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Schwaan II

Täuschungsmanöver bei den Schwaaner Störchen - nur Eier, keine Küken

So kann man sich täuschen! Nach längerer, intensiver Beobachtung war ich am Wochenende zu der Überzeugung gekommen: im Storchennest Schwaan II sind Küken geschlüpft. Alle Anzeichen sprachen aus meiner Sicht dafür. Heute hat sich dies als Irrtum herausgestellt. Wir hatten uns in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde zu einer Teil-Aushorstung der Küken entschieden und fuhren das Nest mit der Drehleiter der Feuerwehr Dummerstorf an. Beide Altvögel waren vor Ort und vertrieben gerade mit eindeutigen Gebärden einen vorbei kommenden Fremdstorch. Von oben ins Nest geschaut, zeigte sich: es sind lediglich vier Eier und keine Küken. Wie konnte es zu dieser Fehlwahrnehmung kommen? Das Horstpaar hatte trotz der schweren Behinderung des Männchens etwa 32 Tage gebrütet und dabei ein ganz "normales" Brutgeschäft gezeigt. Danach waren zwar keine Küken geschlüpft, aber die beiden Störche veränderten ihr Verhalten. Statt des kurzen Aufstehens und Eierwendens folgte jetzt nach dem Anflug und Wechsel eine intensive Beschäftigung mit dem Nestinhalt, die zumindest von "unten" betrachtet große Ähnlichkeit mit einer Fütterung noch ganz kleiner Küken hatte. Demnach muss sich das Männchen am Samstag, als ich die beiden letzten Videos aufnahm, etwa 15 Minuten lang sehr intensiv mit den Eiern beschäftigt haben. Es kommt vermutlich nicht sehr häufig vor und wird auch selten beobachtet, dass ein über Jahre erfolgreiches Paar plötzlich taube Eier unter sich hat.

Schwaaner Storchenpaar hat Nachwuchs!

Das ist schon eine kleine Sensation! Das Schwaaner Storchenmännchen hat trotz seines großen Handicaps - vor zehn Tagen verlor es sein schon seit März schwer verletztes rechtes Bein - nicht nur für befruchtete Eier gesorgt, sondern füttert jetzt auch die erst wenigen Tage alten Küken. Das hätte ich zu Beginn der Schwaaner Storchentragödie vor 8 Wochen niemals für möglich gehalten. Ein vergleichbarer Fall ist mir bisher nicht bekannt. Die Willensstärke dieses Storchs ist schon sehr beeindruckend!

https://youtu.be/mBVRmOcIgsw
https://youtu.be/XGzRDYRXSco

Beide Videos entstanden heute, 19. Mai, in Schwaan/Tannenberg.

Neues vom Schwaaner Tannenberg

Es gibt Neuigkeiten von unserem Schwaaner Sorgenkind, das eine schwere Verletzung seines rechten Ständers erlitten hat. Das Bein hat sich weiter verfärbt, ist sicher größtenteils bereits nekrotisch. Aber dem Storch geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Er wird in einer Kleingartenanlage gefüttert und ist weiter voll flugfähig. Und trotz seines großen Handicaps beteiligt er sich weiter regelmäßig am Brutgeschäft. Die Hauptlast trägt dabei die Störchin. In etwa zweieinhalb Wochen wissen wir, ob die Eier sogar befruchtet worden sind. Der Überlebenswille ist bewundernswert. Das Paar wird von besorgten Storchenfreunden täglich beobachtet.


Kritzmow. Foto: T. Sandhoff, 29.4.18

Unterdessen sind gestern und heute die jeweils zweiten Störche in Kritzmow, Zarnewanz, Pankelow II und Klingendorf eingetroffen. Auch in Göldemitz ist jetzt wieder regelmäßig ein Storch am Nest zu sehen, der dort aktuell auch übernachtet.

Stockende Rückkehr

Wie schon in anderen Jahren, stockt nach dem Abebben der Hauptwelle seit etwa einer Woche die Rückkehr der übrigen Weißstörche, wobei dies vor allem für den Altkreis DBR und weniger den Nachbarkreis RDG gilt. In den letzten Tagen wurden nur ganz vereinzelt Rückkehrer gemeldet. Dies spiegelt sich übrigens auch ganz gut in den Daten der 13 besenderten Störche aus Nord- und Ostdeutschland wider. Als bisher letzte (und insgesamt elfte) traf die Tansania-Überwintererin "Lilly" am 12. April in Schleswig-Holstein ein. Danach tat sich auch dort eine Lücke auf. Nun sind noch zwei Senderstörche unterwegs, die beide im südlichen Afrikas überwintert hatten. Dort waren die Bedingungen in diesem Jahr deutlich schlechter als weiter nördlich, was vielleicht auch den späten Aufbruch erklären mag. Und der Weg aus Botswana bzw. Simbabwe nach Nordostdeutschland ist natürlich auch viel weiter als der aus dem Sudan. Jedenfalls wurde HL440 heute aus dem Norden Bulgariens gemeldet, während HL437 zurzeit in Israel rastet. Beide werden erst zwischen Anfang und Mitte Mai zurückerwartet. Wir können generell davon ausgehen, dass die Südafrika-Überwinterer größtenteils noch unterwegs sind. Ebenso fehlen bei uns noch die jungen, unerfahrenen Drei- und Vierjährigen. Auch sie treffen üblicherweise erst im letzten April-Drittel sowie im Mai bei uns ein. Jedenfalls konnten bisher weder im Betreuungsgebiet DBR noch im Bereich RDG entsprechende Ringträger festgestellt werden. Apropos Ringträger: im alten Landkreis Bad Doberan trafen bisher 10 von 14 Ringträgern des Vorjahres ein. Zwei ältere und zwei jüngere Ringstörche fehlen noch (in Petschow, Ziesendorf, Klein Schwaß und Albertsdorf). Mit gut 70 Prozent ist die bisherige, vermutlich noch nicht endgültige Quote schon annähernd im Normalbereich.
Unterdessen hat in vielen Nestern die Brut begonnen. Überraschenderweise gehört dazu auch der Standort Schwaan II, wo das Männchen aufgrund einer schweren Beinverletzung gehandicapt ist. Die sehr aufmerksame Beobachterin vor Ort vermeldet, dass ungeachtet dessen das Paar seit dem 13. April brütet. Dabei übernimmt das gesunde Weibchen ganz überwiegend das Brutgeschäft. Ob die Eier tatsächlich befruchtet werden konnten und wie lange das Männchen noch durchhält, bleibt abzuwarten. Dass es einen außerordentlich staken Überlebenswillen besitzt, steht für mich außer Frage. In Rostock-Biestow konnte bisher ein sehr ruhiges Brutgeschäft beobachtet werden. Angriffe der letztjährigen Störchin auf das Nest konnte ich auch in den Webcam-Aufzeichnungen noch nicht feststellen.

Update 23.4.: Heute erhielt ich die Meldung, dass auch die vierjährige Störchin HN066 gesund zurückgekehrt ist. Sie ist nach Hohen Sprenz (GÜ) umgesiedelt. 2017 war sie noch in Albertsdorf bzw. Broderstorf I.

