skip to content

Beste Zugbedingungen am verlängerten Wochenende - schon die letzte Chance?

Für das kommende, verlängerte Wochenende sind erstmals seit Wochen wieder sehr gute Zugbedingungen über Polen und Nordostdeutschland vorhergesagt. Am Sonntag soll die Sonne 15 Stunden scheinen und dabei ein strammer Wind aus Ost bis Südost wehen. Dies dürfte fast schon die letzte Chance für diejenigen Störche sein, die bisher noch nicht an ihren Nestern eingetroffen sind und anschließend noch auf Bruterfolg hoffen. Da wir nach wie vor einen deutlichen Rückstand in der Horstpaarzahl gegenüber den beiden schon sehr schlechten Vorjahren aufweisen, können wir nur hoffen, dass es noch einmal einen kräftigen Einflug geben wird. Bereits in den letzten zwei bis drei Tagen gab es einige Nachzügler, und auch ein "Vertriebener" tauchte wieder auf: der vor etwa zehn Tagen aus dem Stäbelower Horst verdrängte männliche Storch mit dem polnischen Ring sucht offenbar weiter in unser Region nach einem geeigneten Nistplatz und einer Partnerin. Heute wurde er für mehrere Stunden auf dem Horst in Detershagen beobachtet. Das Ei am Nestrand stammt sicherlich noch aus der vorangegangenen Brutsaison.


Foto: A. Hornburg, 28.4.17

Rekordverdächtige 51 Tage dauerte es, bis gestern in Kröpelin endlich ein Weibchen landete, das der bereits am 7. März eingetroffene Nestinhaber akzeptierte. Es gab bereits eine erste gemeinsame Übernachtung und auch "Storchenhochzeit" wurde bereits gefeiert. Es ist auf jeden Fall nicht die Vorjahresstörchin, denn die trug keinen Ring. Die "Neue" hat einen oberhalb des linken Intertarsalgelenks, leider gelang die Ablesung bisher noch nicht.


Foto: A. Hornburg, 28.4.17

Weitere Rückkehrer wurden von folgenden Nestern gemeldet: Fienstorf (2. Storch), Rosenhagen (2.), Nustrow (2.), Wendfeld (2.), Pankelow I (1.), Kambs (1. und 2.), Vorder Bollhagen (2.).

Neue Storchennest-Webcam in Rostock-Biestow

Seit wenigen Tagen gibt es eine neue Webcam, die Bilder aus dem Storchennest Rostock-Biestow überträgt. Verantwortlicher Betreiber ist der Verein "Leben in Biestow e. V." Das gezeigte Bild aktualisiert sich etwa alle 60 Sekunden. Das Männchen traf am 24. März ein, das Weibchen erst am 15. April. Die Brut hat am 22. April begonnen.
Link: https://webcam.biestow-info.de/

Auf Brautschau...

Eine ganze Reihe von Männchen wartet schon sehr lange auf eine Partnerin. Manche von ihnen ergreifen nach längerem Warten die Initiative und sondieren die Lage auf Nestern der Umgebung. So entdeckte ich heute DEH HE613, das Männchen aus Mönchhagen, auf dem Albertsdorfer Nest. Offenbar hatte das dortige Männchen, ebenfalls noch solo, das Nest vorübergehend unbeobachtet gelassen. Ein Weibchen traf er nicht an, flog dann weiter nach Bentwisch, wo ihm jedoch das dort brütende Paar unmissverständlich verdeutlichte: "mit uns nicht"!

Mehr Erfolg hatte vor einigen Tagen das Männchen DEH H9768, 2015 und 2016 auf dem Schornsteinhorst in Pankelow zu Hause. Dort baute er schon seit dem 6. April voller Fleiß an seinem Nest. Ein Weibchen wollte sich jedoch auch hier nicht einstellen. Also entschloss er sich zum Umzug ins benachbarte Cammin, nachdem dort am 18. April ein Weibchen eingetroffen war. Nun muss er nur hoffen, dass nicht doch noch das vorjährige Männchen eintrifft.

In Ziesendorf steht seit vier Tagen das Weibchen DEH HC981 allein auf dem Nest. Ob sich unter den Männchen der Umgebung schon herumgesprochen hat, dass sie offenbar leider unfruchtbar ist? Seit 2011 gingen alle Versuche schief, und das mit nachweisbar verschiedenen Männchen. Stets blieben die Eier unbefruchtet. Ich bin gespannt, wann sie einen Partner findet. Das Ziesendorfer Vorjahresmännchen "Hugo" (DEH HN859) wurde bisher noch nicht gesichtet.

In Stäbelow entdeckte ich heute ein unberingtes Männchen auf dem Nest. Anwohner berichteten von Kämpfen, in deren Zusammenhang das polnische Männchen, das dort noch letzten Sonntag stand, in den letzten Tagen vertrieben worden sein muss. Mein anfänglicher Verdacht, dass das langjährige Männchen Hiddensee I453 nach Stäbelow zurückgekehrt sei, bestätigte sich nicht. Auch über den Zehen trägt "der Neue" keinen Ring.

Erst ein Pole, jetzt eine Schwedin

Nachdem wir kürzlich in Stäbelow einen in Polen beringten Storch entdeckten, konnte in diesen Tagen in Bandelstorf ein schwedisches Weibchen identifiziert werden. SVS 1962 ist erst zwei Jahre alt, sie stammt aus dem bekannten südschwedischen Wiederansiedlungsprojekt und wurde auf ihrem ersten Herbstzug 2015 in der Schweiz abgelesen. Damit dürfte es sich um eine Westzieherin handeln. Ob sie tatsächlich ihren ersten Brutversuch starten wird, hängt sicher nicht zuletzt davon ab, ob die letztjährige Störchin noch nach Bandelstorf zurückkehrt. In den letzten Tagen, an denen die Zugbedingungen auf der Schlussetappe halbwegs erträglich waren, sind zumindest noch einige weitere Störche eingetroffen. Von einer richtigen "Welle" mag ich allerdings nicht sprechen. Zurückgemeldet wurden:
- Cammin: 1. Storch am 18.4./2. Storch am 20.4. - die neue Nisthilfe scheint angenommen zu werden
- Ziesendorf: 1. Storch am 19.4. (trägt einen Ring)
- Liepen: 2. Storch am 18.4.
- Heiligenhagen: 2. Storch am 19.4.
- Kowalz: ein neuer 2. Storch am 20.4.
Leider ist für die nächsten Tagen erst einmal wieder Schauerwetter mit stürmischem Wind aus Nordwest bis West vorhergesagt. Dabei schließt sich das Fenster für einen aussichtsreichen Paarbildungstermin immer mehr. In den nächsten 8 Tagen sollten möglichst viele der immer noch zahlreichen Einzelstörche einen Partner finden. Ansonsten steuern wir erneut auf eine wenig aussichtsreiche Brutsaison zu. Momentan fehlt im Altkreis Bad Doberan noch etwa ein Drittel des Vorjahresbestandes. Dabei sieht es nach Osten hin deutlich besser als im Süden und vor allem Westen aus.

