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Schmadebeck I

Freud und Leid...

Freud und Leid liegen manchmal dicht beieinander! Noch vor wenigen Tagen musste ich vom tragischen Schicksal des Schmadebecker Jungstorchs HL904 berichten. Jetzt, nur eine Woche später, erreichte mich die Nachricht, dass ein Nestgeschwister, HL905, vorgestern in der Nähe von Demmin nahrungssuchend und offenkundig gesund und munter abgelesen wurde. Er hat es also schon einmal geschafft, das dritte Lebensjahr zu vollenden, und wir können hoffen, dass er im nächsten Jahr erstmals in Mecklenburg-Vorpommern brüten wird.

Blick in das Storchennest Schmadebeck I während der Aushorstung der Küken und Eier am 24.5.13 - wenige Stunden nach dem Tod der Storchenmutter. Der später im Zoo Rostock aufgepäppelte und mit HL905 beringte Jungstorch ist zu dieser Zeit noch in einem der Eier. Am 24.6.13 erfolgte die Einhorstung in das Storchennest Lieblingshof.

Storchenansammlung im Vogelpark Marlow / die tragische Geschichte von Storch HL904

Unter den Weißstörchen der Region hat es sich schon seit längerem "herumgesprochen", dass im Vogelpark Marlow einmal täglich die 17 dort lebenden invaliden Störche mit Eintagsküken gefüttert werden. Diese bequeme und nahrhafte Quelle wird regelmäßig auch von frei lebenden Störche genutzt. Gestern war ich pünktlich um 15 Uhr zur Stelle und zählte insgesamt 52 Störche, dementsprechend also gleich 35 Wildstörche! Zehn von ihnen trugen Ringe von Vogelwarten. Das Ergebnis ist sehr interessant:
- 4 Brutvögel der Umgebung, darunter auch die legendäre Störchin A277 aus Langenhanshagen
- 1 diesjähriger Storch aus Kloster Wulfshagen/RDG
- 5 Nichtbrüter im Alter zwischen 2 und 4 Jahren; vier von ihnen haben wir zwischen 2012 und 2014 selbst beringt, die drei Dreijährigen wurden jeweils das erste Mal überhaupt abgelesen.
Darunter ist auch DEH HL921, den wir 2013 in Wendfeld beringt hatten. Da kürzlich auch der aus dem gleichen Nest stammende Storch DEH HN064 (Jahrgang 2014) in Polen abgelesen wurde, haben wir jetzt bereits vier Nachweise von Nachkommen unserer "alten Brandenburgerin", Hiddensee KA 3528, die die beiden besonders kritischen ersten Lebensjahre überstanden haben. Leider kehrte die alte Storchendame in diesem Jahr nicht nach Wendfeld zurück. Sie wurde 21 Jahre alt und zog mit ihrem unberingten Partner allein in den letzten acht Jahren 23 Jungstörche groß.

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Tragisch ist die Geschichte des Ringstorchs DEH HL904. Im Mai 2013 war er im Horst Schmadebeck I gerade aus dem Ei geschlüpft, als seine Mutter an der Landstraße tödlich von einem PKW verletzt wurde. Zusammen mit zwei Eiern und einem anderen, gerade geschlüpften Küken wurde der kleine Storch in den Rostocker Zoo gebracht. Dort wurde er liebevoll aufgepäppelt und anschließend in Liepen zu zwei gleichaltrigen Küken ins Nest gesetzt. Wir wussten, dass er dort flügge geworden ist, haben danach aber nichts mehr von ihm gehört. Nun erreichte uns die Nachricht, dass HL904 in Ikendorf, östlich von Rostock, hilflos auf einer Wiese liegend aufgefunden wurde. Ein Anwohner informierte das Amt Carbäk, das dankenswerterweise den Transport in die Rostocker Tierklinik übernahm. Leider erwies sich die Verletzung des dreijährigen Storchs als so schwer wiegend, dass er zu unserem großen Bedauern eingeschläfert werden musste. Die Ursache der komplizierten Flügelfraktur ließ sich leider nicht mehr ermitteln. Von den beiden Geschwistern, DEH HL903 und DEH HL905, gibt es bisher noch keine Rückmeldungen.

DEH HL904 mit seinen beiden Geschwistern im Zoo Rostock, kurz vor der Auswilderung, Juni 2013.

Ost-West-Gefälle und viele Nachzügler-Trupps

Seit rund fünf Wochen läuft inzwischen die Rückkehr der ostziehenden Weißstörche in ihre mittel- und osteuropäischen Brutgebiete. Seit etwa einer Woche treffen nun auch verstärkt junge, brutunerfahrene Störche ein. Zum Teil füllen sie noch Lücken auf bewährten Nestern auf oder es kommt durch sie auch zu Neu- oder Wiederansiedlungen wie in den letzten Tagen in Klingendorf/DBR, Kucksdorf/RDG und Plummendorf/RDG. Der größere Teil aber scheint sich erst einmal nur neugierig umzusehen, ohne in diesem Jahr schon an eine feste Horstbindung zu denken. Das sonnige Wetter mit kräftigen östlichen Winden hat Gruppen von bis zu 33 Störchen (J. Köhler/F. Tetzlaff bei Grimmen) nach Mecklenburg-Vorpommern geführt. Eine ganze Reihe von Beobachtungen dieser Nachzügler-Trupps sind in den letzten Tagen getätigt worden, darunter auch in Rukieten/DBR und Kuhlrade/RDG (jeweils 11 Störche).
Es ist also noch relativ viel Bewegung bei der Besetzung der letzten Horste zu verzeichnen. Im alten Landkreis Bad Doberan zeichnet sich dabei ein deutliches Ost-West-Gefälle ab. Während in den östlichen und auch südlichen Teilen fast alle Nester besetzt sind, gibt es im Westen noch empflindliche Lücken. So fehlten zuletzt noch in fünf von 16 Nestern des westlichen Altkreises Bad Doberan die Vorjahresstörche - darunter z. B. in Schmadebeck I, einem über viele Jahre besonders guten Brutrevier. Hier scheint der tödliche Unfall eines Brutstorchs im Vorjahr Folgen zu haben - möglicherweise ist auch der verbliebene Partner des Vorjahres ausgefallen, sodass nun vermutlich gleich zwei "Nachfolger" gesucht werden. Noch etwa eine Woche bleibt die realistische Chance auf Störche, die noch mit einer Brut beginnen könnten. Danach ist dann wohl nur noch mit Nichtbrütern zu rechnen.
Froh sind wir darüber, dass sich nach Pankelow I nun offenbar auch in Bandelstorf und Broderstorf II Störche mit (zwangsläufig) neuen Nistangeboten anzufreuen scheinen.

