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Ivendorf

Deutlich weniger Storchenpaare als im Vorjahr


Dieses Storchenpaar in Bröbberow ist erst seit wenigen Tagen zusammen - ob es noch mit einer Brut beginnen wird, ist fraglich.

Nachdem mittlerweile die ersten Mai-Tage hinter uns liegen und von jetzt an erfahrungsgemäß nur noch sehr wenige zusätzliche Störche eine dauerhafte Nestbindung eingehen werden, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Tendenz der vergangenen Wochen hat sich in den letzten Tagen nicht mehr umgekehrt. Auch wenn in Bröbberow (22.4.), Petschow (30.4.) und heute endlich auch in Schmadebeck I jeweils noch ein zweiter Storch eintraf, so sind es damit doch nur 49 Horstpaare, die uns im Landkreis Bad Doberan bis heute bekannt geworden sind. Das ist gegenüber dem Vorjahr (59 Paare) ein Rückgang von fast 20 Prozent. Nach allem, was wir wissen, hat es in unserem Landkreis in den vergangenen 100 Jahren nie so wenige Störche gegeben wie in diesem Jahr. Es sind herbe, zum Teil auch ganz unerwartete Lücken entstanden. So ist der Standort Gerdshagen, eigentlich eine "sichere Bank" und auch im Vorjahr mit Bruterfolg, immer noch unbesetzt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Blick nach Roggow, wo seit 1976 mit Ausnahme eines Jahres (1990) immer Störche waren. Besonders der Altkreis Bad Doberan ist mit einem Verlust von sechs Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr (außer den beiden genannten noch Ivendorf, Altenhagen I, Vorder Bollhagen und Rosenhagen) besonders stark betroffen. Im Amt Schwaan sieht es etwas besser aus (hier ist Kassow unbesetzt), und im Altkreis Rostock Land besteht noch eine gewisse Resthoffnung für die zurzeit von einem Einzelstorch besetzten Nester Bentwisch, Groß Lüsewitz, Zarnewanz und eventuell auch Reppelin. In Kritzmow gibt es keine Störche, dafür aber nach einjähriger Pause wieder in Vogtshagen - dieses Jahr der einzige wirkliche Lichtblick.
Ein großes Dankeschön gebührt allen Storchenfreunden, die uns bisher (und hoffentlich auch weiterhin) unermüdlich mit Nachrichten und auch Fotos versorgt haben (siehe dazu auch neue Fotos im Fotoalbum)! Immer wieder hat das kurzzeitige Erscheinen von Störchen Hoffnung geschürt, so zuletzt in Hof Tatschow und in Klein Grenz, doch nach drei oder vier Tagen waren sie wieder verschwunden. Man kann dann ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Prüfung der Nahrungsverhältnisse im Umfeld des Nestes negativ ausgegangen ist. Sie ziehen weiter, weil die Störche davon ausgingen, nicht genug Nahrung für die erfolgreiche Aufzucht ihres Nachwuchses zu finden. Die lang anhaltende Trockenheit hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen. Es fehlt also vor allem an brutbereiten Paaren. Dagegen sind seit Wochen immer wieder und an vielen Standorten unseres Landkreises Ansammlungen von bis zu zehn Störchen gesichtet worden, die offenbar Ausschau nach geeigneten Brutrevieren hielten. Von diesen Störchen und weiteren Spätheimkehrern geht weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Störpotenzial für die brütenden Paare aus. Den ersten Nachwuchs erwarten wir in etwa einer Woche.
In anderen Teilen Ostdeutschlands zeichnen sich ähnliche Tendenzen ab - im Einzugsbereich der Ostzieher kann mit keinem guten Storchenjahr mehr gerechnet werden.

Neue Zwischenzählungen des Storchennachwuchses


Die Parkentiner Ringstörchin Hi L 864 inspiziert das Dach der reetgedeckten Scheune, auf der sich ihr Horst befindet

In den letzten Tagen konnte an einigen Standorten eine Aktualisierung der vorhandenen Jungstorch-Anzahl vorgenommen werden. Dabei gab es positive wie negative Überraschungen. So sind in den Storchenhorsten in Petschow, Reinshagen und Schwaan I (dort trotz zweier Abwürfe) drei Jungstörche vorhanden, in Bandelstorf sind es zwei und in Lieblingshof, Griebnitz und Parkentin je einer. In Ivendorf waren ursprünglich zwei Küken geschlüpft, von denen eines aus dem Nest geworfen wurde, während das andere - wie erst heute bekannt wurde - bereits vor drei Wochen ausgehorstet und in den Vogelpark Marlow gebracht worden ist. Auch in diesem Fall hatten die Altstörche die Versorgung ihres Nachwuchses praktisch eingestellt.
Unsere Bruterfolgskarte ist wieder aktualisiert worden. Auf den ersten Blick fällt die hohe Anzahl roter Punkte (= Paare ohne Bruterfolg) westlich von Rostock auf (= 14), während es im Osten nach heutigem Stand nur vier sind. In Petschow, Reinshagen und vor allem in Parkentin entstanden aktuelle Fotos, die wieder ins Fotoalbum eingestellt wurden.

