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Detershagen

Die Zeit der "Bruchpiloten" beginnt

Einer der größten Jungstörche weit und breit ist das "Einzelkind" in Detershagen. Schon bald wird er seine ersten Flugrunden drehen.

Mit dem verstärkten Trainieren der Flugmuskulatur und dann den ersten Rundflügen selbst beginnt jetzt wieder die Zeit, in der immer wieder einzelne Jungstörche unfreiwillig unter dem Nest landen. Als ersten in dieser Saison traf es einen der vier Jungstörche in Schmadebeck I. Er wurde gestern Mittag von den Anwohnern unter dem Nest gefunden. Um keine Risiken einzugehen, brachten ihn die Horstbetreuer in den Rostocker Zoo, wo er tierärztlich untersucht wurde. Er hat sich jedenfalls nichts gebrochen, bleibt jetzt aber noch einige Zeit im Zoo, bevor er - voll flugfähig - ausgewildert werden kann. Hans-Heinrich Zöllick hat heute bei seinem Besuch im Zoo auch feststellen können, dass es den beiden kleinen Findelstörchen aus Benitz und Klingendorf gut geht. Sie sind inzwischen ein ganzes Stück gewachsen und sollen im August in die Freiheit entlassen werden. Auch ein Altstorch, der in der vorletzten Woche zwischen Schwaan und Ziesendorf aufgegriffen worden war, scheint seine zunächst auf Vergiftung hindeutende Schwäche überwunden zu haben. Er wird vermutlich sehr bald wieder freigelassen werden können. Intensive Nachfragen bei den Horstbetreuern der Umgebung hatten ergeben, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um keinen Brutstorch handelt.
Bei den Spätbruten gibt es eine positive Nachricht aus Bentwisch - dort konnte heute noch ein zweiter Jungstorch gesichtet werden. In Niendorf haben die Altstörche seit dem Wochenende damit angefangen, das Jungtier allein zu lassen, obwohl es erst etwa 3 Wochen alt ist. Die dringend notwendig gewesenen Regenfälle der vergangenen Nacht werden die Nahrungssituation für die Störche hoffentlich etwas verbessert haben. Die nächste Hitzewelle ist allerdings schon angekündigt. Da heißt es weiter Daumen drücken für den spät geschlüpften Storchennachwuchs.

Weiterhin positiver Gesamteindruck


In Bröbberow lag heute ein Jungstorch tot unter dem Horst - es sind aber immer noch drei Jungtiere, die von den Altstörchen versorgt werden

Bei wechselhaftem, für die Versorgung der Jungstörche insgesamt nicht ungünstigem Wetter, verfestigt sich die positive Grundtendenz hinsichtlich der Nachwuchsrate in der Storchensaison 2010 weiter. Aktuell ist aus 40 Nestern bekannt, dass dort Junge geschlüpft sind und zuletzt auch noch mindestens ein Jungtier im Nest war. Dem stehen neun ungeklärte Fälle (darunter sieben Spätbruten) und sieben erfolglose Horstpaare gegenüber. An dieser Verteilung wird sich sicher noch manches ändern, aber die Grundtendenz wird voraussichtlich erhalten bleiben. Dennoch bleibt es nicht aus, die Störche in den Nestern, in denen besonders viele Junge herangewachsen waren, jetzt, wo der Futterbedarf immer größer wird und nicht immer in vollem Umfang erfüllt werden kann, auch vermehrt die schwächsten Jungstörche aussortieren und aus dem Nest werfen. So hat sich Anzahl der Jungstörche zuletzt beispielsweise in Bröbberow von 4 auf 3, in Zarnewanz von 4 auf 2 und in Detershagen von 3 auf einen reduziert. Es werden nicht die letzten Vorfälle dieser Art gewesen sein. Bisher zählen wir 12 solcher Abwürfe.
In Petschow ist einer der Altstörche unten rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieser konnte bisher noch nicht erfolgreich abgelesen werden. Der Ringstorch ist in Petschow, wo es auch Junge gibt, neu, denn im Vorjahr waren beide Störche unberingt. Die diesjährige Beringungsaktion im Landkreis Bad Doberan wird voraussichtlich am 22. Juni an etwa 20 bis 25 erreichbaren Nestern mit gut entwickelten Jungstörchen stattfinden.

