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Rostock Zoo I

56 Horstpaare und 101 Jungstörche gezählt


Einer von 101 Jungstörchen, die dieses Jahr im Landkreis Bad Doberan herangewachsen sind, ist "DEH HC784" in Lieblingshof.

Am Wochenende ist die diesjährige Zählung der Jungstörche in unserer Region abgeschlossen worden. Unsere noch vorläufige Statistik für den Landkreis Bad Doberan weist in diesem Jahr 56 Horstpaare (- 2 gegenüber 2009) auf, ein erschreckender Tiefststand. Davon haben 52 Paare (+ 4) mit der Brut begonnen. Jungstörche sind in 51 Nestern (+ 10) geschlüpft. Am Ende werden voraussichtlich in 44 Nestern (+ 10) flügge Jungtiere ausfliegen. Der JZa-Wert von 1,80 ist immerhin der zweitbeste der letzten zehn Jahre. damit können wir sehr zufrieden sein. Im Einzelnen gab es 2 x 4, 16 x 3, 19 x 2 und 7 x 1 Jungstörche. 12 Paare blieben ohne Nachwuchs. Der HPo-Prozentwert (21,4) ist ebenfalls als sehr günstig einzustufen.
Im Bereich der Hansestadt Rostock gab es in allen drei Nestern 4 Jungstörche! Dieses ungewöhnlich gute Ergebnis wurde nur dadurch leicht getrübt, dass ein Jungstorch aus dem Horst Rostock Zoo I leider bei seinen ersten Flugversuchen im Eisbärengehege landete und dort Opfer der Raubtiere wurde.
Am gestrigen Montag konnte bei Parkentin/Neuhof ein vor etwa vier Wochen geschwächt in den Zoo Rostock eingelieferter Altstorch wieder ausgewildert werden. Weitere sechs Jungstörche werden voraussichtlich am 4. August folgen.

Weißstörche im Rostocker Zoo

Im Nest auf dem Eisbärenturm des Rostocker Zoos recken vier Storchenküken ihren Kopf in die Höhe.

Der Rostocker Zoo ist ein wichtiger Anlaufpunkt für uns Storchenbetreuer. Dort finden aus dem Nest gefallene Jungstörche Pflege und ein vorüber gehendes Domizil, während verletzte und endgültig flugunfähige Störche hier dauerhaft versorgt werden. So traf ich dort heute auch H 8971 an, einen letztjährigen Jungstorch, der noch nicht flügge unter dem Nest in Groß Potrems I gefunden wurde - leider mit gebrochenem Flügel. Daneben gibt es auch in diesem Jahr wieder zwei von "wilden" Störchen besetzte Horste. Auf dem Eisbärengehege werden vier Junge groß, und beim Vogelhaus sind es mindestens drei. Diese guten Nachwuchszahlen passen in das recht erfreuliche Bild für das Jahr 2010. Im Landkreis Bad Doberan zähle ich augenblicklich 105 Jungstörche, 33 mehr als im Vorjahr. Die endgültige Zahl wird allerdings erst Ende Juli feststehen.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Auf wen wir warten...(4)

Zum Abschluss unserer kleinen Reihe über einzelne Störche unserer Region, die individuelle Merkmale aufweisen und auf deren Rückkehr wir deshalb besonders gespannt warten, möchte ich heute einmal keinen "Ringträger" vorstellen. In Heiligenhagen wurde 2008 ein Altstorch am Horst beobachtet, der am Kopf (sozusagen auf der Stirn) eine ungewöhnliche Wölbung aufwies. Dieses Foto vom 15. Juni (von T. Kaun) zeigt ihn zusammen mit seinem Nachwuchs auf dem Horst.

Im vergangenen Jahr hatte in Heiligenhagen ein Storch mit dem genau gleichen, auffälligen Merkmal Horstbindung. Auf dem folgenden Foto vom 16. Juni 2009 lässt sich das - beim linken Storch - recht deutlich erkennen. Ob sich dahinter eine alte Verletzung oder ein Geschwür verbirgt, ist schwer zu entscheiden. Sicher gibt es auch die Möglichkeit, dass es reiner Zufall ist, für viel wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass es sich um ein und denselben Storch handelt. In jedem Fall werden wir genau hinschauen, wenn die Störche wieder in Heiligenhagen zurück sind!

