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Die ersten Storchenküken sind zu sehen!

Dieses Foto vom Pfingstsamstag aus Schmadebeck I zeigt den ersten Storchennachwuchs des Jahres 2010. Auch in zahlreichen anderen Nestern sind in den letzten Tagen die ersten Jungstörche geschlüpft. So wurden z. B. in Schmadebeck II, Wischuer und Bröbberow Fütterungen beobachtet. Gescheitert ist demgegenüber die Brut in Tessin. Hier standen heute beide Störche auf dem Dach der evangelischen Kirche. Bei dieser Gelegenheit konnte ich den ELSA-Ring des Männchens ablesen - es ist wie im Vorjahr DEH H 1583, beringt 2003 auf der Insel Rügen. In Griebnitz hatten zwischenzeitlich Stockenten den Storchenhorst übernommen und auch Eier gelegt. Inzwischen lässt sich dort regelmäßig wieder ein Einzelstorch blicken. Eine weitere Neuansiedlung hat es in Niekrenz gegeben. Auf einem Gehöft am Dorfausgang Richtung Sanitz ist seit dem 15. Mai eine neu auf einem E-Mast errichtete Nisthilfe von einem Storchenpaar angenommen worden, das jedoch nicht mehr mit der Brut begonnen hat. Wir führen den Horst zukünftig unter "Niekrenz II".

Wenig Neues im Westen

Dieses Storchenpaar in Gerdshagen hat bisher als letztes im Landkreis seinen Horst bezogen, seit dem 6. Mai ist das Paar komplett. Bald nach dem Foto, das ich gestern Abend aufgenommen habe, flogen sie davon. Ob sie überhaupt noch mit einer Brut beginnen, ist sehr fraglich. Dafür bot sich mir in zahlreichen anderen Nestern im westlichen Teil des Landkreises Bad Doberan ein zufrieden stellendes Bild. In den von Paaren besetzten Nestern saß überall ein Storch im Nest und huderte die in den letzten Tagen geschlüpften Jungstörche bzw. brütete noch. Das gilt übrigens auch für Niendorf, wo ich einen Altvogel beim Eierwenden beobachten konnte. Nirgends wurde von Eiabwürfen oder Partnerwechseln berichtet. In Kröpelin entwickeln sich die Störche zu wahren Müllsammlern (Absperrbänder, Müllsäche etc.). Das ist für sie auch nicht schwer, denn das Nest befindet sich auf einem Grundstück der Recycling-Firma Nehlsen. Hoffentlich bleibt es dabei, dass dieses Material nur am Nestrand verbaut wird, denn ansonsten könnte es zu Schwierigkeiten beim Wasserabfluss kommen. Leider unverändert ist die Situation in Parkentin und in Biendorf. Hier wartet jeweils ein einzelner Storch auf den Partner/die Partnerin, der/die einfach nicht kommen will. An beiden Nestern hat es in den letzten Tagen Versuche fremder Störche gegeben, Fuß zu fassen, doch wurden sie jeweils vom Einzelstorch vertrieben. Da das Solistendasein inzwischen schon mehrere Wochen anhält, gehe ich davon aus, dass es in beiden Fällen Brutstörche des Vorjahres mit entsprechend ausgeprägter Horstbindung sind. Es kann durchaus sein, dass sie in nächster Zeit doch noch einen - dann neuen - Partner bzw. eine Partnerin auf den Horst lassen. Das Beispiel Schmadebeck I aus dem Vorjahr zeigt aber, dass der jetzige Zustand die ganze Saison über anhalten kann. Es mag trösten, dass sich in Schmadebeck I in diesem Jahr bereits Anfang April wieder ein Paar eingestellt hat, das auch zuverlässig gebrütet hat.

Kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte

Mit nochmals 23 Litern Niederschlag/Quardratmeter (in Rostock-Warnemünde) ging gestern eine ausgesprochen kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte zu Ende. Insgesamt waren die beiden letzten Wochen auch in unserer Region gegenüber den langjährigen Durchschnittswerten deutlich zu kühl, und es fiel erheblich mehr Niederschlag als üblich. Da wir gleichzeitig davon ausgehen können, dass in der Mehrzahl der Storchennester mittlerweile die erste Jungstörche geschlüpft sind, stellt sich die Frage, welche Folgen die feucht-kalte Witterung für den Storchen-Nachwuchs haben könnte. Auf der einen Seite sollte das Nahrungsangebot - in der ersten Nestlingsphase werden vor allem Regenwürmer benötigt - momentan überdurchschnittlich gut sein. Die vielen Niederschläge sind hier eher vorteilhaft gewesen, und mit einer Austrocknung der Böden ist auch erst einmal nicht zu rechnen. Auf der anderen Seite sind die Jungstörche überall noch so klein, dass sie von den Altvögeln durch Hudern geschützt werden können. Dennoch gibt es Gefahren für den Nachwuchs, wenn die Böden der Nester nicht durchlässig genug sind, um die großen Regenmengen abfließen zu lassen (die Folge wäre Staunässe mit anschließender Unterkühlung) oder wenn die Altvögel nicht genügend Nestpflege betreiben (insbesondere Austausch von weichem Nistmaterial). Letzteres trifft vor allem auf junge, in der Brutpflege noch unerfahrene Vögel zu. Es ist also, wie in jedem Jahr, durchaus mit Verlusten zu rechnen, doch sollten diese nicht schlimmer sein als in anderen Jahren. Bisher gingen bei uns noch keine Informationen über tote/abgeworfene Storchenküken ein. Wesentlich ungünstiger wäre ähnlich kühles Wetter mit lang anhaltenden Niederschlägen in etwa zwei bis drei Wochen, wenn die Jungen von den Elterntieren nicht mehr hinreichend geschützt werden können und selbst noch kein ausreichend ausgebildetes Gefieder besitzen.
Auch ansonsten erreichten uns in den letzten Tagen kaum Neuigkeiten. In Parkentin wartet der (vermutlich männliche) Einzelstorch immer noch auf seine Partnerin (Hiddensee L 864). Langsam aber sicher müssen wir davon ausgehen, dass ihr während des Winters doch etwas zugestoßen ist. Allerdings zeigt das Beispiel des Senderstorchs "Loius Henri", der am 12. Mai erst in Rumänien war, dass immer noch Störche auf dem Zugweg sind. Vielleicht ist auch die Parkentiner Störchin dabei?

