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Benitz

Neu Thulendorfer Witwer hat neue Partnerin

Am 27. Mai verunglückte das Weibchen vom Nest in Neu Thulendorf tödlich auf der B 110. Dadurch war leider auch die kurz vor dem Abschluss stehende Brut beendet. Heute erfuhr ich von aufmerksamen Anwohnern, dass der (beringte) Witwer nicht lange allein gewesen ist. Schon seit dem 2. Juni ist wieder eine Partnerin mit im Nest und es wurde auch schon fleißig Storchenhochzeit gefeiert - manchmal geht so etwas auch bei Störchen recht schnell. Für ein Nachgelege ist es jetzt allerdings deutlich zu spät. Anders in Benitz - hier kam es am 19. April zu einem Wechsel des Männchens und zum Abwurf von mindestens zwei Eiern. Das beringte Weibchen DEW 5X443 tätigte mit neuem Partner ein zweites Gelege, aus dem um den 25. Mai mindestens ein Küken geschlüpft ist. Im Nest Schwaan II sieht es weiterhin sehr gut aus - der aus dem Rostocker Zoo zurückgekehrte Altvogel beteiligt sich weiterhin fleißig an der Versorgung der beiden Jungstörche, berichteten die Anwohner.
Weniger erfreulich waren zwei andere Beobachtungen der letzten Tage: in Detershagen gab es einen Totalverlust der Brut. Am 1. Juni wurde dort ein Küken im Alter von knapp drei Wochen tot unter dem Nest gefunden. Seitdem wird dort nicht mehr gefüttert und beide Altstörche sind gemeinsam auf Nahrungssuche bzw. verteidigen auch noch den Horst gegen andere Interessenten (so wie auf dem folgenden Foto vom Pfingstsamstag).

In diesem Fall tippe ich auf eine (unbekannte) Krankheit, denn das Küken wirkte keinesfalls unterernährt. Gar keine Küken wird es dagegen in diesem Jahr in Ziesendorf geben. Hier wirkt die Störchin DEH HC981 an der Brut mit, die nun schon an die 7 Wochen durchgehalten wird. Sie war schon 2011 in Bröbberow an einer überlangen Brut ohne Erfolg beteiligt, und auch 2013 schlüpften in Bröbberow nach der Brut keine Küken. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Störchin, die 2010 für einige Wochen im Zoo Rostock aufgepäppelt wurde, unfruchtbar ist.
Schließlich berichtete uns eine sehr aufmerksame Ornithologin aus Thelkow, dass es dort am Nest offenbar ein reges Wechselspiel gegeben hat - leider ohne Happy End. War dort zunächst ab Ostern ein aus zwei unberingten Störchen bestehendes Paar beobachtet worden, muss irgendwann danach ein Wechsel stattgefunden haben, bei dem eine oben links beringte Störchin den Platz eingenommen hatte (2013 war dort die oben links beringte Störchin DEW 4X700 erfolgreiche Brutstörchin!). Offenbar begann diese zweite Paarkonstellation dann auch eine Brut, die allerdings schon nach 10 bis 14 Tagen wieder aufgegeben wurde. Heute nun befinden sich wieder zwei unberingte Störche im Horst...

Alte Bekannte...

Wie in jedem Jahr ist es eine spannende Frage, welche beringten Störche den Weg zurück in unsere Region gefunden haben. Einige Ringträger sind ihrem Horst schon seit vielen Jahren treu. Dazu zählt zu allererst die aus Brandenburg stammende Störchin Hiddensee KA 3528. In diesem Jahr schickt sie sich an, zum siebenten Mal in Folge in Wendfeld für Storchennachwuchs zu sorgen. Sie vollendet in diesem Jahr ihr 20. Lebensjahr, traf bereits am 27. März mit den ersten Ostziehern ein, ihr Partner folgte erst heute. Ebenso konnten wir bereits ablesen: Hiddensee I453, seit 2011 männlicher Brutstorch in Stäbelow, inzwischen 14jährig sowie DEW 5X443 (Ablesung H. Storn), sechsjähriges Weibchen aus Niedersachsen, jetzt wie im Vorjahr in Benitz.
Einen weiteren alten Bekannten traf ich überraschenderweise heute Abend am Ortsrand von Dummerstorf, wo er sich auf einem frisch gepflügten Acker stärkte. DEH H2919, 2004 in Ostvorpommern am Fußgelenk mit einem ELSA-Ring ausgestattet, war 2010 bis 2012 männlicher Brutvogel in Petschow. Im Vorjahr blieb er verschollen, in Petschow brüteten zwei unberingte Störche. Ich bin gespannt, an welchem Nest ich ihn demnächst wiederfinde. Die ungewöhnliche Gefiederanordnung auf der rechten Seite dürfte dabei helfen.

Inzwischen zähle ich im Altkreis Bad Doberan 21 Horstpaare und 16 Einzelstörche. Das ist exakt die Hälfte der im Vorjahr gezählten Störche mit Horstbindung. Alle Details gibt es weiterhin in einer GoogleMaps-Ankunftskarte.