Der Rostocker Zoo hatte übrigens bis Freitag noch keine zurückgekehrten Störche festgestellt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Horst Rostock Zoo I am Donnerstag nur vorübergehend, von Durchzüglern, besetzt worden war.

Die per Satelliten-Telemetrie verfolgten Störche des NABU und des Storchenhofs Loburg haben inzwischen wieder unterschiedlich weite Etappen zurückgelegt. Die letzten vorliegenden Daten vermitteln folgendes Bild:

- "Hobor", 16.3.: Rumänien
- "Leopold", 20.3.: Syrien
- "Albert von Lotto", 20.3.: Sudan
- "Louis Henri", 19.3.: Kenia

Ich wage die Prognose, dass "Hobor" spätestens am kommenden Wochenende an seinem Horst eintreffen wird (und das dann auch bei uns der erste "Ostzieher" gelandet ist). Bis Freitag sollten "Hobor" auf seiner Route durch Osteuropa recht gute Zugbedingungen haben. Bei "Leopold" wird die Rückkehr vielleicht zwischen dem 5. und 10. April stattfinden, während die beiden übrigen Störche nach meiner Einschätzung wohl noch bis mindestens Ende April brauchen werden.

Quellen:
www.storchenhof-loburg.info
www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoegel/storch

Auf wen wir warten... (3)

Diese Störchin hat seit 2006 bereits vier Mal erfolgreich auf dem einzigen Weichdachhorst unserer Region, in Parkentin, gebrütet. Sie wurde 2001 in Beese (Sachsen-Anhalt) beringt und trägt unten links einen Metall-Ring der Beringungszentrale Hiddensee mit der Nummer "L 864". In den Jahren 2007 und 2008 kam sie erst sehr spät, Ende April/Anfang Mai aus dem Winterquartier zurück. Dabei musste sie 2008 eine andere Störchin aus dem Nest vertreiben. Vielleicht hatte sie zuvor sehr weit im Süden Afrikas überwintert? Im vergangenen Jahr traf sie dagegen schon am 9. April, zwei Tage nach ihrem Partner, ein. Der Bruterfolg in Parkentin war in den letzten Jahren leider nur sehr mäßig. Während 2006 immerhin noch zwei Junge groß wurden, war es danach immer nur ein Jungtier. 2008 und 2009 ist in Parkentin jeweils beringt worden. Vielleicht erfahren wir ja in einigen Jahren einmal etwas von diesen Störchen. Wenn "L 864" auch in diesem Jahr zurückkehrt, wäre sie bereits neunjährig, und es wäre ihre fünfte Brutsaison im Parkentiner Horst, an den sie sicher eine sehr starke Bindung hat.

Offenbar sind inzwischen auch im Horst Rostock Zoo I (auf der Eisbärenburg) zwei Störche eingetroffen. Ich sah sie heute im Vorbeifahren von der Straße aus in ziemlicher Entfernung - das geht wegen der noch fehlenden Vegetation im Moment noch. Ich vermute einen Zusammenhang mit einer Beobachtung, die mein Sohn Jannik zusammen mit seinen Schulfreunden Lennart und Lukas gestern gemacht hat. Am Nachmittag entdeckten sie am Rande von Biestow Ausbau gleich vier Störche auf Nahrungssuche. Möglicherweise ist also noch ein weiteres Nest in der näheren Umgebung besetzt. Wir werden recherchieren! In jedem Fall ist davon auszugehen, dass die bisher eingetroffenen Störche Westzieher sind. Die ersten Ostzieher dürften unsere Region in der kommenden Woche erreichen. Dann fängt die Storchensaison richtig an! Zum Glück gibt es jetzt auch hier bei uns endlich frühlingshaftes Wetter.

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