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Zarnewanz

92 Jungstörche gezählt: Leicht überdurchschnittliches Nachwuchsjahr 2013


Gnewitz, 1.8.13

Diese beiden Jungstörche in Gnewitz gehören zu insgesamt 92, die Ende Juli/Anfang August in den Nestern gezählt worden sind (weitere Fotos von der Zählrunde gibt es im "Fotoalbum"). Gegenüber der Beringung am 1. Juli gab es noch mehrere Abweichungen. So verendete in Zarnewanz ein bereits beringter Jungstorch noch im Alter von rund 7 Wochen im Nest. Die Todesursache ist unbekannt. Im Horst Rukieten II waren zum Zeitpunkt der Zählung nur noch zwei der ehemals drei Jungstörche am Leben. Demgegenüber entdeckten wir an den Horsten Pankelow I und Broderstorf II jeweils noch einen dritten Jungstorch. Auch die am 24. Juni eingehorsteten drei Küken aus Schmadebeck sind flügge und wurden mitgezählt. 20 Paare zogen drei Jungstörche groß, bei 12 Paaren waren es zwei und bei acht Paaren wuchs ein "Einzelkind" heran. 16 Paare blieben erfolglos bzw. begannen gar nicht erst mit der Brut. Gegenüber dem Vorjahr (73 flügge juv.) ergibt sich ein Plus von immerhin 19 Jungstörchen. Angesichts von 56 statt 50 Horstpaaren errechnet sich ein JZa-Wert von 1,64 (JZm: 2,30). Im langjährigen Mittel ist das für unser Betreuungsgebiet ein leicht überdurchschnittlicher Wert. Ein besseres Ergebnis ist in diesem Jahr durch verschiedene Unglücksfälle und Horstkämpfe, daneben aber auch durch die Beteiligung etlicher neuer, unerfahrener Störche verhindert worden. Die Witterungseinflüsse sind durch die Feuchtigkeit im Mai und in der 2. Juni-Hälfte unter dem Strich sogar noch positiv zu bewerten. Es gab Verluste durch Starkregen und auch durch die Trockenheit in der 1. Juni-Hälfte und im Juli, aber das hielt sich in Grenzen. Dass es einmal mehr kein einziges Paar schaffte, vier Jungstörche groß zu bekommen, zeigt erneut, dass das Nahrungsangebot für die Weißstorchpaare im alten Landkreis Bad Doberan generell geringer ist als beispielsweise an der Elbe und in Teilen Vorpommerns.
Fortgesetzt hat sich auch das Ost-West-Gefälle in unserem Betreuungsgebiet. Während im östlichen Teil (bis 1995 Altkreis Rostock Land) 63 junge Adebare heranwuchsen, waren es im westlichen Teil (bis 1995 Altkreis Bad Doberan) nur 19. Im Amt Schwaan gab es nach einem gravierenden Rückgang von neun Paaren 2009 auf nur noch drei 2012 in diesem Jahr eine Gegenbewegung: es wurden sieben Horstpaare mit zehn flüggen Jungstörchen gezählt. Als Hypothek für das kommende Jahr ist zu bewerten, dass gleich vier erfahrene Brutstörche in diesem Jahr ausgefallen sind: je einer verunglückte tödlich an einer Stromleitung (Albertsdorf) bzw. im Straßenverkehr (Schmadebeck I), einer verschwand noch während der Aufzucht seiner drei Jungstörche spurlos (Rederank) und Nr. 4 (die Reinshäger Störchin) verließ "Mann und Kind", um nach Brandenburg zurückzukehren und dort ein neues Nest zu bauen.
Am kommenden Montag, 12. August, werden die dann schon auswilderungsfähigen (drei bis fünf) Jungstörche, die sich momentan noch im Zoo Rostock in Pflege befinden, nahe Jürgenshagen in die Freiheit entlassen. Ein Filmteam des NDR hat sich angekündigt. Es dreht für das Nordmagazin.

