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"Adoption" in Grammow ist geglückt


Grammow, 28.6.17

Am heutigen Abend konnte ich mich davon überzeugen, dass unser Versuch, einen in Niekrenz abgeworfenen Jungstorch nach zwischenzeitlicher Pflege durch den Zoo Rostock in Grammow in die dortige "Storchenfamilie" zu integrieren, geglückt ist. Während der Beringung am 19. Juni hatten wir ihn eingehorstet. Ich wurde Zeuge einer Fütterung und konnte dabei feststellen, dass beide Jungstörche sich prächtig entwickelt haben. Auch in den Nestern, in denen am kommenden Dienstag die später geschlüpften Küken beringt werden sollen, sieht es momentan gut aus. Nur aus Wendfeld wurde der Abwurf eines sehr kleinen Kükens gemeldet.
Jetzt aber baut sich eine bedrohliche Witterungskonstellation auf. Für die nächsten Tage ist sehr viel Niederschlag vorhergesagt. Besonders am Donnerstag und Freitag ist anhaltender Starkregen zu befürchten. Dieses Szenario ist besonders für die Küken lebensgefährlich, die jetzt im Alter von drei bis fünf Wochen sind und von den Altvögeln nicht mehr gehudert werden können, während gleichzeitig ihr Gefieder noch nicht voll ausgebildet ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass es nicht so schlimm kommen wird.

Ergebnisse der zweiten Beringungsrunde

Am Samstag fand im Altkreis Ribnitz-Damgarten die insgesamt zweite diesjährige Beringungsrunde statt. Das Ergebnis war recht unterschiedlich, aber überwiegend positiv:
- 4 x 4 Jungstörche: Kavelsdorf, Forkenbeck, Wöpkendorf, Ehmkenhagen
- 4 x 3 Jungstörche: Kuhlrade, Kneese, Redderstorf, Freudenberg
- 2 x 2 Jungstörche: Langenhanshagen, Bartelshagen II
- 4 x 1 Jungstorch: Altenwillershagen, Klockenhagen, Gresenhorst, Tressentin.
Bei dieser Gelegenheit wurde noch eine Neuansiedlung in Schulenberg bei Marlow bekannt. Leider wurden die beiden geschlüpften Jungstörche dort tot abgeworfen. Dennoch ist es eine sehr erfreuliche Neuigkeit.

Im Nordmagazin des ndr wurde heute ein Bericht über die Beringungsrunde vom 19.6. gesendet:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Baby-Boom-bei-Stoerch...

Von Bentwisch ins Ermland, von Rostock nach Litauen

In den letzten Tagen erreichten mich aus Nordosteuropa interessante Wiederfundmeldungen zu zwei unserer Weißstörche. Ringstorch DEH HH735 wurde 2012 nestjung in Bentwisch beringt und jetzt erstmals - als erfolgreicher, mittlerweile fünfjähriger Brutvogel - aus Zywkowo zurückgemeldet. Dieses kleine Dorf im Ermland, ganz im Norden Polens, ist ein ganz berühmtes Storchendorf mit 50 und mehr Storchenpaaren und deutlich weniger Einwohnern. 545 Kilometer von seinem Geburtsnest entfernt siedelte sich dieser Storch an!
Einen noch weiteren Weg legte DEH H5529 zurück. Dieser 2007 im Zoo Rostock beringte Vogel war 2011 der erste Hiddensee-Storch, der aus Finnland zurückgemeldet wurde. Jetzt wurde er nahrungssuchend in Joniski/Litauen abgelesen - 770 Kilometer beträgt hier die Entfernung. In einem Alter von zehn Jahren sollte er längst Brutvogel sein, dies ließ sich allerdings bisher (noch) nicht nachweisen.
Beide Beispiele zeigen, dass sich unsere Weißstörche gelegentlich auch sehr weit entfernt von ihrem Schlupfort ansiedeln.