Gleich drei Störche haben "Beinprobleme" - Moitiner Männchen zieht nach Ostvorpommern um

Neben dem Männchen vom Nest Schwaan II, über dessen Schicksal wir schon ausführlich berichtet haben, scheinen noch zwei weitere Störche Probleme mit einem ihrer Ständer zu haben. So wurde sowohl aus Kröpelin als auch aus Hohen Schwarfs berichtet, dass die dortigen Einzelstörche ein Bein nachziehen bzw. es nicht voll belasten. Darin könnte auch ein Grund liegen, dass sich jeweils noch keine Partnerin eingefunden hat. Alle drei Störche sind voll flugfähig, sodass wir zumindest bei den beiden letztgenannten nur hoffen können, dass es keine schwere Verletzung, sondern vielleicht nur eine Prellung ist.
Inzwischen zeigt sich, dass noch an weiteren Nestern Veränderungen stattgefunden haben. Längst nicht alle Störche, die während des "Storchen-Booms" vom 4. bis 8. April bei uns eintrafen, sind auch geblieben. Das gilt neben Detershagen auch für Moitin. Ab und an schaut der Storch, der das Nest zunächst etwas ausgebaut hatte, noch vorbei, es sind aber nur kurze Stippvisiten. Zu vermuten ist, dass er irgendwo in der Umgebung ein anderes Nest besetzt hält. Ein solches Verhalten würde nicht zu einem Storch mit mehrjähriger Horstbindung passen. Und in der Tat ist der Moitiner Storch neu, denn sein beringter Vorgänger DEW 9X427, der 2016 und 2017 den Brutplatz besetzt hielt (und 2015 im Nachbarort Kirch Mulsow war), wurde heute von J. Köhler in Groß Kiesow, südlich von Greifswald, abgelesen. Dort ist er schon seit einigen Tagen mit einer unberingten Störchin verpaart. Eine solche Umsiedlung über eine Distanz von mehr als 100 Kilometern ist eher ungewöhnlich. Auch hier aber gilt: kommt der Horstinhaber des Vorjahres verspätet zurück, könnten die Karten noch einmal neu gemischt werden.


Tierfreunde versorgen das stark gehandicapte, bemitleidenswerte Schwaaner Weißstorchmännchen in einer Kleingartenanlage. Sein Zustand ist unverändert. 14.4.18

Wiedervereinigung in Schwaan - H9835 weiter in Biestow

Am Nest am Schwaaner Tannenberg ist heute die Störchin eingetroffen. Dem Verhalten nach spricht vieles dafür, dass es die vertraute Partnerin des Vorjahres ist. Es gab freudiges Begrüßungsklappern, kein langsames "Herantasten", wie es sonst üblich gewesen wäre. Allerdings hindert die schwere Beinverletzung das beringte Männchen zu "mehr" - und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Ich würde vermuten, dass es noch zu einem Wechsel kommt und er früher oder später von einem anderen (gesunden) Männchen verdrängt wird.
Unterdessen tut unser männlicher Biestower Storch offenbar alles, um seinem neuen Weibchen H9835 zu imponieren. Wie ein Weltmeister schleppt er Nistmaterial heran und polstert das Nest aus. Die beringte Storchendame hat die letzte Nacht tatsächlich mit im Nest verbracht und plant dies offenbar auch für die jetzt beginnende. Tagsüber war sie viel unterwegs, zwischendurch aber auch immer wieder mal am Nest. Es bleibt an beiden Nestern spannend - wir werden berichten!

Unsere ersten Ostzieher sind da

Da bin ich mir ziemlich sicher - bereits gestern sind unsere ersten Ostzieher eingetroffen! Sie müssen zu denjenigen Störchen gehören, die die Karpaten bereits hinter sich gelassen hatten, als der heftige Wintereinbruch erfolgte. Dort wird übrigens auch jetzt noch weiter gerastet. Das zeigen die aktuellen Daten von fünf der besenderten Störche, die sich alle in Ungarn bzw. Südrumänien aufhalten.
Nun zu unseren Störchen: In Niekrenz traf gestern der erste und heute der zweite ein. Dieser Standort ist in den letzten Jahren immer ganz früh mit den ersten Ostziehern besetzt gewesen. Das dürfte jetzt hier auch der Fall sein. Noch sicherer ist der zweite Fall. Am Nest Schwaan II (Tannenberg) traf gestern der erste Storch ein - und zeigte sich kurz darauf mehrfach an ganz vertrauten Stellen. Aus seinem Verhalten geht deutlich hervor, dass es einer der beiden Brutstörche des Vorjahres sein muss. Leider hat dieser Storch ein noch nicht näher geklärtes Problem mit dem rechten Bein. Er belastet es nicht, steht immer nur auf dem linken Bein. Immerhin kann er das verletzte Bein anziehen, sodass das Hüftgelenk wohl nicht ausgekugelt sein dürfte. Es kommt eine schwere Verstauchung in Frage, ebenso natürlich auch eine Fraktur. Da der Storch voll flugfähig ist und sich ernährt, bleibt jetzt nichts anderes übrig als ihn weiter zu beobachten. Sollte sich sein Zustand verschlechtern und er nicht mehr flugfähig sein, würden wir versuchen, ihn einzufangen und in die Tierklinik zu bringen. Noch wissen wir nicht, ob es das Männchen oder das Weibchen ist. Dieses hatte ganz am Ende der letzten Brutsaison ebenfalls Probleme mit dem rechten Ständer, schien sich jedoch noch vor dem Abflug in den Süden erholt zu haben.
Weiterhin gemeldet wurden die jeweils ersten Störche in Forkenbeck/RDG und Altenwillershagen/RDG.

Update 26.3.: Bei dem verletzten Storch am Nest Schwaan II handelt es sich um die - unberingte - Vorjahresstörchin. Das verletzte Bein ist bereits deutlich dunkler als in gesundem Zustand, stellte eine aufmerksame Storchenbeobachterin fest. Damit müssen wir annehmen, dass es sich doch um eine schon alte Verletzung handelt, an der die Störchin vermutlich schon seit letztem Sommer laboriert. Eine kurzfristige Besserung ihres Zustandes ist daher eher nicht zu erwarten, ebenso wenig eine erfolgreiche Beteiligung am Brutgeschäft. Andererseits hat sie die höchst anstrengenden Monate des Zuges unter diesen Voraussetzungen überlebt. Die Perspektive ist nicht günstig...

Seeadler als Feinde des Weißstorchs

Am gestrigen Dienstag haben wir bei besten Witterungsbedingungen drei Jungstörche auf einer großen Wiese nahe Neuhof/Parkentin ausgewildert. Zwei von ihnen waren vor knapp drei Wochen am Rande von Zugtrupps geschwächt aufgegriffen worden (darunter BE76 vom Nest Schwaan II), der dritte war Anfang August zu früh von seinem Horst in Hohen Sprenz/GÜ abgesprungen und dann in einer Sickergrube gelandet, dort aber schnell herausgezogen worden. Wie immer, hat sich der Rostocker Zoo wochenlang vorbildlich um die Pflege gekümmert. So dauerte es auch nur zehn Minuten, bis sich alle drei in die Luft erhoben. Die beiden bereits flugerfahrenen Störche nutzten die vorhandene Thermik zu beeindruckenden Segelflügen, der Hohen Sprenzer zog es vor, nach seinem Jungfernflug erst einmal auf einer anderen Wiese, etwa einen halben Kilometer entfernt, zu landen. Ein solcher gelungener Start in die Freiheit ist eher selten, wir freuten uns sehr darüber. Seit vielen Jahren wildern wir hier aus, vor allem weil es weit und breit keine Stromleitungen oder Windräder, dafür aber viele Wiesen gibt. Auch ein besetztes Weißstorch-Brutrevier ist hier nicht vorhanden. Doch nach einer halben Stunde müssen zwei plötzlich auftauchende adulte Seeadler die drei Jungstörche entdeckt haben. Jedenfalls konnten wir gerade noch erkennen, wie beide bei unseren ausgewilderten Störchen landeten. Von der Landstraße aus beobachteten wir, wie die beiden kräftigeren Jungstörche in Panik abflogen und mit kräftigem Flügelschlag das Weite suchten. Der dritte hatte nicht so viel Glück. Ein ausgewachsener Seeadler hatte ihn attackiert. Es gelang uns nach einem Sprint über Acker und Wiesen, die Greifvögel zu vertreiben und nach einger Zeit auch den noch flugfähigen Jungstorch einzufangen. Wir brachten ihn umgehend in die Tierklinik. Dort wurde jedoch eine tief gehende Verletzung des Brustkorbs und starker Blutverlust festgestellt. Die Tierärzte konnten ihm leider nicht mehr helfen.

