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Bröbberow

Spätbruten mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten


Dieses Storchenpaar in Kritzmow (im Vordergrund der männliche Ringstorch DEH H 3107, beringt 2004 in Holthusen bei Schwerin) wird in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Nachwuchs bleiben. Der Schlupf der Küken ist seit mehr als zwei Wochen überfällig.

Wie schon im Vorjahr, so beschäftigen uns auch in diesem Jahr etliche Spätbruten, deren Erfolgsaussichten auch jetzt noch nicht überall klar sind. Als Spätbruten können die Gelege von Paaren bewertet werden, die erst ab dem 25. April dauerhaft zusammenfanden. Momentan sind sieben derartige Gelege unter Beobachtung:
- Bröbberow: Paarbildung 25.4., es wird immer noch gebrütet, vermutlich "taube" Eier
- Kritzmow: Paarbildung 27.4., gleiche Situation
- Bentwisch: Paarbildung 27.4.: vermutlich noch sehr kleine Küken im Nest, Anzahl noch unbekannt
- Benitz: Paarbildung 2.5., ein oder zwei Jungstörche, etwa 2-3 Wochen alt, wurden heute bereits allein gelassen
- Reinshagen: Paarbildung 7.5., Nachgelege, vermutlich ein Jungstorch, etwa zehn Tage alt
- Parkentin: Paarbildung 21.5., Endphase der Brut (?)
- Schwaan I: Paarbildung 16.4., jedoch Nachgelege oder neues Paar ab etwa 23.5., vermutlich sehr kleine Küken im Nest; Anzahl noch unbekannt
Im Vorjahr waren die Verhältnisse so, dass mit einer Ausnahme sämtliche Spätbruten erfolgreich endeten. Da das eher die Ausnahme ist, wäre es in diesem Jahr schon ein Erfolg, wenn zumindest die Mehrheit der Paare Nachwuchs durchbringen würden.
Auch in anderen Regionen wie etwa in der Prignitz wurde bei etlichen Storchenpaaren eine Tendenz in Richtung eines sehr späten Brutbeginns festgestellt. Ob dies aber gleichbedeutend ist mit einem generell veränderten Verhalten der Störche oder doch nur eine vorübergehende Erscheinung darstellt, bleibt abzuwarten.

Nichtbrütertrupps sind unterwegs


In diesen Tagen häufen sich die Berichte über die Beobachtung von kleineren Storchentrupps. Häufig sind es Nichtbrüter, die gerne auch einmal brütende Störche attackieren. Die hier im Bild gezeigten acht Störche (Foto: A. Hornburg) griffen am 28. April das Storchennest in Reinshagen an, wurden jedoch vom Brutpaar erfolgreich abgewiesen. Weitere Trupps wurden am 26./27. April in der Nähe von Niendorf (6 Störche), am 22. April bei Dettmannsdorf (10 Störche) und am 30. April in Broderstorf (5 Störche) beobachtet.
Nachdem jetzt fast alle Störche, die für das Brutgeschäft noch in Frage kommen, eingetroffen sein sollten, planen wir für das kommende Wochenende größere Erkundungsfahrten, um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Noch fehlen uns im Landkreis Bad Doberan sechs Paare, um das Vorjahresergebnis von 56 Horstpaaren zu erreichen. Zuletzt gemeldet wurde die Komplettierung des Benitzer Storchenpaares am 2. Mai. Im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden erfreulicherweise neue Storchenpaare in Carlsruhe und Freudenberg/Altenheim beobachtet. Die näheren Umstände müssen noch geklärt werden, aber beide Nester waren im Vorjahr unbesetzt.
Geklärt ist dagegen mittlerweile die Identität des beringten Storchs in Bröbberow - es handelt sich tatsächlich um DEH HC 981, der im Vorjahr geschwächt aufgegriffen und für mehrere Wochen im Zoo Rostock gepflegt werden musste. Bei Paarungen mit dem Partner konnte festgestellt werden, dass es sich um ein weibliches Tier handelt.

Neuansiedlung in Buchholz?


