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Hohen Schwarfs

Jetzt 56 Störche bei Jürgenshagen

Der Trupp Störche, der sich seit etwa zehn bis 14 Tagen bei Jürgenshagen sammelt, ist immer noch an der großen Überschwemmungsstelle und er ist noch einmal größer geworden. Heute zählte Hans Zöllick dort nicht weniger als 56 Störche, gestern Abend kam ich auf mindestens 52. Zum Großteil waren es Jungstörche. Sie sind alle flugfähig und finden reichlich Nahrung. Neben vier beringten Störchen, die wir am 9. August ausgewildert hatten, konnte ich HE 648 ablesen, diesjähriger Jungstorch aus Stäbelow. Außerdem befindet sich ein oben rechts beringter Altstorch im Trupp, er trägt einen Ring der Beringungszentrale Helgoland, 5 X ..2 war klar zu erkennen, der Rest leider nicht eindeutig.
Aus Hohen Schwarfs sandte uns Familie Kökow ein Foto von gestern Abend - da hatten sich je vier Störche auf Hausdach und Nest versammelt:

Traurige Neuigkeiten gibt es vom Horst Schwaan I: erst jetzt haben wir erfahren, dass die beiden am 11. Juli beringten Jungstörche, geschlüpft erst um den 25. Juni, bereits Anfang des Monats im Nest verendet sind. Ich bin sicher, dass die wiederholten Starkregenfälle im Juli hier die entscheidende Rolle gespielt haben. Dagegen hat es der lange Zeit auch sehr zurückgebliebene Jungstorch in Niekrenz geschafft, jetzt flügge zu werden.

Polnischer Ringstorch in Kambs stammt von der Insel Wollin

Der hier seinen Partner erwartende männliche Storch in Kambs (rechts im Bild, Foto: A. Borchwardt) wurde nach einer Information polnischer Storchenfreunde 2008 im Ort Laska auf der Insel Wollin beringt. Es handelt sich also um einen dreijährigen Storch, der sich Ende Mai neu das Nest in Kambs ausgesucht hat - wenn auch zu spät, um noch mit einer Brut zu beginnen.
Über Pfingsten erreichten mich noch einige weitere erfreuliche Nachrichten. So soll es in Hohen Schwarfs nach dem Abwurf von drei Jungstörchen immerhin noch zwei lebende Küken im Nest geben, und auch in Heiligenhagen hat entgegen unserer ersten Information bisher zumindest ein Jungtier den Starkregen der vergangenen Woche überlebt. Auch in Berendshagen sieht es günstiger aus als zunächst angenommen: es waren zunächst vier Jungstörche im Horst, von denen jetzt noch drei leben. In Kritzmow wurden heute Teile einer Eischale unter dem Nest gefunden, in dem nach wie vor gebrütet zu werden scheint. Vielleicht klappt es ja hier in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten mit dem Storchennachwuchs!

Eine erste Zwischenbilanz

Dreifacher Storchennachwuchs in Fienstorf - ein viertes Küken wurde abgeworfen. Foto: G. Vogel.
Inzwischen ist die aktuelle Storchensaison soweit voran geschritten, dass eine erste Zwischenbilanz möglich wird. Nach unserem aktuellen Kenntnisstand wird sich die Anzahl der Horstpaare im Landkreis Bad Doberan voraussichtlich von 56 im Vorjahr auf 54 in diesem Jahr verringern. Während in Griebnitz, Wolfsberg und Kritzmow neue Paare hinzu kamen, blieben die Horste in Ziesendorf (Traditionsstandort!), Groß Bölkow, Niendorf und Hof Tatschow unbesetzt, außerdem blieb es in Thelkow bei einem Einzelstorch. Schon jetzt ist sicher, dass wir in diesem Jahr deutlich mehr Paare ohne Bruterfolg haben werden. Zurzeit sind es bereits mindestens 15 (nach nur 12 im Vorjahr). Diese Zahl wird sich erfahrungsgemäß noch deutlich vergrößern, denn längst nicht jede Spätbrut hat Erfolg. Vor allem die späte Rückkehr vieler Störche aus ihren Winterquartieren, aber auch ungewöhnlich häufige und heftige Horstkämpfe dürften hierfür hauptverantwortlich sein.
In vielen Nestern sind inzwischen Jungstörche geschlüpft. Da die Witterung seit Mitte Mai sehr günstig war (häufiger Wechsel von Sonnenschein und Niederschlägen), sind die Startvoraussetzungen zunächst einmal recht günstig gewesen. Dementsprechend sind vielfach drei Jungstörche in den Horsten beobachtet worden. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob es den Altvögeln gelingt, die relativ zahlreiche Nachkommenschaft jeweils auch zum Ausfliegen zu bringen. Zurzeit erreichen uns fast täglich Nachrichten über Abwürfe - im Extremfall Hohen Schwarfs waren es bereits drei Jungtiere.

