skip to content

Parkentin

Sind Storchenweibchen nicht nachtragend?

Heiligenhagen, 26.5.16

Keine 24 Stunden nach dem schweren Horstkampf in Heiligenhagen, bei dem ein unberingtes Männchen das Nest eroberte und das gesamte Gelege zerstörte, hat das "geschädigte" Weibchen die neue Situation offenkundig akzeptiert. Obwohl sie selbst allem Anschein nach nicht nur im Bereich des Brustkorbs eine blutige Wunde davontrug, sondern zusätzlich eine erhebliche Verletzung am rechten Ständer erlitt und dieses Bein zurzeit nicht aufsetzen mag, scheint sie nicht "nachtragend" zu sein. Ähnliches beobachteten wir zuletzt auch in Redderstorf/RDG, wo das beringte Weibchen ebenfalls das neue Männchen akzeptierte, obwohl ihr Gelege von dem siegreichen Angreifer aus dem Nest geworfen worden war. Da das Weibchen in Heiligenhagen weiter flugfähig ist, können wir nur hoffen, dass ihre Verletzung nicht so schwer wiegend ist und von allein ausheilt.
Unterdessen hat sich unsere Vermutung hinsichtlich des vertriebenen Storchenmännchens DEH HE640 bestätigt. Storchenfreundin A. Hornburg konnte diesen Storch heute Abend in Parkentin auf einer Wiese am Dorfrand identifizieren - dort hatte er im Vorjahr das Nest besetzt.

Auch letzter Parkentiner Jungstorch tot

Jetzt ist auch der letzte Jungstorch in Parkentin tot. Nachdem er Anfang letzter Woche einen Horstkampf scheinbar glimpflich überstanden hatte und bis vor drei Tagen noch sehr agil wirkte, war er seit gestern ganz inaktiv. Die im Rahmen der Tierrettung herbeigerufene Feuerwehr Bad Doberan konnte ihn heute leider nur noch tot bergen. Die genaue Todesursache war nicht feststellbar, doch wurden auch bei ihm (wie schon eine Woche zuvor beim zweiten Jungstorch, der am 4.7. unter dem Nest gefunden wurde) Kopfverletzungen aufgrund fortgesetzter Angriffe von Fremdstörchen festgestellt. Die Altstörche, die zuletzt sehr irritiert wirkten und schon begannen, am anderen Ende des Scheunendaches ein neues Nest zu bauen, sitzen jetzt wieder im nun leeren Storchenhorst. Hoffentlich haben sie im nächsten Jahr mehr Glück!

Storchendramen in Parkentin und Marlow (RDG)


Tot unter dem Nest gefunden - Storchenküken in Parkentin. Foto: B. Becker

Gleich auf zwei dramatische Ereignisse wurden wir heute aufmerksam gemacht. Die OSTSEE-ZEITUNG berichtet in ihrer heutigen Lokalausgabe Ribnitz-Damgarten, dass nach dem vermutlich durch Nahrungsmangel verursachten Tod des Weibchens am Horst Marlow Stadt gestern drei etwa sechs Wochen alte Jungstörche ausgehorstet und in den Vogelpark Marlow gebracht wurden. NABU-Weißstorchbetreuer Hans-Heinrich Zöllick ist bisher nicht einbezogen worden - er wird die näheren Umstände morgen aufzuklären versuchen.

In Parkentin kam heute früh die alarmierende Meldung der Anwohner, dass sie unter dem Nest einen toten Jungstorch entdeckt hätten. Vor Ort zeigte sich, dass der etwa fünf Wochen alte Vogel (beringt DEH HH779) gut ernährt war und nur am Kopf einige Stichverletzungen aufwies. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde er von Fremdstörchen aus dem Nest geworfen oder gestoßen. Die Todesursache dürfte dann der Sturz aus großer Höhe gewesen sein. Seit Tagen ist das Parkentiner Nest heftig umkämpft. Auch heute zeigte sich dort ein Fremdstorch, der allerdings ohne weitere Angriffe von beiden Brutvögeln vertrieben wurde. Erkennbar flog er in Richtung des etwa 5 Kilometer entfernten Rostocker Zoos. Es ist nicht auszuschließen, dass der beringte Storch DEH H3107, im letzten Jahr in Kritzmow Brutstorch, jetzt seit Mai als Nichtbrüter im Zoo Rostock, hier beteiligt war. Nachweisbar sind von ihm Angriffe auf das Brutpaar in Stäbelow 2011, ein sich neu etablierendes Paar in Kritzmow Ende April 2012 sowie ein sehr aggressives Verhalten gegenüber Pflegestörchen auf der Stelzvogelwiese des Rostocker Zoos. Mit Hilfe des Spektivs konnte geklärt werden, dass der letzte verbliebene Jungstorch im Parkentiner Nest zwar ebenfalls eine deutliche, blutige Kopfverletzung aufwies, ansonsten jedoch sehr aktiv und mobil wirkte. Unter diesen Voraussetzungen ist kein menschlicher Eingriff angezeigt, denn beide Brutstörche sind vor Ort und verteidigen Horst und Nachwuchs. Eine Aushorstung des Jungstorchs wäre die falsche Entscheidung, auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Angriffe sich weiter fortsetzen.

Brutverluste und Beringungen

In Bandelstorf ist der Baumhorst leer und verlassen - bis auf zwei Krähen auf einem Ast. 16.6.12. Foto: B. Becker

Auch in diesem Jahr gibt es leider wieder einige Brutverluste, deren Ursachen sich im Nachhinein nicht mehr ergründen lassen. Dazu zählen die Standorte in Petschow und Bandelstorf, wo nachweislich Küken geschlüpft waren. In Bandelstorf wird es damit zum ersten Mal seit 1997 keine ausfliegenden Jungstörche geben.
Das kurze, aber heftige Unwetter, das gestern über unser Betreuungsgebiet zog, scheinen die Störche weitgehend glimpflich überstanden zu haben. Lediglich aus Parkentin wurde heute der Abwurf eines toten Kükens gemeldet. Es sind dort aber noch zwei Jungstörche im Nest.
Während im alten Landkreis Bad Doberan am kommenden Montag eine große Beringungsrunde gefahren wird, haben 26 Jungstörche im Altkreis Ribnitz-Damgarten bereits heute ihre ELSA-Ringe erhalten. Dabei mussten gegenüber dem 31. Mai noch drei Kükenverluste registriert werden. Im Einzelnen wurden beringt:
- Kloster Wulfshagen: 3 Küken
- Altenwillershagen: 3 Küken
- Carlsruhe: 2 (von ursprünglich 4 Küken)
- Forkenbeck: 3 (von ursprünglich 4 Küken)
- Klockenhagen: 4 Küken
- Wiepkenhagen: 3 Küken
- Kavelsdorf: 3 (von ursprünglich 4 Küken)
- Neu Steinhorst: 3 (von ursprünglich 4 Küken)
- Freudenberg Heim: 2 (von ursprünglich 4 Küken)
Bereits am 31. Mai waren 4 Jungstörche in Brünkendorf beringt worden. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass in Carlsruhe und Freudenberg erstmals seit Jahren wieder Jungstörche heranwachsen.