#Update 5.9.: Diese Information war falsch - das Leben von BK41 konnte gerettet werden.

So [scheinbar] traurig, wie diese Auswilderung für einen unserer drei Youngster endete, ist es doch kein Einzelfall, dass junge, flugunerfahrene Störche Opfer von Seeadlern werden. In den letzten Jahren gab es allein in meinem Betreuungsgebiet drei ähnliche Fälle, die Dunkelziffer ist sicher nicht gering. Und im Bereich Ludwigslust wurde 2016 gleich eine ganze Hand voll Jungstörche von Seeadlern getötet. Außerdem fand man erst Anfang August einen vierjährigen Senderstorch aus Loburg in Westpolen tot unter einem Seeadlerhorst. Der Bestand des Seeadlers nimmt in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren kontinuierlich zu. Das erfreut jeden Ornithologen sehr. Für junge, unerfahrene Weißstörche ist das dagegen leider keine gute Nachricht. Die Gefahr, Opfer dieses großen Greifvogels zu werden, nimmt zu. So ist die Natur, muss man letztlich feststellen. Und man sollte wissen, dass etwa nur jeder fünfte Jungstorch überhaupt ein brutfähiges Alter erreicht. Hoffen wir, dass die beiden anderen Youngster, die wir gestern ausgewildert haben, dazu gehören. Hoffnung besteht, wie das Beispiel des Jungstorchs HR148 zeigt, den wir 2015 an identischer Stelle auswilderten und der in diesem Jahr - nach Überwinterung in Spanien - bereits als erst zweijähriger Brutvogel aus Schleswig-Holstein zurückgemeldet wurde.

Einer will nicht, einer kann (noch) nicht...


Gestern hatte ich noch berichtet, dass nunmehr alle Biestower Jungstörche abgezogen seien. Das hat sich als Irrtum herausgestellt. Während in der vorletzten Nacht beide Altvögel im Nest standen, übernachtete von Mittwoch auf Donnerstag wieder ein Jungstorch auf dem Horst. Auch am heutigen Abend entdeckte ich ihn dort und konnte seinen Ring (BE94) ablesen.

Die Aufnahmen der Biestower Webcam zeigen, dass sich die Altstörche eigentlich schon von ihm verabschiedet hatten. Jedenfalls standen sie heute Vormittag für eine Stunde gemütlich im Nest, als ihr Sprössling angeflogen kam und in alter Gewohnheit um Futter bettelte. "Nicht mit uns", dachten sich offenbar die beiden Alten und suchten fluchtartig das Weite. Anhand der noch fast vollständig schwarzen Schnabelfarbe würde ich annehmen wollen, dass es sich um den jüngsten der drei Youngster handelt. Dieser wurde auch erst einige Tage nach seinen beiden Geschwistern flügge.

Während der Biestower Jungstorch sich also noch nicht recht abnabeln mag, liegen die Verhältnisse beim Schwaaner Jungstorch BE76 offenbar anders. Er dürfte gestern zu einen Trupp von etwa 23 Störchen gezählt haben, die Hans-Heinrich Zöllick am Ortsrand von Groß Kussewitz beobachtete. Heute erhielt ich nun einen Anruf, genau an gleicher Stelle würden am Straßenrand zwei erschöpft wirkende Jungstörche ruhen. Die Storchenfreunde A. Hornburg und T. Sandhoff nahmen sich der Sache dankenswerterweise unverzüglich an und trafen tatsächlich noch auf einen Jungstorch, der sich leicht einfangen ließ. Offenbar reicht seine Kraft momentan noch nicht für den weiten Zug. Er kommt jetzt noch für ein paar Tage in den Rostocker Zoo, wird dort ein wenig aufgepäppelt und soll dann noch im August zusammen mit einem anderen Jungstorch (aus Hohen Sprenz/GÜ) ausgewildert werden. Zu bedenken ist dabei gewesen, dass BE76 aus einer 4er-Brut stammt und seine Mutter Ende Juli für etwa eine Woche wegen einer Gelenkverletzung als Futterbeschafferin ausgefallen war. Vielleicht ist er zuletzt nicht ausreichend versorgt worden.

Viele frühe Paare haben Nachwuchs


Muntere "Dreierbande" in Schwaan/Tannenberg. 28.5.17

Das in letzter Zeit warme und weitgehend störungsfreie Wetter hat dazu beigetragen, dass in vielen Nestern mit früher Paarbindung jetzt Jungstörche zu erkennen sind. Bei einer kleinen Rundfahrt am heutigen Abend kam ich zu folgenden Erkenntnissen:
- Niendorf: Küken im Nest gesehen
- Benitz: Küken im Nest gesehen
- Schwaan II: 3 kräftige Küken
- Zeez: mindestens 2 Küken, noch sehr klein
- Petschow: Küken im Nest, Fütterung
- Lieblingshof: 2 Küken im Nest gesehen
- Niekrenz: 3 kräftige Küken
- Hohen Schwarfs: wachender Altstorch am Nestrand
Auch aus Berendshagen wurden drei Jungstörche gemeldet.
In Biestow hilft uns die dortige Webcam. Am sehr warmen Samstag stand erstmals der jeweils Wache haltende Altvogel über mehrere Stunden am Nestrand. Gegen 19 Uhr war eindeutig eine Fütterung zu sehen, und auch mindestens ein kleines Köpfchen war zu erkennen. Der Schlupf des oder der ersten Küken war für den 24. Mai berechnet worden. Damit dürfte die Brut jetzt abgeschlossen sein. Wir dürfen die weitere Entwicklung mit Spannung beobachten.
Gestern konnte der letzte bisher noch offene Ringstorch im Altkreis Ribnitz-Damgarten identifiziert werden: Auch in Löbnitz gehört ein 2015 in Schweden beringter Storch zum Brutpaar - SVS 2049 hat sogar schon Nachwuchs im Nest, dem gestern fleißig Schatten gespendet wurde.

Die ersten Ostzieher sind da

Das dürfte jetzt kein Zufall mehr sein: nachdem gestern in Schwaan am Tannenberg der zweite und heute früh in Rostock-Biestow der erste Storch eingetroffen ist, wage ich zu behaupten: die ersten Ostzieher sind da! Für beide Nester, die auch 2016 sehr zeitig besetzt waren, sind es jeweils die frühesten Rückkehrdaten der letzten zehn Jahre. Nun bin ich gespannt, von wo die nächsten Meldungen kommen.


Der frisch eingetroffene Biestower Storch macht sich gleich schon einmal an die Ausbesserung seines Nestes.