Haben wir einen akuten Weibchenmangel?

Es ist vielfach nachgewiesen worden, dass die landläufige Meinung, bei den Weißstörchen würden zu erst immer die Männchen am Nest erscheinen und etwas später die Weibchen, keinesfalls immer zutrifft. Die Meldungen und Beobachtungen der letzten Tage lassen jetzt allerdings ein Bild entstehen, wonach wir möglicherweise einen "akuten Weibchenmangel" haben. Aktuell zähle ich im alten Landkreis Bad Doberan 18 Horstpaare und nicht weniger als 17 einzelne Störche (von ihnen sind immerhin neun schon zehn Tage und länger an ihren Nestern). Gleichzeitig gibt es seit dem 10. April nur noch ganz vereinzelte Rückkehrinformationen, auch über Ostern ist offenbar kaum etwas nachgekommen. Häufig ist das Bild eines sehr gut ausgebauten Nestes, in dem ein einsamer Storch liegt. Die Konstellation ist in dieser Ausprägung durchaus ungewöhnlich. Wären die Geschlechter unter den Einzelstörchen verteilt, hätten sich sicher längst neue Paare gebildet. Hauptgrund für die Stockung dürften weiterhin die schwierigen Zugbedingungen über Ostdeutschland, Polen und den Karpatenländern sein. Ohne ausreichende Thermik und bei Gegenwind haben es die Störche schwer, voranzukommen. Das zeigt auch der Gülzer Senderstorch 6X812 an: er kämpft sich weiter sehr mühsam voran, war Ostersonntag immer noch östlich von Berlin. Aus meiner Sicht werden in den nächsten Tagen wichtige Weichen auch bereits für den zu erwartenden Bruterfolg gestellt. Alle Statistiken zeigen, dass Paare, die in unserer Region nach dem 25. April zusammenfinden, einen signifikant geringeren durchschnittlichen Bruterfolg haben als die frühen Paare. Wer erst im Mai zusammenkommt, bleibt fast immer ganz ohne flüggen Nachwuchs. Es sollte also bald eine größere dritte Welle (nach der ersten, schwächeren, vom 28.3. bis 1.4. und der zweiten, stärkeren, vom 5.4. bis 9.4.) bei uns eintreffen - nur ist leider eine Wetterbesserung auch weiterhin nicht in Sicht.
Zwischenzeitlich konnten wir auch beobachten, dass längst nicht immer schon der "richtige" Storch eingetroffen ist. So verschwanden die zweiten Störche aus Vogtshagen, Kowalz, Kröpelin und Pankelow II wieder. In Detershagen las am 14.4./15.4. ein aufmerksamer Anwohner den beringten Storch DEH HN101 ab. Diesen Storch haben wir selbst 2014 im benachbarten Schmadebeck beringt. Mit jetzt drei Jahren ist er offensichtlich auf der Suche nach einem geeigneten ersten Brutplatz. Da er jetzt in seiner Ursprungsregion angetroffen wurde, denke ich, dass wir ihn früher oder später (oder auch erst im nächsten Jahr) bei uns noch als Brutstorch wiederfinden werden.

Ein neues Männchen aus Polen für Stäbelow

Seit dem Jahr 2011 dominierte ein 2000 in Ostvorpommern beringtes Männchen mit dem Metallring Hiddensee I453 das Stäbelower Nest. Früher immer "eine sichere Bank" für Bruterfolg, gab es in den letzten drei Jahren nacheinander drei verschiedene Weibchen und 2015 und 2016 nach später Paarbildung leider keinen Bruterfolg. Nun kehrte am 9. April das vorjährige Weibchen mit dem Ring DEH HE623 zurück. Am gleichen Tag fand sich auch ein neues Männchen ein, das nun ebenfalls wieder ein Ringträger ist. Leider ist der Ring stark verkotet, aber es lässt sich schon sagen, dass der Storch 2013 oder 2014 in Polen beringt worden ist. Sobald der Kot etwas mehr vom ELSA-Ring abgewaschen ist, sollte die genaue Identifizierung möglich sein. Interessanterweise war zu beobachten, dass sie bei der gemeinsamen Nahrungssuche die Richtung vorgab. Das ist auch sehr sinnvoll, denn die Störchin kennt sich hier ja schon aus. Spannend dürfte es werden, wenn das alte Männchen doch noch zurückkehrt.


Gemeinsamer Nestbau in Stäbelow. Rechts im Bild das neue polnische Männchen. Foto: B. Becker, 16.4.17

Der dritte Versuch - stockende Rückkehr

Bei einer Neuansiedlung - die bei uns seit Jahren sehr selten geworden sind - dauert es meist einige Zeit, bis sich dort erstmals Bruterfolg einstellt. Das hängt vor allem damit zusammen, dass es meistens junge, unerfahrene Störche sind und außerdem eher suboptimale Brutreviere besetzt werden. Nicht selten sind es sogar nur einmalige Versuche, die im darauffolgenden Jahr nicht wiederholt werden. Im alten Landkreis Bad Doberan haben sich in den vergangenen zehn Jahren gerade einmal zwei neue Standorte nachhaltig positiv entwickelt: Niendorf und Pankelow II. In Wachstumsgebieten wie allen alten Bundesländern sieht das naturgemäß ganz anders aus...


Das 2011 von uns in Volkenshagen beringte Männchen mit dem Ring DEH HE613 unternimmt in diesem Jahr den dritten Anlauf, um erstmals im benachbarten Mönchhagen erfolgreich zu brüten. Seit dem 5. April ist er zurück, baut auch fleißig, wartet jedoch noch auf ein Weibchen.

Unterdessen zeigt der Blick auf die Rückkehrdaten bereits eine deutliche Stockung an. Konnten wir allein zwischen dem 5. und dem 9. April 23 heimgekehrte Störche verbuchen, sind es in den letzten fünf Tagen lediglich noch drei Störche gewesen. Die Ursache dafür zeigt uns Senderstorch DEW 6X812 an, der bei Gegenwind und fehlendem Hochdruckeinfluss in den letzten Tagen nur Etappen zwischen 100 und 150 Kilometern bewältigte. Aktuell ist er im Südwesten Polens angelangt. Auch für die nächsten Tage ist keine nachhaltige Wetterbesserung in Sicht. Die Anzahl der Paare wird sich daher voraussichtlich nicht so rasch erhöhen, und in manchen Dörfern wird die Sorge angesichts noch völlig leerer Nester zunehmen. Ich halte es für durchaus möglich, dass wir auch in diesem Jahr wieder viele Spätheimkehrer haben werden. Schon 2016 kehrten 25 Prozent unserer Störche erst nach dem 28. April zurück. Das Problem dabei: kein einziger von ihnen hatte mehr Bruterfolg...