Schmadebecker Küken eingehorstet

Einen Monat lang im Zoo Rostock groß gezogen: die drei Schmadebecker Halbwaisen. 24.6.13

Heute war es so weit - genau einen Monat nach ihrer Aushorstung in Schmadebeck (dort war ein Brutstorch bei einer Kollision mit einem PKW getötet worden) wurden die drei seitdem im Zoo Rostock aufgezogenen Halbwaisen wieder eingehorstet. Dazu wurden sie nach Lieblingshof (zwei eigene Küken), Niekrenz (ein eigenes Küken) und Liepen (zwei eigene Küken) gebracht. Alle acht Jungstörche erhielten ihren ELSA-Ring. Dank großzügiger Unterstützung durch die Jagdgenossenschaft Bentwisch konnten sie zu annähernd gleichgroßen und gleichschweren Jungstörchen gesetzt werden. Diese Form der Auswilderung hat sich seit langem als diejenige herausgestellt, bei der die Küken die besten Chancen haben, sich zu selbständigen, freien Wildstörchen zu entwickeln. Im Normalfall werden sie von den Altstörchen problemlos angenommen und mitversorgt. Das Nahrungsangebot ist in diesem Jahr auf jeden Fall ausreichend, zumal an den ausgewählten Standorten in der Vergangenheit häufig drei Jungstörche flügge wurden. Ein Restrisiko bleibt allerdings bestehen. Es bezieht sich vor alle auf das Verhalten unter den Jungstörchen. Hoffen wir, dass es am Ende gut ausgeht! Wir werden die drei Nester besonders sorgfältig im Auge behalten.
Ein herzliches Dankeschön an die Jagdgenossenschaft Bentwisch und den Zoo Rostock für die Unterstützung unserer ehrenamtlichen Arbeit.
Die große diesjährige Beringungsrunde zu 25 und mehr Nestern im Altkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock findet am kommenden Montag, 1. Juli statt.

Unfalltod eines Altstorchs und Aushorstung in Schmadebeck

Es geschah heute früh gegen 6.15 Uhr im Nahbereich des Horstes Schmadebeck I: ein Altstorch, vermutlich das Weibchen, startete unvermittelt aus einer Senke am Fahrbahnrand und kollidierte mit einem vorbei kommenden PKW, der keine Chance mehr zum Ausweichen hatte. Der Storch wurde schwer verletzt und verendete gut eine Stunde später auf dem Hof der Familie Diederichs. In den folgenden neun Stunden wartete der andere Altvogel vergeblich auf eine Brutablösung, sodass ausgeschlossen werden konnte, dass es sich bei dem verunglückten doch um einen anderen, nicht zum Horst Schmadebeck I gehördenden Storch handelte. Da bekannt war, dass das Schmadebecker Paar um den 21. April mit der Brut begonnen hatte und demnach bereits Nachwuchs geschlüpft sein konnte, fiel die mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmte Entscheidung zur Aushorstung. Ein Altstorch allein ist in den ersten vier Wochen nach dem Schlupf unter keinen Umständen in der Lage, Jungstörche zu versorgen. Spontan erklärte sich die Firma gigalift in Roggentin bereit, kostenlos eine Hebebühne samt Fahrer zur Verfügung zu stellen - dafür an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön! Gegen 15.30 Uhr wurden zwei etwa ein bis zwei Tage alte Küken sowie zwei Eier, in denen sich bereits deutlich spürbar Leben regte, geborgen. Wie vorab vereinbart, kamen sie auf schnellstem Weg in den Rostocker Zoo, wo das restliche Ausbrüten in der Brutmaschine sowie die hoffentlich erfolgreiche Aufzucht der Jungstörche in kompetenten Händen liegt. Wenn alles gut geht, sollen die Schmadebecker Jungstörche im August wieder ausgewildert werden. Bis dahin hat vielleicht auch der "verwitwete" Altstorch einen neuen Partner gefunden.

Weiter warten auf die Ostzieher

Einer der ganz wenigen frühen Rückkehrer in unserer Region - seit dem 1. April auf dem Horst Schmadebeck I. Foto: B. Becker, 7.4.12

Am Wochenende sind offensichtlich keine neuen Störche in unsere Region zurückgekehrt - es heißt also weiter warten auf den ersten großen Schwung Ostzieher. Das gilt übrigens auch für die meisten anderen Regionen Ostdeutschlands. Nach Wetterbesserung auf der letzten Zugetappe von den Karpaten nach Mecklenburg sollte es nun nicht mehr lange dauern. Auch zwei der drei besenderten NABU-Störche auf der Ostroute hatten in der vergangenen Woche endlich den Nordbogen der Karpaten überwunden. Es wird auch höchste Zeit, damit (hoffentlich!) noch genügend Paare mit einer Brut anfangen. Bei uns wird meist noch mit dem Brutgeschäft begonnen, wenn die Paare bis Ende April komplett sind. Schon jetzt zeichnet sich die späteste durchschnittliche Rückkehr der letzten sieben Jahre ab - keine guten Voraussetzungen für ein besonders erfolgreiches Storchenjahr, auch wenn wie immer sehr viel von der Witterung im Mai/Juni abhängen wird.
Wir haben an beiden Tagen des Wochenendes eine große Runde durch unser Betreuungsgebiet und teilweise darüber hinaus unternommen. Außer den schon bekannten Rückkehrern zeigte sich kein einziger bisher unbekannter Storch auf einem der Nester. Vielmehr müssen einige der bisherigen "Rückkehrer" wohl zu "Durchzüglern" umdefiniert werden. So scheinen die drei Störche, die sich am Donnerstag und Freitag am Webcamnest in Göldenitz bei Dummerstorf gezeigt haben (es gab auch mindestens eine Übernachtung auf dem Horst), inzwischen weitergezogen zu sein. Ich ordne sie ebenso als Westzieher ohne vorjährige Horstbindung in unserer Region ein wie den Horstbesucher vom Donnerstagabend in Groß Lüsewitz und den beringten holländischen Storch "Arnhem 8886" (vermutlich vier- oder fünfjährig), den M. Modrow am Do./Fr. jeweils abends auf einer Straßenlaterne in Redebas/RDG ablas. Gleiches gilt vermutlich für verschiedene Standorte im Umfeld des Vogelparks Marlow - mit Ausnahme von Brünkendorf, wo mit einem baldigen Brutbeginn gerechnet werden kann.
Angesichts der Verzögerung im Zuggeschehen - von dem ja in Mittel-, Nord- und Osteuropa auch zahlreiche andere Vogelarten betroffen waren und sind - war die Aufstellung von zwei neuen Nisthilfen in Kassow und Göldenitz bei Schwaan auf jeden Fall noch rechtzeitig. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, u. a. den Energieversorger WEMAG und den Initiator, Bürgermeister H. Lang aus Kassow.

Nur wenige Neuankömmlinge über Ostern

Auch über die Ostertage sind nur sehr wenige Störche neu in unserem Betreuungsgebiet eingetroffen. Neben dem Storch, der am Sonntag in Petschow auf dem Nest gesehen wurde (war es vielleicht sogar der vom Nachbarhorst in Bandelstorf?) erreichte mich lediglich vom Horst Schmadebeck I die Information, dass dort heute der erste Storch eingetroffen ist. Auch im Vorjahr dauerte es bis zum 4. April, bevor die erste große Rückkehrerwelle einsetzte. Wann wird es wohl in diesem Jahr so weit sein?

