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Schmadebeck II

Selbstrettung aus höchster Not - Bandelstorfer Männchen mit Drahtschlinge um den Hals


Unterschnabel verfängt sich in Drahtschlinge am Storchenhals. Bandelstorf, 5.5.17

Bei der heutigen Kontrolle des Bandelstorfer Storchenpaares kam es zu einer höchst dramatischen Situation. Das unberingte Männchen, das sich putzend auf dem Nest stand, schlug plötzlich wie toll mit den Flügeln umher und verrenkte den ganzen Körper, bevor es vom Nest abflog. Auf der nahen Wiese entdeckten wir die Ursache - er hatte sich mit dem Unterschnabel in einer Drahtschlinge verfangen, die ihm sehr eng um den Hals sitzt. Nach etwa zehn Minuten gelang es ihm zu unserer großen Erleichterung, den Unterschnabel aus der Schlinge zu bekommen. Danach beruhigte er sich, und wir sahen noch, wie er einige Zeit später das Brutgeschäft von seinem Weibchen übernahm. Wieso der Storch die Schlinge um den Hals hat, ist völlig unklar. Möglicherweise hat er sie sich bei der Nahrungssuche eingehandelt. Ihn davon zu befreien, wird kaum möglich sein, denn er ist voll flugfähig. Wir werden diesen Storch aber besonders unter Beobachtung halten. Erst einmal können wir nur hoffen, dass das schlimme Missgeschick nicht noch einmal auftritt. Anwohner berichten, dass die Schlinge schon mindestens zwei Wochen lang am Hals festsitzt.


Der Unterschnabel ist wieder frei - der Storch hat sich beruhigt, die Schlinge ist auf dieser Aufnahme gar nicht mehr zu erkennen. Sie sitzt aber weiter eng am Hals fest.

Leider müssen wir auch schon die beiden ersten Brutabbrüche vermelden. In Schmadebeck II stehen beide Störche seit wenigen Tagen auf dem Nest, nachdem davor schon längere Zeit gebrütet worden war. Die wahrscheinlichste Ursache ist ein Gelegeverlust nach Horstkämpfen, vermutlich am letzten Wochenende. Wenn jetzt nicht ein neues Weibchen am Nest ist, wird es leider in Schmadebeck in diesem Jahr keinen Storchennachwuchs geben. In Reinshagen ist das Paar bereits seit Ende März zusammen, eine Brut wurde bisher jedoch noch gar nicht sicher festgestellt. So ähnlich sah es auch im letzten Jahr aus. Auch hier kann es (unbeobachtete) Kämpfe, vielleicht auch mit Partnerwechsel gegeben haben. Es erscheint jedoch auch möglich, dass das Weibchen (wie eventuell schon im Vorjahr) nicht in der Lage ist, Eier zu legen.
Dieses Schicksal würde sie mit der beringten Störchin Helgoland 716T teilen, die in über zehn Jahren (bei diversen Kontrollen) nur zweimal ein einziges Ei gelegt haben dürfte. Lediglich 2015 brachte sie in Brünkendorf/RDG ein Junges durch. In diesem Jahr ist sie mit Partner ins benachbarte Alt Guthendorf umgezogen. Das frei gewordene Nest in Brünkendorf war dabei am Wochenende sehr umkämpft. Ein dreijähriger Storch, beringt in der Region Uecker-Randow, erlitt dabei eine Flügelfraktur. Er kam in den Zoo Stralsund, der Flügel musste leider amputiert werden.
Eine interessante Beobachtung gelang am Abend noch am Schornsteinhorst Pankelow I. Dort hatte über Wochen das beringte Männchen DEH H9768 gebaut, war aber am 20. April nach Cammin zu einem Weibchen umgezogen. Heute wurde dort augenscheinlich fest gebrütet. Den Platz im "gemachten Nest" hat nun ein anderer Storch eingenommen: DEH HH198, geschlüpft 2012 im Landkreis Ludwigslust, ist bei uns kein Unbekannter. Ich las seinen Ring bereits im Juli 2015 ganz in der Nähe bei der Getreideernte ab. Im Vorjahr war er kurzzeitig in Hohen Schwarfs auf dem Nest, wurde dort aber vom langjährigen Nestinhaber DEH H2189 vertrieben. Seit etwa 14 Tagen besetzt er nun wieder den Schornsteinhorst in Pankelow, wartet aber ebenso wie das Männchen im benachbarten Nest Pankelow II immer noch vergeblich auf ein Weibchen.

Jetzt ist er doch noch zurückgekommen...

In meinem letzten Eintrag hatte ich noch berichtet, dass in Hohen Schwarfs das langjährige Männchen mit dem Ring DEH H2189 als verschollen eingestuft wurde. Nun ist dieser zwölfjährige Storch doch noch zurückgekommen! Er traf am Samstag an seinem "Stammnest" ein und machte seinen Anspruch offenbar unmissverständlich deutlich. Die beiden neuen Störche wurden vertrieben, wir wissen noch nicht, wohin. Am Abend stand dann auch ein Weibchen mit im Nest. Ich denke, dass H2189 den letzten Winter in Südafrika verbracht haben könnte, so wie Senderstorch "Albert von Lotto", der immer noch auf dem Zug ist und zuletzt kurz vor dem Bosporus stand. Dass es in Hohen Schwarfs in diesem Jahr noch zu einer Brut kommen wird, ist eher unwahrscheinlich.
Bereits am Donnerstag gab es einen schweren, blutigen Horstkampf um das Nest Schmadebeck II. Glücklicherweise scheint die Brut fortgesetzt worden zu sein. Dagegen müssen wir aus Reinshagen leider einen Brutabbruch melden. Seit mindestens gestern wird nicht mehr gebrütet. Über die Gründe können wir nur rätseln, es wurden allerdings keine Eier unter dem Nest gefunden.
Erfreulich ist dagegen die Meldung aus Hohen Luckow, dass dort seit Mittwoch zwei Störche am Nest sind und auch bauen. Hohen Luckow ist ein alter Traditionsstandort, an dem jedoch seit einigen Jahren keine Störche mehr waren. Im März hatte unser Partner im Storchenschutz, der Netzbetreiber edis, das Nistangebot, das bis dahin ungewöhnlich weit draußen im Wiesenbereich gestanden hatte, auf meinen Wunsch und in Absprache mit den Verantwortlichen des Gutes näher an die Stallungen herangerückt. Wir drücken die Daumen, dass das Paar bleibt!

