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Heiligenhagen

Erster Senderstorch auf dem Heimzug

Der erste der von uns beobachteten Senderstörche hat in Afrika seinen Heimzug begonnen. Wie der NABU berichtet, ist Storch "Michael" bereits Ende Januar am Tschadsee gestartet. Seitdem ist er zügig ostwärts vorangekommen und wird voraussichtlich bald den Sudan erreichen. Michael ist jedes Jahr sehr zuverlässig einer der ersten aufbrechenden Weißstörche. Meistens trifft er schon Ende März an seinem Nest in Schleswig-Holstein ein. Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit weitere ostziehende Senderstörche aufbrechen werden. Erfreulicherweise hat sich laut der NABU-Karte auch Senderstorch "Arthur" wieder gemeldet. Er war gestern in Nigeria. Offenbar hatte er zwischenzeitlich den Tschadsee in südlicher Richtung verlassen.
Aus Tansania erreichte uns die Nachricht, dass am 22.1., nur drei Tage nach dem wahrscheinlichen Tod der Besitzer Störchin 5X202, ganz in der Nähe (nur 5 km entfernt) ein Senderstorch aus Bayern verendet ist. Hat die lang anhaltende Trockenheit hier ein weiteres Opfer gefordert oder gab es eine andere Ursache?
Schließlich wurden in dieser Woche an zwei großen Weißstorch-Überwinterungsplätzen bei Madrid unsere beiden Ringstörche HH727 (Jg. 2012, aus Neu Steinhorst/RDG, 2016 Brutvogel in Neddemin/MST) und HR161 (Jg. 2015, beringt als Teil einer Spätbrut in Heiligenhagen/DBR) abgelesen. Der letzte der beiden Fälle zeigt einmal mehr, dass Störche, die unser Betreuungsgebiet erst am Ende des Sommers verlassen, zu einem Zug in südwestliche Richtung tendieren - und dort ganz offensichtlich größere Überlebenschancen haben als auf der Ostroute.

Sind Storchenweibchen nicht nachtragend?

Heiligenhagen, 26.5.16

Keine 24 Stunden nach dem schweren Horstkampf in Heiligenhagen, bei dem ein unberingtes Männchen das Nest eroberte und das gesamte Gelege zerstörte, hat das "geschädigte" Weibchen die neue Situation offenkundig akzeptiert. Obwohl sie selbst allem Anschein nach nicht nur im Bereich des Brustkorbs eine blutige Wunde davontrug, sondern zusätzlich eine erhebliche Verletzung am rechten Ständer erlitt und dieses Bein zurzeit nicht aufsetzen mag, scheint sie nicht "nachtragend" zu sein. Ähnliches beobachteten wir zuletzt auch in Redderstorf/RDG, wo das beringte Weibchen ebenfalls das neue Männchen akzeptierte, obwohl ihr Gelege von dem siegreichen Angreifer aus dem Nest geworfen worden war. Da das Weibchen in Heiligenhagen weiter flugfähig ist, können wir nur hoffen, dass ihre Verletzung nicht so schwer wiegend ist und von allein ausheilt.
Unterdessen hat sich unsere Vermutung hinsichtlich des vertriebenen Storchenmännchens DEH HE640 bestätigt. Storchenfreundin A. Hornburg konnte diesen Storch heute Abend in Parkentin auf einer Wiese am Dorfrand identifizieren - dort hatte er im Vorjahr das Nest besetzt.

Erneut ein Storchendrama in Heiligenhagen

Heiligenhagen, 24.5.16. Foto: A. Hornburg.

Am Montagabend ereignete sich in Heiligenhagen ein außerordentlich schwerer, blutiger Horstkampf, bei dem ein einzelner Angreifer mit großer Vehemenz in das Nest drängte, in dem seit etwa 14 Tagen das beringte Männchen DEH HE640 und ein unberingtes Weibchen brüteten. So wie sich die Situation am gestrigen Dienstag darstellte, hat der unberingte Fremdstorch den Kampf gewonnen. Morgens stand er allein im Nest. Die Brut ist abgebrochen, ein defektes Ei wurde unter dem Nest gefunden. Am Ortsrand stand ein zweiter, unberingter Storch, der offensichtlich Mühe hatte, sein rechtes Bein zu belasten. Wir vermuten hier das Weibchen des Brutpaares, das sicher das Gelege mit verteidigt hat. Am Abend standen wieder zwei Störche im Nest, von DEH HE640 war dabei nichts zu sehen.
Es spricht vieles dafür, dass es sich auch in diesem Fall um das sehr spät heimgekehrte Männchen des Vorjahres handelt, das den beringten Nachfolger verdrängt hat. Hoffen wir, dass DEH HE640 nicht zu viel passiert ist und er bald unversehrt irgendwo wieder auftaucht - vielleicht in Parkentin, wo er im Vorjahr über drei Monate Horstbindung hatte. Dieses Nest ist noch leer.
Unterdessen gelang es mir heute Abend, den seit etwa vier Wochen am Nest Groß Potrems I anwesenden Einzelstorch zu identifizieren. Es ist DEH H9768, der im Vorjahr am Schornsteinnest Pankelow I erfolgreich gebrütet hat und schon 2013 und 2014 in Groß Potrems war.

