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Jörnstorf

Vorbereitungen abgeschlossen - jetzt können sie kommen

Jörnstorf hat jetzt auch wieder ein veritables Nistangebot für Störche. Foto: K. Käther

In den letzten Tagen sind in unserem Betreuungsgebiet die Vorbereitungen für die neue Storchensaison abgeschlossen worden. So finden die Rotschnäbel jetzt auch in Jörnstorf ein Nistplatzangebot vor - im letzten Juli rutschte das Nistmaterial noch vom Spitzdach eines ausrangierten Trafo-Hauses, als dort ein Paar spät zu bauen begann. In Vogtshagen wurde gleich ein ganz neuer Mast aufgestellt, nachdem das alte Nest auf einem E-Mast im Herbst abgekippt war. Und auch im traditionsreichen Storchendorf Wesselstorf half uns unser Partner im Storchenschutz, der Energieversorger edis, bei der Neuerrichtung einer Nisthilfe. Hoffen wir, dass die Störche die Bemühungen belohnen werden.
Vom Storch, der in Bandelstorf gesehen wurde, habe ich noch keine Neuigkeiten erfahren, konnte ihn auch selbst vor Ort nicht antreffen. Vielleicht war es doch "nur" ein Durchzügler.

Vorbereitungen auf die Storchensaison


Das Nest Schwaan I - vor und nach der Sanierung, 24.2.2015. Fotos: R. Zöllig

Während die Störche, die auf der Westroute in ihre mitteleuropäischen Brutreviere zurückkehren, zum Teil bereits ihre Nester erreicht haben, dauert es bei den Ostziehern, die bei uns nach wie vor mehr als 95 Prozent aller Störche ausmachen, noch etwa 4 bis 5 Wochen, bis sie hier eintreffen. So hat der erfahrene Loburger Senderstorch "Albert von Lotto" beispielsweise gestern den Golf von Suez überquert, während NABU-Storch "Gustav" schon am Montag kurz vor der Überquerung der ägyptisch-israelischen Grenze stand. Beide Störche trafen 2014 mit der 1. großen Welle der zurückkehrenden Ostzieher am 27. bzw. 28. März ein. Damals gab es allerdings sehr gute Zugbedingungen über der Türkei und Südosteuropa - was wir in diesem Jahr erst noch abwarten müssen.
So ist jetzt noch Zeit für die eine oder andere Sanierung von Weißstorchnestern. Die Stadt Schwaan engagierte sich dankenswerter Weise und ließ am Dienstag nicht nur das hoch aufgetragene und durchaus absturzgefährdete Nest Schwaan I (auf dem ehemaligen Pflegeheim an der John-Brinkman-Straße) bis etwa zur Hälfte abtragen (siehe Fotos oben), sondern sorgte auch dafür, dass durch Baumschnittmaßnahmen die Störche am Horst Schwaan II (Tannenberg) wieder freien Anflug von allen Seiten haben. Unser Partner im Weißstorchschutz, der Energieversorger Edis, wird innerhalb der nächsten 14 Tage das im Herbst abgekippte Nest in Vogtshagen erneuern. Ebenso werden dem Storch in Jörnstorf und in Wesselstorf neue bzw. erneuerte Nisthilfen angeboten. Dort hatte er im letzten Jahr sein Interesse an einer Wiederbesiedlung deutlich gemacht.
Leider mussten die Storchenbetreuer des Landkreises Rostock in letzter Zeit auch Fällen nachgehen, in denen illegalerweise (genutzte!) Storchenhorste entfernt wurden. In einem Fall wurde von der Unteren Naturschutzbehörde ein Bußgeld verhängt und der Verantwortliche zur Neuaufstellung einer Nisthilfe verpflichtet. Weißstörche gehören zu den streng geschützten Vogelarten, deren Brutstätten weder beseitigt noch beschädigt werden dürfen. Auch über die letzte Besetzung hinaus besitzen diese einen Bestandsschutz von 5 Jahren. Auch Umsetzungen sind nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Beratung (und Genehmigung!) zulässig. Die Kontrolle der Niststätten gehört zu den zentralen Aufgaben jedes Storchenbetreuers.

