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Biendorf

Wenig Neues im Westen

Dieses Storchenpaar in Gerdshagen hat bisher als letztes im Landkreis seinen Horst bezogen, seit dem 6. Mai ist das Paar komplett. Bald nach dem Foto, das ich gestern Abend aufgenommen habe, flogen sie davon. Ob sie überhaupt noch mit einer Brut beginnen, ist sehr fraglich. Dafür bot sich mir in zahlreichen anderen Nestern im westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan ein zufrieden stellendes Bild. In den von Paaren besetzten Nestern saß überall ein Storch im Nest und huderte die in den letzten Tagen geschlüpften Jungstörche bzw. brütete noch. Das gilt übrigens auch für Niendorf, wo ich einen Altvogel beim Eierwenden beobachten konnte. Nirgends wurde von Eiabwürfen oder Partnerwechseln berichtet. In Kröpelin entwickeln sich die Störche zu wahren Müllsammlern (Absperrbänder, Müllsäche etc.). Das ist für sie auch nicht schwer, denn das Nest befindet sich auf einem Grundstück der Recycling-Firma Nehlsen. Hoffentlich bleibt es dabei, dass dieses Material nur am Nestrand verbaut wird, denn ansonsten könnte es zu Schwierigkeiten beim Wasserabfluss kommen. Leider unverändert ist die Situation in Parkentin und in Biendorf. Hier wartet jeweils ein einzelner Storch auf den Partner/die Partnerin, der/die einfach nicht kommen will. An beiden Nestern hat es in den letzten Tagen Versuche fremder Störche gegeben, Fuß zu fassen, doch wurden sie jeweils vom Einzelstorch vertrieben. Da das Solistendasein inzwischen schon mehrere Wochen anhält, gehe ich davon aus, dass es in beiden Fällen Brutstörche des Vorjahres mit entsprechend ausgeprägter Horstbindung sind. Es kann durchaus sein, dass sie in nächster Zeit doch noch einen - dann neuen - Partner bzw. eine Partnerin auf den Horst lassen. Das Beispiel Schmadebeck I aus dem Vorjahr zeigt aber, dass der jetzige Zustand die ganze Saison über anhalten kann. Es mag trösten, dass sich in Schmadebeck I in diesem Jahr bereits Anfang April wieder ein Paar eingestellt hat, das auch zuverlässig gebrütet hat.

56 Horstpaare sind komplett


Noch müssen die Altstörche nur sich selbst versorgen - wie hier in Klingendorf, aus dem Auto heraus aufgenommen - doch wird es nun sehr bald anstrengender, denn die Jungen beginnen vielerorts zu schlüpfen.

Die große Rundfahrt zu den meisten Storchennestern unseres Landkreises hat am vergangenen Samstag einen guten Überblick über die aktuelle Situation verschafft (im Fotoalbum gibt es dazu viele Bilder). Anders als Storchenbetreuer in einigen anderen Landkreisen habe ich überwiegend positive Beobachtungen machen können. Ich gehe momentan davon aus, dass in 50 bis 53 von mittlerweile 56 komplett besetzten Nestern gebrütet wird. Das sind immerhin zwei bis fünf brütende Paare mehr als im Vorjahr. Damals begann ein erheblicher Teil der Paare nach später Rückkehr erst gar nicht mehr mit der Brut. Zu den positiven Entdeckungen der Tour zählen die Paare in Hof Tatschow (zuletzt 2004 von Störchen besetzt) und Groß Potrems I (seit dem 27. April ist ein Paar am Horst). Spät besetzt wurden jetzt auch noch die Horste in Gerdshagen, Groß Lüsewitz und Thelkow. Demgegenüber ist das Nest in Rukieten (in den Vorjahren immer mit erfolgreicher Brut) seit Anfang Mai leer. Zuvor war ein Einzelstorch über fünf Wochen am Nest, ein zweiter blieb immer nur kurze Zeit. Am 2. Mai kämpften dann vier Störche um den Horst, der danach verlassen blieb. Allerdings entdeckte ich im Nachbarort Mistorf (Landkreis Güstrow) ein Storchenpaar in einem seit 2005 nicht mehr besetzt gewesenen Nest. Entweder gab es eine Umsiedlung oder die Mistorfer betrachten das Nest in Rukieten als zu ihrem Revier gehörig und vertreiben dort mögliche Rivalen um die Nahrungsflächen. In Göldenitz/Amt Schwaan ist seit dem 15. April ein einzelner Storch am Horst, der alle anderen Störche zurückweist. Ebenfalls nur Einzelstörche gibt es nach letztem Stand leider immer noch nur in Parkentin und Biendorf. Auffällig war, dass an der Mehrzahl der von mir aufgesuchten Nester zwei Störche anwesend waren. Sie hatten dazu offenbar Zeit, sodass es momentan möglicherweise ein recht gutes Nahrungsangebot gibt. Feucht genug müsste es nach den Regenfällen der ersten Mai-Dekade auf jeden Fall sein. Wir dürfen gespannt sein, wie viele Jungstörche die kritischen ersten 14 Tage überstehen werden. Erste Beobachtungen des (früh geschlüpften) Storchennachwuchses sollten Ende des Monats möglich sein.