Jungstorch in Wendfeld verunglückt tödlich

Einer der Jungstörche aus der erfolgreichen Viererbrut in Wendfeld wird den Weg in den Süden leider nicht antreten können. DEH HR091 verunglückte am Wochenende beim Anflug an sein Nest tödlich. Bei stürmischem Wind ist er offenbar mit Wucht gehe eine hohe Hauswand geprallt. Unglücke dieser Art sind gerade bei Jungstörchen, die erst wenige Tage flügge sind und denen es noch an "Flugtauglichkeit" mangelt, nicht selten.
Das verwitwete Weibchen in Detershagen scheint es erwartungsgemäß gut zu schaffen, seine beiden Jungen allein groß zu bekommen. Auch hier dauert es nicht mehr lange bis zum Flüggewerden.
Unterdessen konnte ich in den letzten Tagen erneut einen von uns beringten Storch als Brutvogel ablesen. DEH H8985 schlüpfte 2009 in Schmadebeck/Hof Plate aus dem Ei. Er zieht in diesem Jahr erstmals am Forsthof Lüttenhagen/Mecklenburgische Seenplatte zwei Junge auf. Sein Partner musste vorübergehend auf dem Storchenhof Papendorf gepflegt werden, kehrte jedoch vor kurzem an sein Brutnest zurück.

Zögerlicher Einflug zu Ostern

Auch am Ostersonntag ist die große Mehrzahl der Storchennester in unserer Region noch unbesetzt. Einen ersten starken Einflug konnten wir noch nicht feststellen, auch wenn der eine oder andere Storch zuletzt noch hinzugekommen ist. Aktuell zähle ich sechs Horstpaare und acht Einzelstörche, von denen zuletzt beide Störche in Wendfeld, der erste in Biestow und der jeweils zweite in Reinshagen und Schmadebeck II eingetroffen sind. Interessanterweise konnte ich in Volkenshagen, wo 2014 ein unberingtes Paar brütete, gestern den dreijährigen Ringstorch DEH HH782 ablesen, den wir selbst 2012 in Stäbelow beringt hatten. Eigentlich erwarten wir nicht, dass jetzt bereits Brutanfänger unter den ersten Rückkehrern vertreten sind, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Die neueste Wetterprognose lässt auf eine Besserung der Großwetterlage und einen auf südliche bis östliche Richtung drehenden Wind - zum Ende der kommenden Woche hoffen. Spätestens dann sollte es einen starken Einflug geben.


Heutiger Rückkehrer baut sofort am Nest: Biestow, 5.4.15


"Storchenhochzeit" in Reinshagen, 5.4.15. Foto: A. Hornburg

Kein Vorankommen an den Nord-Karpaten

Heute veröffentlichte der NABU (unter http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/weissstorchbesenderung) die neuesten Daten seiner drei auf der Ostroute ziehenden Störche. Sie bestätigen unsere Vermutungen: in den letzten knapp zehn Tagen gab es für die Weißstörche kein Vorankommen an den Nord-Karpaten. Storch "Michael" versuchte es kurz vor Ostern, die Bergkette zu überwinden, er kehrte jedoch nach etwa 60 Kilometern wieder um. Auch dahinter wäre er kaum vorangekommen, hat es doch über Ostern praktisch in ganz Polen nochmals stark geschneit. So war er am Wochenende weiter in Ungarn, während "Gustav" die Slowakei erreicht hatte. Inzwischen hat sogar die Störchin "Astrid", die ihren Heimzug in Südafrika gestartet hatte und mehrere Tausend Kilometer mehr ziehen muss als die im Tschad bzw. im Südsudan überwinternden Senderstöche, ihren Rückstand fast aufgeholt. Auch sie zog sehr zügig durch den Nahen Osten und über die Türkei hinweg und war gestern schon diesseits des Bosporus. In den nächsten Tagen werden sich die ungünstigen Witterungsverhältnisse in der Slowakei und in Südwestpolen kaum verbessern. Erst ab Anfang nächster Woche sieht es nach einer Umstellung der Großwetterlage aus - und erst danach können wir bei uns mit dem Gros der Störche rechnen.
Heute stand ein Storch auf dem Horst Schmadebeck II - es ist noch nicht geklärt, ob es ein "neuer" Rückkehrer ist oder doch nur der am Sonntag am Horst Schmadebeck I eingetroffene Vogel. Weitere Rückmeldungen gab es keine.

