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Niendorf

Nichtbrütertrupps sind unterwegs


In diesen Tagen häufen sich die Berichte über die Beobachtung von kleineren Storchentrupps. Häufig sind es Nichtbrüter, die gerne auch einmal brütende Störche attackieren. Die hier im Bild gezeigten acht Störche (Foto: A. Hornburg) griffen am 28. April das Storchennest in Reinshagen an, wurden jedoch vom Brutpaar erfolgreich abgewiesen. Weitere Trupps wurden am 26./27. April in der Nähe von Niendorf (6 Störche), am 22. April bei Dettmannsdorf (10 Störche) und am 30. April in Broderstorf (5 Störche) beobachtet.
Nachdem jetzt fast alle Störche, die für das Brutgeschäft noch in Frage kommen, eingetroffen sein sollten, planen wir für das kommende Wochenende größere Erkundungsfahrten, um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Noch fehlen uns im Landkreis Bad Doberan sechs Paare, um das Vorjahresergebnis von 56 Horstpaaren zu erreichen. Zuletzt gemeldet wurde die Komplettierung des Benitzer Storchenpaares am 2. Mai. Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden erfreulicherweise neue Storchenpaare in Carlsruhe und Freudenberg/Altenheim beobachtet. Die näheren Umstände müssen noch geklärt werden, aber beide Nester waren im Vorjahr unbesetzt.
Geklärt ist dagegen mittlerweile die Identität des beringten Storchs in Bröbberow - es handelt sich tatsächlich um DEH HC 981, der im Vorjahr geschwächt aufgegriffen und für mehrere Wochen im Zoo Rostock gepflegt werden musste. Bei Paarungen mit dem Partner konnte festgestellt werden, dass es sich um ein weibliches Tier handelt.

Der letzte Storch des Jahres?

Noch ist der sehr spät geschlüpfte und flügge gewordene Niendorfer Jungstorch nicht in den Süden aufgebrochen. Heute früh traf ich ihn allein auf seinem Horst an. Möglicherweise ist er jetzt der letzte Storch, der noch in unserer Region anzutreffen ist. In den letzten Tagen wurden allerdings auch in Bentwisch und Heiligenhagen noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet. In Reinshagen sind Alt- und Jungstörche gemeinsam am 31. August aufgebrochen, und auch das Storchenpaar in Groß Bölkow hat sich bis Anfang dieser Woche mit dem Abflug Zeit gelassen.
Demgegenüber haben die ersten Weißstörche bereits den Tschad erreicht. Im Internet können in diesem Jahr zwölf besenderte Altstörche auf ihrem Weg in den Süden - und später auch zurück verfolgt werden (neun stammen aus Deutschland, zwei aus Ungarn und einer aus der Schweiz). Zehn von ihnen dürften auf der Ost- und zwei auf der Westroute unterwegs sein. Die Zugrouten sind auf den Internetseiten des NABU bzw. des Storchenhofs Loburg nachzuvollziehen.

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Nachtrag: Am 6. September ist der Niendorfer Jungstorch nun auch auf seine erste große Reise in den Süden gegangen - toll, dass diese Neuansiedlung ein so erfolgreiches erstes Jahr hatte! Eine bemerkenswerte, aufregende Storchensaison ist damit zu Ende gegangen.

