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Stäbelow

Aufbruch in den Süden

Die ersten Störche sind in den Süden aufgebrochen. Besonders gut nachvollziehbar ist der konkrete Ablauf am Beispiel des Webcam-Nestes Rostock-Biestow. Während am 3.8. noch alle drei Jungstörche auf dem Nest übernachteten, waren es am 4.8. nur noch zwei und am 6.8. noch einer. Seit dem 7.8. sind nachts nur noch die beiden Altstörche anwesend, wobei einer von beiden wechselweise auf dem Dach der Biestower Kirche übernachtet. Tagsüber ist das Nest zumeist leer. Auch aus Niekrenz wird vom 4.8. der Abzug der drei dortigen Jungstörche gemeldet. Am Montagabend konnte ich nach der Rückkehr aus meinem Urlaub noch 33 Störche bei Reinstorf/GÜ beobachten. In diesem Trupp befand sich neben etlichen Jungstörchen auch DEH HN057, den wir 2014 in Volkenshagen beringt hatten. Wie der dortige Storchenbetreuerkollege Paul Thomzick berichtet, hat der Trupp offenbar gestern die guten Zugbedingungen genutzt und ist aufgebrochen. Knapp eine Woche lang sammelten sich rund um die überschwemmten Bekewiesen bis zu 55 Störche. Traurig ist leider eine Meldung aus Pastow. Dort wurde schon vergangene Woche einer der beiden Bentwischer Jungstötrche tot aufgefunden - offenbar nach einer Kollision mit einem Gebäude.
Eine kleine Rundfahrt heute Abend zeigte aber auch, dass noch längst nicht alle Jungstörche ihre Nester verlassen haben. So traf ich das Stäbelower "Einzelkind" ebenso zusammen mit seinen Eltern an wie die drei Niendorfer Youngster. Eine interessante Ringablesung gelang noch in Klein Schwaß. Ein aufmerksamer Anwohner hatte berichtet, dass hier bereits seit Mitte Juni regelmäßig ein Paar auf der Nisthilfe übernachtet. Es stellte sich heraus, dass das Männchen DEH HR165, das ich eigentlich als erfolglosen Brutvogel im nahen Rostocker Zoo auf der Bärenburg wähnte (dort am 8. Mai von mir abgelesen) nach Klein Schwaß umgezogen ist. Da das Nest im Zoo weiter kontinuierlich besetzt ist, stellt sich die Frage, wer ihn dort verdrängt haben könnte.

Umzug aus dem Rostocker Zoo nach Klein Schwaß: DEH HR165 mit unberingter Partnerin am 9.8.17.

Auf Brautschau...

Eine ganze Reihe von Männchen wartet schon sehr lange auf eine Partnerin. Manche von ihnen ergreifen nach längerem Warten die Initiative und sondieren die Lage auf Nestern der Umgebung. So entdeckte ich heute DEH HE613, das Männchen aus Mönchhagen, auf dem Albertsdorfer Nest. Offenbar hatte das dortige Männchen, ebenfalls noch solo, das Nest vorübergehend unbeobachtet gelassen. Ein Weibchen traf er nicht an, flog dann weiter nach Bentwisch, wo ihm jedoch das dort brütende Paar unmissverständlich verdeutlichte: "mit uns nicht"!

Mehr Erfolg hatte vor einigen Tagen das Männchen DEH H9768, 2015 und 2016 auf dem Schornsteinhorst in Pankelow zu Hause. Dort baute er schon seit dem 6. April voller Fleiß an seinem Nest. Ein Weibchen wollte sich jedoch auch hier nicht einstellen. Also entschloss er sich zum Umzug ins benachbarte Cammin, nachdem dort am 18. April ein Weibchen eingetroffen war. Nun muss er nur hoffen, dass nicht doch noch das vorjährige Männchen eintrifft.

In Ziesendorf steht seit vier Tagen das Weibchen DEH HC981 allein auf dem Nest. Ob sich unter den Männchen der Umgebung schon herumgesprochen hat, dass sie offenbar leider unfruchtbar ist? Seit 2011 gingen alle Versuche schief, und das mit nachweisbar verschiedenen Männchen. Stets blieben die Eier unbefruchtet. Ich bin gespannt, wann sie einen Partner findet. Das Ziesendorfer Vorjahresmännchen "Hugo" (DEH HN859) wurde bisher noch nicht gesichtet.

In Stäbelow entdeckte ich heute ein unberingtes Männchen auf dem Nest. Anwohner berichteten von Kämpfen, in deren Zusammenhang das polnische Männchen, das dort noch letzten Sonntag stand, in den letzten Tagen vertrieben worden sein muss. Mein anfänglicher Verdacht, dass das langjährige Männchen Hiddensee I453 nach Stäbelow zurückgekehrt sei, bestätigte sich nicht. Auch über den Zehen trägt "der Neue" keinen Ring.

Ein neues Männchen aus Polen für Stäbelow

Seit dem Jahr 2011 dominierte ein 2000 in Ostvorpommern beringtes Männchen mit dem Metallring Hiddensee I453 das Stäbelower Nest. Früher immer "eine sichere Bank" für Bruterfolg, gab es in den letzten drei Jahren nacheinander drei verschiedene Weibchen und 2015 und 2016 nach später Paarbildung leider keinen Bruterfolg. Nun kehrte am 9. April das vorjährige Weibchen mit dem Ring DEH HE623 zurück. Am gleichen Tag fand sich auch ein neues Männchen ein, das nun ebenfalls wieder ein Ringträger ist. Leider ist der Ring stark verkotet, aber es lässt sich schon sagen, dass der Storch 2013 oder 2014 in Polen beringt worden ist. Sobald der Kot etwas mehr vom ELSA-Ring abgewaschen ist, sollte die genaue Identifizierung möglich sein. Interessanterweise war zu beobachten, dass sie bei der gemeinsamen Nahrungssuche die Richtung vorgab. Das ist auch sehr sinnvoll, denn die Störchin kennt sich hier ja schon aus. Spannend dürfte es werden, wenn das alte Männchen doch noch zurückkehrt.


Gemeinsamer Nestbau in Stäbelow. Rechts im Bild das neue polnische Männchen. Foto: B. Becker, 16.4.17

Viele Nichtbrüterpaare und eine Neue für das Stäbelower Männchen


Westlich von Stäbelow, am Waidbach. Rechts im Bild die neue Stäbelower Störchin. 25.5.15

Vier Wochen lang wehrte das Männchen Hiddensee I453 alle Interessentinnen für den Platz neben ihm im Stäbelower Nest ab. Offenbar wartete er auf das Weibchen der Vorjahre, das in den beiden letzten Jahren durch eine verheilte Beinfraktur aufgefallen war. Seit dem 8. Mai war er dann nicht mehr solo. Heute konnten wir nun klären, dass die neue Störchin tatsächlich neu ist. Ich traf das Paar sowohl auf dem Horst als auch nahrungssuchend in einem kleinen Trupp von 5 Störchen auf frisch gemähtem Grünland westlich von Stäbelow an. Mit dabei auch DEH HE623, ein vierjähriger Storch, den wir 2011 in Cammin beringt hatten. Er (oder sie) scheint noch ohne Horstbindung zu sein.