Schlechtes Wetter für den Storchennachwuchs

Seit Sonntagnachmittag hat es in unserer Region sehr häufig und zum Teil auch anhaltend geregnet. Auch der Dienstag und der Mittwoch werden noch keine durchgreifende Wetterbesserung mit sich bringen. Die früh geschlüpften Küken können momentan nicht mehr vollständig von den Altvögeln gehudert werden. Dadurch können sie leicht unterkühlen. Wenn zeitgleich auch noch Futtermangel herrscht, sind Folgeerkrankungen und Todesfälle vorprogrammiert. Wie in jedem Jahr wird es die schwächsten Küken treffen sowie diejenigen, deren Eltern die wenigste Erfahrung bei der Aufzucht der Jungen besitzen. Etwa ab dem kommenden Wochenende werden wir wissen, welche Auswirkungen die aktuelle Schlechtwetterphase gehabt haben wird.
Zuletzt berichtete die Ostsee-Zeitung von zwei Jungstörchen (und einem toten Küken) in Detershagen. In Völkshagen (RDG) hat ein Fremdstorch bei einem Horstkampf eine Jungstorch aus dem Horst geholt. Er wurde 50 Meter vom Horst entfernt fallen gelassen und ist leider bald darauf verendet.

Die Jungstörche zeigen sich


Zwei Jungstörche sind am 2. Juni in Fienstorf zu erkennen, Foto: G. Vogel

Nachdem mit dem heutigen Regentag erst einmal das Schlimmste in wettertechnischer Hinsicht überstanden sein sollte, ist es Zeit für die ersten Fotos der diesjährigen Jungstörche, die nun in vielen Nestern beobachtet werden können. Im Fotoalbum gibt es zahlreiche Fotos vom Wochenende (von den Storchennestern Broderstorf I, Broderstorf II, Bröbberow, Clausdorf, Fienstorf, Göldenitz/Dummerstorf, Hohen Luckow, Lieblingshof, Niekrenz, Pankelow und Parkentin).
Außerdem gibt es einige Neuigkeiten zu vermelden. Durch einen Übermittlungsfehler wurde erst jetzt bekannt, dass nach dreijähriger Pause auch in Groß Bölkow wieder ein Storchenpaar ansässig geworden ist. Obwohl es bereits seit dem 13. April komplett ist, hat es keine Brut gegeben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Horstpaare auf (vorläufig) 58, nur noch eines weniger als im Vorjahr.
In Detershagen, wo es im Vorjahr vier Jungstörche gab, sieht es dieses Mal leider wesentlich ungünstiger aus. Mitte Mai eroberte ein Fremdstorch (möglicherweise ein verspäteter Brutstorch des Vorjahres) in einer blutigen Auseinandersetzung das dortige Nest und warf mehrere Eier ab. Da in Detershagen laut Anwohnerbericht auch jetzt noch kontinuierlich ein Storch auf dem Horst sitzt, gehen wir momentan von einem späten Nachgelege nach Partner- oder Paarwechsel aus.
Gar keinen Nachwuchs wird es mit großer Wahrscheinlichkeit in Göldenitz bei Schwaan geben. Bei mehreren Besuchen vor Ort wirkte der Horst in den letzten Tagen stets verlassen.

Über 50 Störche sind schon da


Der am 2. April zurückgekehrte Storch hat die neue Nisthilfe in Biestow Dorf angenommen.

In den drei letzten Tagen hat sich die Anzahl der zurückgekehrten und uns bekannten Störche auf insgesamt 51 erhöht. Seit dem 31. März treffen täglich etwa 10 bis 15 neue Störche an den Nestern ein. Nicht immer sind sie auf Anhieb geblieben.
Vielen Dank erneut allen fleißigen Meldern (per E-Mail, Telefon oder SMS)!
An mindestens 38 von 62 im Vorjahr besetzten Nestern ist wenigstens ein Storch da. Mindestens 16 Paare sind bereits komplett und werden demnächst mit der Brut beginnen. Eine erste Zwischenbilanz sollte nach Ostern möglich sein. Alle Details können in der aktualisierten Ankunftskarte angesehen werden. Weitere Fotos gibt es im Fotoalbum aus Rukieten, Clausdorf, Detershagen, Rederank und Heiligenhagen.

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