Der jeweils aktuelle Zwischenstand zum (noch vorläufigen) Bruterfolg im Altkreis Bad Doberan ist hier zu finden: hier (Google Maps-Karte)

Jetzt kommen sie!

In der Abenddämmerung in Kritzmow entdeckt: der 1. Storch ist eingetroffen, Foto: B. Becker

Erstmals in diesem Jahr gab es heute einen vergleichsweise starken Einflug von zurückkehrenden Weißstörchen. Das gute Wetter in unserer Region wird dazu beigetragen haben. Es erreichten uns Nachrichten aus:
- Reinshagen, 1. Storch 4.4.
- Schwaan II, 2. Storch 4.4.
- Schmadebeck II, 2. Storch 5.4.
- Vogtshagen, 1. Storch 5.4.
- Kritzmow, 1. Storch 5.4.
- Biestow, 1. Storch 5.4.
- Berendshagen, 1. Storch 5.4.
- Hof Tatschow, 1. Storch 5.4.
- Liepen, 1. Storch 5.4.
- Parkentin, 1. Storch 5.4.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden heute beobachtet: Ehmkenhagen: zwei Störche; Kloster Wulfshagen, Gresenhorst: je ein Storch.
Vielen Dank allen Beobachtern und Meldern!
Erfreulich ist auch, dass sich die Wetterlage voraussichtlich nach Ostern umstellt und dann in Mitteleuropa eine südliche bis südwestliche Luftströmung vorherrschen wird.

Parkentiner Jungstorch von 2008 in der Slowakei abgelesen

... und noch eine interessante Ringfundmeldung. Bereits am 15. Juni 2011 wurde in Zuberec (Slowakei) der inzwischen dreijährige Ringstorch DEH H 8081 lebend in einem Trupp von 14 Störchen (wohl Nichtbrüter) abgelesen. Er war am 11. Juli 2008 der erste Jungstorch seit fast 20 Jahren, der in einem Nest im Landkreis Bad Doberan beringt wurde. Seine Mutter ist Hiddensee L 864, Brutstörchin in Parkentin von 2006 bis 2009.

Foto: Slovakian Bird Ringing Center

Foto vom 11.7.2008 mit Hans-Heinrich Zöllick (Parkentin, Reetdachscheune)

Rostocker Jungstorch von 2007 in Lübben abgelesen

Fotos (2): S. Herold, Lübben

In den letzten Tagen erreichte uns eine sehr interessante Information der Beringungszentrale Hiddensee. In Lübben/Spreewald wurde am 17. August auf einer neu aufgestellten Nisthilfe – zusammen mit einem zweiten Storch – der Ringstorch DEH H 5530 abgelesen. Dieser Storch wurde am 21. Juni 2007 nestjung als einer von vier Jungstörchen des wild lebenden Storchenpaares auf der Bärenburg des Rostocker Zoos beringt. Inzwischen vierjährig gelang nun erstmals eine Ablesung – 272 Kilometer von seinem Geburtsnest entfernt. In diesem Jahr hat er oder sie noch nicht gebrütet, vielleicht wird es im kommenden Jahr etwas.
Der eine oder andere Leser mag es schon bemerkt haben – seit kurzem haben wir eine neue Rubrik "Unsere Ringstörche". Hier sind alle Daten zu beringten (Alt-)Störchen mit dauerhafter Horstbindung zusammengetragen, die seit 2007 im Landkreis Bad Doberan, in der Hansestadt Rostock und im Altkreis Ribnitz-Damgarten abgelesen worden sind. In der zurück liegenden Storchensaison 2011 waren es insgesamt 15, zehn im Landkreis Bad Doberan und fünf im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Demnächst werden hier auch diejenigen Störche zu finden sein, die hier beringt wurden, sich jedoch außerhalb unseres Betreuungsgebietes niedergelassen haben.
Nach der jüngsten Kreisreform vom 4. September 2011 gehört der bisherige Landkreis Bad Doberan übrigens zusammen mit dem ehemaligen Landkreis Güstrow zum neuen Landkreis Rostock, während der Altkreis Ribnitz-Damgarten Bestandteil des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen geworden ist.
In der vergangenen Woche sind im Raum Parkentin / Elmenhorst / Rethwisch noch einzelne Störche gesehen worden. Die bisher letzten Beobachtungen (je zwei Weißstörche) stammen vom 20. und 21. September aus der Conventer Niederung.

Spätbruten mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten


Dieses Storchenpaar in Kritzmow (im Vordergrund der männliche Ringstorch DEH H 3107, beringt 2004 in Holthusen bei Schwerin) wird in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Nachwuchs bleiben. Der Schlupf der Küken ist seit mehr als zwei Wochen überfällig.

