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Reppelin

Horstkämpfe, Partnerwechsel und verlassene Nester

Foto: G. Rosche, 18.4.11

Während dieses Storchenpaar in Niekrenz ein Bild trauter Zweisamkeit abgibt, haben sich in den letzten Tagen weniger harmonische Ereignisse ereignet. Nachdem die guten, aussichtsreichen Storchenreviere inzwischen fast alle besetzt sind, wird seit dem vergangenen Wochenende, an dem viele Störche in unserer Region eintrafen, vielerorts von Horstkämpfen berichtet. So war gestern der Horst Schmadebeck I den ganzen Tag über umkämpft. In Klingendorf fand am Montag nachweislich ein Wechsel statt - hier ist jetzt wieder (wie im Vorjahr) ein beringtes, bisher noch nicht identifiziertes Weibchen am Nest. Möglicherweise hat auch gleich das Männchen gewechselt. Unklar ist die Situation zurzeit am Horst Schmadebeck II, wo ein Seeadler vor einigen Tagen offenbar das bereits brütende Storchenpaar direkt am Nest attackiert hat. Eventuell wurde hier die Brut abgebrochen. Auf dem Storchenpflegehof Papendorf (UER) hat die Webcam aufgezeichnet, dass in der letzten Nacht um 1 Uhr (!) ein Fremdstorch bei Horstkämpfen die bereits gelegten zwei Eier herausgeworfen hat.
Noch befinden wir uns an vielen Nestern in der Findungsphase, da sind Wechsel durchaus üblich. In diesem Zusammenhang haben auch mehrere Einzelstörche, die bereits feste Horstbindung entwickelt zu haben schienen, ihre Nester wieder verlassen (Broderstorf I, Reppelin, Kritzmow, Vogtshagen). Hier besteht allerdings die Hoffnung, dass diese Nester noch von nachrückenden Störchen angenommen werden. In Reppelin hat unser Partner e.on-edis am Montag wie angekündigt gemeinsam mit uns einen neuen Mast samt Nisthilfe und Nistkorb aufstellen lassen. Der alte marode Mast samt verfallendem Nest wird in den nächsten Tagen entfernt werden. Die Maßnahme war ohnhehin mittelfristig geplant gewesen. Im Nachbardorf Barkvieren hat der Einzelstorch, der mitten im Dorf auf einem Baumstumpf ein Nest errichtet hat, seit Sonntag eine Partnerin.

Die aktuelle Ankunftskarte gibt es weiterhin hier

Heftige Auseinandersetzungen um das Wendfelder Storchennest

Foto: B. Becker

Seit dem Gründonnerstag, 5. April, hat es zum Teil heftige Auseinandersetzungen um das Wendfelder Storchennest gegeben. Immer wieder attackierte ein Fremdstorch das Paar, das dabei in der Nacht vom 10. auf den 11. April sein erstes Ei verlor. Nach unseren Beobachtungen hat das am 30. März eingetroffene Männchen seine Position bisher behauptet, dabei allerdings eine blutige Wunde am Hals erlitten. Der Angreifer ist nach unserer Einschätzung der Einzelstorch, der seit dem 5. April regelmäßig im Nachbardorf Reppelin beobachtet wurde. Das dortige Nest ist letztmalig in der Brutsaison 2007 besetzt gewesen. In einem entsprechend desolaten Zustand befindet es sich zurzeit. Aus der vorhandenen Restsubstanz wird mit großer Wahrscheinlichkeit kein noch so geschickter Storch ein für die Brut geeignetes Nest errichten können. Da zudem der alte Holzmast sehr schief ist, haben wir unseren Partner e.on-edis dankenswerter Weise dafür gewinnen können, dass hier so schnell wie möglich ein neuen Betonmast samt Nisthilfe und Nistkorb aufgestellt wird. Der Einsatz wird am Montag, 16. April stattfinden.

Foto: B. Becker

Ein Dorf weiter, in Barkvieren, ist unterdessen vermutlich der Storch zurückgekehrt, der dort im Vorjahr auf einem Baumstumpf mitten im Ort ein Nest errichtet hatte. Wie 2011 wartet er zurzeit noch auf einen Partner, hat aber schon wieder an seiner Nestkonstruktion gebaut. Inzwischen hat sich die Rückkehrer-Quote in unserem gesamten Betreuungsgebiet auf schätzungsweise 45 bis 50 Prozent der Vorjahresstörche erhöht. Es fehlt also nach wie vor ein großer Teil.

