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Vorder Bollhagen

Bisher fünf Rückkehrer im Altkreis Ribnitz-Damgarten - neue Nisthilfe in Vorder Bollhagen

Während in meinem Betreuungsgebiet nach wie vor noch kein Storch zurückgemeldet worden ist, sind es im benachbarten Altkreis Ribnitz-Damgarten inzwischen fünf. Seit letzter Woche hat die Störchin A277 in Langenhanshagen einen Partner, und auch in Brünkendorf sind zwei Störche auf dem Nest gesichtet worden. Ob die erfahrene Störchin Helgoland 716T wieder darunter ist, steht bisher noch nicht fest. Der zweite Storch hat offenbar im Vogelpark Marlow überwintert. Und schließlich ist vor etwa zehn Tagen der erste Storch in Klockenhagen eingetroffen.

Sehr gefreut haben wir uns über das außergewöhnliche Engagement des Gutes Vorder Bollhagen. Vor kurzem ist dort die alte Konstruktion zusammengebrochen, auf der die Störche ihr Nest gebaut hatten. Unverzüglich kümmerte sich der Leiter des ökologisch bewirtschafteten Gutes, Herr Lampen, um eine neue stabile Unterlage, die er bei Storchenfreund und Tischler P. Funck anfertigen ließ. Die aus Eichenholz gefertigte Nisthilfe ist am letzten Donnerstag vom Gut wieder auf den hohen Schornstein aufgesetzt und mit Nistmaterial befüllt worden. Zuversichtlich erwarten wir die Rückkehr der Störche, die hier im letzten Jahr erstmals seit 2004 wieder Bruterfolg hatten. Wir bedanken uns sehr herzlich für diesen besondere Einsatz zum Wohle der Störche!

Das schwere Nest hat die marode, alte Nisthilfe zum Einsturz gebracht. Foto: A. Hornburg, 5.3.16

Das Storchennest Vorder Bollhagen nach der Aufbringung der neuen Nisthilfe. Foto: J. Lampen, 11.3.16

Junge Störche rücken nach - immer noch große Lücken in den Nestern


Vorder Bollhagen, 21.4.15. Foto: A. Hornburg

Seit wenigen Tagen können wir davon ausgehen, dass nun auch junge Störche eintreffen, die bisher noch keine Bruterfahrung besitzen. Immer, wenn zwei Störche zugleich ein Nest besetzen, kann man voraussetzen, dass es nicht das Vorjahrespaar ist, sondern eher ein "Verlobungspaar", das während des Zuges zusammengefunden hat. Ein solches gleichzeitiges Eintreffen konnte z. B. am 17.4. in Vorder Bollhagen, am 22.4. in Nustrow und heute am Nest Schwaan I beobachtet werden. Nach Volkenshagen und Benitz hat jetzt offenbar auch in Bentwisch ein Wechsel stattgefunden. Dort gab es am 18.4. heftige Kämpfe, bei denen mehrere Eier über Bord gingen. Nach drei bis vier Tagen Unterbrechung scheint jetzt ein neues Gelege begonnen worden zu sein. Zurückgekehrte Ringstörche wurden in Hohen Schwarfs, Petschow und Thulendorf (Umsiedlung aus Neu Thulendorf) abgelesen.
Grundsätzlich aber sind die Lücken in den Nestern nach wie vor sehr groß. Rund ein Drittel aller im Vorjahr besetzten Nester dürften noch gänzlich leer sein, auf elf weiteren steht bisher nur ein Einzelstorch. In den nächsten Tagen wird dringend weiterer "Nachschub" benötigt, damit noch weitere Paare eine Chance auf eine erfolgreiche Brut haben.
In Clausdorf war die Situation zuletzt unverändert. Das Stockenten-Weibchen im Clausdorfer Storchennest sitzt weiter auf ihren Eiern und brütet. Ein Storch scheint sehr geduldig zu sein - regelmäßig wird er auf einem benachbarten Hausdach beobachtet. Ich rechne damit, dass die Ente nach dem Schlüpfen der Küken in der nächsten Woche das Nest räumen wird. Vielleicht klappt es dann ja doch noch mit einer Brut! In dem kleinen Dorf existiert übrigens noch eine zweite, dem äußeren Anschein nach intakte Nisthilfe, in der vor 15 Jahren bereits erfolgreich gebrütet wurde.

