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Tessin

Auch 2016 Bestandsrückgang um 10 Prozent

Im Satower Storchennest sind am 28.5.16 (mindestens) zwei Storchenküken zu sehen.

Nachdem in den letzten Tagen noch die eine oder andere Nachmeldung eingetrudelt ist (so gibt es beispielsweise doch seit etwa 3 Wochen in Tessin zumindest ein Nichtbrüterpaar), können wir jetzt ziemlich sicher davon ausgehen, dass es in unserem Betreuungsgebiet in diesem Jahr wie schon 2015 einen Bestandsrückgang um fünf Horstpaare (= 10 Prozent) geben wird. Mit nur noch 45 Horstpaaren und zwei Einzelstörchen sind wir an einem historischen Tiefststand angelangt. So wenige Horstpaare wie in diesem Jahr sind seit dem Beginn der Weißstorchzählungen im Gebiet rund um Rostock (dem alten Landkreis Bad Doberan) zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nie registriert worden. Ähnlich schlechte Zahlen sind auch aus allen anderen Regionen zu erwarten, in denen wie bei uns die Ostzieher eindeutig dominieren.
Was den Verlauf der Brutsaison anbelangt, so haben wir zurzeit drei Nichtbrüterpaare und sechs Paare, bei denen die Brut bereits vor dem Schlupf von Küken gescheitert ist. In etwa 20 Nestern gibt es sicher oder sehr wahrscheinlich schon Nachwuchs, und an den übrigen 16 Standorten wird noch gebrütet. In drei bzw. fünf Wochen planen wir nach jetzigem Stand die Beringung der Jungstörche. Unverändert ist die Nahrungssituation durch die lang anhaltende Trockenheit stark angespannt. Ob sich das in den nächsten Tagen grundlegend ändern wird, ist sehr fraglich. So wird es sicher noch weitere Abwürfe abgeben, wie z. B. in Biestow, wo am 25.5. und 28.5. je ein Küken tot unter dem Nistmast gefunden wurde. Es wurden dort allerdings noch drei weitere Küken im Nest beobachtet. Details zu den einzelnen Standorten gibt es weiterhin in unserer Bruterfolgskarte:

http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/902

Abzug der Störche ist in vollem Gange - Auswilderung bei Neuhof/Parkentin


Drei von vier bei Neuhof/Parkentin ausgewilderten Störchen. 20.8.14

Nachdem wir mittlerweile in der zweiten August-Hälfte angelangt sind, ist der Abzug der Störche in ihre Winterquartiere in vollem Gange. Von der großen Masse der früh geschlüpften Jungstörche sind die meisten bereits in der ersten August-Dekade auf den langen und gefährlichen Zug gegangen. So verließen die Tessiner Jungstörche ihren Horst am 2. bzw. 6. August, während die Altvögel dort letztmalig am 10. August beobachtet wurden. Am Nest Schwaan II blieben die Altvögel bis zum 11. August, der Nachwuchs machte sich bereits eine Woche zuvor auf den Weg. Dass dieser nicht immer direkt in Richtung Afrika oder Spanien führt, zeigen interessante Ringablesungen des Schwaaner Jungstorchs DEH HN084. Er wurde erstmals am 9. August und dann auch am 19. August in Schadeland nahe der Grenze zu Schleswig-Holstein abgelesen. Dort hat er sich offenbar mit den drei einheimischen Jungstörchen vergesellschaftet. Demgegenüber sind in den letzten Tagen vielerorts noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet worden, deren Eltern erst mit der zweiten Rückkehrerwelle um den 20. April herum eingetroffen waren. Starker Südwestwind hat sie zusätzlich noch zurückgehalten. Und auf dem Horst in Groß Bölkow sind die beiden erst Mitte Juni geschlüpften Jungvögel gerade einmal kurz vor dem Flüggewerden.
Heute wurden nun auch vier Jungstörche in die Freiheit entlassen, die sich zwischenzeitlich in der Obhut des Zoos Rostock befunden hatten. Ihre Schicksale sind dabei ganz unterschiedlich. DEH HN095 war ursprünglich in Grammow aus dem Nest abgeworfen worden, dann im Zoo Rostock aufgepäppelt und in Satow erfolgreich eingehorstet worden. Leider verunglückte das Stiefgeschwister tödlich und HN095 wurde geschwächt in der Nähe des Horstes aufgegriffen. Jetzt unternimmt er einen zweiten Anlauf in die Freiheit. DEH HN865 stammt aus dem Nest Rostock Zoo I - fürsorgliche Tierpfleger hatten ihn vorsorglich aus dem Luchsgehege geholt, ansonsten wäre sein Leben wahrscheinlich sehr kurz gewesen. Jetzt war er der kräftigste der vier ausgewilderten Störche und erhob sich sofort zu einer großen Runde in die Lüfte. Die anderen drei taten es ihm wenig später nach - ein toller Anblick! Dazu zählte auch DEH HN864, der im Alter von 6 bis 7 Wochen in Kuhs/GÜ flugunfähig aus dem Nest gerutscht war. DEH HN866 aus Groß Wokern/GÜ musste dagegen Anfang August mit zahlreichen blutigen Verletzungen aus dem Horst geholt werden, nachdem das Nest und mitten darin der Jungstorch massiv von Fremdstörchen angegriffen worden war.

