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Groß Bölkow

Der letzte Storch des Jahres?

Noch ist der sehr spät geschlüpfte und flügge gewordene Niendorfer Jungstorch nicht in den Süden aufgebrochen. Heute früh traf ich ihn allein auf seinem Horst an. Möglicherweise ist er jetzt der letzte Storch, der noch in unserer Region anzutreffen ist. In den letzten Tagen wurden allerdings auch in Bentwisch und Heiligenhagen noch Jungstörche auf den Nestern beobachtet. In Reinshagen sind Alt- und Jungstörche gemeinsam am 31. August aufgebrochen, und auch das Storchenpaar in Groß Bölkow hat sich bis Anfang dieser Woche mit dem Abflug Zeit gelassen.
Demgegenüber haben die ersten Weißstörche bereits den Tschad erreicht. Im Internet können in diesem Jahr zwölf besenderte Altstörche auf ihrem Weg in den Süden - und später auch zurück verfolgt werden (neun stammen aus Deutschland, zwei aus Ungarn und einer aus der Schweiz). Zehn von ihnen dürften auf der Ost- und zwei auf der Westroute unterwegs sein. Die Zugrouten sind auf den Internetseiten des NABU bzw. des Storchenhofs Loburg nachzuvollziehen.

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Nachtrag: Am 6. September ist der Niendorfer Jungstorch nun auch auf seine erste große Reise in den Süden gegangen - toll, dass diese Neuansiedlung ein so erfolgreiches erstes Jahr hatte! Eine bemerkenswerte, aufregende Storchensaison ist damit zu Ende gegangen.

Immer mehr geschlüpfte Jungstörche werden gemeldet

Zum ersten Mal seit 2004 scheint es in Groß Bölkow Storchennachwuchs zu geben. Es wurden eindeutig Fütterungen festgestellt, die Jungen scheinen aber noch sehr klein zu sein. Nachdem seit zwei Tagen nun endlich Sonnenschein das Wetter bestimmt, zeigen sich die vor zwei bis drei Wochen geschlüpften Jungstörche immer häufiger. Dementsprechend erhielten wir auch erste zahlenmäßige Meldungen, wobei das zum einen noch vorläugige (Mindest-)Zahlen sind und zum anderen erst Mitte Juli, zum Zeitpunkt des Flüggewerdens, endgültig abgerechnet wird. Die Zahlen im Detail:
- Schmadebeck I, Zeez: 3
- Schmadebeck II, Biestow Dorf, Broderstorf I: 2
- Clausdorf, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Grammow, Lieblingshof: 1
Ab sofort ist unsere "Bruterfolgskarte" wieder verfügbar. In den nächsten Tagen werden die vielen Fragezeichen hoffentlich deutlich weniger werden.

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Die Jungstörche zeigen sich


Zwei Jungstörche sind am 2. Juni in Fienstorf zu erkennen, Foto: G. Vogel

Nachdem mit dem heutigen Regentag erst einmal das Schlimmste in wettertechnischer Hinsicht überstanden sein sollte, ist es Zeit für die ersten Fotos der diesjährigen Jungstörche, die nun in vielen Nestern beobachtet werden können. Im Fotoalbum gibt es zahlreiche Fotos vom Wochenende (von den Storchennestern Broderstorf I, Broderstorf II, Bröbberow, Clausdorf, Fienstorf, Göldenitz/Dummerstorf, Hohen Luckow, Lieblingshof, Niekrenz, Pankelow und Parkentin).
Außerdem gibt es einige Neuigkeiten zu vermelden. Durch einen Übermittlungsfehler wurde erst jetzt bekannt, dass nach dreijähriger Pause auch in Groß Bölkow wieder ein Storchenpaar ansässig geworden ist. Obwohl es bereits seit dem 13. April komplett ist, hat es keine Brut gegeben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Horstpaare auf (vorläufig) 58, nur noch eines weniger als im Vorjahr.
In Detershagen, wo es im Vorjahr vier Jungstörche gab, sieht es dieses Mal leider wesentlich ungünstiger aus. Mitte Mai eroberte ein Fremdstorch (möglicherweise ein verspäteter Brutstorch des Vorjahres) in einer blutigen Auseinandersetzung das dortige Nest und warf mehrere Eier ab. Da in Detershagen laut Anwohnerbericht auch jetzt noch kontinuierlich ein Storch auf dem Horst sitzt, gehen wir momentan von einem späten Nachgelege nach Partner- oder Paarwechsel aus.
Gar keinen Nachwuchs wird es mit großer Wahrscheinlichkeit in Göldenitz bei Schwaan geben. Bei mehreren Besuchen vor Ort wirkte der Horst in den letzten Tagen stets verlassen.

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