43 Storchenpaare im Landkreis Bad Doberan komplett

Nachdem am 15. April nochmals mehrere Störche zurückgemeldet wurden (1. Storch Parkentin, 2. Storch Reinshagen, 2. Storch Kirch Mulsow), hat sich die Anzahl der im Landkreis Bad Doberan bisher als vollständig gemeldeten Horstpaare auf 43 erhöht. Das sind immer noch neun mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, aber auch sechs weniger als 2008. Es bleibt also weiter spannend! Wird es wieder so viele Spätankünfte wie 2009 geben? Damals trafen nach dem 15. April noch 44 Störche ein, die anschließend Horstbindung entwickelten, und die Anzahl der Horstpaare erhöhte sich noch auf 58. Auch jetzt gibt es Hinweise, die darauf hoffen lassen, dass wir noch mit etlichen Spätrückkehrern rechnen können. So befand sich Südafrika-Überwinterer und Loburg-Senderstorch "Albert von Lotto" am 15. April noch in Syrien, und "Louis Henri", der bis in den März hinein ebenfalls in Südafrika gewesen war, dürfte zum gleichen Zeitpunkt ähnlich weit gekommen sein. Beide werden kaum vor Anfang Mai in Deutschland eintreffen, und sie werden in Gesellschaft anderer Südafrika-Überwinterer sein. In unserer Region führt eine so späte Rückkehr leider nur noch in Ausnahmefällen zu einer erfolgreichen Brut.
Einige unserer Störche sind bekannt für ihre regelmäßig sehr späten Ankunftsdaten. Dazu zählen etwa die Paare in Biendorf und Zarnewanz sowie die beringte Parkentiner Störchin. Ebenso registrieren wir Neu- oder Wiederbesiedlungen zumeist erst ab der 2. April-Hälfte. Am überraschendsten ist bisher in negativer Hinsicht die Tatsache, dass das Nest in Kröpelin - abgesehen von einem Horstbesucher am 3. April - bisher noch ganz leer ist. Im Vorjahr war das Kröpeliner Paar das einzige, das schon im März komplett war, und auch in den Jahren davor war der Standort immer sehr früh besetzt. Allerdings haben die Kröpeliner Störche 2009 schlechte Erfahrungen gemacht, denn der gesamte, schon ziemlich große Nachwuchs verendete Mitte Juni. Natürlich hoffen wir zusammen mit den Anwohnern noch auf späte Rückkehrer, und wir werden auch Nistangebote der näheren Umgebung noch genau überprüfen, denn auch eine Umsiedlung ist vorstellbar.

