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Stäbelow

42 Jungstörche in 15 Horsten beringt

Blick in das Stäbelower Nest mit drei soeben beringten Jungstörchen (Foto: C. Roscher)

Am heutigen Montag konnten im Rahmen der ersten diesjährigen Beringungstour durch den Landkreis Bad Doberan an 15 Nestern insgesamt 42 Jungstörche mit einem ELSA-Ring beringt werden. Der Durchschnitt von 2,8 liegt erfreulicherweise über den Vergleichswerten von 2009 und 2010 - endgültig abgerechnet wird allerdings erst in etwa vier Wochen! Im Einzelnen fanden wir folgende Jungstörche (juv.) vor:
- Volkenshagen: 3 kräftige juv.
- Wendfeld: 4 kräftige juv.
- Liepen: 4 kräftige juv.
- Cammin: 3 kräftige juv.
- Göldenitz: 1 mittelgroßer und 1 kleinerer juv., dazu zwei tote juv.
- Pankelow II (Mast): 3 kräftige juv.
- Hohen Schwarfs: 1 mittelgroßer und 1 kleinerer juv.
- Schwaan II (Mast): 3 kräftige juv.
- Rederank: 3 kräftige juv.
- Schmadebeck I: 1 kräftiger und 1 mittelgroßer juv., dazu ein unbefruchtetes Ei
- Schmadebeck II: 2 kräftige und 1 mittelgroßer juv.
- Wischuer: 3 kräftige juv.
- Clausdorf: 2 mittelgroße juv., dazu gab es zuvor 2 Abwürfe
- Stäbelow: 3 mittelgroße juv.
- Biestow Dorf: 2 kräftige juv.
Die zweite Beringungsrunde im Landkreis Bad Doberan findet voraussichtlich am 11. Juli statt. Bilder von der heutigen Beringungstour sind im Fotoalbum zu sehen.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wird an diesem Donnerstag, 23. Juni, beringt.
Die heutige Fahrt führte auch am Storchenhorst in Thelkow vorbei, wo erstmals ein zweiter Altstorch im Horst gesichtet wurde. Wir werden uns bemühen, sein Ankunftsdatum zu ermitteln.
Schließlich sei noch auf unsere "Bruterfolgskarte" verwiesen, die weiterhin fast täglich aktualisiert wird. Heute konnten die beiden Rostocker Nester (Zoo I und Zoo II) mit je zwei Jungstörchen sowie Kowalz (mit drei statt zwei Jungstörchen) ergänzt werden.

Weitere Jungstörche sind geschlüpft


Etwa zwei Wochen alt dürften diese beiden Storchenküken in Biestow sein.

In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen Storchenhorsten weitere Jungstörche geschlüpft. So lange sie noch sehr klein sind, kann man sie aus der "Froschperspektive" nur schwer erkennen. Doch mit jedem Tag wachsen sie und recken die Hälse immer mehr. Mit einigem Vorbehalt können wir einige Zahlen mitteilen, die sich aber noch sehr verändern können, nach oben wie nach unten. In folgenden Nestern - von denen wir es schon wissen - war die Brut erfolgreich: Biestow Dorf (2 juv.), Clausdorf (mind. 1 juv.), Hohen Schwarfs (mind. 1 juv.), Kröpelin (3 juv.), Schmadebeck I (2 juv.), Schmadebeck II (3 juv.), Schwaan II (3 juv.). In anderen Nestern wird sich das Brutgeschäft dagegen teilweise noch bis in die zweite Juni-Hälfte hineinziehen.
Seit Mitte Mai hat die Witterung in unserer Region gut mitgespielt, es war häufig sonnig, hat dennoch zwischendurch immer wieder geregnet und die Temperaturen waren nicht zu niedrig. Es sind uns bisher keine weiteren Abwürfe gemeldet worden, aber vieles spielt sich auch im Verborgenen ab.
Keinen Storchennachwuchs wird es leider in Hohen Luckow geben. Hier standen die Altstörche heute beide relativ beschäftigungslos im Horst, waren vor ein paar Tagen auch gemeinsam auf Nahrungssuche gesehen worden. Die Gründe für den Brutabbruch sind bisher nicht bekannt. Vielleicht haben auch hier Horstkämpfe eine Rolle gespielt. Demgegenüber ist das Nest in Wohrenstorf seit dem Wochenende von einem Paar besetzt. Im Vorjahr hatten sich hier nach mehrjähriger Pause zwischen Juni und August zwei Störche aufgehalten. Auch 2011 wird es leider zu keiner Brut mehr kommen. Das gilt auch für Griebnitz, wo mittlerweile ein zweiter Storch feste Horstbindung gefunden zu haben scheint.

