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In Kürze schlüpfen die ersten Storchenküken

Nicht nur wie hier bei diesem Storchenpaar in Clausdorf (Foto: B. Rosien, 2.5.10) wird vielerorts auf Nachwuchs gewartet. Nachdem bis Ende März schon 19 Storchenpaare eingetroffen waren, wird es jetzt nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Küken schlüpfen. Dann beginnt wieder eine sehr aufregende Zeit. Hoffen wir, dass die Altstörche besonders in den ersten 14 Tagen genügend Nahrung finden und auch das Wetter mitspielt. Die doch sehr erheblichen Niederschlagsmengen am Montag dürften gerade zur rechten Zeit gefallen sein, denn Regenwürmer sind eine Hauptnahrungsquelle für die ganz kleinen Schnäbel. Auch für die kommenden Tage ist wechselhaftes und recht kühles Wetter angesagt, aber da die Jungen zunächst noch von einem Altvogel gehudert werden, sollte das insgesamt kein großes Problem darstellen.
In Vorder Bollhagen ist ein zweiter Storch gesichtet worden, während das Ziesendorfer Paar den Horst leider seit Sonntag verlassen zu haben scheint. Eine große Beobachtungstour plane ich für den Samstag. Danach werden wir mit ziemlicher Sicherheit wissen, wieviele Paare überhaupt brüten und wo vielleicht noch Nachzügler eingetroffen sind. In Kirch Mulsow wird es darum gehen, die Ringnummer der dort brütenden Störchin abzulesen.
Hier noch die Standorte, die im März bereits besetzt waren und wo jetzt die ersten Küken erwartet werden:
Nustrow, Stäbelow, Clausdorf, Schmadebeck II, Schwaan I, Wendfeld, Hohen Luckow, Kowalz, Grammow, Pankelow I, Vogtshagen, Volkenshagen, Göldenitz/Amt Warnow Ost, Groß Bölkow, Lieblingshof, Biestow.

Spätankömmlinge


Zu den spät eingetroffenen Störchen zählt in diesem Jahr (wie schon 2007 und 2008) auch dieser Storch in Vorder Bollhagen, den ich erstmals am Freitagabend in seinem Nest entdecken konnte. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. In Niendorf scheint die Neuansiedlung doch ernsthafterer Natur zu sein. Der erste Storch ist bereits seit 2 Wochen am Horst und seit gestern ist auch ein zweiter Storch da. Es wurden bereits Kopulationen beobachtet. Leider lässt der Nestausbau bisher noch zu wünschen übrig. Die Kröpeliner Störche haben ein sehr rätselhaftes unbekanntes Objekt an ihrem Nestrand liegen:

Zahlreiche aktuelle Fotos von rund 20 Nestern unserer Region gibt es auf der Homepage der Berliner Storchenfreunde Bernd und Heidi Rosien zu bewundern, die in diesem Jahr wieder für eine Woche in Roggow Quartier bezogen haben. Auf ihren Fahrten entdeckten sie fast überall brütende Störche, nur in Biendorf und Parkentin wurde weiter auf den 2. Storch gewartet. In Klingendorf hat es nach Anwohnerinformationen bereits am 22. April nach heftigen Kämpfen einen Paarwechsel gegeben. Aktuell zählen wir im Landkreis Bad Doberan 51 Storchenpaare und 3 Einzelstörche.
In Veelböken/NWM gelang den Rosiens die Ablesung des dortigen Ringstorchs - es handelt sich tatsächlich um den jetzt 24jährigen "Methusalem" mit dem Ring DDR-B 0217.