Weiterhin positiver Gesamteindruck


In Bröbberow lag heute ein Jungstorch tot unter dem Horst - es sind aber immer noch drei Jungtiere, die von den Altstörchen versorgt werden

Bei wechselhaftem, für die Versorgung der Jungstörche insgesamt nicht ungünstigem Wetter, verfestigt sich die positive Grundtendenz hinsichtlich der Nachwuchsrate in der Storchensaison 2010 weiter. Aktuell ist aus 40 Nestern bekannt, dass dort Junge geschlüpft sind und zuletzt auch noch mindestens ein Jungtier im Nest war. Dem stehen neun ungeklärte Fälle (darunter sieben Spätbruten) und sieben erfolglose Horstpaare gegenüber. An dieser Verteilung wird sich sicher noch manches ändern, aber die Grundtendenz wird voraussichtlich erhalten bleiben. Dennoch bleibt es nicht aus, die Störche in den Nestern, in denen besonders viele Junge herangewachsen waren, jetzt, wo der Futterbedarf immer größer wird und nicht immer in vollem Umfang erfüllt werden kann, auch vermehrt die schwächsten Jungstörche aussortieren und aus dem Nest werfen. So hat sich Anzahl der Jungstörche zuletzt beispielsweise in Bröbberow von 4 auf 3, in Zarnewanz von 4 auf 2 und in Detershagen von 3 auf einen reduziert. Es werden nicht die letzten Vorfälle dieser Art gewesen sein. Bisher zählen wir 12 solcher Abwürfe.
In Petschow ist einer der Altstörche unten rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieser konnte bisher noch nicht erfolgreich abgelesen werden. Der Ringstorch ist in Petschow, wo es auch Junge gibt, neu, denn im Vorjahr waren beide Störche unberingt. Die diesjährige Beringungsaktion im Landkreis Bad Doberan wird voraussichtlich am 22. Juni an etwa 20 bis 25 erreichbaren Nestern mit gut entwickelten Jungstörchen stattfinden.

Vielerorts wird gebrütet

So wie hier im Storchennest Biestow Dorf wird inzwischen vielerorts fest gebrütet. Die Biestower Störche dürften etwa die Hälfte der durchschnittlich 32 Bruttage hinter sich haben. In den letzten drei Jahren gab es hier jeweils zwei ausfliegende Jungstörche. Im Hintergrund ist ein zweiter Nistmast zu erkennen, den die Störche bis 2006 nutzten. Seitdem regiert dort ein Stockenentenpaar, das auch jetzt wieder in dem ehemaligen Storchennest brütet. Eine erfreuliche Nachricht erhielten wir noch aus Zarnewanz. Dort ist das Paar bereits seit dem 13. April komplett, und es wird auch schon gebrütet. Auch in Cammin hat das lange Warten für den "Erstankömmling" ein Ende, denn seit dem 18. April ist ein zweiter Storch im Nest. Schlechte Nachrichten gibt es dagegen aus Griebnitz, wo das seit Ostersonntag komplett gewesene Stochenpaar nach zwei gemeinsamen Wochen zuletzt am vergangenen Samstag auf dem Nest gesehen worden ist. Auch in Groß Lüsewitz und in Dummerstorf ist es zu keiner festen Horstbindung gekommen. Hier wurden letztlich bisher nur verschiedene Horstbesucher registriert. Demgegenüber scheint das Storchenpaar, das sich innerhalb der Pankelower Schweinemastanlage neu angesiedelt hat, ernste Absichten zu verfolgen - ein Storch saß gestern auf dem Nest, während der zweite unweit davon auf noch vegetationlosem Acker nach Nahrung suchte.

