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Petschow

Mit dreieinhalb Wochen allein zu Hause


Kräftig zugelegt haben die Biestower Storchenküken (hier 2 von 4) in den letzten Tagen.

Die Biestower Storchen-Webcam ermöglicht uns auch weiterhin sehr gute Einblicke in die Entwicklung der Jungen. In den letzten Tagen war die Fütterungsfrequenz langsam zurückgegangen - über elf auf nur noch zehn Anflüge/Fütterungen pro Tag. Da gleichzeitig der Nahrungsbedarf der vier Küken immer mehr zunimmt (und in den nächsten Wochen etwa 1.000 Gramm pro Tag und Küken erreichen wird), war es nicht überraschend, dass die jetzt drei bis dreieinhalb Wochen alten Jungstörche heute erstmals für kurze Zeitspannen allein gelassen wurden. Insgesamt etwa zwei Stunden blieben sie heute ohne Aufsicht, wobei die längste Phase zwischen 11:33 und 12:21 Uhr 48 Minuten dauerte. Auf diese Weise waren heute wieder zwölf Anflüge/Fütterungen möglich. Die "elternlose" Zeit wird sich in den nächsten Tagen weiter ausdehnen, "normal" wäre der Übergang zur Phase der vollständig unbewachten Jungenaufzucht ab einem Alter von etwa vier bis fünf Wochen. Ein Küken des Biestower Storchenpaares scheint etwas kleiner zu sein, aber der Unterschied zu seinen Geschwistern dürfte deutlich geringer ausfallen als beim jüngsten (ebenfalls vierten) Küken der praktisch gleichaltrigen Otterwischer Internetstörche, das heute kurzerhand von einem Altvogel gepackt und nach außerhalb des Nestes geflogen worden ist. Keine 50 Meter entfernt wurde er tot aufgefunden. Nach zwei Minuten war der Otterwischer Altvogel bereits wieder am Nest. Auch solche arttypischen Verhaltensweisen sind jetzt noch möglich, gerade bei weiterhin anhaltender, ausgeprägter Trockenheit. Die Störche spüren instinktiv, dass das Futterangebot nicht ausreicht, um alle Küken groß zu bekommen.
Eine freudige Überraschung erlebte ich gestern Abend in Petschow. Dort war bis Mitte April stets ein unberingtes Storchenpaar am Nest gesichtet worden. Das langjährige, beringte Männchen H2919 schien den Zug nach Afrika nicht überlebt zu haben. Gestern Abend aber entdeckte ich ihn beim "Wachestehen" bei seinen (zuletzt vier) Jungen im Nest. Er muss um den 15. April eingetroffen sein und das Nest für sich zurückerobert haben. Danach muss es ganz schnell gegangen sein, denn am 20. April waren bereits sichere Anzeichen einer Brut feststellbar. Mit jetzt 14 Jahren ist das 2004 in Ostvorpommern beringte Männchen aktuell unser ältester Storch. Durch ihn erhöht sich die Quote der zurückgekehrten Ringstörche auf zwölf von 14.

Bisher nur zwei Durchzügler

Der vergangene Woche in Petschow beobachtete Storch ist offenbar "nur" ein Durchzügler gewesen. Jedenfalls wurde er nicht wieder am Nest beobachtet. Gleiches gilt für einen weiteren (beringten) Storch, der gestern in Benitz auf dem Horst gesichtet wurde. Es kann sich dabei um Störche handeln, die weiter östlich ihr Revier besitzen und bei uns einen Zwischenstopp gemacht haben. Ebenso kommen junge Störche in Betracht, die noch ohne Nestbindung sind und neugierig größere Regionen erkunden. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind alle bisher in Deutschland eingetroffenen Störche Westzieher bzw. Überwinterer. Von den besenderten Ostziehern aus Nord- und Ostdeutschland haben die beiden ersten jetzt Rumänien erreicht. Drei weitere sind mittlerweile am Bosporus angelangt.

Günstige Witterungsverhältnisse sorgen für viel Nahrung

Vier oder sogar fünf Küken? Das ist die Frage auf diesem Foto vom 5. Juni. In jedem Fall ist es ein ungewöhnliches Bild, denn in Petschow, wo es aufgenommen wurde, sind in den letzten Jahren selten mehr als zwei Jungstörche groß geworden. Das feuchtwarme Wetter der letzten Wochen scheint das Nahrungsangebot für die Weißstörche auf jeden Fall sehr positiv beeinflusst zu haben. Verglichen mit dem sehr trockenen und nahrungsarmen Vorjahr machen die Küken in den Nestern der frühen Paare durchweg einen sehr viel besseren Eindruck. Aktuell werden in mindestens vier Nestern des Altkreises DBR vier Jungstörche gezählt: Schwaan II, Berendshagen, Petschow und Lieblingshof. Drei sind es zurzeit in Niendorf, Biestow, Niekrenz und Hohen Schwarfs, zwei in Benitz. Auf unserer Bruterfolgskarte kann der jeweils aktuelle Stand gut nachvollzogen werden.
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1077

Viele frühe Paare haben Nachwuchs


Muntere "Dreierbande" in Schwaan/Tannenberg. 28.5.17

Das in letzter Zeit warme und weitgehend störungsfreie Wetter hat dazu beigetragen, dass in vielen Nestern mit früher Paarbindung jetzt Jungstörche zu erkennen sind. Bei einer kleinen Rundfahrt am heutigen Abend kam ich zu folgenden Erkenntnissen:
- Niendorf: Küken im Nest gesehen
- Benitz: Küken im Nest gesehen
- Schwaan II: 3 kräftige Küken
- Zeez: mindestens 2 Küken, noch sehr klein
- Petschow: Küken im Nest, Fütterung
- Lieblingshof: 2 Küken im Nest gesehen
- Niekrenz: 3 kräftige Küken
- Hohen Schwarfs: wachender Altstorch am Nestrand
Auch aus Berendshagen wurden drei Jungstörche gemeldet.
In Biestow hilft uns die dortige Webcam. Am sehr warmen Samstag stand erstmals der jeweils Wache haltende Altvogel über mehrere Stunden am Nestrand. Gegen 19 Uhr war eindeutig eine Fütterung zu sehen, und auch mindestens ein kleines Köpfchen war zu erkennen. Der Schlupf des oder der ersten Küken war für den 24. Mai berechnet worden. Damit dürfte die Brut jetzt abgeschlossen sein. Wir dürfen die weitere Entwicklung mit Spannung beobachten.
Gestern konnte der letzte bisher noch offene Ringstorch im Altkreis Ribnitz-Damgarten identifiziert werden: Auch in Löbnitz gehört ein 2015 in Schweden beringter Storch zum Brutpaar - SVS 2049 hat sogar schon Nachwuchs im Nest, dem gestern fleißig Schatten gespendet wurde.