Aktualisierung der Bruterfolgskarte


Gestern Abend in Hof Jörnstorf: Ein übernachtender Storch auf der ansonsten unbesetzten Nisthilfe; Foto eines Anwohners

Seit vorgestern hat es eine Reihe neuer Meldungen zur Anzahl der Jungstörche in den einzelnen Storchenhorsten unserer Region gegeben. Die Bruterfolgskarte wurde daraufhin wieder aktualisiert. An der Grundtendenz hat sich dabei nichts geändert. Momentan gibt es in 41 Nestern Nachwuchs, in 18 dagegen nicht. Vier Standorte sind noch nicht überprüft.
Ohne Bruterfolg werden neben den schon gemeldeten auch die Storchenpaare in Thelkow und Albertsdorf sowie nunmehr ebenfalls das in Biendorf bleiben. Hier berichteten Anwohner über den tragischen Tod der beiden etwa drei Wochen alten Jungstörche in der vergangenen Nacht. Beide Altstörche sind am Horst, haben es aber in letzter Zeit offenbar nicht mehr geschafft, genügend Futter zu beschaffen - ein trauriges Schicksal, das sich dieses Jahr leider auch in zahlreichen anderen Nestern Mecklenburg-Vorpommerns ereignet hat. Positiv ist dagegen die Meldung aus Zarnewanz, dass dort nun doch zumindest ein Jungstorch im Nest ist.

Noch immer treffen Störche ein


Während vielerorts - so wie hier gestern am frühen Abend in Biestow Dorf - bereits fest gebrütet wird, treffen an anderen Standorten noch immer Rückkehrer ein. In Göldenitz bei Dummerstorf scheint heute endlich der richtige Partner eingetroffen zu sein, nachdem ein zwischenzeitlich am Nest gesehener Storch wieder verschwunden war. Ebenfalls heute sind in Rosenhagen gleich zwei Störche eingetroffen. Und in Jörnstorf ist seit dem 19. April ein einzelner Storch am Horst - möglicher Weise der gleiche wie in den Vorjahren, als dort ein Einzelgänger alle Versuche anderer Störche, mit in das Nest zu gelangen, abgewehrt hat. Die Ankunftskarte wurde wieder aktualisiert.

Neue Informationen und eine erste Einschätzung

Seit meinem letzten Bericht am Donnerstag sind erneut zahlreiche Informationen über Ankunftsdaten eingetroffen - allen aufmerksamen Storchenfreunden wieder ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung! Dabei war allerdings nur ein richtiger Zugewinn zu verbuchen - in Parkentin traf auf dem Reetdachhorst der erste Storch am 14.4. ein. Ob es der beringte Altstorch des Vorjahres ist, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Darüber hinaus ist bei einer Reihe von Nestern jetzt der 2. Storch zurückgemeldet worden. Besonders gefreut habe ich mich, dass auch der Biestower Storch, der ja von einem Stockentenpaar aus seinem angestammten Nest vertrieben worden war, seit dem 16.4. nicht mehr allein ist. Auf diesem Bild, das beide Nester - das alte, jetzt von den Stockenten besetzte im Vordergrund und das neue im Hintergrund zeigt - ist nur ein Storch am Nest. Ich habe es am 16.4. frühmorgens aufgenommen.

Weiterhin gab es eine Reihe von Konkretisierungen bisher nicht genau bekannter Ankunftsdaten. Im Einzelnen habe ich folgende neue Daten vorliegen:
- Berendshagen (1. Storch: 4.4, 2. Storch: 8.4.)
- Biestow Dorf (1. Storch: 4.4., 2. Storch: 16.4.)
- Schwaan II (1. Storch: 31.3., 2. Storch: 31.3.)
- Bröbberow (1. Storch: 14.4., 2. Storch: 15.4.)
- Ziesendorf (2. Storch: 18.4.)
- Albertsdorf (1. Storch: 31.3., 2. Storch: 2.4.)
- Parkentin (1. Storch: 14.4.)
Ferner ist aus zwei Ortschaften ein nur vorübergehendes Besetzen der Nester gemeldet worden: Groß Bölkow (6.4.-14.4.), Retschow I (um den 4.4. herum). Zumindest in den letzten Tagen noch nicht besetzt waren: Goorstorf, Hof Tatschow, Altenhagen II, Radegast, Jörnstorf. Die Ankunftskarte wurde wieder aktualisiert.
Für eine detaillierte Bilanz ist es zwar noch zu früh, denn es liegen noch etwa zehn Tage vor uns, an denen weitere Störche zurückkehren können, die dann auch noch Aussicht auf Bruterfolg hätten. Momentan sieht es jedoch leider eher danach aus, dass sich die Anzahl der Brutpaare gegenüber den beiden (schlechten) Vorjahren noch weiter verringern wird. Diese Tendenz ist angesichts der sehr frühen Rückkehr vieler Störche schon im März doch etwas überraschend. Es passt auch ins Bild, dass uns bis heute keine Informationen über Neuansiedlungen erreicht haben. Nun - hoffen wir gemeinsam, dass es in den nächsten zehn Tagen noch eine Wende zum Positiven geben wird. Für die bereits eingetroffenen und vielfach schon seit längerem brütenden Brutpaare bestehen ungeachtet dessen weiterhin gute Aussichten auf viel Storchennachwuchs.

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