Abwürfe

Zu jeder Storchensaison gehört leider auch immer das Thema "Abwürfe" - Küken, die zumeist tot unter dem Nest gefunden werden. Die Ursachen können dabei ganz vielfältig sein, wie auch die letzten Tage wieder gezeigt haben. Oft ist es möglich, anhand der näheren Umstände die Ursachen wenn nicht zu ergründen so doch zumindest plausibel zu machen. So fanden Anwohner in Heiligenhagen ein noch sehr kleines Küken unter dem Nest, daneben aber auch zwei Eier, bei denen der Schlupf unmittelbar bevorstand. Da Witterungseinflüsse und Nahrungsengpässe hier ausscheiden und beide Altstörche noch am Nest sind, ist als Ursache Fremdeinwirkung, vermutlich durch andere Störche, wahrscheinlich. In Thulendorf wurde ein recht kleines Küken tot unter dem Nest gefunden, während oben im Nest noch drei - deutlich besser entwickelte - Geschwister zu sehen waren. Hier dürfte der klassische Fall des "Nesthäkchen-Schicksals" eingetreten sein. Das kleinste, als letztes geschlüpfte Küken bekommt nicht genug Futter ab, verkümmert schließlich und stirbt dann oft schon im Nest. Wieder anders dürfte der Fall in Hohen Schwarfs gelagert gewesen sein. Hier beobachteten die Anwohner, dass ein Altstorch nacheinander versuchte, zwei Küken zu verschlingen. Das misslang zwar, doch lagen die beiden armen Kreaturen am nächsten Tag dann tot unter dem Nest. Der Altvogel dürfte hier bewusst die Anzahl der Küken reduziert haben, weil er instinktiv festgestellt hatte, dass das vorhandene Nahrungsangebot nicht ausreichen würde, um alle Küken zu kräftigen Jungstörchen heranzuziehen. Das ist auch aus menschlicher Sicht durchaus "vernünftig": vier schwächliche Küken flügge zu bekommen, ist wesentlich weniger sinnvoll als die Aufzucht von zwei am Ende kräftigen Jungstörchen. In Ziesendorf wurde ein nur wenige Tage altes Küken abgeworfen - hier könnte eine Krankheit die Ursache gewesen sein.
Glücklicherweise gibt es aus den letzten Tagen aber auch viele positive Nachrichten: so wurden in Cammin, Benitz, Satow, Rederank und Berendshagen drei Jungstörche beobachtet, in Kröpelin sogar vier. Dass das (vorläufige) Brutergebnis gerade hier so gut aussieht, ist nicht verwunderlich, denn das Kröpeliner Paar - vermutlich aus zwei Westziehern bestehend - war in unserer Region mit weitem Abstand am frühesten komplett. Dementsprechend sind dort auch schon Mitte Mai die ersten Küken geschlüpft. Der Regen, der heute Abend eingesetzt hat, ist zwar sehr kräftig angekündigt, aber er wird nicht zu lange anhalten und vor allem wird es mild bleiben. Er sollte von den Küken gut überstanden werden, dafür aber das Nahrungsangebot wieder verbessern.

Aktuell: Bruterfolgskarte

Spätbruten mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten


Dieses Storchenpaar in Kritzmow (im Vordergrund der männliche Ringstorch DEH H 3107, beringt 2004 in Holthusen bei Schwerin) wird in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Nachwuchs bleiben. Der Schlupf der Küken ist seit mehr als zwei Wochen überfällig.

Wie schon im Vorjahr, so beschäftigen uns auch in diesem Jahr etliche Spätbruten, deren Erfolgsaussichten auch jetzt noch nicht überall klar sind. Als Spätbruten können die Gelege von Paaren bewertet werden, die erst ab dem 25. April dauerhaft zusammenfanden. Momentan sind sieben derartige Gelege unter Beobachtung:
- Bröbberow: Paarbildung 25.4., es wird immer noch gebrütet, vermutlich "taube" Eier
- Kritzmow: Paarbildung 27.4., gleiche Situation
- Bentwisch: Paarbildung 27.4.: vermutlich noch sehr kleine Küken im Nest, Anzahl noch unbekannt
- Benitz: Paarbildung 2.5., ein oder zwei Jungstörche, etwa 2-3 Wochen alt, wurden heute bereits allein gelassen
- Reinshagen: Paarbildung 7.5., Nachgelege, vermutlich ein Jungstorch, etwa zehn Tage alt
- Parkentin: Paarbildung 21.5., Endphase der Brut (?)
- Schwaan I: Paarbildung 16.4., jedoch Nachgelege oder neues Paar ab etwa 23.5., vermutlich sehr kleine Küken im Nest; Anzahl noch unbekannt
Im Vorjahr waren die Verhältnisse so, dass mit einer Ausnahme sämtliche Spätbruten erfolgreich endeten. Da das eher die Ausnahme ist, wäre es in diesem Jahr schon ein Erfolg, wenn zumindest die Mehrheit der Paare Nachwuchs durchbringen würden.
Auch in anderen Regionen wie etwa in der Prignitz wurde bei etlichen Storchenpaaren eine Tendenz in Richtung eines sehr späten Brutbeginns festgestellt. Ob dies aber gleichbedeutend ist mit einem generell veränderten Verhalten der Störche oder doch nur eine vorübergehende Erscheinung darstellt, bleibt abzuwarten.

Nichtbrütertrupps sind unterwegs


In diesen Tagen häufen sich die Berichte über die Beobachtung von kleineren Storchentrupps. Häufig sind es Nichtbrüter, die gerne auch einmal brütende Störche attackieren. Die hier im Bild gezeigten acht Störche (Foto: A. Hornburg) griffen am 28. April das Storchennest in Reinshagen an, wurden jedoch vom Brutpaar erfolgreich abgewiesen. Weitere Trupps wurden am 26./27. April in der Nähe von Niendorf (6 Störche), am 22. April bei Dettmannsdorf (10 Störche) und am 30. April in Broderstorf (5 Störche) beobachtet.
Nachdem jetzt fast alle Störche, die für das Brutgeschäft noch in Frage kommen, eingetroffen sein sollten, planen wir für das kommende Wochenende größere Erkundungsfahrten, um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Noch fehlen uns im Landkreis Bad Doberan sechs Paare, um das Vorjahresergebnis von 56 Horstpaaren zu erreichen. Zuletzt gemeldet wurde die Komplettierung des Benitzer Storchenpaares am 2. Mai. Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden erfreulicherweise neue Storchenpaare in Carlsruhe und Freudenberg/Altenheim beobachtet. Die näheren Umstände müssen noch geklärt werden, aber beide Nester waren im Vorjahr unbesetzt.
Geklärt ist dagegen mittlerweile die Identität des beringten Storchs in Bröbberow - es handelt sich tatsächlich um DEH HC 981, der im Vorjahr geschwächt aufgegriffen und für mehrere Wochen im Zoo Rostock gepflegt werden musste. Bei Paarungen mit dem Partner konnte festgestellt werden, dass es sich um ein weibliches Tier handelt.

