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Viele Nichtbrüterpaare und eine Neue für das Stäbelower Männchen


Westlich von Stäbelow, am Waidbach. Rechts im Bild die neue Stäbelower Störchin. 25.5.15

Vier Wochen lang wehrte das Männchen Hiddensee I453 alle Interessentinnen für den Platz neben ihm im Stäbelower Nest ab. Offenbar wartete er auf das Weibchen der Vorjahre, das in den beiden letzten Jahren durch eine verheilte Beinfraktur aufgefallen war. Seit dem 8. Mai war er dann nicht mehr solo. Heute konnten wir nun klären, dass die neue Störchin tatsächlich neu ist. Ich traf das Paar sowohl auf dem Horst als auch nahrungssuchend in einem kleinen Trupp von 5 Störchen auf frisch gemähtem Grünland westlich von Stäbelow an. Mit dabei auch DEH HE623, ein vierjähriger Storch, den wir 2011 in Cammin beringt hatten. Er (oder sie) scheint noch ohne Horstbindung zu sein.

Über die Pfingsttage war es mir möglich, das gesamte Betreuungsgebiet abzufahren, sodass jetzt ein aktueller Überblick gegeben werden kann. Nach jetzigem Stand brüten im Altkreis Bad Doberan noch 39 bis 40 Paare (bzw. es sind in einigen dieser Nester bereits Junge geschlüpft, so nachweislich in Kröpelin, Niendorf, Zarnewanz, Wendfeld, Liepen und Schwaan II). In Bentwisch und Gerdshagen hat es nach den durch Horstkämpfe bedingten Eiabwürfen kein Nachgelege mehr gegeben. Die Störche sind dort aber noch am Horst. Gar nicht erst mit der Brut begonnen wurde in Stäbelow, Parkentin, Tessin, Rukieten I, Rukieten II, Groß Potrems, Moitin und Wolfsberg. Hier erfolgte die Paarbildung jeweils erst im Mai. Unklar ist momentan, ob in Kirch Mulsow und Klein Schwaß Nichtbrüterpaare oder aber nur Einzelstörche am Nest sind. Diese verzeichnen wir in Göldenitz, Klein Siemen und vermutlich auch in Hastorf. In Garvensdorf bei Kirch Mulsow baut ein einzelner Storch an einer seit vielen Jahren unbesetzten Nisthilfe. Unbesetzt sind in diesem Jahr unter anderem die langjährigen "Traditionshorste" in Clausdorf, Neu Thulendorf und Thelkow. Unter dem Strich werden es wohl 49 bis 50 Horstpaare werden, rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Anteil der erfolglosen Paare wird mit Sicherheit noch deutlich über die jetzt schon erreichte Marke von 20 Prozent ansteigen.

Viele Mai-Rückkehrer und die ersten Küken

Parkentin, 20.5.15. Fotos (2): A. Hornburg

Die insgesamt späte Rückkehr in diesem Jahr hat jetzt auch dazu geführt, dass im Mai noch ungewöhnlich viele Störche bei uns eingetroffen sind (zuletzt u. a. Rukieten II, Groß Potrems, Klingendorf). Inzwischen wurde die Marke von 50 Horstpaaren (und 4 Einzelstörchen) erreicht, wobei jedoch durch die späte Paarbildung vielfach kein Bruterfolg mehr zu erwarten ist. Sehr erfreulich ist die momentane Entwicklung direkt westlich von Rostock. Schon seit Anfang Mai gibt es in Klein Schwaß - nach 14jähriger Pause - wieder eine besetzte Nisthilfe, und seit etwa einer Woche steht auch auf dem Weichdachhorst in Parkentin (zuletzt 2012 besetzt) wieder ein Storchenpaar. Das Männchen trägt den Ring DEH HE640 und wurde 2011 von uns auf dem Hof Plate in Schmadebeck beringt. Dieser jetzt vierjährige Storch gehörte schon im Vorjahr zu einer Gruppe von etwa fünf Störchen, die sich den ganzen Sommer über im Raum Bargeshagen - Bartenshagen - Parkentin aufgehalten hatten. Gut möglich, dass sich daraus jetzt die Neuansiedlungen ergeben haben. Parkentin ist übrigens ein uraltes Storchendorf, in dem noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht weniger als 33 Nester besetzt waren!

Parallel zu den späten Rückkehrern sind in verschiedenen Nestern bereits die ersten Küken geschlüpft. Hans Zöllick beobachtete Storchennachwuchs in Langenhanshagen/RDG und Forkenbeck/RDG, und auch in Niendorf/DBR war heute Abend eine Fütterung zu sehen. In den nächsten Tagen werden weitere Nester mit dem Schlupf an der Reihe sein. Die Witterungsverhältnisse (mäßig warm, gelegentliche Schauer) sind zurzeit nicht ungünstig.