Rederanker Störchin hat wieder einen Partner

Heute erreichte uns die erfreuliche Nachricht, dass die Rederanker Störchin einen neuen Partner gefunden hat. An diesem Nest war der männliche Brutstorch vor etwa zehn Tagen unter tragischen Umständen verschwunden. Sehr wahrscheinlich ist er Opfer eines achtlos weggeworfenen Kunststoffnetzes geworden, in dem sich seine Beide verwickelt hatten. Ob die Störchin indes noch ein Nachgelege tätigen wird, bleibt abzuwarten.
Horstkämpfe gab es am Montag in Petschow. Dabei attackierten drei Fremdstörche sehr heftig das bereits brütende Paar. Mindestens ein Ei ging dabei verloren, doch scheint die Brut inzwischen fortgesetzt worden zu sein.
Leider fehlt uns immer noch rund ein Viertel des Vorjahresbestandes. Leer waren zuletzt auch noch mehrere langjährig erfolgreiche Traditionsnester wie Hohen Schwarfs, Broderstorf I und Bentwisch. Wir können nur hoffen, dass mit der angekündigten Wetterbesserung noch recht viele Nachzügler zu uns gelangen.

"Feindliche Übernahme" des Liepener Storchennestes? - ein müder Rückkehrer in Petschow

Haben sie das Liepener Nest "gekapert" und die Eier herausgeworfen? Der Storch im Vordergrund fällt durch seinen mächtigen Schnabel auf.

Liepen, 17.4.16

Nicht immer enden Storchenkämpfe damit, dass sich die alt eingesessenen Paare behaupten. So ist es heute vermutlich auch dem Liepener Storchenpaar ergangen, das bereits am 2. und 3. April an seinem Nest eingetroffen war und bald darauf an diesem in den vergangenen Jahren sehr erfolgreichen Standort mit der Brut begonnen hatte. Als ich heute gegen Mittag in Liepen eintraf, standen im Nest zwei Störche, direkt darunter lagen zwei defekte Eier. Gebrütet wurde auf keinen Fall. Einer der beiden im Nest stehenden Störche trug einen Ring (DEW 1T724) und konnte damit als ein erst dreijähriger Storch aus Niedersachsen identifiziert werden.

Wie wird es nun weitergehen? Im besten Fall bleibt das neue Paar und tätigt selbst ein eigenes Gelege. Bei einem vermutlich noch brutunerfahrenen dreijährigen Partner ist das jedoch keinesfalls sicher. Natürlich sind auch weitere Kämpfe möglich. Ebenso ist es durchaus denkbar, dass Liepen nach vielen Jahren 2016 einmal ohne Bruterfolg bleibt - was natürlich sehr schade wäre.

Petschow, 17.4.16

Ein anderes Bild zeigte sich mir in Petschow. Hier hatte offenbar ein unberingtes Weibchen drei Wochen auf seinen Partner gewartet. Der traf nun endlich heute früh am Nest ein. Mit 12 Jahren auch nicht mehr ganz taufrisch und sicher gestresst vom langen Zug, sehnte sich DEH H2919 ganz offenkundig erst einmal nach Ruhe. Das agile Weibchen ließ jedoch nicht locker und machte sich bei seinem Partner erst einmal an die "Körperpflege". Wie auf dem Foto gut zu erkennen, ließ er die Prozedur des Entfernens von Federlingen (kleinen Parasiten) nur äußerst missmutig über sich ergehen. Auch zur Familienplanung war er noch keinesfalls aufgelegt. Das wird sich ja hoffentlich noch ändern...

Unterdessen sind übers Wochenende doch etliche bisher fehlende Störche nachgerückt, sodass aktuell im alten Landkreis Bad Doberan (mindestens) 29 Horstpaare und 4 Einzelstörche Nestbindung haben. Auch in Wendfeld ist heute eine Störchin eingetroffen. Noch wissen wir nicht, ob es die legendäre "alte Brandenburgerin" doch noch einmal geschafft hat oder es ein neues Weibchen ist, wovon ich eher ausgehen würde. Aus Fienstorf wird unterdessen gemeldet, dass das am Freitag heftig attackierte Storchenpaar ein vergleichsweise ruhiges Wochenende verlebt hat. Und auch der einzelne Storch in Sildemow ist immer noch da und schürt die Hoffnung der Anwohner auf ein dauerhaftes Storchenglück.

Die ersten Paare haben mit der Brut begonnen

An diesem Wochenende scheinen die ersten, besonders früh eingetroffenen Storchenpaare in unserem Betreuungsgebiet mit der Brut begonnen zu haben. In der Regel erfolgt dies etwa sieben bis zehn Tage nach der Paarbildung. Sichere Anzeichen fand ich heute unter anderem in Niendorf vor, wo sehr wahrscheinlich ein Westzieherpaar (eingetroffen am 25.3.) brütet. Sie haben ihr Nest wesentlich mehr ausgebaut als ihre Vorgänger, deren späte Rückkehr sie allerdings unter Umständen noch zu fürchten haben.

Niendorf, 6.4.14

Dass es nun endlich wieder regnet, ist hinsichtlich der Brutbereitschaft der Störche sicher kein Nachteil. Unterdessen hat sich die insgesamt frühe und zügige Rückkehr der Ostzieher zwar etwas verlangsamt, doch ist eine Rückkehrquote von 66 Prozent zum 6. April bereits ein sehr guter Wert.
Offensichtlich fehlen zurzeit vor allem noch die jungen, zugunerfahrenen, nachrückenden Störche. Dies ist z. B. daran zu erkennen, dass Hans-Heinrich Zöllick und ich in unseren Betreuungsgebieten DBR und RDG bereits 18 Ringstörche identifizieren konnten, ohne dass darunter auch nur ein "neuer" gewesen wäre. DEH H2919 traf ich übrigens heute in Petschow an, wo er bereits zwischen 2010 und 2012 Brutvogel war. Die These, dass bisher insbesondere die alten, bruterfahrenen Vögel eingetroffen sind, wird auch durch zwei besondere Funde von Storchenfreundin G. Vogel untermauert. Zum einen flog von ihrem Nest ein mit einem ELSA-Ring unterhalb des Intertarsalgelenks beringter Storch ab - diese Beringungsart war nur 2004 und 2005 üblich. Darüber hinaus fotografierte sie in einer kleinen Dreier-Gruppe, ebenfalls in Fienstorf, einen schwedischen Storch, der seine Ringkombination bereits in den 1990er Jahren erhalten haben dürfte.
Aktuell zähle ich im Altkreis Bad Doberan 32 Horstpaare und 11 Einzelstörche. Alle Details gibt es weiterhin in einer GoogleMaps-Ankunftskarte.