Abschluss der diesjährigen Beringungsaktion

Diese drei schon recht kräftigen Biendorfer Jungstörche waren die letzten, die in diesem Jahr im Landkreis Bad Doberan beringt worden sind. Insgesamt konnten heute in sieben Horsten nochmals 15 Ringe angebracht werden:

- Biendorf: 3 gut entwickelte Jungstörche in einem sehr kleinen Nest (erstmals seit der Neuansiedlung 2004 konnte diese erfreuliche Anzahl an Jungstörchen erreicht werden)
- Hohen Schwarfs: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Lieblinhgshof: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Liepen: 2 noch recht kleine Jungstörche
- Neu Thulendorf: ein gut entwickelter und ein recht kleiner Jungstorch
- Reinshagen: 2 für ihr Alter sehr kleine Jungstörche
- Satow Hof: 2 noch recht kleine Jungstörche (dazu fand sich noch ein bereits längere Zeit totes Küken unterhalb des Nestes); es handelt sich um ein Nest mit einem geradezu riesigen Durchmesser - es besteht dort seit 1976! Aktuelle Bilder der Beringungsaktion sind im Fotoalbum eingestellt worden.

Der Horst Broderstorf II mit seinem einen Jungstorch war für die Hebebühne leider nicht erreichbar. Damit konnten in dieser Storchensaison rund 75 Prozent aller Jungstörche unseres Landkreises beringt werden. Hoffen wir, dass wir möglichst viele von ihnen in einigen Jahren wiedersehen!
Von gestern stammen drei sehr positive Nachrichten aus dem Rostocker Zoo. Der von mir dort am 6. Juni eingelieferte Winzling aus Hohen Luckow ist zwischenzeitlich zu einem stattlichen Störchlein herangewachsen und kann voraussichtlich im August ausgewildert werden. In den beiden Nestern Rostock Zoo I und Rostock Zoo II ist jeweils noch ein dritter Jungstorch entdeckt worden.

Bisher 74 Jungstörche gezählt

Aufgereiht wie die Orgelpfeifen zeigen sich diese drei Jungstörche in Clausdorf dem Beobachter. Sie gehören zu den größten von insgesamt 74 Jungstörchen (im Vorjahr: 93, 2007: 116), die wir in diesem Jahr bisher in den 58 besetzten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan gezählt haben. Die standortgenaue Verteilung ist über unsere Bruterfolgskarte abrufbar.
Bis zum Flüggewerden ab Mitte Juli wird sich sicherlich noch die eine oder andere Korrektur ergeben. An der Tatsache, dass der Bruterfolg in diesem Jahr auch in unsererer Region unterdurchschnittlich ist, wird sich aber kaum etwa ändern. Genaue Ursachen für die unbefriedigende Bilanz werden nach Ende der Storchensaison zu erörtern sein. Schon jetzt aber ist klar, dass das (zu) späte Eintreffen einer größeren Anzahl von Storchenpaaren eine wesentliche Rolle gespielt hat. In den neun Horsten, in denen der zweite Storch erst nach dem 1. Mai eintraf, ist letztlich kein einziges Küken groß geworden! Die späteste Paarbildung, die noch zum Erfolg führte, fand in Biendorf (bisher drei Jungstörche) und in Liepen (bisher zwei Jungstörche) statt - und zwar am 26. April. Veränderungen in der uns bekannten Anzahl der Jungstörche gab es zuletzt in Bandelstorf (drei statt zwei Jungstörche), in Broderstorf II (trotz Tod eines Jungstorchs ist noch einer im Horst) und in Groß Potrems (Abwurf eines bereits beringten Jungstorchs am 28. Juni).
Am Wochenende habe ich mich intensiv um die Frage gekümmert, ob in Stäbelow, wie von Anwohnern gemeldet, tatsächlich einer der beiden Brutstörche beringt ist. Leider gibt es immer noch kein endgültiges Ergebnis, denn nur einer der Altstörche stellte sich nach einer Fütterung auf ein Hausdach, während der andere gleich wieder abflog, ohne dass sein (verdächtigtes) rechtes Bein kontrolliert werden konnte. Ich tendiere jedoch inzwischen zu der Annahme, dass beide unberingt sind.
In Gerdshagen, dem einzigen Nest des Vorjahres, in dem sich trotz Bruterfolgs im vorigen Sommer dieses Mal kein Storchenpaar eingefunden hatte, berichteten Anwohner, dass dort nun doch bereits seit fünf Wochen ein einzelner Storch mehr oder weniger kontinuierlich anwesend sein soll. Zuletzt wurde sogar ein zweiter Storch gesichtet. Damit erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesetzung im kommenden Jahr.
Im Fotoalbum gibt es Bilder mit vielen Jungstörchen, dieses Mal aus Berendshagen, Clausdorf, Stäbelow, Schmadebeck II, Rederank und Gnemern (Landkreis Güstrow).

