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Groß Bölkow

Ein Nichtbrütertrupp macht Hoffnung

Dieser einjährige schwedische Storch (Ringnummer SVS 2122) ist Bestandteil eines Nichtbrütertrupps, der gestern tagsüber mehrfach aus unserem Betreuungsgebiet gemeldet wurde. Ich entdeckte ihn dann schließlich gegen 17 Uhr im Bereich Jürgenshagen/GÜ, wo sich elf Störche nahrungssuchend kurz vor Krugland auf Grünland fortbewegten. Die anderen zehn Störche waren leider unberingt. Da zugleich weitere Beobachtungen (unter anderem neues Storchenpaar in Detershagen ab 5.5., Einzelstorch in Groß Bölkow am 6.5.) gemacht wurden, hat es den Anschein, dass aktuell junge, nachrückende Störche eingetroffen sind. Nicht jeder von ihnen wird in diesem Jahr schon konkret nach einem Nistplatz suchen, aber es besteht doch die Hoffnung, dass sich der eine oder andere verwaiste Platz in unseren Nestern noch füllen wird. Für eine erfolgreiche Brut wird es jetzt aber in aller Regel schon zu spät sein. Hoffen können wir in solchen Fällen auf eine möglichst lange Horstbindung und eine Wiederkehr im kommenden Jahr.

Abzug der Störche ist in vollem Gange - Auswilderung bei Neuhof/Parkentin


Drei von vier bei Neuhof/Parkentin ausgewilderten Störchen. 20.8.14

Nachdem wir mittlerweile in der zweiten August-Hälfte angelangt sind, ist der Abzug der Störche in ihre Winterquartiere in vollem Gange. Von der großen Masse der früh geschlüpften Jungstörche sind die meisten bereits in der ersten August-Dekade auf den langen und gefährlichen Zug gegangen. So verließen die Tessiner Jungstörche ihren Horst am 2. bzw. 6. August, während die Altvögel dort letztmalig am 10. August beobachtet wurden. Am Nest Schwaan II blieben die Altvögel bis zum 11. August, der Nachwuchs machte sich bereits eine Woche zuvor auf den Weg. Dass dieser nicht immer direkt in Richtung Afrika oder Spanien führt, zeigen interessante Ringablesungen des Schwaaner Jungstorchs DEH HN084. Er wurde erstmals am 9. August und dann auch am 19. August in Schadeland nahe der Grenze zu Schleswig-Holstein abgelesen. Dort hat er sich offenbar mit den drei einheimischen Jungstörchen vergesellschaftet. Demgegenüber sind in den letzten Tagen vielerorts noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet worden, deren Eltern erst mit der zweiten Rückkehrerwelle um den 20. April herum eingetroffen waren. Starker Südwestwind hat sie zusätzlich noch zurückgehalten. Und auf dem Horst in Groß Bölkow sind die beiden erst Mitte Juni geschlüpften Jungvögel gerade einmal kurz vor dem Flüggewerden.
Heute wurden nun auch vier Jungstörche in die Freiheit entlassen, die sich zwischenzeitlich in der Obhut des Zoos Rostock befunden hatten. Ihre Schicksale sind dabei ganz unterschiedlich. DEH HN095 war ursprünglich in Grammow aus dem Nest abgeworfen worden, dann im Zoo Rostock aufgepäppelt und in Satow erfolgreich eingehorstet worden. Leider verunglückte das Stiefgeschwister tödlich und HN095 wurde geschwächt in der Nähe des Horstes aufgegriffen. Jetzt unternimmt er einen zweiten Anlauf in die Freiheit. DEH HN865 stammt aus dem Nest Rostock Zoo I - fürsorgliche Tierpfleger hatten ihn vorsorglich aus dem Luchsgehege geholt, ansonsten wäre sein Leben wahrscheinlich sehr kurz gewesen. Jetzt war er der kräftigste der vier ausgewilderten Störche und erhob sich sofort zu einer großen Runde in die Lüfte. Die anderen drei taten es ihm wenig später nach - ein toller Anblick! Dazu zählte auch DEH HN864, der im Alter von 6 bis 7 Wochen in Kuhs/GÜ flugunfähig aus dem Nest gerutscht war. DEH HN866 aus Groß Wokern/GÜ musste dagegen Anfang August mit zahlreichen blutigen Verletzungen aus dem Horst geholt werden, nachdem das Nest und mitten darin der Jungstorch massiv von Fremdstörchen angegriffen worden war.

