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Grammow

Inzwischen 42 Rückkehrer gemeldet

Inzwischen hat sich die Anzahl der zurückgemeldeten Störche im Landkreis Bad Doberan auf 42 erhöht. Damit ist bis zum 31. März - Nachträge vorbehalten - ziemlich genau ein Drittel aller horstgebundenen Störche des Vorjahres wieder im Brutgebiet eingetroffen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2008. Alle Details finden sich in der aktualisierten "Ankunftskarte".

Zu den mindestens zwölf Paaren, die bereits komplett sind, zählt auch dieses in Schwaan I, das heute am frühen Morgen ausgiebig "Storchenhochzeit" feierte.
Im Bereich der Hansestadt Rostock sind bisher vier von sechs Brutstörchen wieder da.

Vorläufiges Jahresergebnis steht fest: 58 Horstpaare haben 72 Jungstörche

Dieser Altstorch in Wendfeld gehört zu den nur 34 Horstpaaren, die dieses Jahr im Landkreis Bad Doberan erfolgreich gebrütet haben. 24 Paare blieben dagegen ohne Nachwuchs - die Quote liegt mit 41 % deutlich über den beiden Vorjahreswerten. Mit 58 Horstpaaren wurde wiederum ein Paar weniger als im vorangegangenen Jahr gezählt. Der seit 2003 anhaltende Abwärtstrend - damals lebten im Landkreis noch 94 Horstpaare - setzt sich damit weiter fort.
Die jetzt abgeschlossene Zählung hat ergeben, dass lediglich 72 Jungstörche flügge geworden sind (im Vorjahr waren es noch 93, 2007 sogar 116). Dieser Wert ist im Landkreis der schlechteste seit dem "Störungsjahr" 1997. Die ersten, jetzt aus anderen Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns veröffentlichten Zahlen sehen ähnlich aus - 2009 ist zweifelsohne ein schlechtes Storchenjahr. Eine eingehendere Darstellung und Analyse erfolgt nach dem Ende der Storchensaison in etwa vier Wochen.
In Kneese und in Eixen im Nachbarlandkreis Nordvorpommern (Altkreis Ribnitz-Damgarten) konnten in den letzten Tagen noch zwei bisher unbekannte Ringstörche abgelesen werden. Zumindest der in Kneese ist bereits eindeutig identifiziert - "DEH H 3066" wurde 2004 im Landkreis Ludwigslust beringt.

Zahlreiche Storchenküken werden Opfer der nasskalten Witterung

Dieser etwa zwei bis drei Wochen alte Jungstorch, den ich heute Abend frischtot unter dem Storchenhorst in Rukieten fand, ist vermutlich nur eines von zahlreichen Küken, die der augenblicklichen, nasskalten Witterungsperiode in unserer Region zum Opfer fallen. Gestern und heute meldeten Anwohner (aus Moitin, Clausdorf, Schmadebeck II und Rederank) den Fund von vier weiteren Abwürfen, wobei dies nur die Spitze des Eisbergs sein dürfte, denn viele dieser tragischen Vorfälle bleiben unentdeckt oder werden uns nicht gemeldet. Aus Kröpelin erhielten wir die Information, dass dort statt anfangs vier jetzt nur noch drei Jungstörche zu sehen sind, und auch in Grammow sind es nur noch zwei oder drei statt ursprünglich vier Jungstörche. In allen Fällen ist allerdings noch mindestens ein weiteres Küken im Horst, sodass zumindest noch keine "Totalausfälle" gemeldet wurden. Der landläufig als "Schafskälte" bezeichnete Einbruch von Polarluft trifft besonders die früh geschlüpften Jungstörche, die jetzt im Alter von zwei bis drei Wochen nicht mehr ausreichend von ihren Eltern gehudert werden können. Bei Regenmengen von 18 Litern in 6 Stunden (wie letzte Nacht in Rostock-Warnemünde) und gleichzeitigen Temperaturen weit unter 10 Grad Celsius kommt es schnell zu einer Durchnässung und Unterkühlung, die dann auch bei gut ernährten Jungstörchen sehr schnell zum Tode führen kann. Nach Auswertung der Regenradarbilder der vergangenen Nacht scheint der Ostteil unseres Landkreises besonders anhaltenden und starken Niederschlag abbekommen zu haben. Leider hält das niederschlagsträchtige und sehr kühle Wetter auch morgen noch an. Wir müssen somit davon ausgehen, dass es noch in etlichen weiteren Nestern zu Verlusten unter dem Storchennachwuchs kommen wird.

Storchentour im Landkreis Nordwestmecklenburg

Ein ganz besonderes Nest befindet sich in Schlagresdorf (NWM) auf einem ausgedienten Baukran. Nach der Neuansiedlung 2007 brüten die Störche hier das dritte Mal in Folge.

Am gestrigen Tag unternahm ich eine Storchentour durch das Betreuungsgebiet von Ulf Bähker, der sich um die Störche im Raum Rehna/Gadebusch kümmert. Auch hier gibt es den landesweit feststellbaren Rückgang - statt 13 Horstpaaren 2008 sind es dieses Mal nur neun Paare sowie zwei Einzelstörche. An drei Standorten (Meetzen, Pogez und Webelsfelde) sind bereits Jungstörche geschlüpft.
Überall trifft man wie auf diesem Foto aus Schönwolde auf verlassene Storchenhorste.

Im Fotoalbum gibt es zahlreiche Fotos von dieser Tour. Wer sich dazu die Lage der einzelnen Orte ansehen möchte, kann diese Google-Maps-Karte nutzen. Aus unserer Region erreichte mich heute die erfreuliche Nachricht, dass in Klingendorf - 2008 unbesetzt - bereits seit dem 27. April bzw. dem 2. Mai ein Storchenpaar anwesend ist. Aus Grammow berichteten Anwohner, dass auch dort die ersten Fütterungen beobachtet werden konnten.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

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