Horstkämpfe, Partnerwechsel und verlassene Nester

Foto: G. Rosche, 18.4.11

Während dieses Storchenpaar in Niekrenz ein Bild trauter Zweisamkeit abgibt, haben sich in den letzten Tagen weniger harmonische Ereignisse ereignet. Nachdem die guten, aussichtsreichen Storchenreviere inzwischen fast alle besetzt sind, wird seit dem vergangenen Wochenende, an dem viele Störche in unserer Region eintrafen, vielerorts von Horstkämpfen berichtet. So war gestern der Horst Schmadebeck I den ganzen Tag über umkämpft. In Klingendorf fand am Montag nachweislich ein Wechsel statt - hier ist jetzt wieder (wie im Vorjahr) ein beringtes, bisher noch nicht identifiziertes Weibchen am Nest. Möglicherweise hat auch gleich das Männchen gewechselt. Unklar ist die Situation zurzeit am Horst Schmadebeck II, wo ein Seeadler vor einigen Tagen offenbar das bereits brütende Storchenpaar direkt am Nest attackiert hat. Eventuell wurde hier die Brut abgebrochen. Auf dem Storchenpflegehof Papendorf (UER) hat die Webcam aufgezeichnet, dass in der letzten Nacht um 1 Uhr (!) ein Fremdstorch bei Horstkämpfen die bereits gelegten zwei Eier herausgeworfen hat.
Noch befinden wir uns an vielen Nestern in der Findungsphase, da sind Wechsel durchaus üblich. In diesem Zusammenhang haben auch mehrere Einzelstörche, die bereits feste Horstbindung entwickelt zu haben schienen, ihre Nester wieder verlassen (Broderstorf I, Reppelin, Kritzmow, Vogtshagen). Hier besteht allerdings die Hoffnung, dass diese Nester noch von nachrückenden Störchen angenommen werden. In Reppelin hat unser Partner e.on-edis am Montag wie angekündigt gemeinsam mit uns einen neuen Mast samt Nisthilfe und Nistkorb aufstellen lassen. Der alte marode Mast samt verfallendem Nest wird in den nächsten Tagen entfernt werden. Die Maßnahme war ohnhehin mittelfristig geplant gewesen. Im Nachbardorf Barkvieren hat der Einzelstorch, der mitten im Dorf auf einem Baumstumpf ein Nest errichtet hat, seit Sonntag eine Partnerin.

Die aktuelle Ankunftskarte gibt es weiterhin hier

Jetzt kommen sie!

In der Abenddämmerung in Kritzmow entdeckt: der 1. Storch ist eingetroffen, Foto: B. Becker

Erstmals in diesem Jahr gab es heute einen vergleichsweise starken Einflug von zurückkehrenden Weißstörchen. Das gute Wetter in unserer Region wird dazu beigetragen haben. Es erreichten uns Nachrichten aus:
- Reinshagen, 1. Storch 4.4.
- Schwaan II, 2. Storch 4.4.
- Schmadebeck II, 2. Storch 5.4.
- Vogtshagen, 1. Storch 5.4.
- Kritzmow, 1. Storch 5.4.
- Biestow, 1. Storch 5.4.
- Berendshagen, 1. Storch 5.4.
- Hof Tatschow, 1. Storch 5.4.
- Liepen, 1. Storch 5.4.
- Parkentin, 1. Storch 5.4.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden heute beobachtet: Ehmkenhagen: zwei Störche; Kloster Wulfshagen, Gresenhorst: je ein Storch.
Vielen Dank allen Beobachtern und Meldern!
Erfreulich ist auch, dass sich die Wetterlage voraussichtlich nach Ostern umstellt und dann in Mitteleuropa eine südliche bis südwestliche Luftströmung vorherrschen wird.

Unsere erfahrenste Störchin ist zurück in Wendfeld

Fotos (2): B. Becker

Das erste Paar im alten Landkreis Bad Doberan ist komplett! Gestern trafen beide Störche in Wendfeld ein, heute konnten wir sie am Horst fotografieren. Dank der freundlichen Unterstützung der Anwohner gelang dabei auch gleich die Ablesung des Metallringes am rechten Fuß der Störchin. Es ist wieder Hiddensee KA 3528, mit jetzt 18 Jahren unsere erfahrenste Ringstörchin, die hier seit Jahren erfolgreich Nachwuchs heranzieht (im Vorjahr waren es vier Jungstörche, die flügge wurden). Beide Partner wirkten sehr vertraut miteinander und feierten bereits gleich nach der Rückkehr "Storchenhochzeit". Das Männchen ist unberingt, strahlt jedoch die gleiche Gelassenheit aus wie das erfahrene Weibchen. Ich denke, es ist der Partner des Vorjahres. Das Wendfelder Nest ist wieder sehr früh besetzt - seit 2007 lagen elf von zwölf Ankünften im März. Wünschen wir dem Storchenpaar wieder ein erfolgreiches Storchenjahr!
Allerdings stellen die zurück gekehrten Störche in Wendfeld noch eine Ausnahme dar. Wir kontrollierten gestern Abend und heute in unserem Betreuungsgebiet rund 25 Nester und trafen dabei ansonsten nur auf die beiden schon seit voriger Woche anwesenden Einzelstörche in Kröpelin und am Horst Schmadebeck II. Beide befanden sich jeweils auf Nahrungssuche. Es bestätigt sich damit die Prognose der letzten Tage, dass der über weiten Teilen Mittel- und Osteuropas herrschende, kräftige Nord- bis Westwind die Rückkehr der Ostzieher hinauszögert. Zusätzlich sorgt tiefer Luftdruck mit Regen über Polen für schlechte Zugbedingungen. Es kann also durchaus noch einige Tage dauern, bis die erste größere Rückkehrerwelle bei uns eintrifft.