Über die Pfingsttage war es mir möglich, das gesamte Betreuungsgebiet abzufahren, sodass jetzt ein aktueller Überblick gegeben werden kann. Nach jetzigem Stand brüten im Altkreis Bad Doberan noch 39 bis 40 Paare (bzw. es sind in einigen dieser Nester bereits Junge geschlüpft, so nachweislich in Kröpelin, Niendorf, Zarnewanz, Wendfeld, Liepen und Schwaan II). In Bentwisch und Gerdshagen hat es nach den durch Horstkämpfe bedingten Eiabwürfen kein Nachgelege mehr gegeben. Die Störche sind dort aber noch am Horst. Gar nicht erst mit der Brut begonnen wurde in Stäbelow, Parkentin, Tessin, Rukieten I, Rukieten II, Groß Potrems, Moitin und Wolfsberg. Hier erfolgte die Paarbildung jeweils erst im Mai. Unklar ist momentan, ob in Kirch Mulsow und Klein Schwaß Nichtbrüterpaare oder aber nur Einzelstörche am Nest sind. Diese verzeichnen wir in Göldenitz, Klein Siemen und vermutlich auch in Hastorf. In Garvensdorf bei Kirch Mulsow baut ein einzelner Storch an einer seit vielen Jahren unbesetzten Nisthilfe. Unbesetzt sind in diesem Jahr unter anderem die langjährigen "Traditionshorste" in Clausdorf, Neu Thulendorf und Thelkow. Unter dem Strich werden es wohl 49 bis 50 Horstpaare werden, rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Anteil der erfolglosen Paare wird mit Sicherheit noch deutlich über die jetzt schon erreichte Marke von 20 Prozent ansteigen.

Die Folgen verspäteter Rückkehr

Fienstorf, 26.4.15. Foto: G. Vogel

Immer mehr zeichnet sich ab, dass die Saison 2015 sich in Richtung eines sehr schlechten Storchenjahres entwickelt. Nach 55 Horstpaaren und 2 Einzelstörchen im Vorjahr zähle ich für den alten Kreis Bad Doberan zurzeit lediglich 37 Horstpaare und 10 Einzelstörche. Sehr viel Zeit bleibt nicht mehr, um auch nur annähernd in den Bereich des Vorjahres zu kommen. Und es sieht auch sehr danach aus, dass deutlich weniger als die 50 Paare des Vorjahres mit einer Brut beginnen werden. Die Brutbereitschaft nimmt nach dem 1. Mai von Tag zu Tag ab, und zugleich sinken auch die Aussichten auf einen Bruterfolg kontinuierlich.
Die in vielen Fällen verspätete oder bisher noch gar nicht erfolgte Rückkehr von Störchen hat vielfältige Folgen. Dazu zählt etwa, dass brutbereite oder bereits brütende Storchenpaare aus ihren Nestern verdrängt werden. So kehrte "Herr Humpelbein", seit mehreren Jahren an seinem lahmenden Gang erkennbares Männchen, am 25. April nach Fienstorf zurück und verdrängte dort ein Paar, das den Horst seit dem 19. April besetzt hielt und kurz vor der Aufnahme des Brutgeschäfts stand. Immerhin traf einen Tag später ein Weibchen ein, mit dem "Herr Humpelbein" auf Anhieb harmonierte. Das Foto oben zeigt links die gerade eingetroffene schmutzige und arg zersauste Störchin - ein häufiges Bild in diesem April. Hier in Fienstorf kann zumindest noch auf eine erfolgreiche Brut gehofft werden.
Schwieriger wird dies schon in Cammin. Hier wartete allem Anschein nach ein Weibchen seit dem 14. April auf "ihren" Storchenmann des Vorjahres. Das interessierte offenbar ein Männchen wenig, das gestern mit aller Macht versuchte, Nest und Störchin zu "erobern". Das Weibchen wehrte sich erbittert gegen die angewandte Gewalt, und es kam zu blutigen Auseinandersetzungen. Heute berichteten die Anwohner nun, dass zwei Störche im Nest stehen. Ob sich die Kontrahenten des Vortages doch noch verständigt haben oder ob es ein ganz neues Paar ist, muss noch geklärt werden.
Auch in Stäbelow scheint der seit dem 10. April ansässige Storch auf eine ganz bestimmte Störchin zu warten (sie fiel im Vorjahr durch eine verheilte Ständerfraktur auf). Jedenfalls wehrte er bisher konsequent alle Interessenten ab. Einzelne Weibchen ließ er kurzzeitig aufs Nest, verjagte sie dann aber doch sehr schnell wieder. Es muss also doch einzelne Individuen unter den Störchen geben, die nicht nur sehr stark auf ihr Nest, sondern auch auf einen bestimmten Partner fixiert sind. Rein biologisch betrachtet macht diese ausgeprägte Treue nicht so viel Sinn, kann sie doch dazu führen, dass keine Brut mehr zu Stande kommt.
Am verlängerten Wochenende will ich eine komplette Brestndsaufnahme der Nester versuchen, um eine erste, halbwegs aussagefähige Zwischenbilanz zu ziehen.

Alle Daten zu den bisher besetzten und zu den noch leeren Nestern finden sich in unserer - in der Darstellung etwas vereinfachten - Ankunftskarte:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1864

Alte Bekannte...

Wie in jedem Jahr ist es eine spannende Frage, welche beringten Störche den Weg zurück in unsere Region gefunden haben. Einige Ringträger sind ihrem Horst schon seit vielen Jahren treu. Dazu zählt zu allererst die aus Brandenburg stammende Störchin Hiddensee KA 3528. In diesem Jahr schickt sie sich an, zum siebenten Mal in Folge in Wendfeld für Storchennachwuchs zu sorgen. Sie vollendet in diesem Jahr ihr 20. Lebensjahr, traf bereits am 27. März mit den ersten Ostziehern ein, ihr Partner folgte erst heute. Ebenso konnten wir bereits ablesen: Hiddensee I453, seit 2011 männlicher Brutstorch in Stäbelow, inzwischen 14jährig sowie DEW 5X443 (Ablesung H. Storn), sechsjähriges Weibchen aus Niedersachsen, jetzt wie im Vorjahr in Benitz.
Einen weiteren alten Bekannten traf ich überraschenderweise heute Abend am Ortsrand von Dummerstorf, wo er sich auf einem frisch gepflügten Acker stärkte. DEH H2919, 2004 in Ostvorpommern am Fußgelenk mit einem ELSA-Ring ausgestattet, war 2010 bis 2012 männlicher Brutvogel in Petschow. Im Vorjahr blieb er verschollen, in Petschow brüteten zwei unberingte Störche. Ich bin gespannt, an welchem Nest ich ihn demnächst wiederfinde. Die ungewöhnliche Gefiederanordnung auf der rechten Seite dürfte dabei helfen.

Inzwischen zähle ich im Altkreis Bad Doberan 21 Horstpaare und 16 Einzelstörche. Das ist exakt die Hälfte der im Vorjahr gezählten Störche mit Horstbindung. Alle Details gibt es weiterhin in einer GoogleMaps-Ankunftskarte.

