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Liepen

Abschluss der diesjährigen Beringungsaktion

Diese drei schon recht kräftigen Biendorfer Jungstörche waren die letzten, die in diesem Jahr im Landkreis Bad Doberan beringt worden sind. Insgesamt konnten heute in sieben Horsten nochmals 15 Ringe angebracht werden:

- Biendorf: 3 gut entwickelte Jungstörche in einem sehr kleinen Nest (erstmals seit der Neuansiedlung 2004 konnte diese erfreuliche Anzahl an Jungstörchen erreicht werden)
- Hohen Schwarfs: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Lieblinhgshof: 2 gut entwickelte Jungstörche
- Liepen: 2 noch recht kleine Jungstörche
- Neu Thulendorf: ein gut entwickelter und ein recht kleiner Jungstorch
- Reinshagen: 2 für ihr Alter sehr kleine Jungstörche
- Satow Hof: 2 noch recht kleine Jungstörche (dazu fand sich noch ein bereits längere Zeit totes Küken unterhalb des Nestes); es handelt sich um ein Nest mit einem geradezu riesigen Durchmesser - es besteht dort seit 1976! Aktuelle Bilder der Beringungsaktion sind im Fotoalbum eingestellt worden.

Der Horst Broderstorf II mit seinem einen Jungstorch war für die Hebebühne leider nicht erreichbar. Damit konnten in dieser Storchensaison rund 75 Prozent aller Jungstörche unseres Landkreises beringt werden. Hoffen wir, dass wir möglichst viele von ihnen in einigen Jahren wiedersehen!
Von gestern stammen drei sehr positive Nachrichten aus dem Rostocker Zoo. Der von mir dort am 6. Juni eingelieferte Winzling aus Hohen Luckow ist zwischenzeitlich zu einem stattlichen Störchlein herangewachsen und kann voraussichtlich im August ausgewildert werden. In den beiden Nestern Rostock Zoo I und Rostock Zoo II ist jeweils noch ein dritter Jungstorch entdeckt worden.

Bisher 74 Jungstörche gezählt

Aufgereiht wie die Orgelpfeifen zeigen sich diese drei Jungstörche in Clausdorf dem Beobachter. Sie gehören zu den größten von insgesamt 74 Jungstörchen (im Vorjahr: 93, 2007: 116), die wir in diesem Jahr bisher in den 58 besetzten Storchennestern des Landkreises Bad Doberan gezählt haben. Die standortgenaue Verteilung ist über unsere Bruterfolgskarte abrufbar.
Bis zum Flüggewerden ab Mitte Juli wird sich sicherlich noch die eine oder andere Korrektur ergeben. An der Tatsache, dass der Bruterfolg in diesem Jahr auch in unsererer Region unterdurchschnittlich ist, wird sich aber kaum etwa ändern. Genaue Ursachen für die unbefriedigende Bilanz werden nach Ende der Storchensaison zu erörtern sein. Schon jetzt aber ist klar, dass das (zu) späte Eintreffen einer größeren Anzahl von Storchenpaaren eine wesentliche Rolle gespielt hat. In den neun Horsten, in denen der zweite Storch erst nach dem 1. Mai eintraf, ist letztlich kein einziges Küken groß geworden! Die späteste Paarbildung, die noch zum Erfolg führte, fand in Biendorf (bisher drei Jungstörche) und in Liepen (bisher zwei Jungstörche) statt - und zwar am 26. April. Veränderungen in der uns bekannten Anzahl der Jungstörche gab es zuletzt in Bandelstorf (drei statt zwei Jungstörche), in Broderstorf II (trotz Tod eines Jungstorchs ist noch einer im Horst) und in Groß Potrems (Abwurf eines bereits beringten Jungstorchs am 28. Juni).
Am Wochenende habe ich mich intensiv um die Frage gekümmert, ob in Stäbelow, wie von Anwohnern gemeldet, tatsächlich einer der beiden Brutstörche beringt ist. Leider gibt es immer noch kein endgültiges Ergebnis, denn nur einer der Altstörche stellte sich nach einer Fütterung auf ein Hausdach, während der andere gleich wieder abflog, ohne dass sein (verdächtigtes) rechtes Bein kontrolliert werden konnte. Ich tendiere jedoch inzwischen zu der Annahme, dass beide unberingt sind.
In Gerdshagen, dem einzigen Nest des Vorjahres, in dem sich trotz Bruterfolgs im vorigen Sommer dieses Mal kein Storchenpaar eingefunden hatte, berichteten Anwohner, dass dort nun doch bereits seit fünf Wochen ein einzelner Storch mehr oder weniger kontinuierlich anwesend sein soll. Zuletzt wurde sogar ein zweiter Storch gesichtet. Damit erhöht sich die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesetzung im kommenden Jahr.
Im Fotoalbum gibt es Bilder mit vielen Jungstörchen, dieses Mal aus Berendshagen, Clausdorf, Stäbelow, Schmadebeck II, Rederank und Gnemern (Landkreis Güstrow).

Vielerorts heftige Horstkämpfe


In diesen Tagen häufen sich die Nachrichten über heftige Horstkämpfe an den Nestern. Es sieht so aus als ob zuletzt doch noch in größerer Anzahl Störche auch in unserer Region eingetroffen sind. Das obige Foto sandte eine Storchenfreundin aus Zarnewanz, wo sie am 26. April erstmals einen Storch im Nest stehen sah.
In Liepen stritten am Sonntag gleich zehn Störche um den Horst, der seit dem 6. April nur von einem Storch besetzt war. Immerhin ist jetzt seit zwei Tagen dauerhaft ein Paar vor Ort. Das gilt auch für Neu Thulendorf, wo das lange Warten nach 20 Tagen am 24. April ein Ende hatte. In Groß Lüsewitz gab es gestern Abend einen Kampf von gleich vier Störchen. Momentan ist die Lage unübersichtlich, es wird aber am Nest gebaut. Das gilt auch für Bentwisch, wo aber zum großen Leidwesen der Anwohner ebenso noch ein zweiter Storch fehlt wie in Petschow. Das ist umso erstaunlicher als in beiden Nestern letztes Jahr je drei Jungstörche groß wurden. Einige wenige Tage der Hoffnung bleiben jetzt noch, aber nach dem 1. Mai wird der Bruttrieb erfahrungsgemäß stetig geringer.

Ist die "Brandenburgerin" zurück in Wendfeld?

Aus Wendefeld erreichte uns die Nachricht, dass dort wie in den beiden Vorjahren ein beringter Storch am Nest ist. Seit dem 1. April ist das Paar komplett. Es gab auch schon verschiedentlich "Storchenhochzeiten" zu beobachten. Bei einer davon entpuppte sich der Ringstorch als weiblich. Noch ist der Ring nicht abgelesen, doch spricht vieles dafür, dass es wieder die jetzt 15jährige "Brandenburgerin" ist, die den Weg zurück ans Nest gefunden hat. Im letzten Jahr wurden in Wendfeld drei Jungstörche groß. In Liepen ist heute der erste Storch eingetroffen.
Im Fotoalbum gibt es außer diesem Anwohnerfoto hier aus Fienstorf (vielen Dank dafür an Gunda Vogel) ein weiteres aus Benitz.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

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