Sind die ersten Ostzieher schon zurück? - überraschende Beobachtungen in Schwaan und Kowalz

Diese Neuigkeiten waren erfreulich und überraschend zugleich: in Kowalz und Schwaan II ist gestern bzw. vorgestern jeweils der erste Storch auf dem Horst beobachtet worden. Für beide Nester gilt: sie sind in den letzten zehn Jahren oft früh besetzt worden, aber nie so früh wie jetzt. Ankunftstermine am 17. und 18. März werden in aller Regel Westziehern zugerechnet, Ostzieher sind selten vor dem 23. oder 24. März an ihren norddeutschen Brutplätzen zu erwarten. Und in der letzten Woche waren die Witterungsbedingungen in Ost- und Südosteuropa keineswegs besonders günstig. Die sich momentan dort aufhaltenden besenderten Störche haben nur kleinere Tagesetappen absolviert oder bei Dauerregen sogar gerastet. Es spricht also eigentlich alles dafür, dass die beiden Störche in Kowalz und Schwaan II in Westeuropa überwintert haben und die Auswahl der beiden Nester jetzt "zufällig" erfolgt ist. Aufklärung wird zumindest in einem Fall eine bisher noch nicht erfolgte Ringablesung bringen: der Schwaaner Storch ist rechts oberhalb des Intertarsalgelenks mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieses Merkmal traf in den letzten Jahren auch auf den männlichen Brutstorch dieses Standorts zu. Wenn es tatsächlich DEH HN051 ist, dann ist er zehn Tage früher zurück als im letzten Jahr. Der 27. März war damals schon sein absolut frühestens Rückkehrdatum. Eine Erklärung könnte dann z. B. eine Überwinterung in Israel sein, so wie wir es jetzt gerade beim Loburger Senderstorch "Jonas" beobachtet haben. Es bleibt also erst einmal spannend!
Weniger überraschend sind Rückmeldungen von "traditionellen" Westzieher-Nestern: in Langenhanshagen an der Kirche/RDG traf vor einigen Tagen der Partner von A277 ein und auch in Klockenhagen/RDG ist das Nest - wie im Vorjahr - bereits früh besetzt worden. Ebenso zurück ist die erfahrene Störchin mit dem Ring Helgoland 716T in Brünkendorf/RDG.

Update: Am 21.3. konnte der beringte Schwaaner Storch tatsächlich mit HN051 identifiziert werden - es ist das außerordentlich früh zurückgekehrte Männchen der letzten Jahre.

Schwaaner Storchenmännchen identifiziert

Der beringte Storch am Horst Schwaan II, der als erster überhaupt in unserem Betreuungsgebiet eintraf, konnte inzwischen identifiziert werden. Dankenswerterweise hat eine sehr engagierte Storchenfreundin den Ring abgelesen. Es ist wie im Vorjahr DEH HN051 und damit das Männchen des Brutpaares, das 2015 vier Jungstörche groß zog. Telefonisch und per E-Mail erreichten uns Meldungen von der Rückkehr folgender Störche:
- Rederank, 1. Storch 30.3.
- Petschow, 1. Storch 1.4.
- Liepen, 1. Storch 2.4.
- Grammow, 1.+2. Storch 2.4.
Der Storch in Heiligenhagen war "nur" ein neugieriger Horstbesucher.
Bis Dienstag bestehen weiterhin großräumig sehr gute Zugbedingungen. Störche, die bereits die Südkarpaten überwunden haben, sollten dann große Tagesetappen zurücklegen können. Ich rechne für die kommenden Tage weiterhin mit einer ersten richtigen Welle.
Inzwischen hat der dreijährige Senderstorch "Jonas" Deutschland erreicht. Heute Abend rastete er in Thüringen, nachdem er zuvor innerhalb von zwölf Stunden über 400 Kilometer in nordwestlicher Richtung gezogen war. Man darf sehr gespannt sein, wo er seinen ersten Ansiedlungsversuch startet. Geschlüpft ist er 2013 in einem Nest im Drömling, an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die weiteren ostziehenden Senderstörche befanden sich heute in Südostrumänien, im Libanon, auf der Sinai-Halbinsel und im Sudan.

Die ersten Ostzieher erreichen Deutschland - auch bei uns ist Nr. 1 da

Mit dem vorhergesagten günstigen Südwind sind in Ostdeutschland seit gestern die ersten Ostzieher eingetroffen. Erkennbar ist das z. B. an verschiedenen Webcamnestern in Sachsen und Südbrandenburg (u. a. Vetschau, Otterwisch, Kodersdorf). Die Webcam in Otterwisch bietet in diesem Jahr einen hervorragenden Livestream:
http://www.storchennest-otterwisch.de/index.php/livecam
Dort trafen im Vorjahr beide Störche mit Ostzieher-Daten ein.
Auch der erste Storch im Altkreis Bad Doberan ist da - er erreichte gestern das Nest Schwaan II und war dort auch heute noch zu beobachten (D. Großmann). Er trägt oben rechts einen ELSA-Ring, genau wie das Männchen der beiden vergangenen Jahre. Wegen starker Bekotung war er zwar noch nicht ablesbar, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass es dasselbe Individuum ist. Außerdem wurden zwischen Kirch Mulsow und Moitin sowie in Rostock-Biestow Störche beobachtet, die allerdings wohl als Durchzieher einzustufen sind.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten traf unterdessen der sechste Storch ein - ein unberingter in Forkenbeck.

Einmal West-, einmal Ostroute

In den letzten Tagen erreichten uns wieder einige interessante Fundmeldungen der Beringungszentrale Hiddensee. So wurde einer der vier diesjährigen Jungstörche aus dem Horst Schwaan II Mitte September in Nordrumänien abgelesen. Er wurde krank bzw. geschwächt am Rande der Karpaten in einem Garten aufgefunden. Leider wissen wir nicht, was danach aus ihm geworden ist. Die Ostroute ist für die unerfahrenen Jungstörche immer eine große Herausforderung, der viele nicht gewachsen sind. Nur etwa jeder fünfte schafft es, später das brutfähige Alter zu erreichen. Besser sind die Überlebenschancen auf der Westroute. Viele norddeutsche Störche überwintern am Rande von Madrid, wo sie sich vor allem auf Mülldeponien ernähren. Diesen Weg hat jetzt auch Jungstorch HR148 geschafft, am 25. und 30.9. wurde er dort in Spanien abgelesen. Er war am 6.7. nestjung in Lieblingshof beringt worden. Noch nicht flügge, war er Mitte August zu früh vom Nest abgesprungen und anschließend im Dorf umhergelaufen. Storchenfreundin A. Hornburg brachte ihn in den Rostocker Zoo, wo er knapp zwei Wochen lang gepflegt wurde. Am 26.8. hatten wir ihn dann - zusammen mit vier anderen Jungstörchen - bei Neuhof/Parkentin ausgewildert.

