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Griebnitz

Einige Nachzügler an den Horsten


2 Störche auf der noch nie zuvor besetzten Nisthilfe in Wolfsberg. Foto: N. Labahn, 15.5.11

Im Anschluss an die lang erwarteten Regenfällen sind uns in den letzten Tagen von verschiedenen Storchennestern Nachzügler gemeldet worden. So wurden am 15. Mai zwei Störche in Woltow (Horstpaar zuletzt 2006) und auf der bisher noch nie besetzt gewesenen Nisthilfe in Wolfsberg beobachtet. Auch in Griebnitz und Dummerstorf gab es in den letzten Tagen Horstbesucher. Es bleibt abzuwarten, ob sich in dem einen oder anderen Fall noch eine etwas festere Horstbindung entwickelt. Dass so spät noch mit dem Brutgeschäft begonnen wird, ist unwahrscheinlich. Das gilt auch für das erst seit dem 5. Mai komplette Paar in Nustrow sowie die beiden Störche in Zeez, wo der Horst zwischen dem 5. und dem 12. Mai komplett leer war.

Die ersten Storchenküken sind zu sehen!

Dieses Foto vom Pfingstsamstag aus Schmadebeck I zeigt den ersten Storchennachwuchs des Jahres 2010. Auch in zahlreichen anderen Nestern sind in den letzten Tagen die ersten Jungstörche geschlüpft. So wurden z. B. in Schmadebeck II, Wischuer und Bröbberow Fütterungen beobachtet. Gescheitert ist demgegenüber die Brut in Tessin. Hier standen heute beide Störche auf dem Dach der evangelischen Kirche. Bei dieser Gelegenheit konnte ich den ELSA-Ring des Männchens ablesen - es ist wie im Vorjahr DEH H 1583, beringt 2003 auf der Insel Rügen. In Griebnitz hatten zwischenzeitlich Stockenten den Storchenhorst übernommen und auch Eier gelegt. Inzwischen lässt sich dort regelmäßig wieder ein Einzelstorch blicken. Eine weitere Neuansiedlung hat es in Niekrenz gegeben. Auf einem Gehöft am Dorfausgang Richtung Sanitz ist seit dem 15. Mai eine neu auf einem E-Mast errichtete Nisthilfe von einem Storchenpaar angenommen worden, das jedoch nicht mehr mit der Brut begonnen hat. Wir führen den Horst zukünftig unter "Niekrenz II".

Vielerorts wird gebrütet

So wie hier im Storchennest Biestow Dorf wird inzwischen vielerorts fest gebrütet. Die Biestower Störche dürften etwa die Hälfte der durchschnittlich 32 Bruttage hinter sich haben. In den letzten drei Jahren gab es hier jeweils zwei ausfliegende Jungstörche. Im Hintergrund ist ein zweiter Nistmast zu erkennen, den die Störche bis 2006 nutzten. Seitdem regiert dort ein Stockenentenpaar, das auch jetzt wieder in dem ehemaligen Storchennest brütet. Eine erfreuliche Nachricht erhielten wir noch aus Zarnewanz. Dort ist das Paar bereits seit dem 13. April komplett, und es wird auch schon gebrütet. Auch in Cammin hat das lange Warten für den "Erstankömmling" ein Ende, denn seit dem 18. April ist ein zweiter Storch im Nest. Schlechte Nachrichten gibt es dagegen aus Griebnitz, wo das seit Ostersonntag komplett gewesene Stochenpaar nach zwei gemeinsamen Wochen zuletzt am vergangenen Samstag auf dem Nest gesehen worden ist. Auch in Groß Lüsewitz und in Dummerstorf ist es zu keiner festen Horstbindung gekommen. Hier wurden letztlich bisher nur verschiedene Horstbesucher registriert. Demgegenüber scheint das Storchenpaar, das sich innerhalb der Pankelower Schweinemastanlage neu angesiedelt hat, ernste Absichten zu verfolgen - ein Storch saß gestern auf dem Nest, während der zweite unweit davon auf noch vegetationlosem Acker nach Nahrung suchte.

