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Hitzewelle und ihre Folgen für die Störche

Am kommenden Montag sollen auch diese beiden Jungstörche am Nest Broderstorf II beringt werden - hoffentlich überstehen sie die Hitzewelle. 29.6.15

Für die kommenden Tage ist auch in unserer Region eine Hitzewelle vorhergesagt. Während im Schatten bis zu 35 Grad Celsius prognostiziert werden, kann es in den Nestern bei direkter Sonneneinstrahlung noch wesentlich heißer werden. Altvögel, die Storchenküken unter 4 Wochen zu versorgen haben, stellen sich in aller Regel so ins Nest, dass sie ihrem Nachwuchs Schatten spenden. Schwieriger wird es für die etwas älteren Küken, bei denen schon beide Elternstörche gleichzeitig auf Nahrungssuche sind. In jedem Fall ist jetzt nicht nur Futter wichtig, sondern auch die Zufuhr von Wasser, das die Altstörche in ihrem Schnabel ans Nest bringen. Wer Störchen also etwas Gutes tun möchte, der stelle eine längliche, flache Schüssel mit Wasser an geeigneter Stelle auf. Der Altstorch muss sich dabei sicher fühlen - deshalb genügend Abstand in alle Richtungen einplanen. Da die Ernte in diesem Jahr erst etwa Mitte Juli beginnen wird, ist das Nahrungsangebot - gerade auch bei Trockenheit - wieder eingeschränkt. Immerhin sind in diesen Tagen an vielen Stellen zum zweiten Mal die Wiesen und Ackergrasflächen gemäht worden.
Am Montag, wenn die Temperaturen deutlich moderater sein sollen, werden wir unsere letzte diesjährige Beringungsrunde im Altkreis Bad Doberan unternehmen. 15 Stationen stehen dabei auf dem Tourenplan - beringt werden sollen voraussichtlich nochmals 27-30 Jungstörche. Wir hoffen natürlich, dass es bis dahin keine hitzebedingten Opfer geben wird. Aktuell zähle ich im Altkreis Bad Doberan 32 Horstpaare mit und 18 ohne Nachwuchs. Die Anzahl der Jungstörche liegt im Bereich von 72 bis 78 Küken - deutlich weniger als im Vorjahr (91 flügge Jungstörche).
In den letzten Wochen haben sich an verschiedenen Standorten, die bis dahin nicht besetzt waren, noch Einzelstörche oder auch Storchenpaare gezeigt. Sie werden jetzt nur noch als "Horstbesucher" klassifiziert, lassen jedoch auf eine rechtzeitige Wiederbesetzung im kommenden Jahr hoffen. Dazu zählen:
- Neu Rethwisch
- Kambs
- Kirch Mulsow (darunter der dreijährige Ringstorch DEW 9X427)
- Buchholz (Einzelstorch)
- Pastow (Einzelstorch)

Beringungsergebnisse im Altkreis Ribnitz-Damgarten

Am Freitag unternahm Hans-Heinrich Zöllick zusammen mit Mitstreitern die diesjährige Beringungsrunde durch den Altkreis Ribnitz-Damgarten. Das Ergebnis war unter dem Strich eher mäßig, allerdings gab es eine große Überraschung. In Brünkendorf wurde ein rund eine Woche altes Küken im Nest gefunden. Daneben stand das Weibchen Helgoland T716, von dem bisher immer angenommen wurde, dass sie unfruchtbar sei. Jedenfalls konnte bei diversen Kontrollen innerhalb der letzten acht Jahre nie auch nur ein Ei in ihrem Nest festgestellt werden. Die jetzige Beobachtung ist von daher sehr erstaunlich. Weitere Kontrollen werden erfolgen, um hier endgültige Klarheit zu erlangen.
Erfolgreich beringt wurde in:
- Klockenhagen (3 juv.)
- Wiepkenhagen (3 noch sehr kleine juv.)
- Eixen Oberförsterei (3 juv.)
- Kavelsdorf (2 juv., dazu gab es 2 tote Küken)
- Forkenbeck (3 juv.)
- Kneese (1 juv., dazu gab es 2 tote Küken)
- Alt Guthendorf (2 juv.)
- Gresenhorst (2 juv.)
- Freudenberg (2 juv.)
In Kuhlrade gab es leider erbitterte Horstkämpfe, die mit dem Tod sämtlicher Küken endeten.

Sehr gute Nachwuchszahlen bei der ersten Beringungsrunde

Wie schon 2014 wachsen auch in diesem Jahr in Volkenshagen vier Jungstörche heran. Foto: C. Roscher, 23.6.15

Am heutigen Dienstag fand die erste diesjährige Beringungsrunde im alten Landkreis Bad Doberan statt. Beringt wurde an den Nestern, an denen die Paare früh, das heißt in diesem Jahr bis Mitte April, komplett waren. Die sehr positiven Prognosen haben sich dabei erfreulicherweise vollauf bestätigt. Es konnten in zwölf Nestern insgesamt 36 Jungstörche im Alter zwischen vier und sechs Wochen beringt werden, die sich durchweg in einem guten Ernährungszustand befanden. Im Einzelnen wurden beringt:
- Volkenshagen, Wendfeld, Schwaan II: je 4 juv.
- Biestow, Liepen, Satow, Reinshagen, Niekrenz, Bandelstorf: je 3 juv.
- Zarnewanz, Niendorf, Schmadebeck II: je 2 juv.
Die Fortsetzung der Beringung im Altkreis Bad Doberan folgt mit den spät eingetroffenen Storchenpaaren am 6. Juli. Hier sind momentan noch keine Prognosen möglich. Zuvor beringt Hans-Heinrich Zöllick am 26. Juni an ausgewählten Nestern des Altkreises Ribnitz-Damgarten.