Horstkämpfe, Partnerwechsel und verlassene Nester

Foto: G. Rosche, 18.4.11

Während dieses Storchenpaar in Niekrenz ein Bild trauter Zweisamkeit abgibt, haben sich in den letzten Tagen weniger harmonische Ereignisse ereignet. Nachdem die guten, aussichtsreichen Storchenreviere inzwischen fast alle besetzt sind, wird seit dem vergangenen Wochenende, an dem viele Störche in unserer Region eintrafen, vielerorts von Horstkämpfen berichtet. So war gestern der Horst Schmadebeck I den ganzen Tag über umkämpft. In Klingendorf fand am Montag nachweislich ein Wechsel statt - hier ist jetzt wieder (wie im Vorjahr) ein beringtes, bisher noch nicht identifiziertes Weibchen am Nest. Möglicherweise hat auch gleich das Männchen gewechselt. Unklar ist die Situation zurzeit am Horst Schmadebeck II, wo ein Seeadler vor einigen Tagen offenbar das bereits brütende Storchenpaar direkt am Nest attackiert hat. Eventuell wurde hier die Brut abgebrochen. Auf dem Storchenpflegehof Papendorf (UER) hat die Webcam aufgezeichnet, dass in der letzten Nacht um 1 Uhr (!) ein Fremdstorch bei Horstkämpfen die bereits gelegten zwei Eier herausgeworfen hat.
Noch befinden wir uns an vielen Nestern in der Findungsphase, da sind Wechsel durchaus üblich. In diesem Zusammenhang haben auch mehrere Einzelstörche, die bereits feste Horstbindung entwickelt zu haben schienen, ihre Nester wieder verlassen (Broderstorf I, Reppelin, Kritzmow, Vogtshagen). Hier besteht allerdings die Hoffnung, dass diese Nester noch von nachrückenden Störchen angenommen werden. In Reppelin hat unser Partner e.on-edis am Montag wie angekündigt gemeinsam mit uns einen neuen Mast samt Nisthilfe und Nistkorb aufstellen lassen. Der alte marode Mast samt verfallendem Nest wird in den nächsten Tagen entfernt werden. Die Maßnahme war ohnhehin mittelfristig geplant gewesen. Im Nachbardorf Barkvieren hat der Einzelstorch, der mitten im Dorf auf einem Baumstumpf ein Nest errichtet hat, seit Sonntag eine Partnerin.

Die aktuelle Ankunftskarte gibt es weiterhin hier

Erfolgreiche Auswilderung von neun Jungstörchen


Kurz vor dem Sprung in die Freiheit sind diese neun Jungstörche, die am heutigen Dienstag bei Jürgenshagen/GÜ am Rande einer großräumigen Wiesenlandschaft ausgewildert werden konnten. Foto: B. Becker

Dank der umsichtigen und kameradschaftlichen Hilfe des Güstrower Kreisstorchenbetreuers Paul Thomzick war es möglich, sie ganz in der Nähe eines kleinen, aus fünf Jung- und acht Altstörchen bestehenden Trupps zu platzieren - ein herzliches Dankeschön auch an dieser Stelle! So besteht nun die begründete Hoffnung, dass die neun Youngster Anschluss an ihre erfahrenen Artgenossen finden und mit diesen demnächst gemeinsam in den Süden ziehen werden. Die heute in die Freiheit entlassenen Jungstörche waren zuvor - für unterschiedlich lange Zeiträume - im Zoo Rostock aufgezogen bzw. gepflegt worden:
- HE 651 stammt aus Kuhlrade/RDG und war am 24. Juli unter dem Nest des dortigen Storchenhofs gefunden worden
- HE 680 kam aus Gnewitz, wo er am 23. Juli ebenfalls unterhalb des Nestes entdeckt worden war
- HE 687 und 688 hatten Glück im Unglück, als in Tangrim/RDG der Mast mitsamt dem Storchennest umstürzte und sie dennoch unverletzt in den Rostocker Zoo gebracht werden konnten
- HE 689 schlüpfte etwa Mitte Mai in Rederank aus dem Ei, am 21. Mai fanden wir ihn als winziges Küken unter dem Nest; dank der aufopferungsvollen Pflege der Tierpfleger im Rostocker Zoo ist er zu einem stattlichen Storch herangewachsen
- HE 690, 692 und 693 sind Zöglinge der im Zoo Rostock wild brütenden Störche. Besonders der Baumhorst (Rostock Zoo II) ist für die Fluganfänger schwierig anzufliegen. Als sie Ende Juli im Zoo umherirrten, wurden sie vorübergehend "in Gewahrsam" genommen und jetzt mit ausgewildert
- HE 691 schließlich stammt aus Kavelsdorf/RDG, wo er Anfang Juni unter dem Nest gefunden worden war. Wir wünschen ihnen allen ein möglichst langes und gesundes Storchenleben in Freiheit.
Ein weiterer Jungstorch (HE 694, ebenfalls aus Rostock) konnte aufgrund seines unzureichenden Entwicklungszustandes jetzt noch nicht ausgewildert werden.
Bereits am 31. Juli wurde der flügge Jungstorch HE 637 in einiger Entfernung von seinem Heimathorst Schmadebeck I Opfer eines sehr großen Raubvogels.
Der Wendfelder Jungstorch HE 615, der eine Beinverletzung erlitten hatte, humpelt erfreulicher Weise nicht mehr, berichteten die Anwohner.

Weitere Jungstörche sind geschlüpft


Etwa zwei Wochen alt dürften diese beiden Storchenküken in Biestow sein.

In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen Storchenhorsten weitere Jungstörche geschlüpft. So lange sie noch sehr klein sind, kann man sie aus der "Froschperspektive" nur schwer erkennen. Doch mit jedem Tag wachsen sie und recken die Hälse immer mehr. Mit einigem Vorbehalt können wir einige Zahlen mitteilen, die sich aber noch sehr verändern können, nach oben wie nach unten. In folgenden Nestern - von denen wir es schon wissen - war die Brut erfolgreich: Biestow Dorf (2 juv.), Clausdorf (mind. 1 juv.), Hohen Schwarfs (mind. 1 juv.), Kröpelin (3 juv.), Schmadebeck I (2 juv.), Schmadebeck II (3 juv.), Schwaan II (3 juv.). In anderen Nestern wird sich das Brutgeschäft dagegen teilweise noch bis in die zweite Juni-Hälfte hineinziehen.
Seit Mitte Mai hat die Witterung in unserer Region gut mitgespielt, es war häufig sonnig, hat dennoch zwischendurch immer wieder geregnet und die Temperaturen waren nicht zu niedrig. Es sind uns bisher keine weiteren Abwürfe gemeldet worden, aber vieles spielt sich auch im Verborgenen ab.
Keinen Storchennachwuchs wird es leider in Hohen Luckow geben. Hier standen die Altstörche heute beide relativ beschäftigungslos im Horst, waren vor ein paar Tagen auch gemeinsam auf Nahrungssuche gesehen worden. Die Gründe für den Brutabbruch sind bisher nicht bekannt. Vielleicht haben auch hier Horstkämpfe eine Rolle gespielt. Demgegenüber ist das Nest in Wohrenstorf seit dem Wochenende von einem Paar besetzt. Im Vorjahr hatten sich hier nach mehrjähriger Pause zwischen Juni und August zwei Störche aufgehalten. Auch 2011 wird es leider zu keiner Brut mehr kommen. Das gilt auch für Griebnitz, wo mittlerweile ein zweiter Storch feste Horstbindung gefunden zu haben scheint.

