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Bröbberow

Fortsetzung des Storchen-Krimis in Bröbberow und Stäbelow...

###Aktualisierung 2.8., 20.00 Uhr###
Heute konnte der Ring des einen Altstorchs in Bröbberow einwandfrei abgelesen werden - es ist tatsächlich "DEH HC981". Hier ein Beweisfoto:

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Die Geschichte rund um die adoptierten Jungstörche in Stäbelow entwickelt sich immer mehr zu einer Art "Storchen-Krimi". Neu im Spiel ist ein beringter Altstorch, dessen Ringnummer gestern zumindest teilweise in Bröbberow auf dem Horst abgelesen wurde. Da der Altstorch oben rechts beringt ist und die beiden Anfangsbuchstaben des Ringcodes "HC" lauten, dürfte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um denjenigen Altstorch handeln, der Ende Juni unweit von Bröbberow geschwächt aufgefunden wurde. Die Feuerwehr Ziesendorf brachte ihn in den Zoo, dort wurde er rund vier Wochen lang aufgepäppelt, ehe Hans Zöllick und ich ihn am 19. Juli bei Neuhof/Parkentin wieder in die Freiheit entließen. Zuvor hatte er - oben rechts - den Ring mit der Nummer "HC981" erhalten. Die Anwohner in Bröbberow haben gestern berichtet, dass die Jungstörche immer von zwei unberingten Altstörchen versorgt wurden, seit dem 27. oder 28. Juli aber nicht mehr am Horst gesehen wurden. Seit etwa 17. Juli sind sie flügge gewesen. Wie ist das zu interpretieren? Noch sind einige Fragen offen: Handelt es sich bei dem beringten Altstorch in Bröbberow wirklich um "HC981"? Welche Ringnummer trägt der zweite "adoptierte" Jungstorch in Stäbelow? Wo ist der dritte Bröbberower Jungstorch geblieben?
Folgendermaßen könnte es sich zugetragen haben: "HC981" hat nach seiner Rückkehr in die Freiheit (zwischen dem 19. und dem 25. Juli, als erstmals die fremden Jungstörche in Stäbelow beobachtet wurden) für sich das Nest in Bröbberow erobert und dabei mindestens einen der Brutstörche vertrieben. Möglicherweise war er hier früher einmal selbst Brutstorch - das Bröbberower Nest war dieses Jahr außergewöhnlich früh von einem Paar besetzt. Vielleicht rührte seine körperliche Schwäche vor dem Aufgreifen durch die Feuerwehr auch von einem verlorenen Horstkampf her? Er hat die drei nicht von ihm stammenden Jungstörche nach der Eroberung des Bröbberower Horstes dort nicht mehr geduldet. Zwei von ihnen haben "Unterschlupf" in Stäbelow gefunden, der dritte ist vorerst verschollen. Wie gesagt, so könnte es gewesen sein. Leider liegen uns keine Beobachtungen vom Paarwechsel in Bröbberow und vom Verhalten des beringten Altstorchs "HC981" gegenüber den Jungstörchen vor.

Rätsel in Stäbelow fast geklärt

Das Rätsel um die "adoptierten" Jungstörche in Stäbelow ist fast gelöst. Hans-Heinrich Zöllick hat heute in Stäbelow einen Jungstorch mit der Ringnummer "HC802" abgelesen. Dieser Vogel wurde von uns am 22.6. nestjung in Bröbberow beringt. Vermutlich stammt auch der zweite fremde Jungstorch von dort, das ist aber noch nicht bewiesen. Jetzt wäre als nächstes zu klären, wie die Verhältnisse am Storchennest in Bröbberow sind. Dort waren drei Jungstörche groß geworden. Ist der dritte noch vor Ort - pendeln die Jungstörche unter Umständen? Ich hoffe, dass sich diese Frage demnächst noch klären lassen.

Vielerorts ruhige Jungenaufzucht

Ein typisches Bild während der aktuellen Phase der Jungenaufzucht - ein Altstorch (hier bei Bröbberow) lauert einem größeren Beutetier auf.

