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Kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte

Mit nochmals 23 Litern Niederschlag/Quardratmeter (in Rostock-Warnemünde) ging gestern eine ausgesprochen kühle und niederschlagsreiche erste Mai-Hälfte zu Ende. Insgesamt waren die beiden letzten Wochen auch in unserer Region gegenüber den langjährigen Durchschnittswerten deutlich zu kühl, und es fiel erheblich mehr Niederschlag als üblich. Da wir gleichzeitig davon ausgehen können, dass in der Mehrzahl der Storchennester mittlerweile die erste Jungstörche geschlüpft sind, stellt sich die Frage, welche Folgen die feucht-kalte Witterung für den Storchen-Nachwuchs haben könnte. Auf der einen Seite sollte das Nahrungsangebot - in der ersten Nestlingsphase werden vor allem Regenwürmer benötigt - momentan überdurchschnittlich gut sein. Die vielen Niederschläge sind hier eher vorteilhaft gewesen, und mit einer Austrocknung der Böden ist auch erst einmal nicht zu rechnen. Auf der anderen Seite sind die Jungstörche überall noch so klein, dass sie von den Altvögeln durch Hudern geschützt werden können. Dennoch gibt es Gefahren für den Nachwuchs, wenn die Böden der Nester nicht durchlässig genug sind, um die großen Regenmengen abfließen zu lassen (die Folge wäre Staunässe mit anschließender Unterkühlung) oder wenn die Altvögel nicht genügend Nestpflege betreiben (insbesondere Austausch von weichem Nistmaterial). Letzteres trifft vor allem auf junge, in der Brutpflege noch unerfahrene Vögel zu. Es ist also, wie in jedem Jahr, durchaus mit Verlusten zu rechnen, doch sollten diese nicht schlimmer sein als in anderen Jahren. Bisher gingen bei uns noch keine Informationen über tote/abgeworfene Storchenküken ein. Wesentlich ungünstiger wäre ähnlich kühles Wetter mit lang anhaltenden Niederschlägen in etwa zwei bis drei Wochen, wenn die Jungen von den Elterntieren nicht mehr hinreichend geschützt werden können und selbst noch kein ausreichend ausgebildetes Gefieder besitzen.
Auch ansonsten erreichten uns in den letzten Tagen kaum Neuigkeiten. In Parkentin wartet der (vermutlich männliche) Einzelstorch immer noch auf seine Partnerin (Hiddensee L 864). Langsam aber sicher müssen wir davon ausgehen, dass ihr während des Winters doch etwas zugestoßen ist. Allerdings zeigt das Beispiel des Senderstorchs "Loius Henri", der am 12. Mai erst in Rumänien war, dass immer noch Störche auf dem Zugweg sind. Vielleicht ist auch die Parkentiner Störchin dabei?

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