Von Rühstädt nach Reinshagen


Foto: B. Becker

Seit Montag hält sich in Reinshagen eine oben rechts beringte Störchin auf - berichtete Storchenfreundin A. Hornburg. Sofort war klar - das ist nicht die Brutstörchin des Vorjahres, denn die war unberingt. Immer wieder versucht die Störchin im wahrsten Sinne des Wortes beim unberingten Männchen zu landen. Aber die Chemie stimmt zwischen den beiden noch nicht. Das Männchen stößt sie immer wieder vom Nest. Erst heute, am dritten Tag, finden beide Störche zumindest zeitweise zueinander. Die Ringablesung gelingt: DEH H7045 - beringt 2008 im Landkreis Ludwigslust. Erstaunlich ist allerdings, dass diese fünfjährige Störchin im Vorjahr Brutstörchin in Deutschlands "Storchenhauptstadt" Rühstädt/Brandenburg gewesen ist. Was mag sie wohl bewogen haben, sich in diesem Jahr so ganz anders zu orientieren? Ist sie eine spät West- oder eine frühe Ostzieherin? Und wie wird es ausgehen, wenn das Vorjahresweibchen vielleicht bald eintrifft?
Sehr eingespielt präsentierte sich dagegen ebenfalls heute das frisch zusammen gekommene Horstpaar in Stäbelow. Hier ist Hiddensee I 453, jetzt bereits 13jährig, zum dritten Mal in Folge als männlicher Storch identifiziert worden.
Weitere Rückkehrer wurden aus Bentwisch, Broderstorf I, Liepen, Schwaan II, Göldenitz und Klingendorf gemeldet, der Zuzug der Ostzieher hält also unvermindert an.
Wie in jedem Jahr, sind auch dieses Mal alle Ankunftsdaten in unserer Ankunftskarte registriert. Sie wird täglich aktualisiert. Zurzeit weist sie noch viele leere Nester auf, was sich hoffentlich bald ändern wird.

A 277: Glückliches Ende einer Odyssee?

An dieser Stelle haben wir mehrfach über die Odyssee der Langenhanshäger Brutstörchin DFR A 277 berichtet. Zuletzt hatte sie zu Ostern in Anklam den Straßenverkehr behindert und war daraufhin - auch zu ihrer eigenen Sicherheit - für einige Tage im Storchenpflegehof Papendorf untergebracht worden. Gestern wurde sie nun wieder in die Freiheit entlassen. Sie blieb zunächst noch einen Tag auf dem Storchenpflegehof. Heute aber nutzte sie die guten Zugbedingungen. Bei Sonnenschein und strammem Ostwind benötigte sie genau zwei Stunden, um die 120 Kilometer bis nach Langenhanshagen zu bewältigen. Dort wartete seit gestern bereits ihr Partner. Jetzt scheint einer abermals erfolgreichen Brutsaison nichts mehr im Wege zu stehen.

Die seit Sonntag in Ostdeutschland und Südwestpolen herrschenden guten Zugbedingungen scheinen auch von etlichen anderen Störchen genutzt worden zu sein. Heute erreichten uns Meldungen des jeweils ersten Storchs in Stäbelow, Pankelow I, Kritzmow und Volkenshagen sowie Altenwillershagen/RDG. Schon gestern wurde ein Storch aus Cammin zurückgemeldet. Wer von ihnen dauerhaft bleibt, muss abgewartet werden. Auf jeden Fall sieht es so aus, als ob jetzt der Haupteinzug der Ostzieher begonnen hätte.

Unterschiedliche Aufbruchzeiten

Dieser Altstorch in Biestow hat sein Nest nun wieder für sich (wie sein ebenfalls noch anwesender Partner). Die Jungstörche sind Mitte der Woche abgeflogen. 18.8.12

Der Abzug der Störche in den Süden ist mittlerweile in vollem Gange. Dabei verabschieden sich die Störche jedoch nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach. So haben etwa die drei Jungstörche in Kröpelin ihren Horst bereits vor längerem verlassen, in Biestow habe ich sie zuletzt am 14. August gesehen und aus Stäbelow wurde der Abzug heute gemeldet. Sie dürften sich Trupps angeschlossen haben, die unter Führung zugerfahrener Altstörche (vor allem solcher, die keinen Bruterfolg hatten oder noch gar nicht gebrütet haben) stehen. Die Störche unserer Region dürften nach wie vor ganz überwiegend die Südostroute wählen und dabei den Bosporus queren, wo schon jetzt scharenweise Weißstörche beobachtet werden.
An anderen Nestern sind dagegen auch weiterhin noch Jungstörche anzutreffen. Die Altstörche, die Nachwuchs aufgezogen haben, bleiben ohnehin noch ein paar Tage länger, um sich von den Strapazen der vergangenen Monate zu erholen.

Deutlicher Bestandsrückgang zeichnet sich ab

Zarnewanz - einer von zur Zeit nur noch 42 Horsten im alten Landkreis Bad Doberan, an denen aktuell gebrütet wird. Foto: B. Becker, 13.5.12

Die letzten Erkundigungen am Wochenende haben es deutlich werden lassen - das Jahr 2012 wird in unserem Betreuungsgebiet mit einem deutlichen Bestandsrückgang in die Statistiken eingehen. Es hat sich herausgestellt, dass an etlichen Nestern die Anwesenheit zurückgemeldeter Störche nur von kurzer Dauer war. Oft verließen die Störche nach drei bis sieben Tagen das zunächst besetzte Nest und kehrten dann nicht mehr zurück. Dieses Phänomen, das es in anderen Jahren in diesem Umfang nicht gab, betraf etwa zehn Standorte! So sind in diesem Jahr auch gleich mehrere Traditionshorste leer geblieben: In Hohen Luckow, Detershagen, Groß Potrems, Groß Lüsewitz und Zeez gab es zum Teil über viele Jahrzehnte ununterbrochen Storchenpaare. In Wischuer und Bröbberow standen zuletzt nur Einzelstörche. Und der vermeintliche Nachfolger von DEH H 3107 in Kritzmow entpuppte sich anhand seines Ringes als männlicher Brutstorch aus Stäbelow, der hier des Öfteren nur vorbeischaut, vermutlich, um sein Revier abzugrenzen.
Es fehlt ganz offensichtlich an nachrückenden, brutbereiten Störchen und die, die sich doch neu einfinden, beurteilen das Nahrungsangebot offenbar als so ungünstig, dass sie sich gegen einen Brutversuch entscheiden. Der alte Landkreis Bad Doberan ist Bestandteil der nordwestlichen Verbreitungsgrenze der ostziehenden Weißstorchpopulation, die offenbar insgesamt im Rückgang begriffen ist. Man darf auf die Ergebnisse der nächsten, vermutlich 2014 stattfindenden Welt-Bestandserfassung gespannt sein. Nach 54 Horstpaaren im vergangenen Jahr zähle ich aktuell noch 47 Paare. Damit hat sich unser Weißstbestand innerhalb von nur neun Jahren halbiert (2003: 94 Horstpaare) - eine wahrlich besorgniserregende Entwicklung.
Immerhin brüten zumindest 42 dieser 47 Paare zurzeit. Als letztes Paar dürfte das in Vorder Bollhagen mit der Brut begonnen haben - hier gab es letztmalig 2004 ausfliegenden Storchennachwuchs. An drei weiteren Standorten (Klingendorf, Schmadebeck II, Kirch Mulsow) ist es nach Eiverlusten - aus unterschiedlichen Gründen - zu einem Brutabbruch gekommen. Nur in Neu Thulendorf und in Rosenhagen wurde bisher keine Brut begonnen und es ist auch nicht mehr damit zu rechnen, dass sich dies noch ändern wird.
Inzwischen steht übrigens fest, dass der im Klingendorfer Horst verendete Altstorch krank war - Aspergillose der Lunge und Luftsäcke lautet der eindeutige Befund. Zum Zeitpunkt seines Todes war er bereits auf 2,7 Kilogramm Körpergewicht abgemagert.