Vorbereitung der 2. Beringungstour am 7. Juli

In diesen Tagen müssen die notwendigen Vorbereitungen für die zweite und letzte diesjährige Beringungstour im Landkreis Bad Doberan getroffen werden. Die hier im Bild befindlichen beiden Jungstörche in Satow Hof haben auf jeden Fall die richtige Größe - sie sind weder zu klein noch zu groß für den ELSA-Ring. Weitere Stationen werden nach jetzigem Stand Biendorf, Reinshagen, Neu Thulendorf, Broderstorf II, Hohen Schwarfs und Lieblingshof sein.

Gute Nachrichten aus dem Rostocker Zoo


Dieser Brutstorch vom Baumhorst im Rostocker Zoo (Rostock Zoo II) pausiert auf einer künstlichen Nisthilfe. Gerade ist er von seinem Partner abgelöst worden, der - nach Berichten von Zoo-Mitarbeitern - mindestens zwei Jungstörche füttert. Auch die anderen Nachrichten während des gestrigen Zoobesuchs waren erfreulich: im Horst auf der Bärenburg werden zwei Jungstörche groß (ein weiterer ist bereits vor einiger Zeit tot abgeworfen worden), und das kleine Findelkind aus Hohen Luckow, das ich vor einer Woche in die Obhut des Zoos übergeben hatte, soll auch wohlauf sein. Im Fotoalbum gibt es weitere Fotos aus Fienstorf und vom Horst Rostock Zoo I.
In Albertsdorf konnten heute mindestens zwei Jungstörche bei einer Fütterung festgestellt werden, in Biendorf beobachteten Anwohner sogar drei Küken, die dort Ende Mai geschlüpft sein dürften. Schließlich deutet einiges darauf hin, dass es jetzt auch in Klein Grenz Storchennachwuchs gibt. Hier werden die nächsten Tage vermutlich genauere Erkenntnisse bringen.
Am Dienstag, 16. Juni, beginnt am Horst Biestow Dorf die diesjährige Beringungsaktion, die erstmals seit DDR-Zeiten auch wieder den Landkreis Bad Doberan umfasst. Insgesamt 50 Ringe stehen zur Verfügung und sollen - so möglich - in den nächsten Wochen angebracht werden. Wir werden über diese Aktionen, die dankenswerter Weise vom Kreisbauernverband Bad Doberan e. V. und vom Bauernverband Bützow e. V. durch großzügige finanzielle Hilfe gefördert werden, an dieser Stelle ausführlich berichten.

Vielerorts ruhiges Brutgeschäft


Weite Wiesen prägen die Landschaft vor dem Biendorfer Storchennest (es befindet sich auf dem Mast in der Hintergrund-Mitte)

Zwei Kontrollfahrten in den westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan erbrachten in den vergangenen Tagen den Eindruck, dass in den meisten der dort besetzten Horste ruhig gebrütet wird. Ausnahmen stellen lediglich Ziesendorf, Wischuer und Schmadebeck I dar. Hier wird es in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Storchennachwuchs geben. Demgegenüber scheint das Paar in Bröbberow doch noch mit dem Brutgeschäft begonnen zu haben. Auch aus Klein Grenz gibt es Positives zu vermelden. Erstmals seit vielen Jahren wird dort jetzt von einem Storchenpaar am Horst gebaut. Ob es noch zu einem Brutversuch kommt, erscheint indes mehr als fraglich. Aus Pastow erreichte uns die Nachricht, dass dort seit dem 8. Mai ein Storch am Horst ist (im Vorjahr war der Standort unbesetzt). Aktuelle Fotos gibt es - wie immer im Fotoalbum - dieses Mal aus Biendorf, Moitin und Parkentin.