Bisher 91 Jungstörche im Altkreis Bad Doberan gezählt


Heiligenhagen, 17.7.14

Kurz bevor die meisten unserer Jungstörche in den nächsten Tagen ihre ersten Flugrunden absolvieren werden, können wir jetzt eine Zwischenbilanz zum Bruterfolg ziehen. Danach wachsen nach Stand von gestern 91 Jungstörche bei insgesamt 55 besetzten Nestern im alten Landkreis Bad Doberan heran. Das ist exakt die gleiche Anzahl wie im Vorjahr, nur dass es damals ein Horstpaar mehr war. Im Zehnjahresvergleich ist es mit einem JZa-Wert von 1,65 erneut nur ein leicht überdurchschnittliches Jahr. 41 Paare haben Nachwuchs, 14 dagegen nicht (HPo: 25,5 %). Positiv hat sich ausgewirkt, dass wir von anhaltend kaltem Regenwetter in dieser Brutsaison weitgehend verschont blieben. Negativ schlug dagegen eine längere Phase anhaltender Trockenheit Ende Mai/Anfang Juni zu Buche. Einzig das Paar in Volkenshagen bringt in diesem Jahr vier Jungstörche zum Ausfliegen, 13 Mal sind 3 Junge in den Nestern, 21 Mal sind es 2 Küken und sechs Mal wurde ein "Einzelkind" festgestellt. Eingerechnet sind dabei die drei Einhorstungen in Satow, Reinshagen und Rukieten I. Ein Jungstorch ist bereits tot - in Lieblingshof wurde HN072 heute in der Nähe einer Hauswand aufgefunden, wahrscheinliche Ursache ist eine Kollision. Wie gefährlich die ersten Flugversuche sind, zeigte sich auch am Nest Schwaan II, wo einer der Jungstörche mit einer nicht unerheblichen Beinverletzung (Verstauchung/Zerrung?) ins Nest zurückkehrte. Hier kann erst einmal nur gehofft werden, dass er sich dort erholt. Die Altvögel versorgen ihn auf jeden Fall weiter im Nest. Ein Eingreifen mit dem Ziel des Einfangens wäre viel zu gefährlich, der Jungstorch könnte in Panik vom Nest springen. Aus Kuhs/GÜ musste ich gestern Abend einen erst rund 6-7 Wochen alten Jungstorch in die Tierklinik nach Rostock bringen - der noch flugunfähige Jungstorch ist unter ungeklärten Umständen aus dem Nest gefallen. Äußere Verletzungen waren zunächst nicht erkennbar, es muss aber die weitere Entwicklung abgewartet werden.
Erfreulicherweise sind auch die Jungstörche aus den Spätbruten in Rosenhagen (1 Küken) und Groß Bölkow (2 Küken) auf einem guten Weg. Die endgültigen Nachwuchszahlen stehen erst etwa Mitte August fest, wenn auch die letzten Jungstörche flügge sind.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten sind bisher bei 41 Horstpaaren (28 x mit und 13 x ohne Bruterfolg) 60 Jungstörche gezählt worden - auch das ist allerdings erst eine vorläufige Zahl.

Wie erfolgreich sind die Spätbruten in diesem Jahr?