Ein alter Bekannter in fremdem Revier

Als "local player" würde man den Ringstorch DEH HE640 in der Fußballersprache wohl bezeichnen. 2011 schlüpfte er auf dem Hof Plate in Schmadebeck, wo er von uns beringt wurde. Drei Jahre später wurde er mehrfach in einem kleinen Nichtbrütertrupp im Raum Parkentin - Bad Doberan - Conventer Niederung beobachtet. Eine feste Horstbindung gab es da noch nicht. Wieder ein Jahr später bezog er - zur großen Freude der Familie Schuldt - mit einer unberingten Storchendame den Weichdachhorst in Parkentin. Kurz vor dem Abzug in den Süden testeten beide noch für eine Woche den verlassenen Clausdorfer Horst. In diesem Jahr dürfte HE640 am 25. April aus dem Süden zurückgekehrt sein. Von diesem Tag gibt es ein Foto mit einem links oben beringten Storch auf dem Parkentiner Nest. Am nächsten Tag war er jedoch schon wieder verschwunden. Heute stellte sich nun heraus, dass er der Storch ist, der seit drei Tagen den Horst in Heiligenhagen besetzt. Dieser Traditionshorst stand bisher noch ganz leer, sodass HE640 wohl hofft, in diesem Revier, das erfahrungsgemäß besseren Bruterfolg verspricht, Fuß zu fassen. Aber ich denke, die Karten könnten auch noch einmal neu gemischt werden. Viel wird davon abhängen, wo zuerst ein Weibchen eintreffen wird, mit dem unser heimischer Storch, jetzt immerhin schon fünfjährig, seinen ersten Brutversuch starten kann. Bereits seit dem letzten Wochenende ist auch der Horst in Gerdshagen mit einem Paar besetzt, erfuhr ich heute.

Einer der beiden Gerdshäger Störche auf Nahrungssuche, 29.4.16

Abwürfe

Zu jeder Storchensaison gehört leider auch immer das Thema "Abwürfe" - Küken, die zumeist tot unter dem Nest gefunden werden. Die Ursachen können dabei ganz vielfältig sein, wie auch die letzten Tage wieder gezeigt haben. Oft ist es möglich, anhand der näheren Umstände die Ursachen wenn nicht zu ergründen so doch zumindest plausibel zu machen. So fanden Anwohner in Heiligenhagen ein noch sehr kleines Küken unter dem Nest, daneben aber auch zwei Eier, bei denen der Schlupf unmittelbar bevorstand. Da Witterungseinflüsse und Nahrungsengpässe hier ausscheiden und beide Altstörche noch am Nest sind, ist als Ursache Fremdeinwirkung, vermutlich durch andere Störche, wahrscheinlich. In Thulendorf wurde ein recht kleines Küken tot unter dem Nest gefunden, während oben im Nest noch drei - deutlich besser entwickelte - Geschwister zu sehen waren. Hier dürfte der klassische Fall des "Nesthäkchen-Schicksals" eingetreten sein. Das kleinste, als letztes geschlüpfte Küken bekommt nicht genug Futter ab, verkümmert schließlich und stirbt dann oft schon im Nest. Wieder anders dürfte der Fall in Hohen Schwarfs gelagert gewesen sein. Hier beobachteten die Anwohner, dass ein Altstorch nacheinander versuchte, zwei Küken zu verschlingen. Das misslang zwar, doch lagen die beiden armen Kreaturen am nächsten Tag dann tot unter dem Nest. Der Altvogel dürfte hier bewusst die Anzahl der Küken reduziert haben, weil er instinktiv festgestellt hatte, dass das vorhandene Nahrungsangebot nicht ausreichen würde, um alle Küken zu kräftigen Jungstörchen heranzuziehen. Das ist auch aus menschlicher Sicht durchaus "vernünftig": vier schwächliche Küken flügge zu bekommen, ist wesentlich weniger sinnvoll als die Aufzucht von zwei am Ende kräftigen Jungstörchen. In Ziesendorf wurde ein nur wenige Tage altes Küken abgeworfen - hier könnte eine Krankheit die Ursache gewesen sein.
Glücklicherweise gibt es aus den letzten Tagen aber auch viele positive Nachrichten: so wurden in Cammin, Benitz, Satow, Rederank und Berendshagen drei Jungstörche beobachtet, in Kröpelin sogar vier. Dass das (vorläufige) Brutergebnis gerade hier so gut aussieht, ist nicht verwunderlich, denn das Kröpeliner Paar - vermutlich aus zwei Westziehern bestehend - war in unserer Region mit weitem Abstand am frühesten komplett. Dementsprechend sind dort auch schon Mitte Mai die ersten Küken geschlüpft. Der Regen, der heute Abend eingesetzt hat, ist zwar sehr kräftig angekündigt, aber er wird nicht zu lange anhalten und vor allem wird es mild bleiben. Er sollte von den Küken gut überstanden werden, dafür aber das Nahrungsangebot wieder verbessern.

