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Detershagen

Regenfälle kommen gerade noch rechtzeitig

So wie hier in Biestow sind die Störche an vielen Standorten noch am Brüten. Etwa alle 30 Minuten werden die Eier gewendet, um eine gleichmäßige Entwicklung des inzwischen kurz vor dem Schlupf stehenden Nachwuchses zu gewährleisten. An etwa 20 Nestern unserer Region wird das in diesen Tagen der Fall sein. Da ist es sehr von Vorteil, dass nach wochenlanger Trockenheit nun endlich ein feuchterer Witterungsabschnitt begonnen hat. Der Regen wurde ganz dringend gebraucht und kam hoffentlich noch rechtzeitig, um das Nahrungsangebot für die frisch geschlüpften Jungstörche zu verbessern.
In anderen Nestern ist man noch lange nicht so weit bzw. wird gar nicht mehr mit der Brut begonnen. Das gilt mit großer Wahrscheinlichkeit auch für Detershagen, wo seit Mittwoch endlich der zweite Storch am Nest ist. Auch an den Standorten Reinshagen und Broderstorf I, wo jeweils komplette Gelegeverluste zu verzeichnen waren, sieht es bisher nicht nach einem neuen Gelege aus. Zu einem Brutabbruch ist es ganz offensichtlich am Horst Schwaan I gekommen. Hier wird es zum ersten Mal seit 1982 (!) keinen ausfliegenden Storchennachwuchs geben. Wahrscheinlich waren Einrüstungsarbeiten am ehemaligen Pflegeheim, auf dessen Westgiebel sich das Nest seit Jahrzehnten befindet, der Auslöser für das Verhalten der Störche. Anwohner berichteten, dass sie sich während des Einrüstens - auch wenn dies am Ostgiebel stattfand - sehr beunruhigt gezeigt hätten. Solche Störungen zur Brutzeit verstoßen bei einer streng geschützten Vogelart wie dem Weißstorch gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises wurde eingeschaltet und war bereits vor Ort. Als ehrenamtliche Storchenschützer können wir nicht direkt eingreifen, sondern nur an die Einsicht und Vernunft appellieren, sowie in extremen Fällen wie hier geschildert die Behörden einschalten.
Aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten gibt es weiterhin eine Reihe positiver Nachrichten. Alle im Vorjahr besetzten Nester sind belegt, darüber hinaus auch die zuletzt verwaisten Horste in Freudenberg Heim, Alt Steinhorst, Carlsruhe, Eixen Oberförsterei und Saatel. Außerdem gibt es Anzeichen für einen Neuansiedlungsversuch in Redderstorf.

Ist die "Brandenburgerin" zurück in Wendfeld?


Ringstörchin Hiddensee KA 3528 (hier im Juni 2010) - zurück an ihrem Horst in Wendfeld?

Langsam aber sicher scheint die erste Rückkehrerwelle bei den Weißstörchen anzurollen. Heute erreichten uns aus dem Landkreis Bad Doberan sieben Rückmeldungen. Es werden darüber hinaus mit Sicherheit noch weitere Störche eingetroffen sein, von denen wir nur momentan noch nicht erfahren haben.
Im Einzelnen wurden telefonisch oder per E-Mail gemeldet:
- Clausdorf: 1. Storch 30.3.
- Detershagen: 1. Storch 31.3.
- Kröpelin: 1. und 2. Storch 29.3.
- Pankelow II: 1. und 2. Storch 31.3.
- Wendfeld: 2. Storch: 31.3.
Die letzte Meldung war dabei eine besondere, denn in Wendfeld gibt es seit 2008 eine beringte Störchin, die in den Vorjahren immer erfolgreich gebrütet hat. Die "Brandenburgerin" wurde 1994 in Manker bei Neuruppin beringt. Der Anrufer aus Wendfeld berichtete, dass der jetzt eingetroffene 2. Storch einen Ring trage. Noch ist er nicht abgelesen, aber es spricht vieles dafür, dass die nunmehr 17jährige Störchin an ihren Stammhorst zurückgekehrt ist. In den nächsten Tagen erwarten wir zahlreiche weitere Störche.

Die Zeit der "Bruchpiloten" beginnt

Einer der größten Jungstörche weit und breit ist das "Einzelkind" in Detershagen. Schon bald wird er seine ersten Flugrunden drehen.