Neu- und Wiederansiedlungen


In Reinstorf/NWM sieht es nach einer Wiederansiedlung nach mehrjähriger Unterbrechung aus. Am 24. und am 27. April trafen die beiden Störche ein. Foto: R. Sauer

Ende April/Anfang Mai ist in jedem Jahr der Zeitraum, in dem Wiederbesetzungen von verwaisten Nestern oder Neuansiedlungen von Storchenpaaren besonders wahrscheinlich sind. Das hängt zum einen damit zusammen, dass dann schon nahezu alle als "gut" und für eine erfolgreiche Brut aussichtsreich angesehenen Nester besetzt sind und zum anderen junge, unerfahrene Störche erstmals nach einem Nistplatz Ausschau halten. Häufig sind diese Ansiedlungen im ersten Jahr ohne Bruterfolg, doch ein erheblicher Teil von ihnen wird im folgenden Jahr wiederbesetzt und dann sieht es häufig besser aus. In unserer Region, in dem seit 2006 von Jahr zu Jahr weniger Storchenpaare brüten, sind Wieder- und Neuansiedlungen selten geworden. In diesem Jahr gab es bisher mit Pankelow II eine Neuansiedlung. Heute sichtete ich in Niendorf, wo das letzte Mal 2001 ein Paar brütete, zumindest einen Storch in einer Nisthilfe. Es war auch schon ein wenig Nistmaterial eingetragen worden. Gibt es hier einen weiteren Ansiedlungsversuch? - Anwohner berichteten, dass der Einzelstorch bereits seit fünf Tagen am Nest ist.
In Ziesendorf ist die Situation noch nicht ganz klar - das Paar ist zwar seit zehn Tagen konstant am Horst und gelegentlich sitzt ein Storch auch schon längere Zeit, einen eindeutigen Brutbeginn konnten die Anwohner jedoch noch nicht feststellen.

"Methusalem" in Veelböken (NWM) ist ein Männchen

Storchenfreundin Ines Busikin aus Veelböken hat uns heute diese beiden Fotos geschickt - vielen Dank dafür! Es zeigt auf dem oberen Foto rechts den oben beringten Storch, den wir für den 24jährigen "Methusalem" aus dem Vorjahr halten (die Ringablesung steht noch aus). Da seit zwei Tagen ein zweiter Storch am Nest ist, konnte Frau Busikin bei einer der Paarungen (zweites Foto) feststellen, dass "Methusalem" ein männlicher Storch ist. Unterdessen ist im Landkreis Bad Doberan das 48. Paar komplett, und zwar in Kröpelin seit dem 23. April.

Vielerorts wird gebrütet

So wie hier im Storchennest Biestow Dorf wird inzwischen vielerorts fest gebrütet. Die Biestower Störche dürften etwa die Hälfte der durchschnittlich 32 Bruttage hinter sich haben. In den letzten drei Jahren gab es hier jeweils zwei ausfliegende Jungstörche. Im Hintergrund ist ein zweiter Nistmast zu erkennen, den die Störche bis 2006 nutzten. Seitdem regiert dort ein Stockenentenpaar, das auch jetzt wieder in dem ehemaligen Storchennest brütet. Eine erfreuliche Nachricht erhielten wir noch aus Zarnewanz. Dort ist das Paar bereits seit dem 13. April komplett, und es wird auch schon gebrütet. Auch in Cammin hat das lange Warten für den "Erstankömmling" ein Ende, denn seit dem 18. April ist ein zweiter Storch im Nest. Schlechte Nachrichten gibt es dagegen aus Griebnitz, wo das seit Ostersonntag komplett gewesene Stochenpaar nach zwei gemeinsamen Wochen zuletzt am vergangenen Samstag auf dem Nest gesehen worden ist. Auch in Groß Lüsewitz und in Dummerstorf ist es zu keiner festen Horstbindung gekommen. Hier wurden letztlich bisher nur verschiedene Horstbesucher registriert. Demgegenüber scheint das Storchenpaar, das sich innerhalb der Pankelower Schweinemastanlage neu angesiedelt hat, ernste Absichten zu verfolgen - ein Storch saß gestern auf dem Nest, während der zweite unweit davon auf noch vegetationlosem Acker nach Nahrung suchte.

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