Seit sieben Jahren gab es in Buchholz kein Horstpaar mehr - in diesem Jahr nun deutet einiges auf einen Neuansiedlungsversuch hin. Seit dem Ostersonntag hält ein Storchenpaar die schon leicht ramponierte Nisthilfe auf einem E-Mast besetzt. Es wurde auch schon fleißig gebaut, und wiederholt kam es zur erfolgreichen Abwehr von Fremdstörchen, die die Nestinhaber angriffen. Hoffen wir, dass sich das Paar dauerhaft behaupten kann. Allerdings ist es auch möglich, dass es sich "nur" um eine Umsiedlung handelt, denn die im Vorjahr besetzten Nachbarhorste in Ziesendorf und Niendorf sind noch verwaist.
In Bröbberow konnte ich gestern einen weiteren Ringstorch - mittlerweile unseren neunten - auf dem dortigen Horst feststellen. Leider ist der rechts oben angebrachte ELSA-Ring noch stark verkotet, sodass ich nur die letzte Ziffer ablesen konnte. Es ist eine "1", sodass sehr viel dafür spricht, dass es sich um den gleichen Storch handelt, der hier Ende Juli/Anfang August 2010 das Nest "übernommen" hatte, nachdem er Wochen zuvor geschwächt an der Straße Schwaan-Ziesendorf aufgefunden, anschließend im Zoo gesund gepflegt und mit dem ELSA-Ring HC981 oben am rechten Bein ausgewildert worden war. Die Bröbberower Störche trafen am 22. und am 25. April ein. Zuletzt wurden aus Bentwisch und Kritzmow jeweils die zweiten Störche gemeldet. In Püschow stand gestern erstmals wieder ein Storch auf der im Vorjahr spät besetzten Nisthilfe. Bei 56 Horstpaaren im Vorjahr haben wir zurzeit 49 komplette Paare und 8 Einzelstörche gemeldet bekommen. Noch unbesetzt sind im Vergleich zum Vorjahr die vier Horste Parkentin, Hof Tatschow, Niendorf und Ziesendorf.

Fortsetzung des Storchen-Krimis in Bröbberow und Stäbelow...

###Aktualisierung 2.8., 20.00 Uhr###
Heute konnte der Ring des einen Altstorchs in Bröbberow einwandfrei abgelesen werden - es ist tatsächlich "DEH HC981". Hier ein Beweisfoto:

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Die Geschichte rund um die adoptierten Jungstörche in Stäbelow entwickelt sich immer mehr zu einer Art "Storchen-Krimi". Neu im Spiel ist ein beringter Altstorch, dessen Ringnummer gestern zumindest teilweise in Bröbberow auf dem Horst abgelesen wurde. Da der Altstorch oben rechts beringt ist und die beiden Anfangsbuchstaben des Ringcodes "HC" lauten, dürfte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um denjenigen Altstorch handeln, der Ende Juni unweit von Bröbberow geschwächt aufgefunden wurde. Die Feuerwehr Ziesendorf brachte ihn in den Zoo, dort wurde er rund vier Wochen lang aufgepäppelt, ehe Hans Zöllick und ich ihn am 19. Juli bei Neuhof/Parkentin wieder in die Freiheit entließen. Zuvor hatte er - oben rechts - den Ring mit der Nummer "HC981" erhalten. Die Anwohner in Bröbberow haben gestern berichtet, dass die Jungstörche immer von zwei unberingten Altstörchen versorgt wurden, seit dem 27. oder 28. Juli aber nicht mehr am Horst gesehen wurden. Seit etwa 17. Juli sind sie flügge gewesen. Wie ist das zu interpretieren? Noch sind einige Fragen offen: Handelt es sich bei dem beringten Altstorch in Bröbberow wirklich um "HC981"? Welche Ringnummer trägt der zweite "adoptierte" Jungstorch in Stäbelow? Wo ist der dritte Bröbberower Jungstorch geblieben?
Folgendermaßen könnte es sich zugetragen haben: "HC981" hat nach seiner Rückkehr in die Freiheit (zwischen dem 19. und dem 25. Juli, als erstmals die fremden Jungstörche in Stäbelow beobachtet wurden) für sich das Nest in Bröbberow erobert und dabei mindestens einen der Brutstörche vertrieben. Möglicherweise war er hier früher einmal selbst Brutstorch - das Bröbberower Nest war dieses Jahr außergewöhnlich früh von einem Paar besetzt. Vielleicht rührte seine körperliche Schwäche vor dem Aufgreifen durch die Feuerwehr auch von einem verlorenen Horstkampf her? Er hat die drei nicht von ihm stammenden Jungstörche nach der Eroberung des Bröbberower Horstes dort nicht mehr geduldet. Zwei von ihnen haben "Unterschlupf" in Stäbelow gefunden, der dritte ist vorerst verschollen. Wie gesagt, so könnte es gewesen sein. Leider liegen uns keine Beobachtungen vom Paarwechsel in Bröbberow und vom Verhalten des beringten Altstorchs "HC981" gegenüber den Jungstörchen vor.

Rätsel in Stäbelow fast geklärt

Das Rätsel um die "adoptierten" Jungstörche in Stäbelow ist fast gelöst. Hans-Heinrich Zöllick hat heute in Stäbelow einen Jungstorch mit der Ringnummer "HC802" abgelesen. Dieser Vogel wurde von uns am 22.6. nestjung in Bröbberow beringt. Vermutlich stammt auch der zweite fremde Jungstorch von dort, das ist aber noch nicht bewiesen. Jetzt wäre als nächstes zu klären, wie die Verhältnisse am Storchennest in Bröbberow sind. Dort waren drei Jungstörche groß geworden. Ist der dritte noch vor Ort - pendeln die Jungstörche unter Umständen? Ich hoffe, dass sich diese Frage demnächst noch klären lassen.

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