Wählerische Einzelstörche

Die Paarbildung ist bei Weißstörchen längst nicht immer so unproblematisch und einvernehmlich, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Selten treffen die Partner, die in der vergangenen Saison zusammen ein Brutpaar gebildet haben und im Winter getrennte Wege gegangen sind, zeitgleich am Nest ein. Somit ergeben sich in der ersten Zeit des Eintreffens der Störche immer wieder neue Konstellationen und auch häufige Wechsel. Manche Störche verpaaren sich sehr rasch neu, sind dann aber auch bereit, den Partner aus dem Vorjahr zu akzeptieren, wenn dieser verspätet am Nest erscheint und sich seinen Platz zurückerobert (so offenbar zuletzt passiert in Kneese/RDG und Kuhlrade/RDG, jeweils unter Beteiligung von beringten Störchen). Aber es gibt auch Individuen, offenbar besonders ältere Männchen, die auf ihren vorjährigen Brutpartner "warten" und andere Bewerber(innen) abweisen. So kann es sein, dass mancher Storch über Wochen allein auf dem Nest steht, obwohl es viele Interessenten für den freien Platz gibt. Häufig ergibt sich dann spät in der Saison doch noch eine neue Verbindung, manchmal bleibt der Einzelstorch aber auch auf Dauer allein. Sehr gut zu beobachten war dies z. B. 2015 beim beringten, schon sehr alten Stäbelower Männchen (das im Übrigen in diesem Jahr noch vermisst wird). Aktuell haben wir solche Konstellationen der offenbar "wählerischen Einzelstörche" u. a. in Biestow Dorf (seit 24. März) und in Kröpelin, wo der erste Storch bereits vor über einem Monat, am 7. März, eintraf. Ein zweiter Storch, der am 31. März auf dem Schornsteinhorst gesichtet wurde, blieb nur kurz. Auch der Satower Storch brauchte vom 5. März an fast sechs Wochen für eine Verpaarung, die seit dem 10. April nun aber perfekt zu sein scheint. Da wir allerdings noch mitten in der Heimkehrphase sind, sehe ich gute Chancen, dass auch Biestow und Kröpelin noch einen zweiten Storch bekommen werden.
Ein Grund für das verzögerte Eintreffen mancher Störche sind mit Sicherheit auch weiterhin die Zugbedingungen auf der Schlussetappe. Schon in den letzten Tagen herrschte über Mittelosteuropa eine starke westliche Strömung vor, und daran wird sich auch in absehbarer Zeit wenig ändern. Auch der Senderstorch aus Gülze (LWL), der immer noch unterwegs ist, muss sich mit diesen schwierigen Verhältnissen arrangieren. Gestern erreichte er den Osten Tschechiens. An seinen weiteren Zugdaten können wir erkennen, wie die Störche aktuell mit den widrigen Bedingungen unterwegs klarkommen. Bis zum 20. April bewerte ich die Ankunft von Störchen in unserer Region noch als absolut im Normalbereich. Die bisher (bis zum 10. April) gemeldete Paarzahl (20 im Altkreis Bad Doberan) liegt erfreulicherweise über den Werten der beiden - allerdings auch sehr schlechten - Vorjahre: 2015 waren es bis zu diesem Zeitpunkt erst zwölf komplette Paare und 2016 16. Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Tagen weitergeht.

Da ist Ärger vorprogrammiert...

Das schöne Frühlingswetter am heutigen Sonntag lud ein zu einer großen Erkundungsrunde an die Storchennester. Dabei zeigte sich, dass doch der eine oder andere Storch in den letzten Tagen nachgekommen ist. Wir steuern zurzeit auf 50 Prozent des Vorjahresbestandes zu, im Altkreis Ribnitz-Damgarten ist diese Marke bereits überschritten. Das klingt nicht schlecht, liegt aber zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht über dem Niveau des Vorjahres. In den nächsten Tagen gibt es erneut heftigen Gegenwind auf der Schlussetappe, was die noch fehlenden Störche weiter aufhalten dürfte. Senderstorch DEW 6X812 hatte an den Südkarpaten sogar noch mit Schneefall zu kämpfen. Er brauchte mehrere Tage und Anläufe, um diese Bergkette in Rumänien gestern endlich zu überwinden.
Zurzeit haben wir an auffallend vielen Nestern nur Einzelstörche stehen. In den meisten Fällen dürften es Weibchen sein, die dort noch fehlen. Dass das Männchen stets zu erst kommt, stimmt allerdings nicht immer. Ein Beispiel war zuletzt Niendorf, wo am 6. April erst das Weibchen und zwei Tage später ein unberingtes Männchen eintraf. Die ersten Paarungsversuche wirkten noch sehr ungelenk - kein Wunder, im Vorjahr stand hier das Männchen DEH HC787. Somit ist in Niendorf Ärger vorprogrammiert, wenn der Nestinhaber aus 2016 noch eintreffen sollte. Ähnliches gilt für Hohen Schwarfs, hier fehlt noch der 13jährige "Platzhirsch" DEH H2189 (im Vorjahr erst am 7. Mai zurück, seit 2011 durchgängig männlicher Brutstorch in Hohen Schwarfs). Auch in Pankelow I las ich nicht wie erwartet den Ringstorch der Vorjahre, DEH H9768, ab, sondern einen vierjährigen Brandenburger, DEH HM565, der bisher noch nirgends in Erscheinung getreten war. Keine Frage, es bleibt weiter spannend!


Das passt - Männchen DEH H2919 ist zum siebten Mal seit 2010 nach Petschow zurückgekehrt. Zum Glück für den Ringableser kratzt er sich mit dem richtigen Bein, denn er trägt seinen ELSA-Ring über den Zehen.

