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Ringstorch

Vier Ringstörche in Israel abgelesen

Auch in diesem Jahr ist es Helmut Eggers, Landeskoordinator für den Weißstorchschutz in Mecklenburg-Vorpommern, Ende August/Anfang September gelungen, während seines Israel-Urlaubs zahlreiche Ringablesungen bei rastenden Weißstörchen vorzunehmen. Darunter befanden sich auch ein Alt- und zwei diesjährige Jungstörche aus unserem Betreuungsgebiet sowie ein weiterer Storch, der 2010 in Jürgenshagen (Landkreis Güstrow) beringt worden war. Im Einzelnen konnten abgelesen werden:

- HE 662, beringt 23.6.2011 in Forkenbeck (RDG), abgelesen 27.8. und 28.8.2011 in Tirad Zevi (Fischteiche) in einem Trupp von 1.300 Störchen
- HE 672, beringt 23.6.2011 in Brünkendorf (RDG), abgelesen 4.9.2011 in Maoz Hayyim (Fischteiche) in einem Trupp von 4.000 Störchen
- HC 830, beringt 22.6.2010 in Jürgenshagen (GÜ), abgelesen 4.9.2011 in Maoz Hayyim (Fischteiche) in einem Trupp von 6.000 Störchen
- H 1583, beringt 27.6.2003 in Parchtitz (RÜG), 2009-2011 Brutstorch in Tessin (DBR), abgelesen 4.9.2011 in Maoz Hayyim (Fischteiche) in einem Trupp von 6.000 Störchen

Weiterhin erreichte uns die Nachricht, dass die Langenhanshäger Brutstörchin DFR A 277 wieder ein gutes Stück nach Norden gezogen ist. In den ersten Oktobertagen wurde sie nördlich des Harzes, schon in Niedersachsen, abgelesen. Hier ist die Störchin auch in früheren Jahren schon einmal gewesen, sie kennt sich also dort aus.

Rostocker Jungstorch von 2007 in Lübben abgelesen

Fotos (2): S. Herold, Lübben

In den letzten Tagen erreichte uns eine sehr interessante Information der Beringungszentrale Hiddensee. In Lübben/Spreewald wurde am 17. August auf einer neu aufgestellten Nisthilfe – zusammen mit einem zweiten Storch – der Ringstorch DEH H 5530 abgelesen. Dieser Storch wurde am 21. Juni 2007 nestjung als einer von vier Jungstörchen des wild lebenden Storchenpaares auf der Bärenburg des Rostocker Zoos beringt. Inzwischen vierjährig gelang nun erstmals eine Ablesung – 272 Kilometer von seinem Geburtsnest entfernt. In diesem Jahr hat er oder sie noch nicht gebrütet, vielleicht wird es im kommenden Jahr etwas.
Der eine oder andere Leser mag es schon bemerkt haben – seit kurzem haben wir eine neue Rubrik "Unsere Ringstörche". Hier sind alle Daten zu beringten (Alt-)Störchen mit dauerhafter Horstbindung zusammengetragen, die seit 2007 im Landkreis Bad Doberan, in der Hansestadt Rostock und im Altkreis Ribnitz-Damgarten abgelesen worden sind. In der zurück liegenden Storchensaison 2011 waren es insgesamt 15, zehn im Landkreis Bad Doberan und fünf im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Demnächst werden hier auch diejenigen Störche zu finden sein, die hier beringt wurden, sich jedoch außerhalb unseres Betreuungsgebietes niedergelassen haben.
Nach der jüngsten Kreisreform vom 4. September 2011 gehört der bisherige Landkreis Bad Doberan übrigens zusammen mit dem ehemaligen Landkreis Güstrow zum neuen Landkreis Rostock, während der Altkreis Ribnitz-Damgarten Bestandteil des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen geworden ist.
In der vergangenen Woche sind im Raum Parkentin / Elmenhorst / Rethwisch noch einzelne Störche gesehen worden. Die bisher letzten Beobachtungen (je zwei Weißstörche) stammen vom 20. und 21. September aus der Conventer Niederung.

Ringstörchin A 277 hat ihr Winterquartier erreicht

Heute erreichte uns die Nachricht, dass die Langenhanshäger Brutstörchin DFR A 277 (dieses Jahr mit vierfachem Bruterfolg) vermutlich am 6. September in ihrem alljährlichen Überwinterungsgebiet in Thüringen eingetroffen ist. Noch soll sie sich nachts auf dem Dach eines Wohnhauses in Auleben aufhalten, doch ist zu vermuten, dass sie bald wieder - quasi als Untermieterin - das Nest der Görsbacher Störche nutzen wird. Dort wurden in diesem Sommer drei Jungstörche flügge, die inzwischen in den Süden abgezogen sind. Eventuell ist A 277 demnächst noch live im Internet zu sehen, denn am Görsbacher Storchennest steht eine Webcam.