Fünf Jungstörche ausgewildert

Am gestrigen Mittwoch sind fünf Jungstörche in einer weitläufigen Wiesenlandschaft bei Jürgenshagen (Landkreis Güstrow) ausgewildert worden. Es handelte sich dabei um Jungstörche, die im Juni/Juli unter den Horsten Schmadebeck I und Benitz gefunden worden waren sowie um drei weitere, die im Zoo Rostock aus dem Ei geschlüpft und dort anschließend von Hand aufgezogen worden waren. Der Zoo Rostock versucht auf diese Weise, sich für den Erhalt der Weißstorch-Wildpopulation einzusetzen. Wir begrüßen sein Engagement außerordentlich und wollen versuchen, ab dem kommenden Jahr Jungstörche schon sehr klein in andere Horste wildlebender Paare mit hineinzusetzen.
Die Auswilderung ist vom Fernsehsender "Phoenix" gefilmt worden. Die Aufzeichnung wird am kommenden Mittwoch, 11. August, zwischen 14.45 Uhr und 17.00 Uhr im Rahmen der Sendung "Phoenix-Deutschlandtour: Ostsee" ausgestrahlt.

Die Zeit der "Bruchpiloten" beginnt

Einer der größten Jungstörche weit und breit ist das "Einzelkind" in Detershagen. Schon bald wird er seine ersten Flugrunden drehen.

Mit dem verstärkten Trainieren der Flugmuskulatur und dann den ersten Rundflügen selbst beginnt jetzt wieder die Zeit, in der immer wieder einzelne Jungstörche unfreiwillig unter dem Nest landen. Als ersten in dieser Saison traf es einen der vier Jungstörche in Schmadebeck I. Er wurde gestern Mittag von den Anwohnern unter dem Nest gefunden. Um keine Risiken einzugehen, brachten ihn die Horstbetreuer in den Rostocker Zoo, wo er tierärztlich untersucht wurde. Er hat sich jedenfalls nichts gebrochen, bleibt jetzt aber noch einige Zeit im Zoo, bevor er - voll flugfähig - ausgewildert werden kann. Hans-Heinrich Zöllick hat heute bei seinem Besuch im Zoo auch feststellen können, dass es den beiden kleinen Findelstörchen aus Benitz und Klingendorf gut geht. Sie sind inzwischen ein ganzes Stück gewachsen und sollen im August in die Freiheit entlassen werden. Auch ein Altstorch, der in der vorletzten Woche zwischen Schwaan und Ziesendorf aufgegriffen worden war, scheint seine zunächst auf Vergiftung hindeutende Schwäche überwunden zu haben. Er wird vermutlich sehr bald wieder freigelassen werden können. Intensive Nachfragen bei den Horstbetreuern der Umgebung hatten ergeben, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um keinen Brutstorch handelt.
Bei den Spätbruten gibt es eine positive Nachricht aus Bentwisch - dort konnte heute noch ein zweiter Jungstorch gesichtet werden. In Niendorf haben die Altstörche seit dem Wochenende damit angefangen, das Jungtier allein zu lassen, obwohl es erst etwa 3 Wochen alt ist. Die dringend notwendig gewesenen Regenfälle der vergangenen Nacht werden die Nahrungssituation für die Störche hoffentlich etwas verbessert haben. Die nächste Hitzewelle ist allerdings schon angekündigt. Da heißt es weiter Daumen drücken für den spät geschlüpften Storchennachwuchs.

Findelküken und bevorstehende Beringungstour

Gleich zwei kleine Storchenküken hatten großes Glück, als sie vorgestern in Klingendorf bzw. gestern in Benitz aus dem Nest fielen. Vielleicht war es eine Windböe oder aber das mangelhafte Nahrungsangebot, das einen der Altvögel zum Handeln veranlasst hatte. In jedem Fall haben beide den Sturz offenbar gut überstanden. Der Klingendorfer Jungstorch, etwa 10 Tage alt und links im Bild, wurde für zwei Tage und Nächte bei Familie Hagemeister aufgepäppelt und den Benitzer (etwa 1 Woche älter) hatte ich selbst von gestern auf heute als "Übernachtungsgast". Beide kamen heute in den Rostocker Zoo, in der Hoffnung, dass sie den Sturz ohne innere Verletzungen überstanden haben und dort erst einmal versorgt und aufgezogen werden können. Im August sollen sie dann voraussichtlich wieder ausgewildert werden.
Ansonsten steht dieses Wochenende ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die große Storchenberingungstour, die am Dienstag stattfinden wird. Der vorläufige Zeitplan sieht folgende 22 Stationen vor (zum notieren, falls Interesse am zuschauen besteht):
8.00 Albertsdorf
8.30 Broderstorf Amt
9.00 Wendfeld
9.30 Gnewitz
10.15 Liepen
11.00 Niekrenz
11.30 Lieblingshof
12.00 Petschow
12.30 Pankelow
13.15 Hohen Schwarfs
14.00 Schwaan II (Tannenberg)
14.30 Schwaan I (John-Brinkmann-Str./Pflegeheim)
15.00 Bröbberow
15.30 Biestow
16.15 Stäbelow
16.45 Clausdorf
17.30 Hohen Luckow
18.00 Heiligenhagen
18.45 Schmadebeck I (Hof Diederichs)
19.15 Schmadebeck II (Hof Plate)
(20.00 Detershagen oder Moitin)
(20.30 Wischuer)
Die beiden letzten Stationen sind fraglich, denn es könnte sein, dass uns vorher unsere Ringe aus gehen. Auch dieses Mal wird die Beringungstour großzügigerweise vom Kreisbauernverband Bad Doberan finanziert, dem wir dafür schon jetzt herzlich danken möchten. Spätestens am Mittwoch werde ich über die Ergebnisse berichten.
Heute konnte ich erstmals das neu errichtete Storchennest in Wohrenstorf bewundern - seit 2004 gab es in diesem Ort keine Störche mehr. Vielleicht beginnen sie im kommenden Jahr mit einer Brut?
In Petschow gelang mir die Ablesung des dortigen Ringstorchs - nur die letzte Ziffer ist noch nicht ganz sicher. Unabhängig davon handelt es sich in jedem Fall um einen 2004 im Landkreis Ostvorpommern beringten Storch. Das sagen schon die ersten drei Ziffern aus (H 291.).

Drei Jungstörche in Bröbberow

In diesem Jahrhundert sind in Bröbberow maximal zwei Junge pro Storchensaison groß geworden - in diesem Jahr sind es momentan drei, Anwohner glauben sogar, einen vierten Jungstorch gesehen zu haben!
Im Amt Schwaan gibt es nun außerdem Nachwuchs in den Horsten Schwaan I (3 Junge), Schwaan II und Benitz (Anzahl hier noch unbekannt). In Hof Tatschow ist in der kommenden Woche mit Nachwuchs zu rechnen, heute wurde hier noch gebrütet.

