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Rukieten

56 Horstpaare sind komplett


Noch müssen die Altstörche nur sich selbst versorgen - wie hier in Klingendorf, aus dem Auto heraus aufgenommen - doch wird es nun sehr bald anstrengender, denn die Jungen beginnen vielerorts zu schlüpfen.

Die große Rundfahrt zu den meisten Storchennestern unseres Landkreises hat am vergangenen Samstag einen guten Überblick über die aktuelle Situation verschafft (im Fotoalbum gibt es dazu viele Bilder). Anders als Storchenbetreuer in einigen anderen Landkreisen habe ich überwiegend positive Beobachtungen machen können. Ich gehe momentan davon aus, dass in 50 bis 53 von mittlerweile 56 komplett besetzten Nestern gebrütet wird. Das sind immerhin zwei bis fünf brütende Paare mehr als im Vorjahr. Damals begann ein erheblicher Teil der Paare nach später Rückkehr erst gar nicht mehr mit der Brut. Zu den positiven Entdeckungen der Tour zählen die Paare in Hof Tatschow (zuletzt 2004 von Störchen besetzt) und Groß Potrems I (seit dem 27. April ist ein Paar am Horst). Spät besetzt wurden jetzt auch noch die Horste in Gerdshagen, Groß Lüsewitz und Thelkow. Demgegenüber ist das Nest in Rukieten (in den Vorjahren immer mit erfolgreicher Brut) seit Anfang Mai leer. Zuvor war ein Einzelstorch über fünf Wochen am Nest, ein zweiter blieb immer nur kurze Zeit. Am 2. Mai kämpften dann vier Störche um den Horst, der danach verlassen blieb. Allerdings entdeckte ich im Nachbarort Mistorf (Landkreis Güstrow) ein Storchenpaar in einem seit 2005 nicht mehr besetzt gewesenen Nest. Entweder gab es eine Umsiedlung oder die Mistorfer betrachten das Nest in Rukieten als zu ihrem Revier gehörig und vertreiben dort mögliche Rivalen um die Nahrungsflächen. In Göldenitz/Amt Schwaan ist seit dem 15. April ein einzelner Storch am Horst, der alle anderen Störche zurückweist. Ebenfalls nur Einzelstörche gibt es nach letztem Stand leider immer noch nur in Parkentin und Biendorf. Auffällig war, dass an der Mehrzahl der von mir aufgesuchten Nester zwei Störche anwesend waren. Sie hatten dazu offenbar Zeit, sodass es momentan möglicherweise ein recht gutes Nahrungsangebot gibt. Feucht genug müsste es nach den Regenfällen der ersten Mai-Dekade auf jeden Fall sein. Wir dürfen gespannt sein, wie viele Jungstörche die kritischen ersten 14 Tage überstehen werden. Erste Beobachtungen des (früh geschlüpften) Storchennachwuchses sollten Ende des Monats möglich sein.

Ungewöhnliche Suche nach Nistmaterial

Diese beiden Fotos von Storchenfreundin A. Hornburg zeigen den Reinshagener Storch, wie er sich bemüht, hoch oben in einem Obstbaum kleine Zweige für den Ausbau seines Horstes abzutrennen - ein sicher nicht alltägliches Bild!
Seit gestern wurden zurückgemeldet: der 1. Storch in Kambs sowie jeweils der zweite in Rukieten und Heiligenhagen.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Das Ende der Storchensaison ist nah

Dieser Jungstorch, den Gunda Vogel am 18. August noch in seinem Fienstorfer Horst fotografierte, gehört wohl zu den letzten, die dieser Tage den gefährlichen Weg in den Süden antreten. Kurz zuvor hatte er sich sogar noch einmal von seinen Eltern füttern lassen. Weitere Sichtungen gab es vorgestern - 21. August - in Parkentin (zwei Altstörche abends auf dem Horst) und gestern in Reinshagen (die beide beringten Jungstörche standen im Nest).
Am vergangenen Samstag, 15. August, haben zwei Beobachter gleich 27 (!) Störche an der Straße zwischen Ziesendorf und Schwaan entdeckt, während dort ein Weizenstoppelfeld umgepflügt wurde. Leider erfuhr ich davon erst einige Tage später, da war die Gemeinschaft in der Gegend nicht mehr aufzuspüren. Die Zusammensetzung dieses Storchentrupps hätte mich in jedem Fall sehr interessiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden auch von uns beringte Jungstörche darunter gewesen sein. Ganz in der Nähe waren innerhalb von wenigen Tagen gleich mehrfach Ansammlungen zwischen acht und 15 Störchen gesichtet worden.
Das Gros der Jung- wie der Altstörche dürfte unsere Region inzwischen ebenfalls verlassen haben. In Rukieten etwa - wo Anwohner genau aufgepasst haben - ist der letzte Storch bereits am 13. August gesehen worden. Der Storchenhof Loburg hat am Freitag von einem der dort besenderten Störche bereits Positionsdaten aus Südpolen erhalten.
Leider gab es im benachbarten Landkreis Nordvorpommern auch noch wieder Unglücksfälle: am Ortsrand von Neuenlübke erlitt ein inzwischen sezierter Altstorch an einer Mittelspannungsleitung einen tödlichen Stromschlag und in Wiepkenhagen ist offenbar ein Altstorch in unmittelbarer Horstnähe Opfer des Straßenverkehrs geworden. Darüber hinaus musste ein Jungstorch aus Kuhlrade mit Flügelverletzungen in den Vogelpark Marlow gebracht werden.

41 Jungstörche beringt

Wie hier in Moitin sind am heutigen Dienstag in der ersten großen Beringungsaktion in unserem Landkreis seit 1988 in 17 Horsten insgesamt 41 Jungstörche beringt worden. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Standorte:

- Albertsdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Broderstorf I: 2 Jungstörche, davon einer deutlich kleiner
- Thulendorf: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Wendfeld: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Niekrenz: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Cammin: 3 Jungstörche, davon zwei sehr kräftig und einer gut entwickelt
- Göldenitz/Dummerstorf: 1 noch recht kleiner Jungstorch (dazu befand sich ein nicht ausgebrütetes Ei im Horst)
- Pankelow: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Groß Potrems I: 1 mittelmäßig großer und ein sehr kleiner Jungstorch (letzterer ist noch ein Sorgenkind)
- Rukieten: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan II: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan I: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Moitin: 2 große, kräftige Jungstörche
- Schmadebeck II: 3 Jungstörche, davon 2 gut entwickelt und einer deutlich kleiner
- Clausdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Stäbelow: 3 gut entwickelte Jungstörche; Anwohner meldeten, dass einer der Altstörche unten rechts beringt ist
- Parkentin: 1 gut entwickelter Jungstorch (zuvor gab es 2 Abwürfe)

An mehreren Standorten wurde die vorher vermutete Anzahl an Jungstörchen erfreulicher Weise übertroffen, der Durchschnittswert liegt bei 2,41 Jungstörchen pro erfolgreichem Brutpaar. Die erlebnisreiche Beringungsaktion, über die wir in den nächsten Tagen noch ausführlicher und vor allem mit vielen Fotos berichten werden, wird am 7. Juli (mit jetzt noch zu kleinen Storchenküken) fortgesetzt.

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