Wie schon im Vorjahr, so beschäftigen uns auch in diesem Jahr etliche Spätbruten, deren Erfolgsaussichten auch jetzt noch nicht überall klar sind. Als Spätbruten können die Gelege von Paaren bewertet werden, die erst ab dem 25. April dauerhaft zusammenfanden. Momentan sind sieben derartige Gelege unter Beobachtung:
- Bröbberow: Paarbildung 25.4., es wird immer noch gebrütet, vermutlich "taube" Eier
- Kritzmow: Paarbildung 27.4., gleiche Situation
- Bentwisch: Paarbildung 27.4.: vermutlich noch sehr kleine Küken im Nest, Anzahl noch unbekannt
- Benitz: Paarbildung 2.5., ein oder zwei Jungstörche, etwa 2-3 Wochen alt, wurden heute bereits allein gelassen
- Reinshagen: Paarbildung 7.5., Nachgelege, vermutlich ein Jungstorch, etwa zehn Tage alt
- Parkentin: Paarbildung 21.5., Endphase der Brut (?)
- Schwaan I: Paarbildung 16.4., jedoch Nachgelege oder neues Paar ab etwa 23.5., vermutlich sehr kleine Küken im Nest; Anzahl noch unbekannt
Im Vorjahr waren die Verhältnisse so, dass mit einer Ausnahme sämtliche Spätbruten erfolgreich endeten. Da das eher die Ausnahme ist, wäre es in diesem Jahr schon ein Erfolg, wenn zumindest die Mehrheit der Paare Nachwuchs durchbringen würden.
Auch in anderen Regionen wie etwa in der Prignitz wurde bei etlichen Storchenpaaren eine Tendenz in Richtung eines sehr späten Brutbeginns festgestellt. Ob dies aber gleichbedeutend ist mit einem generell veränderten Verhalten der Störche oder doch nur eine vorübergehende Erscheinung darstellt, bleibt abzuwarten.

Die ersten Küken sind zu sehen

Foto: B. Becker
Diese beiden Storchenküken in Rederank sind die ersten, die wir dieses Jahr zu Gesicht bekommen haben. Beide Altstörche waren bereits am 29. März am Horst und haben wenige Tage später mit der Brut begonnen. Die Anwohner beobachteten, dass gestern noch vier Jungstörche im Horst waren. Allerdings scheint der kleinste Storch von einem Altvogel verschlungen worden zu sein (Chronismus ist bei Störchen häufiger anzutreffen). Einen weiteren Jungstorch, vermutlich den drittgrößten, fanden wir heute lebend unter dem Horst. Sein Sturz scheint durch Büsche abgefangen worden zu sein. Jedenfalls wies er keine erkennbaren äußeren Verletzungen auf und wirkte auch ansonsten sehr agil. Er wurde in die Tierklinik Rostock gebracht, von wo er - wenn alles gut geht - zur weiteren Pflege und Aufzucht in den Zoo Rostock kommen soll. Später, nach dem Flüggewerden, wäre dann die Auswilderung geplant. Wir drücken ihm alle Daumen!

Auch in Clausdorf scheint die Brut erfolgreich gewesen zu sein. Jedenfalls stand heute ein Altstorch am Nestrand und spendete Schatten in Richtung Nestmitte. Es dürften keine zu bebrütenden Eier mehr in der Nestmulde liegen. Gute Nachrichten gibt es auch aus Parkentin, wo heute zwei Störche auf dem Horst angetroffen wurden. In Kritzmow war heute ein Altstorch sehr intensiv mit dem Nestinhalt beschäftigt, auf den er sich danach sehr vorsichtig wieder niedersetzte - es sieht nach einer sehr spät begonnenen Brut aus. Aus Reinshagen erreichte uns die Nachricht, dass dort seit dem 19. Mai ein zweites Gelege bebrütet werden soll.

Ungewöhnliches "Storchenpaar" in Steffenshagen


Fotos (2): B. Thielke

Äußerst Ungewöhnliches ereignet sich momentan in Steffenshagen, wo seit Jahren keine Weißstörche mehr Horstbindung entwickelt haben: ein unberingter Altstorch hat sich seit Tagen häuslich auf dem Horst in der Baumstraße niedergelassen. Anfang Oktober sollte er eigentlich längst in südlicheren Gefilden sein. Besonders kurios - auf dem Horst steht seit längerem ein Plastikstorch, den die Anwohner dort hineingestellt hatten. Es hat den Anschein, als ob der "wahrhaftige" Storch von seinem unechten Pendant angelockt worden ist. Zumindest denkbar ist, dass es sich um das gleiche Exemplar handelt, das Mitte September bei Parkentin während der Nahrungssuche fotografiert worden ist. Sollte es sich um einen "Westzieher" handeln, könnte er es vor dem Winter noch problemlos bis in die südwesteuropäischen Überwinterungsquartiere schaffen.

Ein zurück gebliebener Jungstorch?

Dieses Foto vom 16.9. (J. Engfer) zeigt einen offenkundig noch nicht in den Süden aufgebrochenen Storch auf Nahrungssuche zwischen Parkentin und Bartenshagen. Nach Einschätzung des Beobachters handelt es sich um einen unberingten Jungstorch. Eine Zuordnung zu einem bestimmten Horst ist daher unmöglich.Noch ist das Nahrungsangebot reichlich, doch im Laufe der nächsten Wochen sollte der Nachzügler sich auf den Weg machen.
Inzwischen haben wir auch erfahren, dass der sehr spät geschlüpfte Jungstorch in Kirch Mulsow letztmalig am 5. September am Horst gesehen wurde. Das beringte Weibchen ist bereits zehn Tage früher auf den Zug gegangen. In einem Alter von drei Jahren fehlte ihr offensichtlich noch die Bruterfahrung, um den Junior bis zum Ende zu versorgen - zum Glück sprang der unberingte "Vater Storch" in die Bresche, denn er blieb bis zum Schluss bei seinem Sprössling.

Zeitungsartikel in den NNN

Heute erschien in den "Norddeutschen Neuesten Nachrichten" ein längerer Artikel über die laufende Storchensaison im Landkreis Bad Doberan. Im Mittelpunkt stand dabei das Nest in Fienstorf.
In Biestow Dorf wurde heute das erste tote Storchenküken unter dem Horst gefunden. Es sind aber noch Küken im Nest. Mit weiteren Abwürfen und toten Küken ist in den kommenden Wochen in jedem Fall zu rechnen. Ungünstige Witterung, Nahrungsmangel oder Krankheiten sind dann fast immer die Ursachen.

Nachtrag:

Foto: U. Lucke
Hat das Warten auf den 2. Storch in Parkentin doch noch ein Ende gefunden? Anwohnerin U. Lucke informierte uns, dass heute am späten Nachmittag erstmals in diesem Jahr ein zweiter Storch auf dem Weichdachhorst stand (und schickte dankenswerter Weise gleich ein Foto mit). Noch ist nicht geklärt, ob es sich um die Brutstörchin der Vorjahre, DEH L 864, oder um eine neue Störchin handelt. In jedem Fall hoffen wir natürlich, dass das Paar zusammen bleibt.