"Neu entdecktes" Storchenpaar in Volkenshagen

Dieser Tage gab es für die Storchenbetreuer im Landkreis Bad Doberan ein Erlebnis der ganz besonderen Art - die "Neuentdeckung" eines bereits seit mehreren Jahren bestehenden und besetzten Storchennestes, und zwar in Volkenshagen bei Rövershagen. Wie ist so etwas möglich, wo doch die Weißstorchbetreuer den Anspruch erheben, den Brutbestand flächendeckend und vollständig zu erfassen? In diesem Fall kamen mehrere Umstände zusammen:
- Volkenshagen hatte seit vielen Jahren kein Storchenpaar mehr
- der Nistmast wurde auf private Initiative hin errichtet
- der Standort liegt etwa 200 Meter von der Straße entfernt, ziemlich versteckt hinter einem Waldstück
Informiert wurden wir von einer aufmerksamen Zeitungsleserin, die im Nachbardorf wohnt und die Ankunft der Störche melden wollte. Wir staunten nicht schlecht, als wir dort in Volkenshagen ein gut ausgebautes Nest vorfanden, in dem bereits gebrütet wurde. Es befindet sich am Rande einer großen Wiesen- und Weidenlandschaft. Direkt unter dem Nest und in der weiteren Umgebung grasen zahlreiche Rinder. Wir haben uns über die Entdeckung sehr gefreut und sind guter Hoffnung, dass hier in diesem Jahr auch Storchennachwuchs erfolgreich groß gezogen wird (im Vorjahr soll das Paar ohne Bruterfolg geblieben sein).
In den letzten Tagen komplett geworden sind die Paare in Benitz, Satow und Ziesendorf.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Broderstorfer Storchenpaar mit vier Füßen


Ein Storchenfreund schickte uns heute dankenswerter Weise dieses Foto der beiden Störche vom Horst Broderstorf II, wo im Vorjahr die Störchin einen Fuß verlor. Diese beiden Störche wirken körperlich unversehrt und haben vier Füße. Ein Ringträger ist nicht dabei.

In den letzten Tagen gab es wieder Bewegung bei der Besetzung der Storchennester, offensichtlich aber leider nicht im erhofften Umfang. In Roggow, Hohen Schwarfs und Benitz verschwand sogar jeweils ein Storch vom Nest. Nur in Benitz gab es inzwischen - am 17.4. eine Rückkehr (oder einen Neuankömmling). Weitere aktuelle Daten liegen von folgenden Standorten vor:
- Rostock Zoo II (beide am 17.4. im Nest)
- Ziesendorf (1. Storch am 11.4., 2. Storch am 13.4. eingetroffen)
- Hohen Luckow (2. Storch am 17.4. eingetroffen)
- Satow Hof (2. Storch am 18.4. eingetroffen)
- Lieblingshof (2. Storch am 20.4. eingetroffen)
Unsere Ankunftskarte wurde wieder auf den aktuellen Stand gebracht.

Frische Storchenliebe in Parkentin


Frisch verliebtes Storchenpaar in Parkentin

Anders als in den Vorjahren ist das Parkentiner Storchenpaar in diesem Jahr schon zeitig zusammen. Gestern traf die Störchin ein. Ob es "Hi L 864", der Brutvogel der vergangenen Jahre ist, steht noch nicht fest. In jedem Fall gingen die beiden sofort sehr vertraut miteinander um. Wir werden uns um die Auflösung kümmern.
Es gibt eine ganze Menge weiterer Rückkehrer zu vermelden (aus Rederank, Schmadebeck II, Cammin, Tessin, Göldenitz/Amt Schwaan, Bandelstorf, Benitz und Hohen Schwarfs). Alle Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte.

Ist die "Brandenburgerin" zurück in Wendfeld?

Aus Wendefeld erreichte uns die Nachricht, dass dort wie in den beiden Vorjahren ein beringter Storch am Nest ist. Seit dem 1. April ist das Paar komplett. Es gab auch schon verschiedentlich "Storchenhochzeiten" zu beobachten. Bei einer davon entpuppte sich der Ringstorch als weiblich. Noch ist der Ring nicht abgelesen, doch spricht vieles dafür, dass es wieder die jetzt 15jährige "Brandenburgerin" ist, die den Weg zurück ans Nest gefunden hat. Im letzten Jahr wurden in Wendfeld drei Jungstörche groß. In Liepen ist heute der erste Storch eingetroffen.
Im Fotoalbum gibt es außer diesem Anwohnerfoto hier aus Fienstorf (vielen Dank dafür an Gunda Vogel) ein weiteres aus Benitz.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

Fast flügger Benitzer Jungstorch durch Angriff von Fremdstörchen verletzt

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen ist das Storchennest in Benitz Ziel eines heftigen Angriffs von Fremstörchen gewesen. Bereits am 22. Juni hatten zwei Fremdstörche den Wache haltenden Altstorch verdrängt und anschließend mit gezielten Schnabelhieben einem der beiden Jungstörchen blutige Wunden im Rückenbereich zugefügt, von denen er sich zum Glück gut erholt hatte. Am Samstag, 12. Juli, griffen gleich fünf Fremdstörche an. Wieder leistete der zierlich wirkende Brutstorch kaum Wiederwehr und ließ sich auf ein benachbartes Hausdach abdrängen. Einer der angreifenden Störche hieb mit dem Schnabel auf die Jungstörche ein bis aufmerksame Anwohner ihn durch lautes Lärmen in die Flucht jagen konnten. Zurück blieben zwei Jungstörche, von denen einer im Bereich des rechten Flügels mehrere blutige Wunden erlitt (im Bild rechts). Da beide Jungstörche kurz vor dem Ausfliegen stehen, kommt ein Eingriff am Nest nicht in Frage. Die Gefahr, dass beide in Panik vom Nest abspringen und verunglücken, wäre viel zu groß. Die Anwohner werden jedoch genau beobachten, wie sich der verletzte Jungstorch weiter verhält. Sollte er z. B. außerhalb des Nestes erkennbar Hilfe benötigen, werden wir uns gegebenenfalls um ihn kümmern.
Derartig heftige Angriffe auf fast flügge Jungstörche sind sehr ungewöhnlich. Möglicherweise ist der Wache haltende Brutstorch jung und/oder unerfahren in der Verteidigung seines Nestes gewesen.