Vier Ringstörche in Israel abgelesen

Auch in diesem Jahr ist es Helmut Eggers, Landeskoordinator für den Weißstorchschutz in Mecklenburg-Vorpommern, Ende August/Anfang September gelungen, während seines Israel-Urlaubs zahlreiche Ringablesungen bei rastenden Weißstörchen vorzunehmen. Darunter befanden sich auch ein Alt- und zwei diesjährige Jungstörche aus unserem Betreuungsgebiet sowie ein weiterer Storch, der 2010 in Jürgenshagen (Landkreis Güstrow) beringt worden war. Im Einzelnen konnten abgelesen werden:

- HE 662, beringt 23.6.2011 in Forkenbeck (RDG), abgelesen 27.8. und 28.8.2011 in Tirad Zevi (Fischteiche) in einem Trupp von 1.300 Störchen
- HE 672, beringt 23.6.2011 in Brünkendorf (RDG), abgelesen 4.9.2011 in Maoz Hayyim (Fischteiche) in einem Trupp von 4.000 Störchen
- HC 830, beringt 22.6.2010 in Jürgenshagen (GÜ), abgelesen 4.9.2011 in Maoz Hayyim (Fischteiche) in einem Trupp von 6.000 Störchen
- H 1583, beringt 27.6.2003 in Parchtitz (RÜG), 2009-2011 Brutstorch in Tessin (DBR), abgelesen 4.9.2011 in Maoz Hayyim (Fischteiche) in einem Trupp von 6.000 Störchen

Weiterhin erreichte uns die Nachricht, dass die Langenhanshäger Brutstörchin DFR A 277 wieder ein gutes Stück nach Norden gezogen ist. In den ersten Oktobertagen wurde sie nördlich des Harzes, schon in Niedersachsen, abgelesen. Hier ist die Störchin auch in früheren Jahren schon einmal gewesen, sie kennt sich also dort aus.