Ringstorch zurück in Stäbelow

Fotos (2): B. Becker

In Stäbelow konnte heute ein unten rechts mit einem Metallring ausgestatteter Storch auf dem Nest fotografiert werden. Er entpuppte sich als fleißiger Nestbauer - und auch als Männchen. Auch wenn der Ring verdreckt und daher nicht ablesbar war, dürfte es mit großer Wahrscheinlichkeit der im Vorjahr hier erstmals festgestellte Ringstorch Hiddensee I 453 sein.

Die aktuelle Ankunftskarte gibt es weiterhin hier

42 Jungstörche in 15 Horsten beringt

Blick in das Stäbelower Nest mit drei soeben beringten Jungstörchen (Foto: C. Roscher)

Am heutigen Montag konnten im Rahmen der ersten diesjährigen Beringungstour durch den Landkreis Bad Doberan an 15 Nestern insgesamt 42 Jungstörche mit einem ELSA-Ring beringt werden. Der Durchschnitt von 2,8 liegt erfreulicherweise über den Vergleichswerten von 2009 und 2010 - endgültig abgerechnet wird allerdings erst in etwa vier Wochen! Im Einzelnen fanden wir folgende Jungstörche (juv.) vor:
- Volkenshagen: 3 kräftige juv.
- Wendfeld: 4 kräftige juv.
- Liepen: 4 kräftige juv.
- Cammin: 3 kräftige juv.
- Göldenitz: 1 mittelgroßer und 1 kleinerer juv., dazu zwei tote juv.
- Pankelow II (Mast): 3 kräftige juv.
- Hohen Schwarfs: 1 mittelgroßer und 1 kleinerer juv.
- Schwaan II (Mast): 3 kräftige juv.
- Rederank: 3 kräftige juv.
- Schmadebeck I: 1 kräftiger und 1 mittelgroßer juv., dazu ein unbefruchtetes Ei
- Schmadebeck II: 2 kräftige und 1 mittelgroßer juv.
- Wischuer: 3 kräftige juv.
- Clausdorf: 2 mittelgroße juv., dazu gab es zuvor 2 Abwürfe
- Stäbelow: 3 mittelgroße juv.
- Biestow Dorf: 2 kräftige juv.
Die zweite Beringungsrunde im Landkreis Bad Doberan findet voraussichtlich am 11. Juli statt. Bilder von der heutigen Beringungstour sind im Fotoalbum zu sehen.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wird an diesem Donnerstag, 23. Juni, beringt.
Die heutige Fahrt führte auch am Storchenhorst in Thelkow vorbei, wo erstmals ein zweiter Altstorch im Horst gesichtet wurde. Wir werden uns bemühen, sein Ankunftsdatum zu ermitteln.
Schließlich sei noch auf unsere "Bruterfolgskarte" verwiesen, die weiterhin fast täglich aktualisiert wird. Heute konnten die beiden Rostocker Nester (Zoo I und Zoo II) mit je zwei Jungstörchen sowie Kowalz (mit drei statt zwei Jungstörchen) ergänzt werden.

Weitere Jungstörche sind geschlüpft


Etwa zwei Wochen alt dürften diese beiden Storchenküken in Biestow sein.

In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen Storchenhorsten weitere Jungstörche geschlüpft. So lange sie noch sehr klein sind, kann man sie aus der "Froschperspektive" nur schwer erkennen. Doch mit jedem Tag wachsen sie und recken die Hälse immer mehr. Mit einigem Vorbehalt können wir einige Zahlen mitteilen, die sich aber noch sehr verändern können, nach oben wie nach unten. In folgenden Nestern - von denen wir es schon wissen - war die Brut erfolgreich: Biestow Dorf (2 juv.), Clausdorf (mind. 1 juv.), Hohen Schwarfs (mind. 1 juv.), Kröpelin (3 juv.), Schmadebeck I (2 juv.), Schmadebeck II (3 juv.), Schwaan II (3 juv.). In anderen Nestern wird sich das Brutgeschäft dagegen teilweise noch bis in die zweite Juni-Hälfte hineinziehen.
Seit Mitte Mai hat die Witterung in unserer Region gut mitgespielt, es war häufig sonnig, hat dennoch zwischendurch immer wieder geregnet und die Temperaturen waren nicht zu niedrig. Es sind uns bisher keine weiteren Abwürfe gemeldet worden, aber vieles spielt sich auch im Verborgenen ab.
Keinen Storchennachwuchs wird es leider in Hohen Luckow geben. Hier standen die Altstörche heute beide relativ beschäftigungslos im Horst, waren vor ein paar Tagen auch gemeinsam auf Nahrungssuche gesehen worden. Die Gründe für den Brutabbruch sind bisher nicht bekannt. Vielleicht haben auch hier Horstkämpfe eine Rolle gespielt. Demgegenüber ist das Nest in Wohrenstorf seit dem Wochenende von einem Paar besetzt. Im Vorjahr hatten sich hier nach mehrjähriger Pause zwischen Juni und August zwei Störche aufgehalten. Auch 2011 wird es leider zu keiner Brut mehr kommen. Das gilt auch für Griebnitz, wo mittlerweile ein zweiter Storch feste Horstbindung gefunden zu haben scheint.

Turbulenzen und Kuriositäten


Allabendlicher Angriff auf das Stäbelower Nest. Foto: T. Kalbe

Während sich die Nester in unserer Region weiterhin nur sehr zögerlich füllen, gab es an verschiedenen, bereits besetzten Storchenhorsten kuriose, aber auch turbulente Szenen. Dank intensiver Beobachtung durch die Anwohner klärt sich das Geschehen am Stäbelower Horst zunehmend auf. Das in diesem Jahr neue Männchen aus Ostvorpommern (Hiddensee I 453) behauptet bisher seinen Platz, obwohl es heute den dritten Abend nacheinander von einem anderen Storch - vermutlich ebenfalls einem Männchen - attackiert wurde. Auf einem Anwohnerfoto (siehe Fotoalbum) ist zu erkennen, dass es sich offenbar um einen ebenfalls unten rechts beringten, aber mit einem schwarzen ELSA-Ring ausgestatteten Storch handelt. Die Identität dieses Angreifers ist noch nicht geklärt, ebenso wissen wir noch nicht, wo er sich üblicherweise aufhält. Ein Anruf aus dem benachbarten Kritzmow lässt das dortige Storchennest als Standort möglich erscheinen. Das Stäbelower Storchenpaar hat offensichtlich am Sonntag oder Montag mit der Brut begonnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Störungen bald aufhören und das Gelege unbeschadet bleibt.

In Satow Hof mussten wir die Freude der Anwohner über das vermeindliche Eintreffen des 1. Storches leider trüben - bei näherer Betrachtung entpuppte sich der im Nest liegende Storch als das durch seine Wölbung am Kopf identifizierbare Männchen aus Heiligenhagen, das zurzeit noch solo ist. Am Abend war das Nest in Satow leer, stattdessen lag der "Wölbungsstorch" in seinem angestammten Nest in Heiligenhagen.