Alle Daten zu den bisher besetzten und zu den noch leeren Nestern finden sich in unserer Ankunftskarte:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1864

Extreme Juli-Trockenheit gefährdet Storchennachwuchs

Im langjährigen Durchschnitt ist der Juli in unserer Region der niederschlagsreichste Monat. Ganz anders ist es in diesem Jahr: nur ganz am Monatsanfang fiel etwas Regen, seitdem ist es komplett trocken. Üblicherweise treten bei Nestlingen, die die sechste Lebenswoche vollendet haben, nur noch sehr wenige Verluste auf. Berichte aus anderen Teilen Deutschlands, in denen es ebenfalls schon sehr lange trocken ist, deuten darauf hin, dass es in diesem Jahr anders sein dürfte. Die abschließende Zählung der flüggen Jungstörche, die in der nächsten Woche ansteht, wird zeigen, in welchen Nestern es noch späte Verluste gegeben hat. Sehr wahrscheinlich müssen die in Vorder Bollhagen spät geschlüpften Jungstörche bereits zu den Opfern der Trockenheit gezählt werden. Regenwürmer, die Hauptnahrung für die ersten Lebenswochen, sind jetzt für die Altvögel kaum noch zu bekommen. Überhaupt müssen die Brutstörche jetzt Schwerstarbeit verrichten - an den Nestern ruhen wie in feuchteren Jahren können sie sich jetzt kaum noch leisten. Erste Anrufe besorgter Anwohner gab es bereits. Auch kann es passieren, dass mit der demnächst beginnenden Zugunruhe unerfahrene Altstörche die so schwer gewordene Versorgung ihres Nachwuchses aufgeben und vorzeitig aufbrechen. Einziger Pluspunkt in dieser schwierigen Phase ist die Ernte, die jetzt begonnen hat. Hier finden die Altvögel noch vergleichsweise leicht Nahrungstiere.

Spätbruten auf einem guten Weg?


Vorder Bollhagen, 9.7.13. Foto: A. Hornburg

Es gibt sie fast in jedem Jahr - Spätbruten, bei denen ein Storchenpaar deutlich später als das Gros der Artgenossen mit der Brut beginnt. 2013 können die Paare in Niendorf, Thelkow und Vorder Bollhagen in diese Kategorie eingeordnet werden. Die Niendorfer Störche sind dabei schon am weitesten. Dort schlüpfte der Nachwuchs bereits vor gut 4 Wochen. Anfangs waren zwei Küken zu sehen, zuletzt dann nur noch eines, das aber ausgesprochen gut ernährt schien. Die Chancen, dass dieser Nestling flügge wird, stehen auch angesichts des weiterhin ruhigen Sommerwetters zurzeit ziemlich gut. In Thelkow war die Entwicklung am Horst in diesem Jahr schwierig zu durchschauen. Zwar war bereits Mitte April ein Paar am Horst, doch muss es danach noch zu mindestens einem Wechsel gekommen sein, denn Ende April war das Nest für mehrere Tage gänzlich unbesetzt. Mitte Mai entdeckte Storchenfreundin A. Hornburg, dass das (vermutlich neue) Weibchen beringt ist. Es wurde 2007 in Horburg (Landkreis Lüneburg/Niedersachsen) beringt, ist also mit großer Wahrscheinlichkeit keine Brutanfängerin mehr. Kurz darauf wurde mit der Brut begonnen, und Mitte Juni schlüpfte der Nachwuchs, der momentan die vierte Lebenswoche erreicht hat. Auch hier wachsen die Überlebenschancen der beiden Jungstörche, die jetzt auch schon einmal allein gelassen werden, von Tag zu Tag. Sicher vor dem Einfluss von anhaltendem Starkregen sind sie allerdings noch nicht. Das zeigt uns nachdrücklich der erschütternde Bericht aus dem Altkreis Uecker-Randow. Über 60 Jungstörche, zumeist im Alter von 3 bis 5 Wochen, sind hier Opfer der starken und anhaltenden Niederschläge um den 25. Juni herum geworden. Im Osten und Süden Brandenburgs und sicher auch im westlichen Polen gehen die Opferzahlen mit Sicherheit in die Hunderte. Der Juli ist im langjährigen Mittel der Monat mit den größten Niederschlagsmengen. Das musste z. B. auch 2011 das Paar an unserem Nest Schwaan I leidvoll erfahren - sein erst um den 20. Juni geschlüpfter Nachwuchs verendete noch Ende Juli nach intensivem Starkregen. Zu dieser Zeit waren etliche andere Jungstörche längst flügge. Von daher haben die beiden Storchenküken, die vor knapp drei Wochen in Vorder Bollhagen schlüpften, noch einen weiten Weg vor sich. Erst mit der Vollendung der sechsten Lebenswoche ist das Gefieder bei Weißstorch-Küken in der Regel so weit herausgebildet, dass es wie bei den Altvögeln vor anhaltend kalter Nässe schützt. Die Spannung ist groß, denn seit 2004 hat es in Vorder Bollhagen, das ganz im Norden unseres Betreuungsgebietes und damit recht nahe an der Ostsee liegt, keinen flüggen Storchennachwuchs mehr gegeben.