Erfreuliches Ergebnis der ersten Beringungsrunde: 46 Jungstörche in 16 Nestern

Diese vier "Halbstarken" in Berendshagen gehören zu den insgesamt 46 Jungstörchen, die wir heute im Großraum Rostock beringt haben. Damit konnte wie erwartet bei den frühen Paaren ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis pro Nest erzielt werden. Angesichts der deutlich schwächer einzuschätzenden Nachwuchsrate der späteren Brutpaare, vor allem aber der vielen Nichtbrüterpaare und mehr noch der zahlreichen leer gebliebenen Nester wird die Gesamtzahl der flüggen Jungstörche im alten Landkreis Bad Doberan am Ende dennoch nur den historisch gesehen zweitniedrigsten Wert (nach 2016) erreichen. Insgesamt fünf Abwürfe von toten Küken, die heute bekannt wurden (je zwei in Bentwisch und Hohen Schwarfs und einer in Grammow) zeigen an, dass die Verfügbarkeit von größeren Nahrungstieren längst nicht überall gut ist.
Im Einzelnen haben wir beringt:
5 x 4 Jungstörche: Lieblingshof, Schwaan II, Berendshagen, Groß Belitz/GÜ, Selow/GÜ
5 x 3 Jungstörche: Satow, Petschow, Niekrenz, Niendorf, Biestow/HRO
4 x 2 Jungstörche: Bentwisch, Hohen Schwarfs, Breesen/RDG, Passin/GÜ
2 x 1 Jungstorch: Volkenshagen, Grammow
Das am 31. Mai in Niekrenz abgeworfene Küken, das bis gestern im Zoo Rostock aufgezogen wurde, haben wir in Grammow eingehorstet, sodass dort hoffentlich am Ende zwei Jungstörche ausfliegen.

Zeit der Beringungen beginnt


Erst für den 4. Juli ist die Beringung dieses Kükens in Rosenhagen vorgesehen. 17.6.17.

Wie in jedem Jahr beginnt etwa Mitte Juni die Zeit, in der die noch nicht flüggen Jungstörche in den für uns erreichbaren Nestern beringt werden. Den Anfang macht am Montag der Altkreis Bad Doberan, wo elf Nester mit früh eingetroffenen Paaren auf der Liste stehen. Zusätzlich werden je ein Standort in der Hansestadt Rostock und im Altkreis Ribnitz-Damgarten sowie drei Nester im Altkreis Güstrow (Bereich Bützow) angesteuert. Sponsor sind nun schon im neunten Jahr die Kreisbauernverbände Bad Doberan und Bützow. Begleitet wird der Tross in diesem Jahr von einem NDR-Fernsehteam sowie mehreren Zeitungen. Die Prognosen deuten auf ein sehr gutes, deutlich überdurchschnittliches Ergebnis hin, auch wenn heute aus Hohen Schwarfs erstmals der Abwurf eines toten Kükens gemeldet wurde. Die einzelnen Stationen lauten: Volkenshagen - Bentwisch - Hohen Schwarfs - Petschow - Lieblingshof - Niekrenz - Grammow - Breesen - Niendorf - Schwaan II - Passin - Selow - Groß Belitz - Berendshagen - Satow - Rostock-Biestow.
Am kommenden Samstag, 24. Juni, ist dann der Altkreis Ribnitz-Damgarten an der Reihe, von wo uns jetzt auch einige erfreuliche Zwischeninformationen erreicht haben. So wurden zuletzt in den Nestern Ehmkenhagen, Kavelsdorf und Wöpkendorf je vier Jungstörche beobachtet. Den Abschluss bildet schließlich am 4. Juli eine zweite Runde zu den spät geschlüpften Jungstörchen des Altkreises Bad Doberan.
Wir werden ausführlich berichten!

Nichtbrütertrupp inspiziert verwaiste Brutreviere


Drei Kandidaten für die Beringung am 19. Juni: Jungstörche in Satow, 10.6.17.