Aktuell: Bruterfolgskarte

Gutes Nachwuchsjahr bei den Störchen in Vorpommern zu erwarten

Nachdem wir am 20. Juni im Landkreis Bad Doberan schon einen relativ guten Besatz der früh besetzten Horste mit Jungstörchen festgestellt haben, scheint sich dieser positive Trend auch weiter östlich zu bestätigen. So liegen gute Vorberichte von der Insel Rügen (Matthias Bräse) und aus dem Raum Greifswald (Frank Tetzlaff) vor. In vielen Nestern waren drei oder vier Jungstörche zu erkennen. Konkrete Zahlen haben wir bereits von elf Standorten im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Dort hat Hans-Heinrich Zöllick am vergangen Donnerstag insgesamt 27 Jungstörche beringt:
- Klockenhagen: 4 (bei einem Abwurf)
- Brünkendorf: 3, besonders kräftig (bei einem Abwurf)
- Forkenbeck: 3 (bei 2 Abwürfen)
- Kavelsdorf: 3 (bei einem Abwurf - dieser wurde lebend geborgen und ist seit gestern im Zoo Rostock)
- Neu Steinhorst: 3
- Tressentin: 3 (bei einem Abwurf)
- Hessenburg: 3
- Kloster Wulfshagen: 3 (bei einem Abwurf)
- Kuhlrade: 2
Außerdem fand sich in Alt Steinhorst noch ein Jungtier im Nest, das zu klein war, um beringt zu werden. In Altenwillershagen ist die Brut (ursprünglich vier Eier) dagegen leider gescheitert. Hier wurden mehrere Abwürfe toter Küken festgestellt.
In Alt-Poppendorf bei Jahnkendorf (RDG) ist es erfreulicher Weise zu einer weiteren Neuansiedlung gekommen, die allerdings ohne Bruterfolg bleiben wird.
Bedauerlicherweise müssen wir aus Heiligenhagen vermelden, dass das letzte verbliebene Küken heute leider tot am Nestrand lag. Ein Altvogel war nicht zu sehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist hier Krankheit als Todesursache des Nestlings anzunehmen. Ursprünglich waren vier Küken geschlüpft. Aus Tessin wurden uns dagegen drei Jungstörche gemeldet.

Polnischer Ringstorch in Kambs stammt von der Insel Wollin

Der hier seinen Partner erwartende männliche Storch in Kambs (rechts im Bild, Foto: A. Borchwardt) wurde nach einer Information polnischer Storchenfreunde 2008 im Ort Laska auf der Insel Wollin beringt. Es handelt sich also um einen dreijährigen Storch, der sich Ende Mai neu das Nest in Kambs ausgesucht hat - wenn auch zu spät, um noch mit einer Brut zu beginnen.
Über Pfingsten erreichten mich noch einige weitere erfreuliche Nachrichten. So soll es in Hohen Schwarfs nach dem Abwurf von drei Jungstörchen immerhin noch zwei lebende Küken im Nest geben, und auch in Heiligenhagen hat entgegen unserer ersten Information bisher zumindest ein Jungtier den Starkregen der vergangenen Woche überlebt. Auch in Berendshagen sieht es günstiger aus als zunächst angenommen: es waren zunächst vier Jungstörche im Horst, von denen jetzt noch drei leben. In Kritzmow wurden heute Teile einer Eischale unter dem Nest gefunden, in dem nach wie vor gebrütet zu werden scheint. Vielleicht klappt es ja hier in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten mit dem Storchennachwuchs!

Verluste beim Storchennachwuchs

In diesen Tagen erreichen uns - wie eigentlich in jedem Jahr um diese Jahreszeit - wiederholt Nachrichten von verendeten Storchenküken. Die Ursachen für diese jeweils sehr traurigen Ereignisse sind dabei vielfältig. So hat der Thulendorfer Jungstorch, der am Montag, vermutlich aus Nahrungsmangel, von einem Altvogel aus dem Nest geworfen wurde, bei seinem Sturz sehr wahrscheinlich innere Verletzungen davon getragen, die gestern zum Tod im Zoo Rostock führten. In Grammow, Fienstorf und Völkshagen/RDG erwischte es jeweils das kleinste, am wenigsten entwickelte Tier. Auch der Starkregen, der am Dienstag besonders westlich von Rostock große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit brachte, forderte seine Opfer. Wir haben noch keinen genauen Überblick, doch wissen wir bereits, dass die beiden (einzigen), erst sieben bis zehn Tage alten Jungstörche in Heiligenhagen sehr wahrscheinlich Opfer der Wetterunbilden wurden. Schon 2007 ereignete sich im gleichen Nest eine ähnliche Tragödie. Danach wurde eine Nestsanierung vorgenommen, doch hat sie offenbar nicht ausgereicht, um eine dauerhafte Besserung der Durchlässigkeit bei Starkregen herbeizuführen. Hoffen wir, dass die Auswirkungen insgesamt nicht so schlimm wie anfangs befürchtet ausgefallen sind. In den nächsten Tagen steht zum Glück ruhiges, weitgehend störungsfreies Wetter bevor. Wir betreuen zurzeit im Altkreis Ribnitz-Damgarten, in der Hansestadt Rostock und im Landkreis Bad Doberan etwas mehr als 100 besetzte Storchennester.

Starker Einflug über Ostern


Dieser noch nicht identifizierte Ringstorch dürfte der "Störenfried von Stäbelow" gewesen sein - inzwischen hat er das im Vorjahr unbesetzte Nest im Nachbarort Kritzmow kräftig ausgebaut. Foto: B. Becker