Vierfacher Nachwuchs in Wendfeld

Mehr als drei ausfliegende Jungstörche pro Nest sind in unserer Region ein relativ seltenes Ereignis - heute entdeckten wir diese sehr agile Viererbande in Wendfeld (Foto: B. Becker). Es ist der Nachwuchs der bereits 17jährigen Ringstörchin Hiddensee KA 3528, die hier gerade füttert. Bereits Ende März war das Wendfelder Paar komplett und begann wenige Tage später mit der Brut. Entsprechend groß sind die Jungen jetzt bereits. Einer aus der Viererbande ist etwas zurückgeblieben, aber ich denke, dass auch er eine realistische Chance hat, groß zu werden. Sollte KA 3528 ihren gesamten Nachwuchs durchbekommen, hätte sie innerhalb von vier Brutjahren in Wendfeld - gemeinsam mit ihrem Partner - nicht weniger als zwölf Jungstörchen erfolgreich groß gezogen - eine stolze Bilanz! Rechnet man hinzu, dass sie sehr wahrscheinlich auch in den acht bis zehn vorangegangenen Jahren weiteren Bruterfolg gehabt haben dürfte, wird ihr besonderer Stellenwert deutlich!

Heute gelang uns nun auch die Identifizierung dieses vermutlich männlichen Brutstorchs in Hohen Schwarfs (im Vordergrund, unten rechts beringt, Foto: B. Becker). Der Vogel mit dem ELSA-Ring DEH H 2189 schlüpfte 2004 in Protzen bei Fehrbellin/Brandenburg aus dem Ei. Das Erstaunliche ist, dass er bereits 2007 im Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) und 2008 zweimal in Sachsen-Anhalt, jeweils in Elbnähe, abgelesen wurde. Nachdem er 2009 und 2010 nicht aufgefallen ist, hat er sich nun in diesem Jahr neu in Hohen Schwarfs angesiedelt. Die Brut ist erfolgreich, es sind mindestens zwei Jungstörche im Horst, ein dritter wurde vergangenen Sonntag tot abgeworfen.

Weitere Jungstörche sind geschlüpft


Etwa zwei Wochen alt dürften diese beiden Storchenküken in Biestow sein.

In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen Storchenhorsten weitere Jungstörche geschlüpft. So lange sie noch sehr klein sind, kann man sie aus der "Froschperspektive" nur schwer erkennen. Doch mit jedem Tag wachsen sie und recken die Hälse immer mehr. Mit einigem Vorbehalt können wir einige Zahlen mitteilen, die sich aber noch sehr verändern können, nach oben wie nach unten. In folgenden Nestern - von denen wir es schon wissen - war die Brut erfolgreich: Biestow Dorf (2 juv.), Clausdorf (mind. 1 juv.), Hohen Schwarfs (mind. 1 juv.), Kröpelin (3 juv.), Schmadebeck I (2 juv.), Schmadebeck II (3 juv.), Schwaan II (3 juv.). In anderen Nestern wird sich das Brutgeschäft dagegen teilweise noch bis in die zweite Juni-Hälfte hineinziehen.
Seit Mitte Mai hat die Witterung in unserer Region gut mitgespielt, es war häufig sonnig, hat dennoch zwischendurch immer wieder geregnet und die Temperaturen waren nicht zu niedrig. Es sind uns bisher keine weiteren Abwürfe gemeldet worden, aber vieles spielt sich auch im Verborgenen ab.
Keinen Storchennachwuchs wird es leider in Hohen Luckow geben. Hier standen die Altstörche heute beide relativ beschäftigungslos im Horst, waren vor ein paar Tagen auch gemeinsam auf Nahrungssuche gesehen worden. Die Gründe für den Brutabbruch sind bisher nicht bekannt. Vielleicht haben auch hier Horstkämpfe eine Rolle gespielt. Demgegenüber ist das Nest in Wohrenstorf seit dem Wochenende von einem Paar besetzt. Im Vorjahr hatten sich hier nach mehrjähriger Pause zwischen Juni und August zwei Störche aufgehalten. Auch 2011 wird es leider zu keiner Brut mehr kommen. Das gilt auch für Griebnitz, wo mittlerweile ein zweiter Storch feste Horstbindung gefunden zu haben scheint.

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