Gutes Nachwuchsjahr bei den Störchen in Vorpommern zu erwarten

Nachdem wir am 20. Juni im Landkreis Bad Doberan schon einen relativ guten Besatz der früh besetzten Horste mit Jungstörchen festgestellt haben, scheint sich dieser positive Trend auch weiter östlich zu bestätigen. So liegen gute Vorberichte von der Insel Rügen (Matthias Bräse) und aus dem Raum Greifswald (Frank Tetzlaff) vor. In vielen Nestern waren drei oder vier Jungstörche zu erkennen. Konkrete Zahlen haben wir bereits von elf Standorten im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Dort hat Hans-Heinrich Zöllick am vergangen Donnerstag insgesamt 27 Jungstörche beringt:
- Klockenhagen: 4 (bei einem Abwurf)
- Brünkendorf: 3, besonders kräftig (bei einem Abwurf)
- Forkenbeck: 3 (bei 2 Abwürfen)
- Kavelsdorf: 3 (bei einem Abwurf - dieser wurde lebend geborgen und ist seit gestern im Zoo Rostock)
- Neu Steinhorst: 3
- Tressentin: 3 (bei einem Abwurf)
- Hessenburg: 3
- Kloster Wulfshagen: 3 (bei einem Abwurf)
- Kuhlrade: 2
Außerdem fand sich in Alt Steinhorst noch ein Jungtier im Nest, das zu klein war, um beringt zu werden. In Altenwillershagen ist die Brut (ursprünglich vier Eier) dagegen leider gescheitert. Hier wurden mehrere Abwürfe toter Küken festgestellt.
In Alt-Poppendorf bei Jahnkendorf (RDG) ist es erfreulicher Weise zu einer weiteren Neuansiedlung gekommen, die allerdings ohne Bruterfolg bleiben wird.
Bedauerlicherweise müssen wir aus Heiligenhagen vermelden, dass das letzte verbliebene Küken heute leider tot am Nestrand lag. Ein Altvogel war nicht zu sehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist hier Krankheit als Todesursache des Nestlings anzunehmen. Ursprünglich waren vier Küken geschlüpft. Aus Tessin wurden uns dagegen drei Jungstörche gemeldet.

Starker Einflug über Ostern


Dieser noch nicht identifizierte Ringstorch dürfte der "Störenfried von Stäbelow" gewesen sein - inzwischen hat er das im Vorjahr unbesetzte Nest im Nachbarort Kritzmow kräftig ausgebaut. Foto: B. Becker

Was aufgrund der stabilen Hochdrucklage über weiten Teilen Mittel- und Osteuropas zu erwarten war, ist eingetreten: in den vergangenen Tagen hat es nochmals einen starken Einflug von spät heimkehrenden Störchen gegeben. Hans-Heinrich Zöllick kann für den Altkreis Ribnitz-Damgarten heute bereits eine Besetzungsrate von über 95 Prozent - gemessen am Vorjahresergebnis - vermelden. Im Landkreis Bad Doberan sieht es noch nicht ganz so gut aus, aber auch hier gab es zwischenzeitlich erfreuliche Verbesserungen. Aktuell sind 46 Paare und 8 Einzelstörche registriert worden. Nur noch fünf im Vorjahr besetzt gewesene Horste sind bisher noch leer. Die Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte. Ganz erstaunlich ist die Anzahl der Ringstörche - inzwischen sind es acht, die uns bekannt sind. Über Ostern konnten abgelesen werden:
DEW 5X443, Weibchen in Klingendorf (neu)
DEH H 7287, Weibchen in Petschow (neu)
DEH H 1583, Männchen in Tessin (wie 2009, 2010)
In Petschow gelang beim ebenfalls beringten männlichen Storch eine Teilablesung - vermutlich ist es wieder DEH H 2919. Weiterhin gibt es neue Ringstörche in Hohen Schwarfs und Kritzmow, deren Identität noch nicht geklärt werden konnte (beide tragen unten rechts einen ELSA-Ring). Letzterer ist mit ziemlicher Sicherheit der Storch, der über mehrere Tage das brütende Paar im Nachbardorf Stäbelow attakierte. Inzwischen hat er das Kritzmower Nest kräftig ausgebaut.
Der an seiner Kopfwölbung erkennbare männliche Altstorch aus Heiligenhagen pendelte mehrere Tage zwischen seinem Stammnest und dem benachbarten Horst in Satow Hof. Mit beiden Weibchen sind Paarungen beobachtet worden! Seit dem 23. April ist allerdings auch in Satow Hof wieder ein Männchen dauerhaft präsent. Diese interessante Geschichte ist anhand von Fotos im Fotoalbum dokumentiert. Insgesamt wurden dort 20 neue Fotos eingestellt.
Heute früh entdeckte ich überraschenderweise in Buchholz einen Storch in der seit 2004 nicht mehr besetzten Nisthilfe. Offenbar ist dort auch bereits etwas Nistmaterial eingetragen worden. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Nachbarhorste Ziesendorf und Niendorf noch unbesetzt sind?