Was aufgrund der stabilen Hochdrucklage über weiten Teilen Mittel- und Osteuropas zu erwarten war, ist eingetreten: in den vergangenen Tagen hat es nochmals einen starken Einflug von spät heimkehrenden Störchen gegeben. Hans-Heinrich Zöllick kann für den Altkreis Ribnitz-Damgarten heute bereits eine Besetzungsrate von über 95 Prozent - gemessen am Vorjahresergebnis - vermelden. Im Landkreis Bad Doberan sieht es noch nicht ganz so gut aus, aber auch hier gab es zwischenzeitlich erfreuliche Verbesserungen. Aktuell sind 46 Paare und 8 Einzelstörche registriert worden. Nur noch fünf im Vorjahr besetzt gewesene Horste sind bisher noch leer. Die Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte. Ganz erstaunlich ist die Anzahl der Ringstörche - inzwischen sind es acht, die uns bekannt sind. Über Ostern konnten abgelesen werden:
DEW 5X443, Weibchen in Klingendorf (neu)
DEH H 7287, Weibchen in Petschow (neu)
DEH H 1583, Männchen in Tessin (wie 2009, 2010)
In Petschow gelang beim ebenfalls beringten männlichen Storch eine Teilablesung - vermutlich ist es wieder DEH H 2919. Weiterhin gibt es neue Ringstörche in Hohen Schwarfs und Kritzmow, deren Identität noch nicht geklärt werden konnte (beide tragen unten rechts einen ELSA-Ring). Letzterer ist mit ziemlicher Sicherheit der Storch, der über mehrere Tage das brütende Paar im Nachbardorf Stäbelow attakierte. Inzwischen hat er das Kritzmower Nest kräftig ausgebaut.
Der an seiner Kopfwölbung erkennbare männliche Altstorch aus Heiligenhagen pendelte mehrere Tage zwischen seinem Stammnest und dem benachbarten Horst in Satow Hof. Mit beiden Weibchen sind Paarungen beobachtet worden! Seit dem 23. April ist allerdings auch in Satow Hof wieder ein Männchen dauerhaft präsent. Diese interessante Geschichte ist anhand von Fotos im Fotoalbum dokumentiert. Insgesamt wurden dort 20 neue Fotos eingestellt.
Heute früh entdeckte ich überraschenderweise in Buchholz einen Storch in der seit 2004 nicht mehr besetzten Nisthilfe. Offenbar ist dort auch bereits etwas Nistmaterial eingetragen worden. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Nachbarhorste Ziesendorf und Niendorf noch unbesetzt sind?

Turbulenzen und Kuriositäten


Allabendlicher Angriff auf das Stäbelower Nest. Foto: T. Kalbe

Während sich die Nester in unserer Region weiterhin nur sehr zögerlich füllen, gab es an verschiedenen, bereits besetzten Storchenhorsten kuriose, aber auch turbulente Szenen. Dank intensiver Beobachtung durch die Anwohner klärt sich das Geschehen am Stäbelower Horst zunehmend auf. Das in diesem Jahr neue Männchen aus Ostvorpommern (Hiddensee I 453) behauptet bisher seinen Platz, obwohl es heute den dritten Abend nacheinander von einem anderen Storch - vermutlich ebenfalls einem Männchen - attackiert wurde. Auf einem Anwohnerfoto (siehe Fotoalbum) ist zu erkennen, dass es sich offenbar um einen ebenfalls unten rechts beringten, aber mit einem schwarzen ELSA-Ring ausgestatteten Storch handelt. Die Identität dieses Angreifers ist noch nicht geklärt, ebenso wissen wir noch nicht, wo er sich üblicherweise aufhält. Ein Anruf aus dem benachbarten Kritzmow lässt das dortige Storchennest als Standort möglich erscheinen. Das Stäbelower Storchenpaar hat offensichtlich am Sonntag oder Montag mit der Brut begonnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Störungen bald aufhören und das Gelege unbeschadet bleibt.

In Satow Hof mussten wir die Freude der Anwohner über das vermeindliche Eintreffen des 1. Storches leider trüben - bei näherer Betrachtung entpuppte sich der im Nest liegende Storch als das durch seine Wölbung am Kopf identifizierbare Männchen aus Heiligenhagen, das zurzeit noch solo ist. Am Abend war das Nest in Satow leer, stattdessen lag der "Wölbungsstorch" in seinem angestammten Nest in Heiligenhagen.


In Schmadebeck I ist das Paar erst seit dem 16. April vollständig. Mit der Eiablage kann frühestens ab dem 4. Tag gerechnet werden. Umso mehr erstaunt es, dass gestern Abend am Nestrand ein Ei zu entdecken war. Die Störche haben es sicher dorthin gerollt. Aus dem Vorjahr kann das Ei kaum stammen, denn wir haben Ende Juni die Jungstörche des Horstes beringt. Wir erklären uns diese Kuriosität vielmehr so, dass das Weibchen vermutlich als erste eingetroffen ist und schon vor der Ankunft ihres jetzigen Partners ein Ei gelegt hat. Ich erinnere an das Jahr 2009, als es in Schmadebeck I zu keiner dauerhaften Horstbindung kam. Damals wurde unterhalb des Nestes ein Ei gefunden. Vielleicht ist die Störchin identisch - und hat die Angewohnheit, gleich nach der Ankunft erst einmal ein Ei zu legen.

Erneut aktualisiert wurde unsere Ankunftskarte - zuletzt wurde die Komplettierung der Paare in Kirch Mulsow, Neu Thulendorf und Reinshagen gemeldet.

Ein alter Bekannter ist zurück...

Heiligenhagen, 6.4.11; Foto: T. Kaun

Heiligenhagen, 15.6.08; Foto: T. Kaun

In Heiligenhagen ist am Montag ein alter Bekannter zurückgekehrt. Die auffällige, ganz ungewöhnliche Wölbung auf dem Kopf lässt es deutlich werden: Es handelt sich ganz offensichtlich um das gleiche Männchen, das schon in den Jahren 2008, 2009 und 2010 hier Brutstorch gewesen ist. Der 2. Storch fehlt in Heiligenhagen zurzeit noch. Insgesamt haben sich die Nester im Verlauf der letzten Tage weiter gefüllt, aber ich bezweifle, dass wir schon bei 50 Prozent Rückkehrern angelangt sind (siehe im Detail weiter unsere aktualisierte Ankunftskarte). Für das Wochenende planen wir eine große Bestandsaufnahme im gesamten Landkreis. Danach sollte es einen guten Überblick geben. Die bisherigen 52 Rückmeldungen gingen übrigens ausschließlich per Telefon oder E-Mail ein - ein ganz herzliches Dankeschön allen Storchenfreunden, die in den letzten Tagen so eifrig unserem Aufruf gefolgt sind. Mit unserer Rückkehrerrate liegen wir übrigens im Vergleich zur Insel Rügen noch sehr gut. Der dortige Betreuer, Matthias Bräse, ist heute sämtliche Nester der Insel abgefahren und hat dabei gerade einmal 30 Prozent zurückgekehrte Störche festgestellt.
Von den in Deutschland besenderten Störchen sind auf der Ostroute inzwischen drei an ihren Nestern eingetroffen. Auch ihre Ankunftstermine sind nicht besonders früh: 2.4., 4.4. und 6.4. Zwei weitere Sahel-Überwinterer (sie waren in den Wintermonaten im Tschad bzw. Sudan) werden vermutlich noch in dieser Woche, ein weiterer in der nächsten Woche an ihren Horsten in Schleswig-Holstein eintreffen. Erst danach kommen dann die Störche, die im Süden Afrikas waren.