Traurige Nachrichten von den Ziesendorfer Jungstörchen

Die beiden gestern Abend lebend aus dem Ziesendorfer Storchennest geborgenen Jungstörche haben es leider nicht geschafft. Trotz intensiver Bemühungen verendete der erste noch gestern Abend, der zweite dann heute Vormittag. Die offenkundig durch tagelange Unterversorgung mit Futter und Wasser hervorgerufene Schwächung war bereits so weit vorangeschritten, dass die menschliche Hilfe zu spät kam.
Wir haben durch nochmalige Befragungen unter den Anwohnern versucht, die Vorgeschichte dieses traurigen Ereignisses zu rekonstruieren. Danach konnte bis einschließlich Donnerstag vergangener Woche regelmäßiges und intensives Futterbetteln der Jungstörche festgestellt werden. Die Fütterungen verliefen bis dahin vergleichsweise "normal". Am Freitag und Samstag war von den Jungen dann plötzlich nichts mehr zu sehen oder zu hören. Es konnten auch keine Fütterungen mehr am Nest festgestellt werden. Die Anwohner gingen davon aus, dass die Jungstörche nicht mehr am Leben waren, zumal die Altstörche auch nachts nicht mehr am Nest oder in Nestnähe beobachtet wurden. Am Sonntag waren dann im Nest plötzlich wieder Bewegungen festzustellen. Beim Einsatz eines Gartenschlauches reckten sich drei Schnäbel dem gespendeten Wasser entgegen. Auch der später durch ein Gewitter folgende Niederschlag löste leichtere Aktivitäten bei den Jungen aus. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde wurde vor Ort die Entscheidung getroffen, das Nest am folgenden Tag anzufahren und gegebenenfalls geschwächte Jungstörche auszuhorsten. Montag früh stand dann unvermittelt für etwa drei Stunden wieder ein Altstorch auf einem Hausdach in Nestnähe. Ob er die Jungen zuvor gefüttert hatte oder nicht, konnte nicht eindeutig geklärt werden.
Was genau die Verhaltensänderungen der Alt- und der Jungstörche ausgelöst hat, konnte bisher nicht sicher geklärt werden. Sehr wahrscheinlich ist wie gesagt eine durch Nahrungsmangel ausgelöste Unterversorgung mit Futter und Wasser. Um möglicher Weise näheren Aufschluss über die Todesursache(n) zu erhalten, werden die drei toten Jungstörche morgen nach Berlin gebracht und dort am Institut für Tierpathologie der Freien Universität Berlin von Philipp Weps im Rahmen seines Forschungsprojekts zur Aufklärung von Todesursachen bei Weißstorch-Nestlingen untersucht. Über die Ergebnisse werden wir informieren.
Der Vorfall am Ziesendorfer Nest steht in diesem Jahr - bei extremer Trockenheit während der Nestlingszeit - keinesfalls allein da. Ähnliches ist leider auch an anderen Nestern beobachtet worden - wir haben darüber berichtet. Teilweise setzten die Altstörche ihre zwischenzeitlich stark eingeschränkten Fütterungen aber auch wieder regulär fort - so geschehen in Groß Lüsewitz und in Parkentin. Eine Beurteilung der jeweiligen Situation am Nest ist unter den momentan herrschenden, außergewöhnlichen Umständen außerordentlich schwer.

Bereits am Sonntag kam es nach Mitteilung von Anwohnern auch in Benitz zu einem ungewöhnlichen und dramatischen Vorfall. Zwei angreifende Störche vertrieben den am Nest stehenden Brutstorch auf ein Hausdach und hieben mit gezielten Schnabelstößen auf die beiden im Nest befindlichen, etwa fünf bis sechs Wochen alten Jungstörche ein. Es gelang den Anwohnern in mehreren Versuchen, die Angreifer zu vertreiben. Ein Junges trug offenbar Blessuren im Rückenbereich davon, während das zweite scheinbar unversehrt blieb. Eine Nachfrage heute ergab, dass beide Jungstörche weiter regulär von den Altstörchen versorgt werden, einer wirkt dabei allerdings weniger mobil als zuvor.

Anhaltende Trockenheit fordert weitere Opfer in den Storchennestern


Der letzte verbliebene Jungstorch in Clausdorf?

Die mittlerweile seit mehr als vier Wochen anhaltende Trockenheit hat weitere Opfer in den Storchennestern unserer Region gefordert. In Clausdorf ist nach dem Abwurf zweier Küken an diesem Wochenende nur noch ein Jungstorch im Nest zu sehen. Ob es in Stäbelow noch lebende Küken im Storchenhorst gibt, ist fraglich, denn zumindest am Samstag waren beide Altstörche längere Zeit gemeinsam unterwegs. Heute waren dann am äußeren Nestrand zwei tote Küken zu sehen.
Vergleichsweise günstig sind dagegen die letzten Informationen aus Benitz, Ziesendorf (je zwei Junge) und Fienstorf (drei Küken im Nest). Auch in Kritzmow konnten heute erstmals Fütterungen beobachtet werden. Von allen erwähnten Standorten - mit Ausnahme von Fienstorf - gibt es aktuelle Aufnahmen im Fotoalbum.
Es steht zu befürchten, dass sich das Nahrungsangebot aufgrund der angekündigten Fortdauer der Trockenheit in nächster Zeit eher noch verschlechtern wird. Es muss daher mit weiteren Verlusten gerechnet werden. In etwa zwei Wochen sollte ein erster genereller Überblick über die Nester unserer Region möglich sein.

Viel Aufregung am Wochenende!


In Groß Potrems ist das Storchenpaar seit kurzem komplett.