Es bahnt sich viel Storchennachwuchs an


4 Jungstörche sind am Samstag in Hohen Luckow zu sehen gewesen.

Es sieht bisher gut aus in den meisten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan! Am Wochenende konnte ich fast 50 Nester kontrollieren und habe dabei eine überraschend positive Zwischenbilanz ziehen können. Von den 56 Horstpaaren (Niekrenz II wird doch nur als Einzelstorch zu werten sein), haben bisher 36 nachweislich Bruterfolg, in sieben Fällen wird noch gebrütet, an sechs Nestern ist die Lage unklar bzw. noch unbekannt und nur an sieben Nestern ist bisher Bruterfolg ausgeschlossen worden. Ins Fotoalbum habe ich zahlreiche Aufnahmen vom Wochenende eingestellt.
Neben vier Paaren, die gar nicht erst mit der Brut angefangen haben, hat in Tessin ein Brutabbruch stattgefunden, während das Kowalzer Paar aus ungeklärten Ursachen seinen gesamten Nachwachs verloren hat. 1 Jungstorch wurde tot unter dem Nest gefunden. In Rederank hat am 30. Mai ein Fremdstorch den Brutvogel attakiert und dabei ein Jungtier aus dem Nest geworfen sowie vermutlich das gesamte restliche Gelege zerstört. Die Störche sind aber noch am Nest, sodass noch eine geringe Resthoffnung auf vielleicht ein noch schlüpfendes Küken besteht.
Erstaunlich ist die Tatsache, dass nicht nur in Hohen Luckow 4 Jungstörche im Nest stehen, sondern auch aus Biestow Dorf vierfacher erfolgreicher Nachwuchs gemeldet wurde. Hoffen wir, dass das Wetter in den kommenden zwei bis drei Wochen mitspielt. Dann könnte es ein gutes Storchenjahr werden (zumindest was die Anzahl der Jungstörche anbelangt).

Die ersten Storchenküken sind zu sehen!

Dieses Foto vom Pfingstsamstag aus Schmadebeck I zeigt den ersten Storchennachwuchs des Jahres 2010. Auch in zahlreichen anderen Nestern sind in den letzten Tagen die ersten Jungstörche geschlüpft. So wurden z. B. in Schmadebeck II, Wischuer und Bröbberow Fütterungen beobachtet. Gescheitert ist demgegenüber die Brut in Tessin. Hier standen heute beide Störche auf dem Dach der evangelischen Kirche. Bei dieser Gelegenheit konnte ich den ELSA-Ring des Männchens ablesen - es ist wie im Vorjahr DEH H 1583, beringt 2003 auf der Insel Rügen. In Griebnitz hatten zwischenzeitlich Stockenten den Storchenhorst übernommen und auch Eier gelegt. Inzwischen lässt sich dort regelmäßig wieder ein Einzelstorch blicken. Eine weitere Neuansiedlung hat es in Niekrenz gegeben. Auf einem Gehöft am Dorfausgang Richtung Sanitz ist seit dem 15. Mai eine neu auf einem E-Mast errichtete Nisthilfe von einem Storchenpaar angenommen worden, das jedoch nicht mehr mit der Brut begonnen hat. Wir führen den Horst zukünftig unter "Niekrenz II".

Auf wen wir warten...(1)