Weitere Spätheimkehrer eingetroffen

Während wie hier in Parkentin an vielen Horsten bereits längst gebrütet wird, hält der Zuzug von spät eintreffenden Störchen weiter an. So sind die Horste in Wischuer (seit dem 24./25.4.) und in Biendorf (seit dem 24./26.4.) besetzt. Auch in Zarnewanz beobachtete heute eine Storchenfreundin erstmals einen Storch auf dem Horst. Unübersichtlich ist die Situation zurzeit in Schmadebeck. Während am Horst Schmadebeck II bereits gebrütet wird, gab es am Horst Schmadebeck I heute heftige Storchenkämpfe, an denen drei Störche beteiligt waren. Fast hatte es den Anschein, als ob einer der Beteiligten aus dem nahe gelegenen Nachbarhorst stammt und hier durch Revierverhalten für Unruhe sorgt. Andererseits ist in Schmadebeck I bereits seit dem 3. April ein Storch kontinuierlich am Horst. Es wäre sehr zu wünschen, dass es auch hier noch zu einer Paarbildung kommt. Im Fotoalbum gibt es weitere Bilder vom Wochenende, und die Ankunftskarte ist auf den aktuellen Stand gebracht worden.

Etwa die Hälfte der Störche ist bereits eingetroffen


In Griebnitz traf der erste Storch gestern ein - diese Aufnahme von heute machte S. Orts.

Seit vorgestern hat sich die Anzahl der zurückgekehrten und uns bekannt gewordenen Störche um neun erhöht. Damit ist jetzt ziemlich genau die Hälfte der 128 Störche wieder da, die im Vorjahr in unserer Region Horstbindung hatten. Grob gerechnet ist ein Drittel der Nester bereits komplett besetzt, während ein weiteres Drittel mit einem Storch belegt und das dritte Drittel noch ganz unbesetzt ist. Im Einzelnen wurden zurückgemeldet:

- Clausdorf: 2. Storch am 1.4.
- Schwaan II: 2. Storch am 3.4.
- Groß Lüsewitz: 1. Storch am 1.4. und 2. Storch am 8.4.
- Parkentin: 1. Storch am 7.4.
- Griebnitz: 1. Storch am 7.4.
- Biendorf: 1. Storch am 7.4.
- Petschow: 1. Storch am 7.4.
- Fienstorf: 2. Storch am 7.4.

Die Gesamtverteilung ist am besten über unsere aktualisierte Ankunftskarte zu erkennen.

Aktualisierung der Bruterfolgskarte


Gestern Abend in Hof Jörnstorf: Ein übernachtender Storch auf der ansonsten unbesetzten Nisthilfe; Foto eines Anwohners

Seit vorgestern hat es eine Reihe neuer Meldungen zur Anzahl der Jungstörche in den einzelnen Storchenhorsten unserer Region gegeben. Die Bruterfolgskarte wurde daraufhin wieder aktualisiert. An der Grundtendenz hat sich dabei nichts geändert. Momentan gibt es in 41 Nestern Nachwuchs, in 18 dagegen nicht. Vier Standorte sind noch nicht überprüft.
Ohne Bruterfolg werden neben den schon gemeldeten auch die Storchenpaare in Thelkow und Albertsdorf sowie nunmehr ebenfalls das in Biendorf bleiben. Hier berichteten Anwohner über den tragischen Tod der beiden etwa drei Wochen alten Jungstörche in der vergangenen Nacht. Beide Altstörche sind am Horst, haben es aber in letzter Zeit offenbar nicht mehr geschafft, genügend Futter zu beschaffen - ein trauriges Schicksal, das sich dieses Jahr leider auch in zahlreichen anderen Nestern Mecklenburg-Vorpommerns ereignet hat. Positiv ist dagegen die Meldung aus Zarnewanz, dass dort nun doch zumindest ein Jungstorch im Nest ist.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

Blick in die Kinderstuben

Als kleinen Nachtrag möchte ich Ihnen heute einen kleinen Einblick in die Kinderstube von Störchen aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten geben. Dort fanden im Mai mit behördlicher Genehmigung verschiedene Nestkontrollen statt, bei denen unter anderem die folgenden Fotos entstanden:

In Neuenlübke befanden sich am 21. Mai vier noch sehr kleine Küken und ein Ei im Nest. Es ist zu erkennen, dass die Altstörche reichlich Plastik eingetragen hatten.