Erster Storch in Schmadebeck

Foto: H. Plate

Seit heute ist der erste Storch im alten Landkreis Bad Doberan zurück - wie im Vorjahr kam die Meldung vom Horst Schmadebeck II (Hof Plate)! In den letzten sechs Brutzeiten kam der erste Storch hier immer zwischen dem 20. und dem 24. März an (einzige Ausnahme war 2009). Ob es schon der erste Ostzieher ist oder doch ein später Westzieher? Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Ostzieher jetzt schon in größerer Anzahl bis in unsere Brutgebiete gelangen.
In Langenhanshagen (RDG) ist unterdessen seit gestern ein zweiter Storch am Nest, die Ringstörchin A 277 ist damit nicht mehr allein.

Weitere Jungstörche sind geschlüpft


Etwa zwei Wochen alt dürften diese beiden Storchenküken in Biestow sein.

In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen Storchenhorsten weitere Jungstörche geschlüpft. So lange sie noch sehr klein sind, kann man sie aus der "Froschperspektive" nur schwer erkennen. Doch mit jedem Tag wachsen sie und recken die Hälse immer mehr. Mit einigem Vorbehalt können wir einige Zahlen mitteilen, die sich aber noch sehr verändern können, nach oben wie nach unten. In folgenden Nestern - von denen wir es schon wissen - war die Brut erfolgreich: Biestow Dorf (2 juv.), Clausdorf (mind. 1 juv.), Hohen Schwarfs (mind. 1 juv.), Kröpelin (3 juv.), Schmadebeck I (2 juv.), Schmadebeck II (3 juv.), Schwaan II (3 juv.). In anderen Nestern wird sich das Brutgeschäft dagegen teilweise noch bis in die zweite Juni-Hälfte hineinziehen.
Seit Mitte Mai hat die Witterung in unserer Region gut mitgespielt, es war häufig sonnig, hat dennoch zwischendurch immer wieder geregnet und die Temperaturen waren nicht zu niedrig. Es sind uns bisher keine weiteren Abwürfe gemeldet worden, aber vieles spielt sich auch im Verborgenen ab.
Keinen Storchennachwuchs wird es leider in Hohen Luckow geben. Hier standen die Altstörche heute beide relativ beschäftigungslos im Horst, waren vor ein paar Tagen auch gemeinsam auf Nahrungssuche gesehen worden. Die Gründe für den Brutabbruch sind bisher nicht bekannt. Vielleicht haben auch hier Horstkämpfe eine Rolle gespielt. Demgegenüber ist das Nest in Wohrenstorf seit dem Wochenende von einem Paar besetzt. Im Vorjahr hatten sich hier nach mehrjähriger Pause zwischen Juni und August zwei Störche aufgehalten. Auch 2011 wird es leider zu keiner Brut mehr kommen. Das gilt auch für Griebnitz, wo mittlerweile ein zweiter Storch feste Horstbindung gefunden zu haben scheint.

Die beiden ersten Störche in unserer Region sind da

Nun gibt es auch aus unserer Region die ersten beiden Beobachtungen von Weißstörchen.
In Pastow bei Rostock ist bereits gestern ein Storch eingetroffen, der auch über Nacht blieb. Ob er aber dauerhaft Horstbindung entwickelt, erscheint mir unsicher, denn in den vergangenen Jahren gab es hier kein Brutpaar. Nur ein Einzelstorch ließ sich im Juli und August in Pastow regelmäßig blicken. Vielleicht ist es dieses Individuum? Oder ist es ein "neuer" Storch, der nach einem Horst für sich sucht und sich dabei erst einmal orientiert?
Anders sieht es wohl am Standort Schmadebeck II aus, denn hier gibt es seit Jahren die Tradition einer besonders frühen Rückkehr des ersten Storchs. So sind in unser Storchendatenbank unter anderem Rückmeldungen vom 20.3.2007 und vom 24.3.2010 enthalten. Außerdem handelt es sich um einen seit Jahren durchgängig besetzten Standort mit sehr häufigem Bruterfolg. Ich denke, dieser Storch wird bleiben. In jedem Fall hat auch bei uns die Storchensaison begonnen!

Bis zu 70 Störche bei Hohen Luckow versammelt


Foto: K. Holland (Gut Hohen Luckow)