Wenig Neues im Westen

Dieses Storchenpaar in Gerdshagen hat bisher als letztes im Landkreis seinen Horst bezogen, seit dem 6. Mai ist das Paar komplett. Bald nach dem Foto, das ich gestern Abend aufgenommen habe, flogen sie davon. Ob sie überhaupt noch mit einer Brut beginnen, ist sehr fraglich. Dafür bot sich mir in zahlreichen anderen Nestern im westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan ein zufrieden stellendes Bild. In den von Paaren besetzten Nestern saß überall ein Storch im Nest und huderte die in den letzten Tagen geschlüpften Jungstörche bzw. brütete noch. Das gilt übrigens auch für Niendorf, wo ich einen Altvogel beim Eierwenden beobachten konnte. Nirgends wurde von Eiabwürfen oder Partnerwechseln berichtet. In Kröpelin entwickeln sich die Störche zu wahren Müllsammlern (Absperrbänder, Müllsäche etc.). Das ist für sie auch nicht schwer, denn das Nest befindet sich auf einem Grundstück der Recycling-Firma Nehlsen. Hoffentlich bleibt es dabei, dass dieses Material nur am Nestrand verbaut wird, denn ansonsten könnte es zu Schwierigkeiten beim Wasserabfluss kommen. Leider unverändert ist die Situation in Parkentin und in Biendorf. Hier wartet jeweils ein einzelner Storch auf den Partner/die Partnerin, der/die einfach nicht kommen will. An beiden Nestern hat es in den letzten Tagen Versuche fremder Störche gegeben, Fuß zu fassen, doch wurden sie jeweils vom Einzelstorch vertrieben. Da das Solistendasein inzwischen schon mehrere Wochen anhält, gehe ich davon aus, dass es in beiden Fällen Brutstörche des Vorjahres mit entsprechend ausgeprägter Horstbindung sind. Es kann durchaus sein, dass sie in nächster Zeit doch noch einen - dann neuen - Partner bzw. eine Partnerin auf den Horst lassen. Das Beispiel Schmadebeck I aus dem Vorjahr zeigt aber, dass der jetzige Zustand die ganze Saison über anhalten kann. Es mag trösten, dass sich in Schmadebeck I in diesem Jahr bereits Anfang April wieder ein Paar eingestellt hat, das auch zuverlässig gebrütet hat.

Kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte

Mit nochmals 23 Litern Niederschlag/Quardratmeter (in Rostock-Warnemünde) ging gestern eine ausgesprochen kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte zu Ende. Insgesamt waren die beiden letzten Wochen auch in unserer Region gegenüber den langjährigen Durchschnittswerten deutlich zu kühl, und es fiel erheblich mehr Niederschlag als üblich. Da wir gleichzeitig davon ausgehen können, dass in der Mehrzahl der Storchennester mittlerweile die erste Jungstörche geschlüpft sind, stellt sich die Frage, welche Folgen die feucht-kalte Witterung für den Storchen-Nachwuchs haben könnte. Auf der einen Seite sollte das Nahrungsangebot - in der ersten Nestlingsphase werden vor allem Regenwürmer benötigt - momentan überdurchschnittlich gut sein. Die vielen Niederschläge sind hier eher vorteilhaft gewesen, und mit einer Austrocknung der Böden ist auch erst einmal nicht zu rechnen. Auf der anderen Seite sind die Jungstörche überall noch so klein, dass sie von den Altvögeln durch Hudern geschützt werden können. Dennoch gibt es Gefahren für den Nachwuchs, wenn die Böden der Nester nicht durchlässig genug sind, um die großen Regenmengen abfließen zu lassen (die Folge wäre Staunässe mit anschließender Unterkühlung) oder wenn die Altvögel nicht genügend Nestpflege betreiben (insbesondere Austausch von weichem Nistmaterial). Letzteres trifft vor allem auf junge, in der Brutpflege noch unerfahrene Vögel zu. Es ist also, wie in jedem Jahr, durchaus mit Verlusten zu rechnen, doch sollten diese nicht schlimmer sein als in anderen Jahren. Bisher gingen bei uns noch keine Informationen über tote/abgeworfene Storchenküken ein. Wesentlich ungünstiger wäre ähnlich kühles Wetter mit lang anhaltenden Niederschlägen in etwa zwei bis drei Wochen, wenn die Jungen von den Elterntieren nicht mehr hinreichend geschützt werden können und selbst noch kein ausreichend ausgebildetes Gefieder besitzen.
Auch ansonsten erreichten uns in den letzten Tagen kaum Neuigkeiten. In Parkentin wartet der (vermutlich männliche) Einzelstorch immer noch auf seine Partnerin (Hiddensee L 864). Langsam aber sicher müssen wir davon ausgehen, dass ihr während des Winters doch etwas zugestoßen ist. Allerdings zeigt das Beispiel des Senderstorchs "Loius Henri", der am 12. Mai erst in Rumänien war, dass immer noch Störche auf dem Zugweg sind. Vielleicht ist auch die Parkentiner Störchin dabei?

56 Horstpaare sind komplett


Noch müssen die Altstörche nur sich selbst versorgen - wie hier in Klingendorf, aus dem Auto heraus aufgenommen - doch wird es nun sehr bald anstrengender, denn die Jungen beginnen vielerorts zu schlüpfen.

Die große Rundfahrt zu den meisten Storchennestern unseres Landkreises hat am vergangenen Samstag einen guten Überblick über die aktuelle Situation verschafft (im Fotoalbum gibt es dazu viele Bilder). Anders als Storchenbetreuer in einigen anderen Landkreisen habe ich überwiegend positive Beobachtungen machen können. Ich gehe momentan davon aus, dass in 50 bis 53 von mittlerweile 56 komplett besetzten Nestern gebrütet wird. Das sind immerhin zwei bis fünf brütende Paare mehr als im Vorjahr. Damals begann ein erheblicher Teil der Paare nach später Rückkehr erst gar nicht mehr mit der Brut. Zu den positiven Entdeckungen der Tour zählen die Paare in Hof Tatschow (zuletzt 2004 von Störchen besetzt) und Groß Potrems I (seit dem 27. April ist ein Paar am Horst). Spät besetzt wurden jetzt auch noch die Horste in Gerdshagen, Groß Lüsewitz und Thelkow. Demgegenüber ist das Nest in Rukieten (in den Vorjahren immer mit erfolgreicher Brut) seit Anfang Mai leer. Zuvor war ein Einzelstorch über fünf Wochen am Nest, ein zweiter blieb immer nur kurze Zeit. Am 2. Mai kämpften dann vier Störche um den Horst, der danach verlassen blieb. Allerdings entdeckte ich im Nachbarort Mistorf (Landkreis Güstrow) ein Storchenpaar in einem seit 2005 nicht mehr besetzt gewesenen Nest. Entweder gab es eine Umsiedlung oder die Mistorfer betrachten das Nest in Rukieten als zu ihrem Revier gehörig und vertreiben dort mögliche Rivalen um die Nahrungsflächen. In Göldenitz/Amt Schwaan ist seit dem 15. April ein einzelner Storch am Horst, der alle anderen Störche zurückweist. Ebenfalls nur Einzelstörche gibt es nach letztem Stand leider immer noch nur in Parkentin und Biendorf. Auffällig war, dass an der Mehrzahl der von mir aufgesuchten Nester zwei Störche anwesend waren. Sie hatten dazu offenbar Zeit, sodass es momentan möglicherweise ein recht gutes Nahrungsangebot gibt. Feucht genug müsste es nach den Regenfällen der ersten Mai-Dekade auf jeden Fall sein. Wir dürfen gespannt sein, wie viele Jungstörche die kritischen ersten 14 Tage überstehen werden. Erste Beobachtungen des (früh geschlüpften) Storchennachwuchses sollten Ende des Monats möglich sein.

