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Pastow

Erste Rückkehrer auch im Altkreis Ribnitz-Damgarten - Berichte über den 8. Landesstorchentag MV

Heute erreichten uns aus dem von Hans-Heinrich Zöllick betreuten Altkreis Ribnitz-Damgarten folgende Informationen über zurückgekehrte Weißstörche:
- 8. März: Langenhanshagen I (mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um die allseits bekannte Ringstörchin DER A 277, die Ringablesung steht jedoch noch aus); eine verlegte Telefonnummer verhinderte den früheren Kontakt zum Storchenbetreuer
- 20. März: Bookhorst (hier könnte es sich um die im Zoo Rheine beringte Störchin DEW T 716 handeln, die in den letzten beiden Jahren hier ansässig war und regelmäßig sehr früh eintraf - die eindeutige Identifikation fehlt allerdings noch)
- 20. März: Brünkendorf, 1. Storch eingetroffen

Wie schon vermutet, ist der Storch in Pastow nicht geblieben. Seit gestern Mittag wurde er nicht mehr am Nest gesehen.

Am 19. März fand in Karow der 8. Landesstorchentag MV statt. Verschiedene Medien haben darüber berichtet, unter anderem - recht unterschiedlich - der Nordkurier Neubrandenburg und MV Regio.


Foto: Hans-Dieter Graf

Die etwa 25 anwesenden Weißstorchbetreuer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern sowie weitere Gäste, darunter Staatssekretär Dr. Kreer und der NABU-Landesvorsitzende, Stefan Schwill (Bildmitte), verabschiedeten Hans-Heinrich Zöllick (rechts im Bild) aus dem Amt des Landesweißstorchkoordinators. Nach 20 Jahren zog er sich aus Altersgründen zurück, bleibt aber als Regionalbetreuer weiter aktiv den Störchen verbunden. Nachfolger ist Helmut Eggers (Lübtheen, links im Bild), der gleichfalls seit Jahrzehnten im Weißstorchschutz engagiert ist und seit vielen Jahren Kreisbetreuer für den Landkreis Ludwigslust sowie das Amt Neuhaus ist. In seiner Arbeit als Landeskoordinator unterstützt wird er in den kommenden vier Jahren von Hans-Dieter Graf und Stefan Kroll, die wie Eggers in den Vorstand der Landesarbeitsgruppe gewählt wurden.

Die beiden ersten Störche in unserer Region sind da

Nun gibt es auch aus unserer Region die ersten beiden Beobachtungen von Weißstörchen.
In Pastow bei Rostock ist bereits gestern ein Storch eingetroffen, der auch über Nacht blieb. Ob er aber dauerhaft Horstbindung entwickelt, erscheint mir unsicher, denn in den vergangenen Jahren gab es hier kein Brutpaar. Nur ein Einzelstorch ließ sich im Juli und August in Pastow regelmäßig blicken. Vielleicht ist es dieses Individuum? Oder ist es ein "neuer" Storch, der nach einem Horst für sich sucht und sich dabei erst einmal orientiert?
Anders sieht es wohl am Standort Schmadebeck II aus, denn hier gibt es seit Jahren die Tradition einer besonders frühen Rückkehr des ersten Storchs. So sind in unser Storchendatenbank unter anderem Rückmeldungen vom 20.3.2007 und vom 24.3.2010 enthalten. Außerdem handelt es sich um einen seit Jahren durchgängig besetzten Standort mit sehr häufigem Bruterfolg. Ich denke, dieser Storch wird bleiben. In jedem Fall hat auch bei uns die Storchensaison begonnen!

