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Reppelin

Störche in Reppelin und Hof Tatschow

Wie in fast jedem Jahr werden offenbar auch jetzt wieder Ende April Horste besetzt, die im Vorjahr leer geblieben waren. Aus Reppelin (zuletzt 2007 besetzt) wurde gestern ein einzelner Storch gemeldet, der auch über Nacht blieb und am Horst baute. Ebenfalls gestern trafen in Hof Tatschow im Süden unseres Landkreises (letztmalig 2004 von einem Paar besetzt) zwei Störche ein - zur großen Freude der Anwohner. Sie waren dort auch heute noch anzutreffen. Ob sie bleiben, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Es handelt sich vermutlich um junge, noch unerfahrene Störche, die jetzt erst einmal testen, ob die nähere Umgebung genug Nahrung aufweist, um mit einer Brut zu beginnen. Die praktisch seit Monatsbeginn anhaltende Trockenheit hat sicher dazu geführt, dass das Angebot nicht besonders reichhaltig ist. Immerhin: im Vorjahr entschlossen sich zwei Paare (in Altenhagen I und Vorder Bollhagen) noch Ende April bzw. Anfang Mai für eine Brut, die dann jedoch in beiden Fällen keinen Erfolg mehr hatte. Nach dem kommenden langen Wochenende sollte eine halbwegs verlässliche Aussage zur voraussichtlichen Gesamtzahl der Brutpaare in unserer Region möglich sein. Vielleicht haben bis dahin ja auch die zurzeit immerhin noch sieben Einzelstörche einen Partner bzw. eine Partnerin gefunden. Die Ankunftskarte ist auf den aktuellen Stand gebracht worden.

Größenunterschiede


Nicht immer sind die Größenunterschiede zwischen Männchen und Weibchen so eindeutig ausgeprägt wie hier beim Groß Lüsewitzer Storchenpaar. Das Männchen (rechts) hat einen wesentlichen wuchtigeren Kopf und einen deutlich längeren Schnabel.
Der ausführliche Bericht über die heutige Storchentour im östlichen Teil des Landkreises folgt morgen Abend. Die Rückmeldung von jeweils zweiten Störchen in Neu Thulendorf (12.4.), Liepen, Nustrow und Zarnewanz führte zu einer Aktualisierung der Ankunftskarte . Berücksichtigt ist dabei auch, dass der Horst in Reppelin in der vergangenen Woche nur vorübergehend besetzt war und jetzt wieder leer ist.

Die Brutzeit beginnt


Nachdem in diesem Jahr zahlreiche Storchenpaare bereits Ende März komplett waren, beginnt an vielen Standorten in diesen Tagen - mit einem Abstand von 7 bis 10 Tagen - das Brutgeschäft. Über vier bis fünf Wochen wird es dann Bilder wie dieses vom Sonntag aus Hohen Luckow geben. Wer genau hinschaut, erkennt in diesem mächtigen Nest einen zweiten Storch, der wahrscheinlich bereits brütet.
Auch heute gab es neue Meldungen über zurückgekehrte Störche, die wie immer zu einer Aktualisierung der Ankunftskarte geführt haben. Nunmehr wurde auch von den Standorten Reppelin, Broderstorf I und Hastorf (im Vorjahr unbesetzt!) der erste Storch gemeldet. In Neu Thulendorf und in Hohen Schwarfs traf jeweils der zweite Storch ein.

Ein großer Schwung Neuigkeiten

Der heutige Tag brachte zahlreiche neue Hinweise auf Nachwuchs in den Storchennestern unserer Region. Familie Mendrina in Roggow hat mindestens drei, wahrscheinlich sogar vier Jungstörche in "ihrem" Nest feststellen können. Sie sind bereits um den 11. Mai geschlüpft. In Schmadebeck I sind jetzt drei Jungstörche gesichtet worden, in Hohen Schwarfs mindestens zwei. Hans-Heinrich Zöllick hat heute auf einer größeren Rundfahrt in Broderstorf I vier sehr propere Jungstörche, in Thulendorf I und Broderstorf II je drei sowie in Neu Thulendorf und in Fienstorf je zwei Küken entdecken können. Auch in Gnewitz und Zarnewanz gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit Nachwuchs, der aber noch nicht über den Nestrand schaute. Ein ähnliches Bild bot sich mir heute früh in Biestow Dorf. Der am Horst stehende Altstorch war ausdauernd damit beschäftigt, sich um den "Inhalt" des Nestes zu kümmern. Auch hier ist also von einer noch unbekannten Anzahl von Jungstörchen auszugehen. Ohne Bruterfolg werden dagegen aller Voraussicht nach die Storchenpaare in Reppelin und Wendfeld bleiben. Sie standen relativ beschäftigungslos auf dem Nest. Hier eines der Fotos aus Biestow von heute früh:

Weitere Bilder gibt es im Fotoalbum. Deutlich verändert hat sich auch unsere Brutverlaufskarte.

