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Parkentin

Parkentiner Jungstorch von 2008 in der Slowakei abgelesen

... und noch eine interessante Ringfundmeldung. Bereits am 15. Juni 2011 wurde in Zuberec (Slowakei) der inzwischen dreijährige Ringstorch DEH H 8081 lebend in einem Trupp von 14 Störchen (wohl Nichtbrüter) abgelesen. Er war am 11. Juli 2008 der erste Jungstorch seit fast 20 Jahren, der in einem Nest im Landkreis Bad Doberan beringt wurde. Seine Mutter ist Hiddensee L 864, Brutstörchin in Parkentin von 2006 bis 2009.

Foto: Slovakian Bird Ringing Center

Foto vom 11.7.2008 mit Hans-Heinrich Zöllick (Parkentin, Reetdachscheune)

Rostocker Jungstorch von 2007 in Lübben abgelesen

Fotos (2): S. Herold, Lübben

In den letzten Tagen erreichte uns eine sehr interessante Information der Beringungszentrale Hiddensee. In Lübben/Spreewald wurde am 17. August auf einer neu aufgestellten Nisthilfe – zusammen mit einem zweiten Storch – der Ringstorch DEH H 5530 abgelesen. Dieser Storch wurde am 21. Juni 2007 nestjung als einer von vier Jungstörchen des wild lebenden Storchenpaares auf der Bärenburg des Rostocker Zoos beringt. Inzwischen vierjährig gelang nun erstmals eine Ablesung – 272 Kilometer von seinem Geburtsnest entfernt. In diesem Jahr hat er oder sie noch nicht gebrütet, vielleicht wird es im kommenden Jahr etwas.
Der eine oder andere Leser mag es schon bemerkt haben – seit kurzem haben wir eine neue Rubrik "Unsere Ringstörche". Hier sind alle Daten zu beringten (Alt-)Störchen mit dauerhafter Horstbindung zusammengetragen, die seit 2007 im Landkreis Bad Doberan, in der Hansestadt Rostock und im Altkreis Ribnitz-Damgarten abgelesen worden sind. In der zurück liegenden Storchensaison 2011 waren es insgesamt 15, zehn im Landkreis Bad Doberan und fünf im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Demnächst werden hier auch diejenigen Störche zu finden sein, die hier beringt wurden, sich jedoch außerhalb unseres Betreuungsgebietes niedergelassen haben.
Nach der jüngsten Kreisreform vom 4. September 2011 gehört der bisherige Landkreis Bad Doberan übrigens zusammen mit dem ehemaligen Landkreis Güstrow zum neuen Landkreis Rostock, während der Altkreis Ribnitz-Damgarten Bestandteil des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen geworden ist.
In der vergangenen Woche sind im Raum Parkentin / Elmenhorst / Rethwisch noch einzelne Störche gesehen worden. Die bisher letzten Beobachtungen (je zwei Weißstörche) stammen vom 20. und 21. September aus der Conventer Niederung.

Spätbruten mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten


Dieses Storchenpaar in Kritzmow (im Vordergrund der männliche Ringstorch DEH H 3107, beringt 2004 in Holthusen bei Schwerin) wird in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Nachwuchs bleiben. Der Schlupf der Küken ist seit mehr als zwei Wochen überfällig.

