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Rostock Zoo I

Rostocker Jungstorch von 2007 in Lübben abgelesen

Fotos (2): S. Herold, Lübben

In den letzten Tagen erreichte uns eine sehr interessante Information der Beringungszentrale Hiddensee. In Lübben/Spreewald wurde am 17. August auf einer neu aufgestellten Nisthilfe – zusammen mit einem zweiten Storch – der Ringstorch DEH H 5530 abgelesen. Dieser Storch wurde am 21. Juni 2007 nestjung als einer von vier Jungstörchen des wild lebenden Storchenpaares auf der Bärenburg des Rostocker Zoos beringt. Inzwischen vierjährig gelang nun erstmals eine Ablesung – 272 Kilometer von seinem Geburtsnest entfernt. In diesem Jahr hat er oder sie noch nicht gebrütet, vielleicht wird es im kommenden Jahr etwas.
Der eine oder andere Leser mag es schon bemerkt haben – seit kurzem haben wir eine neue Rubrik "Unsere Ringstörche". Hier sind alle Daten zu beringten (Alt-)Störchen mit dauerhafter Horstbindung zusammengetragen, die seit 2007 im Landkreis Bad Doberan, in der Hansestadt Rostock und im Altkreis Ribnitz-Damgarten abgelesen worden sind. In der zurück liegenden Storchensaison 2011 waren es insgesamt 15, zehn im Landkreis Bad Doberan und fünf im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Demnächst werden hier auch diejenigen Störche zu finden sein, die hier beringt wurden, sich jedoch außerhalb unseres Betreuungsgebietes niedergelassen haben.
Nach der jüngsten Kreisreform vom 4. September 2011 gehört der bisherige Landkreis Bad Doberan übrigens zusammen mit dem ehemaligen Landkreis Güstrow zum neuen Landkreis Rostock, während der Altkreis Ribnitz-Damgarten Bestandteil des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen geworden ist.
In der vergangenen Woche sind im Raum Parkentin / Elmenhorst / Rethwisch noch einzelne Störche gesehen worden. Die bisher letzten Beobachtungen (je zwei Weißstörche) stammen vom 20. und 21. September aus der Conventer Niederung.

56 Horstpaare und 101 Jungstörche gezählt


Einer von 101 Jungstörchen, die dieses Jahr im Landkreis Bad Doberan herangewachsen sind, ist "DEH HC784" in Lieblingshof.

Am Wochenende ist die diesjährige Zählung der Jungstörche in unserer Region abgeschlossen worden. Unsere noch vorläufige Statistik für den Landkreis Bad Doberan weist in diesem Jahr 56 Horstpaare (- 2 gegenüber 2009) auf, ein erschreckender Tiefststand. Davon haben 52 Paare (+ 4) mit der Brut begonnen. Jungstörche sind in 51 Nestern (+ 10) geschlüpft. Am Ende werden voraussichtlich in 44 Nestern (+ 10) flügge Jungtiere ausfliegen. Der JZa-Wert von 1,80 ist immerhin der zweitbeste der letzten zehn Jahre. damit können wir sehr zufrieden sein. Im Einzelnen gab es 2 x 4, 16 x 3, 19 x 2 und 7 x 1 Jungstörche. 12 Paare blieben ohne Nachwuchs. Der HPo-Prozentwert (21,4) ist ebenfalls als sehr günstig einzustufen.
Im Bereich der Hansestadt Rostock gab es in allen drei Nestern 4 Jungstörche! Dieses ungewöhnlich gute Ergebnis wurde nur dadurch leicht getrübt, dass ein Jungstorch aus dem Horst Rostock Zoo I leider bei seinen ersten Flugversuchen im Eisbärengehege landete und dort Opfer der Raubtiere wurde.
Am gestrigen Montag konnte bei Parkentin/Neuhof ein vor etwa vier Wochen geschwächt in den Zoo Rostock eingelieferter Altstorch wieder ausgewildert werden. Weitere sechs Jungstörche werden voraussichtlich am 4. August folgen.

Weißstörche im Rostocker Zoo

Im Nest auf dem Eisbärenturm des Rostocker Zoos recken vier Storchenküken ihren Kopf in die Höhe.

Der Rostocker Zoo ist ein wichtiger Anlaufpunkt für uns Storchenbetreuer. Dort finden aus dem Nest gefallene Jungstörche Pflege und ein vorüber gehendes Domizil, während verletzte und endgültig flugunfähige Störche hier dauerhaft versorgt werden. So traf ich dort heute auch H 8971 an, einen letztjährigen Jungstorch, der noch nicht flügge unter dem Nest in Groß Potrems I gefunden wurde - leider mit gebrochenem Flügel. Daneben gibt es auch in diesem Jahr wieder zwei von "wilden" Störchen besetzte Horste. Auf dem Eisbärengehege werden vier Junge groß, und beim Vogelhaus sind es mindestens drei. Diese guten Nachwuchszahlen passen in das recht erfreuliche Bild für das Jahr 2010. Im Landkreis Bad Doberan zähle ich augenblicklich 105 Jungstörche, 33 mehr als im Vorjahr. Die endgültige Zahl wird allerdings erst Ende Juli feststehen.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Auf wen wir warten...(4)

Zum Abschluss unserer kleinen Reihe über einzelne Störche unserer Region, die individuelle Merkmale aufweisen und auf deren Rückkehr wir deshalb besonders gespannt warten, möchte ich heute einmal keinen "Ringträger" vorstellen. In Heiligenhagen wurde 2008 ein Altstorch am Horst beobachtet, der am Kopf (sozusagen auf der Stirn) eine ungewöhnliche Wölbung aufwies. Dieses Foto vom 15. Juni (von T. Kaun) zeigt ihn zusammen mit seinem Nachwuchs auf dem Horst.

Im vergangenen Jahr hatte in Heiligenhagen ein Storch mit dem genau gleichen, auffälligen Merkmal Horstbindung. Auf dem folgenden Foto vom 16. Juni 2009 lässt sich das - beim linken Storch - recht deutlich erkennen. Ob sich dahinter eine alte Verletzung oder ein Geschwür verbirgt, ist schwer zu entscheiden. Sicher gibt es auch die Möglichkeit, dass es reiner Zufall ist, für viel wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass es sich um ein und denselben Storch handelt. In jedem Fall werden wir genau hinschauen, wenn die Störche wieder in Heiligenhagen zurück sind!

Der Rostocker Zoo hatte übrigens bis Freitag noch keine zurückgekehrten Störche festgestellt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Horst Rostock Zoo I am Donnerstag nur vorübergehend, von Durchzüglern, besetzt worden war.

Die per Satelliten-Telemetrie verfolgten Störche des NABU und des Storchenhofs Loburg haben inzwischen wieder unterschiedlich weite Etappen zurückgelegt. Die letzten vorliegenden Daten vermitteln folgendes Bild:

- "Hobor", 16.3.: Rumänien
- "Leopold", 20.3.: Syrien
- "Albert von Lotto", 20.3.: Sudan
- "Louis Henri", 19.3.: Kenia

Ich wage die Prognose, dass "Hobor" spätestens am kommenden Wochenende an seinem Horst eintreffen wird (und das dann auch bei uns der erste "Ostzieher" gelandet ist). Bis Freitag sollten "Hobor" auf seiner Route durch Osteuropa recht gute Zugbedingungen haben. Bei "Leopold" wird die Rückkehr vielleicht zwischen dem 5. und 10. April stattfinden, während die beiden übrigen Störche nach meiner Einschätzung wohl noch bis mindestens Ende April brauchen werden.

Quellen:
www.storchenhof-loburg.info
www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoegel/storch

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