Noch immer treffen erfahrene Brutstörche ein

Die in diesem Jahr in vielen Fällen verspätete Rückkehr der Störche lässt sich auch anhand von Individuen ganz gut aufzeigen. So kehrte vorgestern, am 13. Mai, das beringte Männchen DEH HN859 an sein Nest in Klingendorf zurück, in dem im Vorjahr ein Jungstorch groß wurde. Damit ist aus unserem Betreuungsgebiet der 12. von 14 beringten Brutstörchen des Vorjahres zurück. Der Vergleich der Ankunftsdaten zeigt in zehn Fällen eine spätere und nur in zwei Fällen eine frühere Rückkehr (darunter das Westzieher-Weibchen DEH HC 128)
- Hi. KA3528: Wendfeld - 26.3.14 - 5.4.15 (+ 10d)
- Hi. I453: Stäbelow - 27.3.14 - 10.4.15 (+ 14d)
- DEH H2189: Hohen Schwarfs - 29.3.14 - 20.4.15 (+ 22d)
- DEH H2919: Petschow - 28.3.14 - 10.4.15 (+ 13d)
- DEH H3107: Rostock Zoo I - 28.3.14 - 13.4.15 (+ 16d)
- DEW 5X443: Benitz - 30.3.14 - 14.4.15 (+ 15d)
- DEH HN051: Schwaan II - 27.3.14 - 10.4.15 (+ 14d)
- DEH HL906: Bandelstorf - 19.4.14 - 11.4.15 (- 8d)
- DEH HN859: Klingendorf - 23.4.14 - 13.5.15 (+ 20d)
- DEH HC774: Neu Thulendorf - 4.4.14 - 10.4.15 (+ 6d, Umzug nach Thulendorf)
- DEH H9768: Groß Potrems - 20.4.14 - 27.4.15 (+ 7d, Umzug nach Pankelow I)
- DEH HC128: Nustrow - 20.3.14 - 5.3.15 (- 15d, Umzug nach Strenz/GÜ)

Alle Daten zu den bisher besetzten und zu den noch leeren Nestern finden sich in unserer Ankunftskarte (aktuell 46 Horstpaare und 6 Einzelstörche):
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1864

Stäbelower Paar komplett

Seit dem 10. April wartete das Stäbelower Männchen Hi I453 auf (s)eine Partnerin. Nachdem er zahlreichen Interessentinnen signalisiert hatte, dass sie nicht die richtigen seien, steht seit Freitag nun endlich eine Störchin mit ihm auf dem Nest, die er akzeptiert. Ob es die Partnerin des Vorjahres, erkennbar an einer verheilten Beinfraktur, oder aber eine neue Störchin ist, muss noch geklärt werden. Demgegenüber ist neben etlichen anderen auch der Göldenitzer Storch immer noch allein. Dieses Nest kann über eine Webcam beobachtet werden:
http://www.göldenitz-mv.de/WebCam
In der letzten Woche sind lediglich noch aus Thelkow und Kirch Mulsow die jeweils ersten Störche gemeldet worden. Damit sind zurzeit 42 Horstpaare und 8 Einzelstörche bekannt.
An der Straße zwischen Bentwisch und Albertsdorf wurde am vergangenen Montag ein toter Altstorch gefunden - sicher einmal mehr ein Opfer des Straßenverkehrs. Erkundigungen haben ergeben, dass die Paare in Bentwisch und Albertsdorf weiterhin vollständig sind. Es dürfte sich vermutlich um einen nicht brütenden Storch gehandelt haben.

Update 11.5.
Drei Nachzügler in Moitin, Lieblingshof und Rukieten I haben die Zahl der kompletten Paare im Altkreis DBR auf 45 ansteigen lassen - bei weiterhin 5 Einzelstörchen.

Ernüchternde Zwischenbilanz

Seit kurzem erst besetzt ist der traditionsreiche Schornsteinhorst Pankelow I - mit dabei das bisherige Männchen aus Groß Potrems, beringt mit DEH H9768

Das lange Wochenende habe ich genutzt, um die notwendigen Informationen für eine erste Zwischenbilanz der beginnenden Weißstorchsaison einzuholen. Sie fällt ernüchternd aus. Bis gestern kehrten erst 80 Prozent des Vorjahresbestandes in unser Betreuungsgebiet zurück. Ich zähle momentan im Altkreis Bad Doberan 41 Horstpaare und immer noch 7 Einzelstörche nach 55 Horstpaaren und 2 Einzelstörchen im Vorjahr. So wie es momentan aussieht, wird der bisherige historische Tiefststand aus dem Jahr 2012 (50 Horstpaare) sogar noch unterschritten werden, wenn am Stichtag 17. Mai endgültig Bilanz gezogen wird. Unter den nur mit einem Einzelstorch besetzten Nestern sind mit Stäbelow, Lieblingshof, Göldenitz und Moitin auch vier, die in den letzten 10 Jahren durchgängig besetzt waren und meistens auch Bruterfolg hatten. Als noch unbesetzt stufe ich momentan die Horste Kirch Mulsow, Neu Karin, Neu Rethwisch, Dummerstorf, Clausdorf, Neu Thulendorf, Thelkow, Wolfsberg, Hohen Gubkow, Klingendorf und Nienhagen/HRO ein. Sie alle waren im Vorjahr von einem Paar besetzt. Als Zuwachs schlagen lediglich Schwaan I und Vorder Bollhagen zu Buche. Abermals wurden Horstkämpfe mit Eiabwürfen und Brutabbrüchen festgestellt - dieses Mal in Gerdshagen und Groß Bölkow. Hoffen wir, dass hier das Brutgeschäft noch wieder aufgenommen wird. Storchenpaare, die sich jetzt noch bilden, haben statistisch gesehen praktisch keine Chance mehr auf einen Bruterfolg. Von den 14 Brutstörchen des Vorjahres, die einen Ring tragen, konnten bisher 11 als sichere Rückkehrer identifiziert werden.

Alle Daten zu den bisher besetzten und zu den noch leeren Nestern finden sich in unserer - in der Darstellung etwas vereinfachten - Ankunftskarte:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1864

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