In Klingendorf werden erstmals seit dem 2. Weltkrieg zwei Jungstörche groß

Diese beiden Jungstörche sind nach Angaben langjähriger Dorfbewohner die beiden ersten, die seit dem 2. Weltkrieg in Klingendorf groß werden - 2010 ist dort also ein ganz außergewöhnliches Storchenjahr.
Nachdem in Schlage (zwischen Göldenitz und Pankelow) kürzlich ein Altstorch von einem Greifvogel geschlagen worden ist, konnten die drei benachbarten Storchenhorste heute wieder kontrolliert werden. In Göldenitz stand ein großer, kräftiger Jungstorch auf dem Horst, in Pankelow I (Schornsteinhorst) waren zwei Altstörche "zu Hause". Im Masthorst Pankelow II, wo zwei kräftige und ein schwächerer Jungstorch herangewachsen sind, stand heute ein Jungstorch (Ring-Nr. HC789) im Nest. Ich halte ihn für das Nesthäkchen. Der Jungstorch machte einen guten Eindruck und wird vielleicht in der kommenden Woche flügge sein.
In Pastow ist der Storchenhorst nach Anwohnerangaben jetzt auch seit einiger Zeit regelmäßig von einem Einzelstorch besetzt. Ob daraus im kommenden Jahr mehr wird? Morgen werden aus dem Rostocker Zoo die ersten von derzeit sieben dort untergebrachten Jungstörchen ausgewildert. Mit von der Partie wird ein Team des Fernsehsenders "Phoenix" sein.

Zählung der Jungstörche hat begonnen

Dieser Jungstorch vom Horst Schwaan II (mit dem Ring H 8976) ist einer von voraussichtlich rund 70, die in diesem Jahr im Landkreis Bad Doberan flügge werden. Am Zustand seines Gefieders ist unschwer zu erkennen, dass es in unserer Region ein nasses, niederschlagsreiches Wochenende war. Am Freitag hat die diesjährige Zählung des Storchennachwuchses begonnen. Bisher zeichnen sich keine Veränderungen gegenüber dem letzten Stand ab; das heißt, mit Ausnahme der unglücklichen Storchenfamilie in Groß Potrems hat es in den letzten drei Wochen keine Verluste unter den Jungstörchen mehr gegeben. Weitere Berichte und Fotos folgen.
H 8971 aus Groß Potrems, den ich mit gebrochenem Flügel in die Rostocker Tierklinik gebracht hatte, ist dort am Dienstag operiert und anschließend zur weiteren Pflege in den Zoo Rostock gebracht worden.
Am Rande der Jungstorchzählungen gab es noch zwei bemerkenswerte Beobachtungen: in Pastow (zuletzt 2006 mit Brutpaar) stand heute Abend ein Altstorch auf dem Horst (nach Anwohnerberichten ist das schon seit drei Wochen regelmäßig so) und in Parchow Ausbau (Kröpelin II), einem seit Jahren unbesetzten Standort, stand ebenfalls heute ein Storchenpaar auf der Nisthilfe und verteidigte sie gegen einen Angreifer.

Immer häufiger Fütterungen an den Nestern zu beobachten

Immer häufiger sind jetzt Bilder wie dieses aus Fienstorf (fotografiert von G. Vogel) in den Storchenhorsten zu erkennen - ein Altvogel würgt seinem frisch geschlüpften Nachwuchs Nahrung aus. Erste Anwohner haben sich bereits gemeldet und die Anzahl von entdeckten Schnäbeln mitgeteilt. So sollen es in Kröpelin vier, in Stäbelow zwei und am Horst Schwaan II drei oder vier Junge sein. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Weg bis zum Flüggewerden noch lang und gefahrvoll ist und noch mancher Verlust eintreten wird. Es können natürlich umgekehrt auch noch Nachzügler hinzukommen. Vor allem die Nahrungsverfügbarkeit und die weiteren Witterungsverhältnisse, aber auch das Verhalten der Altstörche spielen eine entscheidende Rolle.
Unterdessen wurden aus weiteren Nestern Spätankünfte von Störchen gemeldet. In Bentwisch ist das Paar nun endlich seit dem 15. Mai komplett und in Groß Lüsewitz scheint seit dem 22./23. Mai ein Paar dauerhaft Gefallen am Nest gefunden zu haben, nachdem es dort zuvor einen häufigen Wechsel und zwischenzeitlich immer wieder auch Leerstand gegeben hatte. In Altenhagen I und in Pastow sind die dort vorübergehend erschienenen Einzelstörche jedoch schon wieder verschwunden.

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