##Aktualisierung: Am frühen Morgen des 13.9. ist per Webcam ein oben rechts beringter Storch auf dem Görsbacher Nest zu sehen, vermutlich DFR A 277.

Der Storch in Rethwisch ist nach dem 5. September nicht mehr gesehen worden. Wahrscheinlich ist er mit den letzten Altstörchen, die dieses Jahr ungewöhnlich lange blieben (z. B. auch in Biestow bis zum 6. September), in sein Winterquartier aufgebrochen. Weitere Letztbeobachtungsdaten liegen uns aus Kirch Mulsow (24.8./30.8.) und vom Horst Broderstorf I (29.8./29.8.) vor.
Unterdessen haben etliche der diesjährigen Senderstörche, die auf der Südostroute fliegen, bereits ihre erste längere Raststation erreicht. Offensichtlich zieht es sie in diesem Jahr stärker als im Vorjahr in den Sudan statt in den Tschad. Ein Jungstorch aus Loburg hat einen recht ungewöhnlichen Kurs eingeschlagen - er zieht zurzeit entlang der Südküste der arabischen Halbinsel, Kurs Nordost.

Jetzt 56 Störche bei Jürgenshagen

Der Trupp Störche, der sich seit etwa zehn bis 14 Tagen bei Jürgenshagen sammelt, ist immer noch an der großen Überschwemmungsstelle und er ist noch einmal größer geworden. Heute zählte Hans Zöllick dort nicht weniger als 56 Störche, gestern Abend kam ich auf mindestens 52. Zum Großteil waren es Jungstörche. Sie sind alle flugfähig und finden reichlich Nahrung. Neben vier beringten Störchen, die wir am 9. August ausgewildert hatten, konnte ich HE 648 ablesen, diesjähriger Jungstorch aus Stäbelow. Außerdem befindet sich ein oben rechts beringter Altstorch im Trupp, er trägt einen Ring der Beringungszentrale Helgoland, 5 X ..2 war klar zu erkennen, der Rest leider nicht eindeutig.
Aus Hohen Schwarfs sandte uns Familie Kökow ein Foto von gestern Abend - da hatten sich je vier Störche auf Hausdach und Nest versammelt:

Traurige Neuigkeiten gibt es vom Horst Schwaan I: erst jetzt haben wir erfahren, dass die beiden am 11. Juli beringten Jungstörche, geschlüpft erst um den 25. Juni, bereits Anfang des Monats im Nest verendet sind. Ich bin sicher, dass die wiederholten Starkregenfälle im Juli hier die entscheidende Rolle gespielt haben. Dagegen hat es der lange Zeit auch sehr zurückgebliebene Jungstorch in Niekrenz geschafft, jetzt flügge zu werden.

44 Störche in einem Trupp

Am gestrigen Montag konnten wir unweit von Dummerstorf direkt an der A 20 einen Trupp mit 44 (!) nahrungssuchenden Störchen, sehr wahrscheinlich alles nicht-brütende Vögel, beobachten. Um diese Jahreszeit sind Ansammlungen dieser Größenordnung in Mecklenburg-Vorpommern sehr selten. Es dürfte sich einerseits um noch junge, nicht brutreife Störche handeln, andererseits dürften auch etliche Störche vertreten sein, die bei Kämpfen um Storchennester unterlegen waren. In jedem Fall bilden sie eine Brutreserve für die kommenden Jahre. Mindestens zwei der Störche waren oben rechts mit einem ELSA-Ring beringt. Ablesungen gelangen leider nicht. Nach einiger Zeit brach der Trupp geschlossen auf, schraubte sich in der Thermik hoch und zog dann nach Norden weiter. (Foto: B. Becker)
Aus Kambs wurde uns von aufmerksamen Anwohnern ein polnischer Ringstorch (Männchen) gemeldet. POLAND VN 4409 ist dort erst seit wenigen Tagen zusammen mit einem weiteren Storch am Horst.
In Thulendorf ist ebenfalls gestern ein Jungstorch abgeworfen worden. Er hat den Sturz zunächst überlebt und wurde dann in die Tierklinik Rostock gebracht. Von dort soll er - wenn alles gut geht und nicht doch noch innere Verletzungen wirksam werden - zur Pflege und Aufzucht in den Zoo Rostock gelangen.
Seit heute steht unseren Lesern nun auch wieder eine "Bruterfolgskarte" zur Verfügung. Die Eintragungen sind in jedem Fall noch mit vielen Unsicherheiten behaftet und als vorläufig anzusehen.

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