Turbulenzen und Kuriositäten


Allabendlicher Angriff auf das Stäbelower Nest. Foto: T. Kalbe

Während sich die Nester in unserer Region weiterhin nur sehr zögerlich füllen, gab es an verschiedenen, bereits besetzten Storchenhorsten kuriose, aber auch turbulente Szenen. Dank intensiver Beobachtung durch die Anwohner klärt sich das Geschehen am Stäbelower Horst zunehmend auf. Das in diesem Jahr neue Männchen aus Ostvorpommern (Hiddensee I 453) behauptet bisher seinen Platz, obwohl es heute den dritten Abend nacheinander von einem anderen Storch - vermutlich ebenfalls einem Männchen - attackiert wurde. Auf einem Anwohnerfoto (siehe Fotoalbum) ist zu erkennen, dass es sich offenbar um einen ebenfalls unten rechts beringten, aber mit einem schwarzen ELSA-Ring ausgestatteten Storch handelt. Die Identität dieses Angreifers ist noch nicht geklärt, ebenso wissen wir noch nicht, wo er sich üblicherweise aufhält. Ein Anruf aus dem benachbarten Kritzmow lässt das dortige Storchennest als Standort möglich erscheinen. Das Stäbelower Storchenpaar hat offensichtlich am Sonntag oder Montag mit der Brut begonnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Störungen bald aufhören und das Gelege unbeschadet bleibt.

In Satow Hof mussten wir die Freude der Anwohner über das vermeindliche Eintreffen des 1. Storches leider trüben - bei näherer Betrachtung entpuppte sich der im Nest liegende Storch als das durch seine Wölbung am Kopf identifizierbare Männchen aus Heiligenhagen, das zurzeit noch solo ist. Am Abend war das Nest in Satow leer, stattdessen lag der "Wölbungsstorch" in seinem angestammten Nest in Heiligenhagen.


In Schmadebeck I ist das Paar erst seit dem 16. April vollständig. Mit der Eiablage kann frühestens ab dem 4. Tag gerechnet werden. Umso mehr erstaunt es, dass gestern Abend am Nestrand ein Ei zu entdecken war. Die Störche haben es sicher dorthin gerollt. Aus dem Vorjahr kann das Ei kaum stammen, denn wir haben Ende Juni die Jungstörche des Horstes beringt. Wir erklären uns diese Kuriosität vielmehr so, dass das Weibchen vermutlich als erste eingetroffen ist und schon vor der Ankunft ihres jetzigen Partners ein Ei gelegt hat. Ich erinnere an das Jahr 2009, als es in Schmadebeck I zu keiner dauerhaften Horstbindung kam. Damals wurde unterhalb des Nestes ein Ei gefunden. Vielleicht ist die Störchin identisch - und hat die Angewohnheit, gleich nach der Ankunft erst einmal ein Ei zu legen.

Erneut aktualisiert wurde unsere Ankunftskarte - zuletzt wurde die Komplettierung der Paare in Kirch Mulsow, Neu Thulendorf und Reinshagen gemeldet.

Kampf um das Stäbelower Nest

In Stäbelow sind die Verhältnisse auf dem Horst offenbar noch nicht endgültig geklärt - die Anwohner berichteten jedenfalls, dass das beringte Männchen heute bei seiner Rückkehr ins Nest von einem anderen Storch, der seinen Platz eingenommen hatte, abgewiesen wurde. Der Ringstorch wich dann auf eine weitere Nisthilfe in unmittelbarer Horstnähe aus. Später wurde dann ein zweiter Storch (vermutlich die Störchin) ins Nest gelassen. Ob das Männchen des Vorjahres doch noch zurückgekehrt ist - oder kämpfen zwei neue Männchen um Nest und Weibchen? Es bleibt spannend in Stäbelow. Zum Glück lagen noch keine Eier im Nest, die wären sonst durch den fremden Storch mit Sicherheit hinausbefördert worden.
Auch in Lieblingshof gab es heute Abend eine kurze Attacke auf das Nest. Der "Inhaber" konnte sie allerdings leicht abwehren, verfolgte den Angreifer später. Auch in Lieblingshof wird noch nicht gebrütet.

Angriff auf das Lieblingshofer Storchennest. Foto: B. Becker

Der Unbekannte von Stäbelow ist identifiziert!

Nach drei Stunden recht mühevoller Ablesearbeit vom Dach des Anwohners aus gelang heute die komplette Ablesung des Ringes, den dieser männliche Storch in Stäbelow trägt. Es ist "Hiddensee I 453", beringt am 29.6.2000 in Lodmannshagen/Ostvorpommern. Nach meinem jetzigen Kenntnisstand ist dieser Storchenring das erste Mal überhaupt abgelesen worden. Wir wissen also nicht, wo der Vogel in den letzten Jahren gebrütet hat. In jedem Fall war er in den Jahren zuvor kein Brutvogel in Stäbelow. Heute hielt er sich gut drei Stunden allein im Nest aus, bevor das Weibchen von einer längeren Runde zurückkehrte.
Unterdessen wurde gestern und heute von Anwohnern jeweils ein zweiter Storch in den Storchenhorsten Fienstorf, Vogtshagen, Schmadebeck I und Schwaan I gemeldet.

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