Erstmals seit zehn Jahren wächst in Rosenhagen wieder ein Jungstorch heran - bis zum Flüggewerden ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Auch in diesem Jahr stellt sich Anfang Juli wieder die Frage, welche der Spätbruten erfolgreich sein werden. Schon oft haben starke Witterungseinflüsse im Juli hoffnungsvolle Entwicklungen zu Nichte gemacht. So verendeten etwa in der großen, trockenen Hitze des Vorjahres die beiden Küken in Vorder Bollhagen. 2011 und 2012 war es dagegen anhaltender Starkregen, der etliche Jungstörche noch das Leben kostete. Auch in der kommenden Wochen muss laut Wetterprognose wieder mit großen Niederschlagsmengen gerechnet werden. Allerdings sind gewittrige Niederschläge angekündigt und die Temperaturen sollen auf hohem Niveau bleiben. 5 Bruten habe ich im alten Landkreis Bad Doberan als Spätbruten - mit einem Brutbeginn erst um oder nach dem 10. Mai - eingestuft. Eine davon, die am Nest Broderstorf II, scheint bereits verloren, hier meldeten Storchenfreunde gestern ein komplett leeres Nest. Auf gutem Wege dürfte der Nachwuchs in Klingendorf (ein Küken) und Zeez (zwei Küken) sein. Kleiner sind die Jungstörche noch in Rosenhagen (ein Küken)und Groß Bölkow, wo erst in diesen Tagen erstmals zwei Küken entdeckt wurden. Viel hängt in jedem Fall vom Verhalten der Altvögel ab, die bei Spätbruten oft ihren ersten Brutversuch gestartet haben und über wenig Erfahrung im Brutgeschäft verfügen.
Eine traurige Nachricht erreichte uns heute aus Wiepkenhagen/RDG - dort ist einer der Altstörche Opfer des Straßenverkehr auf der viel befahrenen B 105 geworden. Da das einzige Küken bereits deutlich über vier Wochen alt ist und das Nahrungsangebot sich eher noch verbessern wird, sollte der verbliebene Altvogel die Aufzucht allein schaffen. Ein Eingreifen am Nest ist hier nicht angezeigt.

Der letzte Storch des Jahres?

Noch ist der sehr spät geschlüpfte und flügge gewordene Niendorfer Jungstorch nicht in den Süden aufgebrochen. Heute früh traf ich ihn allein auf seinem Horst an. Möglicherweise ist er jetzt der letzte Storch, der noch in unserer Region anzutreffen ist. In den letzten Tagen wurden allerdings auch in Bentwisch und Heiligenhagen noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet. In Reinshagen sind Alt- und Jungstörche gemeinsam am 31. August aufgebrochen, und auch das Storchenpaar in Groß Bölkow hat sich bis Anfang dieser Woche mit dem Abflug Zeit gelassen.
Demgegenüber haben die ersten Weißstörche bereits den Tschad erreicht. Im Internet können in diesem Jahr zwölf besenderte Altstörche auf ihrem Weg in den Süden - und später auch zurück verfolgt werden (neun stammen aus Deutschland, zwei aus Ungarn und einer aus der Schweiz). Zehn von ihnen dürften auf der Ost- und zwei auf der Westroute unterwegs sein. Die Zugrouten sind auf den Internetseiten des NABU bzw. des Storchenhofs Loburg nachzuvollziehen.

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Nachtrag: Am 6. September ist der Niendorfer Jungstorch nun auch auf seine erste große Reise in den Süden gegangen - toll, dass diese Neuansiedlung ein so erfolgreiches erstes Jahr hatte! Eine bemerkenswerte, aufregende Storchensaison ist damit zu Ende gegangen.

Immer mehr geschlüpfte Jungstörche werden gemeldet

Zum ersten Mal seit 2004 scheint es in Groß Bölkow Storchennachwuchs zu geben. Es wurden eindeutig Fütterungen festgestellt, die Jungen scheinen aber noch sehr klein zu sein. Nachdem seit zwei Tagen nun endlich Sonnenschein das Wetter bestimmt, zeigen sich die vor zwei bis drei Wochen geschlüpften Jungstörche immer häufiger. Dementsprechend erhielten wir auch erste zahlenmäßige Meldungen, wobei das zum einen noch vorläugige (Mindest-)Zahlen sind und zum anderen erst Mitte Juli, zum Zeitpunkt des Flüggewerdens, endgültig abgerechnet wird. Die Zahlen im Detail:
- Schmadebeck I, Zeez: 3
- Schmadebeck II, Biestow Dorf, Broderstorf I: 2
- Clausdorf, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Grammow, Lieblingshof: 1
Ab sofort ist unsere "Bruterfolgskarte" wieder verfügbar. In den nächsten Tagen werden die vielen Fragezeichen hoffentlich deutlich weniger werden.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Die Jungstörche zeigen sich