Vorbereitungen auf die Storchensaison


Das Nest Schwaan I - vor und nach der Sanierung, 24.2.2015. Fotos: R. Zöllig

Während die Störche, die auf der Westroute in ihre mitteleuropäischen Brutreviere zurückkehren, zum Teil bereits ihre Nester erreicht haben, dauert es bei den Ostziehern, die bei uns nach wie vor mehr als 95 Prozent aller Störche ausmachen, noch etwa 4 bis 5 Wochen, bis sie hier eintreffen. So hat der erfahrene Loburger Senderstorch "Albert von Lotto" beispielsweise gestern den Golf von Suez überquert, während NABU-Storch "Gustav" schon am Montag kurz vor der Überquerung der ägyptisch-israelischen Grenze stand. Beide Störche trafen 2014 mit der 1. großen Welle der zurückkehrenden Ostzieher am 27. bzw. 28. März ein. Damals gab es allerdings sehr gute Zugbedingungen über der Türkei und Südosteuropa - was wir in diesem Jahr erst noch abwarten müssen.
So ist jetzt noch Zeit für die eine oder andere Sanierung von Weißstorchnestern. Die Stadt Schwaan engagierte sich dankenswerter Weise und ließ am Dienstag nicht nur das hoch aufgetragene und durchaus absturzgefährdete Nest Schwaan I (auf dem ehemaligen Pflegeheim an der John-Brinkman-Straße) bis etwa zur Hälfte abtragen (siehe Fotos oben), sondern sorgte auch dafür, dass durch Baumschnittmaßnahmen die Störche am Horst Schwaan II (Tannenberg) wieder freien Anflug von allen Seiten haben. Unser Partner im Weißstorchschutz, der Energieversorger Edis, wird innerhalb der nächsten 14 Tage das im Herbst abgekippte Nest in Vogtshagen erneuern. Ebenso werden dem Storch in Jörnstorf und in Wesselstorf neue bzw. erneuerte Nisthilfen angeboten. Dort hatte er im letzten Jahr sein Interesse an einer Wiederbesiedlung deutlich gemacht.
Leider mussten die Storchenbetreuer des Landkreises Rostock in letzter Zeit auch Fällen nachgehen, in denen illegalerweise (genutzte!) Storchenhorste entfernt wurden. In einem Fall wurde von der Unteren Naturschutzbehörde ein Bußgeld verhängt und der Verantwortliche zur Neuaufstellung einer Nisthilfe verpflichtet. Weißstörche gehören zu den streng geschützten Vogelarten, deren Brutstätten weder beseitigt noch beschädigt werden dürfen. Auch über die letzte Besetzung hinaus besitzen diese einen Bestandsschutz von 5 Jahren. Auch Umsetzungen sind nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Beratung (und Genehmigung!) zulässig. Die Kontrolle der Niststätten gehört zu den zentralen Aufgaben jedes Storchenbetreuers.

Abzug der Störche ist in vollem Gange - Auswilderung bei Neuhof/Parkentin


Drei von vier bei Neuhof/Parkentin ausgewilderten Störchen. 20.8.14

Nachdem wir mittlerweile in der zweiten August-Hälfte angelangt sind, ist der Abzug der Störche in ihre Winterquartiere in vollem Gange. Von der großen Masse der früh geschlüpften Jungstörche sind die meisten bereits in der ersten August-Dekade auf den langen und gefährlichen Zug gegangen. So verließen die Tessiner Jungstörche ihren Horst am 2. bzw. 6. August, während die Altvögel dort letztmalig am 10. August beobachtet wurden. Am Nest Schwaan II blieben die Altvögel bis zum 11. August, der Nachwuchs machte sich bereits eine Woche zuvor auf den Weg. Dass dieser nicht immer direkt in Richtung Afrika oder Spanien führt, zeigen interessante Ringablesungen des Schwaaner Jungstorchs DEH HN084. Er wurde erstmals am 9. August und dann auch am 19. August in Schadeland nahe der Grenze zu Schleswig-Holstein abgelesen. Dort hat er sich offenbar mit den drei einheimischen Jungstörchen vergesellschaftet. Demgegenüber sind in den letzten Tagen vielerorts noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet worden, deren Eltern erst mit der zweiten Rückkehrerwelle um den 20. April herum eingetroffen waren. Starker Südwestwind hat sie zusätzlich noch zurückgehalten. Und auf dem Horst in Groß Bölkow sind die beiden erst Mitte Juni geschlüpften Jungvögel gerade einmal kurz vor dem Flüggewerden.
Heute wurden nun auch vier Jungstörche in die Freiheit entlassen, die sich zwischenzeitlich in der Obhut des Zoos Rostock befunden hatten. Ihre Schicksale sind dabei ganz unterschiedlich. DEH HN095 war ursprünglich in Grammow aus dem Nest abgeworfen worden, dann im Zoo Rostock aufgepäppelt und in Satow erfolgreich eingehorstet worden. Leider verunglückte das Stiefgeschwister tödlich und HN095 wurde geschwächt in der Nähe des Horstes aufgegriffen. Jetzt unternimmt er einen zweiten Anlauf in die Freiheit. DEH HN865 stammt aus dem Nest Rostock Zoo I - fürsorgliche Tierpfleger hatten ihn vorsorglich aus dem Luchsgehege geholt, ansonsten wäre sein Leben wahrscheinlich sehr kurz gewesen. Jetzt war er der kräftigste der vier ausgewilderten Störche und erhob sich sofort zu einer großen Runde in die Lüfte. Die anderen drei taten es ihm wenig später nach - ein toller Anblick! Dazu zählte auch DEH HN864, der im Alter von 6 bis 7 Wochen in Kuhs/GÜ flugunfähig aus dem Nest gerutscht war. DEH HN866 aus Groß Wokern/GÜ musste dagegen Anfang August mit zahlreichen blutigen Verletzungen aus dem Horst geholt werden, nachdem das Nest und mitten darin der Jungstorch massiv von Fremdstörchen angegriffen worden war.

Bisher 91 Jungstörche im Altkreis Bad Doberan gezählt


Heiligenhagen, 17.7.14

Kurz bevor die meisten unserer Jungstörche in den nächsten Tagen ihre ersten Flugrunden absolvieren werden, können wir jetzt eine Zwischenbilanz zum Bruterfolg ziehen. Danach wachsen nach Stand von gestern 91 Jungstörche bei insgesamt 55 besetzten Nestern im alten Landkreis Bad Doberan heran. Das ist exakt die gleiche Anzahl wie im Vorjahr, nur dass es damals ein Horstpaar mehr war. Im Zehnjahresvergleich ist es mit einem JZa-Wert von 1,65 erneut nur ein leicht überdurchschnittliches Jahr. 41 Paare haben Nachwuchs, 14 dagegen nicht (HPo: 25,5 %). Positiv hat sich ausgewirkt, dass wir von anhaltend kaltem Regenwetter in dieser Brutsaison weitgehend verschont blieben. Negativ schlug dagegen eine längere Phase anhaltender Trockenheit Ende Mai/Anfang Juni zu Buche. Einzig das Paar in Volkenshagen bringt in diesem Jahr vier Jungstörche zum Ausfliegen, 13 Mal sind 3 Junge in den Nestern, 21 Mal sind es 2 Küken und sechs Mal wurde ein "Einzelkind" festgestellt. Eingerechnet sind dabei die drei Einhorstungen in Satow, Reinshagen und Rukieten I. Ein Jungstorch ist bereits tot - in Lieblingshof wurde HN072 heute in der Nähe einer Hauswand aufgefunden, wahrscheinliche Ursache ist eine Kollision. Wie gefährlich die ersten Flugversuche sind, zeigte sich auch am Nest Schwaan II, wo einer der Jungstörche mit einer nicht unerheblichen Beinverletzung (Verstauchung/Zerrung?) ins Nest zurückkehrte. Hier kann erst einmal nur gehofft werden, dass er sich dort erholt. Die Altvögel versorgen ihn auf jeden Fall weiter im Nest. Ein Eingreifen mit dem Ziel des Einfangens wäre viel zu gefährlich, der Jungstorch könnte in Panik vom Nest springen. Aus Kuhs/GÜ musste ich gestern Abend einen erst rund 6-7 Wochen alten Jungstorch in die Tierklinik nach Rostock bringen - der noch flugunfähige Jungstorch ist unter ungeklärten Umständen aus dem Nest gefallen. Äußere Verletzungen waren zunächst nicht erkennbar, es muss aber die weitere Entwicklung abgewartet werden.
Erfreulicherweise sind auch die Jungstörche aus den Spätbruten in Rosenhagen (1 Küken) und Groß Bölkow (2 Küken) auf einem guten Weg. Die endgültigen Nachwuchszahlen stehen erst etwa Mitte August fest, wenn auch die letzten Jungstörche flügge sind.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten sind bisher bei 41 Horstpaaren (28 x mit und 13 x ohne Bruterfolg) 60 Jungstörche gezählt worden - auch das ist allerdings erst eine vorläufige Zahl.