Kein gutes Storchenjahr 2007 zu erwarten

Stand: 1.5.2007
grün = Ankunft des ersten Storchs bis zum 31. März
hellgrün = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 1. und dem 5. April
gelb = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 6. und dem 10. April
orange = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 11. und dem 15. April
rot = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 16. und dem 20. April
lila = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 21. und dem 25. April
weiß = Horst 2006 besetzt, 2007 noch kein Storch nachgewiesen
schwarz = Horst zwischen 2000 und 2005 mindestens ein Mal besetzt, 2006 unbesetzt

In den letzten Tagen haben wir noch einmal eine Vielzahl von Storchennestern aufgesucht, um die aktuelle Situation im Landkreis Bad Doberan zu klären. Dadurch ist jetzt ein relativ guter Gesamtüberblick und eine erste auch zahlenmäßige Prognose möglich. Anders als noch im März angesichts zahlreicher früher Rückkehrer angenommen, sieht es momentan nach einem schlechten Storchenjahr aus. Die Anzahl der Horstpaare (während der Brutzeit sind zwei Störche für mindestens vier Wochen am Nest) wird gegenüber 2006 um schätzungsweise 10 bis 25 Prozent zurückgehen. Der historische Tiefststand aus dem großen Störungsjahr 2005 wird voraussichtlich nochmals deutlich unterboten werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die seit Wochen anhaltende Trockenheit ein wesentlicher Faktor für diese sich abzeichnende Entwicklung darstellt. In keinem Jahr zuvor wurden so viele Störche gemeldet, die nur vorübergehend einen Standort besetzten und dann wieder verschwanden. Es gibt bzw. gab im März und April also insgesamt deutlich mehr Störche in der Region, die ursprünglich brutwillig waren. Sie haben jedoch offenkundig das dafür notwendige Nahrungsangebot als unzureichend eingestuft und sind dann weitergezogen. Andere blieben ihrem Nest zwar treu, haben aber nicht mit einer Brut begonnen. Welche Auswirkungen die lang anhaltende Trockenheit auf die Anzahl der flügge werdenden Jungstörche hat, bleibt abzuwarten. Ergiebiger Niederschlag in naher Zukunft wäre jedenfalls außerordentlich wichtig, ist aber voraussichtlich vor Anfang nächster Woche nicht zu erwarten.
Um einen realistischeren Eindruck von der aktuellen Situation an unseren Nestern zu erhalten, werden wir demnächst eine neue Karte "Brutstatus 2007" bereitstellen und jeweils aktualisieren. Dort sollen dann auch Meldungen über geschlüpfte Jungstörche eingehen.
In die für den weiteren Verlauf nur noch bedingt aktuelle Ankunftskarte wurden noch einmal folgende neue Informationen eingearbeitet:
- Reppelin (1. Storch: 6.4./2. Storch 16.4.)
- Gnewitz (4.4./6.4.)
- Woltow (14.4./vor dem 18.4.): Nest inzwischen wieder verlassen
- Grammow (25.3./26.3.)
- Kowalz (2. Storch: 25.4.)
- Thelkow (2. Storch: 20.4.)
- Zarnewanz (14.4./18.4.)
- Heiligenhagen (1. Storch: 28.3., dann unbesetzt, wieder besetzt: 3.4./25.4.)
- Moitin (Anfang April/Mitte April)
- Kirch Mulsow (Anfang April/Mitte April)

Folgende Nester waren jeweils nur kurzzeitig bzw. vorübergehend besetzt: Groß Bölkow, Danneborth (Paar), Lehnenhof, Retschow I, Damm, Rosenhagen (Paar/4 Wochen), Neu Wendfeld, Hof Tatschow, Liepen (Paar), Klein Wehnendorf, Tessin, Woltow.

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