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Kritzmow

Wechselhafte Nichtbrüter

Foto: B. Becker, 20.5.12

Während die Ringstörchin in Wendfeld hier nach erfolgreicher Fütterung ihrer Küken einen Frosch verspeist, haben es andere Störche ohne begonnene Brut wesentlich einfacher, denn sie müssen nur sich selbst versorgen. Da ist dann auch die Horstbindung nicht immer so konstant. So hat sich das Wechselspiel in Kritzmow am Wochenende weiter fortgesetzt. Zurzeit ist dort offenbar ein einzelner Storch "Hausherr". Am Sonntag aber tauchte hier nach Informationen einer sehr aufmerksamen Anwohnerin auch wieder einmal der "Baustorch" und ehemalige Nestinhaber mit dem Ring DEH H 3107 auf. Im Schlepptau befanden sich ein unberingtes Männchen und ein oben rechts beringtes Weibchen, die zwischenzeitlich eine Abwesenheit des Hausherren nutzten, um sich im Nest zu paaren. Leider konnte die Störchin bisher noch nicht identifiziert werden. Vielleicht hat auch sie Anschluss an die Störche im Zoo Rostock gefunden. Zu den spät eingetroffenen Paaren, die keine Brut mehr begonnen haben, aber relativ häufig am Horst sind, zählen die Störche in Detershagen und Groß Lüsewitz. Weniger fest scheint dagegen die Horstbindung der zuletzt in Wolfsberg festgestellten Störche zu sein, die dort nur sehr sporadisch am Nest auftauchen. Zuletzt übernachtete nur noch ein Einzelstorch. In den nächsten Tagen werden nun an zahlreichen Nestern die Jungstörche schlüpfen. Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein.

Deutlicher Bestandsrückgang zeichnet sich ab

Zarnewanz - einer von zur Zeit nur noch 42 Horsten im alten Landkreis Bad Doberan, an denen aktuell gebrütet wird. Foto: B. Becker, 13.5.12

Die letzten Erkundigungen am Wochenende haben es deutlich werden lassen - das Jahr 2012 wird in unserem Betreuungsgebiet mit einem deutlichen Bestandsrückgang in die Statistiken eingehen. Es hat sich herausgestellt, dass an etlichen Nestern die Anwesenheit zurückgemeldeter Störche nur von kurzer Dauer war. Oft verließen die Störche nach drei bis sieben Tagen das zunächst besetzte Nest und kehrten dann nicht mehr zurück. Dieses Phänomen, das es in anderen Jahren in diesem Umfang nicht gab, betraf etwa zehn Standorte! So sind in diesem Jahr auch gleich mehrere Traditionshorste leer geblieben: In Hohen Luckow, Detershagen, Groß Potrems, Groß Lüsewitz und Zeez gab es zum Teil über viele Jahrzehnte ununterbrochen Storchenpaare. In Wischuer und Bröbberow standen zuletzt nur Einzelstörche. Und der vermeintliche Nachfolger von DEH H 3107 in Kritzmow entpuppte sich anhand seines Ringes als männlicher Brutstorch aus Stäbelow, der hier des Öfteren nur vorbeischaut, vermutlich, um sein Revier abzugrenzen.
Es fehlt ganz offensichtlich an nachrückenden, brutbereiten Störchen und die, die sich doch neu einfinden, beurteilen das Nahrungsangebot offenbar als so ungünstig, dass sie sich gegen einen Brutversuch entscheiden. Der alte Landkreis Bad Doberan ist Bestandteil der nordwestlichen Verbreitungsgrenze der ostziehenden Weißstorchpopulation, die offenbar insgesamt im Rückgang begriffen ist. Man darf auf die Ergebnisse der nächsten, vermutlich 2014 stattfindenden Welt-Bestandserfassung gespannt sein. Nach 54 Horstpaaren im vergangenen Jahr zähle ich aktuell noch 47 Paare. Damit hat sich unser Weißstbestand innerhalb von nur neun Jahren halbiert (2003: 94 Horstpaare) - eine wahrlich besorgniserregende Entwicklung.
Immerhin brüten zumindest 42 dieser 47 Paare zurzeit. Als letztes Paar dürfte das in Vorder Bollhagen mit der Brut begonnen haben - hier gab es letztmalig 2004 ausfliegenden Storchennachwuchs. An drei weiteren Standorten (Klingendorf, Schmadebeck II, Kirch Mulsow) ist es nach Eiverlusten - aus unterschiedlichen Gründen - zu einem Brutabbruch gekommen. Nur in Neu Thulendorf und in Rosenhagen wurde bisher keine Brut begonnen und es ist auch nicht mehr damit zu rechnen, dass sich dies noch ändern wird.
Inzwischen steht übrigens fest, dass der im Klingendorfer Horst verendete Altstorch krank war - Aspergillose der Lunge und Luftsäcke lautet der eindeutige Befund. Zum Zeitpunkt seines Todes war er bereits auf 2,7 Kilogramm Körpergewicht abgemagert.