Neu Thulendorfer Witwer hat neue Partnerin

Am 27. Mai verunglückte das Weibchen vom Nest in Neu Thulendorf tödlich auf der B 110. Dadurch war leider auch die kurz vor dem Abschluss stehende Brut beendet. Heute erfuhr ich von aufmerksamen Anwohnern, dass der (beringte) Witwer nicht lange allein gewesen ist. Schon seit dem 2. Juni ist wieder eine Partnerin mit im Nest und es wurde auch schon fleißig Storchenhochzeit gefeiert - manchmal geht so etwas auch bei Störchen recht schnell. Für ein Nachgelege ist es jetzt allerdings deutlich zu spät. Anders in Benitz - hier kam es am 19. April zu einem Wechsel des Männchens und zum Abwurf von mindestens zwei Eiern. Das beringte Weibchen DEW 5X443 tätigte mit neuem Partner ein zweites Gelege, aus dem um den 25. Mai mindestens ein Küken geschlüpft ist. Im Nest Schwaan II sieht es weiterhin sehr gut aus - der aus dem Rostocker Zoo zurückgekehrte Altvogel beteiligt sich weiterhin fleißig an der Versorgung der beiden Jungstörche, berichteten die Anwohner.
Weniger erfreulich waren zwei andere Beobachtungen der letzten Tage: in Detershagen gab es einen Totalverlust der Brut. Am 1. Juni wurde dort ein Küken im Alter von knapp drei Wochen tot unter dem Nest gefunden. Seitdem wird dort nicht mehr gefüttert und beide Altstörche sind gemeinsam auf Nahrungssuche bzw. verteidigen auch noch den Horst gegen andere Interessenten (so wie auf dem folgenden Foto vom Pfingstsamstag).

In diesem Fall tippe ich auf eine (unbekannte) Krankheit, denn das Küken wirkte keinesfalls unterernährt. Gar keine Küken wird es dagegen in diesem Jahr in Ziesendorf geben. Hier wirkt die Störchin DEH HC981 an der Brut mit, die nun schon an die 7 Wochen durchgehalten wird. Sie war schon 2011 in Bröbberow an einer überlangen Brut ohne Erfolg beteiligt, und auch 2013 schlüpften in Bröbberow nach der Brut keine Küken. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Störchin, die 2010 für einige Wochen im Zoo Rostock aufgepäppelt wurde, unfruchtbar ist.
Schließlich berichtete uns eine sehr aufmerksame Ornithologin aus Thelkow, dass es dort am Nest offenbar ein reges Wechselspiel gegeben hat - leider ohne Happy End. War dort zunächst ab Ostern ein aus zwei unberingten Störchen bestehendes Paar beobachtet worden, muss irgendwann danach ein Wechsel stattgefunden haben, bei dem eine oben links beringte Störchin den Platz eingenommen hatte (2013 war dort die oben links beringte Störchin DEW 4X700 erfolgreiche Brutstörchin!). Offenbar begann diese zweite Paarkonstellation dann auch eine Brut, die allerdings schon nach 10 bis 14 Tagen wieder aufgegeben wurde. Heute nun befinden sich wieder zwei unberingte Störche im Horst...

Schwaaner Storchenfamilie wieder vereint

Am Horst Schwaan II hat sich inzwischen eine positive Wendung ergeben. Der vor einer Woche flugunfähig aufgefundene und zur Pflege in den Zoo Rostock gebrachte Brutstorch ist wieder zurück! Zunächst war er innerhalb des Rostocker Zoos aus einer Voliere in ein Freigehege (Stelzvogelwiese) umgesiedelt worden. Dort blieb er - inzwischen auch mit einem ELSA-Ring versehen - offenbar bis Freitag. Dann muss er sich praktisch selbst ausgewildert und den Weg an sein Nest nach Schwaan gefunden haben. Jedenfalls wurde gestern Abend erstmals nach sechs Tagen wieder ein zweiter Altstorch am Nest gesehen. Heute erfolgte nun bei einer Ablösung die eindeutige Identifikation über die Ringnummer - vielen Dank der aufmerksamen Beobachterin und Storchenfreundin, die sich auch vorher schon sehr um die Schwaaner Störche verdient gemacht hatte, indem sie Fisch zur Auslage für die Störche organisierte (hier waren allerdings die Katzen der Umgebung offenbar etwas schneller als der Storch, für den das Angebot eigentlich gedacht war). Der im Zoo beringte Storch DEH HN051 fütterte wieder seine Jungen. Damit scheint der Kreislauf glücklich geschlossen. Hoffen wir, dass die beiden Küken weiter gut heranwachsen und auch der verletzt gewesene Altstorch voll gesundet.

Beide Küken im Schwaaner Horst agil

Schwaan II, 4.6.14

Unsere größten Sorgenkinder sind zurzeit die beiden Küken vom Horst Schwaan II. Seit wir am Samstag einen flugunfähigen, weil am Flügel verletzten Brutstorch von diesem Nest in die Rostocker Tierklinik bringen mussten, sind sie auf die alleinige Versorgung durch den 2. Altstorch angewiesen. Dieser scheint seine Aufgabe bisher ganz gut bewältigen zu können. Jedenfalls machten beide Jungstörche heute einen recht agilen und auch gut genährten Eindruck. Mit jetzt vier Wochen sind sie in ein Alter gekommen, in dem man riskieren kann, auf eine Aushorstung zu verzichten. Zwei weitere Argumente sprechen dafür: a) morgen und übermorgen soll es nun endlich wieder regnen und b) können wir darauf hoffen, dass der zurzeit verletzte Altstorch in 10 bis 14 Tagen wieder gesund und "einsatzfähig" in die Freiheit entlassen werden kann. Hinzu kommt eine ausgesprochen große Anteilnahme durch Anwohner und andere Storchenfreunde aus Schwaan. So gibt es über die kontinuierliche Beobachtung des Nestes hinaus zurzeit auch konkrete Pläne, wie man den am Horst verbliebenen Altstorch durch Zufütterung mit frischem Fisch bei seiner Aufgabe unterstützen kann. Hoffen wir, dass es gut geht!

Zwei Rettungseinsätze an einem Tag...

Die gute Nachricht zuerst: inzwischen steht fest, dass in allen 31 Weißstorchnestern meines Betreuungsgebietes DBR/HRO, die früh, das heißt bis zum 5. April, mit einem Horstpaar besetzt waren, Jungstörche geschlüpft sind. Nach jetzigem Stand gibt es hier bisher auch noch keine Totalausfälle. Gleichwohl nimmt die Anzahl der abgeworfenen Jungstörche nach fast 14 Tagen ohne Regen zu. Die Trockenheit führt bereits zu spürbarem Nahrungsmangel. In einem Fall kamen wir heute noch rechtzeitig - in Liepen piepste es deutlich vernehmlich unter dem Nest aus einem dichten Gestrüpp. Es fand sich ein etwa 14 Tage alter Jungstorch, der zwar recht schwach, aber äußerlich unverletzt wirkte. Die Rettung kam für ihn wohl gerade noch rechtzeitig - keine 20 Meter entfernt pirschte sich schon eine Katze heran. Im Eiltempo brachten wir ihn in den Rostocker Zoo, dort kam er erst einmal unter die Wärmelampe. Wenn alles gut geht, wird er in 14 Tagen - dann gut aufgepäppelt - in ein anderes Nest eingehorstet. Seinem Grammower "Schicksalsgenossen" (Fundküken vom 24.5.) geht es übrigens im Zoo Rostock sehr gut. Wir konnten uns vor Ort davon überzeugen. Nebenan steht dort ein Altstorch aus Mamerow/Altkreis Güstrow, auf den mit Blei geschossen worden war. Trotz einer - zum Glück glatten, unkomplizierten - Flügelfraktur - hat er mittelfristig offenbar gute Aussichten auf eine vollständige Genesung.
Diese Hoffnung machen wir uns auch bei einem Altstorch vom Horst Schwaan II. Der Brutvogel hat sich heute offenbar eine leichtere Verletzung (Prellung?) am rechten Flügel zugezogen und konnte über mehrere Stunden nicht mehr auffliegen, war in einem Kleingartenbereich nur noch als Fußgänger unterwegs. Wir fingen ihn ein und brachten ihn am Abend in die Tierklinik Rostock. Von den Heilungsaussichten ist abhängig, wie wir mit den beiden im Nest befindlichen Jungstörchen umgehen werden. Morgen wissen wir mehr, werden dann entscheiden, ob eine Aushorstung erforderlich wird - auf jeden Fall eine schwierige Frage.