Ein Anfang ist gemacht

Ein Anfang ist gemacht: schätzungsweise ein Drittel unserer Weißstörche dürfte inzwischen bei uns eingetroffen sein. Nicht von überall erhalten wir immer gleich die entsprechenden Informationen. So erreichte mich erst heute die Nachricht, dass in Satow bereits am 5. März der überhaupt erste Storch in unserem Betreuungsgebiet eingetroffen ist. Da in Satow zuletzt immer frühe Ostzieherdaten notiert wurden, dürfte dieser Frühheimkehrer ein neuer Storch für den Standort sein.
Bis einschließlich gestern waren die Zugbedingungen in Polen und Ostdeutschland noch ganz gut. Seit heute sieht das anders aus - für längere Zeit wird eine kräftige westliche bis nördliche Strömung den weiteren Heimzug der Weißstörche behindern. Wir werden dies am Beispiel des letzten Ostzieher-Senderstorchs verfolgen können, der zurzeit noch unterwegs ist. DEW 6X812, der im letzten Jahr in Gülze gebrütet hat, ist momentan in Rumänien. Gestern scheint er einen vergeblichen Versuch zur Überquerung der Südkarpaten unternommen zu haben. Ich denke, dass er noch längere Zeit bis zu seiner Rückkehr nach Mecklenburg-Vorpommern benötigen wird. Dass es unter sehr günstigen Bedingungen auch sehr schnell gehen kann, hat am Wochenende der Loburger Senderstorch "Leon" gezeigt. Für die letzte Etappe vom Westen der Ukraine bis in die Nähe von Potsdam benötigte er zwischen Donnerstag und Sonntag gerade einmal drei Tage.
Sehr gefreut haben wir uns über die Nachricht, dass der ehemalige Pflegestorch des Zoos Rostock, der im August 2015 als Youngster aus Lieblingshof eingeliefert worden war und die letzten beiden Winter in der Nähe von Madrid verbracht hatte, jetzt auf einem Nest im Kreis Plön beobachtet wurde. In Bönebüttel paarte sich DEH HR148 - offenbar ein Weibchen - mit einem erfahrenen, ebenfalls beringten Männchen. Allerdings wird das Weibchen des Vorjahres dort wohl noch zurückerwartet.

Keine stark ausgeprägte erste Ostzieherwelle

Auch in diesem Jahr müssen wir bei den Ostziehern von einer verteilten Rückkehr ausgehen. Das zeigen die Beobachtungen der letzten Tage und des Wochenendes. Die erste Welle ist ganz offensichtlich noch nicht sehr stark ausgeprägt, die Masse der Ostzieher ist noch auf dem Zug. Das verdeutlichen die bisherigen Zahlen für den Altkreis DBR. Während wir in den Jahren eines konzentrierten, frühen Ostziehereinzugs (2007, 2008, 2010 und 2014) zum 31. März jeweils schon 50 Prozent und mehr aller Brutstörche bei uns hatten, dürften es in diesem Jahr zum gleichen Zeitpunkt etwa 20 Prozent sein. Und auch am 1. und 2. April sind offenbar nicht sehr viele Störche nachgekommen. Dennoch ist das immerhin eine Verdoppelung gegenüber den beiden Vorjahren (mit jeweils nur knapp 10 Prozent Rückkehrern bis zum 31. März). Einmal mehr zeigt sich auch, dass die Zugverläufe der sechs noch aktiven, adulten Ost-Senderstörche nicht repräsentativ für die Masse der Ostzieher sein können. Sofern auch der NABU-Storch Gustav heute oder morgen sein Ziel erreicht, sind bereits fünf von ihnen zwischen dem 30.3. und dem heutigen 2.4. am Ziel eingetroffen. Nur der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Senderstorch mit dem Ring DEW 6X812 ist momentan noch unterwegs, zurzeit an der rumänisch-bulgarischen Grenze. In dieser Woche werden sich die zuletzt sehr günstigen Zugbedingungen in Ostmitteleuropa leider deutlich verschlechtern.
Aus meinem Betreuungsgebiet sind bisher 7 Horstpaare und 6 Einzelstörche zurückgemeldet. Etwas höher ist der prozentuale Rückkehreranteil offenbar schon im benachbarten Betreuungsgebiet Altkreis Ribnitz-Damgarten (Hans-Heinrich Zöllick).

Das Niekrenzer Männchen bringt Nistmaterial. 2.4.17.

Die Spannung steigt

In den beiden letzten Tagen herrschte in Nordostdeutschland und auch in weiten Teilen Polens trübes und zum Teil regnerisches Wetter vor. Soweit bekannt, sind die Senderstörche (und mit ihnen sicher auch viele andere "Rotstrümpfe") nur geringe Strecken gezogen oder haben sogar gerastet. Demzufolge gibt es auch lediglich vier weitere Rückkehrer im alten Kreis Bad Doberan zu vermelden:
29.3.: Schwaan II und Reinshagen (jeweils 2. Storch)
30.3.: Grammow und Rederank (jeweils 1. Storch)
Jetzt aber wird es spannend, denn sowohl morgen als auch am Samstag herrschen hervorragende Zugbedingungen mit viel Sonnenschein und vor allem südlichen Winden vor. Ich rechne an beiden Tagen mit einem starken Ostzieher-Einflug von Weißstörchen in ganz Ost- und Norddeutschland. Auch die schleswig-holsteinischen Senderstörche sollten ihr Ziel dann erreichen. Danach wird sich auch zeigen, wie viele Störche schon zu dieser ersten Welle gehören.

Im Anflug...

Nachdem der Gegenwind über Polen in den letzten Tagen das Vorankommen der frühen Ostzieher tatsächlich etwas abgebremst hat, sind sie nun offenbar im Anflug auf Nord- und Ostdeutschland. Vier Senderstörche werden vermutlich noch in dieser Woche eintreffen. In Brandenburg und Sachsen gibt es bereits an mehreren Webcam-Nestern Rückkehrer zu sehen.
Und auch bei uns gibt es Neuankömmlinge! Jeweils heute gemeldet wurden der erste Storch in Reinshagen sowie - im Abstand einiger Stunden - der erste und der zweite Storch in Lieblingshof. Dagegen war der zuletzt vom Nest Schwaan II gemeldete Storch nur vorübergehend anwesend und ist dann offenbar weitergezogen. Im Bereich RDG ist in Forkenbeck ein metallberingter Storch eingetroffen, vermutlich das erfahrene Männchen der letzten Jahre.
Vielleicht ist es ganz hilfreich, die Rückkehrdaten der Ostzieher einmal zu klassifizieren. Zumindest für Mecklenburg-Vorpommern erscheint mir folgende Einteilung sinnvoll:
- bis 31. März zurück: sehr früh
- 1. bis 10. April zurück: früh
- 11. bis 20. April zurück: rechtzeitig/mittelmäßig
- 21. bis 30. April: spät
- im Mai: sehr spät
Von daher sind wir noch bis Freitag in der sehr frühen Phase und dürfen noch ganz entspannt sein. Eine ganz entscheidende Frage wird sich aber erst später klären: wie haben die Störche, die üblicherweise in Ostafrika überwintern, auf die dort in diesem Jahr extreme Dürre reagiert? Es gibt Informationen aus Tansania, die tatsächlich von einem Rückgang der dort überwinternden Störche sprechen. Wer dann weiter in den Süden gezogen ist, kann jetzt frühestens in der zweiten April-Hälfte zurück sein. Störche, die dagegen nach Norden ausgewichen sind, könnten früh bei uns eintreffen. Wir werden es sehen!