Alte Bekannte...

Wie in jedem Jahr ist es eine spannende Frage, welche beringten Störche den Weg zurück in unsere Region gefunden haben. Einige Ringträger sind ihrem Horst schon seit vielen Jahren treu. Dazu zählt zu allererst die aus Brandenburg stammende Störchin Hiddensee KA 3528. In diesem Jahr schickt sie sich an, zum siebenten Mal in Folge in Wendfeld für Storchennachwuchs zu sorgen. Sie vollendet in diesem Jahr ihr 20. Lebensjahr, traf bereits am 27. März mit den ersten Ostziehern ein, ihr Partner folgte erst heute. Ebenso konnten wir bereits ablesen: Hiddensee I453, seit 2011 männlicher Brutstorch in Stäbelow, inzwischen 14jährig sowie DEW 5X443 (Ablesung H. Storn), sechsjähriges Weibchen aus Niedersachsen, jetzt wie im Vorjahr in Benitz.
Einen weiteren alten Bekannten traf ich überraschenderweise heute Abend am Ortsrand von Dummerstorf, wo er sich auf einem frisch gepflügten Acker stärkte. DEH H2919, 2004 in Ostvorpommern am Fußgelenk mit einem ELSA-Ring ausgestattet, war 2010 bis 2012 männlicher Brutvogel in Petschow. Im Vorjahr blieb er verschollen, in Petschow brüteten zwei unberingte Störche. Ich bin gespannt, an welchem Nest ich ihn demnächst wiederfinde. Die ungewöhnliche Gefiederanordnung auf der rechten Seite dürfte dabei helfen.

Inzwischen zähle ich im Altkreis Bad Doberan 21 Horstpaare und 16 Einzelstörche. Das ist exakt die Hälfte der im Vorjahr gezählten Störche mit Horstbindung. Alle Details gibt es weiterhin in einer GoogleMaps-Ankunftskarte.

Nur wenige Neuankömmlinge über Ostern

Auch über die Ostertage sind nur sehr wenige Störche neu in unserem Betreuungsgebiet eingetroffen. Neben dem Storch, der am Sonntag in Petschow auf dem Nest gesehen wurde (war es vielleicht sogar der vom Nachbarhorst in Bandelstorf?) erreichte mich lediglich vom Horst Schmadebeck I die Information, dass dort heute der erste Storch eingetroffen ist. Auch im Vorjahr dauerte es bis zum 4. April, bevor die erste große Rückkehrerwelle einsetzte. Wann wird es wohl in diesem Jahr so weit sein?

Brutverluste und Beringungen

In Bandelstorf ist der Baumhorst leer und verlassen - bis auf zwei Krähen auf einem Ast. 16.6.12. Foto: B. Becker

Auch in diesem Jahr gibt es leider wieder einige Brutverluste, deren Ursachen sich im Nachhinein nicht mehr ergründen lassen. Dazu zählen die Standorte in Petschow und Bandelstorf, wo nachweislich Küken geschlüpft waren. In Bandelstorf wird es damit zum ersten Mal seit 1997 keine ausfliegenden Jungstörche geben.
Das kurze, aber heftige Unwetter, das gestern über unser Betreuungsgebiet zog, scheinen die Störche weitgehend glimpflich überstanden zu haben. Lediglich aus Parkentin wurde heute der Abwurf eines toten Kükens gemeldet. Es sind dort aber noch zwei Jungstörche im Nest.
Während im alten Landkreis Bad Doberan am kommenden Montag eine große Beringungsrunde gefahren wird, haben 26 Jungstörche im Altkreis Ribnitz-Damgarten bereits heute ihre ELSA-Ringe erhalten. Dabei mussten gegenüber dem 31. Mai noch drei Kükenverluste registriert werden. Im Einzelnen wurden beringt:
- Kloster Wulfshagen: 3 Küken
- Altenwillershagen: 3 Küken
- Carlsruhe: 2 (von ursprünglich 4 Küken)
- Forkenbeck: 3 (von ursprünglich 4 Küken)
- Klockenhagen: 4 Küken
- Wiepkenhagen: 3 Küken
- Kavelsdorf: 3 (von ursprünglich 4 Küken)
- Neu Steinhorst: 3 (von ursprünglich 4 Küken)
- Freudenberg Heim: 2 (von ursprünglich 4 Küken)
Bereits am 31. Mai waren 4 Jungstörche in Brünkendorf beringt worden. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass in Carlsruhe und Freudenberg erstmals seit Jahren wieder Jungstörche heranwachsen.

Der jeweils aktuelle Zwischenstand zum (noch vorläufigen) Bruterfolg im Altkreis Bad Doberan ist hier zu finden: hier (Google Maps-Karte)

Starker Einflug über Ostern


Dieser noch nicht identifizierte Ringstorch dürfte der "Störenfried von Stäbelow" gewesen sein - inzwischen hat er das im Vorjahr unbesetzte Nest im Nachbarort Kritzmow kräftig ausgebaut. Foto: B. Becker