Auswilderung von 5 Jungstörchen - Seeadler reißt Biestower Jungstorch


Jürgenshagen, 12.8.13

Am heutiogen Montag war es wieder so weit: fünf von acht im Zoo Rostock nach Notfällen (Unfällen oder Schwächung) aufgezogene Jungstörche wurden bei Jürgenshagen ausgewildert. Nicht dabei war der Ende Juli aus Kowalz eingelieferte Jungstorch, bei dem eine größere Anzahl unvollständig entwickelter Handschwingen am linken Flügel festgestellt wurde.


Nicht ausgereifte Handschwingen bei einem Jungstorch aus Kowalz.

In die Freiheit entlassen wurden dagegen zwei Youngster aus Bandelstorf sowie je einer aus den Nestern Schwaan II, Göldenitz und Rostock Zoo II. Drei flogen sofort auf und davon, drehten ihre ersten großen Runden. Die beiden übrigen trafen an der Auswilderungsstelle zunächst auf einen Altstorch vom Nest Jürgenshagen I, der versuchte, sie aufzuscheuchen, was allerdings nicht nachhaltig gelang. Kurz darauf gesellten sich noch die beiden Jürgenshäger Jungstörche zu dem Duo. Es sieht also so aus, dass die freigelassenen Jungstörche hier sofort Anschluss an Artgenossen finden. Die weitläufigen Wiesen zwischen Jürgenshagen und Wokrent bieten hierfür sehr gute Voraussetzungen.
Unterdessen reißen die Unglücksfälle nicht ab: bereits am vergangenen Freitag verendete der Thulendorfer Jungstorch DEH HL918 an dem Endmast einer Mittelspannungsleitung mitten im Ort. Wir werden demnächst prüfen, wie es hier trotz Sicherung zu diesem Unglücksfall kommen konnte. Und in Biestow wurde heute einer der beiden Jungstörche Opfer eines Seeadlers, wie Augenzeugen beobachteten. Auf dem Rapsstoppel fanden sich am Abend nur noch knöcherne Überreste sowie viele gerupfte Federn. Bereits am Wochenende waren auf einem nahen Hühnerhof zwei Hennen geschlagen worden, berichteten Anwohner. Da Biestow am Ortsrand der Großstadt Rostock liegt, ist es schon sehr erstaunlich, wie nah sich Seeadler inzwischen an menschliche Siedlungen herantrauen. Der nächste Horst ist rund 10 Kilometer Luftlinie entfernt. Im vorletzten Jahr wurde auch einer der Jungstörche vom Horst Schmadebeck I Opfer eines dieser großen Greifvögel.

Schwaaner Jungstorch entkräftet in Tierklinik gebracht

Die extreme, anhaltende Trockenheit fällt in unserer Region jetzt zusammen mit den ersten Flugversuchen der Jungstörche. Einer von ihnen schaffte es heute am Nest Schwaan II nicht mehr hoch ins Nest. Völlig entkräftet ließ er sich in einem Garten nieder. Anwohner informierten die Untere Naturschutzbehörde, und Storchenfreundin A. Hornburg übernahm es dankenswerter Weise, den Jungstorch in die Rostocker Tierklinik zu bringen. Wie es aussieht, hat er gute Chancen, nach zwischenzeitlicher Versorgung im Zoo Rostock demnächst wieder ausgewildert zu werden. Wer den Störchen jetzt Gutes tun möchte, sollte ihnen vor allem in Horstnähe Wasserquellen zugänglich machen (z. B. in einer großen Schüssel).
Der Jungstorch, der am 13. Juli mit einer schweren Beinverletzung (offene Fraktur des Unterschenkels) unterhalb des Nestes in Nienhagen aufgefunden wurde, hat es leider nicht geschafft.

Zugstau in Osteuropa


Horstpaar in Kröpelin, am 27.3. eingetroffen. Die Störche machten einen sehr entspannten Eindruck, scheinen sich "zu Hause" zu fühlen. Foto: B. Becker

Neben dem bereits gemeldeten Storchenpaar in Kröpelin und dem Einzelstorch in Reinshagen erreichte mich inzwischen noch jeweils ein Anruf aus Bandelstorf und vom Horst Schwaan II, wo jeweils der erste Storch eingetroffen ist. Alle fünf Meldungen stammen vom 27. März. Ich gehe davon aus, dass sie zusammen mit dem Loburger Senderstorch "Albert von Lotto" zur ersten Gruppe früh zurückgekehrter Ostzieher gehören. Sie haben offensichtlich die Anfang der Woche noch passablen Zugbedingungen in der Slowakei, in Polen und in Ostdeutschland genutzt, um an ihre Brutplätze zu gelangen. Seitdem gab es in größeren Teilen Osteuropas massive Schneefälle und insgesamt sehr schlechte Zugbedingungen. Dementsprechend blieben auch die beiden NABU-Senderstörche "Michael" und "Gustav" bis zum 27. März nahezu unverändert in Rumänien. Es sieht so aus, als ob zahlreiche ostziehende Störche momentan in einem Zugstau in Osteuropa feststecken und dort auf besseres Wetter warten. Wann sie aufbrechen werden, ist vorrangig von den dortigen Witterungsverhältnissen abhängig. In den nächsten Tagen ist mit keiner durchgreifenden Milderung und Wetterbesserung zu rechnen. Ich rechne daher eher damit, dass wir noch einige Tage auf den ersten richtig großen Schwung Ostzieher werden warten müssen. Bei uns liegt zwar weiterhin verbreitet eine Altschneedecke, doch gibt es inzwischen etliche Lücken und Freistellen. Jetzt eintreffende Störche sollten in der Regel in der Lage sein, selbstständig genügend Nahrungstiere zu finden.
Die Langenhanshäger Brutstörchin A 277 war zuletzt wieder einige Tage in Greifswald, bevor sie heute dann in Anklam auftauchte und dort auch von J. Krüger (Storchenhof Papendorf) abgelesen werden konnte.