Nachdem am 3. März unser 1. Storch in Stäbelow zurückgekehrt ist - ein Foto ist mir bisher leider noch immer nicht gelungen, steigt die Spannung. Wer wird wohl der nächste sein, und wann trifft in diesem Jahr das Gros unserer Störche ein? In den Jahren 2007 und 2008 war das bereits in den letzten Märztagen und damit ungewöhnlich früh der Fall. 2009 erreichte ein Großteil der Störche dagegen erst zwischen dem 1. und dem 5. April die Horste in unserer Region. Der NABU hat heute auf der Internetseite zu seinen drei besenderten Störchen aus Schleswig-Holstein berichtet, dass am 3. und 4. März in der Nähe von Antakya, das ist ganz im Süden der Türkei, nahe dem Golf von Iskenderun, 13.850 Weißstörche beobachtet worden sind. Grob gerechnet dürften das 3 bis 5 Prozent der gesamten Ostpopulation des Weißstorchs sein. Diese Störche haben sehr gute Chancen, noch im März in ihrer Brutrregion anzukommen, zumal in der gesamten Woche gute bis sehr gute Zugbedingungen (vergleichsweise warmes, oftmals sonniges Wetter bei vorherrschend südlichem Wind) für den asiatischen Teil der Türkei vorhergesagt sind. Hoffen wir, dass sich darunter auch einige "unserer" Störche befinden. Andererseits berichtet der Storchenhof Loburg, dass sich Senderstorch "Louis Henri" vermutlich gerade erst in diesen Tagen von Südafrika aus auf den Weg in Richtung Norden aufgemacht hat. Er wird kaum vor Ende April in Deutschland eintreffen.
Um die Zeit bis zum Eintreffen unserer Störche ein wenig zu überbrücken, möchte ich in loser Folge diejenigen unserer Störche vorstellen, von denen wir aufgrund ihrer Beringung individuelle Informationen haben. Leider konnten im Vorjahr unter etwa 128 horstgebundenen Altstörchen im Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock nur drei Ringträger ausgemacht werden.

Dieser Storch mit dem Hiddensee-Ring H 1583 siedelte sich 2009 neu in Tessin an. Seit dem 6. April wurde er dort beobachtet. Da der zweite Storch erst am 20. April in Tessin eintraf, könnte "H 1583" ein Männchen sein. Sicher ist das aber nicht. Fest steht dagegen, dass er oder sie 2003 auf der Insel Rügen beringt wurde. Vor seiner Erstablesung 2009 wurde der Storch noch nirgends registriert. Es könnte sich also um einen Erstbrüter handeln. Da immerhin ein Jungtier groß wurde und für eine lange Horstbindung der Altstörche sorgte, sollten die Chancen recht gut stehen, dass "H 1583" auch in diesem Jahr wieder nach Tessin zurückkehrt. Weil der Ring recht auffällig rechts oberhalb des Intertarsalgelenks sitzt, sollte die Ablesung gegebenenfalls nicht schwer fallen.

Tessiner Ringstorch stammt von der Insel Rügen

Lange hat uns die Identität dieses am rechten Bein oberhalb des Intertarsalgelenks beringten Altstorchs in Tessin Rätsel aufgegeben. Auf diesem Foto, das ich Ostern von ihm machte, ist deutlich eine starke Verkalkung/Bekotung des Ringes erkennbar. Eine Ablesung war seinerzeit nicht möglich. Wenige Tage später erhielt ich von Anwohnern die Information, dass der Beringte von einem unberingten Storchenpaar vertrieben worden sei. Auch später fiel ihnen der eigentlich kaum zu übersehene Ring nicht auf. Erst bei einer erneuten Nestkontrolle Anfang vergangener Woche entdeckte ich wiederum einen Ringträger, der gerade seinen Nachwuchs (in diesem Jahr ein Jungstorch) gefüttert hatte. Aufgrund der langen Horstbindung besteht für mich praktisch kein Zweifel, dass der oben rechts beringte Storch identisch mit dem jetzt angetroffenen, an gleicher Stelle beringten Brutvogel sein muss. Leider war es für eine Ablesung schon zu dunkel. Auch weitere Versuche der Ablesung scheiterten - immer sehr knapp. So fragte ich einen erfahrenen und engagierten Ornithologen aus Tessin, ob er uns - selbst unmittelbar in Horstnähe wohnend - helfen könne. In den vergangenen Tagen gelang ihm nun die Ablesung. Der Ringstorch trägt die Nummer DEH H 1583 und wurde laut Beringungszentrale Hiddensee 2003 in Parchtitz auf der Insel Rügen beringt. Die Identifikation, über die ich mich angesichts des baldigen Endes der Storchensaison sehr gefreut habe, gelang bei dem nunmehr Sechsjährigen überhaupt zum ersten Mal. Es ist also nicht bekannt, wo er sich aufhielt, bevor er in diesem Jahr erfolgreich in Tessin brütete.