Zwei Jungstörche sind am 2. Juni in Fienstorf zu erkennen, Foto: G. Vogel

Nachdem mit dem heutigen Regentag erst einmal das Schlimmste in wettertechnischer Hinsicht überstanden sein sollte, ist es Zeit für die ersten Fotos der diesjährigen Jungstörche, die nun in vielen Nestern beobachtet werden können. Im Fotoalbum gibt es zahlreiche Fotos vom Wochenende (von den Storchennestern Broderstorf I, Broderstorf II, Bröbberow, Clausdorf, Fienstorf, Göldenitz/Dummerstorf, Hohen Luckow, Lieblingshof, Niekrenz, Pankelow und Parkentin).
Außerdem gibt es einige Neuigkeiten zu vermelden. Durch einen Übermittlungsfehler wurde erst jetzt bekannt, dass nach dreijähriger Pause auch in Groß Bölkow wieder ein Storchenpaar ansässig geworden ist. Obwohl es bereits seit dem 13. April komplett ist, hat es keine Brut gegeben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Horstpaare auf (vorläufig) 58, nur noch eines weniger als im Vorjahr.
In Detershagen, wo es im Vorjahr vier Jungstörche gab, sieht es dieses Mal leider wesentlich ungünstiger aus. Mitte Mai eroberte ein Fremdstorch (möglicherweise ein verspäteter Brutstorch des Vorjahres) in einer blutigen Auseinandersetzung das dortige Nest und warf mehrere Eier ab. Da in Detershagen laut Anwohnerbericht auch jetzt noch kontinuierlich ein Storch auf dem Horst sitzt, gehen wir momentan von einem späten Nachgelege nach Partner- oder Paarwechsel aus.
Gar keinen Nachwuchs wird es mit großer Wahrscheinlichkeit in Göldenitz bei Schwaan geben. Bei mehreren Besuchen vor Ort wirkte der Horst in den letzten Tagen stets verlassen.

Rückkehr der Störche ist seit etwa zehn Tagen ins Stocken geraten


In den letzten Wochen haben wir fleißig Ankunftsdaten für die aus dem Süden zurückkehrenden Störche gesammelt. Diese Graphik enthält 185 individuelle Daten aus dem Landkreis Bad Doberan sowie dem ebenfalls von Hans-Heinrich Zöllick betreuten Altkreis Ribnitz-Damgarten. Es wird deutlich, welches Ausmaß die starke Rückkehrerwelle zwischen dem 28. März und dem 1. April besessen hat. Nach unserem Kenntnisstand ist die Verteilung in anderen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns ganz ähnlich. Auch wenn momentan noch einige spätere Daten fehlen, wird doch deutlich, dass die große Mehrheit der Störche bereits Anfang April aus ihren Winterquartieren zurück war. Seit etwa zehn Tagen stockt die weitere Rückkehr, es kamen nur noch sehr wenige Störche an. Hier zeigen sich deutliche Parallelen zum Vorjahr. Eine Ausnahme stellt der 12. April dar. Hoffen wir, dass die angekündigte Wetterbesserung in Mitteleuropa in den kommenden Tagen für neuen Nachschub sorgt. Dass sich schon jetzt weitere Störche in der Region aufhalten, zeigen nicht nur die vielerorts festgestellten Horstkämpfe, sondern etwa auch ein Zeitungsbericht in der gestrigen Ausgabe der Ostsee-Zeitung/Doberaner Zeitung. Auf dem Schornstein der Alten Molkerei in Groß Bölkow hatten sich am Mittwoch gleich vier Störche niedergelassen, die jedoch schon bald wieder verschwanden.

Schutzmaßnahmen gegen den Tod von Großvögeln an Stromleitungen (OZ-Artikel)

In der heutigen Ausgabe der Ostsee-Zeitung erschien folgender Artikel, der sich unter anderem auch mit Vogelschutzmaßnahmen an Strommasten in Pankelow und Groß Bölkow beschäftigt, an denen im August vier Störche den Tod fanden. Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Ostsee-Zeitung.