43 Storchenpaare im Landkreis Bad Doberan komplett

Nachdem am 15. April nochmals mehrere Störche zurückgemeldet wurden (1. Storch Parkentin, 2. Storch Reinshagen, 2. Storch Kirch Mulsow), hat sich die Anzahl der im Landkreis Bad Doberan bisher als vollständig gemeldeten Horstpaare auf 43 erhöht. Das sind immer noch neun mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, aber auch sechs weniger als 2008. Es bleibt also weiter spannend! Wird es wieder so viele Spätankünfte wie 2009 geben? Damals trafen nach dem 15. April noch 44 Störche ein, die anschließend Horstbindung entwickelten, und die Anzahl der Horstpaare erhöhte sich noch auf 58. Auch jetzt gibt es Hinweise, die darauf hoffen lassen, dass wir noch mit etlichen Spätrückkehrern rechnen können. So befand sich Südafrika-Überwinterer und Loburg-Senderstorch "Albert von Lotto" am 15. April noch in Syrien, und "Louis Henri", der bis in den März hinein ebenfalls in Südafrika gewesen war, dürfte zum gleichen Zeitpunkt ähnlich weit gekommen sein. Beide werden kaum vor Anfang Mai in Deutschland eintreffen, und sie werden in Gesellschaft anderer Südafrika-Überwinterer sein. In unserer Region führt eine so späte Rückkehr leider nur noch in Ausnahmefällen zu einer erfolgreichen Brut.
Einige unserer Störche sind bekannt für ihre regelmäßig sehr späten Ankunftsdaten. Dazu zählen etwa die Paare in Biendorf und Zarnewanz sowie die beringte Parkentiner Störchin. Ebenso registrieren wir Neu- oder Wiederbesiedlungen zumeist erst ab der 2. April-Hälfte. Am überraschendsten ist bisher in negativer Hinsicht die Tatsache, dass das Nest in Kröpelin - abgesehen von einem Horstbesucher am 3. April - bisher noch ganz leer ist. Im Vorjahr war das Kröpeliner Paar das einzige, das schon im März komplett war, und auch in den Jahren davor war der Standort immer sehr früh besetzt. Allerdings haben die Kröpeliner Störche 2009 schlechte Erfahrungen gemacht, denn der gesamte, schon ziemlich große Nachwuchs verendete Mitte Juni. Natürlich hoffen wir zusammen mit den Anwohnern noch auf späte Rückkehrer, und wir werden auch Nistangebote der näheren Umgebung noch genau überprüfen, denn auch eine Umsiedlung ist vorstellbar.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Ein paar erfreuliche Neuigkeiten

Große Überraschung in Groß Potrems II - dieser Storch hält seit einer Woche dem letztmalig vor fünf Jahren besetzten Horst die Treue. Nach Anwohnerberichten gibt es sogar einen Konkurrenten, mit dem es regelmäßig zu Auseinandersetzungen um den Horst kommt. Die Unterlage ist in jedem Fall noch in Ordnung, das Nest selbst durch den Leerstand der letzten Jahre nur noch ein Fragment, aus dem ein ansiedlungswilliger Storch allerdings sehr wohl ein passables Storchennest machen könnte.
Die Entdeckung dieses Wiederbesiedlungsversuchs gelang im Rahmen mehrerer ausgedehnter Erkundungsfahrten, die Hans-Heinrich Zöllick (samt Begleitern) und ich in den letzten drei Tagen unternommen haben. Dabei gab es weitere erfreuliche Entdeckungen: in Zarnewanz ist bereits seit längerem ein zweiter Storch am Horst, das Paar brütet aber nicht. Auch in Kirch Mulsow war am Samstag ein Paar im Nest, hier müssen noch weitere Erkundigungen eingezogen werden. Auch die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Bruten nimmt erfreulicherweise von Tag zu Tag zu. So konnte zusätzlich zu den schon bekannten Standorten Nachwuchs auch in den Storchenhorsten Stäbelow (mindestens zwei Junge), Clausdorf, Rederank (mindestens drei Junge), Parkentin und Moitin festgestellt werden. In Thelkow und sehr wahrscheinlich auch in Pankelow wird es dagegen in diesem Jahr keine Jungstörche geben.
Durch die doch recht zahlreichen Ankünfte im Mai hat sich die Anzahl der Horstpaare in unserem Landkreis mittlerweile auf 54 erhöht, das ist jetzt noch ein Minus von fünf Horstpaaren gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen noch fünf bis sechs Einzelstörche, die ihr Nest allein besetzt halten. Von diesen 54 Horstpaaren werden mindestens neun keinen Bruterfolg haben, in den übrigen Nestern besteht momentan noch Hoffnung.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal aktuelle Fotos aus Groß Potrems I, Klingendorf, Kowalz, Stäbelow und Clausdorf.

