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Thulendorf II

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

Dreijähriger polnischer Ringstorch brütet in Schmadebeck

Dank des tollen Engagements und der herausragenden Fotos von Bernd und Heidi Rosien, die auch dieses Jahr wieder "Storchenurlaub" in unserer Region machen, konnten in den vergangenen Tagen gleich zwei "unserer" Ringstörche identifiziert werden.

Abflug des polnischen Ringstorchs VH 8940 Gdansk an seinem Horst Schmadebeck I

Eine große Überraschung stellte dabei der männliche Ringstorch am Standort Schmadebeck I dar. Er trägt einen Ring der polnischen Beringungszentrale in Gdansk - VH 8940. Dank überaus freundlicher und schneller Reaktion des Storchenspezialisten W. Kania aus Gdansk konnten auch schon die Beringungsdetails ermittelt werden: VH 8940 wurde am 22. Juni 2005 in Kłopot beringt. Kłopot ist das größte Storchendorf in Westpolen. Es liegt im Oderbruch, unweit von Eisenhüttenstadt. Dort gibt es unter anderem das einzige polnische Storchenmuseum sowie eine Vogelstation. Der dreijährige Storch hat sich für seinen vermutlich ersten Brutversuch mit Schmadebeck I unseren - von den Nachwuchszahlen her - besten Standort der letzten Jahre ausgesucht und dafür eine Distanz von rund 285 Kilometern Luftlinie in Kauf genommen. Mal sehen, ob er es schafft, in die Fußspuren seines Vorgängers zu treten: im Vorjahr gab es fünf Junge, von denen vier flügge wurden. Im Fotoalbum gibt es verschiedene Fotos von ihm zu sehen, die alle vorgestern von Bernd Rosien gemacht worden sind.


Siebenjährige Parkentiner Ringstörchin Hi L 864

Ebenfalls aufgrund der tollen Fotos (und der notwendigen Geduld am Spektiv) des Ehepaars Rosien konnte geklärt werden, dass die Parkentiner Ringstörchin der beiden Vorjahre wieder auf ihrem angestammten Horst zurück ist. Wie in den Vorjahren kehrte sie erst spät, am 25. April, zurück. Jetzt wird dort bereits seit einiger Zeit gebrütet. Storchennachwuchs in noch unbekannter Anzahl wurde uns aus Ziesendorf, Wischuer und Thulendorf gemeldet.

Weitere Horstbesucher und die ersten Storchentrupps


Das brütende Storchenpaar in Thulendorf - der männliche Storch ist 1993 im Zoo Rostock beringt worden; Foto einer Storchenfreundin

Der heutige Tag brachte einige überraschende, durchweg erfreuliche Neuigkeiten. So berichtete ein Anwohner, dass seit nunmehr drei Tagen in Göldenitz (Amt Warnow Ost) - endlich - ein Storchenpaar zusammen ist. Vorerst als Horstbesucher klassifizieren möchte ich die durch Anwohner von den Nestern Kassow (ein Storch, 30.4.) und Altenhagen I (zwei Störche, 29.4.) gemeldeten Störche. Es wäre eine tolle Sache, wenn diese beiden Nester, die bereits seit einigen Jahren unbesetzt sind, neu angenommen würden.
Ungewöhnlich früh zeigen sich in diesem Jahr auch bereits die ersten Storchentrupps. Ein Storchenfreund beobachtete auf einer Wiese nördlich der B 110 zwischen Broderstorf und Hohenfelde gestern neun und heute 14 Störche, die sich dort auf Nahrungssuche befanden. Ich selbst entdeckte am Abend fünf Störche direkt nördlich der Autobahn A 20, kurz vor der Abfahrt Kröpelin.

Viel Aufregung am Wochenende!


In Groß Potrems ist das Storchenpaar seit kurzem komplett.

