skip to content

Wischuer

Langsam schauen sie über den Nestrand

Drei Jungstörche zeigen sich am 7.6. im Thulendorfer Nest. Foto: B. Becker

Etwa eine Woche später als in "Durchschnittsjahren" sind die Küken in vielen Storchennestern jetzt so groß, dass sie über den Nestrand gucken und von "unten" beobachtet werden können. Alle Zählungen sind jetzt noch vorläufig - zumal es leider auch wieder Abwürfe gibt (in den letzten Tagen beobachtet in Hohen Schwarfs 2x, Thulendorf und Broderstorf I).
Der jeweils aktuelle Zwischenstand kann in unserer Bruterfolgskarte abgerufen werden. Immerhin sind in einigen Nestern wie z. B. Göldenitz, Thulendorf, Rederank und Biestow zuletzt je drei Jungstörche beobachtet worden, obwohl es dort in der Vergangenheit zumeist nur zu einem flügge werdenden Duo gereicht hat. Dagegen sieht es so aus als wenn das offenbar noch unerfahrene Storchenpaar in Wischuer in diesem Jahr ohne Bruterfolg bleiben wird. Besondere Skepsis ist ohnehin gerade an den Nestern geboten, die in diesem Jahr neu bzw. wiederbesetzt worden sind. Für die von vielen Storchenfreunden einlaufenden Informationen möchte ich mich einmal mehr herzlich bedanken!
So paradox es angesichts der Fluten an der Elbe klingen mag, aber in unserer Region könnte es fast schon wieder zu trocken werden, denn in den letzten 14 Tagen hat es fast keinen Regen gegeben. Auch in der jetzt beginnenden Woche wird voraussichtlich kein nennenswerter Niederschlag fallen.

Aufbruchstimmung bei den Jungstörchen - erneutes Drama in Groß Potrems

Vergleichsweise früh hat in diesem Jahr die Aufbruchstimmung unter den Jungstörchen begonnen. Einige von ihnen (wie z. B. die in Bröbberow, Stäbelow und Wischuer) haben die Bindung zu ihren Ursprungsnestern bereits komplett aufgegeben. Auch aus anderen Teilen Norddeutschlands wird über den beginnenden Abzug der Jungstörche berichtet. Die Altstörche werden wie in jedem Jahr etwas später folgen. Bilder wie dieses (aus der Nähe von Tribsees, 7.8.) mit einer ganzen Storchenfamilie sind jetzt schon selten.

In Groß Potrems hatten es die drei kaum 9 Wochen alten Jungstörche offenbar auch sehr eilig. Jedenfalls verließen sie ihren sicheren Horst, ohne selbst schon über genügend Flugfertigkeit und vor allem -sicherheit zu verfügen. Das hatte leider dramatische Folgen, denn heute früh erreichte mich ein Anruf von sehr aufmerksamen Anwohnern. Sie hatten alle drei Jungstörche über Nacht in einen leeren Hundezwinger gebracht, nachdem gestern zwei von ihnen auf der stark befahrenen, unmittelbar neben dem Storchenhorst verlaufenden B 103 unterwegs waren.