In Schmadebeck I ist das Paar erst seit dem 16. April vollständig. Mit der Eiablage kann frühestens ab dem 4. Tag gerechnet werden. Umso mehr erstaunt es, dass gestern Abend am Nestrand ein Ei zu entdecken war. Die Störche haben es sicher dorthin gerollt. Aus dem Vorjahr kann das Ei kaum stammen, denn wir haben Ende Juni die Jungstörche des Horstes beringt. Wir erklären uns diese Kuriosität vielmehr so, dass das Weibchen vermutlich als erste eingetroffen ist und schon vor der Ankunft ihres jetzigen Partners ein Ei gelegt hat. Ich erinnere an das Jahr 2009, als es in Schmadebeck I zu keiner dauerhaften Horstbindung kam. Damals wurde unterhalb des Nestes ein Ei gefunden. Vielleicht ist die Störchin identisch - und hat die Angewohnheit, gleich nach der Ankunft erst einmal ein Ei zu legen.

Erneut aktualisiert wurde unsere Ankunftskarte - zuletzt wurde die Komplettierung der Paare in Kirch Mulsow, Neu Thulendorf und Reinshagen gemeldet.

Kampf um das Stäbelower Nest

In Stäbelow sind die Verhältnisse auf dem Horst offenbar noch nicht endgültig geklärt - die Anwohner berichteten jedenfalls, dass das beringte Männchen heute bei seiner Rückkehr ins Nest von einem anderen Storch, der seinen Platz eingenommen hatte, abgewiesen wurde. Der Ringstorch wich dann auf eine weitere Nisthilfe in unmittelbarer Horstnähe aus. Später wurde dann ein zweiter Storch (vermutlich die Störchin) ins Nest gelassen. Ob das Männchen des Vorjahres doch noch zurückgekehrt ist - oder kämpfen zwei neue Männchen um Nest und Weibchen? Es bleibt spannend in Stäbelow. Zum Glück lagen noch keine Eier im Nest, die wären sonst durch den fremden Storch mit Sicherheit hinausbefördert worden.
Auch in Lieblingshof gab es heute Abend eine kurze Attacke auf das Nest. Der "Inhaber" konnte sie allerdings leicht abwehren, verfolgte den Angreifer später. Auch in Lieblingshof wird noch nicht gebrütet.

Angriff auf das Lieblingshofer Storchennest. Foto: B. Becker

Der Unbekannte von Stäbelow ist identifiziert!

Nach drei Stunden recht mühevoller Ablesearbeit vom Dach des Anwohners aus gelang heute die komplette Ablesung des Ringes, den dieser männliche Storch in Stäbelow trägt. Es ist "Hiddensee I 453", beringt am 29.6.2000 in Lodmannshagen/Ostvorpommern. Nach meinem jetzigen Kenntnisstand ist dieser Storchenring das erste Mal überhaupt abgelesen worden. Wir wissen also nicht, wo der Vogel in den letzten Jahren gebrütet hat. In jedem Fall war er in den Jahren zuvor kein Brutvogel in Stäbelow. Heute hielt er sich gut drei Stunden allein im Nest aus, bevor das Weibchen von einer längeren Runde zurückkehrte.
Unterdessen wurde gestern und heute von Anwohnern jeweils ein zweiter Storch in den Storchenhorsten Fienstorf, Vogtshagen, Schmadebeck I und Schwaan I gemeldet.

Ein Unbekannter auf dem Stäbelower Storchennest

Über Jahre kam der erste Storch unserer Region in Stäbelow an - oftmals um Wochen früher als die nächst folgenden Störche. In diesem Jahr blieb das Stäbelower Nest dagegen bis zum 10. April unbesetzt, sodass wir davon ausgehen müssen, dass dem Nestinhaber etwas zugestoßen ist. Andernfalls wäre er - sicher ein Westzieher - bestimmt schon angelangt. Nacheinander trafen nun am 10. und am 11. April zwei Störche ein. Einer von ihnen ist unten rechts mit einem recht kleinen Metallring beringt (siehe Foto). Da im Vorjahr beide Stäbelower Störche unberingt waren, gibt es also tatsächlich zumindest ein neues Männchen. Gestern Abend gelang mir die Ringablesung noch nicht. Der Unbekannte dürfte schon etwas erfahrener sein, denn seit 2003 werden zumindest in Deutschland nahezu ausschließlich schwarze Plastikringe, die so genannten ELSA-Ringe verwendet. Der Ringstorch ließ sich nicht lange bitten, ich konnte gleich mehrere Paarungen beobachten. Interessanterweise berichteten die Anwohner, dass ein dritter Storch auf dem gleichen Grundstück damit begonnen hatte, Nistmaterial auf einen weiteren Mast mit Nisthilfe einzutragen. Am Abend war nur noch das Paar im Nest - möglicherweise ist der dritte Storch vertrieben worden. Nun hoffen wir sehr, dass der beringte Storch bleibt und von uns mit Hilfe der Beringungszentrale Hiddensee identifiziert werden kann.
Im Fotoalbum befinden sich seit heute fast 40 neue Fotos, die vor allem während der großen Storchentour am Wochenende aufgenommen wurden. Auch die Ankunftskarte wurde erneut aktualisiert. Bisher sind in unserem Betreuungsgebiet 25 Paare und 14 Einzelstörche zurückgemeldet. Immerhin 21 Nester, die im Vorjahr von einem Paar besetzt waren, sind noch gänzlich leer.

Bis zu 70 Störche bei Hohen Luckow versammelt


Foto: K. Holland (Gut Hohen Luckow)

Rund 70 Störche sind gestern gleichzeitig in der Nähe von Hohen Luckow auf einer Ackerfläche gesehen worden, auf der Luzerne gehäckselt wurden. Dank kurzfristiger Benachrichtigung konnte ich mir heute Abend selbst ein Bild von der Situation machen - es war spektakulär! Zunächst traf ich zwei Alt- und acht Jungstörche auf einem Feld an, kurz danach wimmelte es dann nur so von fliegenden Störchen in der Luft. Ich fühlte mich an die Rühstädter Verhältnisse erinnert als ich nach Hohen Luckow zurückfuhr. Zahlreiche Störche kehrten von der Nahrungssuche zurück, um ihre Übernachtungsstandorte aufzusuchen. Auf einem hohen Turm, auf dem Kirchendach sowie auf mehreren Hausdächern hatten sich zahlreiche Störche schon zur Übernachtung versammelt. Später sah ich weitere auf Wirtschaftsgebäuden des Gutshofes sowie in Richtung Groß Belitz auf mehreren Strommasten. Insgesamt zählte ich etwa 45 Störche, zum allergrößten Teil waren es Jungstörche, die sich jetzt auf dem Weg in Richtung Süden sammeln. Bei entsprechender Thermik werden sich sicherlich in den nächsten Tagen aufbrechen. Zahlreiche Passanten hielten an und staunten über das ungewöhnliche Ereignis. Leider fand ich auch einen toten Jungstorch unter einer Stronleitung, vermutlich war es ein Leitungsanflug. Anhand der Ringnummer konnte ich ihn als einen Hohen Luckower Jungstorch identifizieren. Insgesamt gelangen mir nie für möglich gehaltene 13 Ringablesungen. In diesem großen Storchentrupp waren Jungstörche aus den Nestern Wendfeld, Schmadebeck I (alle drei!), Schmadebeck II, Schwaan I, Pankelow II, Hohen Schwarfs, Jürgenshagen, Göldenitz und Stäbelow vertreten. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass auch mindestens einer der von uns am 4. August ausgewilderten Jungstörche Anschluss zu dieser Gruppe gefunden hat - der im Zoo von Hand aufgezogene Jungstorch "HC984". Längst nicht alle Störche konnten kontrolliert werden, zumeist, weil sie auf "dem falschen Bein" standen. Ich werde also morgen wieder in Hohen Luckow sein und anschließend darüber berichten - dann auch mit mehr Fotos!