Turbulenzen und Kuriositäten


Allabendlicher Angriff auf das Stäbelower Nest. Foto: T. Kalbe

Während sich die Nester in unserer Region weiterhin nur sehr zögerlich füllen, gab es an verschiedenen, bereits besetzten Storchenhorsten kuriose, aber auch turbulente Szenen. Dank intensiver Beobachtung durch die Anwohner klärt sich das Geschehen am Stäbelower Horst zunehmend auf. Das in diesem Jahr neue Männchen aus Ostvorpommern (Hiddensee I 453) behauptet bisher seinen Platz, obwohl es heute den dritten Abend nacheinander von einem anderen Storch - vermutlich ebenfalls einem Männchen - attackiert wurde. Auf einem Anwohnerfoto (siehe Fotoalbum) ist zu erkennen, dass es sich offenbar um einen ebenfalls unten rechts beringten, aber mit einem schwarzen ELSA-Ring ausgestatteten Storch handelt. Die Identität dieses Angreifers ist noch nicht geklärt, ebenso wissen wir noch nicht, wo er sich üblicherweise aufhält. Ein Anruf aus dem benachbarten Kritzmow lässt das dortige Storchennest als Standort möglich erscheinen. Das Stäbelower Storchenpaar hat offensichtlich am Sonntag oder Montag mit der Brut begonnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Störungen bald aufhören und das Gelege unbeschadet bleibt.

In Satow Hof mussten wir die Freude der Anwohner über das vermeindliche Eintreffen des 1. Storches leider trüben - bei näherer Betrachtung entpuppte sich der im Nest liegende Storch als das durch seine Wölbung am Kopf identifizierbare Männchen aus Heiligenhagen, das zurzeit noch solo ist. Am Abend war das Nest in Satow leer, stattdessen lag der "Wölbungsstorch" in seinem angestammten Nest in Heiligenhagen.


In Schmadebeck I ist das Paar erst seit dem 16. April vollständig. Mit der Eiablage kann frühestens ab dem 4. Tag gerechnet werden. Umso mehr erstaunt es, dass gestern Abend am Nestrand ein Ei zu entdecken war. Die Störche haben es sicher dorthin gerollt. Aus dem Vorjahr kann das Ei kaum stammen, denn wir haben Ende Juni die Jungstörche des Horstes beringt. Wir erklären uns diese Kuriosität vielmehr so, dass das Weibchen vermutlich als erste eingetroffen ist und schon vor der Ankunft ihres jetzigen Partners ein Ei gelegt hat. Ich erinnere an das Jahr 2009, als es in Schmadebeck I zu keiner dauerhaften Horstbindung kam. Damals wurde unterhalb des Nestes ein Ei gefunden. Vielleicht ist die Störchin identisch - und hat die Angewohnheit, gleich nach der Ankunft erst einmal ein Ei zu legen.

Erneut aktualisiert wurde unsere Ankunftskarte - zuletzt wurde die Komplettierung der Paare in Kirch Mulsow, Neu Thulendorf und Reinshagen gemeldet.

Der Unbekannte von Stäbelow ist identifiziert!

Nach drei Stunden recht mühevoller Ablesearbeit vom Dach des Anwohners aus gelang heute die komplette Ablesung des Ringes, den dieser männliche Storch in Stäbelow trägt. Es ist "Hiddensee I 453", beringt am 29.6.2000 in Lodmannshagen/Ostvorpommern. Nach meinem jetzigen Kenntnisstand ist dieser Storchenring das erste Mal überhaupt abgelesen worden. Wir wissen also nicht, wo der Vogel in den letzten Jahren gebrütet hat. In jedem Fall war er in den Jahren zuvor kein Brutvogel in Stäbelow. Heute hielt er sich gut drei Stunden allein im Nest aus, bevor das Weibchen von einer längeren Runde zurückkehrte.
Unterdessen wurde gestern und heute von Anwohnern jeweils ein zweiter Storch in den Storchenhorsten Fienstorf, Vogtshagen, Schmadebeck I und Schwaan I gemeldet.

Bis zu 70 Störche bei Hohen Luckow versammelt


Foto: K. Holland (Gut Hohen Luckow)

Rund 70 Störche sind gestern gleichzeitig in der Nähe von Hohen Luckow auf einer Ackerfläche gesehen worden, auf der Luzerne gehäckselt wurden. Dank kurzfristiger Benachrichtigung konnte ich mir heute Abend selbst ein Bild von der Situation machen - es war spektakulär! Zunächst traf ich zwei Alt- und acht Jungstörche auf einem Feld an, kurz danach wimmelte es dann nur so von fliegenden Störchen in der Luft. Ich fühlte mich an die Rühstädter Verhältnisse erinnert als ich nach Hohen Luckow zurückfuhr. Zahlreiche Störche kehrten von der Nahrungssuche zurück, um ihre Übernachtungsstandorte aufzusuchen. Auf einem hohen Turm, auf dem Kirchendach sowie auf mehreren Hausdächern hatten sich zahlreiche Störche schon zur Übernachtung versammelt. Später sah ich weitere auf Wirtschaftsgebäuden des Gutshofes sowie in Richtung Groß Belitz auf mehreren Strommasten. Insgesamt zählte ich etwa 45 Störche, zum allergrößten Teil waren es Jungstörche, die sich jetzt auf dem Weg in Richtung Süden sammeln. Bei entsprechender Thermik werden sich sicherlich in den nächsten Tagen aufbrechen. Zahlreiche Passanten hielten an und staunten über das ungewöhnliche Ereignis. Leider fand ich auch einen toten Jungstorch unter einer Stronleitung, vermutlich war es ein Leitungsanflug. Anhand der Ringnummer konnte ich ihn als einen Hohen Luckower Jungstorch identifizieren. Insgesamt gelangen mir nie für möglich gehaltene 13 Ringablesungen. In diesem großen Storchentrupp waren Jungstörche aus den Nestern Wendfeld, Schmadebeck I (alle drei!), Schmadebeck II, Schwaan I, Pankelow II, Hohen Schwarfs, Jürgenshagen, Göldenitz und Stäbelow vertreten. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass auch mindestens einer der von uns am 4. August ausgewilderten Jungstörche Anschluss zu dieser Gruppe gefunden hat - der im Zoo von Hand aufgezogene Jungstorch "HC984". Längst nicht alle Störche konnten kontrolliert werden, zumeist, weil sie auf "dem falschen Bein" standen. Ich werde also morgen wieder in Hohen Luckow sein und anschließend darüber berichten - dann auch mit mehr Fotos!

Aufbruchstimmung bei den Jungstörchen - erneutes Drama in Groß Potrems

Vergleichsweise früh hat in diesem Jahr die Aufbruchstimmung unter den Jungstörchen begonnen. Einige von ihnen (wie z. B. die in Bröbberow, Stäbelow und Wischuer) haben die Bindung zu ihren Ursprungsnestern bereits komplett aufgegeben. Auch aus anderen Teilen Norddeutschlands wird über den beginnenden Abzug der Jungstörche berichtet. Die Altstörche werden wie in jedem Jahr etwas später folgen. Bilder wie dieses (aus der Nähe von Tribsees, 7.8.) mit einer ganzen Storchenfamilie sind jetzt schon selten.

In Groß Potrems hatten es die drei kaum 9 Wochen alten Jungstörche offenbar auch sehr eilig. Jedenfalls verließen sie ihren sicheren Horst, ohne selbst schon über genügend Flugfertigkeit und vor allem -sicherheit zu verfügen. Das hatte leider dramatische Folgen, denn heute früh erreichte mich ein Anruf von sehr aufmerksamen Anwohnern. Sie hatten alle drei Jungstörche über Nacht in einen leeren Hundezwinger gebracht, nachdem gestern zwei von ihnen auf der stark befahrenen, unmittelbar neben dem Storchenhorst verlaufenden B 103 unterwegs waren.