Rund 70 Störche sind gestern gleichzeitig in der Nähe von Hohen Luckow auf einer Ackerfläche gesehen worden, auf der Luzerne gehäckselt wurden. Dank kurzfristiger Benachrichtigung konnte ich mir heute Abend selbst ein Bild von der Situation machen - es war spektakulär! Zunächst traf ich zwei Alt- und acht Jungstörche auf einem Feld an, kurz danach wimmelte es dann nur so von fliegenden Störchen in der Luft. Ich fühlte mich an die Rühstädter Verhältnisse erinnert als ich nach Hohen Luckow zurückfuhr. Zahlreiche Störche kehrten von der Nahrungssuche zurück, um ihre Übernachtungsstandorte aufzusuchen. Auf einem hohen Turm, auf dem Kirchendach sowie auf mehreren Hausdächern hatten sich zahlreiche Störche schon zur Übernachtung versammelt. Später sah ich weitere auf Wirtschaftsgebäuden des Gutshofes sowie in Richtung Groß Belitz auf mehreren Strommasten. Insgesamt zählte ich etwa 45 Störche, zum allergrößten Teil waren es Jungstörche, die sich jetzt auf dem Weg in Richtung Süden sammeln. Bei entsprechender Thermik werden sich sicherlich in den nächsten Tagen aufbrechen. Zahlreiche Passanten hielten an und staunten über das ungewöhnliche Ereignis. Leider fand ich auch einen toten Jungstorch unter einer Stronleitung, vermutlich war es ein Leitungsanflug. Anhand der Ringnummer konnte ich ihn als einen Hohen Luckower Jungstorch identifizieren. Insgesamt gelangen mir nie für möglich gehaltene 13 Ringablesungen. In diesem großen Storchentrupp waren Jungstörche aus den Nestern Wendfeld, Schmadebeck I (alle drei!), Schmadebeck II, Schwaan I, Pankelow II, Hohen Schwarfs, Jürgenshagen, Göldenitz und Stäbelow vertreten. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass auch mindestens einer der von uns am 4. August ausgewilderten Jungstörche Anschluss zu dieser Gruppe gefunden hat - der im Zoo von Hand aufgezogene Jungstorch "HC984". Längst nicht alle Störche konnten kontrolliert werden, zumeist, weil sie auf "dem falschen Bein" standen. Ich werde also morgen wieder in Hohen Luckow sein und anschließend darüber berichten - dann auch mit mehr Fotos!

Immer mehr geschlüpfte Jungstörche werden gemeldet

Zum ersten Mal seit 2004 scheint es in Groß Bölkow Storchennachwuchs zu geben. Es wurden eindeutig Fütterungen festgestellt, die Jungen scheinen aber noch sehr klein zu sein. Nachdem seit zwei Tagen nun endlich Sonnenschein das Wetter bestimmt, zeigen sich die vor zwei bis drei Wochen geschlüpften Jungstörche immer häufiger. Dementsprechend erhielten wir auch erste zahlenmäßige Meldungen, wobei das zum einen noch vorläugige (Mindest-)Zahlen sind und zum anderen erst Mitte Juli, zum Zeitpunkt des Flüggewerdens, endgültig abgerechnet wird. Die Zahlen im Detail:
- Schmadebeck I, Zeez: 3
- Schmadebeck II, Biestow Dorf, Broderstorf I: 2
- Clausdorf, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Grammow, Lieblingshof: 1
Ab sofort ist unsere "Bruterfolgskarte" wieder verfügbar. In den nächsten Tagen werden die vielen Fragezeichen hoffentlich deutlich weniger werden.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Warum die nächsten 12 Tage vorentscheidend sind...

In den kommenden zwölf Tagen bis zum Ostermontag (5. April) wird sich bereits eine Grundtendenz für den Verlauf der Storchensaison 2010 herausbilden. Langjährige Untersuchungsreihen zeigen, dass die Störche, die bis zu diesem Termin bereits beide an ihrem Horst eingetroffen sind, regelmäßig einen weitaus größeren Bruterfolg haben als die Paare, die erst später zusammenfinden. Das hängt vor allem damit zusammen, dass sie tendenziell mehr Eier legen und offenbar auch bessere Nahrungsvoraussetzungen für die Aufzucht ihres Nachwuchses haben. So wurden in den letzten drei Jahren im Landkreis Bad Doberan etwa zwei Drittel aller Jungstörche in Horsten flügge, die am 5. April schon von beiden Elternvögeln besetzt waren. 2007 und 2008 waren sogar schon bis zum 31. März jeweils ein Drittel der Horstpaare komplett. 2009 traf das nur für ein einziges Paar zu, während die Hauptwelle erst zwischen dem 1. und dem 5. April eintraf - bekanntlich wurde es ein schlechtes Storchenjahr. Wir bitten herzlich alle Storchenfreunde in der Region, uns ihre Beobachtungen wieder mitzuteilen.

Aktuell zu vermelden gibt es heute einen Anruf aus Schmadebeck. Am dortigen Horst II (Hof Plate) ist heute Nachmittag der erste Storch gesehen worden. Dass dies nicht in jedem Fall mit der Inbesitznahme des Horstes gleichzusetzen ist, zeigt das Beispiel Biestow Dorf, wo es vorgestern die erste Sichtung gab. Heute Abend stand kein Storch auf dem Horst. Da es schon dunkel war, wird es dort sehr wahrscheinlich auch zu keiner Übernachtung kommen. Ich denke, es hat sich hier "nur" um einen Horstbesucher gehandelt. Bei Schmadebeck II bin ich optimistischer, wie ein Blick auf die Ankunftsdaten des ersten Storchs in den letzten Jahren (siehe Menüpunkt "Einzelnester") zeigt: 20.3., 24.3., 31.3. Schließlich gibt es im Nachbarlandkreis Nordvorpommern das erste komplette Paar: bei "Laternenstorch" A 277 in Langenhanshagen ist gestern ein Partner eingetroffen.