Aufbruchstimmung bei den Jungstörchen - erneutes Drama in Groß Potrems

Vergleichsweise früh hat in diesem Jahr die Aufbruchstimmung unter den Jungstörchen begonnen. Einige von ihnen (wie z. B. die in Bröbberow, Stäbelow und Wischuer) haben die Bindung zu ihren Ursprungsnestern bereits komplett aufgegeben. Auch aus anderen Teilen Norddeutschlands wird über den beginnenden Abzug der Jungstörche berichtet. Die Altstörche werden wie in jedem Jahr etwas später folgen. Bilder wie dieses (aus der Nähe von Tribsees, 7.8.) mit einer ganzen Storchenfamilie sind jetzt schon selten.

In Groß Potrems hatten es die drei kaum 9 Wochen alten Jungstörche offenbar auch sehr eilig. Jedenfalls verließen sie ihren sicheren Horst, ohne selbst schon über genügend Flugfertigkeit und vor allem -sicherheit zu verfügen. Das hatte leider dramatische Folgen, denn heute früh erreichte mich ein Anruf von sehr aufmerksamen Anwohnern. Sie hatten alle drei Jungstörche über Nacht in einen leeren Hundezwinger gebracht, nachdem gestern zwei von ihnen auf der stark befahrenen, unmittelbar neben dem Storchenhorst verlaufenden B 103 unterwegs waren.

Ein Jungstorch kollidierte dabei leicht mit einem Krankenwagen, während ein zweiter mitten auf der Bundesstraße aufmerksame Urlauber aus der Nähe von Neubrandenburg zu einer gefährlichen Vollbremsung veranlasste. Die Urlauber bargen den unverletzten Youngster im Straßengraben und brachten ihn zu den Anwohnern. Gemeinsam fing man auch noch den dritten Jungstorch ein, der etwas humpelte. Als Storchenbetreuer bedanken wir uns sehr herzlich für das engagierte und tatkräftige Eingreifen der Urlauber und das umsichtige und fürsorgliche Handeln der Anwohner!
Ein wesentlicher Grund für das "frühreife" Verhalten der Jungstörche dürften die Altvögel gewesen sein, die nach Beobachtungen der Anwohner zuletzt nicht mehr zum Füttern am Horst erschienen waren. Möglicherweise haben Sie sich durch den beginnenden Zug zum (vorzeitigen) Aufbruch entschlossen oder aber sie haben eine Fütterungspause eingelegt. Es ist auch sehr gut möglich, dass es sich - angesichts der Tatsache, dass der Brutbeginn in Groß Potrems erst Anfang Mai war - um unerfahrene Erstbrüter gehandelt hat.
Ich brachte die drei Bruchpiloten heute gegen Mittag in die "Notaufnahme" der Rostocker Tierklinik, wo sie untersucht wurden. Der leichteste von ihnen (1.600 g) scheint Glück gehabt zu haben, er ist offenbar unverletzt geblieben und wird unmittelbar in den Zoo Rostock kommen, um dort aufgepäppelt zu werden. Der zweite Jungstorch (1.950 g) hat leider durch die Kollision eine Fraktur im Bereich des rechten Flügels erltten. Sein Schicksal ist zunächst ungewiss. Etwas besser sieht es für Nr. 3 (1.900 g) aus. Dieser Jungstorch scheint sich "nur" eine Verstauchung, aber keinen Bruch seines rechten Ständers zugezogen zu haben. Er tritt mit diesem Bein nicht richtig auf. Bei geeigneter Pflege sollten Nr. 1 und vermutlich auch Nr. 3 wieder voll flugfähig werden können. Sie sollen dann wieder ausgewildert werden. Allerdings liegt das momentane Gewicht deutlich unter dem Mindestgewicht von 3.000 g, das bei einem flüggen Jungstorch, der nach Afrika fliegen will, eigentlich erforderlich ist.
Bereits am gestrigen Samstag ist der drei Tage zuvor mit vier anderen Jungstörchen ausgewilderte Jungstorch mit dem Ring HC823 (vom Horst Schmadebeck I) mit einer Flügelfraktur unweit seines Auswilderungsortes bei Wokrent (Landkreis Güstrow) aufgefunden worden. Er ist in tierärztlicher Behandlung, frisst aber zurzeit leider nur schlecht.
Die Aufbruchstimmung unter den Störchen könnte auch noch für die anderen erfolgreichen Spätbruten ein Problem werden. Jedenfalls hoffen wir sehr, dass der noch nicht flügge Storchennachwuchs in Kirch Mulsow, Bentwisch, Niendorf und Thelkow bis zur Flugfähigkeit in ausreichendem Maße von den "zuständigen" Altvögeln gefüttert wird. Die Anwohner bitten wir dort um besondere Aufmerksamkeit.

Fortsetzung des Storchen-Krimis in Bröbberow und Stäbelow...

###Aktualisierung 2.8., 20.00 Uhr###
Heute konnte der Ring des einen Altstorchs in Bröbberow einwandfrei abgelesen werden - es ist tatsächlich "DEH HC981". Hier ein Beweisfoto:

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Die Geschichte rund um die adoptierten Jungstörche in Stäbelow entwickelt sich immer mehr zu einer Art "Storchen-Krimi". Neu im Spiel ist ein beringter Altstorch, dessen Ringnummer gestern zumindest teilweise in Bröbberow auf dem Horst abgelesen wurde. Da der Altstorch oben rechts beringt ist und die beiden Anfangsbuchstaben des Ringcodes "HC" lauten, dürfte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um denjenigen Altstorch handeln, der Ende Juni unweit von Bröbberow geschwächt aufgefunden wurde. Die Feuerwehr Ziesendorf brachte ihn in den Zoo, dort wurde er rund vier Wochen lang aufgepäppelt, ehe Hans Zöllick und ich ihn am 19. Juli bei Neuhof/Parkentin wieder in die Freiheit entließen. Zuvor hatte er - oben rechts - den Ring mit der Nummer "HC981" erhalten. Die Anwohner in Bröbberow haben gestern berichtet, dass die Jungstörche immer von zwei unberingten Altstörchen versorgt wurden, seit dem 27. oder 28. Juli aber nicht mehr am Horst gesehen wurden. Seit etwa 17. Juli sind sie flügge gewesen. Wie ist das zu interpretieren? Noch sind einige Fragen offen: Handelt es sich bei dem beringten Altstorch in Bröbberow wirklich um "HC981"? Welche Ringnummer trägt der zweite "adoptierte" Jungstorch in Stäbelow? Wo ist der dritte Bröbberower Jungstorch geblieben?
Folgendermaßen könnte es sich zugetragen haben: "HC981" hat nach seiner Rückkehr in die Freiheit (zwischen dem 19. und dem 25. Juli, als erstmals die fremden Jungstörche in Stäbelow beobachtet wurden) für sich das Nest in Bröbberow erobert und dabei mindestens einen der Brutstörche vertrieben. Möglicherweise war er hier früher einmal selbst Brutstorch - das Bröbberower Nest war dieses Jahr außergewöhnlich früh von einem Paar besetzt. Vielleicht rührte seine körperliche Schwäche vor dem Aufgreifen durch die Feuerwehr auch von einem verlorenen Horstkampf her? Er hat die drei nicht von ihm stammenden Jungstörche nach der Eroberung des Bröbberower Horstes dort nicht mehr geduldet. Zwei von ihnen haben "Unterschlupf" in Stäbelow gefunden, der dritte ist vorerst verschollen. Wie gesagt, so könnte es gewesen sein. Leider liegen uns keine Beobachtungen vom Paarwechsel in Bröbberow und vom Verhalten des beringten Altstorchs "HC981" gegenüber den Jungstörchen vor.