Beringungen auch im Altkreis Ribnitz-Damgarten

In einer weiteren Beringungsaktion erhielten heute 21 Jungstörche in zehn Nestern des Altkreises Ribnitz-Damgarten ihren ELSA-Storchenring. Dieses Foto entstand am Dienstag während der Beringung in Schwaan. Knapp 30 weitere Bilder sind jetzt ins Fotoalbum eingestellt worden.
Eine weitere Neuigkeit: In Dummerstorf nutzt seit einiger Zeit ein Storchenpaar regelmäßig einen Nistmast. Möglicherweise gibt es hier einen Zusammenhang mit der Vertreibung des benachbarten Griebnitzer Storchenpaares. Vielleicht bahnt sich hier aber auch eine Neuansiedlung an, denn in Dummerstorf waren viele Jahre lang keine Störche ansässig.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

In diesem Jahr sehr verteiltes Schlüpfen der Jungstörche

Bedingt durch die sehr unterschiedlichen Ankunftsdaten wird es in diesem Jahr auch große Unterschiede beim Schlupftermin geben. Während die ersten Jungstörche bereits geschlüpft sein dürften (z. B. in Kröpelin oder in Wendfeld), wird es an anderen Standorten noch bis zu drei Wochen dauern. Zu den Nestern, an denen spät mit der Brut begonnen wurde, zählen auch Hohen Schwarfs und Griebnitz (Foto: S. Orts):

Der Regen, der am Wochenende gefallen ist, war dringend notwendig und sollte die Überlebenschancen für die früh geschlüpften Jungstörche deutlich verbessern. Während der ersten 14 Tage nach dem Schlupf werden die Jungen von den Altstörchen gegen alle Wetterunbilden gut geschützt (sie werden "gehudert"), der Regen kann ihnen im Allgemeinen nichts anhaben.

Zwei weitere Paare komplett

Heute haben wir erfahren, dass in Göldenitz/Amt Schwaan (seit dem 12.4.) und in Griebnitz (seit dem 21.4.) jeweils ein zweiter Storch am Nest ist. In Göldenitz wird bereits gebrütet. In Ziesendorf fanden am 21. April heftige Storchenkämpfe statt, an denen insgesamt fünf Störche beteiligt waren. Es kam dabei offenbar zu einem Paarwechsel. Während der Horst bis zum Dienstag kontinuierlich besetzt war und eindeutige Zeichen der Brutvorbereitung erkennbar waren, sind seitdem immer nur abends und nachts zwei Störche am Horst. Ob es unter diesen Voraussetzungen noch zu einer Brut kommt, erscheint fraglich. Im Nachbarort Bröbberow wartet ein einzelner Storch bereits seit dem 2. April Storch auf einen Partner bzw. eine Partnerin. Bisher ist leider noch keine/r eingetroffen. Die Nester in Gerdshagen und Rosenhagen waren bis gestern Abend immer noch unbesetzt. Weitere Kontrollen erfolgen heute und morgen. Die neuen Ankunftsdaten finden sich auch auf unserer aktualisierten Ankunftskarte

Eine erste Zwischenbilanz: Noch viele leere Plätze in den Nestern


Blick aus dem Turm des benachbarten Gutshauses auf das bereits brütende Wendfelder Storchenpaar

Wie versprochen möchte ich heute eine erste Zwischenbilanz zur Rückkehr der Störche im Landkreis Bad Doberan geben. Über die Ostertage sind Hans-Heinrich Zöllick und ich an fast allen Nestern gewesen, in denen im Vorjahr Störche anwesend waren. Die Rückkehrquote beträgt bisher etwas über 60%, das heißt fast 40% der 128 horstgebundenen Altstörche des Vorjahres fehlt momentan noch. Während im März nur zehn Rückkehrer registriert wurden, kehrten in der ersten April-Pentade (also zwischen dem 1. und dem 5. April) 54 Störche zurück. In der folgenden Pentade vom 6. bis zum 10. April ebbte diese Welle deutlich ab - in diesem Zeitraum wurden bisher lediglich 14 Rückkehrer festgestellt bzw. gemeldet.

Mittlerweile ist in 29 von 59 im Vorjahr besetzten Horsten ein komplettes Storchenpaar vorhanden, in 17 weiteren steht ein einzelner Storch auf dem Nest und in 13 Orten gibt es noch gar keinen Storch. Dazu zählen auch die in den letzten Jahren fast immer erfolgreichen Standorte Bentwisch, Petschow, Wischuer, Gerdshagen, Ivendorf, Nustrow, Zarnewanz und Ziesendorf. Mit diesen Werten liegen wir deutlich hinter den vergleichbaren Daten der beiden Vorjahre zurück. Für ein Erfolgsjahr fehlt schon jetzt eine große Anzahl früh kompletter Storchenpaare. Andererseits waren 2007 und 2008 mit der massenhaft frühen Ankunft für die Ostzieher Ausnahmejahre. Es ist also durchaus noch möglich, dass die bisher fehlenden Störche in den nächsten zwei bis drei Wochen noch eintreffen und diese dann auch noch - wenn auch vergleichsweise spät - mit der Brut beginnen. Die Voraussetzungen für ein gutes Storchenjahr mit vielen Jungen sind in jedem Fall deutlich ungünstiger als im Vorjahr. Allerdings hängt wie jedes Jahr auch dieses Mal wieder sehr viel von der Witterung und damit zusammenhängend dem Nahrungsangebot ab.