Letzte Auswilderungen des Jahres

Am heutigen Dienstag konnten nochmals drei Jungstörche ausgewildert werden, die für unterschiedlich lange Zeit im Rostocker Zoo in Pflege waren. In der Nähe von Jürgenshagen (Landkreis Güstrow) wurden freigelassen:
- Jungstorch DEH HC987 (Groß Potrems I, seit 8.8. im Zoo)
- Jungstorch DEH HC818 (Satow Hof, seit 26.7. im Zoo)
- Jungstorch DEH HC986 (Klingendorf, seit 19.6. im Zoo)
Wir wünschen ihnen alles Gute für ihr weiteres Storchenleben und hoffen, dass sie Anschluss an andere Störche finden, die demnächst in Richtung Süden aufbrechen werden. Der zweite Jungstorch aus Groß Potrems I hat eine noch nicht ganz auskurierte Fußverletzung. Er wird auf jeden Fall bis zum April im Zoo Rostock bleiben; dem dritten Jungstorch musste leider ein Teil des rechten Flügels amputiert werden - er bleibt auf Dauer im Zoo Rostock (Stelzvogelwiese).
Erfreuliches gibt es aus Niendorf zu berichten: dort absolvierte der Jungstorch - als letzter im Landkreis - seine ersten Flugrunden. Anschließend kehrte er wohlbehalten auf seinen Horst zurück. Er wird weiterhin von den Altvögeln versorgt.

Einer der beiden Niendorfer Altstörche steht am frühen Morgen des 24.8.2010 auf einem Hausdach in Horstnähe.

Die Storchensaison neigt sich dem Ende entgegen


Diese beiden Jungstörche in Bentwisch gehören in unserer Region zu den letzten, die jetzt noch auf ihrem Nest zu sehen sind. Foto: G. Pápay

Langsam aber sicher neigt sich die Storchensaison ihrem Ende entgegen. Die meisten Jungstörche und auch schon viele Altstörche sind in den letzten Tagen in Richtung Süden aufgebrochen. Wohl als einziger noch nicht flügge ist der Niendorfer Jungstorch, der aber weiterhin von den Altvögeln versorgt wird. Bei Groß Bölkow Ausbau traf ich gestern auf einem Acker noch die gesamte, vierköpfige Storchenfamilie aus Satow an - per Spektiv waren sie eindeutig zu identifizieren.

Der große Trupp, der mehrere Tage in Hohen Luckow übernachtete, ist am 17. August weitergezogen. Leider starb noch ein weiterer Jungstorch bei Groß Bölkow Ausbau - er wurde tot unter einer noch nicht gesicherten Stromleitung (Stützerbauweise) gefunden.
Einige Kopfzerbrechen bereitet noch der dritte Jungstorch vom Horst Pankelow II - am 19.8. übernachtete er jedenfalls unter dem Nest, währen oben ein Altvogel stand (offenbar ist es tatsächlich der zweite Altvogel von diesem Nest gewesen, der Ende Juli im Bereich Schlage Opfer eines Greifvogels wurde). Tagsüber hielt sich "DEH HC789", der seit längerem einen deutlichen Entwicklungsrückstand aufweist, häufig auf dem Gelände der Pankelower Schweinemastanlage auf. Am Samstag traf ich ihn jedoch auf einem Stoppelfeld bei Schlage, und dort zeigte er mir, dass er inzwischen fliegen kann. Hoffen wir, dass er den Anschluss noch findet und mit in den Süden zieht.

Im Fotoalbum finden sich nochmals viele Aufnahmen aus der letzten Woche.

Aufbruchstimmung bei den Jungstörchen - erneutes Drama in Groß Potrems

Vergleichsweise früh hat in diesem Jahr die Aufbruchstimmung unter den Jungstörchen begonnen. Einige von ihnen (wie z. B. die in Bröbberow, Stäbelow und Wischuer) haben die Bindung zu ihren Ursprungsnestern bereits komplett aufgegeben. Auch aus anderen Teilen Norddeutschlands wird über den beginnenden Abzug der Jungstörche berichtet. Die Altstörche werden wie in jedem Jahr etwas später folgen. Bilder wie dieses (aus der Nähe von Tribsees, 7.8.) mit einer ganzen Storchenfamilie sind jetzt schon selten.