In diesem Jahr wurden die langjährigen Brutreviere Broderstorf I, Broderstorf II und Thulendorf leider nicht besetzt. Ein Grund könnte gewesen sein, dass es - zumindest in Broderstorf II und Thulendorf - im so trockenen Vorjahr einen Totalverlust der Brut gegeben hat. Alle Jungstörche verhungerten. In diesem Jahr hat es gerade dort, östlich von Rostock, kontinuierlich und auch ergiebig geregnet. Das Nahrungsangebot ist dementsprechend besonders auf den weitläufigen Dauergrünlandflächen sehr viel besser. Gestern Abend entdeckte ich südlich von Thulendorf einen Trupp von elf Störchen, darunter einen einjährigen beringten Storch aus Schweden und einen vierjährigen Hiddenseestorch. Sie waren vergesellschaftet mit einem großen Trupp Silber- und Sturmmöwen. Auch 19 Kraniche suchten nach Nahrung, und ein Großer Brachvogel überflog laut rufend die Nahrungsfläche. Den Störchen scheint es dort zu gefallen. Jedenfalls besetzte schließlich (wie schon am Abend vorher) ein Paar den verwaisten Horst in Thulendorf, ein Einzelstorch machte es sich im Nest Broderstorf II gemütlich. Es wäre sehr schön, wenn sich hier im Hinblick auf die nächste Brutsaison schon Horstbindungen ergeben könnten. Und das dritte Nest, Broderstorf I? Von dort waren in den letzten Tagen auch bereits zwei Störche gemeldet worden. Ich traf sie im Nahbereich des Horstes auf gemähtem Grünland an. Das Männchen trug den Ring HE613, die Partnerin (sehr wahrscheinlich) DEH HN066. Das sind die Ringnummern der beiden Albertsdorfer Nichtbrüter, die offenbar den Standort gewechselt haben. Da sie beide neu in Albertsdorf waren, besteht für sie noch keine ausgeprägte Horstbindung. An diesen Beobachtungen wird deutlich, welchen erheblichen Einfluss ein plötzlich reichhaltiges Nahrungsangebot auf Weißstörche haben kann.
Auch in den früh besetzten Nestern des Altkreises Bad Doberan sieht es momentan gut aus, aus vielen schauen nach wie vor drei oder mehr Junge heraus. Ungewöhnlicherweise gab es noch keine einzige Meldung eines tot abgeworfenen Kükens. Zur ersten Beringungsrunde, die am 19. Juni stattfinden wird, wissen wir mehr. Im Bereich Ribnitz-Damgarten sieht es nicht so günstig auch. Dort gab es auch deutlich weniger Niederschlag.
Dass es immer noch ganz anders kommen kann, zeigen die immensen Verluste bei den Storchenküken im benachbarten Schleswig-Holstein. Dort fielen in dieser Woche nördlich des Nord-Ostsee-Kanals tragischerweise zahlreiche bereits recht große Jungstörche einem anhaltenden, kalten Starkregen zum Opfer. Besonders im Alter zwischen drei und fünf Wochen sind Storchenküken sehr empfindlich gegen derartige Ereignisse. Hoffen wir, dass bei uns alles gut geht und dass auch die überlebenden Küken in Schleswig-Holstein groß werden!

Todesursache "Giftgas"

In diesen Tagen erreichte mich eine Wiederfundmeldung aus dem Nordwesten Syriens. Am 5. April wurde der von uns im letzten Jahr in Klingendorf/DBR beringte Storch Hiddensee AB08 dort tot aufgefunden. Nach den Angaben der Melderin, die der Beringungszentrale auch ein Foto des Ringes gesendet hatte, starb der Vogel an den Folgen von Giftgas. Die Information kam von einem syrischen Flüchtling, der aus der Region stammt. Die internationale Presse hat ausführlich über einen Giftgasangriff auf eine Kleinstadt genau in der Fundregion am 4. April berichtet. Bei diesem verheerenden, völkerrechtswidrigen Angriff sind sehr viele Zivilisten, darunter auch zahlreiche Kinder, gestorben. Vor diesem Hintergrund erscheint der Tod eines Storchs nur als eine Randnotiz, die Meldung macht aber einmal mehr auf die Kriegsverbrechen aufmerksam, die dort immer wieder begangen werden.

Günstige Witterungsverhältnisse sorgen für viel Nahrung

Vier oder sogar fünf Küken? Das ist die Frage auf diesem Foto vom 5. Juni. In jedem Fall ist es ein ungewöhnliches Bild, denn in Petschow, wo es aufgenommen wurde, sind in den letzten Jahren selten mehr als zwei Jungstörche groß geworden. Das feuchtwarme Wetter der letzten Wochen scheint das Nahrungsangebot für die Weißstörche auf jeden Fall sehr positiv beeinflusst zu haben. Verglichen mit dem sehr trockenen und nahrungsarmen Vorjahr machen die Küken in den Nestern der frühen Paare durchweg einen sehr viel besseren Eindruck. Aktuell werden in mindestens vier Nestern des Altkreises DBR vier Jungstörche gezählt: Schwaan II, Berendshagen, Petschow und Lieblingshof. Drei sind es zurzeit in Niendorf, Biestow, Niekrenz und Hohen Schwarfs, zwei in Benitz. Auf unserer Bruterfolgskarte kann der jeweils aktuelle Stand gut nachvollzogen werden.
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1077