Auch in den Nachbarlandkreisen schlechte Brutergebnisse

Während wie hier am Tessiner "Blütenhorst" noch immer Jungstörche für ihren ersten Ausflug proben, laufen auch aus den Nachbarlandkreisen die ersten Ergebnisse für die Brutsaison 2009 ein. Die Zahlen liegen durchweg weit unter denen des Vorjahres. Das gilt sowohl für den Landkreis Nordwestmecklenburg, den Landkreis Güstrow als auch den Landkreis Nordvorpommern. Dort gibt es für einen Teilbereich bereits endgültige Zahlen: im Altkreis Ribnitz-Damgarten haben 41 Horstpaare (minus 3 gegenüber dem Vorjahr) insgesamt 52 Jungstörche (minus 36) groß gezogen. Der JZa-Wert von 1,26 liegt nur unwesentlich über dem für unseren Landkreis (1,24). Weiter im Osten des Landkreises Nordvorpommern deutet sich ein eher noch ungünstigeres Ergebnis an, Horste mit drei Jungen sind eine ziemliche Seltenheit.

Im Osten des Landkreises bessert sich die Lage


In Lieblingshof ist am 20. April ein zweiter Storch eingetroffen - man verstand sich auf Anhieb; Foto: KITA Lieblingshof

Nachdem Hans-Heinrich Zöllick heute praktisch sämtliche Storchennester im östlichen Teil des Landkreises Bad Doberan kontrolliert hat, können wir von dort berichten, dass sich die Lage gebessert hat. Momentan sind hier etwa 85 % der vorjährigen Störche eingetroffen. 2008 gab es im Altkreis Rostock Land 30 Brutpaare. Zurzeit sind 23 Horste komplett (davon neu Vogtshagen). Hinzu kommen noch sechs Einzelstörche (in Bentwisch, Griebnitz, Groß Lüsewitz, Liepen, Neu Thulendorf und Petschow). Noch gänzlich unbesetzt sind momentan nur noch Zarnewanz und Kritzmow (hier wurde allerdings zuletzt vor zehn Tagen kontrolliert). Es gab noch verschiedene Wechsel in der Besetzung der Nester. So ist in Tessin seit gestern ein unberingtes Paar am Nest. Der Ringstorch, der dort seit dem 6. April gewesen war, ist "unerkannt entkommen", vermutlich wurde er bei Horstkämpfen vertrieben. Das Nest in Groß Lüsewitz war mehr als zehn Tage verlassen, jetzt ist dort zumindest wieder ein Einzelstorch gelandet.

Wie die Verhältnisse im Westen und Süden zurzeit sind, ist momentan etwas undurchsichtiger. Während im Amt Schwaan zuletzt nur noch vier von 16 im Vorjahr besetzten Plätzen frei waren, gibt es im Altkreis Bad Doberan auch weiterhin noch etliche Lücken. So ist etwa in Schmadebeck I, dem besten Nest der letzten Jahre, nach wie vor nur ein Vogel (wir vermuten, dass es eine Störchin ist) regelmäßig anzutreffen. Es wurde dort eine Eischale unter dem Nest gefunden, die möglicherweise im Zusammenhang mit kurzfristigem "männlichen Besuch" und anschließenden Paarungen gestanden hat.

Unter dem Strich dürften zurzeit mindestens 39 Paare komplett sein (2008 waren es am Ende der Saison 59). Hinzu kommen noch mindestens zehn Einzelstörche. Alle Details und auch die neuen Ankunftsdaten finden sich auf unserer aktualisierten Ankunftskarte

Ringstörche sorgen noch für Rätsel

In den vergangenen Tagen konnten auch die ersten beiden beringten Störche ausgemacht werden - in unserer Region nach wie vor eine Seltenheit. In Wendfeld befindet sich wie im vergangenen Jahr eine rechts unten mit einem Metallring beringte Störchin im Nest - das zeigt auch das folgende Foto. Leider gelang die Ablesung noch nicht.

Wenige Kilometer weiter südlich steht seit dem 6. April in Tessin dieser oben rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattete Storch im Nest. Leider ließ die Verschmutzung des Ringes mit Kotspuren eine Ablesung bisher noch nicht zu. Das sollte sich nach dem nächsten stärkeren Regen hoffentlich ändern.