Deutlicher Bestandsrückgang zeichnet sich ab

Zarnewanz - einer von zur Zeit nur noch 42 Horsten im alten Landkreis Bad Doberan, an denen aktuell gebrütet wird. Foto: B. Becker, 13.5.12

Die letzten Erkundigungen am Wochenende haben es deutlich werden lassen - das Jahr 2012 wird in unserem Betreuungsgebiet mit einem deutlichen Bestandsrückgang in die Statistiken eingehen. Es hat sich herausgestellt, dass an etlichen Nestern die Anwesenheit zurückgemeldeter Störche nur von kurzer Dauer war. Oft verließen die Störche nach drei bis sieben Tagen das zunächst besetzte Nest und kehrten dann nicht mehr zurück. Dieses Phänomen, das es in anderen Jahren in diesem Umfang nicht gab, betraf etwa zehn Standorte! So sind in diesem Jahr auch gleich mehrere Traditionshorste leer geblieben: In Hohen Luckow, Detershagen, Groß Potrems, Groß Lüsewitz und Zeez gab es zum Teil über viele Jahrzehnte ununterbrochen Storchenpaare. In Wischuer und Bröbberow standen zuletzt nur Einzelstörche. Und der vermeintliche Nachfolger von DEH H 3107 in Kritzmow entpuppte sich anhand seines Ringes als männlicher Brutstorch aus Stäbelow, der hier des Öfteren nur vorbeischaut, vermutlich, um sein Revier abzugrenzen.
Es fehlt ganz offensichtlich an nachrückenden, brutbereiten Störchen und die, die sich doch neu einfinden, beurteilen das Nahrungsangebot offenbar als so ungünstig, dass sie sich gegen einen Brutversuch entscheiden. Der alte Landkreis Bad Doberan ist Bestandteil der nordwestlichen Verbreitungsgrenze der ostziehenden Weißstorchpopulation, die offenbar insgesamt im Rückgang begriffen ist. Man darf auf die Ergebnisse der nächsten, vermutlich 2014 stattfindenden Welt-Bestandserfassung gespannt sein. Nach 54 Horstpaaren im vergangenen Jahr zähle ich aktuell noch 47 Paare. Damit hat sich unser Weißstbestand innerhalb von nur neun Jahren halbiert (2003: 94 Horstpaare) - eine wahrlich besorgniserregende Entwicklung.
Immerhin brüten zumindest 42 dieser 47 Paare zurzeit. Als letztes Paar dürfte das in Vorder Bollhagen mit der Brut begonnen haben - hier gab es letztmalig 2004 ausfliegenden Storchennachwuchs. An drei weiteren Standorten (Klingendorf, Schmadebeck II, Kirch Mulsow) ist es nach Eiverlusten - aus unterschiedlichen Gründen - zu einem Brutabbruch gekommen. Nur in Neu Thulendorf und in Rosenhagen wurde bisher keine Brut begonnen und es ist auch nicht mehr damit zu rechnen, dass sich dies noch ändern wird.
Inzwischen steht übrigens fest, dass der im Klingendorfer Horst verendete Altstorch krank war - Aspergillose der Lunge und Luftsäcke lautet der eindeutige Befund. Zum Zeitpunkt seines Todes war er bereits auf 2,7 Kilogramm Körpergewicht abgemagert.

