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Biestow Dorf

Einer will nicht, einer kann (noch) nicht...


Gestern hatte ich noch berichtet, dass nunmehr alle Biestower Jungstörche abgezogen seien. Das hat sich als Irrtum herausgestellt. Während in der vorletzten Nacht beide Altvögel im Nest standen, übernachtete von Mittwoch auf Donnerstag wieder ein Jungstorch auf dem Horst. Auch am heutigen Abend entdeckte ich ihn dort und konnte seinen Ring (BE94) ablesen.

Die Aufnahmen der Biestower Webcam zeigen, dass sich die Altstörche eigentlich schon von ihm verabschiedet hatten. Jedenfalls standen sie heute Vormittag für eine Stunde gemütlich im Nest, als ihr Sprössling angeflogen kam und in alter Gewohnheit um Futter bettelte. "Nicht mit uns", dachten sich offenbar die beiden Alten und suchten fluchtartig das Weite. Anhand der noch fast vollständig schwarzen Schnabelfarbe würde ich annehmen wollen, dass es sich um den jüngsten der drei Youngster handelt. Dieser wurde auch erst einige Tage nach seinen beiden Geschwistern flügge.

Während der Biestower Jungstorch sich also noch nicht recht abnabeln mag, liegen die Verhältnisse beim Schwaaner Jungstorch BE76 offenbar anders. Er dürfte gestern zu einen Trupp von etwa 23 Störchen gezählt haben, die Hans-Heinrich Zöllick am Ortsrand von Groß Kussewitz beobachtete. Heute erhielt ich nun einen Anruf, genau an gleicher Stelle würden am Straßenrand zwei erschöpft wirkende Jungstörche ruhen. Die Storchenfreunde A. Hornburg und T. Sandhoff nahmen sich der Sache dankenswerterweise unverzüglich an und trafen tatsächlich noch auf einen Jungstorch, der sich leicht einfangen ließ. Offenbar reicht seine Kraft momentan noch nicht für den weiten Zug. Er kommt jetzt noch für ein paar Tage in den Rostocker Zoo, wird dort ein wenig aufgepäppelt und soll dann noch im August zusammen mit einem anderen Jungstorch (aus Hohen Sprenz/GÜ) ausgewildert werden. Zu bedenken ist dabei gewesen, dass BE76 aus einer 4er-Brut stammt und seine Mutter Ende Juli für etwa eine Woche wegen einer Gelenkverletzung als Futterbeschafferin ausgefallen war. Vielleicht ist er zuletzt nicht ausreichend versorgt worden.

Aufbruch in den Süden

Die ersten Störche sind in den Süden aufgebrochen. Besonders gut nachvollziehbar ist der konkrete Ablauf am Beispiel des Webcam-Nestes Rostock-Biestow. Während am 3.8. noch alle drei Jungstörche auf dem Nest übernachteten, waren es am 4.8. nur noch zwei und am 6.8. noch einer. Seit dem 7.8. sind nachts nur noch die beiden Altstörche anwesend, wobei einer von beiden wechselweise auf dem Dach der Biestower Kirche übernachtet. Tagsüber ist das Nest zumeist leer. Auch aus Niekrenz wird vom 4.8. der Abzug der drei dortigen Jungstörche gemeldet. Am Montagabend konnte ich nach der Rückkehr aus meinem Urlaub noch 33 Störche bei Reinstorf/GÜ beobachten. In diesem Trupp befand sich neben etlichen Jungstörchen auch DEH HN057, den wir 2014 in Volkenshagen beringt hatten. Wie der dortige Storchenbetreuerkollege Paul Thomzick berichtet, hat der Trupp offenbar gestern die guten Zugbedingungen genutzt und ist aufgebrochen. Knapp eine Woche lang sammelten sich rund um die überschwemmten Bekewiesen bis zu 55 Störche. Traurig ist leider eine Meldung aus Pastow. Dort wurde schon vergangene Woche einer der beiden Bentwischer Jungstötrche tot aufgefunden - offenbar nach einer Kollision mit einem Gebäude.
Eine kleine Rundfahrt heute Abend zeigte aber auch, dass noch längst nicht alle Jungstörche ihre Nester verlassen haben. So traf ich das Stäbelower "Einzelkind" ebenso zusammen mit seinen Eltern an wie die drei Niendorfer Youngster. Eine interessante Ringablesung gelang noch in Klein Schwaß. Ein aufmerksamer Anwohner hatte berichtet, dass hier bereits seit Mitte Juni regelmäßig ein Paar auf der Nisthilfe übernachtet. Es stellte sich heraus, dass das Männchen DEH HR165, das ich eigentlich als erfolglosen Brutvogel im nahen Rostocker Zoo auf der Bärenburg wähnte (dort am 8. Mai von mir abgelesen) nach Klein Schwaß umgezogen ist. Da das Nest im Zoo weiter kontinuierlich besetzt ist, stellt sich die Frage, wer ihn dort verdrängt haben könnte.

Umzug aus dem Rostocker Zoo nach Klein Schwaß: DEH HR165 mit unberingter Partnerin am 9.8.17.

Viele frühe Paare haben Nachwuchs


Muntere "Dreierbande" in Schwaan/Tannenberg. 28.5.17

Das in letzter Zeit warme und weitgehend störungsfreie Wetter hat dazu beigetragen, dass in vielen Nestern mit früher Paarbindung jetzt Jungstörche zu erkennen sind. Bei einer kleinen Rundfahrt am heutigen Abend kam ich zu folgenden Erkenntnissen:
- Niendorf: Küken im Nest gesehen
- Benitz: Küken im Nest gesehen
- Schwaan II: 3 kräftige Küken
- Zeez: mindestens 2 Küken, noch sehr klein
- Petschow: Küken im Nest, Fütterung
- Lieblingshof: 2 Küken im Nest gesehen
- Niekrenz: 3 kräftige Küken
- Hohen Schwarfs: wachender Altstorch am Nestrand
Auch aus Berendshagen wurden drei Jungstörche gemeldet.
In Biestow hilft uns die dortige Webcam. Am sehr warmen Samstag stand erstmals der jeweils Wache haltende Altvogel über mehrere Stunden am Nestrand. Gegen 19 Uhr war eindeutig eine Fütterung zu sehen, und auch mindestens ein kleines Köpfchen war zu erkennen. Der Schlupf des oder der ersten Küken war für den 24. Mai berechnet worden. Damit dürfte die Brut jetzt abgeschlossen sein. Wir dürfen die weitere Entwicklung mit Spannung beobachten.
Gestern konnte der letzte bisher noch offene Ringstorch im Altkreis Ribnitz-Damgarten identifiziert werden: Auch in Löbnitz gehört ein 2015 in Schweden beringter Storch zum Brutpaar - SVS 2049 hat sogar schon Nachwuchs im Nest, dem gestern fleißig Schatten gespendet wurde.