In Thulendorf I ist das beringte Männchen des Vorjahres bisher noch nicht am Nest gesichtet worden. Sein dortiger Nachfolger ist unberingt. Unklar ist noch die Situation in Parkentin und in Schmadebeck I. Hier war eine Kontrolle bisher noch nicht möglich.

In den letzten Tagen sind weitere Störche zurückgemeldet worden. Unsere überarbeitete Ankunftskarte enthält die Ergänzungen von den Nestern Albertsdorf, Broderstorf I, Broderstorf II, Berendshagen, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Petschow und Vogtshagen (im Vorjahr unbesetzt!). Sehr auffällig ist das deutliche Gefälle zwischen dem östlichen, besser besetzten Teil des Landkreises und dem westlichen (Altkreis Bad Doberan).

Eine erste Zwischenbilanz: Noch viele leere Plätze in den Nestern


Blick aus dem Turm des benachbarten Gutshauses auf das bereits brütende Wendfelder Storchenpaar

Wie versprochen möchte ich heute eine erste Zwischenbilanz zur Rückkehr der Störche im Landkreis Bad Doberan geben. Über die Ostertage sind Hans-Heinrich Zöllick und ich an fast allen Nestern gewesen, in denen im Vorjahr Störche anwesend waren. Die Rückkehrquote beträgt bisher etwas über 60%, das heißt fast 40% der 128 horstgebundenen Altstörche des Vorjahres fehlt momentan noch. Während im März nur zehn Rückkehrer registriert wurden, kehrten in der ersten April-Pentade (also zwischen dem 1. und dem 5. April) 54 Störche zurück. In der folgenden Pentade vom 6. bis zum 10. April ebbte diese Welle deutlich ab - in diesem Zeitraum wurden bisher lediglich 14 Rückkehrer festgestellt bzw. gemeldet.

Mittlerweile ist in 29 von 59 im Vorjahr besetzten Horsten ein komplettes Storchenpaar vorhanden, in 17 weiteren steht ein einzelner Storch auf dem Nest und in 13 Orten gibt es noch gar keinen Storch. Dazu zählen auch die in den letzten Jahren fast immer erfolgreichen Standorte Bentwisch, Petschow, Wischuer, Gerdshagen, Ivendorf, Nustrow, Zarnewanz und Ziesendorf. Mit diesen Werten liegen wir deutlich hinter den vergleichbaren Daten der beiden Vorjahre zurück. Für ein Erfolgsjahr fehlt schon jetzt eine große Anzahl früh kompletter Storchenpaare. Andererseits waren 2007 und 2008 mit der massenhaft frühen Ankunft für die Ostzieher Ausnahmejahre. Es ist also durchaus noch möglich, dass die bisher fehlenden Störche in den nächsten zwei bis drei Wochen noch eintreffen und diese dann auch noch - wenn auch vergleichsweise spät - mit der Brut beginnen. Die Voraussetzungen für ein gutes Storchenjahr mit vielen Jungen sind in jedem Fall deutlich ungünstiger als im Vorjahr. Allerdings hängt wie jedes Jahr auch dieses Mal wieder sehr viel von der Witterung und damit zusammenhängend dem Nahrungsangebot ab.

Übrigens werden im Einzugsgebiet der Ostzieher fast überall ähnliche Beobachtungen wie bei uns gemacht. Auch in vielen anderen Regionen gibt es noch viele leere Plätze in den Storchennestern. Es hat den Anschein, dass eine gegenüber den beiden Vorjahren deutlich größere Anzahl von Weißstörchen 2008/09 entweder später aus den Winterquartieren aufgebrochen ist oder aber andere (südlicher gelegene) Gebiete in Afrika genutzt hat und dadurch der Rückweg deutlich länger dauert.

Heute erreichte uns die Nachricht, dass jetzt auch in Thelkow und in Groß Potrems (auf der neuen Nisthilfe) Storchenpaare angekommen sind. Die Ankunftskarte wurde überarbeitet. Im Fotoalbum gibt es heute neue Fotos aus Groß Potrems, Thelkow, Kowalz, Tessin und Wendfeld, dazu noch zahlreiche weitere von diversen Storchennestern, die am Karfreitag aufgenommen wurden. In Griebnitz hat der 2. Storch bereits gestern das Nest wieder verlassen - derartige Beispiele, dass offenbar die "richtigen" Partner noch erwartet werden, gibt es in diesem Jahr recht häufig.

