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Kassow

Weiter warten auf die Ostzieher

Einer der ganz wenigen frühen Rückkehrer in unserer Region - seit dem 1. April auf dem Horst Schmadebeck I. Foto: B. Becker, 7.4.12

Am Wochenende sind offensichtlich keine neuen Störche in unsere Region zurückgekehrt - es heißt also weiter warten auf den ersten großen Schwung Ostzieher. Das gilt übrigens auch für die meisten anderen Regionen Ostdeutschlands. Nach Wetterbesserung auf der letzten Zugetappe von den Karpaten nach Mecklenburg sollte es nun nicht mehr lange dauern. Auch zwei der drei besenderten NABU-Störche auf der Ostroute hatten in der vergangenen Woche endlich den Nordbogen der Karpaten überwunden. Es wird auch höchste Zeit, damit (hoffentlich!) noch genügend Paare mit einer Brut anfangen. Bei uns wird meist noch mit dem Brutgeschäft begonnen, wenn die Paare bis Ende April komplett sind. Schon jetzt zeichnet sich die späteste durchschnittliche Rückkehr der letzten sieben Jahre ab - keine guten Voraussetzungen für ein besonders erfolgreiches Storchenjahr, auch wenn wie immer sehr viel von der Witterung im Mai/Juni abhängen wird.
Wir haben an beiden Tagen des Wochenendes eine große Runde durch unser Betreuungsgebiet und teilweise darüber hinaus unternommen. Außer den schon bekannten Rückkehrern zeigte sich kein einziger bisher unbekannter Storch auf einem der Nester. Vielmehr müssen einige der bisherigen "Rückkehrer" wohl zu "Durchzüglern" umdefiniert werden. So scheinen die drei Störche, die sich am Donnerstag und Freitag am Webcamnest in Göldenitz bei Dummerstorf gezeigt haben (es gab auch mindestens eine Übernachtung auf dem Horst), inzwischen weitergezogen zu sein. Ich ordne sie ebenso als Westzieher ohne vorjährige Horstbindung in unserer Region ein wie den Horstbesucher vom Donnerstagabend in Groß Lüsewitz und den beringten holländischen Storch "Arnhem 8886" (vermutlich vier- oder fünfjährig), den M. Modrow am Do./Fr. jeweils abends auf einer Straßenlaterne in Redebas/RDG ablas. Gleiches gilt vermutlich für verschiedene Standorte im Umfeld des Vogelparks Marlow - mit Ausnahme von Brünkendorf, wo mit einem baldigen Brutbeginn gerechnet werden kann.
Angesichts der Verzögerung im Zuggeschehen - von dem ja in Mittel-, Nord- und Osteuropa auch zahlreiche andere Vogelarten betroffen waren und sind - war die Aufstellung von zwei neuen Nisthilfen in Kassow und Göldenitz bei Schwaan auf jeden Fall noch rechtzeitig. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, u. a. den Energieversorger WEMAG und den Initiator, Bürgermeister H. Lang aus Kassow.

Ein paar erfreuliche Neuigkeiten

Große Überraschung in Groß Potrems II - dieser Storch hält seit einer Woche dem letztmalig vor fünf Jahren besetzten Horst die Treue. Nach Anwohnerberichten gibt es sogar einen Konkurrenten, mit dem es regelmäßig zu Auseinandersetzungen um den Horst kommt. Die Unterlage ist in jedem Fall noch in Ordnung, das Nest selbst durch den Leerstand der letzten Jahre nur noch ein Fragment, aus dem ein ansiedlungswilliger Storch allerdings sehr wohl ein passables Storchennest machen könnte.
Die Entdeckung dieses Wiederbesiedlungsversuchs gelang im Rahmen mehrerer ausgedehnter Erkundungsfahrten, die Hans-Heinrich Zöllick (samt Begleitern) und ich in den letzten drei Tagen unternommen haben. Dabei gab es weitere erfreuliche Entdeckungen: in Zarnewanz ist bereits seit längerem ein zweiter Storch am Horst, das Paar brütet aber nicht. Auch in Kirch Mulsow war am Samstag ein Paar im Nest, hier müssen noch weitere Erkundigungen eingezogen werden. Auch die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Bruten nimmt erfreulicherweise von Tag zu Tag zu. So konnte zusätzlich zu den schon bekannten Standorten Nachwuchs auch in den Storchenhorsten Stäbelow (mindestens zwei Junge), Clausdorf, Rederank (mindestens drei Junge), Parkentin und Moitin festgestellt werden. In Thelkow und sehr wahrscheinlich auch in Pankelow wird es dagegen in diesem Jahr keine Jungstörche geben.
Durch die doch recht zahlreichen Ankünfte im Mai hat sich die Anzahl der Horstpaare in unserem Landkreis mittlerweile auf 54 erhöht, das ist jetzt noch ein Minus von fünf Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen noch fünf bis sechs Einzelstörche, die ihr Nest allein besetzt halten. Von diesen 54 Horstpaaren werden mindestens neun keinen Bruterfolg haben, in den übrigen Nestern besteht momentan noch Hoffnung.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal aktuelle Fotos aus Groß Potrems I, Klingendorf, Kowalz, Stäbelow und Clausdorf.

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