In Kavelsdorf bei Marlow sind am 21. Mai sogar fünf Jungstörche im Nest. Zumindest bis Ende Mai ist diese Zahl auch so geblieben. Aufgrund der recht gleichmäßigen Entwicklung besteht zumindest die Chance, dass alle auch groß werden. Interessant ist das Foto sicher auch deshalb, weil hier deutlich wird, dass von unten zu erkennender Grünbewuchs meistens nur den Randbereich des Horstes betrifft, während das Innere sehr weich ausgepolstert ist.

Dieses Foto entstand ebenfalls am 21. Mai in Brünkendorf. Hier sind gleichfalls fünf Küken im Nest, wobei aber nur drei als gut entwickelt gelten können. Diese drei waren auch Ende Mai noch im Nest und wuchsen weiter heran.

Alle weiteren nestbezogenen Details des Forschungsprojekts aus dem Nachbarlandkreis Nordvorpommern sind hier in der Ankunftskarte RDG (Altkreis Ribnitz-Damgarten) nachzulesen.

Aus unserer Region gibt es folgende, leider überwiegend negative Neuigkeiten: Vom Horst Schmadebeck I sind mindestens einer, wahrscheinlich aber zwei Jungstörche abgeworfen worden. In Biendorf sind zwei Junge im Nest, ein drittes Küken wurde herausgeworfen, hat den Sturz aber überlebt und ist in den Rostocker Zoo gebracht worden. Das weitere Schicksal ist momentan noch nicht bekannt. Schließlich haben die Störche im wiederbesetzten Horst Altenhagen I ihre Brut kurz vor dem Schlüpfen aufgegeben. Die Ursachen sind nicht bekannt.

Bilder von brütenden Storchenpaaren am Wochenende

Das sonnige Wochenendwetter lud zu ausgiebigen Storchentouren ein. An sehr vielen Standorten wird zurzeit gebrütet. Außer diesem Foto aus Wischuer gibt es im Fotoalbum weitere Bilder aus Parkentin, Biendorf, Roggow, Moitin, Berendshagen, Rukieten, Göldenitz (Amt Schwaan) und Bröbberow. Viele Nester konnte ich damit zum ersten Mal in dieser Saison bildlich festhalten.
Große Probleme gibt es weiterhin am Nest Broderstorf II. Bereits am letzten Wochenende hatte Hans-Heinrich Zöllick feststellen müssen, dass die Störchin eine Fraktur am linken Bein hat, die sie erheblich behindert. Gestern entdeckte ich die Störchin zusammen mit ihrem Partner bei der Nahrungssuche unweit des Nestes. Fast jeder Schritt wurde von einem Flügelschlag begleitet. Sie ist zurzeit offenbar nicht in der Lage, das lädierte Bein aufzusetzen. Der Mensch kann hier sicher nicht helfend eingreifen, denn bei Annäherung würde die Störchin unzweifelhaft wegfliegen. Ihr weiteres Schicksal ist sehr ungewiss. So traurig es ist, aber derartige Fälle gibt es in der Natur immer wieder. Immerhin scheint sich die Broderstorfer Störchin momentan noch selbst versorgen zu können. Storchennachwuchs wird es 2008 an diesem über die Jahre sehr erfolgreichen Standort aller Voraussicht nach nicht geben, obwohl am letzten Wochenende Paarungen beider Störche zu beobachten waren.
In Göldenitz (Amt Warnow Ost) gab es erneut Horstkämpfe, die möglicherweise dazu beigetragen haben, dass dort inzwischen wieder nur ein Storch anwesend ist.