Was aufgrund der stabilen Hochdrucklage über weiten Teilen Mittel- und Osteuropas zu erwarten war, ist eingetreten: in den vergangenen Tagen hat es nochmals einen starken Einflug von spät heimkehrenden Störchen gegeben. Hans-Heinrich Zöllick kann für den Altkreis Ribnitz-Damgarten heute bereits eine Besetzungsrate von über 95 Prozent - gemessen am Vorjahresergebnis - vermelden. Im Landkreis Bad Doberan sieht es noch nicht ganz so gut aus, aber auch hier gab es zwischenzeitlich erfreuliche Verbesserungen. Aktuell sind 46 Paare und 8 Einzelstörche registriert worden. Nur noch fünf im Vorjahr besetzt gewesene Horste sind bisher noch leer. Die Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte. Ganz erstaunlich ist die Anzahl der Ringstörche - inzwischen sind es acht, die uns bekannt sind. Über Ostern konnten abgelesen werden:
DEW 5X443, Weibchen in Klingendorf (neu)
DEH H 7287, Weibchen in Petschow (neu)
DEH H 1583, Männchen in Tessin (wie 2009, 2010)
In Petschow gelang beim ebenfalls beringten männlichen Storch eine Teilablesung - vermutlich ist es wieder DEH H 2919. Weiterhin gibt es neue Ringstörche in Hohen Schwarfs und Kritzmow, deren Identität noch nicht geklärt werden konnte (beide tragen unten rechts einen ELSA-Ring). Letzterer ist mit ziemlicher Sicherheit der Storch, der über mehrere Tage das brütende Paar im Nachbardorf Stäbelow attakierte. Inzwischen hat er das Kritzmower Nest kräftig ausgebaut.
Der an seiner Kopfwölbung erkennbare männliche Altstorch aus Heiligenhagen pendelte mehrere Tage zwischen seinem Stammnest und dem benachbarten Horst in Satow Hof. Mit beiden Weibchen sind Paarungen beobachtet worden! Seit dem 23. April ist allerdings auch in Satow Hof wieder ein Männchen dauerhaft präsent. Diese interessante Geschichte ist anhand von Fotos im Fotoalbum dokumentiert. Insgesamt wurden dort 20 neue Fotos eingestellt.
Heute früh entdeckte ich überraschenderweise in Buchholz einen Storch in der seit 2004 nicht mehr besetzten Nisthilfe. Offenbar ist dort auch bereits etwas Nistmaterial eingetragen worden. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Nachbarhorste Ziesendorf und Niendorf noch unbesetzt sind?

Spätbruten unter besonderer Beobachtung

Zu den Nestern, in denen spät Jungstörche geschlüpft sind, gehört das Niendorfer.

Während die meisten Jungstörche in unserer Region jetzt schon einen Entwicklungsstand erreicht haben, der ihnen sehr gute Chancen zum Flüggewerden gibt, kämpfen die Küken in den spät besetzten Nestern nach wie vor um ihr Überleben. Sehr häufig sind es junge, unerfahrene Paare, die erst "auf den letzten Drücker" noch Eier legen und sich jetzt erstmals im Brutgeschäft versuchen. Sie kennen sich zumeist auch noch nicht sehr gut in ihrem Nahrungsrevier aus, und sie haben zusätzliche Probleme, wenn es so wie jetzt über einen längeren Zeitraum sehr trocken ist. In den meisten Fällen scheitern solche Spätbruten.
In diesem Jahr sind die Chancen offenkundig besser: von 6 Nestern, auf die die Kategorie "Spätbrut" mit einem Brutbeginn im Mai zutrifft, sind momentan in noch fünf Nestern Jungstörche. Am besten sieht es derzeit in Groß Potrems I aus, wo sich nach den Tragödien des Vorjahres (gebrochenes Bein bei einem Altstorch, später Verlust beider Küken) vermutlich ein ganz neues Paar im Brutgeschäft versucht. Seit dem 27. April sind sie zusammen, und am vergangenen Freitag konnte ich erstmals drei recht quirlige Jungstörche im Nest erkennen. Im Vergleich zu den übrigen fünf "Spätbrut-Standorten" sind die Voraussetzungen, in Horstnähe Nahrung zu finden, sicher am besten. Auch den ein oder zwei fast gleichalten Bentwischer Jungstörchen gebe ich recht gute Überlebenschancen, denn dieser Standort ist ebenfalls ein etablierter mit erwiesenermaßen zufriedenstellenden Nahrungsressourcen. Nummer 3 in meiner Aufzählung ist Thelkow, wo gestern ein schon ganz munterer Jungstorch gesehen wurde. Beide Störche trafen hier erst am 3. Mai ein und sind mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls neu im Revier. Auch hier bewerte ich die Aussichten doch einigermaßen optimistisch. Schwieriger stufe ich die Verhältnisse bei den Niendorfer Störchen ein. Bei dieser kompletten Neuansiedlung gehört schon eine Menge Glück dazu, wenn es gut gehen soll. Immerhin sind schon einmal zwei Schnäbel gesehen worden, und heute früh war ganz regulär ein Altstorch am Nest und spendete Schatten. Die Niendorfer Störche haben den Nestkorb, in dem sie brüten, nicht sehr stark mit Nistmaterial ausgebaut. Daher dauert es so lange, bis sie richtig zu sehen sein werden. Mit einem Alter von fast drei Wochen sollte das aber jetzt nicht mehr sehr lange auf sich warten lassen. In Kirch Mulsow brütet bekanntermaßen eine dreijährige Ringstörchin. Ein Jungtier im Alter von vielleicht knapp drei Wochen ist im Nest. Die Anwohner haben nun festgestellt, dass die Störchin seit Dienstag zwei Tage lang nicht am Nest war. Erst heute am Nachmittag soll sie wieder gefüttert haben. Hier kann die Unerfahrenheit der Störchin und (altersbedingt) ihre Unzuverlässigkeit ein Risiko für den Jungstorch bedeuten. Bereits verloren ist seit dem Wochenende die Brut in Hof Tatschow. Die drei etwa 10-14 Tage alt gewordenen Küken leben leider nicht mehr. Auch hier war es eine Spätbrut und zugleich eine Wiederbesiedlung nach sechs Jahren Unterbrechung. So bleibt hier nur zu hoffen, dass das Paar im nächsten Jahr einen neuen Versuch unternimmt.
Identifiziert ist mittlerweile der neu entdeckte Ringstorch in Petschow. Er trägt rechts unten einen ELSA-Ring mit dem Code "DEH H2919". 2004 hat ihn Frank Tetzlaff in Levenhagen (Ostvorpommern) beringt. Das Geschlecht ist noch unbekannt, in diesem Jahr brütet er/sie erstmals in Petschow. Allerdings ist es nicht die erste Ablesung gewesen. Vor drei Jahren wurde "H2919" bereits einmal bei Stäbelow nahrungssuchend abgelesen. Damals hatte der Storch sicher noch keine Horstbindung, doch ist er unserer Region treu geblieben.
Schließlich erhielten wir noch die Information, dass das Storchennest in Sanitz nach mehreren Jahren jetzt seit einigen Wochen wieder besetzt sein soll. Auch hier darf man auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Findelküken und bevorstehende Beringungstour