43 Storchenpaare im Landkreis Bad Doberan komplett

Nachdem am 15. April nochmals mehrere Störche zurückgemeldet wurden (1. Storch Parkentin, 2. Storch Reinshagen, 2. Storch Kirch Mulsow), hat sich die Anzahl der im Landkreis Bad Doberan bisher als vollständig gemeldeten Horstpaare auf 43 erhöht. Das sind immer noch neun mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, aber auch sechs weniger als 2008. Es bleibt also weiter spannend! Wird es wieder so viele Spätankünfte wie 2009 geben? Damals trafen nach dem 15. April noch 44 Störche ein, die anschließend Horstbindung entwickelten, und die Anzahl der Horstpaare erhöhte sich noch auf 58. Auch jetzt gibt es Hinweise, die darauf hoffen lassen, dass wir noch mit etlichen Spätrückkehrern rechnen können. So befand sich Südafrika-Überwinterer und Loburg-Senderstorch "Albert von Lotto" am 15. April noch in Syrien, und "Louis Henri", der bis in den März hinein ebenfalls in Südafrika gewesen war, dürfte zum gleichen Zeitpunkt ähnlich weit gekommen sein. Beide werden kaum vor Anfang Mai in Deutschland eintreffen, und sie werden in Gesellschaft anderer Südafrika-Überwinterer sein. In unserer Region führt eine so späte Rückkehr leider nur noch in Ausnahmefällen zu einer erfolgreichen Brut.
Einige unserer Störche sind bekannt für ihre regelmäßig sehr späten Ankunftsdaten. Dazu zählen etwa die Paare in Biendorf und Zarnewanz sowie die beringte Parkentiner Störchin. Ebenso registrieren wir Neu- oder Wiederbesiedlungen zumeist erst ab der 2. April-Hälfte. Am überraschendsten ist bisher in negativer Hinsicht die Tatsache, dass das Nest in Kröpelin - abgesehen von einem Horstbesucher am 3. April - bisher noch ganz leer ist. Im Vorjahr war das Kröpeliner Paar das einzige, das schon im März komplett war, und auch in den Jahren davor war der Standort immer sehr früh besetzt. Allerdings haben die Kröpeliner Störche 2009 schlechte Erfahrungen gemacht, denn der gesamte, schon ziemlich große Nachwuchs verendete Mitte Juni. Natürlich hoffen wir zusammen mit den Anwohnern noch auf späte Rückkehrer, und wir werden auch Nistangebote der näheren Umgebung noch genau überprüfen, denn auch eine Umsiedlung ist vorstellbar.

Ein "alter Bekannter" ist zurück in Heiligenhagen

Ein alter Bekannter ist dieser Storch in Heiligenhagen - er ist zwar nicht beringt, doch fällt er seit 2008 durch seine ungewöhnliche Wölbung auf dem Kopf auf. Da auch der regelmäßig sein Spiegelbild attackierende Storch in Hohen Schwarfs seit Ende März wieder zurück ist, fehlt von den fünf identifizierbaren Störchen im Landkreis Bad Doberan nur noch die Ringstörchin "DEH L 864" in Parkentin. Nachdem sie schon mehrfach erst Ende April eintraf und dann als letzte im Landkreis eine erfolgreiche Brut begann, ist auch in diesem Jahr wieder Geduld gefragt.
Mittlerweile sind nach den eingegangenen Meldungen im Landkreis Bad Doberan 35 Paare komplett, hinzu kommen noch 16 Einzelstörche (wobei bei einigen die Horstbindung noch nicht sicher ist). Innerhalb der nächsten zwei bis maximal drei Wochen besteht jetzt noch die Chance, dass sich Brutpaare bilden, die dann auch noch erfolgreich Junge aufziehen. Die "Ankunftskarte" ist wieder aktualisiert worden, ebenso die für den benachbarten "Altkreis Ribnitz-Damgarten". Allen Storchenfreunden, die uns bisher mit Nachrichten unterstützt haben, nochmals ein herzliches Dankeschön!

Auf wen wir warten... (3)

Diese Störchin hat seit 2006 bereits vier Mal erfolgreich auf dem einzigen Weichdachhorst unserer Region, in Parkentin, gebrütet. Sie wurde 2001 in Beese (Sachsen-Anhalt) beringt und trägt unten links einen Metall-Ring der Beringungszentrale Hiddensee mit der Nummer "L 864". In den Jahren 2007 und 2008 kam sie erst sehr spät, Ende April/Anfang Mai aus dem Winterquartier zurück. Dabei musste sie 2008 eine andere Störchin aus dem Nest vertreiben. Vielleicht hatte sie zuvor sehr weit im Süden Afrikas überwintert? Im vergangenen Jahr traf sie dagegen schon am 9. April, zwei Tage nach ihrem Partner, ein. Der Bruterfolg in Parkentin war in den letzten Jahren leider nur sehr mäßig. Während 2006 immerhin noch zwei Junge groß wurden, war es danach immer nur ein Jungtier. 2008 und 2009 ist in Parkentin jeweils beringt worden. Vielleicht erfahren wir ja in einigen Jahren einmal etwas von diesen Störchen. Wenn "L 864" auch in diesem Jahr zurückkehrt, wäre sie bereits neunjährig, und es wäre ihre fünfte Brutsaison im Parkentiner Horst, an den sie sicher eine sehr starke Bindung hat.