Dieses Wochenende war an einer ganzen Reihe von Storchennestern durch viel Aufregung gekennzeichnet. Es begann mit der Meldung eines von Anwohnern unversehrt geborgenen Eies unter dem Storchenhorst Ziesendorf, wo vor einigen Tagen länger anhaltende Storchenkämpfe stattgefunden hatten. Die Ursache ist erst einmal nicht erklärlich, ein Paar ist weiter am Nest, hat aber offensichtlich noch nicht mit der Brut begonnen. In Kritzmow, wo es im Juli/August letzten Jahres eine späte Ansiedlung gegeben hatte, ist die Situation zurzeit unklar. Nach Anwohnerberichten war etwa seit dem 10. April ein Storchenpaar auf dem Nest. Es wurden Kopulationen beobachtet und es muss auch mindestens ein Ei gelegt worden sein, denn gestern Abend fand ich ein zerbrochenes direkt unter dem Nest. Oben stand ein einzelner Storch. Offenbar haben auch hier Storchenkämpfe stattgefunden. Wir bemühen uns um Aufklärung. In Thulendorf konnte zunächst der männliche Ringstorch annähernd sicher identifiziert werden. Zu 99 % handelt es sich um einen bereits 15jährigen, 1993 im Rostocker Zoo beringten Storch. Dieser hat im letzten Jahr definitiv nicht in Thulendorf gebrütet. In den letzten Tagen gab es einen anhaltenden, massiven Angriff, bei dem der männliche Ringstorch im Bereich zwischen Augen und Schnabel mehrere blutige Verletzungen davontrug. Bei dem angreifenden Storch, der sich mehrere Tage lang in Nestnähe aufhielt, könnte es sich um den (unberingten) männlichen Altstorch des Vorjahres gehandelt haben. Dies könnte die Intensität und Vehemenz des Angriffs erklären. Offenbar ist das Gelege, auf dem das Weibchen saß, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Nest Broderstorf II hat das Weibchen offenbar eine schwer wiegende Fraktur am linken Bein, knapp oberhalb der Zehen. Bisher scheint sie damit dennoch erfolgreich auf Nahrungssuche gehen zu können. Mittelfristig erscheint ihr Schicksal aufgrund der Schwere der Verletzung jedoch mehr als ungewiss. Ihr Partner hat unterdessen in großen Mengen Plastik ins Nest eingetragen, gebrütet wird offenbar noch nicht. In Rothbeck haben Anwohner seit drei Tagen kein Storchenpaar mehr feststellen können. Aus Heiligenhagen berichteten Anwohner, dass das Nest dort 14 Tage lang völlig verwaist war. Erst seit gestern ist wieder ein Storch am Nest. Am Standort Groß Potrems I, wo im Vorjahr ein Altstorch tödlich verunglückte, hat sich glücklicher Weise am Dienstag ein zweiter Storch eingefunden. Schließlich wurde aus Goorstorf berichtet, dass dort bereits seit dem 2. April ein Storch mehr oder weniger regelmäßig am Nest ist. Die Ankunftskarte wurde aktualisiert, und im Fotoalbum gibt es Aufnahmen vom Samstag/Sonntag aus Benitz, Cammin, Kritzmow und Ziesendorf.

Die Horste füllen sich zügig weiter

Der Zuzug von zurückkehrenden Weißstörchen reißt weiterhin nicht ab. Täglich erhalten wir neue Rückmeldungen, vielen Dank dafür! Mittlerweile sind wir bei 83 zurückgemeldeten Störchen angelangt, mindestens 30 Paare sind bereits komplett. Das ist für einen 5. April bereits ein sehr gutes Resultat. Alle Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte.

Auch in Benitz ist das dortige Paar seit dem 3. April wieder komplett - und schritt gleich zur Tat. Dieses Foto einer Storchenhochzeit schickte uns Hans Storn (vielen Dank!)
Auch Ringstörche sind bereits entdeckt, aber noch nicht abgelesen worden. Sowohl in Rothbeck als auch in Thulendorf I ist jeweils einer der Altstörche ein Ringträger. Wenn eine Identifizierung gelingen sollte, werden wir hier darüber berichten.

Fütterung in Benitz

Angesichts von 63 Brutpaaren in unserer Region steht die endgültige Anzahl der ausfliegenden Jungstörchen immer noch nicht exakt fest. Es kommt noch zu leichten Verschiebungen. Während in den beiden vergleichsweise schlecht einsehbaren Nestern Gerdshagen I und Reinshagen wahrscheinlich jeweils noch ein weiterer Jungstorch gestorben ist, konnten in Moitin erfreulicher Weise zwei Jungstörche (einer mehr als bisher angenommen) gezählt werden. Die Bruterfolgskarte ist wieder entsprechend aktualisiert worden.
In Benitz wurde ich heute wieder Zeuge einer sehr kurzen Fütterung. Der Altstorch flog schon nach wenigen Minuten wieder ab. Außer diesem Bild aus Benitz gibt es im Fotoalbum aktuelle Fotos aus Ziesendorf und Bröbberow sowie weitere aus Benitz.

Benitzer Storch bei der Abendmahlzeit

Aus Benitz erreichten uns eindrucksvolle Fotos von der Abendmahlzeit eines dortigen Altstorchs. Sie zeigen das Verschlingen einer recht großen Schlange, wahrscheinlich einer Ringel- oder Schlingnatter.

Foto: Hans Storn

Weitere Bilder von der Schlangenmahlzeit gibt es im Fotoalbum.

Schlechtwetterphase im Westen gut überstanden

Eine ausgiebige Rundfahrt durch fast den gesamten Westen unseres Beobachtungsgebietes hat heute ergeben, dass der anhaltende und ergiebige Regen am Wochenende und gestern offenbar nur wenige Opfer unter den Jungstörchen gefordert hat. Wie es im Osten aussieht, wo mehr Regen fiel, ist zurzeit noch nicht bekannt. Aus Roggow, Schmadebeck I und Berendshagen ist jeweils ein Abwurf gemeldet worden, in Ziesendorf waren es zwei. Leider sieht es so aus, dass auch in Benitz ein weiteres Storchenküken verendet ist. Jedenfalls sind seit dem Wochenende nur noch zwei von "Ottokars" Geschwistern im Nest zu erkennen. In den Nestern Gerdshagen I und Schmadebeck II wurde jeweils noch ein dritter Jungstorch entdeckt, in Moitin und Rederank ist es dagegen wahrscheinlich jeweils nur einer.
Vom Benitzer Waisenstorch "Ottokar", der jetzt im Zoo Rostock aufgepäppelt wird, ist nachträglich noch dieses Foto vom 9. Juni aufgetaucht. Es zeigt die erste Fütterung durch Menschenhand.