Gegenwind über Polen

Bis heute Abend erreichten uns noch keine weiteren Meldungen von zurück gekehrten Weißstörchen. Es bleibt vorerst bei je fünf (uns bekannten) Heimkehrern in den Betreuungsgebieten Bad Doberan/Rostock bzw. Ribnitz-Damgarten. Dafür gibt es Neuigkeiten von den besenderten Störchen, die auf der Ostroute unterwegs sind. Alle drei NABU-Störche (Michael, Gustav und auch Arthur) haben die Karpaten hinter sich gelassen und nunmehr mit großer Wahrscheinlichkeit Südpolen erreicht. Das gilt auch für den Loburger Senderstorch Jonas, der wie Gustav die Karpaten umflogen hat. An seinen heutigen Daten kann man sehen, dass der doch recht kräftige Westwind den Zug trotz guter Thermik abgebremst hat. Ab morgen soll der Wind abflauen und am Dienstag auf südliche Richtung drehen. Wir können also darauf hoffen, dass in den nächsten Tagen die erste größere Welle auch bei uns eintrifft. Der Storch DEW 6X812 (aus Gülze/MV) ist noch in Syrien, Loburg-Storch Leon dagegen in Bulgarien.

Wartet nun schon zweieinhalb Wochen auf eine Partnerin/einen Partner: der Storch in Kröpelin, eingetroffen am 7.3., fotografiert am 25.3.17

Die ersten Ostzieher sind da

Das dürfte jetzt kein Zufall mehr sein: nachdem gestern in Schwaan am Tannenberg der zweite und heute früh in Rostock-Biestow der erste Storch eingetroffen ist, wage ich zu behaupten: die ersten Ostzieher sind da! Für beide Nester, die auch 2016 sehr zeitig besetzt waren, sind es jeweils die frühesten Rückkehrdaten der letzten zehn Jahre. Nun bin ich gespannt, von wo die nächsten Meldungen kommen.


Der frisch eingetroffene Biestower Storch macht sich gleich schon einmal an die Ausbesserung seines Nestes.

Vorsichtiger Optimismus

Für weite Teile Mittel- und Osteuropas wird bis mindestens Ende März stabiler Hochdruckeinfluss vorhergesagt. Auch in der Türkei ist in nächster Zeit mit überwiegend sonnigem Wetter zu rechnen. Dies hat aller Voraussicht nach positive Auswirkungen auf die ostziehenden Störche, die sich auf der Schlussetappe ihre Frühjahrszuges befinden und dabei auf gute Thermik angewiesen sind. Nachdem inzwischen auch schon fünf von sechs auf der Ostroute noch aktiven Senderstörchen den Bosporus überquert haben, wage ich die vorsichtige Prognose, dass wir im Vergleich zu 2015 und 2016 mit einer insgesamt früheren Rückkehr der meisten Weißstörche auch in unser Betreuungsgebiet rechnen können. Wenn auch noch der Wind etwas mitspielt, könnte eine erste größere Welle bereits in der kommenden Woche bei uns eintreffen. Abgesehen von einigen kleineren Störungen ist der Zugweg erst einmal weitgehend frei. Leider sind die Übertragungsbedingungen im Einzugsbereich der Karpaten nicht sehr gut, sodass es momentan nur sehr lückenhafte Positionsmeldungen der besenderten Störche gibt. Die ersten werden aber sicher bald Südpolen erreichen. Von dort aus sind es dann nur noch wenige Tage bis ans Ziel...

Besuch aus Schweden

Nun wird es auch bei uns von Tag zu Tag spannender und die Beobachtungen häufen sich. Gestern entdeckte R. Marquardt bei Konow/DBR einen Nahrung suchenden, an beiden Beinen beringten Weißstorch. Anhand der Farbkombination stellte sich heraus, dass es sich um einen alten Bekannten handelt. Vor zwei Jahren war der in Schweden beringte SVS 1621 (mit der Farbkombination dunkelgrün-schwarz-gelb) bereits einmal in unserem Betreuungsgebiet abgelesen worden. A. Hornburg gelang damals dieses schöne Foto auf einer Mähwiese bei Bad Doberan. Der Storch ist jetzt 4 Jahre alt und damit sicher in einem brutfähigen Alter. Nun stellt sich die Frage, ob er tatsächlich bleiben wird oder aber in seine Heimat weiter zieht. Beides scheint möglich. Interessanterweise wurde gestern im Tierpark Greifswald ein anderer, ebenfalls 2013 beringter Storch mit schwedischer Ringkombination (SVS 1663) abgelesen.

Update: Die Beringerin der beiden Störche, Frau B. Cavallin, teilte freundlicherweise mit, dass SVS 1621 im letzten August tatsächlich in Schweden war, während SVS 1663 im Nordwesten Polens offenbar Brutvogel gewesen ist. Vermutlich sind beide daher jetzt Durchzieher.


SVS 1621 am 28.5.15 bei Bad Doberan, Foto: A. Hornburg

Sind die ersten Ostzieher schon zurück? - überraschende Beobachtungen in Schwaan und Kowalz

Diese Neuigkeiten waren erfreulich und überraschend zugleich: in Kowalz und Schwaan II ist gestern bzw. vorgestern jeweils der erste Storch auf dem Horst beobachtet worden. Für beide Nester gilt: sie sind in den letzten zehn Jahren oft früh besetzt worden, aber nie so früh wie jetzt. Ankunftstermine am 17. und 18. März werden in aller Regel Westziehern zugerechnet, Ostzieher sind selten vor dem 23. oder 24. März an ihren norddeutschen Brutplätzen zu erwarten. Und in der letzten Woche waren die Witterungsbedingungen in Ost- und Südosteuropa keineswegs besonders günstig. Die sich momentan dort aufhaltenden besenderten Störche haben nur kleinere Tagesetappen absolviert oder bei Dauerregen sogar gerastet. Es spricht also eigentlich alles dafür, dass die beiden Störche in Kowalz und Schwaan II in Westeuropa überwintert haben und die Auswahl der beiden Nester jetzt "zufällig" erfolgt ist. Aufklärung wird zumindest in einem Fall eine bisher noch nicht erfolgte Ringablesung bringen: der Schwaaner Storch ist rechts oberhalb des Intertarsalgelenks mit einem ELSA-Ring ausgestattet. Dieses Merkmal traf in den letzten Jahren auch auf den männlichen Brutstorch dieses Standorts zu. Wenn es tatsächlich DEH HN051 ist, dann ist er zehn Tage früher zurück als im letzten Jahr. Der 27. März war damals schon sein absolut frühestens Rückkehrdatum. Eine Erklärung könnte dann z. B. eine Überwinterung in Israel sein, so wie wir es jetzt gerade beim Loburger Senderstorch "Jonas" beobachtet haben. Es bleibt also erst einmal spannend!
Weniger überraschend sind Rückmeldungen von "traditionellen" Westzieher-Nestern: in Langenhanshagen an der Kirche/RDG traf vor einigen Tagen der Partner von A277 ein und auch in Klockenhagen/RDG ist das Nest - wie im Vorjahr - bereits früh besetzt worden. Ebenso zurück ist die erfahrene Störchin mit dem Ring Helgoland 716T in Brünkendorf/RDG.