Wählerische Einzelstörche

Die Paarbildung ist bei Weißstörchen längst nicht immer so unproblematisch und einvernehmlich, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Selten treffen die Partner, die in der vergangenen Saison zusammen ein Brutpaar gebildet haben und im Winter getrennte Wege gegangen sind, zeitgleich am Nest ein. Somit ergeben sich in der ersten Zeit des Eintreffens der Störche immer wieder neue Konstellationen und auch häufige Wechsel. Manche Störche verpaaren sich sehr rasch neu, sind dann aber auch bereit, den Partner aus dem Vorjahr zu akzeptieren, wenn dieser verspätet am Nest erscheint und sich seinen Platz zurückerobert (so offenbar zuletzt passiert in Kneese/RDG und Kuhlrade/RDG, jeweils unter Beteiligung von beringten Störchen). Aber es gibt auch Individuen, offenbar besonders ältere Männchen, die auf ihren vorjährigen Brutpartner "warten" und andere Bewerber(innen) abweisen. So kann es sein, dass mancher Storch über Wochen allein auf dem Nest steht, obwohl es viele Interessenten für den freien Platz gibt. Häufig ergibt sich dann spät in der Saison doch noch eine neue Verbindung, manchmal bleibt der Einzelstorch aber auch auf Dauer allein. Sehr gut zu beobachten war dies z. B. 2015 beim beringten, schon sehr alten Stäbelower Männchen (das im Übrigen in diesem Jahr noch vermisst wird). Aktuell haben wir solche Konstellationen der offenbar "wählerischen Einzelstörche" u. a. in Biestow Dorf (seit 24. März) und in Kröpelin, wo der erste Storch bereits vor über einem Monat, am 7. März, eintraf. Ein zweiter Storch, der am 31. März auf dem Schornsteinhorst gesichtet wurde, blieb nur kurz. Auch der Satower Storch brauchte vom 5. März an fast sechs Wochen für eine Verpaarung, die seit dem 10. April nun aber perfekt zu sein scheint. Da wir allerdings noch mitten in der Heimkehrphase sind, sehe ich gute Chancen, dass auch Biestow und Kröpelin noch einen zweiten Storch bekommen werden.
Ein Grund für das verzögerte Eintreffen mancher Störche sind mit Sicherheit auch weiterhin die Zugbedingungen auf der Schlussetappe. Schon in den letzten Tagen herrschte über Mittelosteuropa eine starke westliche Strömung vor, und daran wird sich auch in absehbarer Zeit wenig ändern. Auch der Senderstorch aus Gülze (LWL), der immer noch unterwegs ist, muss sich mit diesen schwierigen Verhältnissen arrangieren. Gestern erreichte er den Osten Tschechiens. An seinen weiteren Zugdaten können wir erkennen, wie die Störche aktuell mit den widrigen Bedingungen unterwegs klarkommen. Bis zum 20. April bewerte ich die Ankunft von Störchen in unserer Region noch als absolut im Normalbereich. Die bisher (bis zum 10. April) gemeldete Paarzahl (20 im Altkreis Bad Doberan) liegt erfreulicherweise über den Werten der beiden - allerdings auch sehr schlechten - Vorjahre: 2015 waren es bis zu diesem Zeitpunkt erst zwölf komplette Paare und 2016 16. Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Tagen weitergeht.

Nest-Hopping...

Rostock-Biestow, 5.4.16

Besonders in der Anfangsphase einer Storchensaison ist es durchaus üblich, dass Störche noch zwischen verschiedenen Nestern pendeln. Dieses "Nest-Hopping" macht besonders dann Sinn, wenn der Partner noch fehlt und die Nester in der Umgebung noch unbesetzt sind. Dann schaut der "Adebar", ob vielleicht an einem anderen Nest ein potenzieller Partner aufgetaucht ist. So etwas dürfte sich in den letzten Tagen auch zwischen den beiden Nestern im Rostocker Zoo und dem nicht weit entfernten Standort Rostock-Biestow ereignet haben. Seit dem 28.3. tauchte in Biestow wiederholt ein einzelner, ausgesprochen schmutziger Storch auf - aber meist nur für kurze Zeit und nicht nachts. Gestern konnte ich nun beobachten, wie er schnurstracks in Richtung Zoo Rostock abflog. Seit gestern Abend ist ein zweiter Storch mit am Nest, offensichtlich eine Störchin. Und heute Abend standen nun beide gemeinsam zur Übernachtung auf dem Horst. Gebaut wurde auch schon ein wenig.
Neu eingetroffen sind außerdem:
- Schwaan II (2. Storch, 4.4.)
- Kröpelin (1. und 2. Storch, 5.4.)
- Thelkow (1. Storch, 5.4.)

Auswilderung von fünf Jungstörchen

Startklar für die "Entlassung" in die Freiheit: 5 Jungstörche bei Parkentin-Neuhof, 26.8.15.

Auch in diesem Jahr hat uns der Zoo Rostock dank einer Ausnahmegenehmigung wieder sehr in unserer ehrenamtlichen Arbeit zum Wohl der Störche unterstützt. Insgesamt fünf Jungstörche wurden dort zwischen Anfang Juli und Mitte August aufgenommen und gepflegt. Jetzt war es an der Zeit, sie wieder in die Freiheit zu entlassen, denn der Zug der Weißstörche in ihre Winterquartiere ist in vollem Gange. Noch sind allerdings auch Brutstörche in der Nähe. So wurden in den letzten Tagen u. a. noch Altstörche in Vorder Bollhagen (dort noch mit beiden Jungstörchen), Biestow, Klein Schwaß, Rukieten I, Bandelstorf und Klingendorf gesehen.
Am Mittwoch wurden nun auf einer großen Wiese bei Parkentin-Neuhof, weit entfernt von Stromleitungen, großen Straßen und Windkraftanlagen, ausgewildert:
- HR 144 aus Thulendorf: war noch flugunfähig und damit zu früh vom Nest abgesprungen und lief zwei Tage lang durchs Dorf
- HR 148 aus Lieblingshof: war ebenfalls flugunfähig im Dorf umherlaufend gefunden worden
- HR 155 und 156: mussten mit schweren Verletzungen nach dem Angriff des vorjährigen Brutstorchs in Ziesendorf ausgehorstet werden
- HR 164: war bei Remlin/GÜ in eine Güllegrube geraten und musste daraus befreit werden
Als erstes fingen sie sich erst einmal Grashüpfer, die sich dort in großer Anzahl befanden. Später beobachteten wir, wie alle fünf ihre ersten Flugrunden drehten - ein schönes Bild!
Von einem Jungstorch aus Rosenhagen, den wir im vergangenen Jahr Ende August bei Marlow ausgewildert hatten, liegen übrigens inzwischen interessante Wiederfunde vor. Schon am 5. September war er in Rheinhessen und muss dann weiter in südwestlicher Richtung gezogen sein. Jedenfalls erfolgte die nächste Beobachtung am 10. April dieses Jahres in Frankreich. Am 7. Mai schließlich wurde er von M. Bräse in einem Trupp Nichtbrüter auf Rügen abgelesen.