Gleich zwei kleine Storchenküken hatten großes Glück, als sie vorgestern in Klingendorf bzw. gestern in Benitz aus dem Nest fielen. Vielleicht war es eine Windböe oder aber das mangelhafte Nahrungsangebot, das einen der Altvögel zum Handeln veranlasst hatte. In jedem Fall haben beide den Sturz offenbar gut überstanden. Der Klingendorfer Jungstorch, etwa 10 Tage alt und links im Bild, wurde für zwei Tage und Nächte bei Familie Hagemeister aufgepäppelt und den Benitzer (etwa 1 Woche älter) hatte ich selbst von gestern auf heute als "Übernachtungsgast". Beide kamen heute in den Rostocker Zoo, in der Hoffnung, dass sie den Sturz ohne innere Verletzungen überstanden haben und dort erst einmal versorgt und aufgezogen werden können. Im August sollen sie dann voraussichtlich wieder ausgewildert werden.
Ansonsten steht dieses Wochenende ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die große Storchenberingungstour, die am Dienstag stattfinden wird. Der vorläufige Zeitplan sieht folgende 22 Stationen vor (zum notieren, falls Interesse am zuschauen besteht):
8.00 Albertsdorf
8.30 Broderstorf Amt
9.00 Wendfeld
9.30 Gnewitz
10.15 Liepen
11.00 Niekrenz
11.30 Lieblingshof
12.00 Petschow
12.30 Pankelow
13.15 Hohen Schwarfs
14.00 Schwaan II (Tannenberg)
14.30 Schwaan I (John-Brinkmann-Str./Pflegeheim)
15.00 Bröbberow
15.30 Biestow
16.15 Stäbelow
16.45 Clausdorf
17.30 Hohen Luckow
18.00 Heiligenhagen
18.45 Schmadebeck I (Hof Diederichs)
19.15 Schmadebeck II (Hof Plate)
(20.00 Detershagen oder Moitin)
(20.30 Wischuer)
Die beiden letzten Stationen sind fraglich, denn es könnte sein, dass uns vorher unsere Ringe aus gehen. Auch dieses Mal wird die Beringungstour großzügigerweise vom Kreisbauernverband Bad Doberan finanziert, dem wir dafür schon jetzt herzlich danken möchten. Spätestens am Mittwoch werde ich über die Ergebnisse berichten.
Heute konnte ich erstmals das neu errichtete Storchennest in Wohrenstorf bewundern - seit 2004 gab es in diesem Ort keine Störche mehr. Vielleicht beginnen sie im kommenden Jahr mit einer Brut?
In Petschow gelang mir die Ablesung des dortigen Ringstorchs - nur die letzte Ziffer ist noch nicht ganz sicher. Unabhängig davon handelt es sich in jedem Fall um einen 2004 im Landkreis Ostvorpommern beringten Storch. Das sagen schon die ersten drei Ziffern aus (H 291.).

Weiterhin positiver Gesamteindruck


In Bröbberow lag heute ein Jungstorch tot unter dem Horst - es sind aber immer noch drei Jungtiere, die von den Altstörchen versorgt werden

Bei wechselhaftem, für die Versorgung der Jungstörche insgesamt nicht ungünstigem Wetter, verfestigt sich die positive Grundtendenz hinsichtlich der Nachwuchsrate in der Storchensaison 2010 weiter. Aktuell ist aus 40 Nestern bekannt, dass dort Junge geschlüpft sind und zuletzt auch noch mindestens ein Jungtier im Nest war. Dem stehen neun ungeklärte Fälle (darunter sieben Spätbruten) und sieben erfolglose Horstpaare gegenüber. An dieser Verteilung wird sich sicher noch manches ändern, aber die Grundtendenz wird voraussichtlich erhalten bleiben. Dennoch bleibt es nicht aus, die Störche in den Nestern, in denen besonders viele Junge herangewachsen waren, jetzt, wo der Futterbedarf immer größer wird und nicht immer in vollem Umfang erfüllt werden kann, auch vermehrt die schwächsten Jungstörche aussortieren und aus dem Nest werfen. So hat sich Anzahl der Jungstörche zuletzt beispielsweise in Bröbberow von 4 auf 3, in Zarnewanz von 4 auf 2 und in Detershagen von 3 auf einen reduziert. Es werden nicht die letzten Vorfälle dieser Art gewesen sein. Bisher zählen wir 12 solcher Abwürfe.
In Petschow ist einer der Altstörche unten rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieser konnte bisher noch nicht erfolgreich abgelesen werden. Der Ringstorch ist in Petschow, wo es auch Junge gibt, neu, denn im Vorjahr waren beide Störche unberingt. Die diesjährige Beringungsaktion im Landkreis Bad Doberan wird voraussichtlich am 22. Juni an etwa 20 bis 25 erreichbaren Nestern mit gut entwickelten Jungstörchen stattfinden.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Deutlich weniger Storchenpaare als im Vorjahr


Dieses Storchenpaar in Bröbberow ist erst seit wenigen Tagen zusammen - ob es noch mit einer Brut beginnen wird, ist fraglich.