Fotos vom Benitzer Storchenküken "Ottokar" im Rostocker Zoo

Heute können wir allen interessierten Lesern aktuelle Fotos von "Ottokar", dem in Benitz aus dem Nest gefallenen Jungstorch zeigen, der seit vorletztem Wochenende im Rostocker Zoo aufgezogen wird. Er lebt dabei in Gesellschaft mit fünf anderen Jungstörchen, die aus Eiern der invaliden "Zoostörche" geschlüpft sind. Drei Fotos stammen vom 18. Juni, und drei weitere Fotos hat Jan heute von "Ottokar" zusammen mit seinen "Stief-Geschwistern" aufgenommen. Sie alle sind im Fotoalbum zu finden.
Die geplante Beringung von "Ottokar" musste heute verschoben werden, weil es im Nest Rostock Zoo I eine sehr angenehme Überraschung gegeben hat - es waren nicht wie bisher angenommen zwei, sondern vier Jungstörche im Nest! Zusammen mit den drei Jungstörchen aus dem Nest Rostock Zoo II wurden sieben Ringe angelegt - mehr hatte der Beringer nicht dabei! Von der Beringung dieser sieben Jungstörche haben wir eine Video-Sequenz gedreht, die wir sehr wahrscheinlich morgen hier zur Verfügung stellen können.
Dieses Foto, das uns dankenswerter Weise Dietmar Lilienthal von der Ostsee-Zeitung zur Verfügung stellte, zeigt "Ottokar" in der Nähe seines Pflegers, Wolfgang Pieth.

Aus dem Nest gefallen und aufgepäppelt

Aus dem Nest gefallen und aufgepäppelt
Anwohner aus Benitz bei Rostock brachten einen jungen Storch in den Zoo. Dort wird er betreut, bis er flügge ist und mit Artgenossen in den Süden zieht.

Rostock (OZ) Fünf Junge schlüpften im Mai im Storchennest von Benitz bei Rostock – so viele wie noch nie. Die Enttäuschung war groß, als ein Mini-Adebar tot unterm Nest gefunden und wenige Tage später noch ein Küken abgeworfen wurde. „Das Kleine war blutverschmiert und wirkte apathisch. Es sah aus, als würde es nicht überleben“, sagt Landesstorchenbetreuer Hans Zöllick, den Anwohner informiert hatten. Überraschung am nächsten Morgen: Das Küken klapperte mit dem Schnabel – es lebte.
Zöllick: „Ich riet den Horstbetreuern, dem Jungen Wasser und etwas rohen Fisch oder Fleisch zu geben und es in den Rostocker Zoo zu bringen.“ Warum der Jungvogel aus dem Nest fiel, darüber kann auch der Storchenexperte nur Vermutungen anstellen. „Vielleicht haben ihn die Eltern verstoßen, weil er weniger fraß als seine Geschwister.“
Seit zehn Tagen wird der Jungstorch im Rostocker Zoo betreut. „Er hatte zum Glück keine Verletzungen und lebte sich gut ein“, sagt Tierpfleger Wolfgang Pieth. Ob Fisch oder Fleisch, der Neuling frisst und gedeiht. Er wächst sogar mit Geschwistern auf, fünf aus Eiern zahmer Zoostörche geschlüpfte Artgenossen. Die „Retter“ wollen ihren Schützling im Herbst auswildern und hoffen, dass er mit Wildstörchen in den Süden zieht.
Auch Dr. Stefan Kroll und Jan aus Sildemow freuten sich über das ungewöhnliche Ereignis. Der Wissenschaftler, der mit seinem Freund Jan in der Freizeit eine Internet-Plattform über die unter Naturschutz stehenden Tiere anlegte, beschaffte sogar ein Privatvideo aus Benitz. Auf der Homepage (www.stoerche-doberan.de) können Adebar-Fans nun miterleben, wie Wasser aus einer Pipette und ein paar Stückchen Heilbutt dem Nistling wieder zu Kräften verhelfen. Auch in anderen Tiergärten und im Vogelpark Marlow werden manchmal verlassene Wildvögel abgegeben. „Ein Storchenjunges haben wir aber schon ewig nicht bekommen“, sagt Tierpfleger Pieth.
Nach Einschätzung von Hans Zöllick wird 2007 ein „durchschnittliches Storchenjahr“ – ähnlich wie 2006, als rund 1800 Junge flügge wurden. In Rekordsommern wurden schon um 2500 Jungtiere gezählt. „Viele Altstörche kamen erst spät aus dem Süden, dann bleibt die Jungenzahl oft niedrig.“ In MV brüten etwa 900 Storchenpaare.

ELKE EHLERS
Quelle: Ostseezeitung, 19.6.2007

Videosequenz vom geretteten Benitzer Storchenküken

Wie wir bereits berichtet haben, ist am vergangenen Samstag der kleinste der vier etwa 12-14 Tage alten Jungstörche aus dem Nest in Benitz herausgefallen (oder herausgeworfen worden). Die beiden Fotos zeigen, dass der Jungvogel aus ca. 10-12 Metern Höhe herunterfiel.


Zu seinem großen Glück steht unter dem Nistmast ein großer Strauch, in den er hineingefallen ist. Anwohner haben ihn in den Ästen des Strauches hängend

gefunden. Er wies blutverschmierte Verletzungen am Rücken auf und wirkte sehr apathisch. Die Anwohner, die ihn bargen, gaben ihm zunächst kaum eine Überlebenschance. Um so großer war die Überraschung, als sie am nächsten Morgen nach ihm sahen und er einen sehr viel vitaleren Eindruck machten. Nach Rücksprache mit dem Kreisstorchenbetreuer Hans-Heinrich Zöllick bot die Familie dem kleinen Storch Fisch und Wasser an. Wie er darauf reagierte, ist in der hier verlinkten Videosequenz sehr schön zu beobachten:

[Die Wiedergabe benötigt einen installierten Shockwave Flash-Player;
Unter Netscape kann es zu Komplikationen kommen]

Nach dieser "Erstversorgung" wurde der Storch mit dem Auto in den etwa 15 Kilometer entfernten Rostocker Zoo gebracht, wo es eine Aufnahmestelle für verunglückte Störche gibt. Nach unserem letzten Stand soll er dort möglichst naturnah großgezogen und anschließend - im August - ausgewildert werden. Als Hans-Heinrich Zöllick ihn das letzte Mal im Zoo Rostock besuchte, macht er einen sehr vitalen Eindruck. Es ist zu hoffen, dass er sich weiter gut entwickelt und im August mit nach Afrika fliegen kann.