Übrigens werden im Einzugsgebiet der Ostzieher fast überall ähnliche Beobachtungen wie bei uns gemacht. Auch in vielen anderen Regionen gibt es noch viele leere Plätze in den Storchennestern. Es hat den Anschein, dass eine gegenüber den beiden Vorjahren deutlich größere Anzahl von Weißstörchen 2008/09 entweder später aus den Winterquartieren aufgebrochen ist oder aber andere (südlicher gelegene) Gebiete in Afrika genutzt hat und dadurch der Rückweg deutlich länger dauert.

Heute erreichte uns die Nachricht, dass jetzt auch in Thelkow und in Groß Potrems (auf der neuen Nisthilfe) Storchenpaare angekommen sind. Die Ankunftskarte wurde überarbeitet. Im Fotoalbum gibt es heute neue Fotos aus Groß Potrems, Thelkow, Kowalz, Tessin und Wendfeld, dazu noch zahlreiche weitere von diversen Storchennestern, die am Karfreitag aufgenommen wurden. In Griebnitz hat der 2. Storch bereits gestern das Nest wieder verlassen - derartige Beispiele, dass offenbar die "richtigen" Partner noch erwartet werden, gibt es in diesem Jahr recht häufig.

Österlicher Storcheneinflug in Griebnitz und Albertsdorf

Seit heute ist in Griebnitz der zweite Storch zurück (Foto: S. Orts). Außerdem steht seit Samstag in Albertsdorf der erste auf dem Nest. Die Ankunftskarte ist wieder aktualisiert worden. Am morgigen Abend werde ich eine erste Zwischenbilanz versuchen.

Etwa die Hälfte der Störche ist bereits eingetroffen


In Griebnitz traf der erste Storch gestern ein - diese Aufnahme von heute machte S. Orts.

Seit vorgestern hat sich die Anzahl der zurückgekehrten und uns bekannt gewordenen Störche um neun erhöht. Damit ist jetzt ziemlich genau die Hälfte der 128 Störche wieder da, die im Vorjahr in unserer Region Horstbindung hatten. Grob gerechnet ist ein Drittel der Nester bereits komplett besetzt, während ein weiteres Drittel mit einem Storch belegt und das dritte Drittel noch ganz unbesetzt ist. Im Einzelnen wurden zurückgemeldet:

- Clausdorf: 2. Storch am 1.4.
- Schwaan II: 2. Storch am 3.4.
- Groß Lüsewitz: 1. Storch am 1.4. und 2. Storch am 8.4.
- Parkentin: 1. Storch am 7.4.
- Griebnitz: 1. Storch am 7.4.
- Biendorf: 1. Storch am 7.4.
- Petschow: 1. Storch am 7.4.
- Fienstorf: 2. Storch am 7.4.

Die Gesamtverteilung ist am besten über unsere aktualisierte Ankunftskarte zu erkennen.

Noch nicht überall Aufbruchstimmung

In den letzten Tagen sind die ersten Störche in Richtung Süden aufgebrochen. Verschiedene "unserer" Horste sind schon ganz leer. Am letzten Wochenende gab es im Landkreis aber auch noch zahlreiche Nester, auf denen sich die Jungstörche noch füttern ließen, so z. B. - wie auf diesem Foto vom Sonntag zu sehen - in Detershagen. Hier ist 2008 die einzige Viererbrut der Region groß geworden ist. An anderen Standorten, wie z. B. Heiligenhagen oder Griebnitz, an denen es erst Ende Mai/Anfang Juni zum Schlupf kam, haben die Jungen gerade erst die ersten Flugrunden hinter sich. Im Fotoalbum gibt es aktuelle Aufnahmen aus Biestow, Detershagen, Gerdshagen, Griebnitz, Heiligenhagen und Satow.
In Grammow hat leider ein Jungstorch eine Beinfraktur erlitten. Verschiedene Versuche, ihn einzufangen und tierärztlich behandeln zu lassen, waren bisher leider vergeblich, denn der Storch ist noch voll flugfähig.

