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Liepen

Verluste bei den Spätbruten durch den Starkregen am Wochenende

Am Wochenende hat es in unserer Region intensiv und anhaltend geregnet. Teilweise fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 40mm Niederschlag. Besonders betroffen war der Bereich um Rostock und westlich davon. Alle Jungstörche, die durch den Entwicklungsgrad ihres Gefieders noch nicht vor den Auswirkungen derartig intensiver Nässe geschützt sind, müssen unter solchen Umständen um ihr Leben fürchten. Wir gehen davon aus, dass besonders die Horstpaare mit Jungstörchen in einem Alter von weniger als vier Wochen in erheblichem Umfang Verluste hinnehmen mussten - das sind die Spätbruten. Mit Sicherheit kann das bereits für Reinshagen gesagt werden, wo der einzige, um den 18. Juni geschlüpfte Jungstorch nicht mehr lebt. Die weiteren Auswirkungen werden wir in den nächsten Tagen zu ermitteln versuchen - rechtzeitig vor der zweiten Beringungsrunde, die am kommenden Montag, 11. Juli, geplant ist. Unabhängig vom Starkregen des Wochenendes ist bereits Ende vergangener Woche einer von vier Jungstörchen in Liepen verendet. Als Ursache kommt eher eine Erkrankung als Nahrungsmangel in Betracht, denn während der Beringung vor zwei Wochen machten alle vier Youngster einen gleichermaßen guten Eindruck.

Vorbereitung auf die Beringung der Jungstörche

So wie hier in Fienstorf (Foto: G. Vogel) sind die Jungstörche an den früh besetzten Nestern so weit herangewachsen, dass sie in der kommenden Woche beringt werden können. Allerdings war die Ankunft der Störche in diesem Jahr wesentlich verteilter als 2010, sodass wir eine Aufteilung vornehmen mussten. Am Montag, 20. Juni werden im Landkreis Bad Doberan (und in Biestow) die Jungstörche in insgesamt 15 Nestern beringt, eine zweite Tour folgt dann etwa zwei bis drei Wochen später. Wir danken dem Kreisbauernverband Bad Doberan e.V. sowie dem Bauernverband Bützow e. V., dass sie uns wie schon in den Vorjahren finanziell und personell unterstützen. E.on edis gewährleistet uns durch kurzzeitige Unterbrechung der Stromversorgung die gefahrlose Beringung der drei kräftigen Jungstörche in Rederank. Bei den Vorbereitungen für die erste Beringungsrunde entdeckten wir, dass außer in Wendfeld zurzeit auch in Liepen und Bandelstorf je vier Jungstörche in den Nestern sitzen. Auf die genauen Ergebnisse sind wir sehr gespannt und hoffen, dass das Wetter zumindest einigermaßen gut mitspielt. Im Altkreis Ribnitz-Damgarten ist die erste Beringungsrunde für Do., 23.6. vorgesehen.
Jens Köhler (Greifswald) las heute in Owstin bei Gützkow (Ostvorpommern) den Ringstorch DEH H 8083 ab. Dieses Weibchen wurde im Juni 2008 in Brünkendorf/RDG von uns beringt. Damit wurde erstmals seit der Wiederaufnahme der flächendeckenden Beringung in unserer Betreuungsregion 2008 ein hier beringter Storch als Brutvogel nachgewiesen.

Verteilte Rückkehr zu erwarten

Nach wie vor gibt es aus unserer Betreuungsregion keine Rückmeldung eines Weißstorchs. Wir müssen uns also weiter in Geduld üben. Bei den Ostziehern sind die beiden Loburger Senderstörche "Leopold" und "Albert von Lotto" bisher am weitesten vorangekommen. Sie befanden sich vorgestern im Norden Syriens bzw. in Israel und könnten durchaus noch im März an ihren Brutplätzen eintreffen. Dagegen haben die etwas später in der Sahel-Zone gestarteten NABU-Senderstörche offenbar erheblich mit einem sehr konstanten Nord- bzw. Nordostwind zu kämpfen. Bis zum Beginn der Woche hatte keiner von ihnen den afrikanischen Kontinent verlassen, Storch "Gustav" war sogar wieder einige hundert Kilometer nach Süden gezogen. Ich halte es daher für recht wahrscheinlich, dass wir in diesem Jahr eine recht verteilte Ankunft der Störche erleben werden. Ein massenhafter Einflug noch vor Ende März erscheint mir eher unwahrscheinlich.
In Liepen haben Einwohner des Dorfes inzwischen in einer gemeinsamen Aktion Ersatz für den im November umgestürzten Nistmast geschaffen - ein herzliches Dankeschön für das Engagement!
Die Storchenbetreuer des Landes kommen am 19. März im Karower Meiler zu ihrem 8. Landesstorchentag MV zusammen. Ich werde an dieser Stelle über die wichtigsten Ergebnisse berichten.

Liepener Störche erhalten neuen Nistmast

In Liepen ist kürzlich bei einem Herbststurm der Nistmast samt Nisthilfe und Storchenhorst umgefallen. Am Wochenende wurde in einem Gespräch vor Ort zwischen Bürgermeister, Grundstücksbesitzer, interessierten Storchenfreunden aus dem Dorf sowie den Storchbetreuern Zöllick und Kroll vereinbart, dass bis Mitte März an gleicher Stelle ein Holzmast mit neuer Nisthilfe und Nistkorb aufgestellt wird. Besonders ältere Dorfbewohner hatten sich besorgt über die Zukunft des Storchen-Domizils geäußert. Jetzt ist eine faire, arbeitsteilige Lösung gefunden worden. In Liepen gab es in den vergangenen Jahren stets Bruterfolg, im Sommer 2010 wurden drei Jungstörche flügge.

Wintereinbruch vertreibt Steffenshäger Storch


Im Steffenshäger Horst ist jetzt nur noch der Plastikstorch zu Hause. Foto: B. Thielke, 7.12.2010

Der frühe Wintereinbruch hat den Storch, der seit Anfang Oktober in Steffenshagen durch seine Liaison mit einer Plastik-Störchin und den mächtigen Ausbau des jahrelang unbesetzten Storchenhorstes zur Unzeit auch überregional für Furore gesorgt hat, vertrieben. Anwohner berichten, dass er seit gut einer Woche nicht mehr gesehen wurde. Es bleibt zu hoffen, dass er eine Region ohne geschlossene Schneedecke angesteuert hat und dort auch genügend Nahrung findet. Auch in einem der Tier- oder Vogelparks der Region hätte er eine gute Überlebenschance. Andererseits kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass er umgekommen ist, denn im Raum Steffenshagen gab es seit dem 26. November eine geschlossene Schneedecke von mindestens 5 Zentimetern und damit praktisch keine Möglichkeit, Nahrungstiere aufzuspüren.

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