Ein Jungstorch kollidierte dabei leicht mit einem Krankenwagen, während ein zweiter mitten auf der Bundesstraße aufmerksame Urlauber aus der Nähe von Neubrandenburg zu einer gefährlichen Vollbremsung veranlasste. Die Urlauber bargen den unverletzten Youngster im Straßengraben und brachten ihn zu den Anwohnern. Gemeinsam fing man auch noch den dritten Jungstorch ein, der etwas humpelte. Als Storchenbetreuer bedanken wir uns sehr herzlich für das engagierte und tatkräftige Eingreifen der Urlauber und das umsichtige und fürsorgliche Handeln der Anwohner!
Ein wesentlicher Grund für das "frühreife" Verhalten der Jungstörche dürften die Altvögel gewesen sein, die nach Beobachtungen der Anwohner zuletzt nicht mehr zum Füttern am Horst erschienen waren. Möglicherweise haben Sie sich durch den beginnenden Zug zum (vorzeitigen) Aufbruch entschlossen oder aber sie haben eine Fütterungspause eingelegt. Es ist auch sehr gut möglich, dass es sich - angesichts der Tatsache, dass der Brutbeginn in Groß Potrems erst Anfang Mai war - um unerfahrene Erstbrüter gehandelt hat.
Ich brachte die drei Bruchpiloten heute gegen Mittag in die "Notaufnahme" der Rostocker Tierklinik, wo sie untersucht wurden. Der leichteste von ihnen (1.600 g) scheint Glück gehabt zu haben, er ist offenbar unverletzt geblieben und wird unmittelbar in den Zoo Rostock kommen, um dort aufgepäppelt zu werden. Der zweite Jungstorch (1.950 g) hat leider durch die Kollision eine Fraktur im Bereich des rechten Flügels erltten. Sein Schicksal ist zunächst ungewiss. Etwas besser sieht es für Nr. 3 (1.900 g) aus. Dieser Jungstorch scheint sich "nur" eine Verstauchung, aber keinen Bruch seines rechten Ständers zugezogen zu haben. Er tritt mit diesem Bein nicht richtig auf. Bei geeigneter Pflege sollten Nr. 1 und vermutlich auch Nr. 3 wieder voll flugfähig werden können. Sie sollen dann wieder ausgewildert werden. Allerdings liegt das momentane Gewicht deutlich unter dem Mindestgewicht von 3.000 g, das bei einem flüggen Jungstorch, der nach Afrika fliegen will, eigentlich erforderlich ist.
Bereits am gestrigen Samstag ist der drei Tage zuvor mit vier anderen Jungstörchen ausgewilderte Jungstorch mit dem Ring HC823 (vom Horst Schmadebeck I) mit einer Flügelfraktur unweit seines Auswilderungsortes bei Wokrent (Landkreis Güstrow) aufgefunden worden. Er ist in tierärztlicher Behandlung, frisst aber zurzeit leider nur schlecht.
Die Aufbruchstimmung unter den Störchen könnte auch noch für die anderen erfolgreichen Spätbruten ein Problem werden. Jedenfalls hoffen wir sehr, dass der noch nicht flügge Storchennachwuchs in Kirch Mulsow, Bentwisch, Niendorf und Thelkow bis zur Flugfähigkeit in ausreichendem Maße von den "zuständigen" Altvögeln gefüttert wird. Die Anwohner bitten wir dort um besondere Aufmerksamkeit.

Die ersten Storchenküken sind zu sehen!

Dieses Foto vom Pfingstsamstag aus Schmadebeck I zeigt den ersten Storchennachwuchs des Jahres 2010. Auch in zahlreichen anderen Nestern sind in den letzten Tagen die ersten Jungstörche geschlüpft. So wurden z. B. in Schmadebeck II, Wischuer und Bröbberow Fütterungen beobachtet. Gescheitert ist demgegenüber die Brut in Tessin. Hier standen heute beide Störche auf dem Dach der evangelischen Kirche. Bei dieser Gelegenheit konnte ich den ELSA-Ring des Männchens ablesen - es ist wie im Vorjahr DEH H 1583, beringt 2003 auf der Insel Rügen. In Griebnitz hatten zwischenzeitlich Stockenten den Storchenhorst übernommen und auch Eier gelegt. Inzwischen lässt sich dort regelmäßig wieder ein Einzelstorch blicken. Eine weitere Neuansiedlung hat es in Niekrenz gegeben. Auf einem Gehöft am Dorfausgang Richtung Sanitz ist seit dem 15. Mai eine neu auf einem E-Mast errichtete Nisthilfe von einem Storchenpaar angenommen worden, das jedoch nicht mehr mit der Brut begonnen hat. Wir führen den Horst zukünftig unter "Niekrenz II".