Frische Storchenliebe in Parkentin


Frisch verliebtes Storchenpaar in Parkentin

Anders als in den Vorjahren ist das Parkentiner Storchenpaar in diesem Jahr schon zeitig zusammen. Gestern traf die Störchin ein. Ob es "Hi L 864", der Brutvogel der vergangenen Jahre ist, steht noch nicht fest. In jedem Fall gingen die beiden sofort sehr vertraut miteinander um. Wir werden uns um die Auflösung kümmern.
Es gibt eine ganze Menge weiterer Rückkehrer zu vermelden (aus Rederank, Schmadebeck II, Cammin, Tessin, Göldenitz/Amt Schwaan, Bandelstorf, Benitz und Hohen Schwarfs). Alle Details finden sich in der aktualisierten Ankunftskarte.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

Abendliche Rundfahrt

Meine kleine Rundfahrt am gestrigen Abend führte mich zu verschiedenen Storchennestern im Süden des Landkreises. Außer in Rukieten und in Göldenitz (Schwaan) traf ich auch in Ziesendorf und in Zeez jeweils einen brütenden Storch an. In Zeez erwischte ich ihn stehend, kurz bevor er sich wieder setzte.

Als leider leer erwiesen sich die in früheren Jahren besetzt gewesenen Storchenhorste in Reez, Damm und Kavelstorf.
Aus Tessin erreichte mich die Nachricht, dass dort erstmals gestern ein einzelner Storch auf dem Nest beobachtet werden konnte. Hoffen wir, dass er bleibt!
Unsere vervollständigte Brutverlaufskarte zeigt insgesamt 56 Standorte, an denen die Störche das Brutgeschäft aufgenommen haben (davon zwei im Bereich der Hansestadt Rostock). Jetzt warten wir auf die ersten Meldungen über geschlüpfte Jungstörche.

Spätheimkehrer

Störche, die erst jetzt aus dem Süden an ihre Brutplätze zurückkehren, können getrost als "Spätheimkehrer" betrachtet werden. Dazu zählen auch die beiden Störche in Goorstorf, die seit dem 22.4. und dem 25.4. an ihrem Horst sind. Vielleicht klappt es dort ja in diesem Jahr zum ersten Mal mit Storchennachwuchs. Der Standort ist eine Neuansiedlung des Jahres 2004. Außerdem hat das Warten für den Storch in Bentwisch seit dem 25.4. ein Ende. Mehr als drei Wochen hat er auf (s)einen Partner bzw. (s)eine Partnerin gewartet.
Dass die von uns veröffentlichten Ankunftsdaten nicht immer gleichbedeutend sein müssen mit einer dauerhaften Besetzung des Horstes zeigt leider das Beispiel Tessin. Hier gibt es aktuelle Beobachtungen, die aussagen, dass das Nest wieder leer ist. So etwas scheint in diesem Jahr häufiger zu passieren. Vielleicht fliegen ja auch dort noch Spätheimkehrer ein. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr, wenn es dann mit dem Nachwuchs noch klappen soll. In unserer Region ist der 1. Mai im Allgemeinen als eine Art Grenzwert anzusehen. Danach eintreffende Störche haben in der Vergangenheit selten Bruterfolg gehabt oder gar nicht erst mehr mit der Brut begonnen (siehe Diagramm). Auf der anderen Seite werden voraussichtlich ab der kommenden Woche die ersten Küken in den Nestern schlüpfen, die schon bis Ende März besetzt waren. Hier folgt noch die aktuelle Ankunftskarte:

Drei weitere Standorte besetzt

Durch freundlichen Hinweis eines Storchenfreundes aus Sanitz haben wir jetzt erfahren, dass in der letzten Woche auch die Storchennester in Petschow, Tessin und Zarnewanz von jeweils einem Horstpaar besetzt waren. Vielen Dank! Genaue Ankunftsdaten fehlen uns noch. Die Ankunftskarte ist wieder überarbeitet worden.

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