Rettung für Niekrenzer Storchenküken

Der aufmerksamen Beobachtung des Horstbetreuers Manfred Neumann in Niekrenz hat ein etwa 14 Tage altes Storchenküken sein Leben zu verdanken. Es wurde gestern früh unter dem etwa 10 Meter hohen Nistmast gefunden. Der Aufprall muss durch dichte Sträucher entscheidend gebremst worden sein. Den ersten Tag hat der Jungstorch mit Hilfe von Wärme und Katzenfutter gut überstanden. Er machte einen recht robusten Eindruck, als ich ihn heute zur weiteren Pflege in den Rostocker Zoo brachte. Wenn alles gut geht, soll er in knapp drei Wochen in ein geeignetes anderes Wildstorch-Nest eingesetzt werden. Diese Form der Einhorstung hat sich in den letzten Jahren wiederholt bewährt. Im Niekrenzer Nest befinden sich immer noch drei kräftige Küken, das vierte wurde vermutlich abgeworfen, weil die Altvögel das Nahrungsangebot als nicht ausreichend für die Aufzucht von vier Küken eingeschätzt haben. Insgesamt sieht es momentan in den früh besetzten Nestern offenbar deutlich besser aus als im Vorjahr. Aus Berendshagen und Schwaan/Tannenberg wurde jeweils noch ein vierter Jungstorch "nachgemeldet". Der gestrige Regen ist auf jeden Fall für die Nahrungssuche von Vorteil gewesen. Insgesamt brachte der Mai in unserer Region durchschnittliche Niederschlagsmengen, ganz anders als im enorm trockenen Vorjahr.

Viele frühe Paare haben Nachwuchs


Muntere "Dreierbande" in Schwaan/Tannenberg. 28.5.17

Das in letzter Zeit warme und weitgehend störungsfreie Wetter hat dazu beigetragen, dass in vielen Nestern mit früher Paarbindung jetzt Jungstörche zu erkennen sind. Bei einer kleinen Rundfahrt am heutigen Abend kam ich zu folgenden Erkenntnissen:
- Niendorf: Küken im Nest gesehen
- Benitz: Küken im Nest gesehen
- Schwaan II: 3 kräftige Küken
- Zeez: mindestens 2 Küken, noch sehr klein
- Petschow: Küken im Nest, Fütterung
- Lieblingshof: 2 Küken im Nest gesehen
- Niekrenz: 3 kräftige Küken
- Hohen Schwarfs: wachender Altstorch am Nestrand
Auch aus Berendshagen wurden drei Jungstörche gemeldet.
In Biestow hilft uns die dortige Webcam. Am sehr warmen Samstag stand erstmals der jeweils Wache haltende Altvogel über mehrere Stunden am Nestrand. Gegen 19 Uhr war eindeutig eine Fütterung zu sehen, und auch mindestens ein kleines Köpfchen war zu erkennen. Der Schlupf des oder der ersten Küken war für den 24. Mai berechnet worden. Damit dürfte die Brut jetzt abgeschlossen sein. Wir dürfen die weitere Entwicklung mit Spannung beobachten.
Gestern konnte der letzte bisher noch offene Ringstorch im Altkreis Ribnitz-Damgarten identifiziert werden: Auch in Löbnitz gehört ein 2015 in Schweden beringter Storch zum Brutpaar - SVS 2049 hat sogar schon Nachwuchs im Nest, dem gestern fleißig Schatten gespendet wurde.

Die Nachkommen der "alten Brandenburgerin"

In den Jahren 2008 bis 2015 brütete eine ganz besondere Störchin bei uns: Hiddensee KA3528 wurde 1994 in Manker/Brandenburg beringt und zog allein in ihren letzten acht Lebensjahren in Wendfeld nicht weniger als 23 Jungstörche groß. 18 davon haben wir beringt. Nach dem Weibchen DEH H8960 aus 2009, das seit 2014 Brutvogel in Redderstorf ist und dem Männchen DEH HC774 aus 2010, das seit 2013 nacheinander in Neu Thulendorf, Thulendorf und jetzt Fienstorf brütet, haben wir mit DEH HL921 in diesen Tagen aus Bartelshagen I/RDG einen dritten Nachkömmling der "alten Brandenburgerin" gemeldet bekommen. Dieses Männchen entstammt dem Jahrgang 2013 und bildet dort mit einer unberingten Störchin ein Nichtbrüterpaar. Damit nicht genug: mit DEH HN064 wurde im letzten Jahr in Polen ein gleichfalls in Wendfeld beringter Jungstorch des Jahrgangs 2014 abgelesen. Fast hat es den Eindruck, als ob unsere alte Storchendame ihrem Nachwuchs besonders gute Voraussetzungen mit auf den Weg gegeben hat...

