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Moitin

41 Jungstörche beringt

Wie hier in Moitin sind am heutigen Dienstag in der ersten großen Beringungsaktion in unserem Landkreis seit 1988 in 17 Horsten insgesamt 41 Jungstörche beringt worden. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Standorte:

- Albertsdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Broderstorf I: 2 Jungstörche, davon einer deutlich kleiner
- Thulendorf: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Wendfeld: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Niekrenz: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Cammin: 3 Jungstörche, davon zwei sehr kräftig und einer gut entwickelt
- Göldenitz/Dummerstorf: 1 noch recht kleiner Jungstorch (dazu befand sich ein nicht ausgebrütetes Ei im Horst)
- Pankelow: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Groß Potrems I: 1 mittelmäßig großer und ein sehr kleiner Jungstorch (letzterer ist noch ein Sorgenkind)
- Rukieten: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan II: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Schwaan I: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Moitin: 2 große, kräftige Jungstörche
- Schmadebeck II: 3 Jungstörche, davon 2 gut entwickelt und einer deutlich kleiner
- Clausdorf: 3 gut entwickelte Jungstörche
- Stäbelow: 3 gut entwickelte Jungstörche; Anwohner meldeten, dass einer der Altstörche unten rechts beringt ist
- Parkentin: 1 gut entwickelter Jungstorch (zuvor gab es 2 Abwürfe)

An mehreren Standorten wurde die vorher vermutete Anzahl an Jungstörchen erfreulicher Weise übertroffen, der Durchschnittswert liegt bei 2,41 Jungstörchen pro erfolgreichem Brutpaar. Die erlebnisreiche Beringungsaktion, über die wir in den nächsten Tagen noch ausführlicher und vor allem mit vielen Fotos berichten werden, wird am 7. Juli (mit jetzt noch zu kleinen Storchenküken) fortgesetzt.

Zahlreiche Storchenküken werden Opfer der nasskalten Witterung

Dieser etwa zwei bis drei Wochen alte Jungstorch, den ich heute Abend frischtot unter dem Storchenhorst in Rukieten fand, ist vermutlich nur eines von zahlreichen Küken, die der augenblicklichen, nasskalten Witterungsperiode in unserer Region zum Opfer fallen. Gestern und heute meldeten Anwohner (aus Moitin, Clausdorf, Schmadebeck II und Rederank) den Fund von vier weiteren Abwürfen, wobei dies nur die Spitze des Eisbergs sein dürfte, denn viele dieser tragischen Vorfälle bleiben unentdeckt oder werden uns nicht gemeldet. Aus Kröpelin erhielten wir die Information, dass dort statt anfangs vier jetzt nur noch drei Jungstörche zu sehen sind, und auch in Grammow sind es nur noch zwei oder drei statt ursprünglich vier Jungstörche. In allen Fällen ist allerdings noch mindestens ein weiteres Küken im Horst, sodass zumindest noch keine "Totalausfälle" gemeldet wurden. Der landläufig als "Schafskälte" bezeichnete Einbruch von Polarluft trifft besonders die früh geschlüpften Jungstörche, die jetzt im Alter von zwei bis drei Wochen nicht mehr ausreichend von ihren Eltern gehudert werden können. Bei Regenmengen von 18 Litern in 6 Stunden (wie letzte Nacht in Rostock-Warnemünde) und gleichzeitigen Temperaturen weit unter 10 Grad Celsius kommt es schnell zu einer Durchnässung und Unterkühlung, die dann auch bei gut ernährten Jungstörchen sehr schnell zum Tode führen kann. Nach Auswertung der Regenradarbilder der vergangenen Nacht scheint der Ostteil unseres Landkreises besonders anhaltenden und starken Niederschlag abbekommen zu haben. Leider hält das niederschlagsträchtige und sehr kühle Wetter auch morgen noch an. Wir müssen somit davon ausgehen, dass es noch in etlichen weiteren Nestern zu Verlusten unter dem Storchennachwuchs kommen wird.

Ein paar erfreuliche Neuigkeiten

Große Überraschung in Groß Potrems II - dieser Storch hält seit einer Woche dem letztmalig vor fünf Jahren besetzten Horst die Treue. Nach Anwohnerberichten gibt es sogar einen Konkurrenten, mit dem es regelmäßig zu Auseinandersetzungen um den Horst kommt. Die Unterlage ist in jedem Fall noch in Ordnung, das Nest selbst durch den Leerstand der letzten Jahre nur noch ein Fragment, aus dem ein ansiedlungswilliger Storch allerdings sehr wohl ein passables Storchennest machen könnte.
Die Entdeckung dieses Wiederbesiedlungsversuchs gelang im Rahmen mehrerer ausgedehnter Erkundungsfahrten, die Hans-Heinrich Zöllick (samt Begleitern) und ich in den letzten drei Tagen unternommen haben. Dabei gab es weitere erfreuliche Entdeckungen: in Zarnewanz ist bereits seit längerem ein zweiter Storch am Horst, das Paar brütet aber nicht. Auch in Kirch Mulsow war am Samstag ein Paar im Nest, hier müssen noch weitere Erkundigungen eingezogen werden. Auch die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Bruten nimmt erfreulicherweise von Tag zu Tag zu. So konnte zusätzlich zu den schon bekannten Standorten Nachwuchs auch in den Storchenhorsten Stäbelow (mindestens zwei Junge), Clausdorf, Rederank (mindestens drei Junge), Parkentin und Moitin festgestellt werden. In Thelkow und sehr wahrscheinlich auch in Pankelow wird es dagegen in diesem Jahr keine Jungstörche geben.
Durch die doch recht zahlreichen Ankünfte im Mai hat sich die Anzahl der Horstpaare in unserem Landkreis mittlerweile auf 54 erhöht, das ist jetzt noch ein Minus von fünf Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen noch fünf bis sechs Einzelstörche, die ihr Nest allein besetzt halten. Von diesen 54 Horstpaaren werden mindestens neun keinen Bruterfolg haben, in den übrigen Nestern besteht momentan noch Hoffnung.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal aktuelle Fotos aus Groß Potrems I, Klingendorf, Kowalz, Stäbelow und Clausdorf.

Vielerorts ruhiges Brutgeschäft


Weite Wiesen prägen die Landschaft vor dem Biendorfer Storchennest (es befindet sich auf dem Mast in der Hintergrund-Mitte)

Zwei Kontrollfahrten in den westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan erbrachten in den vergangenen Tagen den Eindruck, dass in den meisten der dort besetzten Horste ruhig gebrütet wird. Ausnahmen stellen lediglich Ziesendorf, Wischuer und Schmadebeck I dar. Hier wird es in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Storchennachwuchs geben. Demgegenüber scheint das Paar in Bröbberow doch noch mit dem Brutgeschäft begonnen zu haben. Auch aus Klein Grenz gibt es Positives zu vermelden. Erstmals seit vielen Jahren wird dort jetzt von einem Storchenpaar am Horst gebaut. Ob es noch zu einem Brutversuch kommt, erscheint indes mehr als fraglich. Aus Pastow erreichte uns die Nachricht, dass dort seit dem 8. Mai ein Storch am Horst ist (im Vorjahr war der Standort unbesetzt). Aktuelle Fotos gibt es - wie immer im Fotoalbum - dieses Mal aus Biendorf, Moitin und Parkentin.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

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