Die aktuelle Ankunftskarte gibt es hier

Störche in Reppelin und Hof Tatschow

Wie in fast jedem Jahr werden offenbar auch jetzt wieder Ende April Horste besetzt, die im Vorjahr leer geblieben waren. Aus Reppelin (zuletzt 2007 besetzt) wurde gestern ein einzelner Storch gemeldet, der auch über Nacht blieb und am Horst baute. Ebenfalls gestern trafen in Hof Tatschow im Süden unseres Landkreises (letztmalig 2004 von einem Paar besetzt) zwei Störche ein - zur großen Freude der Anwohner. Sie waren dort auch heute noch anzutreffen. Ob sie bleiben, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Es handelt sich vermutlich um junge, noch unerfahrene Störche, die jetzt erst einmal testen, ob die nähere Umgebung genug Nahrung aufweist, um mit einer Brut zu beginnen. Die praktisch seit Monatsbeginn anhaltende Trockenheit hat sicher dazu geführt, dass das Angebot nicht besonders reichhaltig ist. Immerhin: im Vorjahr entschlossen sich zwei Paare (in Altenhagen I und Vorder Bollhagen) noch Ende April bzw. Anfang Mai für eine Brut, die dann jedoch in beiden Fällen keinen Erfolg mehr hatte. Nach dem kommenden langen Wochenende sollte eine halbwegs verlässliche Aussage zur voraussichtlichen Gesamtzahl der Brutpaare in unserer Region möglich sein. Vielleicht haben bis dahin ja auch die zurzeit immerhin noch sieben Einzelstörche einen Partner bzw. eine Partnerin gefunden. Die Ankunftskarte ist auf den aktuellen Stand gebracht worden.

Größenunterschiede


Nicht immer sind die Größenunterschiede zwischen Männchen und Weibchen so eindeutig ausgeprägt wie hier beim Groß Lüsewitzer Storchenpaar. Das Männchen (rechts) hat einen wesentlichen wuchtigeren Kopf und einen deutlich längeren Schnabel.
Der ausführliche Bericht über die heutige Storchentour im östlichen Teil des Landkreises folgt morgen Abend. Die Rückmeldung von jeweils zweiten Störchen in Neu Thulendorf (12.4.), Liepen, Nustrow und Zarnewanz führte zu einer Aktualisierung der Ankunftskarte . Berücksichtigt ist dabei auch, dass der Horst in Reppelin in der vergangenen Woche nur vorübergehend besetzt war und jetzt wieder leer ist.

Die Brutzeit beginnt


Nachdem in diesem Jahr zahlreiche Storchenpaare bereits Ende März komplett waren, beginnt an vielen Standorten in diesen Tagen - mit einem Abstand von 7 bis 10 Tagen - das Brutgeschäft. Über vier bis fünf Wochen wird es dann Bilder wie dieses vom Sonntag aus Hohen Luckow geben. Wer genau hinschaut, erkennt in diesem mächtigen Nest einen zweiten Storch, der wahrscheinlich bereits brütet.
Auch heute gab es neue Meldungen über zurückgekehrte Störche, die wie immer zu einer Aktualisierung der Ankunftskarte geführt haben. Nunmehr wurde auch von den Standorten Reppelin, Broderstorf I und Hastorf (im Vorjahr unbesetzt!) der erste Storch gemeldet. In Neu Thulendorf und in Hohen Schwarfs traf jeweils der zweite Storch ein.

Ein großer Schwung Neuigkeiten

Der heutige Tag brachte zahlreiche neue Hinweise auf Nachwuchs in den Storchennestern unserer Region. Familie Mendrina in Roggow hat mindestens drei, wahrscheinlich sogar vier Jungstörche in "ihrem" Nest feststellen können. Sie sind bereits um den 11. Mai geschlüpft. In Schmadebeck I sind jetzt drei Jungstörche gesichtet worden, in Hohen Schwarfs mindestens zwei. Hans-Heinrich Zöllick hat heute auf einer größeren Rundfahrt in Broderstorf I vier sehr propere Jungstörche, in Thulendorf I und Broderstorf II je drei sowie in Neu Thulendorf und in Fienstorf je zwei Küken entdecken können. Auch in Gnewitz und Zarnewanz gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit Nachwuchs, der aber noch nicht über den Nestrand schaute. Ein ähnliches Bild bot sich mir heute früh in Biestow Dorf. Der am Horst stehende Altstorch war ausdauernd damit beschäftigt, sich um den "Inhalt" des Nestes zu kümmern. Auch hier ist also von einer noch unbekannten Anzahl von Jungstörchen auszugehen. Ohne Bruterfolg werden dagegen aller Voraussicht nach die Storchenpaare in Reppelin und Wendfeld bleiben. Sie standen relativ beschäftigungslos auf dem Nest. Hier eines der Fotos aus Biestow von heute früh:

Weitere Bilder gibt es im Fotoalbum. Deutlich verändert hat sich auch unsere Brutverlaufskarte.