In Kürze schlüpfen die ersten Storchenküken

Nicht nur wie hier bei diesem Storchenpaar in Clausdorf (Foto: B. Rosien, 2.5.10) wird vielerorts auf Nachwuchs gewartet. Nachdem bis Ende März schon 19 Storchenpaare eingetroffen waren, wird es jetzt nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Küken schlüpfen. Dann beginnt wieder eine sehr aufregende Zeit. Hoffen wir, dass die Altstörche besonders in den ersten 14 Tagen genügend Nahrung finden und auch das Wetter mitspielt. Die doch sehr erheblichen Niederschlagsmengen am Montag dürften gerade zur rechten Zeit gefallen sein, denn Regenwürmer sind eine Hauptnahrungsquelle für die ganz kleinen Schnäbel. Auch für die kommenden Tage ist wechselhaftes und recht kühles Wetter angesagt, aber da die Jungen zunächst noch von einem Altvogel gehudert werden, sollte das insgesamt kein großes Problem darstellen.
In Vorder Bollhagen ist ein zweiter Storch gesichtet worden, während das Ziesendorfer Paar den Horst leider seit Sonntag verlassen zu haben scheint. Eine große Beobachtungstour plane ich für den Samstag. Danach werden wir mit ziemlicher Sicherheit wissen, wieviele Paare überhaupt brüten und wo vielleicht noch Nachzügler eingetroffen sind. In Kirch Mulsow wird es darum gehen, die Ringnummer der dort brütenden Störchin abzulesen.
Hier noch die Standorte, die im März bereits besetzt waren und wo jetzt die ersten Küken erwartet werden:
Nustrow, Stäbelow, Clausdorf, Schmadebeck II, Schwaan I, Wendfeld, Hohen Luckow, Kowalz, Grammow, Pankelow I, Vogtshagen, Volkenshagen, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Groß Bölkow, Lieblingshof, Biestow.

Spätankömmlinge


Zu den spät eingetroffenen Störchen zählt in diesem Jahr (wie schon 2007 und 2008) auch dieser Storch in Vorder Bollhagen, den ich erstmals am Freitagabend in seinem Nest entdecken konnte. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. In Niendorf scheint die Neuansiedlung doch ernsthafterer Natur zu sein. Der erste Storch ist bereits seit 2 Wochen am Horst und seit gestern ist auch ein zweiter Storch da. Es wurden bereits Kopulationen beobachtet. Leider lässt der Nestausbau bisher noch zu wünschen übrig. Die Kröpeliner Störche haben ein sehr rätselhaftes unbekanntes Objekt an ihrem Nestrand liegen:

Zahlreiche aktuelle Fotos von rund 20 Nestern unserer Region gibt es auf der Homepage der Berliner Storchenfreunde Bernd und Heidi Rosien zu bewundern, die in diesem Jahr wieder für eine Woche in Roggow Quartier bezogen haben. Auf ihren Fahrten entdeckten sie fast überall brütende Störche, nur in Biendorf und Parkentin wurde weiter auf den 2. Storch gewartet. In Klingendorf hat es nach Anwohnerinformationen bereits am 22. April nach heftigen Kämpfen einen Paarwechsel gegeben. Aktuell zählen wir im Landkreis Bad Doberan 51 Storchenpaare und 3 Einzelstörche.
In Veelböken/NWM gelang den Rosiens die Ablesung des dortigen Ringstorchs - es handelt sich tatsächlich um den jetzt 24jährigen "Methusalem" mit dem Ring DDR-B 0217.