Nest Nr. 3 für Ringstorch H 3107

Foto: B. Becker

Der beringte Storch DEH H 3107 gibt weiter Rätsel auf: heute entdeckten wir ihn zusammen mit einer unberingten Partnerin im Horst Rostock Zoo I auf der dortigen Eisbärenburg. Gemeinsam verteidigten sie das Nest gegen einen kreisenden Fremdstorch. Das Paar brütet jedenfalls (noch) nicht. Zur Erinnerung: noch am letzten Wochenende hatte er zusammen mit einer Partnerin ein anderers Storchenpaar von seinem vorjährigen Horst in Kritzmow vertrieben und war dort auch im Anschluss wiederholt am Nest (auch mehrfach bei Paarungen) gesehen worden. Mitte April hatte er im Rostocker Zoo ein ganz neues Nest auf einem Dohlenkasten errichtet und dann Anschluss an die invaliden Störche auf der Stelzvogelwiese gesucht. Heute Abend in der Dämmerung stand ein einzelner, recht scheu wirkender Storch auf dem Kritzmower Nest. Ob er oder sie einen Ring trug, ließ sich nicht erkennen. "Betreut" H 3107 etwa zwei Weibchen an zwei verschiedenen Nestern? Wir werden uns weiter um Aufklärung bemühen.
Ebenfalls in der Abenddämmerung entdeckten wir auf dem im Vorjahr unbesetzten Nest in Niendorf (2010 wurde hier erstmals ein Jungstorch flügge) ein Storchenpaar. Weiterhin an ihren Nestern waren zumindest gestern auch noch die Paare in Rosenhagen und Vorder Bollhagen (ebenfalls Wiederansiedlungen). In Bröbberow ist es dagegen offenbar bisher bei einem Einzelstorch (dem beringten Weibchen des Vorjahres) geblieben.

"Baustorch" H 3107 zurück in Kritzmow

Foto: B. Becker

Wie schon fast zu erwarten, hat der Ringstorch H 3107 mit dem großen Bautrieb nicht tatenlos zugesehen, wie sich ein anderes Storchenpaar in "seinem" Horst in Kritzmow einrichtet. Am Samstag gab es heftige Storchenkämpfe zwischen vier Störchen und am Sonntagfrüh fanden wir ihn - jetzt mit einem Weibchen - wieder in Kritzmow vor. Noch können wir auf eine erfolgreiche Brut hoffen.
Ebenfalls Horstkämpfe gibt es seit etwa einer Woche in Moitin und Kirch Mulsow. Offenbar vertragen sich die Störche in diesen relativ dicht beieinander liegenden Dörfern nicht miteinander. Besonders das Moitiner Männchen hat offenbar ein sehr weites Verständnis von seinem Revier. Vermutlich er ist dafür verantwortlich, dass am Sonntagfrüh zwei Eier aus dem Nest in Kirch Mulsow geworfen wurden. Schon in der Vergangenheit wurde ein Einzelstorch dabei beobachtet, wie er sehr rigoros gegen Neuansiedlungsversuche in benachbarten Dörfern (z. B. Danneborth und Neu Karin) vorging.
Am Samstag wurden wir Zeuge eines besonders intensiven und lang anhaltenden Horstkampfes, den in Vogtshagen ein unberingter und ein beringter Storch austrugen. Der Beringte konnte als DEH H 8958 identifiziert werden - 2009 schlüpfte er in Thulendorf aus dem Ei. Erstmals konnte damit die Wiederkehr eines von uns (seit 2008) beringten Weißstorchs in das Betreuungsgebiet nachgewiesen werden. Wie es in Vogtshagen nun weitergeht, war am Samstagabend unklar.

Fotos (2): B. Becker; weitere im "Fotoalbum".

Aus Klingendorf berichtet die Anwohner, dass die beiden Störche weiter am Nest zusammen sind. Morgen werden wir eine erste Zwischenbilanz der Storchensaison ziehen.

Kritzmower Brutstorch auf Abwegen

Im Vorjahr war der 2004 in Holthusen bei Schwerin beringte männliche Storch DEH H 3107 äußerst "baufreudiger" Brutvogel in Kritzmow. In diesem Jahr trafen wir ihn am 5. April wieder in Kritzmow an. Bis zum 10. April baute er das Nest abermals kräftig aus - danach verschwand er. Gestern fand ich ihn im etwa 5 Kilometer entfernten Zoo in Rostock wieder. Er hat dort abermals ein mächtiges Nest errichtet - auf einem schmalen Dohlenbaukasten. Das offenbar ersehnte Weibchen konnte er damit jedoch erneut nicht anlocken - auf dem Foto ist stattdessen ein neugieriger Graureiher zu erkennen.