Offenbar sind inzwischen auch im Horst Rostock Zoo I (auf der Eisbärenburg) zwei Störche eingetroffen. Ich sah sie heute im Vorbeifahren von der Straße aus in ziemlicher Entfernung - das geht wegen der noch fehlenden Vegetation im Moment noch. Ich vermute einen Zusammenhang mit einer Beobachtung, die mein Sohn Jannik zusammen mit seinen Schulfreunden Lennart und Lukas gestern gemacht hat. Am Nachmittag entdeckten sie am Rande von Biestow Ausbau gleich vier Störche auf Nahrungssuche. Möglicherweise ist also noch ein weiteres Nest in der näheren Umgebung besetzt. Wir werden recherchieren! In jedem Fall ist davon auszugehen, dass die bisher eingetroffenen Störche Westzieher sind. Die ersten Ostzieher dürften unsere Region in der kommenden Woche erreichen. Dann fängt die Storchensaison richtig an! Zum Glück gibt es jetzt auch hier bei uns endlich frühlingshaftes Wetter.

Das Ende der Storchensaison ist nah

Dieser Jungstorch, den Gunda Vogel am 18. August noch in seinem Fienstorfer Horst fotografierte, gehört wohl zu den letzten, die dieser Tage den gefährlichen Weg in den Süden antreten. Kurz zuvor hatte er sich sogar noch einmal von seinen Eltern füttern lassen. Weitere Sichtungen gab es vorgestern - 21. August - in Parkentin (zwei Altstörche abends auf dem Horst) und gestern in Reinshagen (die beide beringten Jungstörche standen im Nest).
Am vergangenen Samstag, 15. August, haben zwei Beobachter gleich 27 (!) Störche an der Straße zwischen Ziesendorf und Schwaan entdeckt, während dort ein Weizenstoppelfeld umgepflügt wurde. Leider erfuhr ich davon erst einige Tage später, da war die Gemeinschaft in der Gegend nicht mehr aufzuspüren. Die Zusammensetzung dieses Storchentrupps hätte mich in jedem Fall sehr interessiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden auch von uns beringte Jungstörche darunter gewesen sein. Ganz in der Nähe waren innerhalb von wenigen Tagen gleich mehrfach Ansammlungen zwischen acht und 15 Störchen gesichtet worden.
Das Gros der Jung- wie der Altstörche dürfte unsere Region inzwischen ebenfalls verlassen haben. In Rukieten etwa - wo Anwohner genau aufgepasst haben - ist der letzte Storch bereits am 13. August gesehen worden. Der Storchenhof Loburg hat am Freitag von einem der dort besenderten Störche bereits Positionsdaten aus Südpolen erhalten.
Leider gab es im benachbarten Landkreis Nordvorpommern auch noch wieder Unglücksfälle: am Ortsrand von Neuenlübke erlitt ein inzwischen sezierter Altstorch an einer Mittelspannungsleitung einen tödlichen Stromschlag und in Wiepkenhagen ist offenbar ein Altstorch in unmittelbarer Horstnähe Opfer des Straßenverkehrs geworden. Darüber hinaus musste ein Jungstorch aus Kuhlrade mit Flügelverletzungen in den Vogelpark Marlow gebracht werden.

41 Jungstörche beringt

Wie hier in Moitin sind am heutigen Dienstag in der ersten großen Beringungsaktion in unserem Landkreis seit 1988 in 17 Horsten insgesamt 41 Jungstörche beringt worden. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Standorte:

- Albertsdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Broderstorf I: 2 Jungstörche, davon einer deutlich kleiner
- Thulendorf: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Wendfeld: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Niekrenz: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Cammin: 3 Jungstörche, davon zwei sehr kräftig und einer gut entwickelt
- Göldenitz/Dummerstorf: 1 noch recht kleiner Jungstorch (dazu befand sich ein nicht ausgebrütetes Ei im Horst)
- Pankelow: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Groß Potrems I: 1 mittelmäßig großer und ein sehr kleiner Jungstorch (letzterer ist noch ein Sorgenkind)
- Rukieten: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan II: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan I: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Moitin: 2 große, kräftige Jungstörche
- Schmadebeck II: 3 Jungstörche, davon 2 gut entwickelt und einer deutlich kleiner
- Clausdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Stäbelow: 3 gut entwickelte Jungstörche; Anwohner meldeten, dass einer der Altstörche unten rechts beringt ist
- Parkentin: 1 gut entwickelter Jungstorch (zuvor gab es 2 Abwürfe)

An mehreren Standorten wurde die vorher vermutete Anzahl an Jungstörchen erfreulicher Weise übertroffen, der Durchschnittswert liegt bei 2,41 Jungstörchen pro erfolgreichem Brutpaar. Die erlebnisreiche Beringungsaktion, über die wir in den nächsten Tagen noch ausführlicher und vor allem mit vielen Fotos berichten werden, wird am 7. Juli (mit jetzt noch zu kleinen Storchenküken) fortgesetzt.

Gleich zwei Ringstörche identifiziert

Am Wochenende gelang gleich bei zwei Ringstörchen eine Identifizierung - es sind "gute Bekannte". Die oben im Bild befindliche Brutstörchin "Hiddensee KA 3528" ist bereits 15 Jahre alt und zieht in Wendfeld wie im Vorjahr drei Jungstörche groß. Ebenfalls um einen weiblichen Vogel handelt es sich bei diesem Storch (im Bild unten), der 2001 in Sachsen-Anhalt mit der Ringnummer "Hiddensee L 864" beringt wurde und in Parkentin bereits zum vierten Mal seit 2006 erfolgreich gebrütet hat.

Jungstörche konnten jetzt auch in Neu Thulendorf (zwei), Cammin (drei) und Reinshagen (mindestens einer) nachgewiesen werden, in Schmadebeck II zeigte sich noch ein dritter Jungstorch. Die Bruterfolgskarte ist aktualisiert worden.

