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Kritzmow

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Die ersten Storchenpaare haben Nachwuchs!

In den letzten Tagen sind nun auch in unserer Region - wie hier in Heiligenhagen - die ersten Storchenküken geschlüpft. Zwar sind sie noch viel zu klein, als dass man sie aus der Froschperspektive im Nest erkennen könnte, doch gibt es in verschiedenen Nestern unverkennbare Anzeichen. Am eindeutigsten sind Fütterungen, die gestern außer in Heiligenhagen auch in Biestow Dorf, Kröpelin und Schmadebeck II beobachtet werden konnten. Es ist davon auszugehen, dass noch in zahlreichen weiteren Nestern Junge geschlüpft sind. Verlässliche zahlenmäßige Angaben werden allerdings erst im Juni möglich sein.
Ebenfalls gestern erhielten wir die Nachricht, dass seit wenigen Tagen der Storchenhorst in Kritzmow von einem Paar besetzt ist. Für eine Brut ist es in diesem Jahr zu spät, doch wäre es eine gute Ausgangsposition für das kommende Jahr, wenn sie jetzt längere Zeit Horstbindung entwickeln würden.
Aktuelle Fotos gibt es wieder im Fotoalbum - dieses Mal aus Biestow Dorf, Heiligenhagen, Kröpelin und Schmadebeck.

Deutlich weniger Storchenpaare als im Vorjahr


Dieses Storchenpaar in Bröbberow ist erst seit wenigen Tagen zusammen - ob es noch mit einer Brut beginnen wird, ist fraglich.

Nachdem mittlerweile die ersten Mai-Tage hinter uns liegen und von jetzt an erfahrungsgemäß nur noch sehr wenige zusätzliche Störche eine dauerhafte Nestbindung eingehen werden, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Tendenz der vergangenen Wochen hat sich in den letzten Tagen nicht mehr umgekehrt. Auch wenn in Bröbberow (22.4.), Petschow (30.4.) und heute endlich auch in Schmadebeck I jeweils noch ein zweiter Storch eintraf, so sind es damit doch nur 49 Horstpaare, die uns im Landkreis Bad Doberan bis heute bekannt geworden sind. Das ist gegenüber dem Vorjahr (59 Paare) ein Rückgang von fast 20 Prozent. Nach allem, was wir wissen, hat es in unserem Landkreis in den vergangenen 100 Jahren nie so wenige Störche gegeben wie in diesem Jahr. Es sind herbe, zum Teil auch ganz unerwartete Lücken entstanden. So ist der Standort Gerdshagen, eigentlich eine "sichere Bank" und auch im Vorjahr mit Bruterfolg, immer noch unbesetzt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Blick nach Roggow, wo seit 1976 mit Ausnahme eines Jahres (1990) immer Störche waren. Besonders der Altkreis Bad Doberan ist mit einem Verlust von sechs Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr (außer den beiden genannten noch Ivendorf, Altenhagen I, Vorder Bollhagen und Rosenhagen) besonders stark betroffen. Im Amt Schwaan sieht es etwas besser aus (hier ist Kassow unbesetzt), und im Altkreis Rostock Land besteht noch eine gewisse Resthoffnung für die zurzeit von einem Einzelstorch besetzten Nester Bentwisch, Groß Lüsewitz, Zarnewanz und eventuell auch Reppelin. In Kritzmow gibt es keine Störche, dafür aber nach einjähriger Pause wieder in Vogtshagen - dieses Jahr der einzige wirkliche Lichtblick.
Ein großes Dankeschön gebührt allen Storchenfreunden, die uns bisher (und hoffentlich auch weiterhin) unermüdlich mit Nachrichten und auch Fotos versorgt haben (siehe dazu auch neue Fotos im Fotoalbum)! Immer wieder hat das kurzzeitige Erscheinen von Störchen Hoffnung geschürt, so zuletzt in Hof Tatschow und in Klein Grenz, doch nach drei oder vier Tagen waren sie wieder verschwunden. Man kann dann ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Prüfung der Nahrungsverhältnisse im Umfeld des Nestes negativ ausgegangen ist. Sie ziehen weiter, weil die Störche davon ausgingen, nicht genug Nahrung für die erfolgreiche Aufzucht ihres Nachwuchses zu finden. Die lang anhaltende Trockenheit hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen. Es fehlt also vor allem an brutbereiten Paaren. Dagegen sind seit Wochen immer wieder und an vielen Standorten unseres Landkreises Ansammlungen von bis zu zehn Störchen gesichtet worden, die offenbar Ausschau nach geeigneten Brutrevieren hielten. Von diesen Störchen und weiteren Spätheimkehrern geht weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Störpotenzial für die brütenden Paare aus. Den ersten Nachwuchs erwarten wir in etwa einer Woche.
In anderen Teilen Ostdeutschlands zeichnen sich ähnliche Tendenzen ab - im Einzugsbereich der Ostzieher kann mit keinem guten Storchenjahr mehr gerechnet werden.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

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