Engagement für Störche in Griebnitz hat sich gelohnt


Der Griebnitzer Jungstorch am 26.7.08; Foto: S. Orts

Wovon viele Storchenfreunde mit eigenem Grundstück träumen, ist für das Ehepaar Orts in Griebnitz Realität geworden. 15 Jahre lang stand die von Sigvard Orts errichtete Nisthilfe in dem kleinen Dorf an der A 19 Rostock - Berlin leer. Im Hochsommer 2006 kamen dann zum ersten Mal Störche, die sich ernsthaft für den Standort interessierten. Für eine Brut war es da schon zu spät, doch Ostern 2007 kamen sie wieder - und dieses Mal hatten sie Erfolg: es wurden zwei Junge groß. In diesem Jahr traf ein Altstorch bereits Ende März ein. Auf seinen Partner musste er jedoch bis zum 20. April warten. Als dann im Mai die große Trockenheit einsetzte, waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jungenaufzucht denkbar ungünstig. Doch das Griebnitzer Storchenpaar schaffte es: ein Küken überstand die kritischen Anfangswochen und wuchs zu einem kräftigen Jungstorch heran. Sigvard Orts hat seinen Anteil dazu beigetragen: in vorbildlicher Weise schuf er einen kleinen Tümpel in Horstnähe, der von den Störchen sofort angenommen wurde.

Foto: S. Orts (29.6.08)

Nach diesem zweiten Bruterfolg in Serie stehen die Chancen sehr gut, dass die Störche auch 2009 nach Griebnitz zurückkehren. Sie setzen damit eine lange unterbrochene Tradition fort, denn bereits in den 1950er Jahren gab es in Griebnitz Störche.

Neue Zwischenzählungen des Storchennachwuchses


Die Parkentiner Ringstörchin Hi L 864 inspiziert das Dach der reetgedeckten Scheune, auf der sich ihr Horst befindet

In den letzten Tagen konnte an einigen Standorten eine Aktualisierung der vorhandenen Jungstorch-Anzahl vorgenommen werden. Dabei gab es positive wie negative Überraschungen. So sind in den Storchenhorsten in Petschow, Reinshagen und Schwaan I (dort trotz zweier Abwürfe) drei Jungstörche vorhanden, in Bandelstorf sind es zwei und in Lieblingshof, Griebnitz und Parkentin je einer. In Ivendorf waren ursprünglich zwei Küken geschlüpft, von denen eines aus dem Nest geworfen wurde, während das andere - wie erst heute bekannt wurde - bereits vor drei Wochen ausgehorstet und in den Vogelpark Marlow gebracht worden ist. Auch in diesem Fall hatten die Altstörche die Versorgung ihres Nachwuchses praktisch eingestellt.
Unsere Bruterfolgskarte ist wieder aktualisiert worden. Auf den ersten Blick fällt die hohe Anzahl roter Punkte (= Paare ohne Bruterfolg) westlich von Rostock auf (= 14), während es im Osten nach heutigem Stand nur vier sind. In Petschow, Reinshagen und vor allem in Parkentin entstanden aktuelle Fotos, die wieder ins Fotoalbum eingestellt wurden.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Broderstorfer Störchin verliert Fuß


Ein trauriges Bild vom Horst Broderstorf II: die dortige Störchin, bei der vor etwa zwei Wochen eine schwere Fraktur im unteren Beinbereich festgestellt worden war, hat jetzt den gesamten Fuß verloren. Auf dem Foto von gestern, das dankenswerter Weise eine Storchenfreundin zur Verfügung stellte, ist sie links im Bild zu sehen. Sie steht dabei auf dem unversehrten Bein. Eine Rücksprache mit dem Storchenhof Loburg ergab, dass es praktisch ausgeschlossen ist, der Störchin nachhaltig zu helfen. Sie ist zudem weiterhin voll flugfähig und wäre - wenn überhaupt - dann nur sehr schwer einzufangen.
Unerfreulich ist auch die Tatsache, dass der am 20. bzw. 25. April von einem Storchenpaar besetzte und ausgebaute Horst Woltow inzwischen wieder verlassen wurde. Gebrütet wird dagegen mittlerweile auch in Groß Potrems und in Griebnitz, wo die Paare erst spät komplett waren.