Bisher 19 Rückkehrer gemeldet

Nachdem uns gestern und heute weitere Emails von Storchenfreunden erreichten, die frühe Rückkehrer aus den Winterquartieren auf ihren Nestern entdeckt haben (hier ein Foto von S. Orts aus Griebnitz), hat sich deren Anzahl mittlerweile auf 19 erhöht. Neu hinzu gekommen sind im Landkreis Bad Doberan:
Schwaan I: 25.3./27.3.
Broderstorf I: 28.3.
Wischuer: 28.3.
Griebnitz: 28.3.
Cammin: 29.3.
Bandelstorf: 28.3.
Pankelow: 29.3.
Vielen Dank allen "Storchenmeldern"!
Da leider noch keine Zeit für ein systematisches Abfahren der Horste war, ist nach wie vor unklar, wie ausgeprägt die erste Welle der Rückkehrer ist. Jeden Tag werden jetzt weitere Störche hinzukommen.

Viele Storchenpaare ohne Nachwuchs


Dieses Foto aus Hohen Luckow ist beispielhaft für den insgesamt unerfreulichen Verlauf der diesjährigen Storchensaison in unserer Region und weiten Teilen Ostdeutschlands. Die beiden Altstörche stehen beschäftigungslos vor ihrem verlassenen Horst - zum ersten Mal seit 1997 gibt es in Hohen Luckow, einem der erfolgreichsten Standorte der letzten zehn Jahre, keinen Nachwuchs (abgesehen von dem am 6.6. abgeworfenen Küken, das ich lebend in den Rostocker Zoo bringen konnte). Besonders in den letzten Tagen erreichten uns viele Nachrichten über leere Horste. Insgesamt rechnen wir momentan damit, dass etwa 40 % der 58 Horstpaare im Landkreis Bad Doberan ohne flüggen Nachwuchs bleiben werden - ein eindeutiges Indiz für ein so genanntes Störungsjahr (zum Vergleich: im guten Storchenjahr 2007 waren es nur rund 20 %).
Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Eine größere Anzahl Storchenpaare hat gar nicht erst mit der Brut begonnen, überwiegend waren sie erst Ende April/Anfang Mai komplett. Dazu zählen die Störche in: Groß Bölkow, Groß Lüsewitz, Kambs, Kirch Mulsow, Klingendorf, Petschow, Roggow, Wischuer und Zarnewanz.
In anderen Fällen wurde die Brut vorzeitig abgebrochen oder war erfolglos, sodass keine Jungen schlüpften: Benitz, Bentwisch, Göldenitz/Amt Schwaan, Nustrow, Thelkow und Ziesendorf.
In Heiligenhagen wurden vor einigen Wochen mehrere befruchtete Eier abgeworfen - ob es die Brutstörche selbst oder Fremdstörche waren, ist ungeklärt. Zumindest ein Storch, erkennbar an einer Wölbung auf der Stirn, ist kontinuierlich am Horst geblieben.
Besonders tragisch erscheint das Schicksal der Küken in Kröpelin - dort waren zu erst vier Junge geschlüpft, die seit kurzem nicht mehr im Nest zu sehen sind. Über die Ursachen ist vorerst nichts bekannt. Auch in Griebnitz fütterten die Altstörche bereits Junge, bevor es am 5. und 6. Juni zu schweren Horstkämpfen mit einem zweiten Paar kam, nach denen die Jungen nicht mehr lebten. Auch die Brutstörche sind seitdem nicht mehr am Horst gesehen worden. Die Trauer vieler Anwohner ist sicher gut nachvollziehbar.
Dennoch wird voraussichtlich eine knappe Mehrheit der Storchenpaare Junge groß bekommen. Die genauen Zahlen werden erst in etwa vier Wochen feststehen, doch gibt es ab heute wieder unsere Bruterfolgskarte, auf der jeder einzelne Standort mit seinem aktuellen Stand eingetragen ist.

