterfolg gehabt oder gar nicht erst mehr mit der Brut begonnen (siehe Diagramm). Auf der anderen Seite werden voraussichtlich ab der kommenden Woche die ersten Küken in den Nestern schlüpfen, die schon bis Ende März besetzt waren. Hier folgt noch die aktuelle Ankunftskarte:

Stockenten vertreiben Störche aus Biestower Nest!

Heute haben wir durch die unmittelbaren Anwohner des Storchennestes in Biestow Dorf die Hintergründe für den "Umzug" des Storchs auf einen benachbarten Nistmast erfahren - der bisherige, seit mehreren Jahren genutzte Horst war bei der Ankunft des Storches Ende März bereits von einem Stockentenpaar besetzt. Dieses hat sein Domizil mit großer Vehemenz und letztlich erfolgreich gegen den eigentlichen Besitzer des Horstes verteidigt. Ein solcher Fall ist zwar sehr selten, aber doch nicht einmalig - es gab ihn 2001 in ähnlicher Weise in Kavelstorf und einige Jahre zuvor auch in Biestow Dorf. Glücklicherweise schreitet der Bau des neuen Storchennestes auf dem benachbarten Nistmast weiter gut voran, nur ein zweiter Storch hat sich bisher noch nicht eingefunden. Die Stockenten werden ihrerseits sicherlich Probleme bekommen, ihren Nachwuchs heil ins Wasser zu bekommen.

Das Foto zeigt den Biestower Jungstorch des Jahres 2006, als dort oben noch nicht die Stockenten regierten...

Außerdem liegen heute noch Meldungen über zurückgekehrte Störche aus Bentwisch (1 Storch, 31.3.)und Albertsdorf (beide Störche seit März am Standort, ein genaues Datum wird noch nachgeliefert). Vielen Dank auch dieses Mal wieder den aufmerksamen Beobachtern! Die Ankunftskarte wurde auf den neuesten Stand gebracht.

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