Daraufhin entwickelte er Interesse an den invaliden Störchen auf der Stelzvogelwiese des Zoos. Mit diesen gab es kräftige Auseinandersetzungen, und aktuell ist nicht klar, wie es mit H 3107 nun weitergeht. Der Horst Rostock Zoo I (Bärenburg) ist offenbar noch unbesetzt, während auf dem Baumhorst (Rostock Zoo II) ein Paar vermutlich bereits brütet.
Unterdessen wurde am frühen Morgen des 26. April ein Storchenpaar auf dem Kritzmower Horst gesehen. Es baute bereits und es kam auch zu Kopulationen. Ob H 3107 sich hier noch einmal einmischt?

Zum Vergleich: der jetzt überbaute Dohlenkasten im Zoo Rostock (Foto vom Juni 2009)

Unser Biestower Storchenpaar ist komplett

Daten zurückgemeldeter Störche tagesaktuell hier (Google Maps-Karte)

Fotos (2): B. Becker, 6.4.12

Der Storchenbetreuer hat seit diesem Winter das Glück, in unmittelbarer Nähe des Storchenhorstes Rostock-Biestow zu wohnen. Hier ist es natürlich weitaus leichter als sonst, das Geschehen am Horst kontinuierlich zu verfolgen. So entdeckten wir den ersten Storch des Jahres am Gründonnerstag (5. April), abends im Nest liegend. Heute früh war er kurz auf dem Nest zu sehen und dann recht lange weg - sicher auf Nahrungssuche. Gegen 16 Uhr standen plötzlich zwei Störche im Horst, die kurze Zeit später bereits "Storchenhochzeit" feierten. Besonders am Schnabel sind beide recht gut zu unterscheiden. Sie wirkten ziemlich vertraut miteinander, so dass man annehmen könnte, dass es das Paar des Vorjahres ist. Sicher ist das allerdings nicht, denn beide Störche sind unberingt. Hoffen wir auf eine erfolgreiche Brutsaison, über die ich an dieser Stelle dann besonders ausführlich berichten könnte.
Im Nachbardorf Kritzmow entdeckten wir heute, dass der ebenfalls erstmals gestern auf dem Horst gesehene Storch unten rechts beringt ist. Die Ablesung der Ringnummer gelang noch nicht, aber es spricht vieles dafür, dass es der Kritzmower Vorjahresstorch DEH H 3107 ist.

Jetzt kommen sie!

In der Abenddämmerung in Kritzmow entdeckt: der 1. Storch ist eingetroffen, Foto: B. Becker

Erstmals in diesem Jahr gab es heute einen vergleichsweise starken Einflug von zurückkehrenden Weißstörchen. Das gute Wetter in unserer Region wird dazu beigetragen haben. Es erreichten uns Nachrichten aus:
- Reinshagen, 1. Storch 4.4.
- Schwaan II, 2. Storch 4.4.
- Schmadebeck II, 2. Storch 5.4.
- Vogtshagen, 1. Storch 5.4.
- Kritzmow, 1. Storch 5.4.
- Biestow, 1. Storch 5.4.
- Berendshagen, 1. Storch 5.4.
- Hof Tatschow, 1. Storch 5.4.
- Liepen, 1. Storch 5.4.
- Parkentin, 1. Storch 5.4.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden heute beobachtet: Ehmkenhagen: zwei Störche; Kloster Wulfshagen, Gresenhorst: je ein Storch.
Vielen Dank allen Beobachtern und Meldern!
Erfreulich ist auch, dass sich die Wetterlage voraussichtlich nach Ostern umstellt und dann in Mitteleuropa eine südliche bis südwestliche Luftströmung vorherrschen wird.

Spätbruten mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten


Dieses Storchenpaar in Kritzmow (im Vordergrund der männliche Ringstorch DEH H 3107, beringt 2004 in Holthusen bei Schwerin) wird in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Nachwuchs bleiben. Der Schlupf der Küken ist seit mehr als zwei Wochen überfällig.

Wie schon im Vorjahr, so beschäftigen uns auch in diesem Jahr etliche Spätbruten, deren Erfolgsaussichten auch jetzt noch nicht überall klar sind. Als Spätbruten können die Gelege von Paaren bewertet werden, die erst ab dem 25. April dauerhaft zusammenfanden. Momentan sind sieben derartige Gelege unter Beobachtung:
- Bröbberow: Paarbildung 25.4., es wird immer noch gebrütet, vermutlich "taube" Eier
- Kritzmow: Paarbildung 27.4., gleiche Situation
- Bentwisch: Paarbildung 27.4.: vermutlich noch sehr kleine Küken im Nest, Anzahl noch unbekannt
- Benitz: Paarbildung 2.5., ein oder zwei Jungstörche, etwa 2-3 Wochen alt, wurden heute bereits allein gelassen
- Reinshagen: Paarbildung 7.5., Nachgelege, vermutlich ein Jungstorch, etwa zehn Tage alt
- Parkentin: Paarbildung 21.5., Endphase der Brut (?)
- Schwaan I: Paarbildung 16.4., jedoch Nachgelege oder neues Paar ab etwa 23.5., vermutlich sehr kleine Küken im Nest; Anzahl noch unbekannt
Im Vorjahr waren die Verhältnisse so, dass mit einer Ausnahme sämtliche Spätbruten erfolgreich endeten. Da das eher die Ausnahme ist, wäre es in diesem Jahr schon ein Erfolg, wenn zumindest die Mehrheit der Paare Nachwuchs durchbringen würden.
Auch in anderen Regionen wie etwa in der Prignitz wurde bei etlichen Storchenpaaren eine Tendenz in Richtung eines sehr späten Brutbeginns festgestellt. Ob dies aber gleichbedeutend ist mit einem generell veränderten Verhalten der Störche oder doch nur eine vorübergehende Erscheinung darstellt, bleibt abzuwarten.

