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Steffenshagen

Wintereinbruch vertreibt Steffenshäger Storch


Im Steffenshäger Horst ist jetzt nur noch der Plastikstorch zu Hause. Foto: B. Thielke, 7.12.2010

Der frühe Wintereinbruch hat den Storch, der seit Anfang Oktober in Steffenshagen durch seine Liaison mit einer Plastik-Störchin und den mächtigen Ausbau des jahrelang unbesetzten Storchenhorstes zur Unzeit auch überregional für Furore gesorgt hat, vertrieben. Anwohner berichten, dass er seit gut einer Woche nicht mehr gesehen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass er eine Region ohne geschlossene Schneedecke angesteuert hat und dort auch genügend Nahrung findet. Auch in einem der Tier- oder Vogelparks der Region hätte er eine gute Überlebenschance. Andererseits kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass er umgekommen ist, denn im Raum Steffenshagen gab es seit dem 26. November eine geschlossene Schneedecke von mindestens 5 Zentimetern und damit praktisch keine Möglichkeit, Nahrungstiere aufzuspüren.

Beharrlicher Steffenshäger "Winterstorch" - Jungstorch aus Schwaan verunglückt in Südpolen


Der Steffenshäger Storch bleibt beharrlich seinem Nest treu, das er inzwischen mächtig ausgebaut hat. Foto: A. Hornburg, 2.11.2010

Seit nunmehr rund sechs Wochen hält der (jahres)zeitlich ziemlich desorientierte Storch in Steffenshagen an seinem Vorhaben fest, sich dort "häuslich einzurichten". Er hält dem Horst kontinuierlich die Treue, hat das Nest inzwischen so stark ausgebaut, dass seine "Partnerin", die "Plastikstörchin", von außen kaum noch zu sehen ist. Noch findet der "Winterstorch" hier genügend Nahrung, was bei einem richtigen Wintereinbruch mit geschlossener Schneedecke und Temperaturen unter 0 Grad schnell anders werden dürfte. Hoffentlich macht er sich rechtzeitig vorher in geeignetere Gefilde auf. Der Weg in Richtung Südwesten steht ihm sicher noch lange offen. Beispielsweise überwintern in Südwestdeutschland sowie im benachbarten Nordostfrankreich in erheblicher Anzahl Weißstörche. Sollte er auch bei drastisch schlechterer Nahrungssituation in unserer Region bleiben, würden wir uns über geeignete Hilfsmaßnahmen Gedanken machen. Eine unnötige Prägung auf den Menschen, hervorgerufen durch regelmäßige Fütterung, soll nach Möglichkeit vermieden werden.

Aus dem südlichen Polen erreichte uns zwischenzeitlich eine Ringablesung vom 21. August. Leider handelte es sich um einen Totfund. Der Jungstorch vom Horst Schwaan I (DEH HC 799) wurde in der Nähe des Ortes Ropa tot unter einer Stromleitung gefunden. Da ich HC 799 am 14. und 16. August innerhalb des großen Trupps sich sammelnder Jungstörche bei Hohen Luckow abgelesen hatte, verhilft uns der traurige Fund immerhin zu der Erkenntnis, dass der Trupp - ein gemeinsames Ziehen voraussetzend - wie erwartet in südöstlicher Richtung aufgebrochen ist. Vier Tage nach dem Abflug in Hohen Luckow hatte der verunglückte Storch bereits 781 Kilometer (vom Beringungsort aus gemessen) zurückgelegt.

Ungewöhnliches "Storchenpaar" in Steffenshagen


Fotos (2): B. Thielke

Äußerst Ungewöhnliches ereignet sich momentan in Steffenshagen, wo seit Jahren keine Weißstörche mehr Horstbindung entwickelt haben: ein unberingter Altstorch hat sich seit Tagen häuslich auf dem Horst in der Baumstraße niedergelassen. Anfang Oktober sollte er eigentlich längst in südlicheren Gefilden sein. Besonders kurios - auf dem Horst steht seit längerem ein Plastikstorch, den die Anwohner dort hineingestellt hatten. Es hat den Anschein, als ob der "wahrhaftige" Storch von seinem unechten Pendant angelockt worden ist. Zumindest denkbar ist, dass es sich um das gleiche Exemplar handelt, das Mitte September bei Parkentin während der Nahrungssuche fotografiert worden ist. Sollte es sich um einen "Westzieher" handeln, könnte er es vor dem Winter noch problemlos bis in die südwesteuropäischen Überwinterungsquartiere schaffen.

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