Wie schon im Vorjahr, so beschäftigen uns auch in diesem Jahr etliche Spätbruten, deren Erfolgsaussichten auch jetzt noch nicht überall klar sind. Als Spätbruten können die Gelege von Paaren bewertet werden, die erst ab dem 25. April dauerhaft zusammenfanden. Momentan sind sieben derartige Gelege unter Beobachtung:
- Bröbberow: Paarbildung 25.4., es wird immer noch gebrütet, vermutlich "taube" Eier
- Kritzmow: Paarbildung 27.4., gleiche Situation
- Bentwisch: Paarbildung 27.4.: vermutlich noch sehr kleine Küken im Nest, Anzahl noch unbekannt
- Benitz: Paarbildung 2.5., ein oder zwei Jungstörche, etwa 2-3 Wochen alt, wurden heute bereits allein gelassen
- Reinshagen: Paarbildung 7.5., Nachgelege, vermutlich ein Jungstorch, etwa zehn Tage alt
- Parkentin: Paarbildung 21.5., Endphase der Brut (?)
- Schwaan I: Paarbildung 16.4., jedoch Nachgelege oder neues Paar ab etwa 23.5., vermutlich sehr kleine Küken im Nest; Anzahl noch unbekannt
Im Vorjahr waren die Verhältnisse so, dass mit einer Ausnahme sämtliche Spätbruten erfolgreich endeten. Da das eher die Ausnahme ist, wäre es in diesem Jahr schon ein Erfolg, wenn zumindest die Mehrheit der Paare Nachwuchs durchbringen würden.
Auch in anderen Regionen wie etwa in der Prignitz wurde bei etlichen Storchenpaaren eine Tendenz in Richtung eines sehr späten Brutbeginns festgestellt. Ob dies aber gleichbedeutend ist mit einem generell veränderten Verhalten der Störche oder doch nur eine vorübergehende Erscheinung darstellt, bleibt abzuwarten.

Die ersten Küken sind zu sehen

Foto: B. Becker
Diese beiden Storchenküken in Rederank sind die ersten, die wir dieses Jahr zu Gesicht bekommen haben. Beide Altstörche waren bereits am 29. März am Horst und haben wenige Tage später mit der Brut begonnen. Die Anwohner beobachteten, dass gestern noch vier Jungstörche im Horst waren. Allerdings scheint der kleinste Storch von einem Altvogel verschlungen worden zu sein (Chronismus ist bei Störchen häufiger anzutreffen). Einen weiteren Jungstorch, vermutlich den drittgrößten, fanden wir heute lebend unter dem Horst. Sein Sturz scheint durch Büsche abgefangen worden zu sein. Jedenfalls wies er keine erkennbaren äußeren Verletzungen auf und wirkte auch ansonsten sehr agil. Er wurde in die Tierklinik Rostock gebracht, von wo er - wenn alles gut geht - zur weiteren Pflege und Aufzucht in den Zoo Rostock kommen soll. Später, nach dem Flüggewerden, wäre dann die Auswilderung geplant. Wir drücken ihm alle Daumen!

Auch in Clausdorf scheint die Brut erfolgreich gewesen zu sein. Jedenfalls stand heute ein Altstorch am Nestrand und spendete Schatten in Richtung Nestmitte. Es dürften keine zu bebrütenden Eier mehr in der Nestmulde liegen. Gute Nachrichten gibt es auch aus Parkentin, wo heute zwei Störche auf dem Horst angetroffen wurden. In Kritzmow war heute ein Altstorch sehr intensiv mit dem Nestinhalt beschäftigt, auf den er sich danach sehr vorsichtig wieder niedersetzte - es sieht nach einer sehr spät begonnenen Brut aus. Aus Reinshagen erreichte uns die Nachricht, dass dort seit dem 19. Mai ein zweites Gelege bebrütet werden soll.

Ungewöhnliches "Storchenpaar" in Steffenshagen


Fotos (2): B. Thielke

Äußerst Ungewöhnliches ereignet sich momentan in Steffenshagen, wo seit Jahren keine Weißstörche mehr Horstbindung entwickelt haben: ein unberingter Altstorch hat sich seit Tagen häuslich auf dem Horst in der Baumstraße niedergelassen. Anfang Oktober sollte er eigentlich längst in südlicheren Gefilden sein. Besonders kurios - auf dem Horst steht seit längerem ein Plastikstorch, den die Anwohner dort hineingestellt hatten. Es hat den Anschein, als ob der "wahrhaftige" Storch von seinem unechten Pendant angelockt worden ist. Zumindest denkbar ist, dass es sich um das gleiche Exemplar handelt, das Mitte September bei Parkentin während der Nahrungssuche fotografiert worden ist. Sollte es sich um einen "Westzieher" handeln, könnte er es vor dem Winter noch problemlos bis in die südwesteuropäischen Überwinterungsquartiere schaffen.

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