Störche in Reppelin und Hof Tatschow

Wie in fast jedem Jahr werden offenbar auch jetzt wieder Ende April Horste besetzt, die im Vorjahr leer geblieben waren. Aus Reppelin (zuletzt 2007 besetzt) wurde gestern ein einzelner Storch gemeldet, der auch über Nacht blieb und am Horst baute. Ebenfalls gestern trafen in Hof Tatschow im Süden unseres Landkreises (letztmalig 2004 von einem Paar besetzt) zwei Störche ein - zur großen Freude der Anwohner. Sie waren dort auch heute noch anzutreffen. Ob sie bleiben, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Es handelt sich vermutlich um junge, noch unerfahrene Störche, die jetzt erst einmal testen, ob die nähere Umgebung genug Nahrung aufweist, um mit einer Brut zu beginnen. Die praktisch seit Monatsbeginn anhaltende Trockenheit hat sicher dazu geführt, dass das Angebot nicht besonders reichhaltig ist. Immerhin: im Vorjahr entschlossen sich zwei Paare (in Altenhagen I und Vorder Bollhagen) noch Ende April bzw. Anfang Mai für eine Brut, die dann jedoch in beiden Fällen keinen Erfolg mehr hatte. Nach dem kommenden langen Wochenende sollte eine halbwegs verlässliche Aussage zur voraussichtlichen Gesamtzahl der Brutpaare in unserer Region möglich sein. Vielleicht haben bis dahin ja auch die zurzeit immerhin noch sieben Einzelstörche einen Partner bzw. eine Partnerin gefunden. Die Ankunftskarte ist auf den aktuellen Stand gebracht worden.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Storchennachwuchs in Biestow Dorf


Auch in Biestow Dorf sind etwa Mitte Mai Jungstörche geschlüpft. Auf diesem Foto von heute früh ist ein kleiner Schnabel zu erkennen, die unmittelbaren Anwohner haben insgesamt zwei Jungstörche im Nest gesehen.
Aus Wendfeld erreichte uns die Nachricht, dass dort nach zwei Abwürfen noch zwei, vielleicht auch drei Jungstörche im Nest sind. Zugleich haben die Anwohner festgestellt, dass einer der Altstörche beringt ist, was uns so bisher noch nicht bekannt war. In Parkentin und Vorder Bollhagen (siehe Fotoalbum) wird weiterhin gebrütet.

Anhaltende Trockenheit bereitet Störchen Probleme bei der Nahrungsbeschaffung für ihre Kücken


In Grammow haben Anwohner bereits zwei kleine Schnäbel im Nest erkennen können. Der Nachwuchs ist dort jetzt etwa 14 Tage alt.

Der Monat Mai war in unserer Region bisher außerordentlich sonnig und trocken. Mit Ausnahme eines einzigen Regentages am 17. Mai ist seit über drei Wochen vielerorts praktisch kein Niederschlag gefallen. Für die Störche ist dieser Zustand besonders jetzt problematisch, wo in vielen Nestern Nachwuchs geschlüpft ist. Die für die kleinen Schnäbel besonders wichtigen Regenwürmer sind für die Altvögel nur sehr schwer zu finden. Sie schaffen es nicht, genügend Nahrung für alle geschlüpften Jungen heranzuschaffen und reagieren instinktiv mit dem Reduzieren ihres Nachwuchses. So fand ich am Freitag in Kowalz zwei und in Thelkow ein abgeworfenes Jungtier (jeweils im Alter von vielleicht fünf bis zehn Tagen). In Gnewitz beobachteten Anwohner, wie einer der Altstörche kurz nacheinander gleich zwei Jungtiere verschlang. Auch dieses Verhalten (Kronismus) ist arttypisch, wird jedoch selten direkt beobachtet. In allen drei genannten Nestern befindet sich weiterer Nachwuchs, ebenso in vielen weiteren. Konkrete Beobachtungen gibt es von diesem Wochenende aus Clausdorf, Grammow, Kröpelin und Wendfeld. An vielen weiteren Standorten gibt es sichere Hinweise. Für eine Bestimmung von Jungenzahlen sind die Kücken jedoch noch immer zu klein. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die später eingetroffenen Storchenpaare in Kritzmow, Altenhagen I, Parkentin und Vorder Bollhagen auch weiterhin brüten. Wir dürfen sehr gespannt sein, wie sich das Storchenjahr weiter entwickelt. Regenfälle - nur kein Starkregen - wären sehr erwünscht.