Nachdem mittlerweile die ersten Mai-Tage hinter uns liegen und von jetzt an erfahrungsgemäß nur noch sehr wenige zusätzliche Störche eine dauerhafte Nestbindung eingehen werden, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Tendenz der vergangenen Wochen hat sich in den letzten Tagen nicht mehr umgekehrt. Auch wenn in Bröbberow (22.4.), Petschow (30.4.) und heute endlich auch in Schmadebeck I jeweils noch ein zweiter Storch eintraf, so sind es damit doch nur 49 Horstpaare, die uns im Landkreis Bad Doberan bis heute bekannt geworden sind. Das ist gegenüber dem Vorjahr (59 Paare) ein Rückgang von fast 20 Prozent. Nach allem, was wir wissen, hat es in unserem Landkreis in den vergangenen 100 Jahren nie so wenige Störche gegeben wie in diesem Jahr. Es sind herbe, zum Teil auch ganz unerwartete Lücken entstanden. So ist der Standort Gerdshagen, eigentlich eine "sichere Bank" und auch im Vorjahr mit Bruterfolg, immer noch unbesetzt. Das gleiche Bild ergibt sich beim Blick nach Roggow, wo seit 1976 mit Ausnahme eines Jahres (1990) immer Störche waren. Besonders der Altkreis Bad Doberan ist mit einem Verlust von sechs Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr (außer den beiden genannten noch Ivendorf, Altenhagen I, Vorder Bollhagen und Rosenhagen) besonders stark betroffen. Im Amt Schwaan sieht es etwas besser aus (hier ist Kassow unbesetzt), und im Altkreis Rostock Land besteht noch eine gewisse Resthoffnung für die zurzeit von einem Einzelstorch besetzten Nester Bentwisch, Groß Lüsewitz, Zarnewanz und eventuell auch Reppelin. In Kritzmow gibt es keine Störche, dafür aber nach einjähriger Pause wieder in Vogtshagen - dieses Jahr der einzige wirkliche Lichtblick.
Ein großes Dankeschön gebührt allen Storchenfreunden, die uns bisher (und hoffentlich auch weiterhin) unermüdlich mit Nachrichten und auch Fotos versorgt haben (siehe dazu auch neue Fotos im Fotoalbum)! Immer wieder hat das kurzzeitige Erscheinen von Störchen Hoffnung geschürt, so zuletzt in Hof Tatschow und in Klein Grenz, doch nach drei oder vier Tagen waren sie wieder verschwunden. Man kann dann ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Prüfung der Nahrungsverhältnisse im Umfeld des Nestes negativ ausgegangen ist. Sie ziehen weiter, weil die Störche davon ausgingen, nicht genug Nahrung für die erfolgreiche Aufzucht ihres Nachwuchses zu finden. Die lang anhaltende Trockenheit hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen. Es fehlt also vor allem an brutbereiten Paaren. Dagegen sind seit Wochen immer wieder und an vielen Standorten unseres Landkreises Ansammlungen von bis zu zehn Störchen gesichtet worden, die offenbar Ausschau nach geeigneten Brutrevieren hielten. Von diesen Störchen und weiteren Spätheimkehrern geht weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Störpotenzial für die brütenden Paare aus. Den ersten Nachwuchs erwarten wir in etwa einer Woche.
In anderen Teilen Ostdeutschlands zeichnen sich ähnliche Tendenzen ab - im Einzugsbereich der Ostzieher kann mit keinem guten Storchenjahr mehr gerechnet werden.

Vielerorts heftige Horstkämpfe


In diesen Tagen häufen sich die Nachrichten über heftige Horstkämpfe an den Nestern. Es sieht so aus als ob zuletzt doch noch in größerer Anzahl Störche auch in unserer Region eingetroffen sind. Das obige Foto sandte eine Storchenfreundin aus Zarnewanz, wo sie am 26. April erstmals einen Storch im Nest stehen sah.
In Liepen stritten am Sonntag gleich zehn Störche um den Horst, der seit dem 6. April nur von einem Storch besetzt war. Immerhin ist jetzt seit zwei Tagen dauerhaft ein Paar vor Ort. Das gilt auch für Neu Thulendorf, wo das lange Warten nach 20 Tagen am 24. April ein Ende hatte. In Groß Lüsewitz gab es gestern Abend einen Kampf von gleich vier Störchen. Momentan ist die Lage unübersichtlich, es wird aber am Nest gebaut. Das gilt auch für Bentwisch, wo aber zum großen Leidwesen der Anwohner ebenso noch ein zweiter Storch fehlt wie in Petschow. Das ist umso erstaunlicher als in beiden Nestern letztes Jahr je drei Jungstörche groß wurden. Einige wenige Tage der Hoffnung bleiben jetzt noch, aber nach dem 1. Mai wird der Bruttrieb erfahrungsgemäß stetig geringer.

Ringstörche sorgen noch für Rätsel

In den vergangenen Tagen konnten auch die ersten beiden beringten Störche ausgemacht werden - in unserer Region nach wie vor eine Seltenheit. In Wendfeld befindet sich wie im vergangenen Jahr eine rechts unten mit einem Metallring beringte Störchin im Nest - das zeigt auch das folgende Foto. Leider gelang die Ablesung noch nicht.

Wenige Kilometer weiter südlich steht seit dem 6. April in Tessin dieser oben rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattete Storch im Nest. Leider ließ die Verschmutzung des Ringes mit Kotspuren eine Ablesung bisher noch nicht zu. Das sollte sich nach dem nächsten stärkeren Regen hoffentlich ändern.

In Thulendorf I ist das beringte Männchen des Vorjahres bisher noch nicht am Nest gesichtet worden. Sein dortiger Nachfolger ist unberingt. Unklar ist noch die Situation in Parkentin und in Schmadebeck I. Hier war eine Kontrolle bisher noch nicht möglich.

In den letzten Tagen sind weitere Störche zurückgemeldet worden. Unsere überarbeitete Ankunftskarte enthält die Ergänzungen von den Nestern Albertsdorf, Broderstorf I, Broderstorf II, Berendshagen, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Petschow und Vogtshagen (im Vorjahr unbesetzt!). Sehr auffällig ist das deutliche Gefälle zwischen dem östlichen, besser besetzten Teil des Landkreises und dem westlichen (Altkreis Bad Doberan).

Etwa die Hälfte der Störche ist bereits eingetroffen


In Griebnitz traf der erste Storch gestern ein - diese Aufnahme von heute machte S. Orts.

Seit vorgestern hat sich die Anzahl der zurückgekehrten und uns bekannt gewordenen Störche um neun erhöht. Damit ist jetzt ziemlich genau die Hälfte der 128 Störche wieder da, die im Vorjahr in unserer Region Horstbindung hatten. Grob gerechnet ist ein Drittel der Nester bereits komplett besetzt, während ein weiteres Drittel mit einem Storch belegt und das dritte Drittel noch ganz unbesetzt ist. Im Einzelnen wurden zurückgemeldet:

- Clausdorf: 2. Storch am 1.4.
- Schwaan II: 2. Storch am 3.4.
- Groß Lüsewitz: 1. Storch am 1.4. und 2. Storch am 8.4.
- Parkentin: 1. Storch am 7.4.
- Griebnitz: 1. Storch am 7.4.
- Biendorf: 1. Storch am 7.4.
- Petschow: 1. Storch am 7.4.
- Fienstorf: 2. Storch am 7.4.

Die Gesamtverteilung ist am besten über unsere aktualisierte Ankunftskarte zu erkennen.