Mehrere Nachzügler eingetroffen


Heute erreichten uns wieder einige erfreuliche Nachrichten, denn an mehreren Standorten ist das zum Teil wochenlange Warten auf einen zweiten Storch vorbei. So ist das hier auf einem Anwohnerfoto zu sehende Paar in Griebnitz seit dem 19. April komplett, während in Heiligenhagen der 2. Storch am 20. April und in Göldenitz bei Dummerstorf am 21. April eingetroffen ist. In Pastow haben Anwohner in Eigeninitiative für eine Säuberung des Horstes gesorgt - und wurden dafür belohnt. Seit dem 19. April ist dort ein Storch im Nest, und dieser scheint auch bleiben zu wollen (anders als ein kurzzeitiger Besucher vor etwa zwei Wochen).
In Hastorf gibt es dagegen nach wie vor keine feste Nestbindung. Immer wieder werden Horstbesucher festgestellt, zuletzt am 18. April auch ein Paar, doch blieben sie zumeist nicht sehr lange. Auch hier heißt es: Hoffen auf die kommenden Tage. Weitere "Wackelkandidaten" sind nach wie vor die Nester in Rothbeck und Kritzmow.

Bereits 71 Störche zurückgemeldet!


Storchenpaar in Göldenitz (Amt Schwaan) am heutigen frühen Abend

Was sich in den letzten Tagen bereits andeutete, ist inzwischen Gewissheit geworden: Wie im Vorjahr gab es in den letzten Märztagen eine ungewöhnlich frühe und außerordentlich starke erste Rückkehrerwelle. Bis heute hat es in unserer Region nicht weniger als 71 Rückmeldungen gegeben. Von den 69 Nestern, die im vergangenen Jahr besetzt waren, sind bereits mindestens 48 wieder bezogen worden. An mindestens 21 Standorten ist bereits ein komplettes Storchenpaar auf dem Nest. Diese Zahl wird sich mit Sicherheit noch erhöhen, denn es liegen noch gar nicht von allen Standorten Rückmeldungen vor. Die Flut der Ankunftsdaten hat uns geradezu überrollt, sodass wir erst heute einen Überblick bieten können. Dazu gibt es heute erstmalig eine Ankunftskarte, die unser Administrator Jan mit dem Programm Google Maps gestaltet hat und in der navigiert werden kann. Die vielen gelben Symbole zeigen an, wo der erste Storch bis zum 31. März am Nest war, die blauen verweisen auf den Zeitraum 1. bis 5. April. Bereits komplett besetzte Nester sind zusätzlich mit einem Punkt gekennzeichnet worden. Die kleinen runden Symbole zeigen Standorte an, die 2007 besetzt waren, von denen in diesem Jahr jedoch noch keine positive Rückmeldung vorliegt. Durch Anklicken der einzelnen Symbole können die genauen Ankunftsdaten aufgerufen werden. Die Ankunftskarte wird laufend aktualisiert.
Zusätzlich zum heutigen Titelfoto gibt es im Fotoalbum weitere, die heute in Rukieten, Griebnitz, Göldenitz (Amt Schwaan) sowie an den Standorten Schwaan I und Schwaan II aufgenommen worden sind.

Griebnitz - erste erfolgreiche Neuansiedlung seit 2004

Den gestrigen sonnigen Sonntag nutzte ich, um das in diesem Jahr erstmals besetzte Storchennest in Griebnitz bei Kavelstorf ausfindig zu machen. Vor etwa 15 Jahren wurde dort ein Nistmast aufgestellt, der in diesem Sommer nun endlich von einem Storchenpaar angenommen wurde (siehe Foto). Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass auch gleich zwei Jungstörche groß wurden. Die Lage des Nistmastes war schon bei der Aufstellung sehr günstig gewählt, denn die Störche haben von ihrem Nest aus einen guten Überblick über die am Dorfrand beginnende Wiesenlandschaft, zu der auch kleinere Gewässer gehören. Griebnitz ist übrigens die erste erfolgreiche Neuansiedlung im Landkreis Bad Doberan seit dem Jahre 2004.

Nachträge aus Fienstorf und Griebnitz

In diesen Tagen erreichten uns noch zwei Nachträge aus der zu Ende gehenden Storchensaison 2007. Zum einen gab es doch noch eine komplette Neuansiedlung - und das gleich mit Nachwuchs! In Griebnitz bei Kavelstorf wurde eine Nisthilfe neu besetzt, und es wurden zwei Jungstörche flügge.
Zum anderen erreichte uns noch dieses Bild aus Fienstorf, das die Familie Vogel am 26. Juli von "ihrem" aus dem Nest gefallenen Jungstorch gemacht hatte. Auch dieser Jungstorch war zwischenzeitlich im Zoo Rostock und wurde - nach erfolgter Beringung - am 22. August bei Parkentin in die Freiheit entlassen. Die Fienstorfer Altstörche sind übrigens beide letztmalig am 27. August am Nest gesehen worden.

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