Gute Nachrichten vom abgestürtzten Benitzer Storchenküken

Gute Nachrichten gibt es von dem Jungstorch, der vorgestern in Benitz aus dem Nest gestürzt und anschließend in die Aufnahmestation des Rostocker Zoos gebracht worden ist. "Storchenvater" Hans-Heinrich Zöllick hat das etwa 14 Tage alte Waisenkind heute in Augenschein genommen. Es macht einen munteren und sehr lebhaften Eindruck, sodass ihm jetzt recht gute Überlebenschancen eingeräumt werden können. Aus dem Rostocker Zoo ist außerdem zu vermelden, dass im Nest auf der Bärenburg (Rostock Zoo I) drei Jungstörche zu sehen sind. Weiterhin meldeten uns die Horstbesitzer aus Wischuer, dass es dort zurzeit zwei Storchenküken gibt. Wir haben die Brutverlaufskarte wieder überarbeitet (bitte auf dieser Seite rechts oben das Bild anklicken). Das Foto (dankenswerter Weise von einer Storchenfreundin zur Verfügung gestellt) wurde am Samstag am Horst Thulendorf I aufgenommen. Es sind drei Jungstörche im Nest.

Viele Jungstörche in den Nestern unserer Region!

Am heutigen Sonnabend hat sich unser Überblick über die geschlüpften Jungstörche in den Nestern unserer Region wesentlich verbessert. Vorerst wird dieses nur anhand der erneut überarbeiteten Brutverlaufskarte erkennbar (bitte rechts oben auf "Neuestes Bild" klicken). Ein detaillierter Bericht mit zahlreichen Fotos folgt so bald wie möglich. Heute nur so viel: Es zeichnet sich ab, dass die Schlechtwetter-Periode Ende Mai keine spürbaren Folgen für die geschlüpften Jungstörche gehabt hat. Insgesamt ist die Anzahl der momentan in den Nestern befindlichen Jungstörchen vergleichsweise hoch. In sehr vielen Nestern sind es momentan drei Jungstörche, in mindestens sechs Nestern (darunter jetzt auch Grammow, Schmadebeck I, Satow Hof und Benitz) vier. Aus Benitz berichteten die Anwohner (Familie Storn) sogar, dass dort zunächst sechs Küken geschlüpft waren. Es sind aber zwischenzeitlich zwei Jungstörche aus dem Nest geworfen worden. In der Regel regulieren die Altstörche die Anzahl ihrer Jungen auf diese Weise, wenn für sie erkennbar ist, dass die Nahrung nicht für weitere Junge reicht. Leider hat wohl der Lärm rund um den G 8-Gipfel dafür gesagt, dass die Störche in Vorder Bollhagen ihre Brut aufgegeben und den Standort am letzten Wochenende verlassen haben. Insbesondere auf Hubschrauber reagieren Störche (und andere Vögel) sehr empfindlich - und davon gab es dort reichlich! Hoffen wir nur, dass in Hohen Luckow nach dem Festessen der Regierungs- und Staatschefs am Donnerstag alles gut gegangen ist und die Störche nicht verschreckt wurden. Eine Kontrolle dort steht momentan noch aus. Zum Abschluss hier noch ein Foto mit drei Jungstörchen, das eine Storchenfreundin heute in Niekrenz aufgenommen und uns dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat.

Jeweils 3 Storchenküken in Benitz und Kröpelin

Aus zwei weiteren Storchennestern unserer Region gibt es Nachwuchs zu vermelden. Im Nest Kröpelin III sind um den 10. Mai drei Jungstörche geschlüpft, die auch das schlechte Wetter am vergangenen Wochenende gut überstanden zu haben scheinen. Vielen Dank für die Benachrichtigung! Ebenfalls sehr munter sind die drei Storchenküken, die vor etwa 14 Tagen in Benitz geschlüpft sind. Zwei von ihnen bekam ich heute vor die Kamera, dieses Bild zeigt einen der Jungstörche bei der Fütterung, kurz nachdem der mit dem Rücken zur Kamera stehende Altstorch gelandet war. Ein paar weitere Bilder aus Benitz gibt es im Fotoalbum.

Große Fahrradtour am Wochenende

Am Wochenende hatte ich Gelegenheit zu einer großen und einer kleineren Fahrradtour zu verschiedenen Storchennestern. Am Samstag war ich östlich von Rostock im Bereich der kleinen Flüsschen Carbäk und Kösterbeck unterwegs, am Sonntag dann im Raum Schwaan. Ziel war es vor allem, herauszufinden, an welchen Standorten gebrütet wurde und wo nicht. Bei dieser Gelegenheit habe ich zahlreiche Fotos aufgenommen. Etwa 20 davon stehen neu im Fotoalbum.
In folgenden Nestern konnte ich erfreulicher Weise brütende Störche vorfinden: Albertsdorf, Bandelstorf, Bentwisch, Broderstorf II, Fienstorf, Groß Lüsewitz, Niekrenz, Lieblingshof, Petschow, Thulendorf, Neu Thulendorf, Göldenitz (Amt Warnow Ost), Benitz, Schwaan I und Schwaan II.
Anwesend, aber nicht am Brüten waren die Störche in Goorstorf und Neu Broderstorf, dagegen war das Nest in Rothbeck verlassen, jedoch gab es zahlreiche frische Kotspritzer, sodass der oder die Störche wohl noch Nestbindung haben. Nähere Auskünfte konnte mir dort leider niemand geben. In Pastow schien das Nest bereits seit längerem verlassen zu sein. Auch in Lichtenhagen war kein Storch am Nest, aber das zeigt ja auch regelmäßig die dortige Webcam. Erfreulicher Weise entdeckte ich am Nest in Bentwisch beim Landeanflug einen ELSA-beringten Storch. Die Ablesung steht auch hier noch aus.

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