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62 Jungstörche haben Ringe erhalten

4 Jungstörche wie hier in Biestow sind ein recht seltenes Ereignis. Foto: Jannik Kroll

Gestern fand bei besten Wetterbedingungen die diesjährige Beringungstour zu den Weißstörchen im Landkreis Bad Doberan statt. An 21 Nestern konnten insgesamt 54 Ringe angebracht werden. Hinzu kamen noch je vier Jungstörche in Biestow Dorf (HRO) und Jürgenshagen (GÜ). Überwiegend haben sich die vorher vermuteten Zahlen bestätigt, nur in Schwaan I und in Satow Hof war jeweils ein Storch mehr als erwartet im Horst. In Hohen Luckow ist das vierte Jungtier leider im Laufe des Monats verendet, und in Claudorf mussten wir leider einen Totalausfall hinnehmen. Bis etwa eine Woche vor der Beringung waren dort immer zwei Jungstörche im Nest gesehen worden, jetzt war es bis auf ein altes Ei komplett leer. Die Altstörche müssen hier unbemerkt "aufgeräumt" haben. Die Rundfahrt, die um 8.00 Uhr in Albertsdorf begann und um 20.30 Uhr in Jürgenshagen endete, ist dankenswerter Weise wieder vom Kreisbauernverband Bad Doberan e.V. finanziert worden. Ein großes Lob gebührt auch Christoph Roscher, der jede Anfahrt souverän bewältigte und auch die Beringung im Nest tatkräftig unterstützte. Im einzelnen ergab sich folgendes Bild:
- Albertsdorf: 3 mittelgroße Jungstörche
- Broderstorf I: 2 kräftige Jungstörche und ein nicht ausgebrütetes Ei
- Wendfeld: 2 kräftige Jungstörche
- Gnewitz: 3 kräftige Jungstörche
- Liepen: 3 kräftige Jungstörche
- Niekrenz: 2 kräftige Jungstörche; 1 Ei war von einem Fremdstorch herausgeworfen worden
- Lieblingshof: 2 kräftige Jungstörche
- Petschow: 2 mittelgroße Jungstörche
- Pankelow II: 2 kräftige und ein etwas zurückgebliebener Jungstorch
- Göldenitz: 1 kräftiger Jungstorch (und ein toter, vor längerem verendeter Jungstorch am Nestrand)
- Hohen Schwarfs: 2 mittelgroße Jungstörche
- Schwaan II: drei kräftige Jungstörche, davon ein recht renitenter
- Schwaan I: 4 kräftige Jungstörche
- Bröbberow: 3 kräftige Jungstörche
- Biestow Dorf: 3 kräftige und ein mittelgroßer Jungstorch
- Stäbelow: 2 kräftige und ein etwas kleinerer Jungstorch
- Clausdorf: leeres Nest, 1 altes, defektes Ei
- Hohen Luckow: 3 kräftige Jungstörche
- Heiligenhagen: 1 mittelgroßer und ein etwas kleinerer Jungstorch
- Satow Hof: 3 noch etwas kleinere Jungstörche
- Schmadebeck II: 2 kräftige Jungstörche
- Schmadebeck I: 3 kräftige und ein sehr kräftiger Jungstorch
- Moitin: 2 kräftige Jungstörche
- Jürgenshagen (GÜ): 4 mittelgroße Jungstörche
Damit sind für dieses Jahr alle Ringe verbraucht, weitere Touren wird es daher nicht geben.

Findelküken und bevorstehende Beringungstour

Gleich zwei kleine Storchenküken hatten großes Glück, als sie vorgestern in Klingendorf bzw. gestern in Benitz aus dem Nest fielen. Vielleicht war es eine Windböe oder aber das mangelhafte Nahrungsangebot, das einen der Altvögel zum Handeln veranlasst hatte. In jedem Fall haben beide den Sturz offenbar gut überstanden. Der Klingendorfer Jungstorch, etwa 10 Tage alt und links im Bild, wurde für zwei Tage und Nächte bei Familie Hagemeister aufgepäppelt und den Benitzer (etwa 1 Woche älter) hatte ich selbst von gestern auf heute als "Übernachtungsgast". Beide kamen heute in den Rostocker Zoo, in der Hoffnung, dass sie den Sturz ohne innere Verletzungen überstanden haben und dort erst einmal versorgt und aufgezogen werden können. Im August sollen sie dann voraussichtlich wieder ausgewildert werden.
Ansonsten steht dieses Wochenende ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die große Storchenberingungstour, die am Dienstag stattfinden wird. Der vorläufige Zeitplan sieht folgende 22 Stationen vor (zum notieren, falls Interesse am zuschauen besteht):
8.00 Albertsdorf
8.30 Broderstorf Amt
9.00 Wendfeld
9.30 Gnewitz
10.15 Liepen
11.00 Niekrenz
11.30 Lieblingshof
12.00 Petschow
12.30 Pankelow
13.15 Hohen Schwarfs
14.00 Schwaan II (Tannenberg)
14.30 Schwaan I (John-Brinkmann-Str./Pflegeheim)
15.00 Bröbberow
15.30 Biestow
16.15 Stäbelow
16.45 Clausdorf
17.30 Hohen Luckow
18.00 Heiligenhagen
18.45 Schmadebeck I (Hof Diederichs)
19.15 Schmadebeck II (Hof Plate)
(20.00 Detershagen oder Moitin)
(20.30 Wischuer)
Die beiden letzten Stationen sind fraglich, denn es könnte sein, dass uns vorher unsere Ringe aus gehen. Auch dieses Mal wird die Beringungstour großzügigerweise vom Kreisbauernverband Bad Doberan finanziert, dem wir dafür schon jetzt herzlich danken möchten. Spätestens am Mittwoch werde ich über die Ergebnisse berichten.
Heute konnte ich erstmals das neu errichtete Storchennest in Wohrenstorf bewundern - seit 2004 gab es in diesem Ort keine Störche mehr. Vielleicht beginnen sie im kommenden Jahr mit einer Brut?
In Petschow gelang mir die Ablesung des dortigen Ringstorchs - nur die letzte Ziffer ist noch nicht ganz sicher. Unabhängig davon handelt es sich in jedem Fall um einen 2004 im Landkreis Ostvorpommern beringten Storch. Das sagen schon die ersten drei Ziffern aus (H 291.).