Dieses Wochenende war an einer ganzen Reihe von Storchennestern durch viel Aufregung gekennzeichnet. Es begann mit der Meldung eines von Anwohnern unversehrt geborgenen Eies unter dem Storchenhorst Ziesendorf, wo vor einigen Tagen länger anhaltende Storchenkämpfe stattgefunden hatten. Die Ursache ist erst einmal nicht erklärlich, ein Paar ist weiter am Nest, hat aber offensichtlich noch nicht mit der Brut begonnen. In Kritzmow, wo es im Juli/August letzten Jahres eine späte Ansiedlung gegeben hatte, ist die Situation zurzeit unklar. Nach Anwohnerberichten war etwa seit dem 10. April ein Storchenpaar auf dem Nest. Es wurden Kopulationen beobachtet und es muss auch mindestens ein Ei gelegt worden sein, denn gestern Abend fand ich ein zerbrochenes direkt unter dem Nest. Oben stand ein einzelner Storch. Offenbar haben auch hier Storchenkämpfe stattgefunden. Wir bemühen uns um Aufklärung. In Thulendorf konnte zunächst der männliche Ringstorch annähernd sicher identifiziert werden. Zu 99 % handelt es sich um einen bereits 15jährigen, 1993 im Rostocker Zoo beringten Storch. Dieser hat im letzten Jahr definitiv nicht in Thulendorf gebrütet. In den letzten Tagen gab es einen anhaltenden, massiven Angriff, bei dem der männliche Ringstorch im Bereich zwischen Augen und Schnabel mehrere blutige Verletzungen davontrug. Bei dem angreifenden Storch, der sich mehrere Tage lang in Nestnähe aufhielt, könnte es sich um den (unberingten) männlichen Altstorch des Vorjahres gehandelt haben. Dies könnte die Intensität und Vehemenz des Angriffs erklären. Offenbar ist das Gelege, auf dem das Weibchen saß, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Nest Broderstorf II hat das Weibchen offenbar eine schwer wiegende Fraktur am linken Bein, knapp oberhalb der Zehen. Bisher scheint sie damit dennoch erfolgreich auf Nahrungssuche gehen zu können. Mittelfristig erscheint ihr Schicksal aufgrund der Schwere der Verletzung jedoch mehr als ungewiss. Ihr Partner hat unterdessen in großen Mengen Plastik ins Nest eingetragen, gebrütet wird offenbar noch nicht. In Rothbeck haben Anwohner seit drei Tagen kein Storchenpaar mehr feststellen können. Aus Heiligenhagen berichteten Anwohner, dass das Nest dort 14 Tage lang völlig verwaist war. Erst seit gestern ist wieder ein Storch am Nest. Am Standort Groß Potrems I, wo im Vorjahr ein Altstorch tödlich verunglückte, hat sich glücklicher Weise am Dienstag ein zweiter Storch eingefunden. Schließlich wurde aus Goorstorf berichtet, dass dort bereits seit dem 2. April ein Storch mehr oder weniger regelmäßig am Nest ist. Die Ankunftskarte wurde aktualisiert, und im Fotoalbum gibt es Aufnahmen vom Samstag/Sonntag aus Benitz, Cammin, Kritzmow und Ziesendorf.

Große Fahrradtour am Wochenende

Am Wochenende hatte ich Gelegenheit zu einer großen und einer kleineren Fahrradtour zu verschiedenen Storchennestern. Am Samstag war ich östlich von Rostock im Bereich der kleinen Flüsschen Carbäk und Kösterbeck unterwegs, am Sonntag dann im Raum Schwaan. Ziel war es vor allem, herauszufinden, an welchen Standorten gebrütet wurde und wo nicht. Bei dieser Gelegenheit habe ich zahlreiche Fotos aufgenommen. Etwa 20 davon stehen neu im Fotoalbum.
In folgenden Nestern konnte ich erfreulicher Weise brütende Störche vorfinden: Albertsdorf, Bandelstorf, Bentwisch, Broderstorf II, Fienstorf, Groß Lüsewitz, Niekrenz, Lieblingshof, Petschow, Thulendorf, Neu Thulendorf, Göldenitz (Amt Warnow Ost), Benitz, Schwaan I und Schwaan II.
Anwesend, aber nicht am Brüten waren die Störche in Goorstorf und Neu Broderstorf, dagegen war das Nest in Rothbeck verlassen, jedoch gab es zahlreiche frische Kotspritzer, sodass der oder die Störche wohl noch Nestbindung haben. Nähere Auskünfte konnte mir dort leider niemand geben. In Pastow schien das Nest bereits seit längerem verlassen zu sein. Auch in Lichtenhagen war kein Storch am Nest, aber das zeigt ja auch regelmäßig die dortige Webcam. Erfreulicher Weise entdeckte ich am Nest in Bentwisch beim Landeanflug einen ELSA-beringten Storch. Die Ablesung steht auch hier noch aus.

Neue Bilder im Fotoalbum

In den letzten Tagen haben uns verschiedene Storchenfreunde wieder eine Reihe von Fotos zukommen lassen. Bei diesem hier (fotografiert von Wolfgang Reuter) scheint der Storch den Weg zu seinem Nest in Rederank weisen zu wollen. Das Paar ist seit dem 13. April komplett, hat aber leider mit der Brut (noch) nicht begonnen.

Weitere neue Storchenfotos gibt es - im Fotoalbum - aus Berendshagen, Clausdorf, Neu Broderstorf und Thulendorf I. Vielen Dank dafür!
Bei den Ankunftsdaten gibt es heute kaum Neuigkeiten. In Heiligenhagen wurden heute erstmals zwei Störche auf dem Nest gesehen - seit wann der zweite Storch da ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Das Ankunftsdatum des zweiten Parkentiner Storchs muss vom 16. auf den 27. April korrigiert werden. Der Ringstorch, der im Vorjahr in Parkentin brütete, ist nicht dabei.

Storchenpaar in Thulendorf

Auch in Thulendorf war ich heute und hab dort gleich meinen Storch zwei und drei zu Gesicht bekommen.

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