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Zeez

Einige Nachzügler an den Horsten


2 Störche auf der noch nie zuvor besetzten Nisthilfe in Wolfsberg. Foto: N. Labahn, 15.5.11

Im Anschluss an die lang erwarteten Regenfällen sind uns in den letzten Tagen von verschiedenen Storchennestern Nachzügler gemeldet worden. So wurden am 15. Mai zwei Störche in Woltow (Horstpaar zuletzt 2006) und auf der bisher noch nie besetzt gewesenen Nisthilfe in Wolfsberg beobachtet. Auch in Griebnitz und Dummerstorf gab es in den letzten Tagen Horstbesucher. Es bleibt abzuwarten, ob sich in dem einen oder anderen Fall noch eine etwas festere Horstbindung entwickelt. Dass so spät noch mit dem Brutgeschäft begonnen wird, ist unwahrscheinlich. Das gilt auch für das erst seit dem 5. Mai komplette Paar in Nustrow sowie die beiden Störche in Zeez, wo der Horst zwischen dem 5. und dem 12. Mai komplett leer war.

Ernüchternde Zwischenbilanz


Einer der wenigen Lichtblicke am Wochenende - ein neu eingetroffener Storch in Hof Tatschow. Foto: B. Becker

Auch wenn es uns am Wochenende nicht möglich war, sämtliche Storchennester im Landkreis Bad Doberan zu kontollieren, so verfestigt sich doch der Eindruck, dass uns sehr wahrscheinlich ein schlechtes Storchenjahr bevorsteht. Die seit fast 4 Wochen anhaltende Trockenperiode fordert offenbar ihren Tribut. Davon betroffen sind insbesondere die Standorte, an denen die Störche spät eintrafen. Hier sieht es an einer ganzen Reihe von Nestern so aus, dass die Störche entweder nicht mit der Brut beginnen oder sogar die Horstbindung aufgegeben haben. Betroffen sind auch mehrere "Traditionsnester", in denen zum Teil seit Jahrzehnten Störche gebrütet haben. Zurzeit komme ich nur noch auf 49 Horstpaare (7 weniger als im Vorjahr). Hinzu kommen noch 5 Einzelstörche, bei denen nach wie vor ein Partner fehlt. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es nach jetzigem Stand folgende Veränderungen:
positiv:
- Kritzmow, neues Paar, brütet aber (noch) nicht
- Pastow, Einzelstorch, Horstbindung fraglich
- Püschow, Einzelstorch, Horstbindung fraglich
negativ:
- Ziesendorf: leer (Traditionsstandort)
- Niendorf: leer
- Parkentin: leer
- Groß Potrems I: seit Tagen wieder verlassen (Traditionsstandort)
- Zeez: seit Tagen wieder verlassen (Traditionsstandort)
- Groß Bölkow: nur Einzelstorch
- Thelkow: nur Einzelstorch
- Detershagen: nur Einzelstorch
- Rukieten, Göldenitz/Amt Schwaan, Griebnitz, Biendorf, Niekrenz II: leer (im Vorjahr jeweils Einzelstorch)
Darüber hinaus haben auch die neu erschienenen Störche in Buchholz keine Horstbindung mehr, und in Reinshagen haben am 7. Mai heftige Horstkämpfe zum Verlust des gesamten Geleges geführt. Da an weiteren Standorten Zweifel bestehen, ob dort (noch) gebrütet wird, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit auch weniger Jungstörche als im Vorjahr geben. Viel ist natürlich noch von der Witterung der nächsten Wochen und Monate abhängig. Da wäre jetzt sehr bald Regen vonnöten, denn die ersten Jungstörche werden in dieser Woche schlüpfen und vor allem Regenwürmer benötigen.
Deutlich besser ist die Situation weiterhin im Altkreis Ribnitz-Damgarten. Hier könnten es am Ende sogar einige Paare mehr als im Vorjahr sein.

Immer mehr geschlüpfte Jungstörche werden gemeldet

Zum ersten Mal seit 2004 scheint es in Groß Bölkow Storchennachwuchs zu geben. Es wurden eindeutig Fütterungen festgestellt, die Jungen scheinen aber noch sehr klein zu sein. Nachdem seit zwei Tagen nun endlich Sonnenschein das Wetter bestimmt, zeigen sich die vor zwei bis drei Wochen geschlüpften Jungstörche immer häufiger. Dementsprechend erhielten wir auch erste zahlenmäßige Meldungen, wobei das zum einen noch vorläugige (Mindest-)Zahlen sind und zum anderen erst Mitte Juli, zum Zeitpunkt des Flüggewerdens, endgültig abgerechnet wird. Die Zahlen im Detail:
- Schmadebeck I, Zeez: 3
- Schmadebeck II, Biestow Dorf, Broderstorf I: 2
- Clausdorf, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Grammow, Lieblingshof: 1
Ab sofort ist unsere "Bruterfolgskarte" wieder verfügbar. In den nächsten Tagen werden die vielen Fragezeichen hoffentlich deutlich weniger werden.