Vielerorts ruhiges Brutgeschäft


Weite Wiesen prägen die Landschaft vor dem Biendorfer Storchennest (es befindet sich auf dem Mast in der Hintergrund-Mitte)

Zwei Kontrollfahrten in den westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan erbrachten in den vergangenen Tagen den Eindruck, dass in den meisten der dort besetzten Horste ruhig gebrütet wird. Ausnahmen stellen lediglich Ziesendorf, Wischuer und Schmadebeck I dar. Hier wird es in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Storchennachwuchs geben. Demgegenüber scheint das Paar in Bröbberow doch noch mit dem Brutgeschäft begonnen zu haben. Auch aus Klein Grenz gibt es Positives zu vermelden. Erstmals seit vielen Jahren wird dort jetzt von einem Storchenpaar am Horst gebaut. Ob es noch zu einem Brutversuch kommt, erscheint indes mehr als fraglich. Aus Pastow erreichte uns die Nachricht, dass dort seit dem 8. Mai ein Storch am Horst ist (im Vorjahr war der Standort unbesetzt). Aktuelle Fotos gibt es - wie immer im Fotoalbum - dieses Mal aus Biendorf, Moitin und Parkentin.

Weitere Spätheimkehrer eingetroffen

Während wie hier in Parkentin an vielen Horsten bereits längst gebrütet wird, hält der Zuzug von spät eintreffenden Störchen weiter an. So sind die Horste in Wischuer (seit dem 24./25.4.) und in Biendorf (seit dem 24./26.4.) besetzt. Auch in Zarnewanz beobachtete heute eine Storchenfreundin erstmals einen Storch auf dem Horst. Unübersichtlich ist die Situation zurzeit in Schmadebeck. Während am Horst Schmadebeck II bereits gebrütet wird, gab es am Horst Schmadebeck I heute heftige Storchenkämpfe, an denen drei Störche beteiligt waren. Fast hatte es den Anschein, als ob einer der Beteiligten aus dem nahe gelegenen Nachbarhorst stammt und hier durch Revierverhalten für Unruhe sorgt. Andererseits ist in Schmadebeck I bereits seit dem 3. April ein Storch kontinuierlich am Horst. Es wäre sehr zu wünschen, dass es auch hier noch zu einer Paarbildung kommt. Im Fotoalbum gibt es weitere Bilder vom Wochenende, und die Ankunftskarte ist auf den aktuellen Stand gebracht worden.

Zählung der Jungstörche abgeschlossen


Zwei Jungstörche im Thulendorfer Nest (14.7.2008)

In der vergangenen Woche haben Hans-Heinrich Zöllick und ich die alljährliche Zählung der Jungstörche im Landkreis Bad Doberan durchgeführt. Das Ergebnis weist leider sowohl bei den Horstpaaren als auch bei den Jungstörchen einen Rückgang gegenüber 2007 auf. Gezählt wurden 59 Paare mit fester Horstbindung (2007: 62). Von ihnen hatten 41 Paare Bruterfolg - das ist ein für unseren Landkreis durchschnittliches Ergebnis. Aktuell befinden sich 92 Jungstörche in den Nestern - 24 weniger als im Vorjahr. Diese Zahl kann sich in den nächsten Tagen aber noch verändern, denn die Jungstörche sind besonders in den ersten Tagen nach dem Flüggewerden gefährdet (Kollisionen, Bruchlandungen, Abstürze etc.). Vorläufig liegt der JZa-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro Horstpaar) bei 1,56 (2007: 1,88), der JZm-Wert (durchschnittliche Anzahl der Jungen pro erfolgreichem Horstpaar) bei 2,24. Im langjährigen Mittel sind beide Werte leicht unterdurchschnittlich. Zu den genauen Ursachen werden wir nach Ende der Storchensaison im Jahresbericht 2008 ausführlich Stellung beziehen. Offenkundig ist in jedem Fall ein deutliches Ost-West-Gefälle, nicht nur im Landkreis Bad Doberan selbst, sondern auch darüber hinaus. So werden im Altkreis Ribnitz-Damgarten bei 44 Nestern momentan 88 Jungstörche gezählt. Der JZa-Wert liegt damit in dieser Region deutlich höher als im Vorjahr!
Alle Details zu den einzelnen Nestern finden sich in unserer wieder aktualisierten Bruterfolgskarte. Während der Zählung habe ich an vielen Standorten Fotos mit den Jungstörchen aufgenommen. Sie befinden sich wie üblich im Fotoalbum.
Aus Benitz ist zu vermelden, dass der dort bei einem Angriff von Altstörchen verletzte Jungstorch offenbar alles gut überstanden hat, denn er wurde beim Flugmuskeltraining auf gleicher Höhe wie sein Nestbruder (bzw- seine Nestschwester) beobachtet. In Fienstorf war vor einigen Tagen ein Jungtier vom Nest geweht worden, ohne anschließend aus eigener Kraft wieder hinaufzukönnen. Am nächsten Tag glückte dann jedoch die Rückkehr.