56 Horstpaare sind komplett


Noch müssen die Altstörche nur sich selbst versorgen - wie hier in Klingendorf, aus dem Auto heraus aufgenommen - doch wird es nun sehr bald anstrengender, denn die Jungen beginnen vielerorts zu schlüpfen.

Die große Rundfahrt zu den meisten Storchennestern unseres Landkreises hat am vergangenen Samstag einen guten Überblick über die aktuelle Situation verschafft (im Fotoalbum gibt es dazu viele Bilder). Anders als Storchenbetreuer in einigen anderen Landkreisen habe ich überwiegend positive Beobachtungen machen können. Ich gehe momentan davon aus, dass in 50 bis 53 von mittlerweile 56 komplett besetzten Nestern gebrütet wird. Das sind immerhin zwei bis fünf brütende Paare mehr als im Vorjahr. Damals begann ein erheblicher Teil der Paare nach später Rückkehr erst gar nicht mehr mit der Brut. Zu den positiven Entdeckungen der Tour zählen die Paare in Hof Tatschow (zuletzt 2004 von Störchen besetzt) und Groß Potrems I (seit dem 27. April ist ein Paar am Horst). Spät besetzt wurden jetzt auch noch die Horste in Gerdshagen, Groß Lüsewitz und Thelkow. Demgegenüber ist das Nest in Rukieten (in den Vorjahren immer mit erfolgreicher Brut) seit Anfang Mai leer. Zuvor war ein Einzelstorch über fünf Wochen am Nest, ein zweiter blieb immer nur kurze Zeit. Am 2. Mai kämpften dann vier Störche um den Horst, der danach verlassen blieb. Allerdings entdeckte ich im Nachbarort Mistorf (Landkreis Güstrow) ein Storchenpaar in einem seit 2005 nicht mehr besetzt gewesenen Nest. Entweder gab es eine Umsiedlung oder die Mistorfer betrachten das Nest in Rukieten als zu ihrem Revier gehörig und vertreiben dort mögliche Rivalen um die Nahrungsflächen. In Göldenitz/Amt Schwaan ist seit dem 15. April ein einzelner Storch am Horst, der alle anderen Störche zurückweist. Ebenfalls nur Einzelstörche gibt es nach letztem Stand leider immer noch nur in Parkentin und Biendorf. Auffällig war, dass an der Mehrzahl der von mir aufgesuchten Nester zwei Störche anwesend waren. Sie hatten dazu offenbar Zeit, sodass es momentan möglicherweise ein recht gutes Nahrungsangebot gibt. Feucht genug müsste es nach den Regenfällen der ersten Mai-Dekade auf jeden Fall sein. Wir dürfen gespannt sein, wie viele Jungstörche die kritischen ersten 14 Tage überstehen werden. Erste Beobachtungen des (früh geschlüpften) Storchennachwuchses sollten Ende des Monats möglich sein.

Dreijährige Ringstörchin in Kirch Mulsow stammt aus Schleswig-Holstein

Dieses Foto vom Sonnabend zeigt stehend die Störchin DEW 3X885 auf ihrem Horst in Kirch Mulsow. Beide Störche brüten, wenn auch leider nicht mit der wünschens- und eigentlich auch notwendigen Konsequenz. Ob wirklich in einigen Wochen Junge im Nest sein werden, erscheint daher eher zweifelhaft. Ein wesentlicher Grund könnte die Jugend und Unerfahrenheit der Ringstörchin sein. Storchenbetreuer Jörg Heyna aus Schleswig-Holstein teilte nämlich zwischenzeitlich dankenswerter Weise mit, dass er die Störchin nestjung am 18. Juni 2007 in Puls (Landkreis Steinburg) beringt hat. Sie ist also erst dreijährig und brütet sicherlich das erste Mal.
Über die weiteren Ergebnisse der großen Beobachtungsrunde am Sonnabend berichte ich morgen ausführlicher. Nur so viel vorweg: die Anzahl der Horstpaare hat sich zwischenzeitlich auf 56 erhöht. Das sind "nur" noch drei weniger als im Vorjahr.

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