Update: Am 21.3. konnte der beringte Schwaaner Storch tatsächlich mit HN051 identifiziert werden - es ist das außerordentlich früh zurückgekehrte Männchen der letzten Jahre.

Horstsanierungen zur Vorbereitung auf die Brutsaison

Auch in diesem Jahr gehört zu den Vorbereitungen auf die neue Storchensaison die Sanierung einiger Horststandorte. So hat das Amt Broderstorf dankenswerterweise veranlasst, dass durch Baum- und Strauchrückschnitt wieder ein problemloser Anflug auf das Nest Broderstorf I möglich ist. Gestern haben die Storchenfreunde G. Gernhöfer und C. Roscher das zugewachsene Nest in Pastow saniert und außerdem in Huckstorf einen neuen Nistkorb auf die vorhandene Nisthilfe gesetzt. Auch das im Vorjahr erstmals besetzte Sildemower Nest hat eine "Auffrischung" erhalten. Als weitere Maßnahme ist noch der Ersatz des maroden Nistmastes in Cammin vorgesehen.

11. Landesstorchentag Mecklenburg-Vorpommern

Am heutigen Samstag fand im Karower Meiler (bei Karow) mit etwa 50 Teilnehmern der 11. Landesstorchentag Mecklenburg-Vorpommern statt. Presse, Rundfunk und Fernsehen haben ausführlich darüber berichtet, u. a.:
http://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/80-prozent-der-stoerche-...
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Tierschuetzer-sorg...
Ein Thema war auch der Tod der Besitzer Senderstörchin mit dem Ring DEW 5X202. Die Projektverantwortlichen haben darüber ausführlich in der Schweriner Volkszeitung berichtet:
http://www.svz.de/lokales/hagenower-kreisblatt/trauriges-ende-einer-lang...

Unterdessen haben gleich mehrere Senderstörche sehr gute Zugbedingungen über der Türkei genutzt und bereits den Bosporus erreicht. Damit steht jetzt nur noch die letzte Etappe vor ihnen, die es allerdings mit den Hindernissen Süd- und Nordkarpaten in sich hat. Aufgebrochen ist inzwischen auch der in Gülze/MV brütende Senderstorch DEW 6X812. Er ist momentan nördlich von Khartum, der Hauptstadt des Sudan.

Erster Storch in Kröpelin gesichtet

Jetzt ist auch der erste Storch in meinem Betreuungsgebiet gesichtet worden. Die Nachricht stammt aus Kröpelin, und dies lässt hoffen, dass es sich nicht um einen Durchzieher, sondern bereits um den ersten Storch mit fester Horstbindung handelt. Schon in den Jahren 2014 und 2015 (da am 13.3.) war das Kröpeliner Storchennest jeweils als erstes im Altkreis DBR besetzt. Nur im Vorjahr dauerte es bis in den April hinein, bis sich der erste Storch hier niederließ. Morgen bzw. in den nächsten Tagen werden wir erfahren, ob er tatsächlich bleibt.

###Update 8.3.2017:
Der Kröpeliner Storch ist auch heute noch da - er scheint bleiben zu wollen.

Am Golf von Suez...

Wie jedes Jahr Anfang März überqueren auch in diesen Tagen wieder Tausende Weißstörche den Golf von Suez. Der Loburger Senderstorch "Leon" hat ihn und damit den afrikanischen Kontinent heute hinter sich gelassen. Die heutige Nacht verbringt er bereits auf der Sinai-Halbinsel. Auch die beiden NABU-Senderstörche "Michael" und "Gustav" waren zuletzt kurz vor dem Sprung von Afrika nach Asien. Da stellt sich für uns in Mitteleuropa vielleicht die Frage: wie lange brauchen die Störche jetzt noch bis an ihre heimischen Brutplätze? Schaut man sich die Daten der Senderstörche aus den letzten Jahren an, so muss man sagen: die Antwort ist nicht so einfach. Es liegt noch eine große Strecke vor den Zugvögeln, viel ist vom Wetter abhängig, das besonders im Inneren der Türkei und in den Karpaten im März noch sehr schlecht sein kann. Unter sehr günstigen Bedingungen (wie zuletzt 2014) können es die nord- und ostdeutschen Störche in weniger als drei Wochen schaffen. Demgegenüber kann es bei schlechtem Wetter (mit Niederschlägen, Kälte und Gegenwind) auch schon einmal bis zu fünf Wochen dauern. So war es zum Beispiel im vorletzten Jahr.
Am weitesten vorangekommen ist zurzeit "Jonas", der allerdings auch in Israel überwintert hat. Er übermittelte heute Abend (lt. movebank.org) Positionsdaten aus dem Westen Syriens. Die anderen Senderstörche sind noch deutlich zurück und werden den Golf von Suez noch nicht so schnell erreichen.
Der von mir am Montag in Rostock-Biestow beobachtete Storch mit dem Ring DEW 3X659 ist erwartungsgemäß weitergezogen. Heute las ihn Hans-Heinrich Zöllick im Vogelpark Marlow ab, wo er zusammen mit einer Störchin seinen Nistplatz der letzten Jahre besetzt hat. Außerdem kann ich berichten, dass der 2012 von uns beringte Storch DEH HH727, der Anfang Februar noch in Spanien abgelesen worden war, vor wenigen Tagen an seinem letztjährigen Horst in Neddemin bei Neubrandenburg zurückgekehrt ist. In den letzten zehn Tagen sind sehr viele westziehende Störche an ihre Horste in den alten Bundesländern zurückgekehrt. Bei uns machen sie nach wie vor nur eine Minderheit aus und bilden so etwas wie die Vorhut für die "richtige" Storchensaison.

Besuch beim Storchenbetreuer...

Am heutigen frühen Abend entdeckte ich auf dem Weg nach Hause einen auf einem hohen Strommast ruhenden Weißstorch. Das ist für Rostock-Biestow Ende Februar ganz ungewöhnlich. Unsere Störche trafen in den letzten zehn Jahren frühestens Ende März ein. Ein paar Fotos waren in der aufziehenden Dämmerung noch möglich. Sie konnten relativ sicher aufklären, um wen es sich bei dem "Fremden" handelt. Der Storch trug nicht nur links oben einen schwarzen ELSA-Ring mit "DEW"-Kennung, sondern darüber noch einen orangefarbenen Zusatzring. Leider war die Ringnummer selbst nur ansatzweise zu erkennen, es ist aber sehr wahrscheinlich DEW 3X659, zu dem auch die anderen Merkmale passen. Dieser Storch ist seit einigen Jahren Brutvogel im Vogelpark Marlow, er wurde 2005 in Berne bei Bremen beringt. Zur Vogelpark-Affinität passt auch, dass der Storch schließlich in Richtung des nahen Rostocker Zoos abflog. Der Storchenbetreuer hat sich jedenfalls über diesen Besucher sehr gefreut!