Späte Horstpaare in Vorder Bollhagen und Kassow


Seit kurzem gibt es in Vorder Bollhagen wieder ein Storchenpaar.

Die Pfingsttage brachten einige erfreuliche Neuigkeiten. Dazu zählt vor allem, dass sich in Kassow (seit dem 28./29.4.) und in Vorder Bollhagen (9.5. oder früher) noch jeweils ein Storchenpaar eingefunden hat, das Horstbindung zu entwickeln scheint. Während am Baumhorst in Kassow offenbar keine Brut mehr stattfinden wird, sieht es in Vorder Bollhagen zurzeit recht gut aus; zumindest am Freitag und auch heute sah es nach einem Brutversuch aus. In Kassow hatten Anwohner im Vorjahr den Baum aussägen lassen, auf dem sich der Storchenhorst seit Jahren befindet.
Auch am wieder besetzten Standort Altenhagen I deutet momentan alles auf eine Brut hin.
Rätsel geben dagegen weiter die Störche am Horst Broderstorf II auf. Am Freitag Abend liefen zwei Störche über die große Wiese, die sich in unmittelbarer Nähe des Horstes befindet. Bei keinem von beiden war eine behindernde Verletzung erkennbar. Mehrfach beobachteten Storchenfreunde in den letzten Tagen auch, dass ein Storch im Nest saß, während der andere daneben stand. Es muss momentan ungeklärt bleiben, ob die Störchin, bei der der Verlust eines Fußes festgestellt worden war, sich so weit erholt hat, dass sie wieder ohne Einschränkungen auf Nahrungssuche gehen kann oder jetzt ein anderes Weibchen am Horst ist. In jedem Fall erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass es an diesem Standort 2008 Storchennachwuchs geben wird.
Im Fotoalbum gibt es neue Bilder von den Nestern Kassow, Vorder Bollhagen, Altenhagen I und Broderstorf II. Die Ankunftskarte wurde aktualisiert, wobei die inzwischen wieder verlassenen Horste Neu Broderstorf und Hastorf gestrichen wurden.

Viele Jungstörche in den Nestern unserer Region!

Am heutigen Sonnabend hat sich unser Überblick über die geschlüpften Jungstörche in den Nestern unserer Region wesentlich verbessert. Vorerst wird dieses nur anhand der erneut überarbeiteten Brutverlaufskarte erkennbar (bitte rechts oben auf "Neuestes Bild" klicken). Ein detaillierter Bericht mit zahlreichen Fotos folgt so bald wie möglich. Heute nur so viel: Es zeichnet sich ab, dass die Schlechtwetter-Periode Ende Mai keine spürbaren Folgen für die geschlüpften Jungstörche gehabt hat. Insgesamt ist die Anzahl der momentan in den Nestern befindlichen Jungstörchen vergleichsweise hoch. In sehr vielen Nestern sind es momentan drei Jungstörche, in mindestens sechs Nestern (darunter jetzt auch Grammow, Schmadebeck I, Satow Hof und Benitz) vier. Aus Benitz berichteten die Anwohner (Familie Storn) sogar, dass dort zunächst sechs Küken geschlüpft waren. Es sind aber zwischenzeitlich zwei Jungstörche aus dem Nest geworfen worden. In der Regel regulieren die Altstörche die Anzahl ihrer Jungen auf diese Weise, wenn für sie erkennbar ist, dass die Nahrung nicht für weitere Junge reicht. Leider hat wohl der Lärm rund um den G 8-Gipfel dafür gesagt, dass die Störche in Vorder Bollhagen ihre Brut aufgegeben und den Standort am letzten Wochenende verlassen haben. Insbesondere auf Hubschrauber reagieren Störche (und andere Vögel) sehr empfindlich - und davon gab es dort reichlich! Hoffen wir nur, dass in Hohen Luckow nach dem Festessen der Regierungs- und Staatschefs am Donnerstag alles gut gegangen ist und die Störche nicht verschreckt wurden. Eine Kontrolle dort steht momentan noch aus. Zum Abschluss hier noch ein Foto mit drei Jungstörchen, das eine Storchenfreundin heute in Niekrenz aufgenommen und uns dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat.

