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Ungewöhnliche "Adoption" in Stäbelow

Ungewöhnlicher Fall von "Adoption" in Stäbelow: Seit dem vergangenen Sonntag füttern die Altstörche dort kontinuierlich fünf Jungstörche - obwohl sie selbst nur drei groß gezogen haben. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, woher die beiden fremden Jungstörche stammen (Foto: A. Hornburg). In jedem Fall ist ein solches Verhalten - anders als ein kurzzeitiger "Besuch" - mehr als ungewöhnlich und bei Weißstörchen bisher nur sehr selten beobachtet worden. Wir bemühen uns, die Herkunft der "adoptierten" Jungstörche herauszubekommen. Sehr wahrscheinlich handelt es sich auch um Ringträger, wobei die benachbarten Nester in Biestow Dorf, Heiligenhagen und Satow als Herkunftsorte bereits ausgeschlossen werden konnten.

Neuigkeiten von den "Bruchpiloten"

In den letzten Tagen haben sich die Anrufe aufmerksamer und besorgter Storchenfreunde gehäuft, in denen über Jungstörche informiert wurde, die unterhalb ihres Horstes gefunden worden waren. Der am Samstag in dere Nähe des Horstes Schwaan I gefundenen Jungstorch (DEH-HC800) ist leider am Sonntag in der Rostocker Tierklinik verendet. Offensichtlich hatte er schwer wiegende innere Verletzungen. Gleiches gilt für einen unberingten Jungstorch aus Wöpkendorf (NVP), den wir gestern in die Tierklinik brachten, wo er dann bald darauf verstarb. Deutlich besser sieht es für den dritten "Bruchpiloten" (DEH-HC818) aus, der gestern Nachmittag in Satow Hof unter dem dortigen Horst laufend gefunden wurde. Er hat zwar für sein Alter deutlich zu wenig Gewicht, ist aber lt. tierärztlichem Untersuchungsergebnis offenkundig unverletzt und konnte heute zur "Aufpäppelung" in den Zoo Rostock gebracht werden. Wir werden uns bemühen, auch ihn noch rechtzeitig im August auszuwildern, doch muss er erst noch kräftig genug werden.

Storchendramen

Die Phase des Flüggewerdens ist für unsere Jungstörche immer sehr unfallträchtig. Gerade bei windigem Wetter wie an diesem Wochenende gerät manche Flugübung zu einem unfreiwilligen Absturz (dieses Foto von G. Vogel zeigt die 3 Fienstorfer Jungstörche am 20.7.10). Einen solchen Absturz erlebte heute ein Jungstorch vom Horst Schwaan I. Aufmerksame Anwohner brachten das möglicherweise verletzte/geschwächte Tier in die Rostocker Tierklinik. Hoffentlich ist es keine schwer wiegende Verletzung, sodass der "Bruchpilot" möglichst noch im August wieder ausgewildert werden kann. Bereits vor einigen Tagen ist im Bereich Eselshof Schlage offenbar ein Altstorch von einem Greifvogel geschlagen worden. Wir bemühen uns um nähere Informationen, behalten vor allem die Horste Pankelow II und Göldenitz im Auge, weil sich dort Jungstörche im Nest befinden. Allerdings ist der Nachwuchs mit Ausnahme eines deutlich zurückgebliebenen Jungstorchs in Pankelow II bereits fast flügge, sodass jetzt auch ein einzelner Altstorch die Versorgung gewährleisten könnte.
Aus Püschow berichteten erfreute Anwohner, dass dort seit einigen Tagen ein Storchenpaar Nistmaterial auf die seit vielen Jahren verwaiste Nisthilfe aufträgt. Wir freuen uns immer sehr, wenn aufmerksame Naturfreunde unsere Arbeit durch beherztes Eingreifen oder Weitergabe von wichtigen Informationen unterstützen.

56 Horstpaare und 101 Jungstörche gezählt


Einer von 101 Jungstörchen, die dieses Jahr im Landkreis Bad Doberan herangewachsen sind, ist "DEH HC784" in Lieblingshof.

Am Wochenende ist die diesjährige Zählung der Jungstörche in unserer Region abgeschlossen worden. Unsere noch vorläufige Statistik für den Landkreis Bad Doberan weist in diesem Jahr 56 Horstpaare (- 2 gegenüber 2009) auf, ein erschreckender Tiefststand. Davon haben 52 Paare (+ 4) mit der Brut begonnen. Jungstörche sind in 51 Nestern (+ 10) geschlüpft. Am Ende werden voraussichtlich in 44 Nestern (+ 10) flügge Jungtiere ausfliegen. Der JZa-Wert von 1,80 ist immerhin der zweitbeste der letzten zehn Jahre. damit können wir sehr zufrieden sein. Im Einzelnen gab es 2 x 4, 16 x 3, 19 x 2 und 7 x 1 Jungstörche. 12 Paare blieben ohne Nachwuchs. Der HPo-Prozentwert (21,4) ist ebenfalls als sehr günstig einzustufen.
Im Bereich der Hansestadt Rostock gab es in allen drei Nestern 4 Jungstörche! Dieses ungewöhnlich gute Ergebnis wurde nur dadurch leicht getrübt, dass ein Jungstorch aus dem Horst Rostock Zoo I leider bei seinen ersten Flugversuchen im Eisbärengehege landete und dort Opfer der Raubtiere wurde.
Am gestrigen Montag konnte bei Parkentin/Neuhof ein vor etwa vier Wochen geschwächt in den Zoo Rostock eingelieferter Altstorch wieder ausgewildert werden. Weitere sechs Jungstörche werden voraussichtlich am 4. August folgen.

Sommerhitze macht auch den Störchen zu schaffen


Die Weißstorch-Kleinfamilie in Kirch Mulsow am 11. Juli. Der Kleine macht sich...

Die große Hitze und die damit einher gehende Trockenheit der vergangenen Tage macht auch den Störchen in unserer Region zu schaffen. Gerade jetzt ist der Nahrungsbedarf in vielen Horsten am größten. Da wird es höchste Zeit, dass für den morgigen Dienstag wenigstens ein kühlerer Tag mit Regen angekündigt ist. Auch die demnächst beginnende Getreideernte sollte das Nahrungsangebot der Störche verbessern helfen. Von drei der fünf verbliebenen Spätbruten kann ich Unterschiedliches berichten. In Bentwisch und Kirch Mulsow scheinen die Altvögel sich noch ziemlich fürsorglich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Ein Vogel wacht noch regelmäßig am Nest, während der andere auf Nahrungssuche geht. Die beiden Jungstörche in Bentwisch und das Einzelkind in Kirch Mulsow machen einen ganz ordentlichen Eindruck, ich denke, sie werden es schaffen. Dagegen hat es das kleine Küken in Niendorf weiterhin schwer. Es schaut jetzt zwar endlich über den Nestrand, doch sind die Altvögel tagsüber kaum noch am Nest zu sehen. Sie gehen bereits seit einer Woche gemeinsam auf Nahrungssuche. Hier heißt es weiter "Daumen drücken".

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