Polnischer Ringstorch in Kambs stammt von der Insel Wollin

Der hier seinen Partner erwartende männliche Storch in Kambs (rechts im Bild, Foto: A. Borchwardt) wurde nach einer Information polnischer Storchenfreunde 2008 im Ort Laska auf der Insel Wollin beringt. Es handelt sich also um einen dreijährigen Storch, der sich Ende Mai neu das Nest in Kambs ausgesucht hat - wenn auch zu spät, um noch mit einer Brut zu beginnen.
Über Pfingsten erreichten mich noch einige weitere erfreuliche Nachrichten. So soll es in Hohen Schwarfs nach dem Abwurf von drei Jungstörchen immerhin noch zwei lebende Küken im Nest geben, und auch in Heiligenhagen hat entgegen unserer ersten Information bisher zumindest ein Jungtier den Starkregen der vergangenen Woche überlebt. Auch in Berendshagen sieht es günstiger aus als zunächst angenommen: es waren zunächst vier Jungstörche im Horst, von denen jetzt noch drei leben. In Kritzmow wurden heute Teile einer Eischale unter dem Nest gefunden, in dem nach wie vor gebrütet zu werden scheint. Vielleicht klappt es ja hier in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten mit dem Storchennachwuchs!

Die ersten Küken sind zu sehen

Foto: B. Becker
Diese beiden Storchenküken in Rederank sind die ersten, die wir dieses Jahr zu Gesicht bekommen haben. Beide Altstörche waren bereits am 29. März am Horst und haben wenige Tage später mit der Brut begonnen. Die Anwohner beobachteten, dass gestern noch vier Jungstörche im Horst waren. Allerdings scheint der kleinste Storch von einem Altvogel verschlungen worden zu sein (Chronismus ist bei Störchen häufiger anzutreffen). Einen weiteren Jungstorch, vermutlich den drittgrößten, fanden wir heute lebend unter dem Horst. Sein Sturz scheint durch Büsche abgefangen worden zu sein. Jedenfalls wies er keine erkennbaren äußeren Verletzungen auf und wirkte auch ansonsten sehr agil. Er wurde in die Tierklinik Rostock gebracht, von wo er - wenn alles gut geht - zur weiteren Pflege und Aufzucht in den Zoo Rostock kommen soll. Später, nach dem Flüggewerden, wäre dann die Auswilderung geplant. Wir drücken ihm alle Daumen!

Auch in Clausdorf scheint die Brut erfolgreich gewesen zu sein. Jedenfalls stand heute ein Altstorch am Nestrand und spendete Schatten in Richtung Nestmitte. Es dürften keine zu bebrütenden Eier mehr in der Nestmulde liegen. Gute Nachrichten gibt es auch aus Parkentin, wo heute zwei Störche auf dem Horst angetroffen wurden. In Kritzmow war heute ein Altstorch sehr intensiv mit dem Nestinhalt beschäftigt, auf den er sich danach sehr vorsichtig wieder niedersetzte - es sieht nach einer sehr spät begonnenen Brut aus. Aus Reinshagen erreichte uns die Nachricht, dass dort seit dem 19. Mai ein zweites Gelege bebrütet werden soll.

Kompletter Gelegeverlust in Broderstorf

Am Storchenhorst Broderstorf I hat sich in den letzten Tagen Dramatisches ereignet. Anwohner berichteten, dass dort seit dem 25. April keine Ablösung beim Brüten mehr stattfand. Offenbar saß ein Storch allein auf den Eiern, während dem anderen vermutlich etwas zugestoßen sein dürfte. Gestern nun gab es am Nachmittag einen heftigen Kampf, an dem fünf fremde Störche beteiligt waren. Danach stand am Abend dann wieder ein Paar im Horst. Entweder ist ein Partner neu hinzugekommen oder es ist ein komplett neues Paar im Horst. In jedem Fall passierte danach das, was in solchen Fällen üblich ist - die Eier des Vorgängerpaares wurden aus dem Nest geworfen. Heute am frühen Abend fand ich vier kaputte Eier unter dem zu dieser Zeit leeren Horst. Es ist zeitlich schon an der Grenze, jedoch durchaus noch möglich, dass es zu einem zweiten Gelege kommt. In etwa zehn Tagen werden wir es wissen.