Neue Brutverlaufskarte

Wie versprochen, gibt es heute Abend im Fotoalbum weitere Bilder meiner gestrigen Tour zu acht Nestern im östlichen Landkreis Bad Doberan. Die dabei entdeckten Jungstörche, deren Anzahl zurzeit natürlich noch unklar ist, machen die folgende überarbeitete Brutverlaufskarte notwendig. Auch aus Kirch Mulsow und aus Vorder Bollhagen erhielten wir zwischenzeitlich die Information, dass dort mit der Brut begonnen wurde. Mit großer Sicherheit sind noch in zahlreichen weiteren Nestern Jungstörche geschlüpft, doch hat uns bisher keine weitere Nachricht erreicht.

In den letzten Tagen große Niederschlagsmengen

Auch in unserer Region haben die letzten Tage erhebliche Niederschlagsmengen gebracht. Diese fielen jedoch regional sehr unterschiedlich aus. So wurden in Laage bei Güstrow zwischen Sonntag und Dienstag insgesamt 58 mm und in Rostock-Warnemünde 45 mm Niederschlag gemessen. In Barth waren es dagegen im gleichen Zeitraum nur 7 mm. Dieser Ort lag dafür am Freitag mit 26 mm Niederschlag ganz an der Spitze aller deutschen Wetterstionen. Wir können nur hoffen, dass der Storchennachwuchs die ergiebigen Regenfälle der letzten Tage gut überstanden hat. Dabei waren die erst vor kurzem geschlüpften Jungstörche im Vorteil, da sie von den Altvögeln noch gehudert werden. Die im Zusammenhang mit dem G 8-Gipfel in Heiligendamm zu erwartenden Verkehrsstörungen werden in nächster Zeit wahrscheinlich auch unsere Beobachtungsmöglichkeiten an den Storchennestern beeinträchtigen. Vom Gut Vorder Bollhagen erreichte uns heute die Nachricht, dass beide Störche dort seit dem 10. Mai anwesend sind. Damit ist eine erfolgreiche Brut wegen der vorangeschrittenen Jahreszeit zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber doch eher unwahrscheinlich.

Storchenpaar besetzt Horst in Vorder Bollhagen

Ob es das Interesse am bevorstehenden G 8-Gipfel in Heiligendamm gewesen ist? Seit heute wissen wir sicher, dass der Storchenhorst in Vorder Bollhagen im Laufe des Monats Mai von einem Storchenpaar besetzt worden ist - eine in diesem Jahr besonders erfreuliche Meldung, denn in den beiden vorangegangenen Jahren war der Standort unbesetzt. Genaue Ankunftsdaten fehlen bisher noch, doch gibt es ein Foto vom 16. Mai, das ein Pressefotograph in Vorder Bollhagen von zwei Störchen gemacht hat. Sie befanden sich dabei in unmittelbarer Nähe des Absperrzauns, der den G 8-Gipfel schützen soll. Dieses Foto vom 22. Mai zeigt einen der Störche auf einer gemähten Wiese unweit des Zaunes. Das Nest selbst befindet sich auf dem Gut Vorder Bollhagen.

Hoffentlich verlaufen die kommenden zwei Wochen friedlich - auch für die Störche. Die aktuelle Entwicklung in Vorder Bollhagen hat eine Überarbeitung der Ankunftskarte notwendig gemacht.

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