Kein gutes Storchenjahr 2007 zu erwarten

Stand: 1.5.2007
grün = Ankunft des ersten Storchs bis zum 31. März
hellgrün = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 1. und dem 5. April
gelb = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 6. und dem 10. April
orange = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 11. und dem 15. April
rot = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 16. und dem 20. April
lila = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 21. und dem 25. April
weiß = Horst 2006 besetzt, 2007 noch kein Storch nachgewiesen
schwarz = Horst zwischen 2000 und 2005 mindestens ein Mal besetzt, 2006 unbesetzt

In den letzten Tagen haben wir noch einmal eine Vielzahl von Storchennestern aufgesucht, um die aktuelle Situation im Landkreis Bad Doberan zu klären. Dadurch ist jetzt ein relativ guter Gesamtüberblick und eine erste auch zahlenmäßige Prognose möglich. Anders als noch im März angesichts zahlreicher früher Rückkehrer angenommen, sieht es momentan nach einem schlechten Storchenjahr aus. Die Anzahl der Horstpaare (während der Brutzeit sind zwei Störche für mindestens vier Wochen am Nest) wird gegenüber 2006 um schätzungsweise 10 bis 25 Prozent zurückgehen. Der historische Tiefststand aus dem großen Störungsjahr 2005 wird voraussichtlich nochmals deutlich unterboten werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die seit Wochen anhaltende Trockenheit ein wesentlicher Faktor für diese sich abzeichnende Entwicklung darstellt. In keinem Jahr zuvor wurden so viele Störche gemeldet, die nur vorübergehend einen Standort besetzten und dann wieder verschwanden. Es gibt bzw. gab im März und April also insgesamt deutlich mehr Störche in der Region, die ursprünglich brutwillig waren. Sie haben jedoch offenkundig das dafür notwendige Nahrungsangebot als unzureichend eingestuft und sind dann weitergezogen. Andere blieben ihrem Nest zwar treu, haben aber nicht mit einer Brut begonnen. Welche Auswirkungen die lang anhaltende Trockenheit auf die Anzahl der flügge werdenden Jungstörche hat, bleibt abzuwarten. Ergiebiger Niederschlag in naher Zukunft wäre jedenfalls außerordentlich wichtig, ist aber voraussichtlich vor Anfang nächster Woche nicht zu erwarten.
Um einen realistischeren Eindruck von der aktuellen Situation an unseren Nestern zu erhalten, werden wir demnächst eine neue Karte "Brutstatus 2007" bereitstellen und jeweils aktualisieren. Dort sollen dann auch Meldungen über geschlüpfte Jungstörche eingehen.
In die für den weiteren Verlauf nur noch bedingt aktuelle Ankunftskarte wurden noch einmal folgende neue Informationen eingearbeitet:
- Reppelin (1. Storch: 6.4./2. Storch 16.4.)
- Gnewitz (4.4./6.4.)
- Woltow (14.4./vor dem 18.4.): Nest inzwischen wieder verlassen
- Grammow (25.3./26.3.)
- Kowalz (2. Storch: 25.4.)
- Thelkow (2. Storch: 20.4.)
- Zarnewanz (14.4./18.4.)
- Heiligenhagen (1. Storch: 28.3., dann unbesetzt, wieder besetzt: 3.4./25.4.)
- Moitin (Anfang April/Mitte April)
- Kirch Mulsow (Anfang April/Mitte April)

Folgende Nester waren jeweils nur kurzzeitig bzw. vorübergehend besetzt: Groß Bölkow, Danneborth (Paar), Lehnenhof, Retschow I, Damm, Rosenhagen (Paar/4 Wochen), Neu Wendfeld, Hof Tatschow, Liepen (Paar), Klein Wehnendorf, Tessin, Woltow.

Die Nester füllen sich weiter!

Am Ostermontag ging wieder eine ganze Reihe von neuen Ankunftsdaten ein. So meldete ein Leser, dass der 2. Storch im Nest Schwaan I am 5.4. eingetroffen ist, eine andere konkretisierte das Ankunftsdatum des ersten Storchs in Hohen Schwarfs auf den 29.3.

Außer dem Gnewitzer Storch (hier im Bild) wurden heute auch folgende Störche erstmals von unseren Lesern bzw. mir selbst gesichtet:
Reppelin (2 Störche, 9.4.)
Rostock Zoo I (2. Storch, 9.4.)
Rostock Zoo II (2 Störche, 9.4.)
Rothbeck (1 Storch, 9.4.)
Wendfeld (1 Storch, 9.4.)
Sehr wahrscheinlich sind viele von ihnen schon länger am Standort, doch ist das genaue Ankunftsdatum bisher noch nicht bekannt. Ein herzliches Dankeschön wieder allen Berichterstattern!

Dementsprechend wurde auch wieder eine aktualisierte Ankunftskarte eingestellt. Im Fotoalbum gibt es neue Fotos von den Nestern Thulendorf I, Gnewitz, Reppelin, Rothbeck, Rostock Zoo I und Rostock Zoo II.

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