Auch im Rostocker Zoo wird bereits gebrütet


Wie in vielen anderen Storchenestern unserer Region wird auch bei den - jedes Jahr in den Süden ziehenden Wildstörchen - des Rostocker Zoos bereits fleißig gebrütet. Hier ist ein Storch auf der Bärenburg (Rostock Zoo I) offenbar gerade beim Eierwenden. Auf dem Baumhorst (Rostock Zoo II) sieht es ähnlich aus. Seit gestern ist nun auch das Ivendorfer Storchennest doppelt besetzt (vgl. auch die Ankunftskarte). Einige neue Aufnahmen aus Neu Thulendorf, Göldenitz (Amt Warnow Ost) und Hohen Schwarfs - dort gab es am 14.4. massive und lang anhaltende Horstkämpfe - gibt es im Fotoalbum.

Viele neue Jungstörche bei herrlichem Wochenendwetter entdeckt

Ein Wochenende mit wunderbarem Sommerwetter und etlichen Beobachtungsfahrten zu den Storchennestern unseres Landkreises hat uns die Gewissheit verschafft, dass es in den meisten Nestern Storchennachwuchs gibt. Folgende Informationen sind über das Wochenende neu hinzugekommen:
- 4 Junge: Grammow, Schmadebeck I, Satow Hof
- 3 Junge: Bandelstorf, Petschow, Lieblingshof, Niekrenz, Ivendorf, Stäbelow, Reinshagen, Ziesendorf, Bröbberow, Schwaan II, Benitz, Zeez
- 2 Junge: Biestow Dorf, Schwaan I, Göldenitz (Amt Warnow Ost), Rukieten, Schmadebeck II
- mindestens 1 Junges: Groß Lüsewitz, Thelkow, Göldenitz (Amt Schwaan)
- Junge im Nest, Anzahl noch unbekannt: Rederank, Nustrow, Kowalz, Gerdshagen I
- unklar bzw. Verdacht auf fehlenden Nachwuchs: Detershagen, Berendshagen, Heiligenhagen, Liepen, Tessin
In Benitz stellt sich die Situation nach einer telefonischen Nachfrage doch etwas anders als gestern berichtet dar. Es waren dort fünf (und nicht sechs) Jungstörche geschlüpft, von denen einer sehr klein aus dem Nest geworfen wurde und verendete. Ein zweiter wurde gestern abgeworfen und kurz darauf gefunden. Er hat den Sturz wider Erwarten überlebt und inzwischen bereits reichlich Nahrung zu sich genommen. Dieser etwa 12-14 Tage alte Jungstorch ist heute in die Aufnahmestation des Rostocker Zoos gebracht worden. Dort wird er optimal betreut und auch noch tierärztlich untersucht. Vielleicht gelingt es tatsächlich, den aus dem Nest gestürtzten Storch durchzubekommen. Ich werde weiter darüber berichten.
Die Brutverlaufskarte (bitte rechts oben auf "Neuestes Bild" klicken) ist abermals aktualisiert worden. Sie ist jetzt wesentlich aussagefähiger als noch Mitte letzter Woche. Im Fotoalbum gibt es von meiner gestrigen Storchentour zu 14 Nestern mehr als 20 neue Fotos, dieses zeigt den Storchennachwuchs in Satow Hof.

Aufruf zur Meldung geschlüpfter Storchenküken

In diesen Tagen dürften auch in unserer Region die ersten Jungstörche geschlüpft sein. Aufgrund der frühen Ankunftsdaten dürfte z. B. in Stäbelow, Pankelow oder Ivendorf unter Umständen schon Nachwuchs in den Nestern sein. Nach unseren Berechnungen wird sich die Phase des Schlüpfens bis etwa Anfang Juni hinziehen. Zu den letzten Nestern werden wohl Bentwisch und Heiligenhagen zählen, denn hier begann die Brut erst kürzlich. Insgesamt dürften es etwa 50 Nester sein, in denen in diesem Jahr gebrütet wird. Wir möchten alle Freunde und Leser unserer Storchenseite herzlich bitten, uns über geschlüpfte Storchenküken zu informieren und es uns damit zu ermöglichen, die "Brutverlaufskarte" auf einem möglichst aktuellen Stand zu halten (per E-Mail: stefan.kroll@uni-rostock.de oder telefonisch unter 0381/2021164). Dieses Foto zeigt das Storchennest in Heiligenhagen.

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