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Parkentin

Zeitungsartikel in den NNN

Heute erschien in den "Norddeutschen Neuesten Nachrichten" ein längerer Artikel über die laufende Storchensaison im Landkreis Bad Doberan. Im Mittelpunkt stand dabei das Nest in Fienstorf.
In Biestow Dorf wurde heute das erste tote Storchenküken unter dem Horst gefunden. Es sind aber noch Küken im Nest. Mit weiteren Abwürfen und toten Küken ist in den kommenden Wochen in jedem Fall zu rechnen. Ungünstige Witterung, Nahrungsmangel oder Krankheiten sind dann fast immer die Ursachen.

Nachtrag:

Foto: U. Lucke
Hat das Warten auf den 2. Storch in Parkentin doch noch ein Ende gefunden? Anwohnerin U. Lucke informierte uns, dass heute am späten Nachmittag erstmals in diesem Jahr ein zweiter Storch auf dem Weichdachhorst stand (und schickte dankenswerter Weise gleich ein Foto mit). Noch ist nicht geklärt, ob es sich um die Brutstörchin der Vorjahre, DEH L 864, oder um eine neue Störchin handelt. In jedem Fall hoffen wir natürlich, dass das Paar zusammen bleibt.

Wenig Neues im Westen

Dieses Storchenpaar in Gerdshagen hat bisher als letztes im Landkreis seinen Horst bezogen, seit dem 6. Mai ist das Paar komplett. Bald nach dem Foto, das ich gestern Abend aufgenommen habe, flogen sie davon. Ob sie überhaupt noch mit einer Brut beginnen, ist sehr fraglich. Dafür bot sich mir in zahlreichen anderen Nestern im westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan ein zufrieden stellendes Bild. In den von Paaren besetzten Nestern saß überall ein Storch im Nest und huderte die in den letzten Tagen geschlüpften Jungstörche bzw. brütete noch. Das gilt übrigens auch für Niendorf, wo ich einen Altvogel beim Eierwenden beobachten konnte. Nirgends wurde von Eiabwürfen oder Partnerwechseln berichtet. In Kröpelin entwickeln sich die Störche zu wahren Müllsammlern (Absperrbänder, Müllsäche etc.). Das ist für sie auch nicht schwer, denn das Nest befindet sich auf einem Grundstück der Recycling-Firma Nehlsen. Hoffentlich bleibt es dabei, dass dieses Material nur am Nestrand verbaut wird, denn ansonsten könnte es zu Schwierigkeiten beim Wasserabfluss kommen. Leider unverändert ist die Situation in Parkentin und in Biendorf. Hier wartet jeweils ein einzelner Storch auf den Partner/die Partnerin, der/die einfach nicht kommen will. An beiden Nestern hat es in den letzten Tagen Versuche fremder Störche gegeben, Fuß zu fassen, doch wurden sie jeweils vom Einzelstorch vertrieben. Da das Solistendasein inzwischen schon mehrere Wochen anhält, gehe ich davon aus, dass es in beiden Fällen Brutstörche des Vorjahres mit entsprechend ausgeprägter Horstbindung sind. Es kann durchaus sein, dass sie in nächster Zeit doch noch einen - dann neuen - Partner bzw. eine Partnerin auf den Horst lassen. Das Beispiel Schmadebeck I aus dem Vorjahr zeigt aber, dass der jetzige Zustand die ganze Saison über anhalten kann. Es mag trösten, dass sich in Schmadebeck I in diesem Jahr bereits Anfang April wieder ein Paar eingestellt hat, das auch zuverlässig gebrütet hat.

Kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte

Mit nochmals 23 Litern Niederschlag/Quardratmeter (in Rostock-Warnemünde) ging gestern eine ausgesprochen kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte zu Ende. Insgesamt waren die beiden letzten Wochen auch in unserer Region gegenüber den langjährigen Durchschnittswerten deutlich zu kühl, und es fiel erheblich mehr Niederschlag als üblich. Da wir gleichzeitig davon ausgehen können, dass in der Mehrzahl der Storchennester mittlerweile die erste Jungstörche geschlüpft sind, stellt sich die Frage, welche Folgen die feucht-kalte Witterung für den Storchen-Nachwuchs haben könnte. Auf der einen Seite sollte das Nahrungsangebot - in der ersten Nestlingsphase werden vor allem Regenwürmer benötigt - momentan überdurchschnittlich gut sein. Die vielen Niederschläge sind hier eher vorteilhaft gewesen, und mit einer Austrocknung der Böden ist auch erst einmal nicht zu rechnen. Auf der anderen Seite sind die Jungstörche überall noch so klein, dass sie von den Altvögeln durch Hudern geschützt werden können. Dennoch gibt es Gefahren für den Nachwuchs, wenn die Böden der Nester nicht durchlässig genug sind, um die großen Regenmengen abfließen zu lassen (die Folge wäre Staunässe mit anschließender Unterkühlung) oder wenn die Altvögel nicht genügend Nestpflege betreiben (insbesondere Austausch von weichem Nistmaterial). Letzteres trifft vor allem auf junge, in der Brutpflege noch unerfahrene Vögel zu. Es ist also, wie in jedem Jahr, durchaus mit Verlusten zu rechnen, doch sollten diese nicht schlimmer sein als in anderen Jahren. Bisher gingen bei uns noch keine Informationen über tote/abgeworfene Storchenküken ein. Wesentlich ungünstiger wäre ähnlich kühles Wetter mit lang anhaltenden Niederschlägen in etwa zwei bis drei Wochen, wenn die Jungen von den Elterntieren nicht mehr hinreichend geschützt werden können und selbst noch kein ausreichend ausgebildetes Gefieder besitzen.
Auch ansonsten erreichten uns in den letzten Tagen kaum Neuigkeiten. In Parkentin wartet der (vermutlich männliche) Einzelstorch immer noch auf seine Partnerin (Hiddensee L 864). Langsam aber sicher müssen wir davon ausgehen, dass ihr während des Winters doch etwas zugestoßen ist. Allerdings zeigt das Beispiel des Senderstorchs "Loius Henri", der am 12. Mai erst in Rumänien war, dass immer noch Störche auf dem Zugweg sind. Vielleicht ist auch die Parkentiner Störchin dabei?

56 Horstpaare sind komplett


Noch müssen die Altstörche nur sich selbst versorgen - wie hier in Klingendorf, aus dem Auto heraus aufgenommen - doch wird es nun sehr bald anstrengender, denn die Jungen beginnen vielerorts zu schlüpfen.