Stromleitungen gefährden Störche und Adler

Laut Bundesnaturschutzgesetz müssen Energieversorger Überlandleitungen so umrüsten, dass für Vögel weniger Gefahren bestehen. Die E.ON edis AG hat bereits viel getan, trotzdem kommen Tiere durch Stromschlag um.

Rostock (OZ) Freileitungen der Energieversorger sind für Naturschützer Anlass zur Sorge. Vor allem, wenn Störche, Kraniche oder Schwäne zu Tode kommen. „Wir fanden in Pankelow und Groß Bölkow bei Rostock unter Strommasten dieses Jahr vier tote Störche“, berichtet Hans-Heinrich Zöllick, Landeskoordinator des Arbeitskreises Weißstorch beim Naturschutzbund (Nabu). „Es hat mich wochenlang beschäftigt, ob das zu verhindern gewesen wäre.“ Bisher habe er Endmasten von Überlandleitungen nicht als Unfallschwerpunkt erkannt. Am jeweils letzten Mast würden die Stromleitungen in die Erde geführt. Große Trupps aus „Junggesellen“-Störchen hätten sich solche Masten als Schlafstätten ausgesucht, dabei seien einige wohl beim Starten mit den Schwingen zwischen die Leiterseile geraten. Ein Phänomen, das für den Hobbyornithologen neu ist, der sich seit 40 Jahren der Storchenbeobachtung widmet. „Diese Kabel erkennen die Vögel wohl nicht als Leitungen“, bedauert Hans Hellmuth, Vorstandsmitglied der E.ON edis AG, der sich mit Zöllick zum Gespräch traf. In diesem konkreten Fall schaffte der Energieversorger schnell Abhilfe. An den Masten wurden Stangen angebracht, die verhindern sollen, dass die unter Naturschutz stehenden Tiere sich dort niederlassen. Eine andere Möglichkeit sei, die Leitungen mit Isolierschlauch zu überziehen. Hellmuth überreichte dem Arbeitskreis Weißstorch zudem das erste noch druckfrische Exemplar einer Broschüre über das Engagement des Stromlieferanten zum Schutz bedrohter Vögel. „Wir kümmern uns vor allem um Tiere, bei denen es einen Bezug zu unseren Leitungen gibt“, so Hellmuth. Neben Störchen seien dies Fischadler, Schleiereulen und Großtrappen. „Storchenvater“ Zöllick bescheinigt der Firma, die heute in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg rund 1,2 Millionen Kunden versorgt, „seit vielen Jahren einen sehr ausgeprägten Einsatz für den Vogelschutz“. Ob zu DDR-Zeiten im Energiekombinat, später bei der HEVAG oder in der heutigen Form als E.ON edis – stets hätten Naturschützer in dem Betrieb Unterstützung gefunden, wenn Nisthilfen für Störche oder Fischadler auf Energiemasten anzubringen waren. „Der Weg über die Behörden wäre viel komplizierter gewesen“, sagt Zöllick. Allein seit 2003 befestigte die Firma mehr als 12 000 Vogelschutzhauben, 300 Sitzstangen und 400 Nisthilfen auf Stromleitungen und Masten. Nicht ganz ohne Eigennutz: Geraten keine Vögel in die Leitungen, werden Stromausfälle vermieden.
Viele Monteure helfen auch bei der Vogelberingung. „Es ist einfacher, aus Monteuren Vogelberinger zu machen als Naturschützer zu Freileitungsmonteuren auszubilden“, meint Hellmuth. Das Unternehmen übergab auch 300 alte Trafohäuschen in die Hand von Kommunen oder Naturschützern. Eulen, Fledermäuse, Molche und Igel nehmen sie als Niststätten oder Winterquartiere gut an. Auch Dr. Ulrich Köppen von der Vogelberingungszentrale Hiddensee lobt das Vorgehen von edis im Vogelschutz. „Das ist längst nicht überall so“, weiß der Experte. Laut Bundesnaturschutzgesetz seien seit 2002 aber alle Stromversorger verpflichtet, „ihre Leitungsnetze großvogelsicher“ zu machen. Zöllick sagt, dass Vögel auch vielen anderen Gefahrenquellen ausgesetzt sind. So würden an Windrädern und Leuchttürmen viele gefiederte Gesellen verenden. Neu sei, dass an Autobahnen Störche zu beobachten sind. „Sie suchen dort Nahrung, wahrscheinlich totgefahrene Kleintiere“, meint Zöllick. Allerdings kämen dabei auch Störche ums Leben, weil sie Autos nicht schnell genug ausweichen. „Mit Freileitungen werden wir auf dem Lande jedoch auch künftig leben müssen“, so E.ON-Manager Hellmuth. Aus Kostengründen. „Die Bundesnetzagentur verlangt niedrige Netzkosten, damit der Strom nicht noch teurer wird.“ Unterirdisch verlegte Leitungen seien bis zu viermal teurer als Überlandleitungen. Bei Greifswald und auf Poel habe E.ON edis trotzdem Leitungen als Erdkabel verlegt, um vor allem Schwäne vorm Stromtod zu bewahren.