Foto: B. Becker
In Kritzmow gelang gestern die Ablesung des unten rechts mit einem ELSA-Ring beringten Storches. Zusammen mit dem 2. Storch (dem Augenschein nach dem Weibchen) stand er für etwa eine Stunde an einer sonnigen, windgeschützten Stelle am Rande eines Ackers. Die Ringablesung ergab DEH H 3107. Dieser 2004 in Holthusen (Landkreis Ludwigslust) beringte Storch ist in unserer Region kein ganz Unbekannter. Bereits im Juli 2007 wurde er - damals dreijährig - ganz in der Nähe, bei Hastorf, nahrungssuchend abgelesen. Wir gehen davon aus, dass er die Gegend dort inzwischen sehr gut kennt und auch derjenige war, der tagelang das Stäbelower Horstpaar angriff.
Geklärt ist auch die Herkunft der diesjährigen Klingendorfer Ringstörchin DEW 5X443. Sie wurde 2008 in Hohne bei Celle/Niedersachsen beringt.

Neuansiedlung in Buchholz?


Seit sieben Jahren gab es in Buchholz kein Horstpaar mehr - in diesem Jahr nun deutet einiges auf einen Neuansiedlungsversuch hin. Seit dem Ostersonntag hält ein Storchenpaar die schon leicht ramponierte Nisthilfe auf einem E-Mast besetzt. Es wurde auch schon fleißig gebaut, und wiederholt kam es zur erfolgreichen Abwehr von Fremdstörchen, die die Nestinhaber angriffen. Hoffen wir, dass sich das Paar dauerhaft behaupten kann. Allerdings ist es auch möglich, dass es sich "nur" um eine Umsiedlung handelt, denn die im Vorjahr besetzten Nachbarhorste in Ziesendorf und Niendorf sind noch verwaist.
In Bröbberow konnte ich gestern einen weiteren Ringstorch - mittlerweile unseren neunten - auf dem dortigen Horst feststellen. Leider ist der rechts oben angebrachte ELSA-Ring noch stark verkotet, sodass ich nur die letzte Ziffer ablesen konnte. Es ist eine "1", sodass sehr viel dafür spricht, dass es sich um den gleichen Storch handelt, der hier Ende Juli/Anfang August 2010 das Nest "übernommen" hatte, nachdem er Wochen zuvor geschwächt an der Straße Schwaan-Ziesendorf aufgefunden, anschließend im Zoo gesund gepflegt und mit dem ELSA-Ring HC981 oben am rechten Bein ausgewildert worden war. Die Bröbberower Störche trafen am 22. und am 25. April ein. Zuletzt wurden aus Bentwisch und Kritzmow jeweils die zweiten Störche gemeldet. In Püschow stand gestern erstmals wieder ein Storch auf der im Vorjahr spät besetzten Nisthilfe. Bei 56 Horstpaaren im Vorjahr haben wir zurzeit 49 komplette Paare und 8 Einzelstörche gemeldet bekommen. Noch unbesetzt sind im Vergleich zum Vorjahr die vier Horste Parkentin, Hof Tatschow, Niendorf und Ziesendorf.

Starker Einflug über Ostern


Dieser noch nicht identifizierte Ringstorch dürfte der "Störenfried von Stäbelow" gewesen sein - inzwischen hat er das im Vorjahr unbesetzte Nest im Nachbarort Kritzmow kräftig ausgebaut. Foto: B. Becker

Was aufgrund der stabilen Hochdrucklage über weiten Teilen Mittel- und Osteuropas zu erwarten war, ist eingetreten: in den vergangenen Tagen hat es nochmals einen starken Einflug von spät heimkehrenden Störchen gegeben. Hans-Heinrich Zöllick kann für den Altkreis Ribnitz-Damgarten heute bereits eine Besetzungsrate von über 95 Prozent - gemessen am Vorjahresergebnis - vermelden. Im Landkreis Bad Doberan sieht es noch nicht ganz so gut aus, aber auch hier gab es zwischenzeitlich erfreuliche Verbesserungen. Aktuell sind 46 Paare und 8 Einzelstörche registriert worden. Nur noch fünf im Vorjahr besetzt gewesene Horste sind bisher noch leer. Die Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte. Ganz erstaunlich ist die Anzahl der Ringstörche - inzwischen sind es acht, die uns bekannt sind. Über Ostern konnten abgelesen werden:
DEW 5X443, Weibchen in Klingendorf (neu)
DEH H 7287, Weibchen in Petschow (neu)
DEH H 1583, Männchen in Tessin (wie 2009, 2010)
In Petschow gelang beim ebenfalls beringten männlichen Storch eine Teilablesung - vermutlich ist es wieder DEH H 2919. Weiterhin gibt es neue Ringstörche in Hohen Schwarfs und Kritzmow, deren Identität noch nicht geklärt werden konnte (beide tragen unten rechts einen ELSA-Ring). Letzterer ist mit ziemlicher Sicherheit der Storch, der über mehrere Tage das brütende Paar im Nachbardorf Stäbelow attakierte. Inzwischen hat er das Kritzmower Nest kräftig ausgebaut.
Der an seiner Kopfwölbung erkennbare männliche Altstorch aus Heiligenhagen pendelte mehrere Tage zwischen seinem Stammnest und dem benachbarten Horst in Satow Hof. Mit beiden Weibchen sind Paarungen beobachtet worden! Seit dem 23. April ist allerdings auch in Satow Hof wieder ein Männchen dauerhaft präsent. Diese interessante Geschichte ist anhand von Fotos im Fotoalbum dokumentiert. Insgesamt wurden dort 20 neue Fotos eingestellt.
Heute früh entdeckte ich überraschenderweise in Buchholz einen Storch in der seit 2004 nicht mehr besetzten Nisthilfe. Offenbar ist dort auch bereits etwas Nistmaterial eingetragen worden. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Nachbarhorste Ziesendorf und Niendorf noch unbesetzt sind?