Die ersten Storchenküken sind zu sehen

Der Wetterumschwung hin zu sonnig-warmem Wetter hat es heute vielerorts deutlich werden lassen - es gibt Storchenküken in den Nestern! Steigen die Tagestemperaturen und die Anzahl der Sonnenstunden an, müssen die vor kurzem geschlüpften Küken nicht weiter gehudert werden. Stattdessen stellt sich der Wache haltende Altvogel vor den Nachwuchs, um ihm Schatten spendend vor der starken Sonneneinstrahlung zu schützen. Dabei schaut auch schon einmal ein kleiner Jungstorchhals über den Nestrand, so gesehen heute u. a. in Biestow, Niendorf und Wendfeld. Im alten Landkreis Bad Doberan waren bis zum 5. April 31 Storchenpaare komplett. In allen diesen Nestern dürften inzwischen - sofern es zu keinen Brutabbrüchen gekommen ist - Storchenküken geschlüpft sein. Das im Wechsel feuchte und warme Wetter sollte momentan dafür sorgen, dass die Altvögel reichlich Regenwürmer finden und die Jungen nicht verklammen. Es wäre sehr hilfreich, wenn diese günstigen Witterungsbedingungen noch längere Zeit anhalten. Dennoch muss in den nächsten Tagen auch wieder mit dem Abwurf von unterentwickelten Storchenküken gerechnet werden.

Auch in Niendorf gibt es Storchennachwuchs, wie dieses leider nur bei Gegenlicht aufgenommene Foto von heute Abend belegt.

Inzwischen ist auch der 18. Mai vorüber - Stichtag für die Ermittlung der Anzahl der Horstpaare (die allerdings vier Wochen Horstbindung vor dem 15. Juni aufweisen müssen, um in die Jahresstatistik eingehen zu können). Nach heutigem, noch vorläufigem Stand zähle ich im alten Kreis Bad Doberan 55 statt im Vorjahr 56 Horstpaare sowie einen Einzelstorch. Im Einzelnen gab es folgende Veränderungen:

Abgang (in Klammern Vorjahresergebnis):
- Schmadebeck I (HPo mit Tod eines Altvogels)
- Wischuer (HPo mit Totalverlust der Brut)
- Griebnitz (HPo ohne Brutversuch)
- Groß Lüsewitz (HPo ohne Brutversuch)
- Bröbberow (HPo mit Totalverlust der Brut)
- Schwaan I (HPo ohne Brutversuch): 2014 Einzelstorch

Zuwachs:
- Rosenhagen (im Vorjahr Einzelstorch)
- Dummerstorf (im Vorjahr Horstbesucher)
- Kirch Mulsow (im Vorjahr Einzelstorch)
- Hohen Gubkow (Neuansiedlung)
- Klingendorf (im Vorjahr Horstbesucher)

Auf dem Gebiet der Hansestadt Rostock waren zuletzt unverändert 4 Horste besetzt.

In Hohen Gubkow wird unser Partner im Storchenschutz, die Firma E.ON edis, am kommenden Montag unweit des jetzigen E-Mast-Nestes einen Nistmast mit Nisthilfe und Nistkorb aufstellen und dann auch das bisher aufgetragene Nistmaterial von Stromleitung und Strommast entfernen. Hoffen wir, dass die Störche den Umzug mitmachen...

Auswilderung von 5 Jungstörchen - Seeadler reißt Biestower Jungstorch


Jürgenshagen, 12.8.13

Am heutiogen Montag war es wieder so weit: fünf von acht im Zoo Rostock nach Notfällen (Unfällen oder Schwächung) aufgezogene Jungstörche wurden bei Jürgenshagen ausgewildert. Nicht dabei war der Ende Juli aus Kowalz eingelieferte Jungstorch, bei dem eine größere Anzahl unvollständig entwickelter Handschwingen am linken Flügel festgestellt wurde.


Nicht ausgereifte Handschwingen bei einem Jungstorch aus Kowalz.

In die Freiheit entlassen wurden dagegen zwei Youngster aus Bandelstorf sowie je einer aus den Nestern Schwaan II, Göldenitz und Rostock Zoo II. Drei flogen sofort auf und davon, drehten ihre ersten großen Runden. Die beiden übrigen trafen an der Auswilderungsstelle zunächst auf einen Altstorch vom Nest Jürgenshagen I, der versuchte, sie aufzuscheuchen, was allerdings nicht nachhaltig gelang. Kurz darauf gesellten sich noch die beiden Jürgenshäger Jungstörche zu dem Duo. Es sieht also so aus, dass die freigelassenen Jungstörche hier sofort Anschluss an Artgenossen finden. Die weitläufigen Wiesen zwischen Jürgenshagen und Wokrent bieten hierfür sehr gute Voraussetzungen.
Unterdessen reißen die Unglücksfälle nicht ab: bereits am vergangenen Freitag verendete der Thulendorfer Jungstorch DEH HL918 an dem Endmast einer Mittelspannungsleitung mitten im Ort. Wir werden demnächst prüfen, wie es hier trotz Sicherung zu diesem Unglücksfall kommen konnte. Und in Biestow wurde heute einer der beiden Jungstörche Opfer eines Seeadlers, wie Augenzeugen beobachteten. Auf dem Rapsstoppel fanden sich am Abend nur noch knöcherne Überreste sowie viele gerupfte Federn. Bereits am Wochenende waren auf einem nahen Hühnerhof zwei Hennen geschlagen worden, berichteten Anwohner. Da Biestow am Ortsrand der Großstadt Rostock liegt, ist es schon sehr erstaunlich, wie nah sich Seeadler inzwischen an menschliche Siedlungen herantrauen. Der nächste Horst ist rund 10 Kilometer Luftlinie entfernt. Im vorletzten Jahr wurde auch einer der Jungstörche vom Horst Schmadebeck I Opfer eines dieser großen Greifvögel.

Neugierige Besucher - gleich sieben Störche in Biestow


Biestow, 30.7.13, Foto: B. Becker

Zurück aus dem zweiwöchigen Urlaub, staunte ich heute Abend nicht schlecht, als ich am heimischen Storchennest in Biestow nicht nur die beiden Jungstörche (auf dem eigentlichen Horst) sowie die dazu gehörigen Altstörche (auf einer zweiten Nisthilfe, ihrem Stammplatz) antraf, sondern darüber hinaus noch drei fremde Altstörche. Einer hatte sich auf dem Dach der Biestower Dorfkirche postiert, zwei weitere auf einem reetgedeckten Gebäude, keine 30 Meter von den Nestinhabern entfernt. Diese schienen sich an den Fremdstörchen nicht im Geringsten zu stören, machten jedenfalls keinerlei Anstalten, sie zu vertreiben. Für noch mehr Erstaunen sorgte dann der Blick durch das Spektiv. Ein Storch auf dem Reetdach trug rechts oben einen ELSA-Ring, dessen Nummer (DEH H9768) mir doch recht bekannt vorkam. Und richtig, diesen Dreijährigen aus Ostvorpommern hatte ich ab Mitte Mai mehrfach auf dem Horst in Groß Potrems abgelesen. Dort gehörte er zu einem Nichtbrüterpaar, das sich jetzt, kurz vor dem Ende der diesjährigen Storchensaison, offenbar auch einmal in den Revieren von Artgenossen umschaut.