Drei Jungstörche aus unserer Region in Israel abgelesen


Dieser Jungstorch vom Horst Biestow Dorf (hier bei seiner Beringung am 22.6.10) wurde am 28.8. in Israel abgelesen.

Erstmals seit der Wiederaufnahme der Beringung in unserer Region vor zwei Jahren sind Jungstörche aus dem Landkreis Bad Doberan und der Hansestadt Rostock außerhalb Europas anhand ihrer Beringung identifiziert worden. Der antierende Landeskoordinator für den Weißstorchschutz und langjährige Weißstorchexperte Helmut Eggers, hat während seines Urlaubs in Israel Ende August gleich drei unserer Jungstörche ablesen können. In der Nähe von Tirat Zvi (im Norden Israels, an der jordanischen Grenze gelegen) wurden an großen Fischteichen abgelesen:
- am 28.8. in einem Trupp von 250 Störchen: DEH HC807 (aus Biestow Dorf)
- am 28.8. in einem Trupp von 400 Störchen: DEH HC814 (aus Heiligenhagen)
- am 29.8. in einem Trupp von 6.000 Störchen DEH HC806 (aus Biestow Dorf)
Die Biestower Jungstörche müssen auf ihrem Herbstzug sehr schnell vorangekommen sein. Ich habe noch am 18.8. alle vier Jungstörche auf dem Horst gesehen, am 22.8. meldeten dann die Anwohner, dass die Störche aufgebrochen seien. In Heiligenhagen gab es in diesem Jahr einen gut entwickelten und einen schwächeren Jungstörch (HC815). Letzterer blieb bis Anfang September in Heiligenhagen, während der Geschwister-Jungstorch schon vor dem 17.8. aufgebrochen war. Keiner der drei in Israel abgelesenen Jungstörche gehörte zu dem großen Trupp, der sich Mitte August in Hohen Luckow gesammelt hatte.

Der letzte Storch des Jahres?

Noch ist der sehr spät geschlüpfte und flügge gewordene Niendorfer Jungstorch nicht in den Süden aufgebrochen. Heute früh traf ich ihn allein auf seinem Horst an. Möglicherweise ist er jetzt der letzte Storch, der noch in unserer Region anzutreffen ist. In den letzten Tagen wurden allerdings auch in Bentwisch und Heiligenhagen noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet. In Reinshagen sind Alt- und Jungstörche gemeinsam am 31. August aufgebrochen, und auch das Storchenpaar in Groß Bölkow hat sich bis Anfang dieser Woche mit dem Abflug Zeit gelassen.
Demgegenüber haben die ersten Weißstörche bereits den Tschad erreicht. Im Internet können in diesem Jahr zwölf besenderte Altstörche auf ihrem Weg in den Süden - und später auch zurück verfolgt werden (neun stammen aus Deutschland, zwei aus Ungarn und einer aus der Schweiz). Zehn von ihnen dürften auf der Ost- und zwei auf der Westroute unterwegs sein. Die Zugrouten sind auf den Internetseiten des NABU bzw. des Storchenhofs Loburg nachzuvollziehen.

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Nachtrag: Am 6. September ist der Niendorfer Jungstorch nun auch auf seine erste große Reise in den Süden gegangen - toll, dass diese Neuansiedlung ein so erfolgreiches erstes Jahr hatte! Eine bemerkenswerte, aufregende Storchensaison ist damit zu Ende gegangen.

Ungewöhnliche Suche nach Nistmaterial

Diese beiden Fotos von Storchenfreundin A. Hornburg zeigen den Reinshagener Storch, wie er sich bemüht, hoch oben in einem Obstbaum kleine Zweige für den Ausbau seines Horstes abzutrennen - ein sicher nicht alltägliches Bild!
Seit gestern wurden zurückgemeldet: der 1. Storch in Kambs sowie jeweils der zweite in Rukieten und Heiligenhagen.

Ein "alter Bekannter" ist zurück in Heiligenhagen

Ein alter Bekannter ist dieser Storch in Heiligenhagen - er ist zwar nicht beringt, doch fällt er seit 2008 durch seine ungewöhnliche Wölbung auf dem Kopf auf. Da auch der regelmäßig sein Spiegelbild attackierende Storch in Hohen Schwarfs seit Ende März wieder zurück ist, fehlt von den fünf identifizierbaren Störchen im Landkreis Bad Doberan nur noch die Ringstörchin "DEH L 864" in Parkentin. Nachdem sie schon mehrfach erst Ende April eintraf und dann als letzte im Landkreis eine erfolgreiche Brut begann, ist auch in diesem Jahr wieder Geduld gefragt.
Mittlerweile sind nach den eingegangenen Meldungen im Landkreis Bad Doberan 35 Paare komplett, hinzu kommen noch 16 Einzelstörche (wobei bei einigen die Horstbindung noch nicht sicher ist). Innerhalb der nächsten zwei bis maximal drei Wochen besteht jetzt noch die Chance, dass sich Brutpaare bilden, die dann auch noch erfolgreich Junge aufziehen. Die "Ankunftskarte" ist wieder aktualisiert worden, ebenso die für den benachbarten "Altkreis Ribnitz-Damgarten". Allen Storchenfreunden, die uns bisher mit Nachrichten unterstützt haben, nochmals ein herzliches Dankeschön!