Rätsel in Stäbelow fast geklärt

Das Rätsel um die "adoptierten" Jungstörche in Stäbelow ist fast gelöst. Hans-Heinrich Zöllick hat heute in Stäbelow einen Jungstorch mit der Ringnummer "HC802" abgelesen. Dieser Vogel wurde von uns am 22.6. nestjung in Bröbberow beringt. Vermutlich stammt auch der zweite fremde Jungstorch von dort, das ist aber noch nicht bewiesen. Jetzt wäre als nächstes zu klären, wie die Verhältnisse am Storchennest in Bröbberow sind. Dort waren drei Jungstörche groß geworden. Ist der dritte noch vor Ort - pendeln die Jungstörche unter Umständen? Ich hoffe, dass sich diese Frage demnächst noch klären lassen.

Ungewöhnliche "Adoption" in Stäbelow

Ungewöhnlicher Fall von "Adoption" in Stäbelow: Seit dem vergangenen Sonntag füttern die Altstörche dort kontinuierlich fünf Jungstörche - obwohl sie selbst nur drei groß gezogen haben. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, woher die beiden fremden Jungstörche stammen (Foto: A. Hornburg). In jedem Fall ist ein solches Verhalten - anders als ein kurzzeitiger "Besuch" - mehr als ungewöhnlich und bei Weißstörchen bisher nur sehr selten beobachtet worden. Wir bemühen uns, die Herkunft der "adoptierten" Jungstörche herauszubekommen. Sehr wahrscheinlich handelt es sich auch um Ringträger, wobei die benachbarten Nester in Biestow Dorf, Heiligenhagen und Satow als Herkunftsorte bereits ausgeschlossen werden konnten.

Weitere Störche zurückgemeldet

Auch am heutigen Tag erreichten uns verschiedene Meldungen über zurückgekehrte Störche. Das Stäbelower Paar (hier im Bild) ist seit gestern bereits komplett, ebenso das in Clausdorf (Ankunft: 24.3./26.3.). Auch aus Hohen Schwarfs (27.3.) und - überraschend früh - aus Klingendorf (26.3.) kamen Emails bzw. Telefonanrufe, in denen über einen zurückgekehrten Storch berichtet wurde. Vielen Dank allen Beobachtern!

Das erste Storchenfoto der Saison

Heute am frühen Abend habe ich es nun endlich geschafft, das erste Storchenfoto der neuen Saison hinzubekommen. Leider hat mir der Stäbelower Storch, der ja schon seit dem 3. März am Horst ist und auf seine Partnerin wartet, wieder nur eine ganz kurze Gelegenheit dazu gegeben. Kurz nach diesem Foto aus ziemlicher Entfernung schwang er sich in die Luft und rauschte nach einer kleinen Kurve direkt über meinen Kopf in Richtung Osten ab - ein imponierender Anblick, den ich lange vermisst habe. Bei dieser schönen Gelegenheit war zu erkennen, dass er keinen Ring trägt. Ich hoffe sehr, dass nun bald viele Gelegenheiten für weitere Storchensichtungen folgen werden.
Unterdessen hat der Senderstorch "Hobor" heute früh den äußersten Südosten Polens erreicht. Sehr lange wird es nun nicht mehr dauern, bis er an seinem Brutplatz in Schleswig-Holstein zurück sein wird. Ob er wohl zusammen mit einigen unserer Störche zieht?

Unser 1. Storch ist da!

Seit gestern, 3. März, ist auch in unserer Region der 1. Storch zurück! Nicht ganz unerwartet landete er in Stäbelow, wo er von den Anwohnern auch heute noch auf dem Horst festgestellt wurde. Ein Foto von ihm gibt es bisher leider noch nicht, doch hoffen wir, das bald nachliefern zu können. Es spricht vieles dafür, dass es der gleiche - unberingte - Storch ist, der bereits 2007 (7. März) und 2008 (23. Februar) das Stäbelower Nest mit deutlichem Abstand vor allen anderen Störchen im Landkreis besetzt hatte. 2009 erfolgte die Rückkehr dort dagegen erst Ende März. Mit ziemlicher Sicherheit dürfte auch dieser Storch in Europa und nicht in Afrika überwintert haben.
Dagegen ist DFR A 277, die vermutlich am 27. Februar in Thüringen in Richtung Brutgebiet aufgebrochen ist, bisher noch nicht in Langenhanshagen (NVP) eingetroffen. Angesichts des neuerlichen Wintereinbruchs, der uns heute früh wieder eine geschlossene Schneedecke bescherte, ist die Entscheidung, die Rückkehr nicht zu übereilen, sicher sehr gut nachvollziehbar.

Die ersten Störche in Mecklenburg sind zurück

Seit zwei Tagen sind die ersten Störche des Jahres in Mecklenburg zurück! Wie in den Vorjahren hatte es das Storchenpaar in Belitz (Landkreis Güstrow) besonders eilig. Anwohner meldeten, dass beide Störche am Montag, 22. Februar, dort eingetroffen sind.

Wie auf diesem Foto von Ende Juli des vergangenen Jahres zu sehen, befindet sich der Belitzer Horst auf einem E-Mast. Aufgrund des sehr frühen Ankunftsdatums ist davon auszugehen, dass die beiden unberingten Störche in Europa, vielleicht in Spanien, überwintert haben.
Unterdessen haben sich in den letzten Tagen auch mindestens drei von sechs verbliebenen Senderstörchen auf den Weg in ihre Brutgebiete gemacht. Eine weitere Störchin, die in Spanien überwintert hatte, traf bereits am 21.2. auf ihrem Horst am Bodensee ein. In unserer Region wird es voraussichtlich etwa noch vier Wochen dauern, bevor die ersten der auf der Ostroute ziehenden Störche eintreffen. 2007 und 2008 gab es allerdings einige Störche, die schon vor Mitte März zurückgekehrt waren. Besonders den Horst in Stäbelow werden wir aufmerksam im Auge behalten.