Weitere Spätheimkehrer eingetroffen

Während wie hier in Parkentin an vielen Horsten bereits längst gebrütet wird, hält der Zuzug von spät eintreffenden Störchen weiter an. So sind die Horste in Wischuer (seit dem 24./25.4.) und in Biendorf (seit dem 24./26.4.) besetzt. Auch in Zarnewanz beobachtete heute eine Storchenfreundin erstmals einen Storch auf dem Horst. Unübersichtlich ist die Situation zurzeit in Schmadebeck. Während am Horst Schmadebeck II bereits gebrütet wird, gab es am Horst Schmadebeck I heute heftige Storchenkämpfe, an denen drei Störche beteiligt waren. Fast hatte es den Anschein, als ob einer der Beteiligten aus dem nahe gelegenen Nachbarhorst stammt und hier durch Revierverhalten für Unruhe sorgt. Andererseits ist in Schmadebeck I bereits seit dem 3. April ein Storch kontinuierlich am Horst. Es wäre sehr zu wünschen, dass es auch hier noch zu einer Paarbildung kommt. Im Fotoalbum gibt es weitere Bilder vom Wochenende, und die Ankunftskarte ist auf den aktuellen Stand gebracht worden.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

Aktualisierung der Bruterfolgskarte


Gestern Abend in Hof Jörnstorf: Ein übernachtender Storch auf der ansonsten unbesetzten Nisthilfe; Foto eines Anwohners

Seit vorgestern hat es eine Reihe neuer Meldungen zur Anzahl der Jungstörche in den einzelnen Storchenhorsten unserer Region gegeben. Die Bruterfolgskarte wurde daraufhin wieder aktualisiert. An der Grundtendenz hat sich dabei nichts geändert. Momentan gibt es in 41 Nestern Nachwuchs, in 18 dagegen nicht. Vier Standorte sind noch nicht überprüft.
Ohne Bruterfolg werden neben den schon gemeldeten auch die Storchenpaare in Thelkow und Albertsdorf sowie nunmehr ebenfalls das in Biendorf bleiben. Hier berichteten Anwohner über den tragischen Tod der beiden etwa drei Wochen alten Jungstörche in der vergangenen Nacht. Beide Altstörche sind am Horst, haben es aber in letzter Zeit offenbar nicht mehr geschafft, genügend Futter zu beschaffen - ein trauriges Schicksal, das sich dieses Jahr leider auch in zahlreichen anderen Nestern Mecklenburg-Vorpommerns ereignet hat. Positiv ist dagegen die Meldung aus Zarnewanz, dass dort nun doch zumindest ein Jungstorch im Nest ist.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

Größenunterschiede


Nicht immer sind die Größenunterschiede zwischen Männchen und Weibchen so eindeutig ausgeprägt wie hier beim Groß Lüsewitzer Storchenpaar. Das Männchen (rechts) hat einen wesentlichen wuchtigeren Kopf und einen deutlich längeren Schnabel.
Der ausführliche Bericht über die heutige Storchentour im östlichen Teil des Landkreises folgt morgen Abend. Die Rückmeldung von jeweils zweiten Störchen in Neu Thulendorf (12.4.), Liepen, Nustrow und Zarnewanz führte zu einer Aktualisierung der Ankunftskarte . Berücksichtigt ist dabei auch, dass der Horst in Reppelin in der vergangenen Woche nur vorübergehend besetzt war und jetzt wieder leer ist.