Dreijähriger polnischer Ringstorch brütet in Schmadebeck

Dank des tollen Engagements und der herausragenden Fotos von Bernd und Heidi Rosien, die auch dieses Jahr wieder "Storchenurlaub" in unserer Region machen, konnten in den vergangenen Tagen gleich zwei "unserer" Ringstörche identifiziert werden.

Abflug des polnischen Ringstorchs VH 8940 Gdansk an seinem Horst Schmadebeck I

Eine große Überraschung stellte dabei der männliche Ringstorch am Standort Schmadebeck I dar. Er trägt einen Ring der polnischen Beringungszentrale in Gdansk - VH 8940. Dank überaus freundlicher und schneller Reaktion des Storchenspezialisten W. Kania aus Gdansk konnten auch schon die Beringungsdetails ermittelt werden: VH 8940 wurde am 22. Juni 2005 in Kłopot beringt. Kłopot ist das größte Storchendorf in Westpolen. Es liegt im Oderbruch, unweit von Eisenhüttenstadt. Dort gibt es unter anderem das einzige polnische Storchenmuseum sowie eine Vogelstation. Der dreijährige Storch hat sich für seinen vermutlich ersten Brutversuch mit Schmadebeck I unseren - von den Nachwuchszahlen her - besten Standort der letzten Jahre ausgesucht und dafür eine Distanz von rund 285 Kilometern Luftlinie in Kauf genommen. Mal sehen, ob er es schafft, in die Fußspuren seines Vorgängers zu treten: im Vorjahr gab es fünf Junge, von denen vier flügge wurden. Im Fotoalbum gibt es verschiedene Fotos von ihm zu sehen, die alle vorgestern von Bernd Rosien gemacht worden sind.


Siebenjährige Parkentiner Ringstörchin Hi L 864

Ebenfalls aufgrund der tollen Fotos (und der notwendigen Geduld am Spektiv) des Ehepaars Rosien konnte geklärt werden, dass die Parkentiner Ringstörchin der beiden Vorjahre wieder auf ihrem angestammten Horst zurück ist. Wie in den Vorjahren kehrte sie erst spät, am 25. April, zurück. Jetzt wird dort bereits seit einiger Zeit gebrütet. Storchennachwuchs in noch unbekannter Anzahl wurde uns aus Ziesendorf, Wischuer und Thulendorf gemeldet.

