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"Neu entdecktes" Storchenpaar in Volkenshagen

Dieser Tage gab es für die Storchenbetreuer im Landkreis Bad Doberan ein Erlebnis der ganz besonderen Art - die "Neuentdeckung" eines bereits seit mehreren Jahren bestehenden und besetzten Storchennestes, und zwar in Volkenshagen bei Rövershagen. Wie ist so etwas möglich, wo doch die Weißstorchbetreuer den Anspruch erheben, den Brutbestand flächendeckend und vollständig zu erfassen? In diesem Fall kamen mehrere Umstände zusammen:
- Volkenshagen hatte seit vielen Jahren kein Storchenpaar mehr
- der Nistmast wurde auf private Initiative hin errichtet
- der Standort liegt etwa 200 Meter von der Straße entfernt, ziemlich versteckt hinter einem Waldstück
Informiert wurden wir von einer aufmerksamen Zeitungsleserin, die im Nachbardorf wohnt und die Ankunft der Störche melden wollte. Wir staunten nicht schlecht, als wir dort in Volkenshagen ein gut ausgebautes Nest vorfanden, in dem bereits gebrütet wurde. Es befindet sich am Rande einer großen Wiesen- und Weidenlandschaft. Direkt unter dem Nest und in der weiteren Umgebung grasen zahlreiche Rinder. Wir haben uns über die Entdeckung sehr gefreut und sind guter Hoffnung, dass hier in diesem Jahr auch Storchennachwuchs erfolgreich groß gezogen wird (im Vorjahr soll das Paar ohne Bruterfolg geblieben sein).
In den letzten Tagen komplett geworden sind die Paare in Benitz, Satow und Ziesendorf.

43 Storchenpaare im Landkreis Bad Doberan komplett

Nachdem am 15. April nochmals mehrere Störche zurückgemeldet wurden (1. Storch Parkentin, 2. Storch Reinshagen, 2. Storch Kirch Mulsow), hat sich die Anzahl der im Landkreis Bad Doberan bisher als vollständig gemeldeten Horstpaare auf 43 erhöht. Das sind immer noch neun mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, aber auch sechs weniger als 2008. Es bleibt also weiter spannend! Wird es wieder so viele Spätankünfte wie 2009 geben? Damals trafen nach dem 15. April noch 44 Störche ein, die anschließend Horstbindung entwickelten, und die Anzahl der Horstpaare erhöhte sich noch auf 58. Auch jetzt gibt es Hinweise, die darauf hoffen lassen, dass wir noch mit etlichen Spätrückkehrern rechnen können. So befand sich Südafrika-Überwinterer und Loburg-Senderstorch "Albert von Lotto" am 15. April noch in Syrien, und "Louis Henri", der bis in den März hinein ebenfalls in Südafrika gewesen war, dürfte zum gleichen Zeitpunkt ähnlich weit gekommen sein. Beide werden kaum vor Anfang Mai in Deutschland eintreffen, und sie werden in Gesellschaft anderer Südafrika-Überwinterer sein. In unserer Region führt eine so späte Rückkehr leider nur noch in Ausnahmefällen zu einer erfolgreichen Brut.
Einige unserer Störche sind bekannt für ihre regelmäßig sehr späten Ankunftsdaten. Dazu zählen etwa die Paare in Biendorf und Zarnewanz sowie die beringte Parkentiner Störchin. Ebenso registrieren wir Neu- oder Wiederbesiedlungen zumeist erst ab der 2. April-Hälfte. Am überraschendsten ist bisher in negativer Hinsicht die Tatsache, dass das Nest in Kröpelin - abgesehen von einem Horstbesucher am 3. April - bisher noch ganz leer ist. Im Vorjahr war das Kröpeliner Paar das einzige, das schon im März komplett war, und auch in den Jahren davor war der Standort immer sehr früh besetzt. Allerdings haben die Kröpeliner Störche 2009 schlechte Erfahrungen gemacht, denn der gesamte, schon ziemlich große Nachwuchs verendete Mitte Juni. Natürlich hoffen wir zusammen mit den Anwohnern noch auf späte Rückkehrer, und wir werden auch Nistangebote der näheren Umgebung noch genau überprüfen, denn auch eine Umsiedlung ist vorstellbar.

Ungewöhnliche Suche nach Nistmaterial

Diese beiden Fotos von Storchenfreundin A. Hornburg zeigen den Reinshagener Storch, wie er sich bemüht, hoch oben in einem Obstbaum kleine Zweige für den Ausbau seines Horstes abzutrennen - ein sicher nicht alltägliches Bild!
Seit gestern wurden zurückgemeldet: der 1. Storch in Kambs sowie jeweils der zweite in Rukieten und Heiligenhagen.

Können sich die Störche auf ein "Mäusejahr" freuen?

Schon im Winter hatten wir darauf spekuliert, dass das Jahr 2010 wieder ein so genanntes "Gravationsjahr" der Feldmaus werden könnte. Eine solche massenhafte Vermehrung der Nagetiere tritt in regelmäßigen Abständen, in unserer Region zuletzt 2004 und 2007, auf. Jetzt berichtet die Ostsee-Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe, dass es tatsächlich deutliche Anzeichen für ein "Mäusejahr" gibt. Die lang anhaltend schützende Schneedecke scheint sich zusätzlich positiv auf den Bestand ausgewirkt zu haben. Erste Ergebnisse von Probeuntersuchungen lassen eine "Mäuseplage" befürchten. Was für die Bauern ein Problem ist, freut die Störche, die dann in der Regel gute Bedingungen für die Versorgung ihres Nachwuchses haben. So waren 2004 und 2007 in unserer Region gute bis sehr gute Storchenjahre!

Ein "alter Bekannter" ist zurück in Heiligenhagen

Ein alter Bekannter ist dieser Storch in Heiligenhagen - er ist zwar nicht beringt, doch fällt er seit 2008 durch seine ungewöhnliche Wölbung auf dem Kopf auf. Da auch der regelmäßig sein Spiegelbild attackierende Storch in Hohen Schwarfs seit Ende März wieder zurück ist, fehlt von den fünf identifizierbaren Störchen im Landkreis Bad Doberan nur noch die Ringstörchin "DEH L 864" in Parkentin. Nachdem sie schon mehrfach erst Ende April eintraf und dann als letzte im Landkreis eine erfolgreiche Brut begann, ist auch in diesem Jahr wieder Geduld gefragt.
Mittlerweile sind nach den eingegangenen Meldungen im Landkreis Bad Doberan 35 Paare komplett, hinzu kommen noch 16 Einzelstörche (wobei bei einigen die Horstbindung noch nicht sicher ist). Innerhalb der nächsten zwei bis maximal drei Wochen besteht jetzt noch die Chance, dass sich Brutpaare bilden, die dann auch noch erfolgreich Junge aufziehen. Die "Ankunftskarte" ist wieder aktualisiert worden, ebenso die für den benachbarten "Altkreis Ribnitz-Damgarten". Allen Storchenfreunden, die uns bisher mit Nachrichten unterstützt haben, nochmals ein herzliches Dankeschön!

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