Neuigkeiten gibt es auch wieder von einigen Jungstörchen, die etwas voreilig ihren Horst verlassen haben. So wurde heute der kleinere der beiden Göldenitzer Jungstörche (DEH HL930) entkräftet in den Zoo Rostock gebracht, nachdem er sich mehrere Tage auf einem Feld aufgehalten hatte und offenbar nicht mehr allein auf das Nest zurück konnte. Auch in Kowalz gibt es einen deutlich zurückgebliebenen Jungstorch, der ebenfalls seit Tagen zu Fuß unter dem Nest unterwegs ist, während seine Geschwister mit den Altvögeln auf Nahrungssuche sind. Der am Samstag auf der A20 geborgene Jungstorch hat eine Fraktur des einen Ständers erlitten. Das Bein wurde in der Rostocker Tierklinik geschient. Immerhin konnte der Unglücksrabe es am Tag darauf schon wieder belasten. Er wird im Zoo Rostock weiterversorgt, kann allerdings sicher noch nicht im August mit ausgewildert werden.

Langsam schauen sie über den Nestrand

Drei Jungstörche zeigen sich am 7.6. im Thulendorfer Nest. Foto: B. Becker

Etwa eine Woche später als in "Durchschnittsjahren" sind die Küken in vielen Storchennestern jetzt so groß, dass sie über den Nestrand gucken und von "unten" beobachtet werden können. Alle Zählungen sind jetzt noch vorläufig - zumal es leider auch wieder Abwürfe gibt (in den letzten Tagen beobachtet in Hohen Schwarfs 2x, Thulendorf und Broderstorf I).
Der jeweils aktuelle Zwischenstand kann in unserer Bruterfolgskarte abgerufen werden. Immerhin sind in einigen Nestern wie z. B. Göldenitz, Thulendorf, Rederank und Biestow zuletzt je drei Jungstörche beobachtet worden, obwohl es dort in der Vergangenheit zumeist nur zu einem flügge werdenden Duo gereicht hat. Dagegen sieht es so aus als wenn das offenbar noch unerfahrene Storchenpaar in Wischuer in diesem Jahr ohne Bruterfolg bleiben wird. Besondere Skepsis ist ohnehin gerade an den Nestern geboten, die in diesem Jahr neu bzw. wiederbesetzt worden sind. Für die von vielen Storchenfreunden einlaufenden Informationen möchte ich mich einmal mehr herzlich bedanken!
So paradox es angesichts der Fluten an der Elbe klingen mag, aber in unserer Region könnte es fast schon wieder zu trocken werden, denn in den letzten 14 Tagen hat es fast keinen Regen gegeben. Auch in der jetzt beginnenden Woche wird voraussichtlich kein nennenswerter Niederschlag fallen.

Angelangt in Biestow

Große Freude heute in Biestow! Hier - beim Storchenbetreuer um die Ecke - ist am Nachmittag der zweite Storch angelangt (das gleichnamige Geschäft liegt gleich daneben). Der Vergleich verschiedener Fotos lässt es als sehr wahrscheinlich erscheinen, dass das Weibchen (links im Bild) in diesem Jahr als erste eintraf. Drei Tage musste sie auf ihren Partner warten. Die Vertrautheit im Umgang miteinander und mit der Horstumgebung lässt vermuten, dass beide Störche - sie sind unberingt - hier schon im Vorjahr gebrütet haben. Auch wenn es in Biestow die späteste Paarbildung seit Jahren ist, sollten die Störche jetzt doch noch genügend Zeit für eine erfolgreiche Brut besitzen.
Insgesamt ist in unserem Betreuungsgebiet nach jetzigem Kenntnisstand etwa drei Viertel des Vorjahresbestandes eingetroffen. Damit war der Einflug der letzten zehn Tage doch ein sehr massiver, konzentrierter. Dies hängt maßgeblich mit der Auflösung des Zugstaus in Osteuropa zu Beginn der letzten Woche zusammen. Dennoch treffen täglich noch neue Störche ein. Etwa zwei Wochen lang besteht noch die Aussicht, dass sich Paare finden, die im Anschluss noch erfolgreich brüten.
Unterdessen scheint am Webcam-Nest in Göldenitz mit der Brut begonnen worden zu sein. Hier trafen beide Altvögel am 9. April ein.

Aktualisierte Ankunftskarte.

Marlower Storch bleibt in Biestow

Der aus dem Vogelpark Marlow stammende Storch DEW 7X754 hat sich offenbar dafür entschieden, etwas länger in Rostock-Biestow zu bleiben. Seit dem 28. Oktober wird er regelmäßig auf dem Storchenhorst Biestow oder auf einem der nahe gelegenen landwirtschaftlichen Flächen gesichtet. Auch heute Abend steht er zur Übernachtung auf dem Storchenhorst, dessen eigentliche Inhaber zurzeit sicher in Afrika sind.

Störche im herbstlichen Mecklenburg-Vorpommern


Foto: B. Becker

Eigentlich sollte unsere Region Ende Oktober "storchenfrei" sein. Stattdessen häufen sich in den letzten Wochen die Anrufe besorgter Tierfreunde, die in ihrer Umgebung einzelne Störche entdecken und nicht sicher sind, ob diese Hilfe benötigen. Sind die Vögel beringt, lässt sich meistens einiges über die Hintergründe aussagen. So auch bei diesem Storch, der heute eine Zeit lang auf dem Storchenhorst Rostock-Biestow zu beobachten war. Er trägt einen Ring mit der Kennung DEW 7X754 und wurde 2010 im hessischen Vogelpark Herborn-Uckersdorf beringt. Von dort gelangte er noch ganz jung in den Vogelpark Marlow. Hier gehört er mittlerweile zu den Freifliegern. Ende September/Anfang Oktober wurde er auf dem rund 10 Kilometer von Marlow entfernten Horst in Gresenhorst abgelesen. Nun scheint er seinen Aktionsradius weiter ausgedehnt zu haben. Wie andere auf den Menschen geprägte Artgenossen, ist auch er diesen gegenüber wenig scheu. Schließlich ist er seit seinen ersten Lebenswochen an regelmäßige Fütterungen durch Menschen gewöhnt. Auch im Winter besteht im Vogelpark Marlow ein reichhaltiges Futterangebot, sodass davon auszugehen ist, dass er dorthin zurückkehren wird, wenn er - anders als momentan - in der freien Landschaft nicht mehr genug Nahrungstiere findet.
Etwas anders verhält es sich mit einem unberingten, diesjährigen Storch, der sich seit rund vier Wochen am Ortsrand von Schlemmin/RDG aufhält. Hier ist nicht klar, warum der Storch im August/September nicht mit seinen Artgenossen auf den Zug gegangen ist. Da der Vogelpark Marlow nicht weit ist, könnte es auch in diesem Fall eine Verbindung dorthin geben. Zurzeit wird noch geprüft, ob der Storch flugfähig ist. Sollte dies nicht der Fall sein, würde versucht werden, ihn einzufangen, um ihn dann tierärztlich untersuchen und gegebenenfalls pflegen zu lassen. Auch aus anderen Teilen des Bundeslandes wurden im Oktober Beobachtungen von Weißstörchen gemeldet.