Der uns aktuell bekannte Stand an den Nestern lässt sich weiterhin in der "Bruterfolgskarte" nachvollziehen:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/2037

Ausblick auf die Beringung der Jungstörche

Dieser noch sehr kleine Jungstorch in Thulendorf ist erst für die späte Beringungsrunde ein Kandidat. Sein Vater, der fünfjährige Ringstorch DEH HC774, Sohn unserer "alten Dame" Hiddensee KA3528 in Wendfeld, steht in diesem Jahr erstmals vor einer erfolgreichen Brut. 14.6.15

Zum inzwischen siebenten Mal seit 2009 findet in diesem Jahr die Beringung von Weißstorchküken in unserem Betreuungsgebiet statt – im Auftrag der Beringungszentrale Hiddensee und dankenswerter Weise wieder finanziell unterstützt durch die Kreisbauernverbände Bad Doberan und Bützow. Der ganz unterschiedliche Beginn der Brut in den einzelnen Nestern führt dazu, dass wieder eine zeitliche Aufteilung stattfinden muss. Nach jetzigem Planungsstand werden Touren am 23. Juni, am 26. Juni (Altkreis Ribnitz-Damgarten) und am 6. Juli durchgeführt. Für die erste Runde am 23. Juni zu voraussichtlich 13 Nestern erhoffen wir uns ein gutes bis sehr gutes Ergebnis. Die überwiegend in der zweiten Mai-Hälfte geschlüpften Küken profitierten von der zunächst noch günstigen, mäßig-warmen und ausreichend feuchten Witterung. Es dürfte ausreichend Regenwürmer und ähnliches Kleingetier zur Verfügung gestanden haben. Auch die erste Wiesen-Mahd fiel in diese Phase. Demzufolge scheinen bei den früh eingetroffenen Paaren relativ viele Küken in den Nestern heranzuwachsen. Zuletzt wurden hier auch mehrere Nester mit vier Jungstörchen beobachtet (Volkenshagen, Wendfeld, Schwaan II) – was bei uns in den letzten Jahren zu einer ziemlichen Seltenheit geworden ist.
Wie der Bruterfolg in den anderen, später besetzten Nestern letztlich sein wird, ist momentan noch nicht absehbar, denn vielfach sind die Küken hier erst vor wenigen Tagen geschlüpft. Tendenziell sind die Aussichten hier aber ungünstiger, nicht zuletzt weil es in der ersten Juni-Hälfte kaum Regenfälle gab. Ob die jetzt begonnene Witterungsphase mit Schauern und niedrigen Temperaturen noch rechtzeitig gekommen ist, muss abgewartet werden. Bereits jetzt steht fest, dass der Anteil der erfolglosen Standorte 2015 höher sein wird als in den vergangenen beiden Jahren. Aktuell zähle ich dazu im Altkreis Bad Doberan 14 von 50 Horstpaaren. Acht Mal wurde gar nicht erst mit einer Brut begonnen, fünf Mal wurde diese abgebrochen (zumeist aufgrund von Horstkämpfen) und einmal ist sie gescheitert (in Benitz, wo das Männchen spurlos verschwand). Erfahrungsgemäß haben besonders die Spätbruten nur geringen Erfolg, besonders dann, wenn – wie etwa in Vorder Bollhagen – noch ganz junge, unerfahrene Störche beteiligt sind.

Der uns aktuell bekannte Stand an den Nestern lässt sich weiterhin in der "Bruterfolgskarte" nachvollziehen:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/2037

Trockenheit wird zum Problem

Ist dieses tote Küken am Rand des Grammower Storchennestes schon ein Opfer von Trockenheit und Nahrungsmangel? 11.6.15

Während der letzten zehn Tage hat es in unserer Region praktisch nicht geregnet, und auch in der Zeit davor gab es nur geringe Niederschlagsmengen. Dadurch ist der Erdboden inzwischen stark ausgetrocknet. Für Störche wird dies vor allem dann zum Problem, wenn sie noch sehr kleine Küken in den Nestern haben und diese mit Regenwürmern und anderen kleinteiligen Nahrungstieren versorgen müssen. Das betrifft in diesem Jahr ungünstigerweise die Mehrheit der Brutpaare, denn durch die an vielen Nestern späte Rückkehr schlüpfen zurzeit noch besonders viele Küken. Bei den Beobachtungen der letzten Tage stellte sich heraus, dass auch die Paare in Rederank und Pankelow II in diese Kategorie gehören. Ganz offensichtlich muss es dort Anfang Mai noch einen Wechsel gegeben haben, denn eigentlich hätten die Jungstörche in beiden Nestern jetzt schon drei bis vier Wochen alt sein müssen. Zu den Spätbruten zählt auch Vorder Bollhagen, hier ist der kleinere der beiden Störche - vermutlich das Weibchen - erst zwei Jahre alt, was bei uns für einen ernsthaft brütenden Storch ausgesprochen selten ist.
Im Vorteil sind dieses Jahr bisher die relativ früh eingetroffenen Paare, die noch von feuchteren Witterungsbedingungen profitieren konnten. Jetzt werden hier schon Mäuse und andere Kleinsäuger gefüttert - von denen es offenbar nach dem ersten Wiesenschnitt doch eine ganze Menge zu geben scheint. Ob es am Ende tatsächlich mehrere Paare geben wird, die vier Jungstörche zum Ausfliegen bringen (zuletzt gesichtet in Volkenshagen und Schwaan II) bliebt abzuwarten.

Der uns aktuell bekannte Stand an den Nestern lässt sich in der "Bruterfolgskarte" nachvollziehen:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/2037

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