In Groß Potrems hatten es die drei kaum 9 Wochen alten Jungstörche offenbar auch sehr eilig. Jedenfalls verließen sie ihren sicheren Horst, ohne selbst schon über genügend Flugfertigkeit und vor allem -sicherheit zu verfügen. Das hatte leider dramatische Folgen, denn heute früh erreichte mich ein Anruf von sehr aufmerksamen Anwohnern. Sie hatten alle drei Jungstörche über Nacht in einen leeren Hundezwinger gebracht, nachdem gestern zwei von ihnen auf der stark befahrenen, unmittelbar neben dem Storchenhorst verlaufenden B 103 unterwegs waren.

Ein Jungstorch kollidierte dabei leicht mit einem Krankenwagen, während ein zweiter mitten auf der Bundesstraße aufmerksame Urlauber aus der Nähe von Neubrandenburg zu einer gefährlichen Vollbremsung veranlasste. Die Urlauber bargen den unverletzten Youngster im Straßengraben und brachten ihn zu den Anwohnern. Gemeinsam fing man auch noch den dritten Jungstorch ein, der etwas humpelte. Als Storchenbetreuer bedanken wir uns sehr herzlich für das engagierte und tatkräftige Eingreifen der Urlauber und das umsichtige und fürsorgliche Handeln der Anwohner!
Ein wesentlicher Grund für das "frühreife" Verhalten der Jungstörche dürften die Altvögel gewesen sein, die nach Beobachtungen der Anwohner zuletzt nicht mehr zum Füttern am Horst erschienen waren. Möglicherweise haben Sie sich durch den beginnenden Zug zum (vorzeitigen) Aufbruch entschlossen oder aber sie haben eine Fütterungspause eingelegt. Es ist auch sehr gut möglich, dass es sich - angesichts der Tatsache, dass der Brutbeginn in Groß Potrems erst Anfang Mai war - um unerfahrene Erstbrüter gehandelt hat.
Ich brachte die drei Bruchpiloten heute gegen Mittag in die "Notaufnahme" der Rostocker Tierklinik, wo sie untersucht wurden. Der leichteste von ihnen (1.600 g) scheint Glück gehabt zu haben, er ist offenbar unverletzt geblieben und wird unmittelbar in den Zoo Rostock kommen, um dort aufgepäppelt zu werden. Der zweite Jungstorch (1.950 g) hat leider durch die Kollision eine Fraktur im Bereich des rechten Flügels erltten. Sein Schicksal ist zunächst ungewiss. Etwas besser sieht es für Nr. 3 (1.900 g) aus. Dieser Jungstorch scheint sich "nur" eine Verstauchung, aber keinen Bruch seines rechten Ständers zugezogen zu haben. Er tritt mit diesem Bein nicht richtig auf. Bei geeigneter Pflege sollten Nr. 1 und vermutlich auch Nr. 3 wieder voll flugfähig werden können. Sie sollen dann wieder ausgewildert werden. Allerdings liegt das momentane Gewicht deutlich unter dem Mindestgewicht von 3.000 g, das bei einem flüggen Jungstorch, der nach Afrika fliegen will, eigentlich erforderlich ist.
Bereits am gestrigen Samstag ist der drei Tage zuvor mit vier anderen Jungstörchen ausgewilderte Jungstorch mit dem Ring HC823 (vom Horst Schmadebeck I) mit einer Flügelfraktur unweit seines Auswilderungsortes bei Wokrent (Landkreis Güstrow) aufgefunden worden. Er ist in tierärztlicher Behandlung, frisst aber zurzeit leider nur schlecht.
Die Aufbruchstimmung unter den Störchen könnte auch noch für die anderen erfolgreichen Spätbruten ein Problem werden. Jedenfalls hoffen wir sehr, dass der noch nicht flügge Storchennachwuchs in Kirch Mulsow, Bentwisch, Niendorf und Thelkow bis zur Flugfähigkeit in ausreichendem Maße von den "zuständigen" Altvögeln gefüttert wird. Die Anwohner bitten wir dort um besondere Aufmerksamkeit.

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