A277 ist zurück in Langenhanshagen

Seit Mittwoch ist im Altkreis Ribnitz-Damgarten der erste Storch zurück an seinem Nest. Es ist fast schon erwartungsgemäß die legendäre Brutstörchin A277, die den Winter in Thüringen und Nordrhein-Westfalen verbracht hat. Dort, in Delbrück, ist sie am 18. Februar aufgebrochen, benötigte also vier Tage, um nach Vorpommern zu fliegen. A277 ist mittlerweile bereits 17 Jahre alt, die Rückkehr an den Brutplatz erfolgt bei ihr üblicherweise Ende Februar/Anfang März. Im Vorjahr zog sie mit ihrem Partner drei Jungstörche groß.
Bereits einen Tag vorher waren in Gothmann bei Boizenburg und in Prohn bei Stralsund die beiden ersten diesjährigen Rückkehrer in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt worden. Der Prohner Storch trägt einen Ring, dieser konnte jedoch noch nicht abgelesen werden.
Inzwischen hat es auch viel Bewegung bei den ostziehenden Senderstörchen gegeben, die in Afrika bzw. Israel überwintert haben: "Leon", Michael" und "Gustav" sind alle im Sudan. Sie ziehen nordwärts und folgen dabei dem Nil. "Arthur" ist ebenfalls auf dem Zug, zuletzt meldete sich sein Sender aus dem äußersten Osten des Tschad. "Albert von Lotto" ist gleichfalls aufgebrochen, hat aber zwischenzeitlich bereits wieder gerastet. Aktuell ist er im Norden Zimbabwes. Der Loburger Storch "Jonas" (in Israel) und der Gülzer Storch 6X812 (im Südosten des Sudan) rasten zurzeit noch. Von "Nobby" und DEH HL449 fibt es weiterhin keine neuen Signale. Die Besitzer Störchin 5X202 ist in Tansania Opfer menschlicher Nachstellung geworden. Es konnte geklärt werden, dass sie zunächst per Köder vergiftet und dann verspeist worden ist. Dabei darf nicht übersehen werden, dass in Tansania eine große Dürre herrscht und die Menschen dort sehr wenig zu essen haben.

Erster Senderstorch auf dem Heimzug

Der erste der von uns beobachteten Senderstörche hat in Afrika seinen Heimzug begonnen. Wie der NABU berichtet, ist Storch "Michael" bereits Ende Januar am Tschadsee gestartet. Seitdem ist er zügig ostwärts vorangekommen und wird voraussichtlich bald den Sudan erreichen. Michael ist jedes Jahr sehr zuverlässig einer der ersten aufbrechenden Weißstörche. Meistens trifft er schon Ende März an seinem Nest in Schleswig-Holstein ein. Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit weitere ostziehende Senderstörche aufbrechen werden. Erfreulicherweise hat sich laut der NABU-Karte auch Senderstorch "Arthur" wieder gemeldet. Er war gestern in Nigeria. Offenbar hatte er zwischenzeitlich den Tschadsee in südlicher Richtung verlassen.
Aus Tansania erreichte uns die Nachricht, dass am 22.1., nur drei Tage nach dem wahrscheinlichen Tod der Besitzer Störchin 5X202, ganz in der Nähe (nur 5 km entfernt) ein Senderstorch aus Bayern verendet ist. Hat die lang anhaltende Trockenheit hier ein weiteres Opfer gefordert oder gab es eine andere Ursache?
Schließlich wurden in dieser Woche an zwei großen Weißstorch-Überwinterungsplätzen bei Madrid unsere beiden Ringstörche HH727 (Jg. 2012, aus Neu Steinhorst/RDG, 2016 Brutvogel in Neddemin/MST) und HR161 (Jg. 2015, beringt als Teil einer Spätbrut in Heiligenhagen/DBR) abgelesen. Der letzte der beiden Fälle zeigt einmal mehr, dass Störche, die unser Betreuungsgebiet erst am Ende des Sommers verlassen, zu einem Zug in südwestliche Richtung tendieren - und dort ganz offensichtlich größere Überlebenschancen haben als auf der Ostroute.

Mecklenburgische Senderstörchin in Tansania vermutlich tot

Eine traurige Nachricht erreichte uns aus Tansania. Die Besitzer Senderstörchin mit dem Ring DEW 5X202 ist sehr wahrscheinlich tot. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass sie am 19. Januar in der Savannenlandschaft Zentral-Tansanias verendet ist. Die Todesursache lässt sich ohne weitere Informationen nicht ermitteln. Fakt ist allerdings, dass sie längere Zeit in einem Gebiet unterwegs war, in dem es seit Monaten kaum geregnet hat und aktuell Dürre herrscht.
Die Schweriner Volkszeitung hat vorgestern ausführlich darüber berichtet: http://www.svz.de/lokales/hagenower-kreisblatt/frau-stoerchin-sendet-nic...

Unterdessen rückt für die anderen besenderten Störche die Zeit des Aufbruchs in Richtung Brutgebiete näher. Die meisten von ihnen werden im Monat Februar den Frühjahrszug beginnen. Sie werden dabei aus sehr unterschiedlichen Regionen starten (aktuelle Position der letzten Tage):
- "Michael" vom Tschadsee aus
- "Jonas" aus dem zentralen Israel
- "Gustav" aus dem Südosten des Sudan
- "6X812" aus dem Südosten des Sudan
- "Leon" aus Ost-Uganda
- "Albert von Lotto" aus dem südwestlichen Zimbabwe
Drei weitere Störche haben zuletzt vor einem Monat oder länger gesendet. Hier bleibt abzuwarten, ob sie sich auf dem Zug melden, wenn sie möglicherweise in Regionen mit besseren Datenübertragungsmöglichkeiten kommen. Natürlich können wir nicht ausschließen, dass auch ihnen etwas zugestoßen ist:
- "HL449" Tansania (28.11.)
- "Arthur" Tschadsee (18.12.)
- "Nobby" Zentral-Senegal (1.1.)