Ein Jungstorch kollidierte dabei leicht mit einem Krankenwagen, während ein zweiter mitten auf der Bundesstraße aufmerksame Urlauber aus der Nähe von Neubrandenburg zu einer gefährlichen Vollbremsung veranlasste. Die Urlauber bargen den unverletzten Youngster im Straßengraben und brachten ihn zu den Anwohnern. Gemeinsam fing man auch noch den dritten Jungstorch ein, der etwas humpelte. Als Storchenbetreuer bedanken wir uns sehr herzlich für das engagierte und tatkräftige Eingreifen der Urlauber und das umsichtige und fürsorgliche Handeln der Anwohner!
Ein wesentlicher Grund für das "frühreife" Verhalten der Jungstörche dürften die Altvögel gewesen sein, die nach Beobachtungen der Anwohner zuletzt nicht mehr zum Füttern am Horst erschienen waren. Möglicherweise haben Sie sich durch den beginnenden Zug zum (vorzeitigen) Aufbruch entschlossen oder aber sie haben eine Fütterungspause eingelegt. Es ist auch sehr gut möglich, dass es sich - angesichts der Tatsache, dass der Brutbeginn in Groß Potrems erst Anfang Mai war - um unerfahrene Erstbrüter gehandelt hat.
Ich brachte die drei Bruchpiloten heute gegen Mittag in die "Notaufnahme" der Rostocker Tierklinik, wo sie untersucht wurden. Der leichteste von ihnen (1.600 g) scheint Glück gehabt zu haben, er ist offenbar unverletzt geblieben und wird unmittelbar in den Zoo Rostock kommen, um dort aufgepäppelt zu werden. Der zweite Jungstorch (1.950 g) hat leider durch die Kollision eine Fraktur im Bereich des rechten Flügels erltten. Sein Schicksal ist zunächst ungewiss. Etwas besser sieht es für Nr. 3 (1.900 g) aus. Dieser Jungstorch scheint sich "nur" eine Verstauchung, aber keinen Bruch seines rechten Ständers zugezogen zu haben. Er tritt mit diesem Bein nicht richtig auf. Bei geeigneter Pflege sollten Nr. 1 und vermutlich auch Nr. 3 wieder voll flugfähig werden können. Sie sollen dann wieder ausgewildert werden. Allerdings liegt das momentane Gewicht deutlich unter dem Mindestgewicht von 3.000 g, das bei einem flüggen Jungstorch, der nach Afrika fliegen will, eigentlich erforderlich ist.
Bereits am gestrigen Samstag ist der drei Tage zuvor mit vier anderen Jungstörchen ausgewilderte Jungstorch mit dem Ring HC823 (vom Horst Schmadebeck I) mit einer Flügelfraktur unweit seines Auswilderungsortes bei Wokrent (Landkreis Güstrow) aufgefunden worden. Er ist in tierärztlicher Behandlung, frisst aber zurzeit leider nur schlecht.
Die Aufbruchstimmung unter den Störchen könnte auch noch für die anderen erfolgreichen Spätbruten ein Problem werden. Jedenfalls hoffen wir sehr, dass der noch nicht flügge Storchennachwuchs in Kirch Mulsow, Bentwisch, Niendorf und Thelkow bis zur Flugfähigkeit in ausreichendem Maße von den "zuständigen" Altvögeln gefüttert wird. Die Anwohner bitten wir dort um besondere Aufmerksamkeit.

Fünf Jungstörche ausgewildert

Am gestrigen Mittwoch sind fünf Jungstörche in einer weitläufigen Wiesenlandschaft bei Jürgenshagen (Landkreis Güstrow) ausgewildert worden. Es handelte sich dabei um Jungstörche, die im Juni/Juli unter den Horsten Schmadebeck I und Benitz gefunden worden waren sowie um drei weitere, die im Zoo Rostock aus dem Ei geschlüpft und dort anschließend von Hand aufgezogen worden waren. Der Zoo Rostock versucht auf diese Weise, sich für den Erhalt der Weißstorch-Wildpopulation einzusetzen. Wir begrüßen sein Engagement außerordentlich und wollen versuchen, ab dem kommenden Jahr Jungstörche schon sehr klein in andere Horste wildlebender Paare mit hineinzusetzen.
Die Auswilderung ist vom Fernsehsender "Phoenix" gefilmt worden. Die Aufzeichnung wird am kommenden Mittwoch, 11. August, zwischen 14.45 Uhr und 17.00 Uhr im Rahmen der Sendung "Phoenix-Deutschlandtour: Ostsee" ausgestrahlt.

Die Zeit der "Bruchpiloten" beginnt

Einer der größten Jungstörche weit und breit ist das "Einzelkind" in Detershagen. Schon bald wird er seine ersten Flugrunden drehen.

Mit dem verstärkten Trainieren der Flugmuskulatur und dann den ersten Rundflügen selbst beginnt jetzt wieder die Zeit, in der immer wieder einzelne Jungstörche unfreiwillig unter dem Nest landen. Als ersten in dieser Saison traf es einen der vier Jungstörche in Schmadebeck I. Er wurde gestern Mittag von den Anwohnern unter dem Nest gefunden. Um keine Risiken einzugehen, brachten ihn die Horstbetreuer in den Rostocker Zoo, wo er tierärztlich untersucht wurde. Er hat sich jedenfalls nichts gebrochen, bleibt jetzt aber noch einige Zeit im Zoo, bevor er - voll flugfähig - ausgewildert werden kann. Hans-Heinrich Zöllick hat heute bei seinem Besuch im Zoo auch feststellen können, dass es den beiden kleinen Findelstörchen aus Benitz und Klingendorf gut geht. Sie sind inzwischen ein ganzes Stück gewachsen und sollen im August in die Freiheit entlassen werden. Auch ein Altstorch, der in der vorletzten Woche zwischen Schwaan und Ziesendorf aufgegriffen worden war, scheint seine zunächst auf Vergiftung hindeutende Schwäche überwunden zu haben. Er wird vermutlich sehr bald wieder freigelassen werden können. Intensive Nachfragen bei den Horstbetreuern der Umgebung hatten ergeben, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um keinen Brutstorch handelt.
Bei den Spätbruten gibt es eine positive Nachricht aus Bentwisch - dort konnte heute noch ein zweiter Jungstorch gesichtet werden. In Niendorf haben die Altstörche seit dem Wochenende damit angefangen, das Jungtier allein zu lassen, obwohl es erst etwa 3 Wochen alt ist. Die dringend notwendig gewesenen Regenfälle der vergangenen Nacht werden die Nahrungssituation für die Störche hoffentlich etwas verbessert haben. Die nächste Hitzewelle ist allerdings schon angekündigt. Da heißt es weiter Daumen drücken für den spät geschlüpften Storchennachwuchs.

Immer mehr geschlüpfte Jungstörche werden gemeldet

Zum ersten Mal seit 2004 scheint es in Groß Bölkow Storchennachwuchs zu geben. Es wurden eindeutig Fütterungen festgestellt, die Jungen scheinen aber noch sehr klein zu sein. Nachdem seit zwei Tagen nun endlich Sonnenschein das Wetter bestimmt, zeigen sich die vor zwei bis drei Wochen geschlüpften Jungstörche immer häufiger. Dementsprechend erhielten wir auch erste zahlenmäßige Meldungen, wobei das zum einen noch vorläugige (Mindest-)Zahlen sind und zum anderen erst Mitte Juli, zum Zeitpunkt des Flüggewerdens, endgültig abgerechnet wird. Die Zahlen im Detail:
- Schmadebeck I, Zeez: 3
- Schmadebeck II, Biestow Dorf, Broderstorf I: 2
- Clausdorf, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Grammow, Lieblingshof: 1
Ab sofort ist unsere "Bruterfolgskarte" wieder verfügbar. In den nächsten Tagen werden die vielen Fragezeichen hoffentlich deutlich weniger werden.