Tödlicher Unfall eines Jungstorchs in Stäbelow

Aus Stäbelow erreichte uns heute die Nachricht, dass der Jungstorch H 8991 (den ich hier am 4. Juli noch gesund und munter im Horst fotografieren konnte) heute bei einem seiner ersten Flugversuche gegen eine Hauswand geflogen ist. Dabei erlitt er tödliche Verletzungen, wahrscheinlich im Bereich der Halswirbelsäule. Solche tragischen Unfälle ereignen sich leider in fast jeder Brutsaison. Böige, teils stürmische Winde wie heute sind für die Fluganfänger dabei besonders gefährlich. Den beiden übrigen Stäbelower Jungstörchen und allen weiteren bleibt zu wünschen, dass sie die schwierige Zeit des Fliegenlernens gut bewältigen.
Im Fotoalbum gibt es Aufnahmen vom (weitgehend verregneten) Wochenende.

Bisher 74 Jungstörche gezählt

Aufgereiht wie die Orgelpfeifen zeigen sich diese drei Jungstörche in Clausdorf dem Beobachter. Sie gehören zu den größten von insgesamt 74 Jungstörchen (im Vorjahr: 93, 2007: 116), die wir in diesem Jahr bisher in den 58 besetzten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan gezählt haben. Die standortgenaue Verteilung ist über unsere Bruterfolgskarte abrufbar.
Bis zum Flüggewerden ab Mitte Juli wird sich sicherlich noch die eine oder andere Korrektur ergeben. An der Tatsache, dass der Bruterfolg in diesem Jahr auch in unsererer Region unterdurchschnittlich ist, wird sich aber kaum etwa ändern. Genaue Ursachen für die unbefriedigende Bilanz werden nach Ende der Storchensaison zu erörtern sein. Schon jetzt aber ist klar, dass das (zu) späte Eintreffen einer größeren Anzahl von Storchenpaaren eine wesentliche Rolle gespielt hat. In den neun Horsten, in denen der zweite Storch erst nach dem 1. Mai eintraf, ist letztlich kein einziges Küken groß geworden! Die späteste Paarbildung, die noch zum Erfolg führte, fand in Biendorf (bisher drei Jungstörche) und in Liepen (bisher zwei Jungstörche) statt - und zwar am 26. April. Veränderungen in der uns bekannten Anzahl der Jungstörche gab es zuletzt in Bandelstorf (drei statt zwei Jungstörche), in Broderstorf II (trotz Tod eines Jungstorchs ist noch einer im Horst) und in Groß Potrems (Abwurf eines bereits beringten Jungstorchs am 28. Juni).
Am Wochenende habe ich mich intensiv um die Frage gekümmert, ob in Stäbelow, wie von Anwohnern gemeldet, tatsächlich einer der beiden Brutstörche beringt ist. Leider gibt es immer noch kein endgültiges Ergebnis, denn nur einer der Altstörche stellte sich nach einer Fütterung auf ein Hausdach, während der andere gleich wieder abflog, ohne dass sein (verdächtigtes) rechtes Bein kontrolliert werden konnte. Ich tendiere jedoch inzwischen zu der Annahme, dass beide unberingt sind.
In Gerdshagen, dem einzigen Nest des Vorjahres, in dem sich trotz Bruterfolgs im vorigen Sommer dieses Mal kein Storchenpaar eingefunden hatte, berichteten Anwohner, dass dort nun doch bereits seit fünf Wochen ein einzelner Storch mehr oder weniger kontinuierlich anwesend sein soll. Zuletzt wurde sogar ein zweiter Storch gesichtet. Damit erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesetzung im kommenden Jahr.
Im Fotoalbum gibt es Bilder mit vielen Jungstörchen, dieses Mal aus Berendshagen, Clausdorf, Stäbelow, Schmadebeck II, Rederank und Gnemern (Landkreis Güstrow).

41 Jungstörche beringt

Wie hier in Moitin sind am heutigen Dienstag in der ersten großen Beringungsaktion in unserem Landkreis seit 1988 in 17 Horsten insgesamt 41 Jungstörche beringt worden. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Standorte:

- Albertsdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Broderstorf I: 2 Jungstörche, davon einer deutlich kleiner
- Thulendorf: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Wendfeld: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Niekrenz: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Cammin: 3 Jungstörche, davon zwei sehr kräftig und einer gut entwickelt
- Göldenitz/Dummerstorf: 1 noch recht kleiner Jungstorch (dazu befand sich ein nicht ausgebrütetes Ei im Horst)
- Pankelow: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Groß Potrems I: 1 mittelmäßig großer und ein sehr kleiner Jungstorch (letzterer ist noch ein Sorgenkind)
- Rukieten: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan II: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan I: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Moitin: 2 große, kräftige Jungstörche
- Schmadebeck II: 3 Jungstörche, davon 2 gut entwickelt und einer deutlich kleiner
- Clausdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Stäbelow: 3 gut entwickelte Jungstörche; Anwohner meldeten, dass einer der Altstörche unten rechts beringt ist
- Parkentin: 1 gut entwickelter Jungstorch (zuvor gab es 2 Abwürfe)

An mehreren Standorten wurde die vorher vermutete Anzahl an Jungstörchen erfreulicher Weise übertroffen, der Durchschnittswert liegt bei 2,41 Jungstörchen pro erfolgreichem Brutpaar. Die erlebnisreiche Beringungsaktion, über die wir in den nächsten Tagen noch ausführlicher und vor allem mit vielen Fotos berichten werden, wird am 7. Juli (mit jetzt noch zu kleinen Storchenküken) fortgesetzt.

Ein paar erfreuliche Neuigkeiten

Große Überraschung in Groß Potrems II - dieser Storch hält seit einer Woche dem letztmalig vor fünf Jahren besetzten Horst die Treue. Nach Anwohnerberichten gibt es sogar einen Konkurrenten, mit dem es regelmäßig zu Auseinandersetzungen um den Horst kommt. Die Unterlage ist in jedem Fall noch in Ordnung, das Nest selbst durch den Leerstand der letzten Jahre nur noch ein Fragment, aus dem ein ansiedlungswilliger Storch allerdings sehr wohl ein passables Storchennest machen könnte.
Die Entdeckung dieses Wiederbesiedlungsversuchs gelang im Rahmen mehrerer ausgedehnter Erkundungsfahrten, die Hans-Heinrich Zöllick (samt Begleitern) und ich in den letzten drei Tagen unternommen haben. Dabei gab es weitere erfreuliche Entdeckungen: in Zarnewanz ist bereits seit längerem ein zweiter Storch am Horst, das Paar brütet aber nicht. Auch in Kirch Mulsow war am Samstag ein Paar im Nest, hier müssen noch weitere Erkundigungen eingezogen werden. Auch die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Bruten nimmt erfreulicherweise von Tag zu Tag zu. So konnte zusätzlich zu den schon bekannten Standorten Nachwuchs auch in den Storchenhorsten Stäbelow (mindestens zwei Junge), Clausdorf, Rederank (mindestens drei Junge), Parkentin und Moitin festgestellt werden. In Thelkow und sehr wahrscheinlich auch in Pankelow wird es dagegen in diesem Jahr keine Jungstörche geben.
Durch die doch recht zahlreichen Ankünfte im Mai hat sich die Anzahl der Horstpaare in unserem Landkreis mittlerweile auf 54 erhöht, das ist jetzt noch ein Minus von fünf Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen noch fünf bis sechs Einzelstörche, die ihr Nest allein besetzt halten. Von diesen 54 Horstpaaren werden mindestens neun keinen Bruterfolg haben, in den übrigen Nestern besteht momentan noch Hoffnung.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal aktuelle Fotos aus Groß Potrems I, Klingendorf, Kowalz, Stäbelow und Clausdorf.

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