"Methusalem" B 0217 zurück in Veelböken?

Storchenfreundin Ines Busikin aus Veelböken (NWM) sandte uns dieses Foto und berichtete, dass in ihrem Dorf gestern ein oben links beringter Storch eingetroffen ist. Noch haben wir wegen der fehlenden Ablesung keine Gewissheit, aber alles deutet darauf hin, dass es "Hiddensee B 0217" - im Vorjahr dort erstmals abgelesen und wegen seines außergewöhnlich hohen Alters von der Ostsee-Zeitung als "Methusalem"-Storch tituliert - noch einmal geschafft hat! Mit dann 24 Jahren würde er weiter an der Spitze aller noch lebenden Hiddensee-Weißstörche thronen. Sicher wird es bald eine definitive Aufklärung geben. Vielen Dank in jedem Fall der aufmerksamen Storchenbeobachterin!
Die "Ankunftskarte" DBR/HRO ist wieder aktualisiert worden. Noch nicht überall ist die Horstbindung stabil, aber alles in allem nähern wir uns langsam aber sicher der Marke von 65 Prozent Rückkehrern. Erstaunlich und erfreulich zugleich ist die recht starke Nachfrage nach Storchenhorsten im Altkreis Bad Doberan, der allerdings 2009 auch besonders gebeutelt worden war. Hier gibt es mit Heiligenhagen und Parkentin lediglich noch zwei 2009er-Horste, die ganz ohne Storch sind.

Auf wen wir warten...(4)

Zum Abschluss unserer kleinen Reihe über einzelne Störche unserer Region, die individuelle Merkmale aufweisen und auf deren Rückkehr wir deshalb besonders gespannt warten, möchte ich heute einmal keinen "Ringträger" vorstellen. In Heiligenhagen wurde 2008 ein Altstorch am Horst beobachtet, der am Kopf (sozusagen auf der Stirn) eine ungewöhnliche Wölbung aufwies. Dieses Foto vom 15. Juni (von T. Kaun) zeigt ihn zusammen mit seinem Nachwuchs auf dem Horst.

Im vergangenen Jahr hatte in Heiligenhagen ein Storch mit dem genau gleichen, auffälligen Merkmal Horstbindung. Auf dem folgenden Foto vom 16. Juni 2009 lässt sich das - beim linken Storch - recht deutlich erkennen. Ob sich dahinter eine alte Verletzung oder ein Geschwür verbirgt, ist schwer zu entscheiden. Sicher gibt es auch die Möglichkeit, dass es reiner Zufall ist, für viel wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass es sich um ein und denselben Storch handelt. In jedem Fall werden wir genau hinschauen, wenn die Störche wieder in Heiligenhagen zurück sind!

Der Rostocker Zoo hatte übrigens bis Freitag noch keine zurückgekehrten Störche festgestellt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Horst Rostock Zoo I am Donnerstag nur vorübergehend, von Durchzüglern, besetzt worden war.

Die per Satelliten-Telemetrie verfolgten Störche des NABU und des Storchenhofs Loburg haben inzwischen wieder unterschiedlich weite Etappen zurückgelegt. Die letzten vorliegenden Daten vermitteln folgendes Bild:

- "Hobor", 16.3.: Rumänien
- "Leopold", 20.3.: Syrien
- "Albert von Lotto", 20.3.: Sudan
- "Louis Henri", 19.3.: Kenia

Ich wage die Prognose, dass "Hobor" spätestens am kommenden Wochenende an seinem Horst eintreffen wird (und das dann auch bei uns der erste "Ostzieher" gelandet ist). Bis Freitag sollten "Hobor" auf seiner Route durch Osteuropa recht gute Zugbedingungen haben. Bei "Leopold" wird die Rückkehr vielleicht zwischen dem 5. und 10. April stattfinden, während die beiden übrigen Störche nach meiner Einschätzung wohl noch bis mindestens Ende April brauchen werden.

Quellen:
www.storchenhof-loburg.info
www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoegel/storch

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Die ersten Storchenpaare haben Nachwuchs!

In den letzten Tagen sind nun auch in unserer Region - wie hier in Heiligenhagen - die ersten Storchenküken geschlüpft. Zwar sind sie noch viel zu klein, als dass man sie aus der Froschperspektive im Nest erkennen könnte, doch gibt es in verschiedenen Nestern unverkennbare Anzeichen. Am eindeutigsten sind Fütterungen, die gestern außer in Heiligenhagen auch in Biestow Dorf, Kröpelin und Schmadebeck II beobachtet werden konnten. Es ist davon auszugehen, dass noch in zahlreichen weiteren Nestern Junge geschlüpft sind. Verlässliche zahlenmäßige Angaben werden allerdings erst im Juni möglich sein.
Ebenfalls gestern erhielten wir die Nachricht, dass seit wenigen Tagen der Storchenhorst in Kritzmow von einem Paar besetzt ist. Für eine Brut ist es in diesem Jahr zu spät, doch wäre es eine gute Ausgangsposition für das kommende Jahr, wenn sie jetzt längere Zeit Horstbindung entwickeln würden.
Aktuelle Fotos gibt es wieder im Fotoalbum - dieses Mal aus Biestow Dorf, Heiligenhagen, Kröpelin und Schmadebeck.

