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Bestandsentwicklung/Historisches

Die Bestandsentwicklung/Horstbezogene Statistik des Bruterfolgs (für den alten Kreis DBR) der letzten sechs Jahre (2012-2017) kann hier in tabellarischer Form als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Für die Bestandsentwicklung bis 2013 nutzen Sie bitte die alte, leider nicht mehr aktualisierbare Datenbank unter dem Menüpunkt "Storchenhorste".

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Die nachfolgenden historischen Informationen aus dem 20. Jahrhundert stehen Ihnen in einer älteren Darstellungsform zur Verfügung. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Die Storchennester des Altkreises Bad Doberan 1901 bis 1999

Dieser Teil der Website beschäftigt sich mit den Storchennestern im ehemaligen Kreis (Altkreis) Bad Doberan in den Jahren 1901 bis 1999. Er war nach der Auflösung der Länder am 25. Juli 1952 aus Teilen der ehemaligen Kreise Wismar und Rostock neu gebildet worden und gehörte dem Bezirk Rostock an. Westlich der Hansestadt Rostock gelegen, besaß er eine Fläche von 550 km². 1985 lebten hier 49.700 Menschen. Der Kreis (seit 1990 als Landkreis bezeichnet) wurde am 12. Juni 1994 um den aufgelösten Kreis Rostock-Land und Teile des aufgelösten Kreises Bützow (Bezirk Schwerin) erweitert.

Im Jahre 1901 fand in den beiden Großherzogtümern Mecklenburgs erstmals eine Zählung aller vorhandenen, besetzten wie unbesetzten Storchennester statt. Bereits im gleichen Jahr veröffentlichten Carl Wüstnei (1843-1902) und Gustav Clodius (1866-1944) die Ergebnisse, und zwar im Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg, auf dessen Anregung die Zählung zustande gekommen war. Für die Fläche des Altkreises Bad Doberan wurden 250 besetzte Nester festgestellt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass tatsächlich nicht alle Nester erfasst wurden, da die Initiatoren auf die Meldungen der Pastoren, Bürgermeister und anderer freiwilliger angewiesen waren. 1912 wurde die Zählung wiederholt, allerdings traten verstärkt Lücken auf. Die Ergebnisse veröffentlichte 1913 wiederum Clodius in der Zeitschrift "Archiv des Vereins…", für den Altkreis Bad Doberan ergaben sich auf dieser Basis nur noch 66 besetzte Nester. Als Ursache für den drastischen Rückgang kann die rigorose Verfolgung der Störche, vor allem in ihren Brutgebieten, angenommen werden.

Angeregt durch die Initiative der damaligen Vogelwarte in Rossiten (Ostpreußen), führte das Zoologische Institut der Universität Rostock in den Jahren 1933 und 1934 im damaligen Land Mecklenburg mit Hilfe einer Fragebogenaktion eine erneute großräumige Bestandserfassung durch, bei der erstmals auch die Anzahl der in diesen Jahren flügge gewordenen Jungstörche berücksichtigt wurde. Rudolf Kuhk (1901-1989) hat die Ergebnisse in seiner Dissertation von 1939 ausgewertet. Die Zahl der besetzten Nester betrug danach auf dem Gebiet des hier interessierenden, späteren Altkreises Bad Doberan, 1933 69 und 1934 83.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigte sich vermutlich als erster der Ornithologe Heinrich Thorbeck (1901-1980) systematisch mit den Storchennestern westlich von Rostock. Gemeinsam mit dem Arzt Dr. Rudolf Weise unternahm er im Juli 1952 Rundfahrten, die ihn an insgesamt 20 Orte innerhalb des neu gegründeten Kreises Bad Doberan führten. Thorbeck nahm hier erstmals auch Beringungen von Jungstörchen vor, während Weise notierte, was die Anwohner über die Entwicklung und Belegung des jeweiligen Storchennestes in den Vorjahren, vor allem 1950 und 1951, zu berichten wussten. Dabei fotografierte Rudolf Weise auch viele der Storchennester. Diese für den Altkreis Bad Doberan bisher ältesten "historischen" Bildaufnahmen stellte dankenswerter Weise dessen Sohn (und Schwiegersohn Heinrich Thorbecks), Dr. Friedemann Weise, zur Verfügung.


Heinrich Thorbeck (mit einem Weißstorch auf dem Arm) während der Erkundung von Storchennestern 1952 westlich von Rostock;

Foto: Dr. Rudolf Weise

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