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Die ersten Storchenpaare haben Nachwuchs!

In den letzten Tagen sind nun auch in unserer Region - wie hier in Heiligenhagen - die ersten Storchenküken geschlüpft. Zwar sind sie noch viel zu klein, als dass man sie aus der Froschperspektive im Nest erkennen könnte, doch gibt es in verschiedenen Nestern unverkennbare Anzeichen. Am eindeutigsten sind Fütterungen, die gestern außer in Heiligenhagen auch in Biestow Dorf, Kröpelin und Schmadebeck II beobachtet werden konnten. Es ist davon auszugehen, dass noch in zahlreichen weiteren Nestern Junge geschlüpft sind. Verlässliche zahlenmäßige Angaben werden allerdings erst im Juni möglich sein.
Ebenfalls gestern erhielten wir die Nachricht, dass seit wenigen Tagen der Storchenhorst in Kritzmow von einem Paar besetzt ist. Für eine Brut ist es in diesem Jahr zu spät, doch wäre es eine gute Ausgangsposition für das kommende Jahr, wenn sie jetzt längere Zeit Horstbindung entwickeln würden.
Aktuelle Fotos gibt es wieder im Fotoalbum - dieses Mal aus Biestow Dorf, Heiligenhagen, Kröpelin und Schmadebeck.

Deutlich weniger Storchenpaare als im Vorjahr


Dieses Storchenpaar in Bröbberow ist erst seit wenigen Tagen zusammen - ob es noch mit einer Brut beginnen wird, ist fraglich.

Nachdem mittlerweile die ersten Mai-Tage hinter uns liegen und von jetzt an erfahrungsgemäß nur noch sehr wenige zusätzliche Störche eine dauerhafte Nestbindung eingehen werden, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Tendenz der vergangenen Wochen hat sich in den letzten Tagen nicht mehr umgekehrt. Auch wenn in Bröbberow (22.4.), Petschow (30.4.) und heute endlich auch in Schmadebeck I jeweils noch ein zweiter Storch eintraf, so sind es damit doch nur 49 Horstpaare, die uns im Landkreis Bad Doberan bis heute bekannt geworden sind. Das ist gegenüber dem Vorjahr (59 Paare) ein Rückgang von fast 20 Prozent. Nach allem, was wir wissen, hat es in unserem Landkreis in den vergangenen 100 Jahren nie so wenige Störche gegeben wie in diesem Jahr. Es sind herbe, zum Teil auch ganz unerwartete Lücken entstanden. So ist der Standort Gerdshagen, eigentlich eine "sichere Bank" und auch im Vorjahr mit Bruterfolg, immer noch unbesetzt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Blick nach Roggow, wo seit 1976 mit Ausnahme eines Jahres (1990) immer Störche waren. Besonders der Altkreis Bad Doberan ist mit einem Verlust von sechs Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr (außer den beiden genannten noch Ivendorf, Altenhagen I, Vorder Bollhagen und Rosenhagen) besonders stark betroffen. Im Amt Schwaan sieht es etwas besser aus (hier ist Kassow unbesetzt), und im Altkreis Rostock Land besteht noch eine gewisse Resthoffnung für die zurzeit von einem Einzelstorch besetzten Nester Bentwisch, Groß Lüsewitz, Zarnewanz und eventuell auch Reppelin. In Kritzmow gibt es keine Störche, dafür aber nach einjähriger Pause wieder in Vogtshagen - dieses Jahr der einzige wirkliche Lichtblick.
Ein großes Dankeschön gebührt allen Storchenfreunden, die uns bisher (und hoffentlich auch weiterhin) unermüdlich mit Nachrichten und auch Fotos versorgt haben (siehe dazu auch neue Fotos im Fotoalbum)! Immer wieder hat das kurzzeitige Erscheinen von Störchen Hoffnung geschürt, so zuletzt in Hof Tatschow und in Klein Grenz, doch nach drei oder vier Tagen waren sie wieder verschwunden. Man kann dann ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Prüfung der Nahrungsverhältnisse im Umfeld des Nestes negativ ausgegangen ist. Sie ziehen weiter, weil die Störche davon ausgingen, nicht genug Nahrung für die erfolgreiche Aufzucht ihres Nachwuchses zu finden. Die lang anhaltende Trockenheit hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen. Es fehlt also vor allem an brutbereiten Paaren. Dagegen sind seit Wochen immer wieder und an vielen Standorten unseres Landkreises Ansammlungen von bis zu zehn Störchen gesichtet worden, die offenbar Ausschau nach geeigneten Brutrevieren hielten. Von diesen Störchen und weiteren Spätheimkehrern geht weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Störpotenzial für die brütenden Paare aus. Den ersten Nachwuchs erwarten wir in etwa einer Woche.
In anderen Teilen Ostdeutschlands zeichnen sich ähnliche Tendenzen ab - im Einzugsbereich der Ostzieher kann mit keinem guten Storchenjahr mehr gerechnet werden.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