Über 50 Störche sind schon da


Der am 2. April zurückgekehrte Storch hat die neue Nisthilfe in Biestow Dorf angenommen.

In den drei letzten Tagen hat sich die Anzahl der zurückgekehrten und uns bekannten Störche auf insgesamt 51 erhöht. Seit dem 31. März treffen täglich etwa 10 bis 15 neue Störche an den Nestern ein. Nicht immer sind sie auf Anhieb geblieben.
Vielen Dank erneut allen fleißigen Meldern (per E-Mail, Telefon oder SMS)!
An mindestens 38 von 62 im Vorjahr besetzten Nestern ist wenigstens ein Storch da. Mindestens 16 Paare sind bereits komplett und werden demnächst mit der Brut beginnen. Eine erste Zwischenbilanz sollte nach Ostern möglich sein. Alle Details können in der aktualisierten Ankunftskarte angesehen werden. Weitere Fotos gibt es im Fotoalbum aus Rukieten, Clausdorf, Detershagen, Rederank und Heiligenhagen.

Tödlicher Storchenkampf in Kuhlrade

Tragischer Ausgang eines Storchenkampfes in Kuhlrade (Landkreis Nordvorpommern): Beim Kampf dreier Störche um den Horst stürzte heute Mittag einer der Kontrahenten tot zu Boden. Die Ursache war auf Anhieb nicht zu ermitteln, denn äußere Verletzungen konnten die Anwohner und der herbei gerufene Storchenbetreuer Hans-Heinrich Zöllick nicht feststellen. Einer der siegreichen Störche soll "doppelt" beringt gewesen sein. Horstkämpfe sind bei Störchen vor allem in den Monaten April bis Juni häufig. Zumeist sind daran noch nicht geschlechtsreife oder zumindest nicht brütende Störche beteiligt. Dass solche Zusammenstöße tödlich enden, ist zwar nicht sehr häufig, kommt aber doch immer wieder einmal vor. Hoffen wir, dass der Vorfall in der neuen Storchensaison der einzige dieser Art bleiben wird.
Aus dem Landkreis Bad Doberan und der Hansestadt Rostock erreichten uns heute insgesamt sieben Rückmeldungen:
- Kröpelin: 2. Storch seit dem 31.3. auf dem Horst
- Pankelow: beide Störche seit dem 1.4. auf dem Horst
- Berendshagen: 1. Storch am 2.4. auf dem Horst
- Rostock Zoo I: 1. Storch am 1.4. auf dem Horst
- Rostock Zoo II: 1. Storch am 1.4. auf dem Horst
- Biestow Dorf: 1. Storch am 2.4. auf dem Horst

Noch nicht überall Aufbruchstimmung

In den letzten Tagen sind die ersten Störche in Richtung Süden aufgebrochen. Verschiedene "unserer" Horste sind schon ganz leer. Am letzten Wochenende gab es im Landkreis aber auch noch zahlreiche Nester, auf denen sich die Jungstörche noch füttern ließen, so z. B. - wie auf diesem Foto vom Sonntag zu sehen - in Detershagen. Hier ist 2008 die einzige Viererbrut der Region groß geworden ist. An anderen Standorten, wie z. B. Heiligenhagen oder Griebnitz, an denen es erst Ende Mai/Anfang Juni zum Schlupf kam, haben die Jungen gerade erst die ersten Flugrunden hinter sich. Im Fotoalbum gibt es aktuelle Aufnahmen aus Biestow, Detershagen, Gerdshagen, Griebnitz, Heiligenhagen und Satow.
In Grammow hat leider ein Jungstorch eine Beinfraktur erlitten. Verschiedene Versuche, ihn einzufangen und tierärztlich behandeln zu lassen, waren bisher leider vergeblich, denn der Storch ist noch voll flugfähig.

Erkundung von Nahrungsräumen

Diese beiden unberingten Altstörche befanden sich am Dienstagabend (5. August) ganz in der Nähe des Horstes Altenhagen I auf Nahrungssuche. Das ist deshalb bemerkenswert, weil das Storchenpaar dieses zuletzt 2004 besetzt gewesenen Standortes bereits Anfang Juni seine Brut kurz vor dem zu erwartenden Schlupf abgebrochen und den Horst dann offensichtlich aufgegeben hatte. Vielleicht versuchen sie es im kommenden Jahr erneut? Möglich erscheint aber auch ein Neubeginn am benachbarten Standort Kröpelin II, wo 2001 und 2002 Brutversuche stattgefunden hatten, denn Anwohner haben dort in letzter Zeit mehrfach ein Storchenpaar auf dem Nistmast stehen sehen.
Vom Standort Kröpelin III erreichte uns die Nachricht, dass dort seit etwa zwei Wochen leider einer der drei flüggen Jungstörche fehlt. Zumindest in den Nestern Rederank, Satow Hof, Heiligenhagen, Clausdorf und Biestow Dorf gab es bis gestern noch keine Anzeichen, dass die Jungstörche sich schon auf den Weg in den Süden machen. Sehr lange wird es aber nun nicht mehr dauern. Die Altstörche folgen in der Regel ein wenig später.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

Mehrere Nachzügler eingetroffen


Heute erreichten uns wieder einige erfreuliche Nachrichten, denn an mehreren Standorten ist das zum Teil wochenlange Warten auf einen zweiten Storch vorbei. So ist das hier auf einem Anwohnerfoto zu sehende Paar in Griebnitz seit dem 19. April komplett, während in Heiligenhagen der 2. Storch am 20. April und in Göldenitz bei Dummerstorf am 21. April eingetroffen ist. In Pastow haben Anwohner in Eigeninitiative für eine Säuberung des Horstes gesorgt - und wurden dafür belohnt. Seit dem 19. April ist dort ein Storch im Nest, und dieser scheint auch bleiben zu wollen (anders als ein kurzzeitiger Besucher vor etwa zwei Wochen).
In Hastorf gibt es dagegen nach wie vor keine feste Nestbindung. Immer wieder werden Horstbesucher festgestellt, zuletzt am 18. April auch ein Paar, doch blieben sie zumeist nicht sehr lange. Auch hier heißt es: Hoffen auf die kommenden Tage. Weitere "Wackelkandidaten" sind nach wie vor die Nester in Rothbeck und Kritzmow.