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Kein Erfolgsjahr für Meister Adebar
Bundesweit brüten rund 4000 Storchenpaare, die Hälfte davon in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Während in Spanien (30 000 Brutpaare) und Polen (53 000) die Bestände zunehmen, ist der Weißstorch in Frankreich und Holland fast ausgestorben. 2007 war für Adebar kein Erfolgsjahr. „Wir hatten zwar gute Bruterfolge bei Störchen, die zeitig aus dem Süden eintrafen“, sagt Storchenbetreuer Hans Zöllick. Bei den „ Spätankömmlingen“ hätten viele Junge den verregneten Frühsommer jedoch nicht überlebt. Insgesamt wurden in MV 1700 Junge flügge. Im Erfolgsjahr 2004 waren es mehr als 2400. 2007 war das dritte Jahr, in dem nur rund 850 Storchenpaare in MV brüteten. Bis 2004 waren es mehr als 1000.

ELKE EHLERS
Quelle: Ostseezeitung, 07.12.2007

Ein paar Neuigkeiten

In den letzten Tagen erreichten uns noch einige Neuigkeiten, die wir hier gerne verbreiten möchten. So haben wir von aufmerksamen Anwohnern nähere Angaben über die Gründe des in diesem Jahr fehlenden Bruterfolgs in Wendfeld erfahren. Dort gab es am 23. April heftige Storchenkämpfe mit mindestens fünf Fremdstörchen. Dabei wurden vier Eier aus dem Nest befördert, etwa zwei Wochen nachdem das seit dem 25. bzw. 29. März am Nest befindliche Storchenpaar mit der Brut begonnen hatte. Offensichtlich kam es dann zu einer Neuverpaarung, an der auch ein beringter Storch beteiligt war. Ein neues Gelege wurde aber sehr wahrscheinlich nicht mehr getätigt.
In Stäbelow war in den letzten Tagen immer noch ein Altstorch am Nest bzw. in der näheren Umgebung des Horstes anzutreffen. Vielleicht ist es der Brutstorch, der das Nest bereits am 7. März besetzte und damit wahrscheinlich ein Westzieher ist. Ein solcher aber könnte sich wegen der wesentlich geringeren Entfernung ins Winterquartier mehr Zeit mit dem Abzug lassen als die Ostzieher.
An den beiden Stromleitungen in der Nähe von Pankelow und Groß Bölkow, an denen vor etwa einem Monat insgesamt vier Störche tödlich verunglückt waren, haben am Mittwoch Ortsbesichtigungen mit Vertretern des zuständigen Energieversorgers stattgefunden. Es werden in jedem Fall Vogelschutzmaßnahmen ergriffen, welche genau, wird zurzeit noch geprüft.