Nasskühle Witterung bedroht die Jungstörche

Während dieser Altstorch in Zeez am Pfingstsamstag noch in aller Ruhe und bei trocken-warmem Wetter neben seinen (noch nicht "zählbaren") Jungen stehen konnte, ist für die nächsten Tagen eine wesentlich ungünstigere Witterungsperiode angekündigt. Für die kommenden drei Tage sind in unserer Region Tageshöchsttemperaturen von maximal 12 bis 13 Grad vorausgesagt. Dazu soll es immer wieder regnen und einen unangenehm frischen Wind geben. Besonders die früh geschlüpften Jungstörche, die jetzt schon so groß sind, dass sie nicht mehr komplett vom am Nest befindlichen Altstorch gehudert (durch Aufliegen beschützt) werden können, sind damit gefährdet. Anhaltende Nässe in Verbindung mit niedrigen Temperaturen und kühlem Wind können schnell zur Auskühlung und nachfolgend auch zum Tod führen, denn das Gefieder der Jungstörche bietet im Alter von zwei bis vier Wochen noch nicht den notwendigen Schutz. Schauerartige Niederschläge sind dabei wesentlich besser zu verkraften als anhaltende Regenfälle. Wir hoffen natürlich sehr, dass alle bereits geschlüpften Küken den Kälteeinbruch unbeschadet überstehen.

Voraussichtlich weniger Jungstörche als 2006 und 2007


Diese drei großen und kräftigen Jungstörche in Cammin sind leider in diesem Jahr eher die Ausnahme: Nach ausgiebigen Beobachtungen am Wochenende zeichnet sich deutlich ab, dass der Jahrgang 2008 hinsichtlich der Anzahl der Jungstörche hinter dem Ergebnis der beiden Vorjahre (im Landkreis Bad Doberan 113 bzw. 116) zurückbleiben wird. In Zahlen ausgedrückt sind in unserer Region von 63 besetzten Nestern bisher 16 ohne Nachwuchs und 40 mit Nachwuchs. Aus sieben Nestern fehlen noch Informationen. Bisher konnten mindestens 73 Jungstörche festgestellt werden. Alle Details zu den einzelnen Standorten sind wieder in unsere aktualisierte Bruterfolgskarte eingearbeitet worden. Diese Zahlen stellen selbstverständlich nur eine Momentaufnahme dar und werden sich in den nächsten Wochen noch erheblich verändern (nach oben wie nach unten).
Hervorgehoben seien an dieser Stelle einige besondere Beobachtungen. Die anhaltende Trockenheit hat offenbar besonders für die Paare verheerende Folgen gehabt, die spät mit der Brut begonnen haben. Kein Paar, das erst nach dem 20. April komplett war, scheint in diesem Jahr Erfolg zu haben. In Rosenhagen, Kritzmow und sehr wahrscheinlich auch in Parkentin ist der vorhandene Nachwuchs nach wenigen Tagen im Nest verendet, die Paare in Vorder Bollhagen und Altenhagen I haben die Brut offenbar noch vor dem Schlupf abgebrochen, und die in Nienhagen, Kassow und Göldenitz/Amt Warnow Ost haben gar nicht erst mit dem Brutgeschäft begonnen.
In Berendshagen könnten die intensiven Horstkämpfe, dokumentiert durch abgeworfene Eier, die Ursache für den Misserfolg gewesen sein, in Broderstorf II war es mit Sicherheit die Verletzung der dortigen Störchin. Die Gründe für den fehlenden Bruterfolg in Roggow, Schmadebeck II, Zarnewanz und Pankelow sind unbekannt. In Schmadebeck I und Stäbelow sind relativ große Junge im Nest verendet bzw. abgeworfen worden.
Der wenige Regen in den vergangenen Tagen hat die Nahrungsgrundlagen der Störche kaum verbessert. Die jetzt noch sehr kleinen Jungstörche (z. B. in Griebnitz, Groß Potrems, Bröbberow und Heiligenhagen) müssen daher auch noch als stark gefährdet angesehen werden. Wie so oft sieht es in den Nestern am besten aus, in denen die Brut früh begonnen wurde. Als hier die Küken Mitte Mai schlüpften, war die Trockenheit noch nicht so ausgeprägt. Regional ragt das Amt Schwaan im Süden unseres Untersuchungsgebiets momentan positiv heraus. Auch hier gab es Abwürfe, doch waren zumindest am Freitag noch in allen Nestern Jungstörche vorhanden. Am größten waren die drei in Schwaan II und die beiden in Zeez.
Im Fotoalbum gibt es dieses Mal neue Fotos von den Standorten Biestow Dorf, Wendfeld, Parkentin und Heiligenhagen.

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