Bilder von den Fienstorfer Störchen

Familie Vogel aus Fienstorf hat uns eine Reihe von schönen Fotos geschickt, die ihre diesjährigen Jungstörche zeigen. Auf diesem Bild vom 23. Juli trifft gerade etwas verspätet der dritte Jungstorch ein, während die beiden anderen bereits vom Altstorch gefüttert werden. Sechs weitere Fotos gibt es im Fotoalbum. Leider sind seit dem Abend des 24. Juli nur noch zwei Jungstörche auf dem Fienstorfer Nest. Der dritte ist seitdem verschollen. Vielleicht gehörte er zu den beiden neugierigen Störchen, die am Montagabend zusammen mit den drei dort flügge gewordenen Jungstörchen im Petschower Nest übernachten wollten. Inzwischen ist zweifelsfrei geklärt, dass es sich tatsächlich um "Besucherstörche" gehandelt hat.

Jungstörche erkunden ihre Umgebung


Überall entdeckt man momentan neugierige Jungstörche, die nach dem Ausfliegen ihre nähere Umgebung erkunden. Das Foto einer Anwohnerin zeigt die drei Wendfelder Jungstörche, die am 26. Juli auf dem Turm des Wendfelder Herrenhauses stehen.

Bei einer kleinen Rundfahrt am heutigen Abend konnte ich am Horst Groß Potrems I erfreulicher Weise noch einen zweiten Jungstorch entdecken (bisher gingen wir dort nur von einem einzigen, spät geschlüpften aus). In Petschow, wo wir bisher immer drei Jungstörche gezählt haben, standen gleich fünf (!) Jungstörche im Nest, während ein Altstorch das Kirchendach für seine Übernachtung ausgesucht hatte. Wir werden versuchen, das Rätsel möglichst bald aufzuklären. Entweder sind dort tatsächlich fünf Junge groß geworden oder aber zwei Jungstörche von anderen Standorten haben sich hier ihr Nachtquartier gewählt. Im Fotoalbum ist jetzt auch erstmals in dieser Storchensaison ein Foto mit den drei Bentwischer Jungstörchen zu sehen.

Die Storchenküken sind zu sehen!


In vielen Nestern unser Region waren in den letzten Tagen die ersten Küken zu sehen. Einige von ihnen sind schon recht groß, andere dagegen noch sehr klein. Außer diesem erfreulichen Bild mit drei Jungstörchen im Horst Neu Thulendorf vom 10. Juni gibt es im Fotoalbum noch weitere Aufnahmen, die in den letzten Tagen an den Nestern in Lieblingshof, Bandelstorf, Petschow, Detershagen, Kröpelin, Kritzmow, Niekrenz und Thulendorf entstanden.
Dazu passend gibt es eine ganze Reihe neuer Nachrichten. Die guten zu erst: In Kröpelin, Rederank, Neu Thulendorf und Moitin sind jeweils drei Jungstörche gesichtet worden, in Detershagen sogar vier. Mindestens zwei Küken befanden sich zuletzt in den Nestern Reinshagen, Heiligenhagen, Biendorf, Niekrenz und Thulendorf. In etlichen weiteren Nestern war auch Nachwuchs vorhanden, konnte aber noch nicht genau gezählt werden. Demgegenüber wird es in diesem Jahr aller Voraussicht nach in beiden Schmadebecker Nestern keinen Storchennachwuchs geben. Der Jungstorch, der lebend unter dem Biendorfer Nest gefunden worden war, ist leider bereits auf dem Weg in den Rostocker Zoo verendet.
Ab heute präsentieren wir nun wieder regelmäßig unsere Bruterfolgskarte, die naturgemäß vorerst noch viele Fragezeichen aufweist. Auch die Anzahl der bereits erkennbaren Jungen wird sich mit Sicherheit noch verändern. Wir werden die Karte in den kommenden Wochen laufend aktualisieren.
Die für die Futter suchenden Altstörche äußerst problematische Trockenheit hält weiter an. Aus allen Teilen Ostdeutschlands gibt es Nachrichten über eine Vielzahl verendeter Jungstörche, in der Umgebung von Pasewalk sind teilweise nur noch in jedem dritten Storchenhorst Küken. In den nächsten Tagen planen wir größere Rundfahrten zu verschiedenen Nestern und können nur hoffen, dass die Situation in unserer Region nicht ganz so dramatisch ist. Allerdings gilt auch hier, dass die Jungstörche mit zunehmendem Wachstum immer mehr Nahrung benötigen. Vielfach gehen deshalb - wie etwa in Heiligenhagen beobachtet - die Altstörche bereits zwei Wochen nach Schlupf ihrer Küken gemeinsam auf Futtersuche.

Drei Jungstörche sterben bei Pankelow an Mittelspannungsleitung

Ein trauriges Ende haben drei Jungstörche gefunden, die in unmittelbarer Nähe einer offensichtlich für Großvögel ungesicherten Mittelspannungsleitung nahe Pankelow tot aufgefunden wurden. Sie waren von einem aufmerksamen Storchenfreund entdeckt worden, der die große Storchenansammlung beobachtet hatte, die es am letzten Wochenende und zu Wochenbeginn im Raum Dummerstorf/Pankelow/Schlage gegeben hat. Die zeitweise mehr als 50 Störche, die sich zum Flug in den Süden sammelten, übernachteten regelmäßig auf den Gebäuden der Pankelower Schweinemast und leider auch auf den benachbarten Strommasten, die dreien von ihnen dann zum Verhängnis wurden. Wir werden uns unverzüglich an das zuständige Energieunternehmen wenden, damit alles dafür getan wird, diese tödliche Falle zu beseitigen. Das Foto zeigt einen der verunglückten Störche, weitere dieser bestürzenden Bilder haben wir ins Fotoalbum gestellt.


Der Raum Pankelow war bereits in anderen Jahren Treffpunkt größerer Storchentrupps vor dem Zug in den Süden. Vor einigen Jahren gab es dabei gleichfalls eine Reihe von Stromleitungsopfern. Das Energieunternehmen hat daraufhin in diesem Gebiet durch die Verlegung von Leitungen unter die Erde und Anbringung von Schutzhauben viel für die Sicherheit der Großvögel getan. Die jetzt zur tödlichen Falle gewordenen Leitungen waren offensichtlich nicht dabei.
Angesichts dieser traurigen Ereignisse erscheint es beinahe nebensächlich, dass in Petschow und Biestow Dorf heute jeweils noch ein Altstorch am Nest bzw. in Nestnähe fotografiert werden konnte.