Erneut toter Storch unter Stromleitung gefunden

Ein weiterer Storch ist in unserer Region Opfer einer Mittelspannungsleitung geworden. Heute Abend fand ich den aufgrund seines Ringes DEH H 2962 vermutlich zwei- bis vierjährigen Altstorch auf einem Acker unweit von Groß Bölkow. Auch hier war von einem aufmerksamen Beobachter - wie in Pankelow - in der vergangenen Woche eine Ansammlung von (18 Alt-) Störchen gemeldet worden. Der verunglückte Storch weist Verbrennungen auf, die mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Stromschlag herrühren. Damit erhöht sich die traurige Bilanz der allein an diesem Wochenende in unserer Region registrierten Stromleitungsopfer auf vier.


Auch heute kann eine andere Nachricht nur wenig trösten - in Kritzmow ist seit etwa vier Wochen ein Storchenpaar mehr oder weniger regelmäßig am dortigen Nest gesehen worden, das nach Neuerrichtung 2004 in den Jahren 2005 und 2006 unbesetzt geblieben war. Hier besteht also zumindest eine gewisse Hoffnung auf ein Brutpaar im kommenden Jahr.

Neue Informationen und eine erste Einschätzung

Seit meinem letzten Bericht am Donnerstag sind erneut zahlreiche Informationen über Ankunftsdaten eingetroffen - allen aufmerksamen Storchenfreunden wieder ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung! Dabei war allerdings nur ein richtiger Zugewinn zu verbuchen - in Parkentin traf auf dem Reetdachhorst der erste Storch am 14.4. ein. Ob es der beringte Altstorch des Vorjahres ist, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Darüber hinaus ist bei einer Reihe von Nestern jetzt der 2. Storch zurückgemeldet worden. Besonders gefreut habe ich mich, dass auch der Biestower Storch, der ja von einem Stockentenpaar aus seinem angestammten Nest vertrieben worden war, seit dem 16.4. nicht mehr allein ist. Auf diesem Bild, das beide Nester - das alte, jetzt von den Stockenten besetzte im Vordergrund und das neue im Hintergrund zeigt - ist nur ein Storch am Nest. Ich habe es am 16.4. frühmorgens aufgenommen.

Weiterhin gab es eine Reihe von Konkretisierungen bisher nicht genau bekannter Ankunftsdaten. Im Einzelnen habe ich folgende neue Daten vorliegen:
- Berendshagen (1. Storch: 4.4, 2. Storch: 8.4.)
- Biestow Dorf (1. Storch: 4.4., 2. Storch: 16.4.)
- Schwaan II (1. Storch: 31.3., 2. Storch: 31.3.)
- Bröbberow (1. Storch: 14.4., 2. Storch: 15.4.)
- Ziesendorf (2. Storch: 18.4.)
- Albertsdorf (1. Storch: 31.3., 2. Storch: 2.4.)
- Parkentin (1. Storch: 14.4.)
Ferner ist aus zwei Ortschaften ein nur vorübergehendes Besetzen der Nester gemeldet worden: Groß Bölkow (6.4.-14.4.), Retschow I (um den 4.4. herum). Zumindest in den letzten Tagen noch nicht besetzt waren: Goorstorf, Hof Tatschow, Altenhagen II, Radegast, Jörnstorf. Die Ankunftskarte wurde wieder aktualisiert.
Für eine detaillierte Bilanz ist es zwar noch zu früh, denn es liegen noch etwa zehn Tage vor uns, an denen weitere Störche zurückkehren können, die dann auch noch Aussicht auf Bruterfolg hätten. Momentan sieht es jedoch leider eher danach aus, dass sich die Anzahl der Brutpaare gegenüber den beiden (schlechten) Vorjahren noch weiter verringern wird. Diese Tendenz ist angesichts der sehr frühen Rückkehr vieler Störche schon im März doch etwas überraschend. Es passt auch ins Bild, dass uns bis heute keine Informationen über Neuansiedlungen erreicht haben. Nun - hoffen wir gemeinsam, dass es in den nächsten zehn Tagen noch eine Wende zum Positiven geben wird. Für die bereits eingetroffenen und vielfach schon seit längerem brütenden Brutpaare bestehen ungeachtet dessen weiterhin gute Aussichten auf viel Storchennachwuchs.

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