Die ersten Storchenküken sind zu sehen!

Dieses Foto vom Pfingstsamstag aus Schmadebeck I zeigt den ersten Storchennachwuchs des Jahres 2010. Auch in zahlreichen anderen Nestern sind in den letzten Tagen die ersten Jungstörche geschlüpft. So wurden z. B. in Schmadebeck II, Wischuer und Bröbberow Fütterungen beobachtet. Gescheitert ist demgegenüber die Brut in Tessin. Hier standen heute beide Störche auf dem Dach der evangelischen Kirche. Bei dieser Gelegenheit konnte ich den ELSA-Ring des Männchens ablesen - es ist wie im Vorjahr DEH H 1583, beringt 2003 auf der Insel Rügen. In Griebnitz hatten zwischenzeitlich Stockenten den Storchenhorst übernommen und auch Eier gelegt. Inzwischen lässt sich dort regelmäßig wieder ein Einzelstorch blicken. Eine weitere Neuansiedlung hat es in Niekrenz gegeben. Auf einem Gehöft am Dorfausgang Richtung Sanitz ist seit dem 15. Mai eine neu auf einem E-Mast errichtete Nisthilfe von einem Storchenpaar angenommen worden, das jedoch nicht mehr mit der Brut begonnen hat. Wir führen den Horst zukünftig unter "Niekrenz II".

Deutlich weniger Storchenpaare als im Vorjahr


Dieses Storchenpaar in Bröbberow ist erst seit wenigen Tagen zusammen - ob es noch mit einer Brut beginnen wird, ist fraglich.

Nachdem mittlerweile die ersten Mai-Tage hinter uns liegen und von jetzt an erfahrungsgemäß nur noch sehr wenige zusätzliche Störche eine dauerhafte Nestbindung eingehen werden, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Tendenz der vergangenen Wochen hat sich in den letzten Tagen nicht mehr umgekehrt. Auch wenn in Bröbberow (22.4.), Petschow (30.4.) und heute endlich auch in Schmadebeck I jeweils noch ein zweiter Storch eintraf, so sind es damit doch nur 49 Horstpaare, die uns im Landkreis Bad Doberan bis heute bekannt geworden sind. Das ist gegenüber dem Vorjahr (59 Paare) ein Rückgang von fast 20 Prozent. Nach allem, was wir wissen, hat es in unserem Landkreis in den vergangenen 100 Jahren nie so wenige Störche gegeben wie in diesem Jahr. Es sind herbe, zum Teil auch ganz unerwartete Lücken entstanden. So ist der Standort Gerdshagen, eigentlich eine "sichere Bank" und auch im Vorjahr mit Bruterfolg, immer noch unbesetzt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Blick nach Roggow, wo seit 1976 mit Ausnahme eines Jahres (1990) immer Störche waren. Besonders der Altkreis Bad Doberan ist mit einem Verlust von sechs Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr (außer den beiden genannten noch Ivendorf, Altenhagen I, Vorder Bollhagen und Rosenhagen) besonders stark betroffen. Im Amt Schwaan sieht es etwas besser aus (hier ist Kassow unbesetzt), und im Altkreis Rostock Land besteht noch eine gewisse Resthoffnung für die zurzeit von einem Einzelstorch besetzten Nester Bentwisch, Groß Lüsewitz, Zarnewanz und eventuell auch Reppelin. In Kritzmow gibt es keine Störche, dafür aber nach einjähriger Pause wieder in Vogtshagen - dieses Jahr der einzige wirkliche Lichtblick.
Ein großes Dankeschön gebührt allen Storchenfreunden, die uns bisher (und hoffentlich auch weiterhin) unermüdlich mit Nachrichten und auch Fotos versorgt haben (siehe dazu auch neue Fotos im Fotoalbum)! Immer wieder hat das kurzzeitige Erscheinen von Störchen Hoffnung geschürt, so zuletzt in Hof Tatschow und in Klein Grenz, doch nach drei oder vier Tagen waren sie wieder verschwunden. Man kann dann ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Prüfung der Nahrungsverhältnisse im Umfeld des Nestes negativ ausgegangen ist. Sie ziehen weiter, weil die Störche davon ausgingen, nicht genug Nahrung für die erfolgreiche Aufzucht ihres Nachwuchses zu finden. Die lang anhaltende Trockenheit hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen. Es fehlt also vor allem an brutbereiten Paaren. Dagegen sind seit Wochen immer wieder und an vielen Standorten unseres Landkreises Ansammlungen von bis zu zehn Störchen gesichtet worden, die offenbar Ausschau nach geeigneten Brutrevieren hielten. Von diesen Störchen und weiteren Spätheimkehrern geht weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Störpotenzial für die brütenden Paare aus. Den ersten Nachwuchs erwarten wir in etwa einer Woche.
In anderen Teilen Ostdeutschlands zeichnen sich ähnliche Tendenzen ab - im Einzugsbereich der Ostzieher kann mit keinem guten Storchenjahr mehr gerechnet werden.

Weitere Spätheimkehrer eingetroffen

Während wie hier in Parkentin an vielen Horsten bereits längst gebrütet wird, hält der Zuzug von spät eintreffenden Störchen weiter an. So sind die Horste in Wischuer (seit dem 24./25.4.) und in Biendorf (seit dem 24./26.4.) besetzt. Auch in Zarnewanz beobachtete heute eine Storchenfreundin erstmals einen Storch auf dem Horst. Unübersichtlich ist die Situation zurzeit in Schmadebeck. Während am Horst Schmadebeck II bereits gebrütet wird, gab es am Horst Schmadebeck I heute heftige Storchenkämpfe, an denen drei Störche beteiligt waren. Fast hatte es den Anschein, als ob einer der Beteiligten aus dem nahe gelegenen Nachbarhorst stammt und hier durch Revierverhalten für Unruhe sorgt. Andererseits ist in Schmadebeck I bereits seit dem 3. April ein Storch kontinuierlich am Horst. Es wäre sehr zu wünschen, dass es auch hier noch zu einer Paarbildung kommt. Im Fotoalbum gibt es weitere Bilder vom Wochenende, und die Ankunftskarte ist auf den aktuellen Stand gebracht worden.