Gute und schlechte Nachrichten aus dem Osten des Landkreises

Es gibt neue Nachrichten von verschiedenen Standorten im Osten des Landkreises. Zunächst einmal die guten: sowohl in Gnewitz als auch in Nustrow wurde noch jeweils ein weiterer Jungstorch entdeckt. Dagegen ist in Neu Thulendorf nur noch ein Jungstorch im Nest und in Vogtshagen sind offenbar alle drei verendet. Sie waren vergleichsweise spät geschlüpft und sind wahrscheinlich dem schlechten Wetter in der letzten Woche zum Opfer gefallen. Bei einer Reihe von weiteren Nestern (Bentwisch, Grammow, Kowalz, Thelkow, Liepen, Zarnewanz sowie im Westen Hohen Luckow, Rederank und Satow Hof) konnte die bisher bekannte Anzahl an Jungstörchen bestätigt werden. Die Bruterfolgskarte ist auf der Basis der neuen Erkenntnisse überarbeitet worden. Im Fotoalbum gibt es eine ganze Reihe neuer Bilder, die heute am Abend in Hohen Luckow, Satow Hof, Rederank und Clausdorf aufgenommen wurden. Dieses Foto zeigt einen der beiden Altstörche aus Hohen Luckow bei der Nahrungssuche auf dem dortigen Gutshof.

Bisher 131 Jungstörche gezählt!

Nachdem wir bis gestern die erste Sichtungsrunde aller in diesem Jahr besetzten Storchenhorste im Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock abschließen konnten (vielen Dank allen Helfern und Unterstützern!), können wir heute eine erste Zwischenbilanz ziehen. Danach befinden sich nach letztem Stand in insgesamt 63 Nestern 131 Jungstörche. Diese Zahl wird sich bis zum Ausfliegen zwar sicherlich noch verändern, doch sieht es momentan nach einem recht starken Jahrgang aus. Die abermals überarbeitete Brutverlaufskarte zeigt den aktuellen Stand. Nur noch in wenigen Nestern (Parkentin, Moitin, Goorstorf) besteht Unklarheit, ob es eine erfolgreiche Brut gegeben hat. Gegenüber unserer letzten Meldung sind bis heute noch folgende beobachtete Jungenzahlen hinzu gekommen bzw. korrigiert worden: Albertsdorf, Cammin, Groß Lüsewitz, Rostock Zoo II je 3; Bentwisch, Berendshagen, Gerdshagen I, Liepen, Nustrow, Rostock Zoo I, Thelkow, Vogtshagen je 2; Gnewitz, Kowalz, Zarnewanz: je 1 Jungstorch.
Dieses Foto zeigt einen der drei schon sehr großen Jungstörche in Albertsdorf, aufgenommen am vergangenen Samstag.

Ein großer Schwung Neuigkeiten

Der heutige Tag brachte zahlreiche neue Hinweise auf Nachwuchs in den Storchennestern unserer Region. Familie Mendrina in Roggow hat mindestens drei, wahrscheinlich sogar vier Jungstörche in "ihrem" Nest feststellen können. Sie sind bereits um den 11. Mai geschlüpft. In Schmadebeck I sind jetzt drei Jungstörche gesichtet worden, in Hohen Schwarfs mindestens zwei. Hans-Heinrich Zöllick hat heute auf einer größeren Rundfahrt in Broderstorf I vier sehr propere Jungstörche, in Thulendorf I und Broderstorf II je drei sowie in Neu Thulendorf und in Fienstorf je zwei Küken entdecken können. Auch in Gnewitz und Zarnewanz gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit Nachwuchs, der aber noch nicht über den Nestrand schaute. Ein ähnliches Bild bot sich mir heute früh in Biestow Dorf. Der am Horst stehende Altstorch war ausdauernd damit beschäftigt, sich um den "Inhalt" des Nestes zu kümmern. Auch hier ist also von einer noch unbekannten Anzahl von Jungstörchen auszugehen. Ohne Bruterfolg werden dagegen aller Voraussicht nach die Storchenpaare in Reppelin und Wendfeld bleiben. Sie standen relativ beschäftigungslos auf dem Nest. Hier eines der Fotos aus Biestow von heute früh:

Weitere Bilder gibt es im Fotoalbum. Deutlich verändert hat sich auch unsere Brutverlaufskarte.