Bilder von brütenden Storchenpaaren am Wochenende

Das sonnige Wochenendwetter lud zu ausgiebigen Storchentouren ein. An sehr vielen Standorten wird zurzeit gebrütet. Außer diesem Foto aus Wischuer gibt es im Fotoalbum weitere Bilder aus Parkentin, Biendorf, Roggow, Moitin, Berendshagen, Rukieten, Göldenitz (Amt Schwaan) und Bröbberow. Viele Nester konnte ich damit zum ersten Mal in dieser Saison bildlich festhalten.
Große Probleme gibt es weiterhin am Nest Broderstorf II. Bereits am letzten Wochenende hatte Hans-Heinrich Zöllick feststellen müssen, dass die Störchin eine Fraktur am linken Bein hat, die sie erheblich behindert. Gestern entdeckte ich die Störchin zusammen mit ihrem Partner bei der Nahrungssuche unweit des Nestes. Fast jeder Schritt wurde von einem Flügelschlag begleitet. Sie ist zurzeit offenbar nicht in der Lage, das lädierte Bein aufzusetzen. Der Mensch kann hier sicher nicht helfend eingreifen, denn bei Annäherung würde die Störchin unzweifelhaft wegfliegen. Ihr weiteres Schicksal ist sehr ungewiss. So traurig es ist, aber derartige Fälle gibt es in der Natur immer wieder. Immerhin scheint sich die Broderstorfer Störchin momentan noch selbst versorgen zu können. Storchennachwuchs wird es 2008 an diesem über die Jahre sehr erfolgreichen Standort aller Voraussicht nach nicht geben, obwohl am letzten Wochenende Paarungen beider Störche zu beobachten waren.
In Göldenitz (Amt Warnow Ost) gab es erneut Horstkämpfe, die möglicherweise dazu beigetragen haben, dass dort inzwischen wieder nur ein Storch anwesend ist.

Neue Nisthilfe für den Nistmast in Wischuer

Seit dem 18. März hat der Nistmast in Wischuer, von dem Anfang Dezember das Storchennest abgekippt war, wieder eine stabile Nisthilfe. Dank tatkräftiger Unterstützung des Energieversorgers E.on edis sind damit wieder alle Voraussetzungen gegeben, damit die lange Tradition dieses Standortes einer Fortsetzung finden kann - seit mindestens 37 Jahren brüten in Wischuer ununterbrochen Weißstörche, im vergangenen Jahr flogen drei Jungstörche aus.

Herbststürme und ihre Folgen - Storchennest in Wischuer abgestürzt

Immer wieder einmal werden Storchenhorste durch die alljährlichen Herbst- und Winterstürme in Mitleidenschaft gezogen. Vor etwa zwei Wochen hat die Nisthilfe in Wischuer dem starken Wind nicht standgehalten und ist abgeknickt. Dabei ist das gesamte, seit etwa acht Jahren von den Störchen aufgebaute Nest herabgestürzt. Dieses Foto von heute zeigt die Situation, weitere gibt es im Fotoalbum.

Das Energieunternehmen e.on/e.dis, das schon in den vergangenen Jahren viel für den Storchenschutz in unserer Region getan hat, hat sich auf Anfrage bereit erklärt, auch dieses Mal rechtzeitig bis zum Beginn der neuen Storchensaison im kommenden März eine neue, stabilere Nisthilfe zur Verfügung zu stellen und sie auch auf dem Mast zu installieren. In Wischuer erfolgte die Benachrichtigung durch die Anwohner umgehend. Wir möchten alle Leser unserer Storchenseite bitten, ähnliche Vorfälle zu melden, damit auch andernorts immer rechtzeitig Abhilfe geschaffen werden kann.

Bilder vom Ausflug in den Nordwesten

Erstmals in diesem Jahr brach ich gestern zu einem Ausflug mit dem Fahrrad ganz in den Nordwesten unseres Landkreises auf. In Roggow wollte ich zum ersten Mal live das dortige Storchenpaar und seinen Nachwuchs erleben - und ich hatte viel Glück! Schon etwa 500 Meter vor dem Ortseingang entdeckte ich vom Radweg aus auf einem abgeernteten Getreidefeld einen Storch. Einen Ring trug er eindeutig nicht - es handelte sich also vermutlich um das Roggower Weibchen. Wenig später traf ich dann einen zweiten Altstorch. Für Minuten stand er praktisch bewegungslos nur etwa 10 Meter vom Radweg entfernt auf einer Wiese und lauerte dort offensichtlich auf seine Beute (siehe Foto).