Jungstorch H 8075 verunglückt tödlich an Windkraftanlage

Auch in dieser Storchensaison zeigt sich einmal mehr, dass Jungstörche in der ersten Phase nach dem Ausfliegen besonders gefährdet sind. Aus Leyerhof (Landkreis Nordvorpommern) erreichte uns die Nachricht, dass eine Spaziergängerin den am 24. Juni im Rahmen des Storchen-Monitorings im Nachbarlandkreis Nordvorpommern in Altenwillershagen beringten Jungstorch mit der Ringnummer H 8075 am 3. August tot unter einer Windkraftanlage gefunden hat. Auf Nachfrage ergänzte die Finderin, dass sie bereits vor einem Jahr genau an der gleichen Anlage einen anderen Storch tot aufgefunden hatte. In diesem Fall verläuft ein Spazierweg entlang der insgesamt sechs Windräder, sodass die Fundwahrscheinlichkeit wesentlich höher als andernorts ist. Leider muss davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer derartiger Vorfälle hoch ist. Die sechs Windräder nordöstlich der A 20 sind jeweils nur etwa 1500 Meter von den beiden Horststandorten Leyerhof und Jessin entfernt. Der Jungstorch H 8075 hatte nach Angaben der Horstanwohner in Altenwillershagen (30 km nordwestlich gelegen) am 3. August schon keine Horstbindung mehr.
Vor dem Hintergrund derartiger Erfahrungen ist es sehr erfreulich, dass der Energieversoger E.ON edis die Mittelspannungsleitung bei Groß Bölkow, an der genau heute vor einem Jahr ein zweijähriger Ringstorch von der Insel Rügen verunglückte, zwischenzeitlich mit Vogelschutzhauben gesichert hat (siehe das folgende Foto vom 10. August):

Ansonsten ist der Abzug der Störche weiter in vollem Gange. Die Jungstörche werden zum Großteil bereits auf dem Zugweg sein. Ein genaues Datum ist uns dankenswerter Weise aus Fienstorf gemeldet worden: dort wurden sie letztmalig am 13. August am Horst gesehen. Die Altstörche übernachten dagegen momentan noch regelmäßig auf dem Nest. Am Standort Schmadebeck I ist die unberingte Störchin trotz frühen Verlustes des Nachwuchses bis zum 16. August dem Horst treu geblieben, während ihr dreijähriger, beringter Partner dort schon seit längerem nicht mehr beobachtet wurde. Man darf sehr gespannt sein, ob er im nächsten Jahr nach Schmadebeck, dem Ort seines vermutlich ersten, wie so häufig nicht erfolgreichen Brutversuchs zurückkehrt. Auffällig große Storchenansammlungen wie 2007 scheint es in diesem Jahr im Landkreis Bad Doberan nicht zu geben. Lediglich bei Klein Siemen entdeckte ein aufmerksamer Beobachter am 17. August einen kleinen Storchentrupp mit vier Alt- und sechs Jungstörchen. Einzelne Altstörche sind in dieser Woche unter anderem in der Nähe von Klein Bölkow während der Nahrungssuche beobachtet worden.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

Blick in die Kinderstuben

Als kleinen Nachtrag möchte ich Ihnen heute einen kleinen Einblick in die Kinderstube von Störchen aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten geben. Dort fanden im Mai mit behördlicher Genehmigung verschiedene Nestkontrollen statt, bei denen unter anderem die folgenden Fotos entstanden:

In Neuenlübke befanden sich am 21. Mai vier noch sehr kleine Küken und ein Ei im Nest. Es ist zu erkennen, dass die Altstörche reichlich Plastik eingetragen hatten.

In Kavelsdorf bei Marlow sind am 21. Mai sogar fünf Jungstörche im Nest. Zumindest bis Ende Mai ist diese Zahl auch so geblieben. Aufgrund der recht gleichmäßigen Entwicklung besteht zumindest die Chance, dass alle auch groß werden. Interessant ist das Foto sicher auch deshalb, weil hier deutlich wird, dass von unten zu erkennender Grünbewuchs meistens nur den Randbereich des Horstes betrifft, während das Innere sehr weich ausgepolstert ist.

Dieses Foto entstand ebenfalls am 21. Mai in Brünkendorf. Hier sind gleichfalls fünf Küken im Nest, wobei aber nur drei als gut entwickelt gelten können. Diese drei waren auch Ende Mai noch im Nest und wuchsen weiter heran.

Alle weiteren nestbezogenen Details des Forschungsprojekts aus dem Nachbarlandkreis Nordvorpommern sind hier in der Ankunftskarte RDG (Altkreis Ribnitz-Damgarten) nachzulesen.

Aus unserer Region gibt es folgende, leider überwiegend negative Neuigkeiten: Vom Horst Schmadebeck I sind mindestens einer, wahrscheinlich aber zwei Jungstörche abgeworfen worden. In Biendorf sind zwei Junge im Nest, ein drittes Küken wurde herausgeworfen, hat den Sturz aber überlebt und ist in den Rostocker Zoo gebracht worden. Das weitere Schicksal ist momentan noch nicht bekannt. Schließlich haben die Störche im wiederbesetzten Horst Altenhagen I ihre Brut kurz vor dem Schlüpfen aufgegeben. Die Ursachen sind nicht bekannt.

Besonders schöne Storchenfotos aus unserer Region

Heidi und Bernd Rosien aus Berlin haben auch in diesem Jahr während ihres Urlaubs wieder wunderschöne Storchenfotos an einigen ausgewählten Standorten unserer Region gemacht. Aus Stäbelow gibt es neben diesem noch eine ganze Serie, die ich ebenso wie ein weiteres aus Parkentin ins Fotoalbum übernehmen durfte. Herzlichen Dank dafür! Auf ihrer Website haben die Rosiens weitere Storchenfotos vom 15./16. Mai (in ebenfalls hervorragender Qualität) von den Standorten Schmadebeck I, Schmadebeck II, Roggow, Parkentin und Thulendorf eingestellt.

Anhaltende Trockenheit bereitet Störchen Probleme bei der Nahrungsbeschaffung für ihre Kücken


In Grammow haben Anwohner bereits zwei kleine Schnäbel im Nest erkennen können. Der Nachwuchs ist dort jetzt etwa 14 Tage alt.

Der Monat Mai war in unserer Region bisher außerordentlich sonnig und trocken. Mit Ausnahme eines einzigen Regentages am 17. Mai ist seit über drei Wochen vielerorts praktisch kein Niederschlag gefallen. Für die Störche ist dieser Zustand besonders jetzt problematisch, wo in vielen Nestern Nachwuchs geschlüpft ist. Die für die kleinen Schnäbel besonders wichtigen Regenwürmer sind für die Altvögel nur sehr schwer zu finden. Sie schaffen es nicht, genügend Nahrung für alle geschlüpften Jungen heranzuschaffen und reagieren instinktiv mit dem Reduzieren ihres Nachwuchses. So fand ich am Freitag in Kowalz zwei und in Thelkow ein abgeworfenes Jungtier (jeweils im Alter von vielleicht fünf bis zehn Tagen). In Gnewitz beobachteten Anwohner, wie einer der Altstörche kurz nacheinander gleich zwei Jungtiere verschlang. Auch dieses Verhalten (Kronismus) ist arttypisch, wird jedoch selten direkt beobachtet. In allen drei genannten Nestern befindet sich weiterer Nachwuchs, ebenso in vielen weiteren. Konkrete Beobachtungen gibt es von diesem Wochenende aus Clausdorf, Grammow, Kröpelin und Wendfeld. An vielen weiteren Standorten gibt es sichere Hinweise. Für eine Bestimmung von Jungenzahlen sind die Kücken jedoch noch immer zu klein. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die später eingetroffenen Storchenpaare in Kritzmow, Altenhagen I, Parkentin und Vorder Bollhagen auch weiterhin brüten. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie sich das Storchenjahr weiter entwickelt. Regenfälle - nur kein Starkregen - wären sehr erwünscht.

Dreijähriger polnischer Ringstorch brütet in Schmadebeck

Dank des tollen Engagements und der herausragenden Fotos von Bernd und Heidi Rosien, die auch dieses Jahr wieder "Storchenurlaub" in unserer Region machen, konnten in den vergangenen Tagen gleich zwei "unserer" Ringstörche identifiziert werden.