Neue Fotos von sonntäglicher Storchentour

Bei einer größeren Rundfahrt zu Storchennestern im Osten unseres Landkreises habe ich heute die bisher bekannten Jungenzahlen durchweg bestätigt gefunden. Fast überall sind es dort drei Jungstörche, die heranwachsen, in Göldenitz/Amt Warnow Ost sind es zwei, in Broderstorf I weiterhin vier. Die Bruterfolgskarte brauchte nicht verändert werden. Im Fotoalbum finden sich 16 neue Fotos von dieser sonntäglichen Tour (aus Bandelstorf, Broderstorf I, Groß Lüsewitz, Lieblingshof, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Petschow, Niekrenz, Thulendorf I und Groß Potrems I). Dieses Foto zeigt das Bandelstorfer Nest auf der alten Lärche mit dem daneben auf einem Ast pausierenden Altstorch.

Viele neue Jungstörche bei herrlichem Wochenendwetter entdeckt

Ein Wochenende mit wunderbarem Sommerwetter und etlichen Beobachtungsfahrten zu den Storchennestern unseres Landkreises hat uns die Gewissheit verschafft, dass es in den meisten Nestern Storchennachwuchs gibt. Folgende Informationen sind über das Wochenende neu hinzugekommen:
- 4 Junge: Grammow, Schmadebeck I, Satow Hof
- 3 Junge: Bandelstorf, Petschow, Lieblingshof, Niekrenz, Ivendorf, Stäbelow, Reinshagen, Ziesendorf, Bröbberow, Schwaan II, Benitz, Zeez
- 2 Junge: Biestow Dorf, Schwaan I, Göldenitz (Amt Warnow Ost), Rukieten, Schmadebeck II
- mindestens 1 Junges: Groß Lüsewitz, Thelkow, Göldenitz (Amt Schwaan)
- Junge im Nest, Anzahl noch unbekannt: Rederank, Nustrow, Kowalz, Gerdshagen I
- unklar bzw. Verdacht auf fehlenden Nachwuchs: Detershagen, Berendshagen, Heiligenhagen, Liepen, Tessin
In Benitz stellt sich die Situation nach einer telefonischen Nachfrage doch etwas anders als gestern berichtet dar. Es waren dort fünf (und nicht sechs) Jungstörche geschlüpft, von denen einer sehr klein aus dem Nest geworfen wurde und verendete. Ein zweiter wurde gestern abgeworfen und kurz darauf gefunden. Er hat den Sturz wider Erwarten überlebt und inzwischen bereits reichlich Nahrung zu sich genommen. Dieser etwa 12-14 Tage alte Jungstorch ist heute in die Aufnahmestation des Rostocker Zoos gebracht worden. Dort wird er optimal betreut und auch noch tierärztlich untersucht. Vielleicht gelingt es tatsächlich, den aus dem Nest gestürtzten Storch durchzubekommen. Ich werde weiter darüber berichten.
Die Brutverlaufskarte (bitte rechts oben auf "Neuestes Bild" klicken) ist abermals aktualisiert worden. Sie ist jetzt wesentlich aussagefähiger als noch Mitte letzter Woche. Im Fotoalbum gibt es von meiner gestrigen Storchentour zu 14 Nestern mehr als 20 neue Fotos, dieses zeigt den Storchennachwuchs in Satow Hof.

Jungstörche in Fienstorf, Thulendorf I und Broderstorf II

Während einer abendlichen Rundfahrt zu insgesamt acht Storchennestern östlich von Rostock konnte ich meine ersten diesjährigen Jungstörche entdecken. In den Nestern Thulendorf I und Broderstorf II schauten ebenso kurzzeitig kleine schwarze Schnäbel hervor wie in Fienstorf. Dort berichteten die Anwohner, dass wahrscheinlich drei etwa 14 Tage alte Jungstörche im Nest sind. Auch an den anderen von mir aufgesuchten Storchennestern gab es zumindest nichts Negatives festzustellen. In Broderstorf I und in Bandelstorf saß jeweils ein Storch im Nest, während der andere daneben stand. In Neu Thulendorf saß ein Storch auf dem Nest und in Petschow beschäftigte sich einer entweder mit dem Wenden von Eiern oder bereits mit Jungstörchen. Das war dort nicht klar auszumachen. Nur in Neu Broderstorf standen beide Störche im Nest, doch war schon länger klar, dass hier in diesem Jahr nicht gebrütet wird. Mit dem ersten Foto von Storchenküken klappte es leider heute noch nicht. Hier in Fienstorf verschwanden die Schnäbel gerade wieder, als ich die Kamera gezückt hatte. Weitere Fotos folgen morgen.

Große Fahrradtour am Wochenende

Am Wochenende hatte ich Gelegenheit zu einer großen und einer kleineren Fahrradtour zu verschiedenen Storchennestern. Am Samstag war ich östlich von Rostock im Bereich der kleinen Flüsschen Carbäk und Kösterbeck unterwegs, am Sonntag dann im Raum Schwaan. Ziel war es vor allem, herauszufinden, an welchen Standorten gebrütet wurde und wo nicht. Bei dieser Gelegenheit habe ich zahlreiche Fotos aufgenommen. Etwa 20 davon stehen neu im Fotoalbum.
In folgenden Nestern konnte ich erfreulicher Weise brütende Störche vorfinden: Albertsdorf, Bandelstorf, Bentwisch, Broderstorf II, Fienstorf, Groß Lüsewitz, Niekrenz, Lieblingshof, Petschow, Thulendorf, Neu Thulendorf, Göldenitz (Amt Warnow Ost), Benitz, Schwaan I und Schwaan II.
Anwesend, aber nicht am Brüten waren die Störche in Goorstorf und Neu Broderstorf, dagegen war das Nest in Rothbeck verlassen, jedoch gab es zahlreiche frische Kotspritzer, sodass der oder die Störche wohl noch Nestbindung haben. Nähere Auskünfte konnte mir dort leider niemand geben. In Pastow schien das Nest bereits seit längerem verlassen zu sein. Auch in Lichtenhagen war kein Storch am Nest, aber das zeigt ja auch regelmäßig die dortige Webcam. Erfreulicher Weise entdeckte ich am Nest in Bentwisch beim Landeanflug einen ELSA-beringten Storch. Die Ablesung steht auch hier noch aus.

Drei weitere Standorte besetzt

Durch freundlichen Hinweis eines Storchenfreundes aus Sanitz haben wir jetzt erfahren, dass in der letzten Woche auch die Storchennester in Petschow, Tessin und Zarnewanz von jeweils einem Horstpaar besetzt waren. Vielen Dank! Genaue Ankunftsdaten fehlen uns noch. Die Ankunftskarte ist wieder überarbeitet worden.

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