Biestower Störche haben wieder zwei Junge


Unsere Biestower Störche haben wieder zwei Junge. Foto: B. Becker, 7.6.12

Inzwischen sind die vergleichsweise früh geschlüpften Jungstörche so groß, dass man ihre Anzahl bei günstigen Bedingungen (z. B. Fütterungen) recht gut zählen kann. So sind wir ziemlich sicher, dass das Biestower Storchenpaar bei uns vor der Haustür wieder zwei Junge groß zieht. Das war in fünf der letzten sechs Jahre so, nur 2010 wurden gleich vier Jungstörche flügge. Am Nest Schwaan II konnten gestern Abend drei knapp drei Wochen alte Küken beobachtet werden - ein viertes lag leider tot unter dem Nest. An diesem Horst wäre es das sechste Jahr in Folge, dass drei Jungstörche groß werden. Auch in Fienstorf sind mit ziemlicher Sicherheit drei recht gleichmäßig entwickelte Küken im Nest. In Wendfeld beobachten die Anwohner dagegen nur noch zwei Jungvögel, der dritte war deutlich kleiner und ist am Wochenende tot unter dem Nest gefunden worden. Ein weiteres Wendfelder Küken verendete bereits um Pfingsten herum. Hinzu kam noch ein Eiverlust bei einem Horstkampf zu Beginn der Brutzeit.
Am Wochenende werden wir den meisten Brutpaaren in unserem Betreuungsgebiet einen Besuch abstatten. Anschließend kann ich sicherlich wesentlich ausführlicher und detaillierter über den sich abzeichnenden Storchennachwuchs berichten.
Interessante Neuigkeiten gibt es von zwei Ringstörchen: DEH H8079, beringt 2008 in Wiepkenhagen/RDG, brütet in diesem Jahr erstmals in Nienhagen bei Stralsund. Und im Vogelpark Marlow, in dem es in diesem Jahr gleich fünf frei fliegende Storchenpaare gibt (nur zwei oder drei haben Nachwuchs), wurde erstmals nach 16 Jahren der 1996 im Rostocker Zoo (Wildstorchhorst Eisbärenburg) beringte Storch mit dem schmalen Metallring Hiddensee BA002753 abgelesen. Es ist wahrscheinlich, dass er einer der Brutvögel an diesen Nestern ist, eine genaue Zuordnung gelang jedoch noch nicht.

Jetzt kommen sie!

In der Abenddämmerung in Kritzmow entdeckt: der 1. Storch ist eingetroffen, Foto: B. Becker

Erstmals in diesem Jahr gab es heute einen vergleichsweise starken Einflug von zurückkehrenden Weißstörchen. Das gute Wetter in unserer Region wird dazu beigetragen haben. Es erreichten uns Nachrichten aus:
- Reinshagen, 1. Storch 4.4.
- Schwaan II, 2. Storch 4.4.
- Schmadebeck II, 2. Storch 5.4.
- Vogtshagen, 1. Storch 5.4.
- Kritzmow, 1. Storch 5.4.
- Biestow, 1. Storch 5.4.
- Berendshagen, 1. Storch 5.4.
- Hof Tatschow, 1. Storch 5.4.
- Liepen, 1. Storch 5.4.
- Parkentin, 1. Storch 5.4.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden heute beobachtet: Ehmkenhagen: zwei Störche; Kloster Wulfshagen, Gresenhorst: je ein Storch.
Vielen Dank allen Beobachtern und Meldern!
Erfreulich ist auch, dass sich die Wetterlage voraussichtlich nach Ostern umstellt und dann in Mitteleuropa eine südliche bis südwestliche Luftströmung vorherrschen wird.

Ostzieher weiter im Zugstau

Unsere ostziehenden Störche lassen weiter auf sich warten - mit großer Wahrscheinlichkeit sind es auch zuletzt die ungünstigen Witterungsverhältnisse in Osteuropa (vor allem Polen, Slowakei, West-Ukraine und Rumänien) gewesen, die sie aufhalten. Exemplarisch lässt sich das am Beispiel des Loburger Senderstorchs "Albert von Lotto" zeigen. Der Storchenhof Loburg hat seine Zugbewegungen bis zum gestrigen Sonntag, 16.00 Uhr, veröffentlicht. Danach hatte Albert am 27. März im Nordwesten Rumäniens mehr oder weniger einen Ruhetag eingelegt, war dann am 28. März über die Ukraine in die Slowakei hinein knapp 160 Kilometer vorangekommen. In den folgenden drei Tagen waren es in etwa 48, 68 und 63 Kilometer. Am Sonntagnachmittag hatte er endlich die Karpaten hinter sich gelassen und stand bei Krakau. Üblich wären jetzt Tagesetappen von 200 bis 300 Kilometern. Etwa 600 Kilometer trennten ihn gestern gegen 16 Uhr noch von seinem Horst in Loburg (Sachsen-Anhalt).
Dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, dass bei uns gerade einmal ein weiterer Storch zurückgemeldet wurde (heute vom Nest Schwaan II). In Papendorf (UER) hat heute ein zweijähriger Storch mit Helgoland-Ring (beringt 2010 in Hessen) die Gelegenheit genutzt und den bereits seit drei Tagen von einem unberingten Storch besetzten Brutplatz (mit Webcam) angeflogen. Mal sehen, wie lange er sich dort behaupten kann, sollte der vorjährige männliche Storch eintreffen.
Immerhin sagen die Wetterprognosen für die nächsten zwei bis drei Tage bessere Zugbedingungen in Südpolen und Ostdeutschland voraus (bevor es danach erneut zu einer Winddrehung in Richtung Nordwest kommen dürfte). Mal sehen, wer die Gunst der Stunde jetzt nutzt!

Weitere Jungstörche sind geschlüpft


Etwa zwei Wochen alt dürften diese beiden Storchenküken in Biestow sein.

In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen Storchenhorsten weitere Jungstörche geschlüpft. So lange sie noch sehr klein sind, kann man sie aus der "Froschperspektive" nur schwer erkennen. Doch mit jedem Tag wachsen sie und recken die Hälse immer mehr. Mit einigem Vorbehalt können wir einige Zahlen mitteilen, die sich aber noch sehr verändern können, nach oben wie nach unten. In folgenden Nestern - von denen wir es schon wissen - war die Brut erfolgreich: Biestow Dorf (2 juv.), Clausdorf (mind. 1 juv.), Hohen Schwarfs (mind. 1 juv.), Kröpelin (3 juv.), Schmadebeck I (2 juv.), Schmadebeck II (3 juv.), Schwaan II (3 juv.). In anderen Nestern wird sich das Brutgeschäft dagegen teilweise noch bis in die zweite Juni-Hälfte hineinziehen.
Seit Mitte Mai hat die Witterung in unserer Region gut mitgespielt, es war häufig sonnig, hat dennoch zwischendurch immer wieder geregnet und die Temperaturen waren nicht zu niedrig. Es sind uns bisher keine weiteren Abwürfe gemeldet worden, aber vieles spielt sich auch im Verborgenen ab.
Keinen Storchennachwuchs wird es leider in Hohen Luckow geben. Hier standen die Altstörche heute beide relativ beschäftigungslos im Horst, waren vor ein paar Tagen auch gemeinsam auf Nahrungssuche gesehen worden. Die Gründe für den Brutabbruch sind bisher nicht bekannt. Vielleicht haben auch hier Horstkämpfe eine Rolle gespielt. Demgegenüber ist das Nest in Wohrenstorf seit dem Wochenende von einem Paar besetzt. Im Vorjahr hatten sich hier nach mehrjähriger Pause zwischen Juni und August zwei Störche aufgehalten. Auch 2011 wird es leider zu keiner Brut mehr kommen. Das gilt auch für Griebnitz, wo mittlerweile ein zweiter Storch feste Horstbindung gefunden zu haben scheint.

Drei Jungstörche in Bröbberow

In diesem Jahrhundert sind in Bröbberow maximal zwei Junge pro Storchensaison groß geworden - in diesem Jahr sind es momentan drei, Anwohner glauben sogar, einen vierten Jungstorch gesehen zu haben!
Im Amt Schwaan gibt es nun außerdem Nachwuchs in den Horsten Schwaan I (3 Junge), Schwaan II und Benitz (Anzahl hier noch unbekannt). In Hof Tatschow ist in der kommenden Woche mit Nachwuchs zu rechnen, heute wurde hier noch gebrütet.

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