Zwei weitere Nester komplett


Neben diesem Foto einer Storchenfreundin vom 13.4., das einen der beiden bereits brütenden Störche in Lieblingshof zeigt, kann ich vermelden, dass in Biendorf am 12.4. der zweite Storch eingetroffen ist. In Vogtshagen waren es am gleichen Tag sogar beide, allerdings scheint es dort in diesem Jahr mit der Horstbindung nicht ganz einfach zu sein, denn es waren seit Ende März schon mehrfach Störche am Nest, die dann nicht lange blieben. Die Ankunftskarte wurde wieder aktualisiert.

Auch in Biestow Dorf gibt es Storchennachwuchs!

Wir hatten es ja schon vorgestern kurz gemeldet - auch in Biestow Dorf gibt es seit kurzem (zweifachen) Storchennachwuchs. Jetzt gibt es davon auch die ersten Fotos. Nach dem durch Stockenten erzwungenen Umzug auf einen neuen Nistmast Anfang April ist dies erst einmal eine erfreuliche Nachricht! Zwei Jungstörche sind heute auch in Rederank gesichtet worden, während es in Biendorf in diesem Jahr leider keinen Storchennachwuchs geben wird. Lediglich zerbrochene Eischalen fanden sich unter dem Nest. Die Brutverlaufskarte (bitte wieder rechts oben anklicken) ist abermals erneuert worden.

Biendorfer Störche

In meiner kleinen Serie über einzelne Storchenstandorte möchte ich heute kurz den Ort Biendorf im Westen des Landkreises Bad Doberan vorstellen. In diesem Jahr sind die beiden Störche bei Familie Karl am 10. und 15. April eingetroffen, nachdem das Nest zuvor schon Ende März kurzzeitig von einem Storchenpaar besetzt war. Dieses Bild vom letzten Wochenende zeigt, dass im Biendorfer Nest "Storchenhochzeit" gefeiert wurde (Foto: Familie Karl, weitere Bilder im Fotoalbum)

Aus alten Berichten wissen wir, dass es in Biendorf schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein Storchennest auf dem so genannten "Neverschen Hof" gegeben hat. Von 1912 an brüteten die Störche dann auf dem Hof Westendorf, dem sie dann wohl über 70 Jahre die Treue hielten. Jedenfalls haben wir sowohl Daten aus den 1930er, den 1950er und den 1960er Jahren, die dies bestätigen (siehe "Historisches"). Sicher ist dann, dass dieses Nest auf einer rohrgedeckten Scheune zwischen 1971 und 1985 durchgängig besetzt war.

Dieses Foto zeigt die Scheune im Jahr 1979, ein weiteres (1952 aufgenommen von Dr. Rudolf Weise) gibt es im Fotoalbum. Nachdem die Störche 1986 ausblieben, wurde die alte Scheune im Jahr darauf abgerissen. Es sollte dann bis zum Jahr 2004 dauern, ehe wieder ein Storchenpaar in Biendorf erfolgreich brütete, und zwar auf einer ein Jahr zuvor errichteten Nisthilfe. Es ist nicht das einzige Beispiel einer geglückten Wiederansiedlung. Seitdem werden die Biendorfer Störche mit viel Engagement und Begeisterung von der Familie Karl betreut, auf deren Grundstück der Nistmast steht. 2004 und 2005 flog jeweils ein Jungstorch aus, 2006 waren es dann zwei. Hoffen wir, dass die Biendorfer sich auch in diesem Jahr wieder an Storchennachwuchs erfreuen können!

An aktuellen Daten kann ich heute lediglich zwei "Zweitstörche" in Hohen Luckow (31.3.) und Gerdshagen I (12.4.) ergänzen, außerdem als Konkretisierung das Ankunftsdatum des ersten Storchs in Gerdshagen I (30.3.).

9 weitere Störche zurück gemeldet

Der heutige Tag brachte eine Reihe von weiteren Rückmeldungen über eingetroffene Störche. Teilweise sind sie auch schon seit einigen Wochen wieder am Nest, doch erreichte uns die Nachricht erst jetzt. Ich selbst fuhr am frühen Morgen einige Nester südlich von Rostock an. Erfreulicherweise sind jetzt auch die Storchenhorste in Bröbberow, Ziesendorf und Zeez besetzt. In Zeez scheint schon gebrütet zu werden.

