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Kambs

44 Störche in einem Trupp

Am gestrigen Montag konnten wir unweit von Dummerstorf direkt an der A 20 einen Trupp mit 44 (!) nahrungssuchenden Störchen, sehr wahrscheinlich alles nicht-brütende Vögel, beobachten. Um diese Jahreszeit sind Ansammlungen dieser Größenordnung in Mecklenburg-Vorpommern sehr selten. Es dürfte sich einerseits um noch junge, nicht brutreife Störche handeln, andererseits dürften auch etliche Störche vertreten sein, die bei Kämpfen um Storchennester unterlegen waren. In jedem Fall bilden sie eine Brutreserve für die kommenden Jahre. Mindestens zwei der Störche waren oben rechts mit einem ELSA-Ring beringt. Ablesungen gelangen leider nicht. Nach einiger Zeit brach der Trupp geschlossen auf, schraubte sich in der Thermik hoch und zog dann nach Norden weiter. (Foto: B. Becker)
Aus Kambs wurde uns von aufmerksamen Anwohnern ein polnischer Ringstorch (Männchen) gemeldet. POLAND VN 4409 ist dort erst seit wenigen Tagen zusammen mit einem weiteren Storch am Horst.
In Thulendorf ist ebenfalls gestern ein Jungstorch abgeworfen worden. Er hat den Sturz zunächst überlebt und wurde dann in die Tierklinik Rostock gebracht. Von dort soll er - wenn alles gut geht und nicht doch noch innere Verletzungen wirksam werden - zur Pflege und Aufzucht in den Zoo Rostock gelangen.
Seit heute steht unseren Lesern nun auch wieder eine "Bruterfolgskarte" zur Verfügung. Die Eintragungen sind in jedem Fall noch mit vielen Unsicherheiten behaftet und als vorläufig anzusehen.

Ungewöhnliche Suche nach Nistmaterial

Diese beiden Fotos von Storchenfreundin A. Hornburg zeigen den Reinshagener Storch, wie er sich bemüht, hoch oben in einem Obstbaum kleine Zweige für den Ausbau seines Horstes abzutrennen - ein sicher nicht alltägliches Bild!
Seit gestern wurden zurückgemeldet: der 1. Storch in Kambs sowie jeweils der zweite in Rukieten und Heiligenhagen.

Neuansiedlung in Kambs


Seit 28 Jahren hat es in Kambs (südlich von Schwaan an der Warnow) keine Störche mehr gegeben; nun ist es endlich wieder so weit. Bereits seit dem 10. Mai nutzt ein Storchenpaar den vorhandenen Nistmast, wie uns die stolzen Anwohner heute - unter Beifügung sehr schöner Fotos - mitgeteilt haben. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass es zu einer festen Horstbindung gekommen ist. Für eine Brut war es allerdings schon zu spät.
Dabei ist der kleine Ort an der Oberwarnow eigentlich ein traditionsreicher Storchenstandort. Das jedenfalls zeigt die Statistik des langjährigen Betreuers der Region, Paul Thomzick. Die mecklenburgische Storchenzählung im Jahre 1901 erbrachte gleich drei besetzte Nester und auch später gab es hier immer Störche. Noch 1970 und 1971 wurde jeweils ein Storchenpaar auf einer Weichdachscheune mit vier flügge gewordenen Jungstörchen gezählt. Seit 1982 hieß es dann in Kambs jedes Mal Fehlanzeige. Allerdings deuteten einzelne Horstbesucher in den vergangenen zwei Jahren bereits an, dass hier Potenzial für eine Neuansiedlung besteht. Dass es damit jetzt zu klappen scheint, ist unter den schwierigen Bedingungen der diesjährigen Storchensaison ein besonderer Glücksfall. Hoffen wir, dass das Paar jetzt bleibt und im kommenden Jahr früher da ist, um dann auch zu brüten.
Der Mai 2009 entpuppt sich damit immer mehr als besonderer Monat. Nachdem es heute telefonisch auch eine Bestätigung für das Storchenpaar in Kirch Mulsow gegeben hat (beide Partner sind seit dem 21. Mai konstant am Horst), hat sich die Anzahl der einzelnen Störche, die in diesem Monat noch Horstbindung entwickelt haben, auf erstaunliche 17 gesteigert. Damit erhöht sich auch die momentane Anzahl der Horstpaare auf 57 - "nur" noch zwei weniger als im Vorjahr. Allerdings haben viele der im Mai eingetroffenen Störche nicht mehr mit dem Brutgeschäft begonnen (eine Ausnahme stellt eventuell Bentwisch dar), sodass der prozentuale HPo-Anteil (Horstpaare ohne Junge) in diesem Jahr voraussichtlich überdurchschnittlich hoch sein wird.

Horsterkundungen

Dieses Anwohner-Foto vom 13. Juni aus Kambs zeigt ein Storchenpaar, das sich möglicherweise schon nach einer geeigneten Nistmöglichkeit für das kommende Jahr umschaut, denn eine feste Ansiedlung gab es dort bisher noch nicht zu verzeichnen. Dieses Verhalten praktizieren vor allem jüngere Störche, die in dieser Saison (noch) nicht gebrütet haben.
Die auf die anhaltende Trockenheit zurückzuführenden Dramen in den Storchennestern gehen indes weiter. Heute berichteten Anwohner, dass sich in Ziesendorf kein Leben im Nest mehr regt und auch die Altstörche in der letzten Nacht nicht mehr auf dem Nest gesehen wurden. Bis gestern wirkten die schon mindestens vier Wochen alt gewesenen Jungstörche noch sehr vital.
Positives kann dagegen von zwei Standorten gemeldet werden , die bisher ebenfalls als Totalausfälle gemeldet worden waren. In Parkentin ist ein sehr kleiner Jungstorch im Nest und in Bentwisch sind es sogar drei, die bereits recht groß sind.

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