Zwischen Delbrück und Botswana

Wieder gibt es einige Neuigkeiten von den in den Überwinterungsgebieten weilenden Senderstörchen. Nach wie vor ist es allerdings so, dass auch einmal längere Zeit keine Daten übermittelt werden.
- "Nobby" (NABU Bergenhusen): meldete sich Anfang Januar aus dem Senegal, hatte da gerade eine leichte Nordverlagerung hinter sich
- "Arthur" (NABU Bergenhusen): dürfte weiter am Tschadsee sein, sein Sender meldet sich nur sehr selten (zuletzt 18.12.)
- "Michael" (NABU Bergenhusen): unverändert Tschadsee, zuletzt im Dreiländereck Niger/Nigeria/Tschad
- "Gustav" (NABU Bergenhusen): vom Südost- in den Süd-Sudan, leichte Veränderung in westlicher Richtung
- "Albert von Lotto" (Storchenhof Loburg): Zug vom nördlichen Uganda über Tansania und Simbabwe bis nach Botswana, wo er sich jetzt schon einige Zeit aufhält und offenbar gute Nahrungsflächen zur Verfügung hat
- "Jonas"/HL457 (Storchenhof Loburg): nach sechswöchiger Funkstille seit gestern im mittleren Israel
- "Leon"/HL452 (Storchenhof Loburg): hält sich seit Wochen im östlichen Uganda auf
- HL449 (Storchenhof Loburg): letzte Meldung aus Tansania am 28.11.; schon vorher fiel sein Sender durch häufige, längere Pausen auf
- 5X202 (Stork Foundation - MV): von Uganda über Kenia nach Zentral-Tansania
- 6X812 (Stork Foundation - MV): von Äthiopien zunächst über Kenia bis nach Nord-Tansania; von dort in den letzten Tagen mit Nordkurs bis an die Grenze vom Sudan zum Südsudan
Die neuesten Witterungsinformationen aus Afrika verraten, dass es in den letzten Monaten im südlichen Afrika reichlich Niederschläge gegeben hat. Dort dürfte es zurzeit nicht nur für Albert von Lotto gute Rastbedingungen geben. Dagegen wird aus Ostafrika (insbesondere aus großen Teilen Tansanias und Kenias) wie schon im Vorjahr eine große Trockenheit gemeldet, die teilweise schon als Dürre anzusehen ist. Hier sind die Überwinterungsbedingungen für unsere Störche mit Sicherheit deutlich ungünstiger.

Aus einer ganz anderen Region erreichte uns heute noch eine weitere interessante Meldung. Die bekannte Störchin A 277 ist heute früh in Delbrück (NRW) eingetroffen. Hier war sie auch schon in den beiden vorangegangenen Wintern. Möglicherweise ist sie dem Wintereinbruch in Thüringen ausgewichen, von wo sie zuletzt gemeldet worden war.

Jahresbericht 2016 liegt vor

Der Jahresbericht für das Weißstorchjahr 2016 im alten Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock liegt vor und kann hier heruntergeladen werden.

Neues von den Senderstörchen in Afrika

In den letzten vier Wochen ist wieder einiges passiert bei den zehn adulten Senderstörchen aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Sieben von ihnen haben in den letzten Tagen aktuelle Positionsdaten übermittelt, bei dreien gab es die letzten Daten Ende November.
- "Nobby" (NABU Bergenhusen): unverändert Grenzregion Senegal/Gambia
- "Arthur" (NABU Bergenhusen): unverändert Tschadsee (zuletzt 27.11.)
- "Michael" (NABU Bergenhusen): unverändert Tschadsee
- "Gustav" (NABU Bergenhusen): vom Ost- in den Südost-Sudan, leichte Verlagerung
- "Albert von Lotto" (Storchenhof Loburg): Zug vom westlichen Tschad ins nördliche Uganda: will er wie im Vorjahr nach Südafrika?
- "Jonas"/HL457 (Storchenhof Loburg): Nord-Israel (zuletzt 29.11.)
- "Leon"/HL452 (Storchenhof Loburg): vom Süd-Tschad nach Uganda
- HL449 (Storchenhof Loburg): von Ost-Uganda nach Tansania (zuletzt 28.11.)
- 5X202 (Stork Foundation - MV): vom Südwest-Sudan nach Uganda
- 6X812 (Stork Foundation - MV): vom Südwest-Sudan nach Äthiopien
Die fehlenden Datenübertragungen können unterschiedliche Gründe haben und lassen sich für die drei betroffenen Störche momentan nicht eindeutig klären: kein Netz zur Datenübertragung, dauerhafter oder vorübergehender Senderausfall, Tod des Storchs.
Was lässt sich daraus ableiten?
- Die drei NABU-Störche Arthur, Gustav und Michael überwintern wieder in ihren traditionellen Gebieten in der Sahel-Zone (Tschadsee bzw. Südost-Sudan). Sie legen relativ geringe Strecken zurück und finden offenbar genügend Nahrung.
- Fünf weitere Senderstörche sind nach Ostafrika gezogen und haben die Sahel-Zone verlassen. Sie sind in den letzten vier Wochen viel gezogen und haben nur selten längere Zeit in den gleichen Rastregionen verbracht. Dort könnte die Nahrung knapp geworden sein.
- Die in günstigen Jahren stark frequentierte Region Darfur (südwestlicher und südlicher Sudan) wurde von fünf Senderstörchen überflogen, keiner blieb dauerhaft dort, auch nicht "Albert", der dort in früheren Jahren häufig eine lange Zeit lang verbracht hat
- In den nächsten vier Wochen wird sich zeigen, ob bei dem einen oder anderen Senderstorch noch ein Zug bis nach Südafrika erfolgt.

Historischer Tiefststand beim Weißstorchbestand auch auf Landesebene

In dieser Woche hat die Landesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz ihre Gesamtübersicht über das Weißstorchjahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern vorgelegt. Es geht als das schlechteste aller Zeiten in die Statistiken ein. Landesweit wurden nur noch 724 Horstpaare gezählt, das ist ein historischer Tiefststand und ein erneuter Bestandsrückgang um fast 10 Prozent (nach -7 Prozent 2015). 41 Prozent aller Horstpaare blieben ohne Bruterfolg, die Anzahl der flüggen Jungstörche sank um 344 auf nur noch 866 - auch das ist der niedrigste jemals ermittelte Wert. Der Rückgang betraf alle Regionen, am stärksten waren die Verluste in den Altkreisen Güstrow, Rügen und Nordvorpommern. Beim durchschnittlichen Bruterfolg (JZa) wurde ein Wert von 1,19 erzielt, der schwächste seit 25 Jahren. Unser Betreuungsgebiet (Altkreis Bad Doberan) landete mit 0,74 wieder einmal auf dem letzten Platz. Es hat sich also bewahrheitet, was wir schon seit Anfang Juli angenommen hatten - 2016 ist auch landesweit ein ausgesprochenes Störungsjahr gewesen.

Details gibt es auf der Seite der LAG Weißstorchschutz MV:
http://www.nabu-stoerche-mv.de/aktuelles-1/
http://www.nabu-stoerche-mv.de/der-wei%C3%9Fstorch-in-mv/bestandsentwick...

Inhalt abgleichen
© Jan Haeupl 2006 - 2013 | Powered by Drupal | CristalX theme created by Nuvio.