Unterschiedliche Aufbruchzeiten

Dieser Altstorch in Biestow hat sein Nest nun wieder für sich (wie sein ebenfalls noch anwesender Partner). Die Jungstörche sind Mitte der Woche abgeflogen. 18.8.12

Der Abzug der Störche in den Süden ist mittlerweile in vollem Gange. Dabei verabschieden sich die Störche jedoch nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach. So haben etwa die drei Jungstörche in Kröpelin ihren Horst bereits vor längerem verlassen, in Biestow habe ich sie zuletzt am 14. August gesehen und aus Stäbelow wurde der Abzug heute gemeldet. Sie dürften sich Trupps angeschlossen haben, die unter Führung zugerfahrener Altstörche (vor allem solcher, die keinen Bruterfolg hatten oder noch gar nicht gebrütet haben) stehen. Die Störche unserer Region dürften nach wie vor ganz überwiegend die Südostroute wählen und dabei den Bosporus queren, wo schon jetzt scharenweise Weißstörche beobachtet werden.
An anderen Nestern sind dagegen auch weiterhin noch Jungstörche anzutreffen. Die Altstörche, die Nachwuchs aufgezogen haben, bleiben ohnehin noch ein paar Tage länger, um sich von den Strapazen der vergangenen Monate zu erholen.

Biestower Störche haben wieder zwei Junge


Unsere Biestower Störche haben wieder zwei Junge. Foto: B. Becker, 7.6.12

Inzwischen sind die vergleichsweise früh geschlüpften Jungstörche so groß, dass man ihre Anzahl bei günstigen Bedingungen (z. B. Fütterungen) recht gut zählen kann. So sind wir ziemlich sicher, dass das Biestower Storchenpaar bei uns vor der Haustür wieder zwei Junge groß zieht. Das war in fünf der letzten sechs Jahre so, nur 2010 wurden gleich vier Jungstörche flügge. Am Nest Schwaan II konnten gestern Abend drei knapp drei Wochen alte Küken beobachtet werden - ein viertes lag leider tot unter dem Nest. An diesem Horst wäre es das sechste Jahr in Folge, dass drei Jungstörche groß werden. Auch in Fienstorf sind mit ziemlicher Sicherheit drei recht gleichmäßig entwickelte Küken im Nest. In Wendfeld beobachten die Anwohner dagegen nur noch zwei Jungvögel, der dritte war deutlich kleiner und ist am Wochenende tot unter dem Nest gefunden worden. Ein weiteres Wendfelder Küken verendete bereits um Pfingsten herum. Hinzu kam noch ein Eiverlust bei einem Horstkampf zu Beginn der Brutzeit.
Am Wochenende werden wir den meisten Brutpaaren in unserem Betreuungsgebiet einen Besuch abstatten. Anschließend kann ich sicherlich wesentlich ausführlicher und detaillierter über den sich abzeichnenden Storchennachwuchs berichten.
Interessante Neuigkeiten gibt es von zwei Ringstörchen: DEH H8079, beringt 2008 in Wiepkenhagen/RDG, brütet in diesem Jahr erstmals in Nienhagen bei Stralsund. Und im Vogelpark Marlow, in dem es in diesem Jahr gleich fünf frei fliegende Storchenpaare gibt (nur zwei oder drei haben Nachwuchs), wurde erstmals nach 16 Jahren der 1996 im Rostocker Zoo (Wildstorchhorst Eisbärenburg) beringte Storch mit dem schmalen Metallring Hiddensee BA002753 abgelesen. Es ist wahrscheinlich, dass er einer der Brutvögel an diesen Nestern ist, eine genaue Zuordnung gelang jedoch noch nicht.

Starker Einflug füllt die Nester

Das Thulendorfer Storchenpaar ist seit dem 11.4. komplett

In den letzten Tagen hat es einen erfreulich starken Einflug der Weißstörche in unser Betreuungsgebiet gegeben. Mittlerweile dürften annähernd zwei Drittel der zurück zu erwartenden Störche in unserer Region eingetroffen sein. Ähnliche Zahlen werden aktuell aus dem Greifswalder Raum (F. Tetzlaff) sowie aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten (H. H. Zöllick) gemeldet. Eine besondere Situation existiert zurzeit offenbar in Pankelow, wo die beiden seit 2010 nebeneinander bestehenden Nester nur 200 Meter voneinander entfernt sind. Hier stand heute Nachmittag ein Paar auf dem Schornsteinnest Pankelow I, während auf dem Mastnest Pankelow II ein Einzelstorch zu erkennen war. Einer der Störche vom Schornsteinnest flog dann hinunter zum Mastnest und wurde dort freundlich empfangen. Zwar konnte ich keine Kopulationen beobachten, gehe jedoch davon aus, dass es hier zurzeit ein Männchen gibt, das zwischen zwei Weibchen hin und her pendelt.
Abgelesen werden konnte heute der männliche Ringstorch in Hohen Schwarfs. Es handelt sich wie im Vorjahr um einen gebürtigen Brandenburger (DEH H 2189), der jetzt achtjährig ist. In Wendfeld scheint sich die Situation etwas entspannt zu haben, denn hier konnte gestern aus dem obersten Fenster des Gutshauses beobachtet werden, dass sich wieder mindestens ein Ei im Nest befindet und dieses auch bebrütet wird. Unterdessen sieht es auch bei uns in Biestow so aus als ob das Paar unmittelbar vor dem Beginn der Brut steht. Die nächsten Tage werden es zeigen.

Die aktuelle Ankunftskarte gibt es weiterhin hier

Unser Biestower Storchenpaar ist komplett

Daten zurückgemeldeter Störche tagesaktuell hier (Google Maps-Karte)

Fotos (2): B. Becker, 6.4.12

Der Storchenbetreuer hat seit diesem Winter das Glück, in unmittelbarer Nähe des Storchenhorstes Rostock-Biestow zu wohnen. Hier ist es natürlich weitaus leichter als sonst, das Geschehen am Horst kontinuierlich zu verfolgen. So entdeckten wir den ersten Storch des Jahres am Gründonnerstag (5. April), abends im Nest liegend. Heute früh war er kurz auf dem Nest zu sehen und dann recht lange weg - sicher auf Nahrungssuche. Gegen 16 Uhr standen plötzlich zwei Störche im Horst, die kurze Zeit später bereits "Storchenhochzeit" feierten. Besonders am Schnabel sind beide recht gut zu unterscheiden. Sie wirkten ziemlich vertraut miteinander, so dass man annehmen könnte, dass es das Paar des Vorjahres ist. Sicher ist das allerdings nicht, denn beide Störche sind unberingt. Hoffen wir auf eine erfolgreiche Brutsaison, über die ich an dieser Stelle dann besonders ausführlich berichten könnte.
Im Nachbardorf Kritzmow entdeckten wir heute, dass der ebenfalls erstmals gestern auf dem Horst gesehene Storch unten rechts beringt ist. Die Ablesung der Ringnummer gelang noch nicht, aber es spricht vieles dafür, dass es der Kritzmower Vorjahresstorch DEH H 3107 ist.