Abflug des polnischen Ringstorchs VH 8940 Gdansk an seinem Horst Schmadebeck I

Eine große Überraschung stellte dabei der männliche Ringstorch am Standort Schmadebeck I dar. Er trägt einen Ring der polnischen Beringungszentrale in Gdansk - VH 8940. Dank überaus freundlicher und schneller Reaktion des Storchenspezialisten W. Kania aus Gdansk konnten auch schon die Beringungsdetails ermittelt werden: VH 8940 wurde am 22. Juni 2005 in Kłopot beringt. Kłopot ist das größte Storchendorf in Westpolen. Es liegt im Oderbruch, unweit von Eisenhüttenstadt. Dort gibt es unter anderem das einzige polnische Storchenmuseum sowie eine Vogelstation. Der dreijährige Storch hat sich für seinen vermutlich ersten Brutversuch mit Schmadebeck I unseren - von den Nachwuchszahlen her - besten Standort der letzten Jahre ausgesucht und dafür eine Distanz von rund 285 Kilometern Luftlinie in Kauf genommen. Mal sehen, ob er es schafft, in die Fußspuren seines Vorgängers zu treten: im Vorjahr gab es fünf Junge, von denen vier flügge wurden. Im Fotoalbum gibt es verschiedene Fotos von ihm zu sehen, die alle vorgestern von Bernd Rosien gemacht worden sind.


Siebenjährige Parkentiner Ringstörchin Hi L 864

Ebenfalls aufgrund der tollen Fotos (und der notwendigen Geduld am Spektiv) des Ehepaars Rosien konnte geklärt werden, dass die Parkentiner Ringstörchin der beiden Vorjahre wieder auf ihrem angestammten Horst zurück ist. Wie in den Vorjahren kehrte sie erst spät, am 25. April, zurück. Jetzt wird dort bereits seit einiger Zeit gebrütet. Storchennachwuchs in noch unbekannter Anzahl wurde uns aus Ziesendorf, Wischuer und Thulendorf gemeldet.

Ringstörche, Horstkämpfe und anderes


Einer der beiden Ziesendorfer Störche heute früh, kurz nach erfolgreicher Abwehr eines angreifenden Fremdstorchs

Das schöne Frühlingswetter lockte heute zu einer ausgiebigen Storchentour in den südlichen und westlichen Teil des Landkreises. Gleich am ersten besuchten Horst in Ziesendorf wurden wir gerade noch Zeuge eines Storchenkampfes. Die Anwohner berichteten, dass das seit dem 4. April komplette Horstpaar bereits seit mehreren Tagen regelmäßig um seinen Horst kämpfen muss. Ähnliches erlebten wir später auch am Standort Schmadebeck I. Der männliche Ringstorch ist weiter dort, doch gelang die Ablesung des Ringes noch nicht. Sicher ist nur, dass er unten links einen Metallring trägt. Zwischenzeitlich hatten Hans-Heinrich Zöllick und ich in Reinstorf im Nachbarlandkreis Güstrow Glück, als wir den Storch mit der Ring Nr. DEW 2 X 979 ablesen konnten. Woher dieser Träger eines ELSA-Ringes stammt, konnten wir bisher noch nicht ermitteln. In Parkentin konnten wir feststellen, dass der seit Ende März anwesende Storch unberingt ist, es sich also nicht um die beringte Brutstörchin des Vorjahres handelt. An verschiedenen Standorten (Gerdshagen, Clausdorf, Stäbelow, Rederank) dürfte bereits gebrütet werden, andernorts (u. a. Rosenhagen, Radegast, Altenhagen II) scheint es in diesem Jahr noch keine Aktivitäten gegeben zu haben. In Bröbberow und in Hof Tatschow waren in den vergangenen Wochen jeweils nur kurzzeitig Störche am Nest. Schließlich wurde heute Nachmittag in Pastow der erste Storch am Nest gesehen. Die Ankunftskarte ist wieder aktualisiert worden.

Die erste Zwischenbilanz fällt positiv aus

Auch weiterhin kehren jeden Tag Störche auf die Horste zurück. So ist beispielsweise seit gestern in Biestow Dorf das Storchenpaar komplett. Wie das Foto von heute zeigt, scheint dort schon gute Harmonie zu herrschen. Insgesamt gibt es im Landkreis Bad Doberan momentan nur noch zwölf von 62 im Vorjahr besetzten Standorten, von denen bisher noch kein Rückkehrer gemeldet wurde. In neun Fällen sind dies Nester ohne Bruterfolg in 2007. Etwas überraschend ist das bisherige Ausbleiben der Störche am Standort Broderstorf I (Vorjahr: 4 Jungstörche, Ankunftsdaten: 27.3./30.3.). Weiterhin sind bisher trotz letztjährigem Bruterfolg noch unbesetzt: Bröbberow (2007: HPm2) und Moitin (2007: HPm2). Nicht ganz unerwartet ist die Tatsache, dass in Roggow und in Groß Potrems I - dort verunglückte im Vorjahr jeweils ein Altstorch tödlich - bisher nur jeweils ein Storch am Nest ist. Insgesamt sind momentan mindestens 36 Paare bereits komplett. Die Ankunftskarte wurde wieder auf den neuesten Stand gebracht.
Im Nachbar(alt-)kreis Ribnitz-Damgarten sind übrigens bereits mehr als 75 % aller 2007 belegten Storchenhorste von einem Paar besetzt. Das alles sind sehr gute Voraussetzungen für ein überdurchschnittlich erfolgreiches Storchenjahr. Wichtig wäre nun allerdings vor allem, dass weitere Störche eintreffen und auch Nester besetzen, die zuletzt wenig oder gar keinen Bruterfolg hatten. Es sei daran erinnert, dass wir im Landkreis Bad Doberan 2007 mit nur 62 Brutpaaren den seit vielen Jahren niedrigsten Wert erreicht hatten.
In Schmadebeck I ist im Übrigen ein weiterer Ringstorch entdeckt worden, der aber wie die in Rothbeck und Thulendorf I ebenfalls noch nicht abgelesen werden konnte.

Wo sind die ersten Störche in unserer Region zu erwarten?


Mit Ausnahme des Stäbelower Storches, den ich heute beim weiteren Ausbau seines Horstes fotografieren konnte, hat es bisher in unserer Region noch keine Meldungen von Storchen-Ankünften gegeben. Im vergangenen Jahr traf der zweite Storch des Jahres am 20. März am Horst Schmadebeck II ein, am 24. März folgten der erste Storch am Standort Rostock Zoo I und der zweite in Stäbelow. In diesem Jahr ist die Großwetterlage über Mittel- und Südosteuropa ganz offensichtlich ungünstiger, sodass wir noch etwas Geduld aufbringen müssen.
Allerdings gibt es aufgrund der Ankunftsdaten der vergangenen Jahre gute Anhaltspunkte, wo dann die ersten Störche zu erwarten sein werden. Regelmäßig besonders früh besetzt waren unter anderem die Horste Bandelstorf, Broderstorf I u. II, Clausdorf I, Detershagen, Grammow, Hohen Luckow, Lieblingshof, Rostock Zoo I, Schmadebeck I u. II sowie Schwaan II. Im Vergleich zu den bereits reichlich besetzten Horsten in Bayern, Rheinland-Pfalz und auch Teilen Schleswig-Holsteins, zeigt sich einmal mehr, dass der Landkreis Bad Doberan auch in diesem Jahr kein Zielgebiet für "Westzieher" ist (vom Stäbelower Einzelstorch einmal abgesehen).

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