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Heiligenhagen

Der letzte Storch des Jahres?

Noch ist der sehr spät geschlüpfte und flügge gewordene Niendorfer Jungstorch nicht in den Süden aufgebrochen. Heute früh traf ich ihn allein auf seinem Horst an. Möglicherweise ist er jetzt der letzte Storch, der noch in unserer Region anzutreffen ist. In den letzten Tagen wurden allerdings auch in Bentwisch und Heiligenhagen noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet. In Reinshagen sind Alt- und Jungstörche gemeinsam am 31. August aufgebrochen, und auch das Storchenpaar in Groß Bölkow hat sich bis Anfang dieser Woche mit dem Abflug Zeit gelassen.
Demgegenüber haben die ersten Weißstörche bereits den Tschad erreicht. Im Internet können in diesem Jahr zwölf besenderten Altstörchen auf ihrem Weg in den Süden - und später auch zurück verfolgt werden (neun in Deutschland, zwei in Ungarn und einer in der Schweiz). Zehn von ihnen dürften auf der Ost- und zwei auf der Westroute unterwegs sein. Die Zugrouten sind auf den Internetseiten des NABU bzw. des Storchenhofs Loburg nachzuvollziehen.

Ungewöhnliche Suche nach Nistmaterial

Diese beiden Fotos von Storchenfreundin A. Hornburg zeigen den Reinshagener Storch, wie er sich bemüht, hoch oben in einem Obstbaum kleine Zweige für den Ausbau seines Horstes abzutrennen - ein sicher nicht alltägliches Bild!
Seit gestern wurden zurückgemeldet: der 1. Storch in Kambs sowie jeweils der zweite in Rukieten und Heiligenhagen.

Ein "alter Bekannter" ist zurück in Heiligenhagen

Ein alter Bekannter ist dieser Storch in Heiligenhagen - er ist zwar nicht beringt, doch fällt er seit 2008 durch seine ungewöhnliche Wölbung auf dem Kopf auf. Da auch der regelmäßig sein Spiegelbild attackierende Storch in Hohen Schwarfs seit Ende März wieder zurück ist, fehlt von den fünf identifizierbaren Störchen im Landkreis Bad Doberan nur noch die Ringstörchin "DEH L 864" in Parkentin. Nachdem sie schon mehrfach erst Ende April eintraf und dann als letzte im Landkreis eine erfolgreiche Brut begann, ist auch in diesem Jahr wieder Geduld gefragt.
Mittlerweile sind nach den eingegangenen Meldungen im Landkreis Bad Doberan 35 Paare komplett, hinzu kommen noch 16 Einzelstörche (wobei bei einigen die Horstbindung noch nicht sicher ist). Innerhalb der nächsten zwei bis maximal drei Wochen besteht jetzt noch die Chance, dass sich Brutpaare bilden, die dann auch noch erfolgreich Junge aufziehen. Die "Ankunftskarte" ist wieder aktualisiert worden, ebenso die für den benachbarten "Altkreis Ribnitz-Damgarten". Allen Storchenfreunden, die uns bisher mit Nachrichten unterstützt haben, nochmals ein herzliches Dankeschön!

"Methusalem" B 0217 zurück in Veelböken?

Storchenfreundin Ines Busikin aus Veelböken (NWM) sandte uns dieses Foto und berichtete, dass in ihrem Dorf gestern ein oben links beringter Storch eingetroffen ist. Noch haben wir wegen der fehlenden Ablesung keine Gewissheit, aber alles deutet darauf hin, dass es "Hiddensee B 0217" - im Vorjahr dort erstmals abgelesen und wegen seines außergewöhnlich hohen Alters von der Ostsee-Zeitung als "Methusalem"-Storch tituliert - noch einmal geschafft hat! Mit dann 24 Jahren würde er weiter an der Spitze aller noch lebenden Hiddensee-Weißstörche thronen. Sicher wird es bald eine definitive Aufklärung geben. Vielen Dank in jedem Fall der aufmerksamen Storchenbeobachterin!
Die "Ankunftskarte" DBR/HRO ist wieder aktualisiert worden. Noch nicht überall ist die Horstbindung stabil, aber alles in allem nähern wir uns langsam aber sicher der Marke von 65 Prozent Rückkehrern. Erstaunlich und erfreulich zugleich ist die recht starke Nachfrage nach Storchenhorsten im Altkreis Bad Doberan, der allerdings 2009 auch besonders gebeutelt worden war. Hier gibt es mit Heiligenhagen und Parkentin lediglich noch zwei 2009er-Horste, die ganz ohne Storch sind.

Auf wen wir warten...(4)

Zum Abschluss unserer kleinen Reihe über einzelne Störche unserer Region, die individuelle Merkmale aufweisen und auf deren Rückkehr wir deshalb besonders gespannt warten, möchte ich heute einmal keinen "Ringträger" vorstellen. In Heiligenhagen wurde 2008 ein Altstorch am Horst beobachtet, der am Kopf (sozusagen auf der Stirn) eine ungewöhnliche Wölbung aufwies. Dieses Foto vom 15. Juni (von T. Kaun) zeigt ihn zusammen mit seinem Nachwuchs auf dem Horst.

Im vergangenen Jahr hatte in Heiligenhagen ein Storch mit dem genau gleichen, auffälligen Merkmal Horstbindung. Auf dem folgenden Foto vom 16. Juni 2009 lässt sich das - beim linken Storch - recht deutlich erkennen. Ob sich dahinter eine alte Verletzung oder ein Geschwür verbirgt, ist schwer zu entscheiden. Sicher gibt es auch die Möglichkeit, dass es reiner Zufall ist, für viel wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass es sich um ein und denselben Storch handelt. In jedem Fall werden wir genau hinschauen, wenn die Störche wieder in Heiligenhagen zurück sind!

Der Rostocker Zoo hatte übrigens bis Freitag noch keine zurückgekehrten Störche festgestellt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Horst Rostock Zoo I am Donnerstag nur vorübergehend, von Durchzüglern, besetzt worden war.

Die per Satelliten-Telemetrie verfolgten Störche des NABU und des Storchenhofs Loburg haben inzwischen wieder unterschiedlich weite Etappen zurückgelegt. Die letzten vorliegenden Daten vermitteln folgendes Bild:

- "Hobor", 16.3.: Rumänien
- "Leopold", 20.3.: Syrien
- "Albert von Lotto", 20.3.: Sudan
- "Louis Henri", 19.3.: Kenia

Ich wage die Prognose, dass "Hobor" spätestens am kommenden Wochenende an seinem Horst eintreffen wird (und das dann auch bei uns der erste "Ostzieher" gelandet ist). Bis Freitag sollten "Hobor" auf seiner Route durch Osteuropa recht gute Zugbedingungen haben. Bei "Leopold" wird die Rückkehr vielleicht zwischen dem 5. und 10. April stattfinden, während die beiden übrigen Störche nach meiner Einschätzung wohl noch bis mindestens Ende April brauchen werden.

Quellen:
www.storchenhof-loburg.info
www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoegel/storch

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