Jetzt kommen sie!

In der Abenddämmerung in Kritzmow entdeckt: der 1. Storch ist eingetroffen, Foto: B. Becker

Erstmals in diesem Jahr gab es heute einen vergleichsweise starken Einflug von zurückkehrenden Weißstörchen. Das gute Wetter in unserer Region wird dazu beigetragen haben. Es erreichten uns Nachrichten aus:
- Reinshagen, 1. Storch 4.4.
- Schwaan II, 2. Storch 4.4.
- Schmadebeck II, 2. Storch 5.4.
- Vogtshagen, 1. Storch 5.4.
- Kritzmow, 1. Storch 5.4.
- Biestow, 1. Storch 5.4.
- Berendshagen, 1. Storch 5.4.
- Hof Tatschow, 1. Storch 5.4.
- Liepen, 1. Storch 5.4.
- Parkentin, 1. Storch 5.4.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden heute beobachtet: Ehmkenhagen: zwei Störche; Kloster Wulfshagen, Gresenhorst: je ein Storch.
Vielen Dank allen Beobachtern und Meldern!
Erfreulich ist auch, dass sich die Wetterlage voraussichtlich nach Ostern umstellt und dann in Mitteleuropa eine südliche bis südwestliche Luftströmung vorherrschen wird.

Ringstörchin A 277 hat ihr Winterquartier erreicht

Heute erreichte uns die Nachricht, dass die Langenhanshäger Brutstörchin DFR A 277 (dieses Jahr mit vierfachem Bruterfolg) vermutlich am 6. September in ihrem alljährlichen Überwinterungsgebiet in Thüringen eingetroffen ist. Noch soll sie sich nachts auf dem Dach eines Wohnhauses in Auleben aufhalten, doch ist zu vermuten, dass sie bald wieder - quasi als Untermieterin - das Nest der Görsbacher Störche nutzen wird. Dort wurden in diesem Sommer drei Jungstörche flügge, die inzwischen in den Süden abgezogen sind. Eventuell ist A 277 demnächst noch live im Internet zu sehen, denn am Görsbacher Storchennest steht eine Webcam.

##Aktualisierung: Am frühen Morgen des 13.9. ist per Webcam ein oben rechts beringter Storch auf dem Görsbacher Nest zu sehen, vermutlich DFR A 277.

Der Storch in Rethwisch ist nach dem 5. September nicht mehr gesehen worden. Wahrscheinlich ist er mit den letzten Altstörchen, die dieses Jahr ungewöhnlich lange blieben (z. B. auch in Biestow bis zum 6. September), in sein Winterquartier aufgebrochen. Weitere Letztbeobachtungsdaten liegen uns aus Kirch Mulsow (24.8./30.8.) und vom Horst Broderstorf I (29.8./29.8.) vor.
Unterdessen haben etliche der diesjährigen Senderstörche, die auf der Südostroute fliegen, bereits ihre erste längere Raststation erreicht. Offensichtlich zieht es sie in diesem Jahr stärker als im Vorjahr in den Sudan statt in den Tschad. Ein Jungstorch aus Loburg hat einen recht ungewöhnlichen Kurs eingeschlagen - er zieht zurzeit entlang der Südküste der arabischen Halbinsel, Kurs Nordost.

Weitere Jungstörche sind geschlüpft


Etwa zwei Wochen alt dürften diese beiden Storchenküken in Biestow sein.

In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen Storchenhorsten weitere Jungstörche geschlüpft. So lange sie noch sehr klein sind, kann man sie aus der "Froschperspektive" nur schwer erkennen. Doch mit jedem Tag wachsen sie und recken die Hälse immer mehr. Mit einigem Vorbehalt können wir einige Zahlen mitteilen, die sich aber noch sehr verändern können, nach oben wie nach unten. In folgenden Nestern - von denen wir es schon wissen - war die Brut erfolgreich: Biestow Dorf (2 juv.), Clausdorf (mind. 1 juv.), Hohen Schwarfs (mind. 1 juv.), Kröpelin (3 juv.), Schmadebeck I (2 juv.), Schmadebeck II (3 juv.), Schwaan II (3 juv.). In anderen Nestern wird sich das Brutgeschäft dagegen teilweise noch bis in die zweite Juni-Hälfte hineinziehen.
Seit Mitte Mai hat die Witterung in unserer Region gut mitgespielt, es war häufig sonnig, hat dennoch zwischendurch immer wieder geregnet und die Temperaturen waren nicht zu niedrig. Es sind uns bisher keine weiteren Abwürfe gemeldet worden, aber vieles spielt sich auch im Verborgenen ab.
Keinen Storchennachwuchs wird es leider in Hohen Luckow geben. Hier standen die Altstörche heute beide relativ beschäftigungslos im Horst, waren vor ein paar Tagen auch gemeinsam auf Nahrungssuche gesehen worden. Die Gründe für den Brutabbruch sind bisher nicht bekannt. Vielleicht haben auch hier Horstkämpfe eine Rolle gespielt. Demgegenüber ist das Nest in Wohrenstorf seit dem Wochenende von einem Paar besetzt. Im Vorjahr hatten sich hier nach mehrjähriger Pause zwischen Juni und August zwei Störche aufgehalten. Auch 2011 wird es leider zu keiner Brut mehr kommen. Das gilt auch für Griebnitz, wo mittlerweile ein zweiter Storch feste Horstbindung gefunden zu haben scheint.

Neuansiedlung in Wolfsberg

Erfreuliches hat sich in Wolfsberg getan - auf der bisher noch nie besetzten Nisthilfe am Rande der Wolfsberger Seewiesen hat sich dieses Storchenpaar angesiedelt (Foto: B. Becker). Die Anwohner berichteten hoch erfreut, dass die Störche seit dem 1. bzw. 11. Mai feste Horstbindung haben. Gebrütet wird in diesem Jahr (noch) nicht, aber während unseres Besuchs wurden schon einmal drei Fremdstörche abgewiesen. Der zwischen Petschow und Teschendorf gelegene Standort sollte im Hinblick auf das Nahrungsangebot vergleichsweise günstige Voraussetzungen besitzen. Hoffen wir, dass die Störche hier dauerhaft bleiben, insbesondere, weil Neuansiedlungen seit Jahren sehr selten geworden sind.
An weiteren Nestern sind entweder kleine Schnäbel beobachtet worden (Pankelow II, Wendfeld, Broderstorf II) oder es wurden andere eindeutige Merkmale einer erfolgreichen Brut festgestellt (Thulendorf, Biestow Dorf, Göldenitz/Dummerstorf, Volkenshagen). Hoffen wir, dass das Nahrungsangebot für möglichst viele Jungstörche ausreicht. Nach kurzer Unterbrechung wiederbesetzt ist jetzt auch der Horst Groß Potrems I. Dort besteht ebenso Brutverdacht wie in Benitz. Dagegen wird es in Albertsdorf mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr keinen Storchennachwuchs geben.