Hier im Bild der Ziesendorfer Storch im ersten Morgenlicht.
Folgende Daten liegen uns neu vor:
- Vogtshagen (1. Storch 28.3./2. Storch 28.3.)
- Kowalz (1. Storch 31.3.)
- Thelkow (1. Storch 13.4.)
- Biendorf (2. Storch 15.4.)
- Bröbberow (beide Störche am 16.4. gesichtet)
- Ziesendorf (1. Storch am 16.4. gesichtet)
- Zeez (1. Storch am 16.4. gesichtet)
In der Ankunftskarte sind die Daten aktualisiert worden.

Störche am Sonntag um 19.30 Uhr im NDR Fernsehen (Nordmagazin)!

In den letzten Tagen hat ein Team des NDR-Fernsehens einen Filmbericht über Störche in Mecklenburg gedreht. Im Mittelpunkt steht dabei der so genannte "Rostocker Pfeilstorch" von 1822, ein herausragendes Exponat der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock. Aber auch auf die Erfassung der Ankunftsdaten durch die Horstanwohner und die Storchenbetreuer soll eingegangen werden. Gefilmt wurde unter anderem in unserem Einzugsbereich. Der Beitrag wird voraussichtlich am kommenden Sonntag zwischen 19.30 Uhr und 20.00 Uhr im Nordmagazin des NDR Fernsehens laufen. Auch die Ostsee-Zeitung plant in ihrer Wochenendausgabe am 14. April einen größeren Bericht über Störche in Mecklenburg-Vorpommern.

Aus Reinshagen haben wir heute die Ankunftsdaten der beiden Störche erfahren (2.4. und 6.4.), in Clausdorf I sind jetzt zwei Störche am Nest. In Biendorf sind die Ende März am Horst gesichteten und gemeldeten Störche zwischenzeitlich weitergezogen. Seit gestern ist nun wieder ein einzelner Storch am Nest. Es ist völlig normal, dass sich zu Beginn der Brutsaison derartige Veränderungen an den Nestern ergeben. Erschließen lassen sie sich in der Regel nur durch intensive und kontinuierliche Beobachtungen vor Ort. Unsere heute wieder aktualisierte Ankunftskarte ist daher immer nur eine Momentaufnahme, und nach wie vor gibt es eine ganze Reihe von Nestern, von denen uns noch überhaupt noch keine Information vorliegt. Wir werden uns weiter um Komplettierung bemühen!

14 weitere Störche zurückgemeldet

Der heutige Tag brachte abermals zahlreiche neue Rückmeldungen von Störchen, die in den letzten Tagen eingetroffen sind. Im Einzelnen waren dies:
- Bandelstorf (eingetroffen am 25. und 29. März)
- Pankelow (beide eingetroffen am 25. März)
- Fienstorf (eingetroffen am 30. und 31. März)
- Benitz (1. Storch eingetroffen am 30. März)
- Schwaan I (1. Storch am 1. April am Nest)
- Schwaan II (beide Störche am 1. April am Nest)
- Rukieten (1. Storch am 1. April am Nest)
- Göldenitz/Amt Schwaan (1. Storch am 1. April am Nest)
- Hohen Schwarfs (1. Storch am 1. April am Nest)
- Biendorf (der 2. Storch traf dort heute, am 2. April, ein)
Rückmeldungen fehlen uns jetzt vor allem noch aus dem äußersten Westen, dem äußersten Osten und dem Nordosten unseres Landkreises.

Dementsprechend gibt es auch heute wieder eine neue Ankunftskarte und dazu eine ganze Reihe von Fotos.

Weitere Rückkehrer gemeldet

Heute Abend reicht es nur für eine kurze Nachricht, die veränderte Ankunftskarte gibt es dann morgen.
Es wurden heute weitere Rückkehrer an den Nestern angetroffen und mir gemeldet:
- Biendorf (1 Storch, heute eingetroffen)
- Lieblingshof (1 Storch)
- Broderstorf II (2. Storch ist jetzt auch im Nest)
- Niekrenz (1 Storch)
- Göldenitz (Warnow Ost) (2 Störche im Nest)
Vielen Dank allen Meldern!

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