Mit dem verstärkten Trainieren der Flugmuskulatur und dann den ersten Rundflügen selbst beginnt jetzt wieder die Zeit, in der immer wieder einzelne Jungstörche unfreiwillig unter dem Nest landen. Als ersten in dieser Saison traf es einen der vier Jungstörche in Schmadebeck I. Er wurde gestern Mittag von den Anwohnern unter dem Nest gefunden. Um keine Risiken einzugehen, brachten ihn die Horstbetreuer in den Rostocker Zoo, wo er tierärztlich untersucht wurde. Er hat sich jedenfalls nichts gebrochen, bleibt jetzt aber noch einige Zeit im Zoo, bevor er - voll flugfähig - ausgewildert werden kann. Hans-Heinrich Zöllick hat heute bei seinem Besuch im Zoo auch feststellen können, dass es den beiden kleinen Findelstörchen aus Benitz und Klingendorf gut geht. Sie sind inzwischen ein ganzes Stück gewachsen und sollen im August in die Freiheit entlassen werden. Auch ein Altstorch, der in der vorletzten Woche zwischen Schwaan und Ziesendorf aufgegriffen worden war, scheint seine zunächst auf Vergiftung hindeutende Schwäche überwunden zu haben. Er wird vermutlich sehr bald wieder freigelassen werden können. Intensive Nachfragen bei den Horstbetreuern der Umgebung hatten ergeben, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um keinen Brutstorch handelt.
Bei den Spätbruten gibt es eine positive Nachricht aus Bentwisch - dort konnte heute noch ein zweiter Jungstorch gesichtet werden. In Niendorf haben die Altstörche seit dem Wochenende damit angefangen, das Jungtier allein zu lassen, obwohl es erst etwa 3 Wochen alt ist. Die dringend notwendig gewesenen Regenfälle der vergangenen Nacht werden die Nahrungssituation für die Störche hoffentlich etwas verbessert haben. Die nächste Hitzewelle ist allerdings schon angekündigt. Da heißt es weiter Daumen drücken für den spät geschlüpften Storchennachwuchs.

Weiterhin positiver Gesamteindruck


In Bröbberow lag heute ein Jungstorch tot unter dem Horst - es sind aber immer noch drei Jungtiere, die von den Altstörchen versorgt werden

Bei wechselhaftem, für die Versorgung der Jungstörche insgesamt nicht ungünstigem Wetter, verfestigt sich die positive Grundtendenz hinsichtlich der Nachwuchsrate in der Storchensaison 2010 weiter. Aktuell ist aus 40 Nestern bekannt, dass dort Junge geschlüpft sind und zuletzt auch noch mindestens ein Jungtier im Nest war. Dem stehen neun ungeklärte Fälle (darunter sieben Spätbruten) und sieben erfolglose Horstpaare gegenüber. An dieser Verteilung wird sich sicher noch manches ändern, aber die Grundtendenz wird voraussichtlich erhalten bleiben. Dennoch bleibt es nicht aus, die Störche in den Nestern, in denen besonders viele Junge herangewachsen waren, jetzt, wo der Futterbedarf immer größer wird und nicht immer in vollem Umfang erfüllt werden kann, auch vermehrt die schwächsten Jungstörche aussortieren und aus dem Nest werfen. So hat sich Anzahl der Jungstörche zuletzt beispielsweise in Bröbberow von 4 auf 3, in Zarnewanz von 4 auf 2 und in Detershagen von 3 auf einen reduziert. Es werden nicht die letzten Vorfälle dieser Art gewesen sein. Bisher zählen wir 12 solcher Abwürfe.
In Petschow ist einer der Altstörche unten rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieser konnte bisher noch nicht erfolgreich abgelesen werden. Der Ringstorch ist in Petschow, wo es auch Junge gibt, neu, denn im Vorjahr waren beide Störche unberingt. Die diesjährige Beringungsaktion im Landkreis Bad Doberan wird voraussichtlich am 22. Juni an etwa 20 bis 25 erreichbaren Nestern mit gut entwickelten Jungstörchen stattfinden.

Schlechtes Wetter für den Storchennachwuchs

Seit Sonntagnachmittag hat es in unserer Region sehr häufig und zum Teil auch anhaltend geregnet. Auch der Dienstag und der Mittwoch werden noch keine durchgreifende Wetterbesserung mit sich bringen. Die früh geschlüpften Küken können momentan nicht mehr vollständig von den Altvögeln gehudert werden. Dadurch können sie leicht unterkühlen. Wenn zeitgleich auch noch Futtermangel herrscht, sind Folgeerkrankungen und Todesfälle vorprogrammiert. Wie in jedem Jahr wird es die schwächsten Küken treffen sowie diejenigen, deren Eltern die wenigste Erfahrung bei der Aufzucht der Jungen besitzen. Etwa ab dem kommenden Wochenende werden wir wissen, welche Auswirkungen die aktuelle Schlechtwetterphase gehabt haben wird.
Zuletzt berichtete die Ostsee-Zeitung von zwei Jungstörchen (und einem toten Küken) in Detershagen. In Völkshagen (RDG) hat ein Fremdstorch bei einem Horstkampf eine Jungstorch aus dem Horst geholt. Er wurde 50 Meter vom Horst entfernt fallen gelassen und ist leider bald darauf verendet.

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