Storchenküken der Spätbruten geschlüpft

Am 17. Juni konnte ich die erste Fütterung bei den Niendorfer Störchen beobachten. Sehr wahrscheinlich gab es auch schon davor Fütterungen, doch ist mir das genaue Schlupfdatum nicht bekannt.

In den letzten Tagen ist nun auch in den spät besetzten Nestern das Brüten zum Abschluss gekommen. Erfreulicherweise sind fast überall (Thelkow, Groß Potrems I, Hof Tatschow, Niendorf, Kirch Mulsow) noch Jungstörche geschlüpft. Es bleibt abzuwarten, wieviele von ihnen am Ende auch flügge werden. Erst einmal freuen wir uns über die schönen Nachrichten. In Rederank haben die Störche offenbar Anfang Juni, unmittelbar nach dem Herauswerfen eines Kükens und dem - vermutlich vollständigen - Zerstören der restlichen Eier im Nest ein Nachgelege getätigt. Jedenfalls berichteten die Anwohner, dass weiter fest gebrütet wird.
Der uns bekannte aktuelle Stand zur momentanen Anzahl der Storchenküken - gemau 100 im Landkreis Bad Doberan - ist wiederum in der aktualisierten "Bruterfolgskarte"eingetragen worden.

Aus Wohrenstorf wurde gemeldet, dass dort - nach sechsjähriger Pause - jetzt offenbar wieder ein Storchenpaar ansässig werden will. Jedenfalls haben sie nach Anwohnerangaben bereits ein veritables Nest gebaut.

Vielerorts ruhige Jungenaufzucht

Ein typisches Bild während der aktuellen Phase der Jungenaufzucht - ein Altstorch (hier bei Bröbberow) lauert einem größeren Beutetier auf.

Nachdem die Störche die turbulenten Wetterereignisse am vergangenen Donnerstag/Freitag offenbar zum ganz überwiegenden Teil schadlos überstanden haben, steht diese Woche im Zeichen einiger ruhiger Tage mit Hochdruckwetterlage. Angesichts der eingeflossenen kühleren Luft sind neue Unwetter erst einmal nicht zu erwarten. Erste, noch vorläufige Jungenzahlen aus dem Altkreis Ribnitz-Damgarten bestätigen den Eindruck, dass es in unserer Region in diesem Jahr offenbar ein gutes Nahrungsangebot gibt - bisher sind dort deutlich mehr Dreier- als Zweier-Bruten gemeldet worden. In Wiepkenhagen und Schabow sind sogar jeweils 4 Junge im Nest zu sehen gewesen. Auch im Landkreis Bad Doberan verändern sich die in der "Bruterfolgskarte" aktuell präsentierten Zahlen regelmäßig in positiver Richtung. Spannend ist nun die Frage, ob auch die sechs Spätbruten erfolgreich waren und die Gesamtbilanz eventuell weiter aufbessern. Allerdings haben die Nestlinge dort noch einen sehr weiten Weg vor sich. Hier sind die Unwägbarkeiten am größten. Am Wochenende habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen, dass Jungstörche bereits allein gelassen werden - die Biestower Störche müssen aber ja auch drei, eventuell sogar vier immer hungrige Schnäbel stopfen.

Weiterhin positiver Gesamteindruck


In Bröbberow lag heute ein Jungstorch tot unter dem Horst - es sind aber immer noch drei Jungtiere, die von den Altstörchen versorgt werden

Bei wechselhaftem, für die Versorgung der Jungstörche insgesamt nicht ungünstigem Wetter, verfestigt sich die positive Grundtendenz hinsichtlich der Nachwuchsrate in der Storchensaison 2010 weiter. Aktuell ist aus 40 Nestern bekannt, dass dort Junge geschlüpft sind und zuletzt auch noch mindestens ein Jungtier im Nest war. Dem stehen neun ungeklärte Fälle (darunter sieben Spätbruten) und sieben erfolglose Horstpaare gegenüber. An dieser Verteilung wird sich sicher noch manches ändern, aber die Grundtendenz wird voraussichtlich erhalten bleiben. Dennoch bleibt es nicht aus, die Störche in den Nestern, in denen besonders viele Junge herangewachsen waren, jetzt, wo der Futterbedarf immer größer wird und nicht immer in vollem Umfang erfüllt werden kann, auch vermehrt die schwächsten Jungstörche aussortieren und aus dem Nest werfen. So hat sich Anzahl der Jungstörche zuletzt beispielsweise in Bröbberow von 4 auf 3, in Zarnewanz von 4 auf 2 und in Detershagen von 3 auf einen reduziert. Es werden nicht die letzten Vorfälle dieser Art gewesen sein. Bisher zählen wir 12 solcher Abwürfe.
In Petschow ist einer der Altstörche unten rechts mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieser konnte bisher noch nicht erfolgreich abgelesen werden. Der Ringstorch ist in Petschow, wo es auch Junge gibt, neu, denn im Vorjahr waren beide Störche unberingt. Die diesjährige Beringungsaktion im Landkreis Bad Doberan wird voraussichtlich am 22. Juni an etwa 20 bis 25 erreichbaren Nestern mit gut entwickelten Jungstörchen stattfinden.

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