Keine Spur von Scheu, auch nicht als andere Radfahrer die Stelle passierten, an der ich angehalten hatte. Nach einiger Zeit wandte er sich ab und stakste gemächlich ein Stückchen weiter. Bei dieser Gelegenheit gelang mir ein Foto, auf dem rechts unten der Ring zu erkennen ist (siehe Fotoalbum) - kein Zweifel, es musste der 21jährige männliche Storch aus Roggow sein, dessen Identität erst kürzlich geklärt werden konnte und den die Familie Mendrina, auf dessen Grundstück der Nistmast steht, liebevoll "Klappi" nennt. Ich fotografierte auch noch die drei seit zwei Tagen flüggen Jungstörche und setzte dann meine Fahrt fort. Im Fotoalbum gibt es dazu weitere Fotos von den Nestern Wischuer (mit zwei fliegenden Jungstörchen), Kröpelin III , Boldenshagen Ausbau und Biestow Dorf. Auch in Parkentin war ich noch, bekam aber den Jungstorch nicht recht vor die Kamera.

Roggower Ringstorch ist 21 Jahre alt und stammt aus Vorpommern!

Der am Montag in Roggow abgelesene Ringstorch DDR B - 3429 ist bereits 21 Jahre alt und stammt aus Vorpommern. Dieses Ergebnis übermittelte die Beringungszentrale Hiddensee dankenswerter Weise kurzfristig per E-Mail. Danach wurde der männliche Storch am 8. Juli 1986 in Prohn Ausbau bei Stralsund als Nestling beringt. Mit 21 Jahren ist er in einem für Störche ungewöhnlich hohen Alter. Die ältesten bisher in Deutschland bekannten Wildstörche wurden 29 Jahre alt. Wir bemühen uns momentan intensiv um weitere Lebensdaten zu diesem zumindest für unsere Region außergewöhnlichen Storch.
Bernd Rosien hat am Montag abermals sehr schöne Fotos am Roggower Storchennest aufgenommen. Sie finden sich mit weiteren aus dem benachbarten Nest Wischuer im Fotoalbum. Dieses Foto zeigt den Roggower Ringstorch beim Abflug vom Nest, in dem sich weiterhin drei Junge befinden.

Foto: B. Rosien

In Wischuer ist leider in der vergangenen Woche einer der vier Jungstörche verendet. Dementsprechend ist die Bruterfolgskarte aktualisiert worden.

Gute Nachrichten vom abgestürtzten Benitzer Storchenküken

Gute Nachrichten gibt es von dem Jungstorch, der vorgestern in Benitz aus dem Nest gestürzt und anschließend in die Aufnahmestation des Rostocker Zoos gebracht worden ist. "Storchenvater" Hans-Heinrich Zöllick hat das etwa 14 Tage alte Waisenkind heute in Augenschein genommen. Es macht einen munteren und sehr lebhaften Eindruck, sodass ihm jetzt recht gute Überlebenschancen eingeräumt werden können. Aus dem Rostocker Zoo ist außerdem zu vermelden, dass im Nest auf der Bärenburg (Rostock Zoo I) drei Jungstörche zu sehen sind. Weiterhin meldeten uns die Horstbesitzer aus Wischuer, dass es dort zurzeit zwei Storchenküken gibt. Wir haben die Brutverlaufskarte wieder überarbeitet (bitte auf dieser Seite rechts oben das Bild anklicken). Das Foto (dankenswerter Weise von einer Storchenfreundin zur Verfügung gestellt) wurde am Samstag am Horst Thulendorf I aufgenommen. Es sind drei Jungstörche im Nest.

Aufruf zur Mithilfe!

Wieder haben uns verschiedene Leser unserer Seite mit neuen Ankunftsdaten zurückgekehrter Störche versorgt. Dafür herzlichen Dank! Im Einzelnen waren es: neu Cammin (13.4./13.4.) und Hohen Schwarfs (2. Storch 13.4.) sowie als Konkretisierung Broderstorf I (27.3./30.3.) und Wischuer (29.3./1.4.). Sie sind in die aktuelle Ankunftskarte (siehe auch hier, mit Legende) eingearbeitet worden.