Regenfälle kommen gerade noch rechtzeitig

So wie hier in Biestow sind die Störche an vielen Standorten noch am Brüten. Etwa alle 30 Minuten werden die Eier gewendet, um eine gleichmäßige Entwicklung des inzwischen kurz vor dem Schlupf stehenden Nachwuchses zu gewährleisten. An etwa 20 Nestern unserer Region wird das in diesen Tagen der Fall sein. Da ist es sehr von Vorteil, dass nach wochenlanger Trockenheit nun endlich ein feuchterer Witterungsabschnitt begonnen hat. Der Regen wurde ganz dringend gebraucht und kam hoffentlich noch rechtzeitig, um das Nahrungsangebot für die frisch geschlüpften Jungstörche zu verbessern.
In anderen Nestern ist man noch lange nicht so weit bzw. wird gar nicht mehr mit der Brut begonnen. Das gilt mit großer Wahrscheinlichkeit auch für Detershagen, wo seit Mittwoch endlich der zweite Storch am Nest ist. Auch an den Standorten Reinshagen und Broderstorf I, wo jeweils komplette Gelegeverluste zu verzeichnen waren, sieht es bisher nicht nach einem neuen Gelege aus. Zu einem Brutabbruch ist es ganz offensichtlich am Horst Schwaan I gekommen. Hier wird es zum ersten Mal seit 1982 (!) keinen ausfliegenden Storchennachwuchs geben. Wahrscheinlich waren Einrüstungsarbeiten am ehemaligen Pflegeheim, auf dessen Westgiebel sich das Nest seit Jahrzehnten befindet, der Auslöser für das Verhalten der Störche. Anwohner berichteten, dass sie sich während des Einrüstens - auch wenn dies am Ostgiebel stattfand - sehr beunruhigt gezeigt hätten. Solche Störungen zur Brutzeit verstoßen bei einer streng geschützten Vogelart wie dem Weißstorch gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises wurde eingeschaltet und war bereits vor Ort. Als ehrenamtliche Storchenschützer können wir nicht direkt eingreifen, sondern nur an die Einsicht und Vernunft appellieren, sowie in extremen Fällen wie hier geschildert die Behörden einschalten.
Aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten gibt es weiterhin eine Reihe positiver Nachrichten. Alle im Vorjahr besetzten Nester sind belegt, darüber hinaus auch die zuletzt verwaisten Horste in Freudenberg Heim, Alt Steinhorst, Carlsruhe, Eixen Oberförsterei und Saatel. Außerdem gibt es Anzeichen für einen Neuansiedlungsversuch in Redderstorf.

Starker Einflug am Montag

Dieser abfliegende Storch ist seit zwei Tagen in Biestow Dorf am Horst - im Vorjahr gab es hier vierfachen Nachwuchs.

Seit gestern verzeichnen wir einen starken Einflug zurückkehrender Störche. Der Montag brachte mit 13 Rückmeldungen für dieses Jahr einen neuen Rekord. Insgesamt sind bisher 44 Störche zurückgemeldet worden - 15 komplette Paare und 14 Einzelstörche. Demgegenüber gibt es von 30 im Vorjahr besetzten Nestern noch keine Rückmeldungen. Das heißt, dass die Mehrzahl der Störche immer noch unterwegs ist. Auch wenn das statistisch gesehen ungünstige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Storchenjahr sind, gibt es doch auch Beispiele, wo es anders lief. So war 2006 in unserer Region ein Jahr mit im Durchschnitt sehr später Rückkehr und doch war der Bruterfolg am Ende überdurchschnittlich. Viel wird von den Witterungsverhältnissen und dem damit zusammenhängenden Nahrungsangebot im Mai/Juni abhängen. Die Details der Rückkehrdaten lassen sich am besten über unsere Ankunftskarte nachvollziehen, die jetzt wieder täglich aktualisiert wird.

Drei Jungstörche aus unserer Region in Israel abgelesen


Dieser Jungstorch vom Horst Biestow Dorf (hier bei seiner Beringung am 22.6.10) wurde am 28.8. in Israel abgelesen.

Erstmals seit der Wiederaufnahme der Beringung in unserer Region vor zwei Jahren sind Jungstörche aus dem Landkreis Bad Doberan und der Hansestadt Rostock außerhalb Europas anhand ihrer Beringung identifiziert worden. Der antierende Landeskoordinator für den Weißstorchschutz und langjährige Weißstorchexperte Helmut Eggers, hat während seines Urlaubs in Israel Ende August gleich drei unserer Jungstörche ablesen können. In der Nähe von Tirat Zvi (im Norden Israels, an der jordanischen Grenze gelegen) wurden an großen Fischteichen abgelesen:
- am 28.8. in einem Trupp von 250 Störchen: DEH HC807 (aus Biestow Dorf)
- am 28.8. in einem Trupp von 400 Störchen: DEH HC814 (aus Heiligenhagen)
- am 29.8. in einem Trupp von 6.000 Störchen DEH HC806 (aus Biestow Dorf)
Die Biestower Jungstörche müssen auf ihrem Herbstzug sehr schnell vorangekommen sein. Ich habe noch am 18.8. alle vier Jungstörche auf dem Horst gesehen, am 22.8. meldeten dann die Anwohner, dass die Störche aufgebrochen seien. In Heiligenhagen gab es in diesem Jahr einen gut entwickelten und einen schwächeren Jungstörch (HC815). Letzterer blieb bis Anfang September in Heiligenhagen, während der Geschwister-Jungstorch schon vor dem 17.8. aufgebrochen war. Keiner der drei in Israel abgelesenen Jungstörche gehörte zu dem großen Trupp, der sich Mitte August in Hohen Luckow gesammelt hatte.

Vielerorts ruhige Jungenaufzucht

Ein typisches Bild während der aktuellen Phase der Jungenaufzucht - ein Altstorch (hier bei Bröbberow) lauert einem größeren Beutetier auf.

