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Berendshagen

Polnischer Ringstorch in Kambs stammt von der Insel Wollin

Der hier seinen Partner erwartende männliche Storch in Kambs (rechts im Bild, Foto: A. Borchwardt) wurde nach einer Information polnischer Storchenfreunde 2008 im Ort Laska auf der Insel Wollin beringt. Es handelt sich also um einen dreijährigen Storch, der sich Ende Mai neu das Nest in Kambs ausgesucht hat - wenn auch zu spät, um noch mit einer Brut zu beginnen.
Über Pfingsten erreichten mich noch einige weitere erfreuliche Nachrichten. So soll es in Hohen Schwarfs nach dem Abwurf von drei Jungstörchen immerhin noch zwei lebende Küken im Nest geben, und auch in Heiligenhagen hat entgegen unserer ersten Information bisher zumindest ein Jungtier den Starkregen der vergangenen Woche überlebt. Auch in Berendshagen sieht es günstiger aus als zunächst angenommen: es waren zunächst vier Jungstörche im Horst, von denen jetzt noch drei leben. In Kritzmow wurden heute Teile einer Eischale unter dem Nest gefunden, in dem nach wie vor gebrütet zu werden scheint. Vielleicht klappt es ja hier in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten mit dem Storchennachwuchs!

Verluste beim Storchennachwuchs

In diesen Tagen erreichen uns - wie eigentlich in jedem Jahr um diese Jahreszeit - wiederholt Nachrichten von verendeten Storchenküken. Die Ursachen für diese jeweils sehr traurigen Ereignisse sind dabei vielfältig. So hat der Thulendorfer Jungstorch, der am Montag, vermutlich aus Nahrungsmangel, von einem Altvogel aus dem Nest geworfen wurde, bei seinem Sturz sehr wahrscheinlich innere Verletzungen davon getragen, die gestern zum Tod im Zoo Rostock führten. In Grammow, Fienstorf und Völkshagen/RDG erwischte es jeweils das kleinste, am wenigsten entwickelte Tier. Auch der Starkregen, der am Dienstag besonders westlich von Rostock große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit brachte, forderte seine Opfer. Wir haben noch keinen genauen Überblick, doch wissen wir bereits, dass die beiden (einzigen), erst sieben bis zehn Tage alten Jungstörche in Heiligenhagen sehr wahrscheinlich Opfer der Wetterunbilden wurden. Schon 2007 ereignete sich im gleichen Nest eine ähnliche Tragödie. Danach wurde eine Nestsanierung vorgenommen, doch hat sie offenbar nicht ausgereicht, um eine dauerhafte Besserung der Durchlässigkeit bei Starkregen herbeizuführen. Hoffen wir, dass die Auswirkungen insgesamt nicht so schlimm wie anfangs befürchtet ausgefallen sind. In den nächsten Tagen steht zum Glück ruhiges, weitgehend störungsfreies Wetter bevor. Wir betreuen zurzeit im Altkreis Ribnitz-Damgarten, in der Hansestadt Rostock und im Landkreis Bad Doberan etwas mehr als 100 besetzte Storchennester.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Bisher 74 Jungstörche gezählt

Aufgereiht wie die Orgelpfeifen zeigen sich diese drei Jungstörche in Clausdorf dem Beobachter. Sie gehören zu den größten von insgesamt 74 Jungstörchen (im Vorjahr: 93, 2007: 116), die wir in diesem Jahr bisher in den 58 besetzten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan gezählt haben. Die standortgenaue Verteilung ist über unsere Bruterfolgskarte abrufbar.
Bis zum Flüggewerden ab Mitte Juli wird sich sicherlich noch die eine oder andere Korrektur ergeben. An der Tatsache, dass der Bruterfolg in diesem Jahr auch in unsererer Region unterdurchschnittlich ist, wird sich aber kaum etwa ändern. Genaue Ursachen für die unbefriedigende Bilanz werden nach Ende der Storchensaison zu erörtern sein. Schon jetzt aber ist klar, dass das (zu) späte Eintreffen einer größeren Anzahl von Storchenpaaren eine wesentliche Rolle gespielt hat. In den neun Horsten, in denen der zweite Storch erst nach dem 1. Mai eintraf, ist letztlich kein einziges Küken groß geworden! Die späteste Paarbildung, die noch zum Erfolg führte, fand in Biendorf (bisher drei Jungstörche) und in Liepen (bisher zwei Jungstörche) statt - und zwar am 26. April. Veränderungen in der uns bekannten Anzahl der Jungstörche gab es zuletzt in Bandelstorf (drei statt zwei Jungstörche), in Broderstorf II (trotz Tod eines Jungstorchs ist noch einer im Horst) und in Groß Potrems (Abwurf eines bereits beringten Jungstorchs am 28. Juni).
Am Wochenende habe ich mich intensiv um die Frage gekümmert, ob in Stäbelow, wie von Anwohnern gemeldet, tatsächlich einer der beiden Brutstörche beringt ist. Leider gibt es immer noch kein endgültiges Ergebnis, denn nur einer der Altstörche stellte sich nach einer Fütterung auf ein Hausdach, während der andere gleich wieder abflog, ohne dass sein (verdächtigtes) rechtes Bein kontrolliert werden konnte. Ich tendiere jedoch inzwischen zu der Annahme, dass beide unberingt sind.
In Gerdshagen, dem einzigen Nest des Vorjahres, in dem sich trotz Bruterfolgs im vorigen Sommer dieses Mal kein Storchenpaar eingefunden hatte, berichteten Anwohner, dass dort nun doch bereits seit fünf Wochen ein einzelner Storch mehr oder weniger kontinuierlich anwesend sein soll. Zuletzt wurde sogar ein zweiter Storch gesichtet. Damit erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesetzung im kommenden Jahr.
Im Fotoalbum gibt es Bilder mit vielen Jungstörchen, dieses Mal aus Berendshagen, Clausdorf, Stäbelow, Schmadebeck II, Rederank und Gnemern (Landkreis Güstrow).

Ringstörche sorgen noch für Rätsel

In den vergangenen Tagen konnten auch die ersten beiden beringten Störche ausgemacht werden - in unserer Region nach wie vor eine Seltenheit. In Wendfeld befindet sich wie im vergangenen Jahr eine rechts unten mit einem Metallring beringte Störchin im Nest - das zeigt auch das folgende Foto. Leider gelang die Ablesung noch nicht.

Wenige Kilometer weiter südlich steht seit dem 6. April in Tessin dieser oben rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattete Storch im Nest. Leider ließ die Verschmutzung des Ringes mit Kotspuren eine Ablesung bisher noch nicht zu. Das sollte sich nach dem nächsten stärkeren Regen hoffentlich ändern.

In Thulendorf I ist das beringte Männchen des Vorjahres bisher noch nicht am Nest gesichtet worden. Sein dortiger Nachfolger ist unberingt. Unklar ist noch die Situation in Parkentin und in Schmadebeck I. Hier war eine Kontrolle bisher noch nicht möglich.

In den letzten Tagen sind weitere Störche zurückgemeldet worden. Unsere überarbeitete Ankunftskarte enthält die Ergänzungen von den Nestern Albertsdorf, Broderstorf I, Broderstorf II, Berendshagen, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Petschow und Vogtshagen (im Vorjahr unbesetzt!). Sehr auffällig ist das deutliche Gefälle zwischen dem östlichen, besser besetzten Teil des Landkreises und dem westlichen (Altkreis Bad Doberan).

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