Die Jungstörche zeigen sich


Zwei Jungstörche sind am 2. Juni in Fienstorf zu erkennen, Foto: G. Vogel

Nachdem mit dem heutigen Regentag erst einmal das Schlimmste in wettertechnischer Hinsicht überstanden sein sollte, ist es Zeit für die ersten Fotos der diesjährigen Jungstörche, die nun in vielen Nestern beobachtet werden können. Im Fotoalbum gibt es zahlreiche Fotos vom Wochenende (von den Storchennestern Broderstorf I, Broderstorf II, Bröbberow, Clausdorf, Fienstorf, Göldenitz/Dummerstorf, Hohen Luckow, Lieblingshof, Niekrenz, Pankelow und Parkentin).
Außerdem gibt es einige Neuigkeiten zu vermelden. Durch einen Übermittlungsfehler wurde erst jetzt bekannt, dass nach dreijähriger Pause auch in Groß Bölkow wieder ein Storchenpaar ansässig geworden ist. Obwohl es bereits seit dem 13. April komplett ist, hat es keine Brut gegeben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Horstpaare auf (vorläufig) 58, nur noch eines weniger als im Vorjahr.
In Detershagen, wo es im Vorjahr vier Jungstörche gab, sieht es dieses Mal leider wesentlich ungünstiger aus. Mitte Mai eroberte ein Fremdstorch (möglicherweise ein verspäteter Brutstorch des Vorjahres) in einer blutigen Auseinandersetzung das dortige Nest und warf mehrere Eier ab. Da in Detershagen laut Anwohnerbericht auch jetzt noch kontinuierlich ein Storch auf dem Horst sitzt, gehen wir momentan von einem späten Nachgelege nach Partner- oder Paarwechsel aus.
Gar keinen Nachwuchs wird es mit großer Wahrscheinlichkeit in Göldenitz bei Schwaan geben. Bei mehreren Besuchen vor Ort wirkte der Horst in den letzten Tagen stets verlassen.

Ein paar erfreuliche Neuigkeiten

Große Überraschung in Groß Potrems II - dieser Storch hält seit einer Woche dem letztmalig vor fünf Jahren besetzten Horst die Treue. Nach Anwohnerberichten gibt es sogar einen Konkurrenten, mit dem es regelmäßig zu Auseinandersetzungen um den Horst kommt. Die Unterlage ist in jedem Fall noch in Ordnung, das Nest selbst durch den Leerstand der letzten Jahre nur noch ein Fragment, aus dem ein ansiedlungswilliger Storch allerdings sehr wohl ein passables Storchennest machen könnte.
Die Entdeckung dieses Wiederbesiedlungsversuchs gelang im Rahmen mehrerer ausgedehnter Erkundungsfahrten, die Hans-Heinrich Zöllick (samt Begleitern) und ich in den letzten drei Tagen unternommen haben. Dabei gab es weitere erfreuliche Entdeckungen: in Zarnewanz ist bereits seit längerem ein zweiter Storch am Horst, das Paar brütet aber nicht. Auch in Kirch Mulsow war am Samstag ein Paar im Nest, hier müssen noch weitere Erkundigungen eingezogen werden. Auch die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Bruten nimmt erfreulicherweise von Tag zu Tag zu. So konnte zusätzlich zu den schon bekannten Standorten Nachwuchs auch in den Storchenhorsten Stäbelow (mindestens zwei Junge), Clausdorf, Rederank (mindestens drei Junge), Parkentin und Moitin festgestellt werden. In Thelkow und sehr wahrscheinlich auch in Pankelow wird es dagegen in diesem Jahr keine Jungstörche geben.
Durch die doch recht zahlreichen Ankünfte im Mai hat sich die Anzahl der Horstpaare in unserem Landkreis mittlerweile auf 54 erhöht, das ist jetzt noch ein Minus von fünf Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen noch fünf bis sechs Einzelstörche, die ihr Nest allein besetzt halten. Von diesen 54 Horstpaaren werden mindestens neun keinen Bruterfolg haben, in den übrigen Nestern besteht momentan noch Hoffnung.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal aktuelle Fotos aus Groß Potrems I, Klingendorf, Kowalz, Stäbelow und Clausdorf.

Vielerorts ruhiges Brutgeschäft


Weite Wiesen prägen die Landschaft vor dem Biendorfer Storchennest (es befindet sich auf dem Mast in der Hintergrund-Mitte)

Zwei Kontrollfahrten in den westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan erbrachten in den vergangenen Tagen den Eindruck, dass in den meisten der dort besetzten Horste ruhig gebrütet wird. Ausnahmen stellen lediglich Ziesendorf, Wischuer und Schmadebeck I dar. Hier wird es in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Storchennachwuchs geben. Demgegenüber scheint das Paar in Bröbberow doch noch mit dem Brutgeschäft begonnen zu haben. Auch aus Klein Grenz gibt es Positives zu vermelden. Erstmals seit vielen Jahren wird dort jetzt von einem Storchenpaar am Horst gebaut. Ob es noch zu einem Brutversuch kommt, erscheint indes mehr als fraglich. Aus Pastow erreichte uns die Nachricht, dass dort seit dem 8. Mai ein Storch am Horst ist (im Vorjahr war der Standort unbesetzt). Aktuelle Fotos gibt es - wie immer im Fotoalbum - dieses Mal aus Biendorf, Moitin und Parkentin.

Frische Storchenliebe in Parkentin


Frisch verliebtes Storchenpaar in Parkentin

Anders als in den Vorjahren ist das Parkentiner Storchenpaar in diesem Jahr schon zeitig zusammen. Gestern traf die Störchin ein. Ob es "Hi L 864", der Brutvogel der vergangenen Jahre ist, steht noch nicht fest. In jedem Fall gingen die beiden sofort sehr vertraut miteinander um. Wir werden uns um die Auflösung kümmern.
Es gibt eine ganze Menge weiterer Rückkehrer zu vermelden (aus Rederank, Schmadebeck II, Cammin, Tessin, Göldenitz/Amt Schwaan, Bandelstorf, Benitz und Hohen Schwarfs). Alle Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte.

Etwa die Hälfte der Störche ist bereits eingetroffen


In Griebnitz traf der erste Storch gestern ein - diese Aufnahme von heute machte S. Orts.