Nachdem die Störche die turbulenten Wetterereignisse am vergangenen Donnerstag/Freitag offenbar zum ganz überwiegenden Teil schadlos überstanden haben, steht diese Woche im Zeichen einiger ruhiger Tage mit Hochdruckwetterlage. Angesichts der eingeflossenen kühleren Luft sind neue Unwetter erst einmal nicht zu erwarten. Erste, noch vorläufige Jungenzahlen aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten bestätigen den Eindruck, dass es in unserer Region in diesem Jahr offenbar ein gutes Nahrungsangebot gibt - bisher sind dort deutlich mehr Dreier- als Zweier-Bruten gemeldet worden. In Wiepkenhagen und Schabow sind sogar jeweils 4 Junge im Nest zu sehen gewesen. Auch im Landkreis Bad Doberan verändern sich die in der "Bruterfolgskarte" aktuell präsentierten Zahlen regelmäßig in positiver Richtung. Spannend ist nun die Frage, ob auch die sechs Spätbruten erfolgreich waren und die Gesamtbilanz eventuell weiter aufbessern. Allerdings haben die Nestlinge dort noch einen sehr weiten Weg vor sich. Hier sind die Unwägbarkeiten am größten. Am Wochenende habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen, dass Jungstörche bereits allein gelassen werden - die Biestower Störche müssen aber ja auch drei, eventuell sogar vier immer hungrige Schnäbel stopfen.

Weiterhin positiver Gesamteindruck


In Bröbberow lag heute ein Jungstorch tot unter dem Horst - es sind aber immer noch drei Jungtiere, die von den Altstörchen versorgt werden

Bei wechselhaftem, für die Versorgung der Jungstörche insgesamt nicht ungünstigem Wetter, verfestigt sich die positive Grundtendenz hinsichtlich der Nachwuchsrate in der Storchensaison 2010 weiter. Aktuell ist aus 40 Nestern bekannt, dass dort Junge geschlüpft sind und zuletzt auch noch mindestens ein Jungtier im Nest war. Dem stehen neun ungeklärte Fälle (darunter sieben Spätbruten) und sieben erfolglose Horstpaare gegenüber. An dieser Verteilung wird sich sicher noch manches ändern, aber die Grundtendenz wird voraussichtlich erhalten bleiben. Dennoch bleibt es nicht aus, die Störche in den Nestern, in denen besonders viele Junge herangewachsen waren, jetzt, wo der Futterbedarf immer größer wird und nicht immer in vollem Umfang erfüllt werden kann, auch vermehrt die schwächsten Jungstörche aussortieren und aus dem Nest werfen. So hat sich Anzahl der Jungstörche zuletzt beispielsweise in Bröbberow von 4 auf 3, in Zarnewanz von 4 auf 2 und in Detershagen von 3 auf einen reduziert. Es werden nicht die letzten Vorfälle dieser Art gewesen sein. Bisher zählen wir 12 solcher Abwürfe.
In Petschow ist einer der Altstörche unten rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieser konnte bisher noch nicht erfolgreich abgelesen werden. Der Ringstorch ist in Petschow, wo es auch Junge gibt, neu, denn im Vorjahr waren beide Störche unberingt. Die diesjährige Beringungsaktion im Landkreis Bad Doberan wird voraussichtlich am 22. Juni an etwa 20 bis 25 erreichbaren Nestern mit gut entwickelten Jungstörchen stattfinden.

Drei Jungstörche in Bröbberow

In diesem Jahrhundert sind in Bröbberow maximal zwei Junge pro Storchensaison groß geworden - in diesem Jahr sind es momentan drei, Anwohner glauben sogar, einen vierten Jungstorch gesehen zu haben!
Im Amt Schwaan gibt es nun außerdem Nachwuchs in den Horsten Schwaan I (3 Junge), Schwaan II und Benitz (Anzahl hier noch unbekannt). In Hof Tatschow ist in der kommenden Woche mit Nachwuchs zu rechnen, heute wurde hier noch gebrütet.

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