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Bandelstorf

Vorbereitung auf die Beringung der Jungstörche

So wie hier in Fienstorf (Foto: G. Vogel) sind die Jungstörche an den früh besetzten Nestern so weit herangewachsen, dass sie in der kommenden Woche beringt werden können. Allerdings war die Ankunft der Störche in diesem Jahr wesentlich verteilter als 2010, sodass wir eine Aufteilung vornehmen mussten. Am Montag, 20. Juni werden im Landkreis Bad Doberan (und in Biestow) die Jungstörche in insgesamt 15 Nestern beringt, eine zweite Tour folgt dann etwa zwei bis drei Wochen später. Wir danken dem Kreisbauernverband Bad Doberan e.V. sowie dem Bauernverband Bützow e. V., dass sie uns wie schon in den Vorjahren finanziell und personell unterstützen. E.on edis gewährleistet uns durch kurzzeitige Unterbrechung der Stromversorgung die gefahrlose Beringung der drei kräftigen Jungstörche in Rederank. Bei den Vorbereitungen für die erste Beringungsrunde entdeckten wir, dass außer in Wendfeld zurzeit auch in Liepen und Bandelstorf je vier Jungstörche in den Nestern sitzen. Auf die genauen Ergebnisse sind wir sehr gespannt und hoffen, dass das Wetter zumindest einigermaßen gut mitspielt. Im Altkreis Ribnitz-Damgarten ist die erste Beringungsrunde für Do., 23.6. vorgesehen.
Jens Köhler (Greifswald) las heute in Owstin bei Gützkow (Ostvorpommern) den Ringstorch DEH H 8083 ab. Dieses Weibchen wurde im Juni 2008 in Brünkendorf/RDG von uns beringt. Damit wurde erstmals seit der Wiederaufnahme der flächendeckenden Beringung in unserer Betreuungsregion 2008 ein hier beringter Storch als Brutvogel nachgewiesen.

Weiterhin noch viele Nester leer - Horstkämpfe zu erwarten


Ein fremder Storch überfliegt den Horst Broderstorf II und ruft damit eine Abwehrhaltung unter den Horstbesitzern hervor. Foto: B. Becker, 10.4.11

Die Rückkehr der ostziehenden Störche aus ihren Winterquartieren zieht sich weiter hin. Zwar wurden in den letzten Tagen vereinzelt neue Ankömmlinge registriert (z. B. heute in Bandelstorf der erste Storch), aber nach wie vor fehlen mindestens 40 Prozent der im Vorjahr mit Horstbindung anwesenden Störche. In unserem Betreuungsgebiet sind das deutlich über 50 Störche. Ganz ähnliche Werte sind zuletzt auch aus Rühstädt und dem Raum Greifswald gemeldet worden. In den nächsten 14 Tagen sollten sie eintreffen, ansonsten wird die Wahrscheinlichkeit immer geringer, dass diese Störche noch einen Brutversuch unternehmen. Langjährige Statistiken sagen ganz klar aus, dass Paare, die erst im Mai zusammenfinden, nur noch ganz vereinzelt Jungtiere groß bekommen. Bei den acht deutschen Senderstörchen sieht es so aus, dass jetzt vier von acht eingetroffen sind. Der letzte von ihnen, "Gustav" aus Pahlen in Schleswig-Holstein, hat sein Nest bei der Rückkehr am Montagabend bereits besetzt vorgefunden. Auch seine Partnerin "Anni" ist noch unterwegs. Nicht nur an diesem Nest sind heftige Kämpfe zu erwarten, wenn langjährige Nestinhaber bei ihrer verspäteten Rückkehr auf neue Störche treffen. Am Sonntag konnte auch ich einen Fremdstorch bei der Annäherung an ein besetztes Nest ausmachen. Das Paar in Broderstorf II zeigte die für Störche ganz typische Abwehrhaltung, und der Fremde zog weiter (siehe Foto oben).

Bisher 19 Rückkehrer gemeldet

Nachdem uns gestern und heute weitere Emails von Storchenfreunden erreichten, die frühe Rückkehrer aus den Winterquartieren auf ihren Nestern entdeckt haben (hier ein Foto von S. Orts aus Griebnitz), hat sich deren Anzahl mittlerweile auf 19 erhöht. Neu hinzu gekommen sind im Landkreis Bad Doberan:
Schwaan I: 25.3./27.3.
Broderstorf I: 28.3.
Wischuer: 28.3.
Griebnitz: 28.3.
Cammin: 29.3.
Bandelstorf: 28.3.
Pankelow: 29.3.
Vielen Dank allen "Storchenmeldern"!
Da leider noch keine Zeit für ein systematisches Abfahren der Horste war, ist nach wie vor unklar, wie ausgeprägt die erste Welle der Rückkehrer ist. Jeden Tag werden jetzt weitere Störche hinzukommen.