Nachdem die Störche die turbulenten Wetterereignisse am vergangenen Donnerstag/Freitag offenbar zum ganz überwiegenden Teil schadlos überstanden haben, steht diese Woche im Zeichen einiger ruhiger Tage mit Hochdruckwetterlage. Angesichts der eingeflossenen kühleren Luft sind neue Unwetter erst einmal nicht zu erwarten. Erste, noch vorläufige Jungenzahlen aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten bestätigen den Eindruck, dass es in unserer Region in diesem Jahr offenbar ein gutes Nahrungsangebot gibt - bisher sind dort deutlich mehr Dreier- als Zweier-Bruten gemeldet worden. In Wiepkenhagen und Schabow sind sogar jeweils 4 Junge im Nest zu sehen gewesen. Auch im Landkreis Bad Doberan verändern sich die in der "Bruterfolgskarte" aktuell präsentierten Zahlen regelmäßig in positiver Richtung. Spannend ist nun die Frage, ob auch die sechs Spätbruten erfolgreich waren und die Gesamtbilanz eventuell weiter aufbessern. Allerdings haben die Nestlinge dort noch einen sehr weiten Weg vor sich. Hier sind die Unwägbarkeiten am größten. Am Wochenende habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen, dass Jungstörche bereits allein gelassen werden - die Biestower Störche müssen aber ja auch drei, eventuell sogar vier immer hungrige Schnäbel stopfen.

Es bahnt sich viel Storchennachwuchs an


4 Jungstörche sind am Samstag in Hohen Luckow zu sehen gewesen.

Es sieht bisher gut aus in den meisten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan! Am Wochenende konnte ich fast 50 Nester kontrollieren und habe dabei eine überraschend positive Zwischenbilanz ziehen können. Von den 56 Horstpaaren (Niekrenz II wird doch nur als Einzelstorch zu werten sein), haben bisher 36 nachweislich Bruterfolg, in sieben Fällen wird noch gebrütet, an sechs Nestern ist die Lage unklar bzw. noch unbekannt und nur an sieben Nestern ist bisher Bruterfolg ausgeschlossen worden. Ins Fotoalbum habe ich zahlreiche Aufnahmen vom Wochenende eingestellt.
Neben vier Paaren, die gar nicht erst mit der Brut angefangen haben, hat in Tessin ein Brutabbruch stattgefunden, während das Kowalzer Paar aus ungeklärten Ursachen seinen gesamten Nachwachs verloren hat. 1 Jungstorch wurde tot unter dem Nest gefunden. In Rederank hat am 30. Mai ein Fremdstorch den Brutvogel attakiert und dabei ein Jungtier aus dem Nest geworfen sowie vermutlich das gesamte restliche Gelege zerstört. Die Störche sind aber noch am Nest, sodass noch eine geringe Resthoffnung auf vielleicht ein noch schlüpfendes Küken besteht.
Erstaunlich ist die Tatsache, dass nicht nur in Hohen Luckow 4 Jungstörche im Nest stehen, sondern auch aus Biestow Dorf vierfacher erfolgreicher Nachwuchs gemeldet wurde. Hoffen wir, dass das Wetter in den kommenden zwei bis drei Wochen mitspielt. Dann könnte es ein gutes Storchenjahr werden (zumindest was die Anzahl der Jungstörche anbelangt).

Immer mehr geschlüpfte Jungstörche werden gemeldet

Zum ersten Mal seit 2004 scheint es in Groß Bölkow Storchennachwuchs zu geben. Es wurden eindeutig Fütterungen festgestellt, die Jungen scheinen aber noch sehr klein zu sein. Nachdem seit zwei Tagen nun endlich Sonnenschein das Wetter bestimmt, zeigen sich die vor zwei bis drei Wochen geschlüpften Jungstörche immer häufiger. Dementsprechend erhielten wir auch erste zahlenmäßige Meldungen, wobei das zum einen noch vorläugige (Mindest-)Zahlen sind und zum anderen erst Mitte Juli, zum Zeitpunkt des Flüggewerdens, endgültig abgerechnet wird. Die Zahlen im Detail:
- Schmadebeck I, Zeez: 3
- Schmadebeck II, Biestow Dorf, Broderstorf I: 2
- Clausdorf, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Grammow, Lieblingshof: 1
Ab sofort ist unsere "Bruterfolgskarte" wieder verfügbar. In den nächsten Tagen werden die vielen Fragezeichen hoffentlich deutlich weniger werden.

Zeitungsartikel in den NNN

Heute erschien in den "Norddeutschen Neuesten Nachrichten" ein längerer Artikel über die laufende Storchensaison im Landkreis Bad Doberan. Im Mittelpunkt stand dabei das Nest in Fienstorf.
In Biestow Dorf wurde heute das erste tote Storchenküken unter dem Horst gefunden. Es sind aber noch Küken im Nest. Mit weiteren Abwürfen und toten Küken ist in den kommenden Wochen in jedem Fall zu rechnen. Ungünstige Witterung, Nahrungsmangel oder Krankheiten sind dann fast immer die Ursachen.

Nachtrag:

Foto: U. Lucke
Hat das Warten auf den 2. Storch in Parkentin doch noch ein Ende gefunden? Anwohnerin U. Lucke informierte uns, dass heute am späten Nachmittag erstmals in diesem Jahr ein zweiter Storch auf dem Weichdachhorst stand (und schickte dankenswerter Weise gleich ein Foto mit). Noch ist nicht geklärt, ob es sich um die Brutstörchin der Vorjahre, DEH L 864, oder um eine neue Störchin handelt. In jedem Fall hoffen wir natürlich, dass das Paar zusammen bleibt.

Vielerorts wird gebrütet

So wie hier im Storchennest Biestow Dorf wird inzwischen vielerorts fest gebrütet. Die Biestower Störche dürften etwa die Hälfte der durchschnittlich 32 Bruttage hinter sich haben. In den letzten drei Jahren gab es hier jeweils zwei ausfliegende Jungstörche. Im Hintergrund ist ein zweiter Nistmast zu erkennen, den die Störche bis 2006 nutzten. Seitdem regiert dort ein Stockenentenpaar, das auch jetzt wieder in dem ehemaligen Storchennest brütet. Eine erfreuliche Nachricht erhielten wir noch aus Zarnewanz. Dort ist das Paar bereits seit dem 13. April komplett, und es wird auch schon gebrütet. Auch in Cammin hat das lange Warten für den "Erstankömmling" ein Ende, denn seit dem 18. April ist ein zweiter Storch im Nest. Schlechte Nachrichten gibt es dagegen aus Griebnitz, wo das seit Ostersonntag komplett gewesene Stochenpaar nach zwei gemeinsamen Wochen zuletzt am vergangenen Samstag auf dem Nest gesehen worden ist. Auch in Groß Lüsewitz und in Dummerstorf ist es zu keiner festen Horstbindung gekommen. Hier wurden letztlich bisher nur verschiedene Horstbesucher registriert. Demgegenüber scheint das Storchenpaar, das sich innerhalb der Pankelower Schweinemastanlage neu angesiedelt hat, ernste Absichten zu verfolgen - ein Storch saß gestern auf dem Nest, während der zweite unweit davon auf noch vegetationlosem Acker nach Nahrung suchte.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

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