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Rostock Zoo II

Rekordregenmengen im Juli

Fütterung der vier Jungstörche in Wendfeld am Abend des 26. Juli (Foto: B. Becker). Der Jungstorch DEH HE 615, der am Wochenende eine leichte Beinverletzung über dem rechten Intertarsalgelenk erlitten hatte (hier in der Bildmitte) scheint sich mehr und mehr zu erholen. Er ist weiterhin voll flugfähig und nimmt auch voll an den Fütterungen teil. Allerdings schont er nach wie vor sein rechtes Bein, sitzt stattdessen häufiger als seine sehr agilen Geschwister.
Der Monat Juli ist in unserer Region ausgesprochen nass - seit gestern fielen innerhalb von 18 Stunden abermals bis zu 80 Millimeter Niederschlag. Besonders für die beiden sehr spät geschlüpften Jungstörche im Horst Schwaan I sind diese Bedingungen ausgesprochen schwierig. Anwohner berichteten allerdings, dass zumindest gestern noch beide Köpfe der jetzt fünf bis sechs Wochen alten Jungstörche zu sehen seien. Wohl erst Ende August werden wir wissen, ob sie es schaffen, den weiten Weg nach Afrika mit anzutreten.
Im Zoo Rostock sind unterdessen drei weitere "Bruchpiloten" in (hoffentlich nur vorübergehende) Pflege genommen worden. Zwei von ihnen stammen vom Nest Rostock Zoo II, einem für die Jungstörche sehr schwer anfliegbaren Baumhorst, der dritte wurde in Kuhlrade/RDG unter dem Nest gefunden. Hoffen wir, dass sie sich erholen und keine ernsthafteren Verletzungen davongetragen haben. Für den 9. August planen wir eine erste Auswilderungsfahrt.

Weiter vereinzelte Rückkehrer

In den letzten beiden Tagen sind bei uns drei weitere Rückkehrer gemeldet worden:
- Groß Potrems I, 24.3. (noch nicht durch Anwohner bestätigt)
- Rostock Zoo II, 28.3.
- Rederank, 29.3.
Anders als 2007, 2008 und 2010 gibt es ganz offensichtlich in diesem Jahr keine ausgeprägte frühe Welle mit sehr vielen Rückkehrern schon im März. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden es bis zum 31. März deutlich weniger Störche als im Vorjahr sein, die ihr Nest erreichen. Damals zählten wir im gesamten Beobachtungsgebiet 101 März-Ankünfte. Diese Tendenz deckt sich mit den Erkenntnissen, die die Daten der acht deutschen Senderstörche liefern. Bis heute hatte noch keiner seinen Brutplatz erreicht.

56 Horstpaare und 101 Jungstörche gezählt


Einer von 101 Jungstörchen, die dieses Jahr im Landkreis Bad Doberan herangewachsen sind, ist "DEH HC784" in Lieblingshof.

Am Wochenende ist die diesjährige Zählung der Jungstörche in unserer Region abgeschlossen worden. Unsere noch vorläufige Statistik für den Landkreis Bad Doberan weist in diesem Jahr 56 Horstpaare (- 2 gegenüber 2009) auf, ein erschreckender Tiefststand. Davon haben 52 Paare (+ 4) mit der Brut begonnen. Jungstörche sind in 51 Nestern (+ 10) geschlüpft. Am Ende werden voraussichtlich in 44 Nestern (+ 10) flügge Jungtiere ausfliegen. Der JZa-Wert von 1,80 ist immerhin der zweitbeste der letzten zehn Jahre. damit können wir sehr zufrieden sein. Im Einzelnen gab es 2 x 4, 16 x 3, 19 x 2 und 7 x 1 Jungstörche. 12 Paare blieben ohne Nachwuchs. Der HPo-Prozentwert (21,4) ist ebenfalls als sehr günstig einzustufen.
Im Bereich der Hansestadt Rostock gab es in allen drei Nestern 4 Jungstörche! Dieses ungewöhnlich gute Ergebnis wurde nur dadurch leicht getrübt, dass ein Jungstorch aus dem Horst Rostock Zoo I leider bei seinen ersten Flugversuchen im Eisbärengehege landete und dort Opfer der Raubtiere wurde.
Am gestrigen Montag konnte bei Parkentin/Neuhof ein vor etwa vier Wochen geschwächt in den Zoo Rostock eingelieferter Altstorch wieder ausgewildert werden. Weitere sechs Jungstörche werden voraussichtlich am 4. August folgen.

Weißstörche im Rostocker Zoo

Im Nest auf dem Eisbärenturm des Rostocker Zoos recken vier Storchenküken ihren Kopf in die Höhe.

Der Rostocker Zoo ist ein wichtiger Anlaufpunkt für uns Storchenbetreuer. Dort finden aus dem Nest gefallene Jungstörche Pflege und ein vorüber gehendes Domizil, während verletzte und endgültig flugunfähige Störche hier dauerhaft versorgt werden. So traf ich dort heute auch H 8971 an, einen letztjährigen Jungstorch, der noch nicht flügge unter dem Nest in Groß Potrems I gefunden wurde - leider mit gebrochenem Flügel. Daneben gibt es auch in diesem Jahr wieder zwei von "wilden" Störchen besetzte Horste. Auf dem Eisbärengehege werden vier Junge groß, und beim Vogelhaus sind es mindestens drei. Diese guten Nachwuchszahlen passen in das recht erfreuliche Bild für das Jahr 2010. Im Landkreis Bad Doberan zähle ich augenblicklich 105 Jungstörche, 33 mehr als im Vorjahr. Die endgültige Zahl wird allerdings erst Ende Juli feststehen.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

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