Wie deutlich zu sehen ist, hat die Zahl der "weißen Flecke" stark abgenommen. Dennoch fehlen uns noch zu etwa 20 Standorten, die im letzten Jahr von zumindest einem Storch besetzt waren, Informationen. Aufgrund der guten Zugbedingungen am letzten Wochenende und zu Beginn dieser Woche gehen wir davon aus, dass es weitere Rückkehrer gegeben hat. Auch haben wir einige Nester noch überhaupt nicht kontrolliert. Wir möchten daher alle Leser, die hier etwas beitragen können, um ihre Mithilfe bitten. Sollten Ihnen weitere Ankünfte (noch besser konkrete Ankunftsdaten) bekannt geworden sein, können Sie diese entweder per E-Mail an mich (stefan.kroll@uni-rostock.de) oder aber telefonisch an Herrn Zöllick (0381/2021164) melden. Sie können sich natürlich auch gleich als Benutzer anmelden und die Daten dann hier direkt eintragen, wie zu unserer Freude gestern und heute geschehen. Für folgende 2006 besetzte Standorte fehlen uns noch Angaben: Kirch Mulsow, Moitin, Jörnstorf, Goorstorf (alle noch ohne Kontrolle); Altenhagen II, Rederank, Radegast, Retschow I, Parkentin, Groß Bölkow, Hof Tatschow, Beselin, Petschow, Groß Lüsewitz, Neu Broderstorf, Neu Thulendorf, Klein Wehnendorf, Zarnewanz, Neu Wendorf, Tessin (alle vor kürzerer oder längerer Zeit kontrolliert, zu diesem Zeitpunkt noch ohne Störche). Besonders freuen würden wir uns natürlich über Meldungen von Standorten, die letztes Jahr nicht besetzt waren bzw. die jetzt erstmals besetzt sind. Vielen Dank schon einmal allen, die uns helfen!

In Wischuer gibt es im 37. Jahr nacheinander ein Storchenpaar

Da es heute keine weiteren Rückkehrer zu vermelden gibt, nutze ich die Gelegenheit für eine kleine historische Betrachtung. Die gestrige Nachricht von den beiden Störchen, die in Wischuer eingetroffen sind, hat mich besonders gefreut, denn damit ist an diesem Standort auch im 37. Jahr nacheinander ein Storchenpaar anwesend - wenn auch der Neststandort zwischenzeitlich innerhalb des kleinen Dorfes gewechselt hat. Es ist sogar gut möglich, dass diese zumindest in unserer Region einmalige Kontinuität schon länger anhält, denn erst seit 1971 gibt es für den Altkreis Bad Doberan eine lückenlose Statistik. Die statistische Beschäftigung mit den Weißstörchen in Mecklenburg reicht noch sehr viel weiter zurück. Erste einigermaßen verlässliche Angaben über die Anzahl der Storchennester gibt es aus dem Jahr 1901, die ältesten Fotos, die wir haben, sind von 1952 - eines davon zeigt auch das damalige Nest in Wischuer. Wer mehr über die Vergangenheit der Storchenzählung lesen und sehen möchte, dem sei unsere Abteilung Historisches empfohlen.

Diese beiden Fotos zeigen die beiden Männer, die mit gutem Recht als "Pioniere" des Weißstorchschutzes im ehemaligen Kreis Bad Doberan angesehen werden können: Heinrich Thorbeck (li., bei der Storchenerfassung 1952) und Hans-Heinrich Zöllick (re., bei der Eizählung auf dem First der Kirche in Reez bei Rostock 1971). Wer selbst über historische Storchenfotos aus unserer Region verfügt und sie auf dieser Internetseite veröffentlichen möche, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Wir sind sehr daran interessiert!

6 weitere Rückkehrer

Heute kann ich in Kurzform die Rückkehr von sechs weiteren Störchen vermelden: Roggow (30.3./31.3.), Wischuer (beide gesehen am 3.4.), Lieblingshof (2. Storch, gesehen am 1.4.), Niekrenz (2. Storch, gesehen am 1.4.). Vielen Dank allen fleißigen Berichterstattern!

Inhalt abgleichen
© Jan Haeupl 2006 - 2013 | Powered by Drupal | CristalX theme created by Nuvio.