Die große Rundfahrt zu den meisten Storchennestern unseres Landkreises hat am vergangenen Samstag einen guten Überblick über die aktuelle Situation verschafft (im Fotoalbum gibt es dazu viele Bilder). Anders als Storchenbetreuer in einigen anderen Landkreisen habe ich überwiegend positive Beobachtungen machen können. Ich gehe momentan davon aus, dass in 50 bis 53 von mittlerweile 56 komplett besetzten Nestern gebrütet wird. Das sind immerhin zwei bis fünf brütende Paare mehr als im Vorjahr. Damals begann ein erheblicher Teil der Paare nach später Rückkehr erst gar nicht mehr mit der Brut. Zu den positiven Entdeckungen der Tour zählen die Paare in Hof Tatschow (zuletzt 2004 von Störchen besetzt) und Groß Potrems I (seit dem 27. April ist ein Paar am Horst). Spät besetzt wurden jetzt auch noch die Horste in Gerdshagen, Groß Lüsewitz und Thelkow. Demgegenüber ist das Nest in Rukieten (in den Vorjahren immer mit erfolgreicher Brut) seit Anfang Mai leer. Zuvor war ein Einzelstorch über fünf Wochen am Nest, ein zweiter blieb immer nur kurze Zeit. Am 2. Mai kämpften dann vier Störche um den Horst, der danach verlassen blieb. Allerdings entdeckte ich im Nachbarort Mistorf (Landkreis Güstrow) ein Storchenpaar in einem seit 2005 nicht mehr besetzt gewesenen Nest. Entweder gab es eine Umsiedlung oder die Mistorfer betrachten das Nest in Rukieten als zu ihrem Revier gehörig und vertreiben dort mögliche Rivalen um die Nahrungsflächen. In Göldenitz/Amt Schwaan ist seit dem 15. April ein einzelner Storch am Horst, der alle anderen Störche zurückweist. Ebenfalls nur Einzelstörche gibt es nach letztem Stand leider immer noch nur in Parkentin und Biendorf. Auffällig war, dass an der Mehrzahl der von mir aufgesuchten Nester zwei Störche anwesend waren. Sie hatten dazu offenbar Zeit, sodass es momentan möglicherweise ein recht gutes Nahrungsangebot gibt. Feucht genug müsste es nach den Regenfällen der ersten Mai-Dekade auf jeden Fall sein. Wir dürfen gespannt sein, wie viele Jungstörche die kritischen ersten 14 Tage überstehen werden. Erste Beobachtungen des (früh geschlüpften) Storchennachwuchses sollten Ende des Monats möglich sein.

43 Storchenpaare im Landkreis Bad Doberan komplett

Nachdem am 15. April nochmals mehrere Störche zurückgemeldet wurden (1. Storch Parkentin, 2. Storch Reinshagen, 2. Storch Kirch Mulsow), hat sich die Anzahl der im Landkreis Bad Doberan bisher als vollständig gemeldeten Horstpaare auf 43 erhöht. Das sind immer noch neun mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, aber auch sechs weniger als 2008. Es bleibt also weiter spannend! Wird es wieder so viele Spätankünfte wie 2009 geben? Damals trafen nach dem 15. April noch 44 Störche ein, die anschließend Horstbindung entwickelten, und die Anzahl der Horstpaare erhöhte sich noch auf 58. Auch jetzt gibt es Hinweise, die darauf hoffen lassen, dass wir noch mit etlichen Spätrückkehrern rechnen können. So befand sich Südafrika-Überwinterer und Loburg-Senderstorch "Albert von Lotto" am 15. April noch in Syrien, und "Louis Henri", der bis in den März hinein ebenfalls in Südafrika gewesen war, dürfte zum gleichen Zeitpunkt ähnlich weit gekommen sein. Beide werden kaum vor Anfang Mai in Deutschland eintreffen, und sie werden in Gesellschaft anderer Südafrika-Überwinterer sein. In unserer Region führt eine so späte Rückkehr leider nur noch in Ausnahmefällen zu einer erfolgreichen Brut.
Einige unserer Störche sind bekannt für ihre regelmäßig sehr späten Ankunftsdaten. Dazu zählen etwa die Paare in Biendorf und Zarnewanz sowie die beringte Parkentiner Störchin. Ebenso registrieren wir Neu- oder Wiederbesiedlungen zumeist erst ab der 2. April-Hälfte. Am überraschendsten ist bisher in negativer Hinsicht die Tatsache, dass das Nest in Kröpelin - abgesehen von einem Horstbesucher am 3. April - bisher noch ganz leer ist. Im Vorjahr war das Kröpeliner Paar das einzige, das schon im März komplett war, und auch in den Jahren davor war der Standort immer sehr früh besetzt. Allerdings haben die Kröpeliner Störche 2009 schlechte Erfahrungen gemacht, denn der gesamte, schon ziemlich große Nachwuchs verendete Mitte Juni. Natürlich hoffen wir zusammen mit den Anwohnern noch auf späte Rückkehrer, und wir werden auch Nistangebote der näheren Umgebung noch genau überprüfen, denn auch eine Umsiedlung ist vorstellbar.

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