Viel Aufregung am Wochenende!


In Groß Potrems ist das Storchenpaar seit kurzem komplett.

Dieses Wochenende war an einer ganzen Reihe von Storchennestern durch viel Aufregung gekennzeichnet. Es begann mit der Meldung eines von Anwohnern unversehrt geborgenen Eies unter dem Storchenhorst Ziesendorf, wo vor einigen Tagen länger anhaltende Storchenkämpfe stattgefunden hatten. Die Ursache ist erst einmal nicht erklärlich, ein Paar ist weiter am Nest, hat aber offensichtlich noch nicht mit der Brut begonnen. In Kritzmow, wo es im Juli/August letzten Jahres eine späte Ansiedlung gegeben hatte, ist die Situation zurzeit unklar. Nach Anwohnerberichten war etwa seit dem 10. April ein Storchenpaar auf dem Nest. Es wurden Kopulationen beobachtet und es muss auch mindestens ein Ei gelegt worden sein, denn gestern Abend fand ich ein zerbrochenes direkt unter dem Nest. Oben stand ein einzelner Storch. Offenbar haben auch hier Storchenkämpfe stattgefunden. Wir bemühen uns um Aufklärung. In Thulendorf konnte zunächst der männliche Ringstorch annähernd sicher identifiziert werden. Zu 99 % handelt es sich um einen bereits 15jährigen, 1993 im Rostocker Zoo beringten Storch. Dieser hat im letzten Jahr definitiv nicht in Thulendorf gebrütet. In den letzten Tagen gab es einen anhaltenden, massiven Angriff, bei dem der männliche Ringstorch im Bereich zwischen Augen und Schnabel mehrere blutige Verletzungen davontrug. Bei dem angreifenden Storch, der sich mehrere Tage lang in Nestnähe aufhielt, könnte es sich um den (unberingten) männlichen Altstorch des Vorjahres gehandelt haben. Dies könnte die Intensität und Vehemenz des Angriffs erklären. Offenbar ist das Gelege, auf dem das Weibchen saß, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Nest Broderstorf II hat das Weibchen offenbar eine schwer wiegende Fraktur am linken Bein, knapp oberhalb der Zehen. Bisher scheint sie damit dennoch erfolgreich auf Nahrungssuche gehen zu können. Mittelfristig erscheint ihr Schicksal aufgrund der Schwere der Verletzung jedoch mehr als ungewiss. Ihr Partner hat unterdessen in großen Mengen Plastik ins Nest eingetragen, gebrütet wird offenbar noch nicht. In Rothbeck haben Anwohner seit drei Tagen kein Storchenpaar mehr feststellen können. Aus Heiligenhagen berichteten Anwohner, dass das Nest dort 14 Tage lang völlig verwaist war. Erst seit gestern ist wieder ein Storch am Nest. Am Standort Groß Potrems I, wo im Vorjahr ein Altstorch tödlich verunglückte, hat sich glücklicher Weise am Dienstag ein zweiter Storch eingefunden. Schließlich wurde aus Goorstorf berichtet, dass dort bereits seit dem 2. April ein Storch mehr oder weniger regelmäßig am Nest ist. Die Ankunftskarte wurde aktualisiert, und im Fotoalbum gibt es Aufnahmen vom Samstag/Sonntag aus Benitz, Cammin, Kritzmow und Ziesendorf.

Weitere Nachzügler eingetroffen

Auch in den vergangenen beiden Tagen erreichten uns Nachrichten über zurückgekehrte Störche. So ist der Horst Schmadebeck II seit dem 6.4. und der in Berendshagen seit dem 9.4. von zwei Störchen belegt, während in Neu Broderstorf der erste Storch am 8.4. gesichtet wurde. Heute erhielten wir dann aus Roggow die Information, dass gegen Mittag ein zweiter Storch am Nest eingetroffen ist. Da er bis zum Abend blieb und offenbar gut mit dem bereits seit 14 Tagen anwesenden Storch harmoniert, scheint es also tatsächlich einen Nachfolger für den legendären, 21 Jahre alt gewordenen Storch "Klappi" zu geben, der bis zu seinem Unfalltod im vergangenen August über viele Jahre das Roggower Nest dominierte. An anderen Standorten bietet sich zurzeit dagegen noch ein ähnliches Bild wie hier am vergangenen Sonntag in Heiligenhagen, wo noch auf einen zweiten Storch gewartet wird:

Wiederbesetzung des Horstes in Klingendorf

Ganz überraschend erhielten wir heute die Nachricht, dass der zuletzt 2004 belegte Storchenhorst in Klingendorf seit etwa fünf Wochen kontinuierlich von einem Storchenpaar besetzt wird. Der erste Storch traf dort am 9.5. ein, der zweite am 13.5. Ist dies eine positive Nachricht, so müssen wir leider aus Kirch Mulsow und Heiligenhagen vermelden, dass es dort in diesem Jahr keinen Storchennachwuchs geben wird. Ein ähnlicher Verdacht besteht jetzt auch für Moitin, doch ist die Situation dort noch unklar. Die Brutverlaufs- und die Ankunftskarte wurden aktualisiert.

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