Bisher 74 Jungstörche gezählt

Aufgereiht wie die Orgelpfeifen zeigen sich diese drei Jungstörche in Clausdorf dem Beobachter. Sie gehören zu den größten von insgesamt 74 Jungstörchen (im Vorjahr: 93, 2007: 116), die wir in diesem Jahr bisher in den 58 besetzten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan gezählt haben. Die standortgenaue Verteilung ist über unsere Bruterfolgskarte abrufbar.
Bis zum Flüggewerden ab Mitte Juli wird sich sicherlich noch die eine oder andere Korrektur ergeben. An der Tatsache, dass der Bruterfolg in diesem Jahr auch in unsererer Region unterdurchschnittlich ist, wird sich aber kaum etwa ändern. Genaue Ursachen für die unbefriedigende Bilanz werden nach Ende der Storchensaison zu erörtern sein. Schon jetzt aber ist klar, dass das (zu) späte Eintreffen einer größeren Anzahl von Storchenpaaren eine wesentliche Rolle gespielt hat. In den neun Horsten, in denen der zweite Storch erst nach dem 1. Mai eintraf, ist letztlich kein einziges Küken groß geworden! Die späteste Paarbildung, die noch zum Erfolg führte, fand in Biendorf (bisher drei Jungstörche) und in Liepen (bisher zwei Jungstörche) statt - und zwar am 26. April. Veränderungen in der uns bekannten Anzahl der Jungstörche gab es zuletzt in Bandelstorf (drei statt zwei Jungstörche), in Broderstorf II (trotz Tod eines Jungstorchs ist noch einer im Horst) und in Groß Potrems (Abwurf eines bereits beringten Jungstorchs am 28. Juni).
Am Wochenende habe ich mich intensiv um die Frage gekümmert, ob in Stäbelow, wie von Anwohnern gemeldet, tatsächlich einer der beiden Brutstörche beringt ist. Leider gibt es immer noch kein endgültiges Ergebnis, denn nur einer der Altstörche stellte sich nach einer Fütterung auf ein Hausdach, während der andere gleich wieder abflog, ohne dass sein (verdächtigtes) rechtes Bein kontrolliert werden konnte. Ich tendiere jedoch inzwischen zu der Annahme, dass beide unberingt sind.
In Gerdshagen, dem einzigen Nest des Vorjahres, in dem sich trotz Bruterfolgs im vorigen Sommer dieses Mal kein Storchenpaar eingefunden hatte, berichteten Anwohner, dass dort nun doch bereits seit fünf Wochen ein einzelner Storch mehr oder weniger kontinuierlich anwesend sein soll. Zuletzt wurde sogar ein zweiter Storch gesichtet. Damit erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesetzung im kommenden Jahr.
Im Fotoalbum gibt es Bilder mit vielen Jungstörchen, dieses Mal aus Berendshagen, Clausdorf, Stäbelow, Schmadebeck II, Rederank und Gnemern (Landkreis Güstrow).

Die Jungstörche zeigen sich


Zwei Jungstörche sind am 2. Juni in Fienstorf zu erkennen, Foto: G. Vogel

Nachdem mit dem heutigen Regentag erst einmal das Schlimmste in wettertechnischer Hinsicht überstanden sein sollte, ist es Zeit für die ersten Fotos der diesjährigen Jungstörche, die nun in vielen Nestern beobachtet werden können. Im Fotoalbum gibt es zahlreiche Fotos vom Wochenende (von den Storchennestern Broderstorf I, Broderstorf II, Bröbberow, Clausdorf, Fienstorf, Göldenitz/Dummerstorf, Hohen Luckow, Lieblingshof, Niekrenz, Pankelow und Parkentin).
Außerdem gibt es einige Neuigkeiten zu vermelden. Durch einen Übermittlungsfehler wurde erst jetzt bekannt, dass nach dreijähriger Pause auch in Groß Bölkow wieder ein Storchenpaar ansässig geworden ist. Obwohl es bereits seit dem 13. April komplett ist, hat es keine Brut gegeben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Horstpaare auf (vorläufig) 58, nur noch eines weniger als im Vorjahr.
In Detershagen, wo es im Vorjahr vier Jungstörche gab, sieht es dieses Mal leider wesentlich ungünstiger aus. Mitte Mai eroberte ein Fremdstorch (möglicherweise ein verspäteter Brutstorch des Vorjahres) in einer blutigen Auseinandersetzung das dortige Nest und warf mehrere Eier ab. Da in Detershagen laut Anwohnerbericht auch jetzt noch kontinuierlich ein Storch auf dem Horst sitzt, gehen wir momentan von einem späten Nachgelege nach Partner- oder Paarwechsel aus.
Gar keinen Nachwuchs wird es mit großer Wahrscheinlichkeit in Göldenitz bei Schwaan geben. Bei mehreren Besuchen vor Ort wirkte der Horst in den letzten Tagen stets verlassen.

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