Bisher 74 Jungstörche gezählt

Aufgereiht wie die Orgelpfeifen zeigen sich diese drei Jungstörche in Clausdorf dem Beobachter. Sie gehören zu den größten von insgesamt 74 Jungstörchen (im Vorjahr: 93, 2007: 116), die wir in diesem Jahr bisher in den 58 besetzten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan gezählt haben. Die standortgenaue Verteilung ist über unsere Bruterfolgskarte abrufbar.
Bis zum Flüggewerden ab Mitte Juli wird sich sicherlich noch die eine oder andere Korrektur ergeben. An der Tatsache, dass der Bruterfolg in diesem Jahr auch in unsererer Region unterdurchschnittlich ist, wird sich aber kaum etwa ändern. Genaue Ursachen für die unbefriedigende Bilanz werden nach Ende der Storchensaison zu erörtern sein. Schon jetzt aber ist klar, dass das (zu) späte Eintreffen einer größeren Anzahl von Storchenpaaren eine wesentliche Rolle gespielt hat. In den neun Horsten, in denen der zweite Storch erst nach dem 1. Mai eintraf, ist letztlich kein einziges Küken groß geworden! Die späteste Paarbildung, die noch zum Erfolg führte, fand in Biendorf (bisher drei Jungstörche) und in Liepen (bisher zwei Jungstörche) statt - und zwar am 26. April. Veränderungen in der uns bekannten Anzahl der Jungstörche gab es zuletzt in Bandelstorf (drei statt zwei Jungstörche), in Broderstorf II (trotz Tod eines Jungstorchs ist noch einer im Horst) und in Groß Potrems (Abwurf eines bereits beringten Jungstorchs am 28. Juni).
Am Wochenende habe ich mich intensiv um die Frage gekümmert, ob in Stäbelow, wie von Anwohnern gemeldet, tatsächlich einer der beiden Brutstörche beringt ist. Leider gibt es immer noch kein endgültiges Ergebnis, denn nur einer der Altstörche stellte sich nach einer Fütterung auf ein Hausdach, während der andere gleich wieder abflog, ohne dass sein (verdächtigtes) rechtes Bein kontrolliert werden konnte. Ich tendiere jedoch inzwischen zu der Annahme, dass beide unberingt sind.
In Gerdshagen, dem einzigen Nest des Vorjahres, in dem sich trotz Bruterfolgs im vorigen Sommer dieses Mal kein Storchenpaar eingefunden hatte, berichteten Anwohner, dass dort nun doch bereits seit fünf Wochen ein einzelner Storch mehr oder weniger kontinuierlich anwesend sein soll. Zuletzt wurde sogar ein zweiter Storch gesichtet. Damit erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesetzung im kommenden Jahr.
Im Fotoalbum gibt es Bilder mit vielen Jungstörchen, dieses Mal aus Berendshagen, Clausdorf, Stäbelow, Schmadebeck II, Rederank und Gnemern (Landkreis Güstrow).

41 Jungstörche beringt

Wie hier in Moitin sind am heutigen Dienstag in der ersten großen Beringungsaktion in unserem Landkreis seit 1988 in 17 Horsten insgesamt 41 Jungstörche beringt worden. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Standorte:

- Albertsdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Broderstorf I: 2 Jungstörche, davon einer deutlich kleiner
- Thulendorf: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Wendfeld: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Niekrenz: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Cammin: 3 Jungstörche, davon zwei sehr kräftig und einer gut entwickelt
- Göldenitz/Dummerstorf: 1 noch recht kleiner Jungstorch (dazu befand sich ein nicht ausgebrütetes Ei im Horst)
- Pankelow: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Groß Potrems I: 1 mittelmäßig großer und ein sehr kleiner Jungstorch (letzterer ist noch ein Sorgenkind)
- Rukieten: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan II: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan I: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Moitin: 2 große, kräftige Jungstörche
- Schmadebeck II: 3 Jungstörche, davon 2 gut entwickelt und einer deutlich kleiner
- Clausdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Stäbelow: 3 gut entwickelte Jungstörche; Anwohner meldeten, dass einer der Altstörche unten rechts beringt ist
- Parkentin: 1 gut entwickelter Jungstorch (zuvor gab es 2 Abwürfe)

An mehreren Standorten wurde die vorher vermutete Anzahl an Jungstörchen erfreulicher Weise übertroffen, der Durchschnittswert liegt bei 2,41 Jungstörchen pro erfolgreichem Brutpaar. Die erlebnisreiche Beringungsaktion, über die wir in den nächsten Tagen noch ausführlicher und vor allem mit vielen Fotos berichten werden, wird am 7. Juli (mit jetzt noch zu kleinen Storchenküken) fortgesetzt.

Gleich zwei Ringstörche identifiziert

Am Wochenende gelang gleich bei zwei Ringstörchen eine Identifizierung - es sind "gute Bekannte". Die oben im Bild befindliche Brutstörchin "Hiddensee KA 3528" ist bereits 15 Jahre alt und zieht in Wendfeld wie im Vorjahr drei Jungstörche groß. Ebenfalls um einen weiblichen Vogel handelt es sich bei diesem Storch (im Bild unten), der 2001 in Sachsen-Anhalt mit der Ringnummer "Hiddensee L 864" beringt wurde und in Parkentin bereits zum vierten Mal seit 2006 erfolgreich gebrütet hat.

Jungstörche konnten jetzt auch in Neu Thulendorf (zwei), Cammin (drei) und Reinshagen (mindestens einer) nachgewiesen werden, in Schmadebeck II zeigte sich noch ein dritter Jungstorch. Die Bruterfolgskarte ist aktualisiert worden.