Kein gutes Storchenjahr 2007 zu erwarten

Stand: 1.5.2007
grün = Ankunft des ersten Storchs bis zum 31. März
hellgrün = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 1. und dem 5. April
gelb = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 6. und dem 10. April
orange = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 11. und dem 15. April
rot = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 16. und dem 20. April
lila = Ankunft des ersten Storchs gemeldet bzw. Storch am Horst erstmals nachgewiesen zwischen dem 21. und dem 25. April
weiß = Horst 2006 besetzt, 2007 noch kein Storch nachgewiesen
schwarz = Horst zwischen 2000 und 2005 mindestens ein Mal besetzt, 2006 unbesetzt

In den letzten Tagen haben wir noch einmal eine Vielzahl von Storchennestern aufgesucht, um die aktuelle Situation im Landkreis Bad Doberan zu klären. Dadurch ist jetzt ein relativ guter Gesamtüberblick und eine erste auch zahlenmäßige Prognose möglich. Anders als noch im März angesichts zahlreicher früher Rückkehrer angenommen, sieht es momentan nach einem schlechten Storchenjahr aus. Die Anzahl der Horstpaare (während der Brutzeit sind zwei Störche für mindestens vier Wochen am Nest) wird gegenüber 2006 um schätzungsweise 10 bis 25 Prozent zurückgehen. Der historische Tiefststand aus dem großen Störungsjahr 2005 wird voraussichtlich nochmals deutlich unterboten werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die seit Wochen anhaltende Trockenheit ein wesentlicher Faktor für diese sich abzeichnende Entwicklung darstellt. In keinem Jahr zuvor wurden so viele Störche gemeldet, die nur vorübergehend einen Standort besetzten und dann wieder verschwanden. Es gibt bzw. gab im März und April also insgesamt deutlich mehr Störche in der Region, die ursprünglich brutwillig waren. Sie haben jedoch offenkundig das dafür notwendige Nahrungsangebot als unzureichend eingestuft und sind dann weitergezogen. Andere blieben ihrem Nest zwar treu, haben aber nicht mit einer Brut begonnen. Welche Auswirkungen die lang anhaltende Trockenheit auf die Anzahl der flügge werdenden Jungstörche hat, bleibt abzuwarten. Ergiebiger Niederschlag in naher Zukunft wäre jedenfalls außerordentlich wichtig, ist aber voraussichtlich vor Anfang nächster Woche nicht zu erwarten.
Um einen realistischeren Eindruck von der aktuellen Situation an unseren Nestern zu erhalten, werden wir demnächst eine neue Karte "Brutstatus 2007" bereitstellen und jeweils aktualisieren. Dort sollen dann auch Meldungen über geschlüpfte Jungstörche eingehen.
In die für den weiteren Verlauf nur noch bedingt aktuelle Ankunftskarte wurden noch einmal folgende neue Informationen eingearbeitet:
- Reppelin (1. Storch: 6.4./2. Storch 16.4.)
- Gnewitz (4.4./6.4.)
- Woltow (14.4./vor dem 18.4.): Nest inzwischen wieder verlassen
- Grammow (25.3./26.3.)
- Kowalz (2. Storch: 25.4.)
- Thelkow (2. Storch: 20.4.)
- Zarnewanz (14.4./18.4.)
- Heiligenhagen (1. Storch: 28.3., dann unbesetzt, wieder besetzt: 3.4./25.4.)
- Moitin (Anfang April/Mitte April)
- Kirch Mulsow (Anfang April/Mitte April)

Folgende Nester waren jeweils nur kurzzeitig bzw. vorübergehend besetzt: Groß Bölkow, Danneborth (Paar), Lehnenhof, Retschow I, Damm, Rosenhagen (Paar/4 Wochen), Neu Wendfeld, Hof Tatschow, Liepen (Paar), Klein Wehnendorf, Tessin, Woltow.

Drei weitere Standorte besetzt

Durch freundlichen Hinweis eines Storchenfreundes aus Sanitz haben wir jetzt erfahren, dass in der letzten Woche auch die Storchennester in Petschow, Tessin und Zarnewanz von jeweils einem Horstpaar besetzt waren. Vielen Dank! Genaue Ankunftsdaten fehlen uns noch. Die Ankunftskarte ist wieder überarbeitet worden.

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