Anhaltende Trockenheit fordert weitere Opfer in den Storchennestern


Der letzte verbliebene Jungstorch in Clausdorf?

Die mittlerweile seit mehr als vier Wochen anhaltende Trockenheit hat weitere Opfer in den Storchennestern unserer Region gefordert. In Clausdorf ist nach dem Abwurf zweier Küken an diesem Wochenende nur noch ein Jungstorch im Nest zu sehen. Ob es in Stäbelow noch lebende Küken im Storchenhorst gibt, ist fraglich, denn zumindest am Samstag waren beide Altstörche längere Zeit gemeinsam unterwegs. Heute waren dann am äußeren Nestrand zwei tote Küken zu sehen.
Vergleichsweise günstig sind dagegen die letzten Informationen aus Benitz, Ziesendorf (je zwei Junge) und Fienstorf (drei Küken im Nest). Auch in Kritzmow konnten heute erstmals Fütterungen beobachtet werden. Von allen erwähnten Standorten - mit Ausnahme von Fienstorf - gibt es aktuelle Aufnahmen im Fotoalbum.
Es steht zu befürchten, dass sich das Nahrungsangebot aufgrund der angekündigten Fortdauer der Trockenheit in nächster Zeit eher noch verschlechtern wird. Es muss daher mit weiteren Verlusten gerechnet werden. In etwa zwei Wochen sollte ein erster genereller Überblick über die Nester unserer Region möglich sein.

Anhaltende Trockenheit bereitet Störchen Probleme bei der Nahrungsbeschaffung für ihre Kücken


In Grammow haben Anwohner bereits zwei kleine Schnäbel im Nest erkennen können. Der Nachwuchs ist dort jetzt etwa 14 Tage alt.

Der Monat Mai war in unserer Region bisher außerordentlich sonnig und trocken. Mit Ausnahme eines einzigen Regentages am 17. Mai ist seit über drei Wochen vielerorts praktisch kein Niederschlag gefallen. Für die Störche ist dieser Zustand besonders jetzt problematisch, wo in vielen Nestern Nachwuchs geschlüpft ist. Die für die kleinen Schnäbel besonders wichtigen Regenwürmer sind für die Altvögel nur sehr schwer zu finden. Sie schaffen es nicht, genügend Nahrung für alle geschlüpften Jungen heranzuschaffen und reagieren instinktiv mit dem Reduzieren ihres Nachwuchses. So fand ich am Freitag in Kowalz zwei und in Thelkow ein abgeworfenes Jungtier (jeweils im Alter von vielleicht fünf bis zehn Tagen). In Gnewitz beobachteten Anwohner, wie einer der Altstörche kurz nacheinander gleich zwei Jungtiere verschlang. Auch dieses Verhalten (Kronismus) ist arttypisch, wird jedoch selten direkt beobachtet. In allen drei genannten Nestern befindet sich weiterer Nachwuchs, ebenso in vielen weiteren. Konkrete Beobachtungen gibt es von diesem Wochenende aus Clausdorf, Grammow, Kröpelin und Wendfeld. An vielen weiteren Standorten gibt es sichere Hinweise. Für eine Bestimmung von Jungenzahlen sind die Kücken jedoch noch immer zu klein. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die später eingetroffenen Storchenpaare in Kritzmow, Altenhagen I, Parkentin und Vorder Bollhagen auch weiterhin brüten. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie sich das Storchenjahr weiter entwickelt. Regenfälle - nur kein Starkregen - wären sehr erwünscht.

Seit Menschengedenken erste Brut eines Storchenpaares in Kritzmow


Dieses für die Jahreszeit eigentlich nicht ungewöhnliche Foto dokumentiert dennoch ein besonderes Ereignis: in Kritzmow hat vor einigen Tagen die seit Menschengedenken erste Brut eines Storchenpaares begonnen. Das Nest war bisher nur 2004 und 2007 jeweils am Ende der Brutsaison kurzfristig von einem Paar besetzt, jetzt aber sieht es dort gut aus. Drücken wir die Daumen, dass es mit dem Storchennachwuchs klappt!
Ebenfalls gute Nachrichten gibt es aus Nienhagen bei Rostock zu vermelden - dort ist seit dem 30. April ein Storchenpaar am Nest, und es wurden bereits Paarungen und das Auftragen von Nistmaterial beobachtet. Zumindest Letzteres trifft auch auf das seit drei Tagen anwesende Paar in Altenhagen I zu, das sich heute Abend in Horstnähe auf Nahrungssuche befand und weiter Nestbindung hat. Die Ankunftskarte wurde wieder aktualisiert und im Fotoalbum gibt es weitere neue Aufnahmen aus Kritzmow, Nienhagen und vom Horst Broderstorf I.