Zahlreiche Storchenküken werden Opfer der nasskalten Witterung

Dieser etwa zwei bis drei Wochen alte Jungstorch, den ich heute Abend frischtot unter dem Storchenhorst in Rukieten fand, ist vermutlich nur eines von zahlreichen Küken, die der augenblicklichen, nasskalten Witterungsperiode in unserer Region zum Opfer fallen. Gestern und heute meldeten Anwohner (aus Moitin, Clausdorf, Schmadebeck II und Rederank) den Fund von vier weiteren Abwürfen, wobei dies nur die Spitze des Eisbergs sein dürfte, denn viele dieser tragischen Vorfälle bleiben unentdeckt oder werden uns nicht gemeldet. Aus Kröpelin erhielten wir die Information, dass dort statt anfangs vier jetzt nur noch drei Jungstörche zu sehen sind, und auch in Grammow sind es nur noch zwei oder drei statt ursprünglich vier Jungstörche. In allen Fällen ist allerdings noch mindestens ein weiteres Küken im Horst, sodass zumindest noch keine "Totalausfälle" gemeldet wurden. Der landläufig als "Schafskälte" bezeichnete Einbruch von Polarluft trifft besonders die früh geschlüpften Jungstörche, die jetzt im Alter von zwei bis drei Wochen nicht mehr ausreichend von ihren Eltern gehudert werden können. Bei Regenmengen von 18 Litern in 6 Stunden (wie letzte Nacht in Rostock-Warnemünde) und gleichzeitigen Temperaturen weit unter 10 Grad Celsius kommt es schnell zu einer Durchnässung und Unterkühlung, die dann auch bei gut ernährten Jungstörchen sehr schnell zum Tode führen kann. Nach Auswertung der Regenradarbilder der vergangenen Nacht scheint der Ostteil unseres Landkreises besonders anhaltenden und starken Niederschlag abbekommen zu haben. Leider hält das niederschlagsträchtige und sehr kühle Wetter auch morgen noch an. Wir müssen somit davon ausgehen, dass es noch in etlichen weiteren Nestern zu Verlusten unter dem Storchennachwuchs kommen wird.

Die ersten Storchenpaare haben Nachwuchs!

In den letzten Tagen sind nun auch in unserer Region - wie hier in Heiligenhagen - die ersten Storchenküken geschlüpft. Zwar sind sie noch viel zu klein, als dass man sie aus der Froschperspektive im Nest erkennen könnte, doch gibt es in verschiedenen Nestern unverkennbare Anzeichen. Am eindeutigsten sind Fütterungen, die gestern außer in Heiligenhagen auch in Biestow Dorf, Kröpelin und Schmadebeck II beobachtet werden konnten. Es ist davon auszugehen, dass noch in zahlreichen weiteren Nestern Junge geschlüpft sind. Verlässliche zahlenmäßige Angaben werden allerdings erst im Juni möglich sein.
Ebenfalls gestern erhielten wir die Nachricht, dass seit wenigen Tagen der Storchenhorst in Kritzmow von einem Paar besetzt ist. Für eine Brut ist es in diesem Jahr zu spät, doch wäre es eine gute Ausgangsposition für das kommende Jahr, wenn sie jetzt längere Zeit Horstbindung entwickeln würden.
Aktuelle Fotos gibt es wieder im Fotoalbum - dieses Mal aus Biestow Dorf, Heiligenhagen, Kröpelin und Schmadebeck.

Frische Storchenliebe in Parkentin


Frisch verliebtes Storchenpaar in Parkentin

Anders als in den Vorjahren ist das Parkentiner Storchenpaar in diesem Jahr schon zeitig zusammen. Gestern traf die Störchin ein. Ob es "Hi L 864", der Brutvogel der vergangenen Jahre ist, steht noch nicht fest. In jedem Fall gingen die beiden sofort sehr vertraut miteinander um. Wir werden uns um die Auflösung kümmern.
Es gibt eine ganze Menge weiterer Rückkehrer zu vermelden (aus Rederank, Schmadebeck II, Cammin, Tessin, Göldenitz/Amt Schwaan, Bandelstorf, Benitz und Hohen Schwarfs). Alle Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

Besonders schöne Storchenfotos aus unserer Region

Heidi und Bernd Rosien aus Berlin haben auch in diesem Jahr während ihres Urlaubs wieder wunderschöne Storchenfotos an einigen ausgewählten Standorten unserer Region gemacht. Aus Stäbelow gibt es neben diesem noch eine ganze Serie, die ich ebenso wie ein weiteres aus Parkentin ins Fotoalbum übernehmen durfte. Herzlichen Dank dafür! Auf ihrer Website haben die Rosiens weitere Storchenfotos vom 15./16. Mai (in ebenfalls hervorragender Qualität) von den Standorten Schmadebeck I, Schmadebeck II, Roggow, Parkentin und Thulendorf eingestellt.

Anhaltende Trockenheit bereitet Störchen Probleme bei der Nahrungsbeschaffung für ihre Kücken


In Grammow haben Anwohner bereits zwei kleine Schnäbel im Nest erkennen können. Der Nachwuchs ist dort jetzt etwa 14 Tage alt.

Der Monat Mai war in unserer Region bisher außerordentlich sonnig und trocken. Mit Ausnahme eines einzigen Regentages am 17. Mai ist seit über drei Wochen vielerorts praktisch kein Niederschlag gefallen. Für die Störche ist dieser Zustand besonders jetzt problematisch, wo in vielen Nestern Nachwuchs geschlüpft ist. Die für die kleinen Schnäbel besonders wichtigen Regenwürmer sind für die Altvögel nur sehr schwer zu finden. Sie schaffen es nicht, genügend Nahrung für alle geschlüpften Jungen heranzuschaffen und reagieren instinktiv mit dem Reduzieren ihres Nachwuchses. So fand ich am Freitag in Kowalz zwei und in Thelkow ein abgeworfenes Jungtier (jeweils im Alter von vielleicht fünf bis zehn Tagen). In Gnewitz beobachteten Anwohner, wie einer der Altstörche kurz nacheinander gleich zwei Jungtiere verschlang. Auch dieses Verhalten (Kronismus) ist arttypisch, wird jedoch selten direkt beobachtet. In allen drei genannten Nestern befindet sich weiterer Nachwuchs, ebenso in vielen weiteren. Konkrete Beobachtungen gibt es von diesem Wochenende aus Clausdorf, Grammow, Kröpelin und Wendfeld. An vielen weiteren Standorten gibt es sichere Hinweise. Für eine Bestimmung von Jungenzahlen sind die Kücken jedoch noch immer zu klein. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die später eingetroffenen Storchenpaare in Kritzmow, Altenhagen I, Parkentin und Vorder Bollhagen auch weiterhin brüten. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie sich das Storchenjahr weiter entwickelt. Regenfälle - nur kein Starkregen - wären sehr erwünscht.