Seit vorgestern hat sich die Anzahl der zurückgekehrten und uns bekannt gewordenen Störche um neun erhöht. Damit ist jetzt ziemlich genau die Hälfte der 128 Störche wieder da, die im Vorjahr in unserer Region Horstbindung hatten. Grob gerechnet ist ein Drittel der Nester bereits komplett besetzt, während ein weiteres Drittel mit einem Storch belegt und das dritte Drittel noch ganz unbesetzt ist. Im Einzelnen wurden zurückgemeldet:

- Clausdorf: 2. Storch am 1.4.
- Schwaan II: 2. Storch am 3.4.
- Groß Lüsewitz: 1. Storch am 1.4. und 2. Storch am 8.4.
- Parkentin: 1. Storch am 7.4.
- Griebnitz: 1. Storch am 7.4.
- Biendorf: 1. Storch am 7.4.
- Petschow: 1. Storch am 7.4.
- Fienstorf: 2. Storch am 7.4.

Die Gesamtverteilung ist am besten über unsere aktualisierte Ankunftskarte zu erkennen.

Zweiter Storch im Altkreis Ribnitz-Damgarten zurück

Heute erhielten wir die Nachricht, dass bereits seit dem 18. März in Bookhorst ein Storch am Horst ist - der zweite in unserem Nachbaraltkreis Ribnitz-Damgarten. Näheres ist noch nicht bekannt, doch war das im Zoo Rheine beringte Weibchen Helgoland T 716 im letzten Jahr auch Anfang März in Bookhorst, bevor es dann nach Freudenberg umzog. Ein später folgendes Paar blieb nicht lange in Bookhorst, das damit 2008 keine erfolgreiche Storchensaison hatte. Mein Verdacht ist natürlich, dass jetzt wieder die seit Jahren bekannte Ringstörchin T 716 zurückgekehrt ist. Aufgrund ihrer Herkunft (Nordrhein-Westfalen) kann sie mit ziemlicher Sicherheit zu den Westziehern gerechnet werden. Aus dem Landkreis Bad Doberan gibt es nach wie vor noch keine (dauerhafte) Rückmeldung. Allerdings ist heute nördlich von Parkentin zweifelsfrei ein Storch auf einer Wiese gesehen worden.

Erste Beringung eines Jungstorchs im Landkreis Bad Doberan seit 1988!


Hans-Heinrich Zöllick gibt aufmerksamen Kindern Erläuterungen zu dem frisch beringten Parkentiner Jungstorch

Genau 20 Jahre nach der letzen Beringung eines Jungstorchs im heutigen Landkreis Bad Doberan am 6. Juli 1988 in Hohen Luckow wurde am Freitag in Parkentin erstmals wieder ein Jungstorch mit einem Ring der Beringungszentrale Hiddensee versehen. Der etwa fünf Wochen alte Jungstorch wurde aus dem Nest auf der reetgedeckten Scheune der Familie Schuldt geholt und mit dem Hiddensee-Ring Hi H 8081 beringt. Nachdem sein Gesundheitszustand geprüft und für gut befunden wurde, ging der Weg wieder hoch in das Nest. Weitere Fotos zu dieser von vielen Schaulustigen begleiteten Aktion gibt es im Fotoalbum.
Dieser Einsatz soll den Auftakt für eine umfangreichere Wiederaufnahme der Beringung von Weißstorchnestlingen in unserem Landkreis ab dem kommenden Jahr bilden. Die Beringungszentrale Hiddensee hat den Raum Bad Doberan/Rostock/Ribnitz-Damgarten ab diesem Jahr in ihr erweitertes Programm der Weißstorchberingung aufgenommen. Die Wahl für diese erste Beringung war auf Parkentin gefallen, weil hier auch die Störchin bereits beringt ist. Außerdem ist das Parkentiner Storchennest das einzige (zurzeit besetzte) im Landkreis, das sich auf einem reetgedeckten Gebäude befindet. Ein Blick in die Chronik von Hans-Heinrich Zöllick verrät übrigens, dass im Parkentiner Nest letztmalig am 28.6.1981 Weißstorchnestlinge beringt worden waren.

Neue Zwischenzählungen des Storchennachwuchses


Die Parkentiner Ringstörchin Hi L 864 inspiziert das Dach der reetgedeckten Scheune, auf der sich ihr Horst befindet

In den letzten Tagen konnte an einigen Standorten eine Aktualisierung der vorhandenen Jungstorch-Anzahl vorgenommen werden. Dabei gab es positive wie negative Überraschungen. So sind in den Storchenhorsten in Petschow, Reinshagen und Schwaan I (dort trotz zweier Abwürfe) drei Jungstörche vorhanden, in Bandelstorf sind es zwei und in Lieblingshof, Griebnitz und Parkentin je einer. In Ivendorf waren ursprünglich zwei Küken geschlüpft, von denen eines aus dem Nest geworfen wurde, während das andere - wie erst heute bekannt wurde - bereits vor drei Wochen ausgehorstet und in den Vogelpark Marlow gebracht worden ist. Auch in diesem Fall hatten die Altstörche die Versorgung ihres Nachwuchses praktisch eingestellt.
Unsere Bruterfolgskarte ist wieder aktualisiert worden. Auf den ersten Blick fällt die hohe Anzahl roter Punkte (= Paare ohne Bruterfolg) westlich von Rostock auf (= 14), während es im Osten nach heutigem Stand nur vier sind. In Petschow, Reinshagen und vor allem in Parkentin entstanden aktuelle Fotos, die wieder ins Fotoalbum eingestellt wurden.

Horsterkundungen

Dieses Anwohner-Foto vom 13. Juni aus Kambs zeigt ein Storchenpaar, das sich möglicherweise schon nach einer geeigneten Nistmöglichkeit für das kommende Jahr umschaut, denn eine feste Ansiedlung gab es dort bisher noch nicht zu verzeichnen. Dieses Verhalten praktizieren vor allem jüngere Störche, die in dieser Saison (noch) nicht gebrütet haben.
Die auf die anhaltende Trockenheit zurückzuführenden Dramen in den Storchennestern gehen indes weiter. Heute berichteten Anwohner, dass sich in Ziesendorf kein Leben im Nest mehr regt und auch die Altstörche in der letzten Nacht nicht mehr auf dem Nest gesehen wurden. Bis gestern wirkten die schon mindestens vier Wochen alt gewesenen Jungstörche noch sehr vital.
Positives kann dagegen von zwei Standorten gemeldet werden , die bisher ebenfalls als Totalausfälle gemeldet worden waren. In Parkentin ist ein sehr kleiner Jungstorch im Nest und in Bentwisch sind es sogar drei, die bereits recht groß sind.

Inhalt abgleichen
© Jan Haeupl 2006 - 2013 | Powered by Drupal | CristalX theme created by Nuvio.