Viel Aufregung am Wochenende!


In Groß Potrems ist das Storchenpaar seit kurzem komplett.

Dieses Wochenende war an einer ganzen Reihe von Storchennestern durch viel Aufregung gekennzeichnet. Es begann mit der Meldung eines von Anwohnern unversehrt geborgenen Eies unter dem Storchenhorst Ziesendorf, wo vor einigen Tagen länger anhaltende Storchenkämpfe stattgefunden hatten. Die Ursache ist erst einmal nicht erklärlich, ein Paar ist weiter am Nest, hat aber offensichtlich noch nicht mit der Brut begonnen. In Kritzmow, wo es im Juli/August letzten Jahres eine späte Ansiedlung gegeben hatte, ist die Situation zurzeit unklar. Nach Anwohnerberichten war etwa seit dem 10. April ein Storchenpaar auf dem Nest. Es wurden Kopulationen beobachtet und es muss auch mindestens ein Ei gelegt worden sein, denn gestern Abend fand ich ein zerbrochenes direkt unter dem Nest. Oben stand ein einzelner Storch. Offenbar haben auch hier Storchenkämpfe stattgefunden. Wir bemühen uns um Aufklärung. In Thulendorf konnte zunächst der männliche Ringstorch annähernd sicher identifiziert werden. Zu 99 % handelt es sich um einen bereits 15jährigen, 1993 im Rostocker Zoo beringten Storch. Dieser hat im letzten Jahr definitiv nicht in Thulendorf gebrütet. In den letzten Tagen gab es einen anhaltenden, massiven Angriff, bei dem der männliche Ringstorch im Bereich zwischen Augen und Schnabel mehrere blutige Verletzungen davontrug. Bei dem angreifenden Storch, der sich mehrere Tage lang in Nestnähe aufhielt, könnte es sich um den (unberingten) männlichen Altstorch des Vorjahres gehandelt haben. Dies könnte die Intensität und Vehemenz des Angriffs erklären. Offenbar ist das Gelege, auf dem das Weibchen saß, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Nest Broderstorf II hat das Weibchen offenbar eine schwer wiegende Fraktur am linken Bein, knapp oberhalb der Zehen. Bisher scheint sie damit dennoch erfolgreich auf Nahrungssuche gehen zu können. Mittelfristig erscheint ihr Schicksal aufgrund der Schwere der Verletzung jedoch mehr als ungewiss. Ihr Partner hat unterdessen in großen Mengen Plastik ins Nest eingetragen, gebrütet wird offenbar noch nicht. In Rothbeck haben Anwohner seit drei Tagen kein Storchenpaar mehr feststellen können. Aus Heiligenhagen berichteten Anwohner, dass das Nest dort 14 Tage lang völlig verwaist war. Erst seit gestern ist wieder ein Storch am Nest. Am Standort Groß Potrems I, wo im Vorjahr ein Altstorch tödlich verunglückte, hat sich glücklicher Weise am Dienstag ein zweiter Storch eingefunden. Schließlich wurde aus Goorstorf berichtet, dass dort bereits seit dem 2. April ein Storch mehr oder weniger regelmäßig am Nest ist. Die Ankunftskarte wurde aktualisiert, und im Fotoalbum gibt es Aufnahmen vom Samstag/Sonntag aus Benitz, Cammin, Kritzmow und Ziesendorf.

Erneut toter Storch unter Stromleitung gefunden

Ein weiterer Storch ist in unserer Region Opfer einer Mittelspannungsleitung geworden. Heute Abend fand ich den aufgrund seines Ringes DEH H 2962 vermutlich zwei- bis vierjährigen Altstorch auf einem Acker unweit von Groß Bölkow. Auch hier war von einem aufmerksamen Beobachter - wie in Pankelow - in der vergangenen Woche eine Ansammlung von (18 Alt-) Störchen gemeldet worden. Der verunglückte Storch weist Verbrennungen auf, die mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Stromschlag herrühren. Damit erhöht sich die traurige Bilanz der allein an diesem Wochenende in unserer Region registrierten Stromleitungsopfer auf vier.


Auch heute kann eine andere Nachricht nur wenig trösten - in Kritzmow ist seit etwa vier Wochen ein Storchenpaar mehr oder weniger regelmäßig am dortigen Nest gesehen worden, das nach Neuerrichtung 2004 in den Jahren 2005 und 2006 unbesetzt geblieben war. Hier besteht also zumindest eine gewisse Hoffnung auf ein Brutpaar im kommenden Jahr.

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