Weitere Nachzügler eingetroffen

Auch in den vergangenen beiden Tagen erreichten uns Nachrichten über zurückgekehrte Störche. So ist der Horst Schmadebeck II seit dem 6.4. und der in Berendshagen seit dem 9.4. von zwei Störchen belegt, während in Neu Broderstorf der erste Storch am 8.4. gesichtet wurde. Heute erhielten wir dann aus Roggow die Information, dass gegen Mittag ein zweiter Storch am Nest eingetroffen ist. Da er bis zum Abend blieb und offenbar gut mit dem bereits seit 14 Tagen anwesenden Storch harmoniert, scheint es also tatsächlich einen Nachfolger für den legendären, 21 Jahre alt gewordenen Storch "Klappi" zu geben, der bis zu seinem Unfalltod im vergangenen August über viele Jahre das Roggower Nest dominierte. An anderen Standorten bietet sich zurzeit dagegen noch ein ähnliches Bild wie hier am vergangenen Sonntag in Heiligenhagen, wo noch auf einen zweiten Storch gewartet wird:

Günstige Witterungsbedingungen sorgen für weitere Rückkehrer

Seit Freitag zurück: der erste Storch in Detershagen

Bei einer großen Rundfahrt durch den westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan konnten heute weitere fünf zurück gekehrte Störche festgestellt werden. Die Daten dazu lauten im Einzelnen (jeweils 1. Storch):
- Detershagen 28.3.
- Kirch Mulsow 28.3.
- Reinshagen 29.3.
- Gerdshagen 29.3.
- Kröpelin III 30.3.
Bei den noch bis Dienstag angekündigten günstigen Witterungsbedingungen (mit südlichen bis östlichen Windrichtungen) sollte sich die Anzahl der Rückkehrer noch deutlich erhöhen.
Weitere Fotos von den jeweils mit einem Einzelstorch besetzten Storchenhorsten Detershagen, Schmadebeck II, Kröpelin III und Reinshagen gibt es im Fotoalbum).

Störche Nr. 4-7 zurückgemeldet

Heute erreichten uns weitere Rückkehrerdaten. In Rukieten traf der erste Storch bereits am 17. März ein, am Horst Schmadebeck II am 24. März und in Fienstorf waren es heute (29. März) bereits beide Störche.

Wo sind die ersten Störche in unserer Region zu erwarten?


Mit Ausnahme des Stäbelower Storches, den ich heute beim weiteren Ausbau seines Horstes fotografieren konnte, hat es bisher in unserer Region noch keine Meldungen von Storchen-Ankünften gegeben. Im vergangenen Jahr traf der zweite Storch des Jahres am 20. März am Horst Schmadebeck II ein, am 24. März folgten der erste Storch am Standort Rostock Zoo I und der zweite in Stäbelow. In diesem Jahr ist die Großwetterlage über Mittel- und Südosteuropa ganz offensichtlich ungünstiger, sodass wir noch etwas Geduld aufbringen müssen.
Allerdings gibt es aufgrund der Ankunftsdaten der vergangenen Jahre gute Anhaltspunkte, wo dann die ersten Störche zu erwarten sein werden. Regelmäßig besonders früh besetzt waren unter anderem die Horste Bandelstorf, Broderstorf I u. II, Clausdorf I, Detershagen, Grammow, Hohen Luckow, Lieblingshof, Rostock Zoo I, Schmadebeck I u. II sowie Schwaan II. Im Vergleich zu den bereits reichlich besetzten Horsten in Bayern, Rheinland-Pfalz und auch Teilen Schleswig-Holsteins, zeigt sich einmal mehr, dass der Landkreis Bad Doberan auch in diesem Jahr kein Zielgebiet für "Westzieher" ist (vom Stäbelower Einzelstorch einmal abgesehen).

Schmadebeck und Gerdshagen am Abend

Auf einer kleinen Rundfahrt konnte ich gestern Abend im Nest Schmadebeck I vier Jungstörche zählen, damit hat sich eine zwischenzeitliche Information von Storchenfreunden bestätigt, denn bisher waren uns von dort nur drei gemeldet worden. Am benachbarten Standort Schmadebeck II standen drei stattliche Jungstörche im Nest. Bald werden sie ihre ersten Flugversuche unternehmen. Einen traurigen Fund musste ich leider in Gerdshagen I machen - dort lag ein toter, ca. 4 bis 6 Wochen alter Jungstorch unter dem Nest. Die positive wie die negative Entdeckung haben eine erneute Aktualisierung der Bruterfolgskarte notwendig gemacht. Im Fotoalbum gibt es neben diesem Foto von den Vierlingen im Horst Schmadebeck I noch einige weitere Aufnahmen von gestern Abend.

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