Die ersten Küken und viele Nichtbrüterpaare


Fütterung des frisch geschlüpften Storchennachwuchses in Berendshagen, 21.5.17

An diesem Wochenende konnten erwartungsgemäß die ersten, noch ganz kleinen Weißstorchkücken in den Nestern unserer Region beobachtet werden. Es ist der Nachwuchs der frühen Paare, die bereits Ende März/Anfang April eingetroffen waren. Zwei kleine Köpfchen waren in Niekrenz zu sehen, ein Schnäbelchen in Schwaan II. Auch in Petschow und Berendshagen gab es sichere Anzeichen einer erfolgreichen Brut. Momentan scheint die Nahrungssituation nach den Regenfällen vom Mittwoch ganz gut zu sein, aber es sollte auch in nächster Zeit immer wieder einmal Niederschläge geben, vor allem, damit die Altvögel Zugriff auf Regenwürmer bekommen.
Auf der anderen Seite zeichnet sich schon jetzt wie in den beiden Vorjahren ein hoher Anteil an Paaren ohne Bruterfolg ab. Dies hängt zunächst vor allem damit zusammen, dass etliche Paare erst im Mai zueinander fanden. So bekamen in den letzten Tagen auch die Einzelstörche in Gnewitz und Pankelow II endlich einen Partner. Von diesen späten Paaren haben viele keine Brut mehr begonnen (und werden das angesichts der schon deutlich voran geschrittenen Brutsaison auch nicht mehr ändern). Das macht auch Sinn, denn bis zum Abflug in die Überwinterungsgebiete spätestens Anfang September muss der Nachwuchs ja noch flügge werden. Nach jetzigem Stand wird es an folgenden Standorten in diesem Jahr zu keiner Brut kommen:
- Albertsdorf (die beringte Störchin wurde inzwischen identifiziert, wir haben sie 2014 in Liepen selbst mit DEH HN066 markiert)
- Detershagen
- Gnewitz
- Moitin
- Neu Rethwisch
- Pankelow I
- Pankelow II
- Reinshagen
- Stubbendorf
Damit haben im Altkreis Bad Doberan nur 29 Paare mit der Brut begonnen, 2015 und 2016 waren es noch jeweils 43. Im Nest Schmadebeck II ist die Brut bereits gescheitert, bei weiteren ist erfahrungsgemäß noch mit einem Misserfolg zu rechnen. Hier spielen Witterung und Nahrungsangebot eine entscheidende Rolle.

Ein Schweizer Storch an der Ostsee?

Dieser hübsche Storch, der sich hier am 13.5.17 im Vogelpark Marlow zeigt, trägt einen in der Schweiz angebrachten ELSA-Ring. Da stellt sich die Frage, ob es tatsächlich eine solch ausgeprägte Fernmigration geben kann. Aber ist es wirklich ein Schweizer Storch? Nachdem die Beringungszentrale Hiddensee heute Datum und Ort der Beringung mitteilte, führte die Spur zur Stiftung Wildstation Landshut im Kanton Bern. Von dort erhielten wir die freundliche Auskunft, dass dieser Storch letztes Jahr Mitte September -
vermutlich als adulter Zugvogel - erschöpft aufgegriffen wurde. Er wurde einige Zeit in der Wildstation gepflegt und aufgepäppelt und dann am 4. Oktober wieder in die Freiheit entlassen. Wir können also nicht mehr klären, woher er ursprünglich stammt. Es ist jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit kein "Schweizer Storch", sondern nur einer, der in der Schweiz beringt wurde!

Endlich eine Partnerin für HE613


Nahe Bentwisch, 13.5.17 - links im Bild DEH HE613

Am 5. April kehrte das 2011 von uns in Volkenshagen beringte Männchen DEH HE613 nach Mönchhagen zurück, wo es die beiden letzten Jahre zusammen mit einer Partnerin eine neue Nisthilfe ausgebaut hatte. Auch in diesem Jahr machte der Beringte sich "an die Arbeit". Als sich jedoch nach zwei Wochen immer noch kein Weibchen eingefunden hatte, orientierte er sich neu. Ich fand ihn in Albertsdorf wieder, wo er offenbar auch um das Nest gekämpft hat. Gestern nun entdeckte ich ihn am Rande des Nachbarortes Bentwisch auf Nahrungssuche - und nun endlich auch mit einer Partnerin. Sie ist auch beringt, konnte jedoch noch nicht identifiziert werden, da der ELSA-Ring stark verkotet ist. Für eine Brut wird es zu spät sein, aber auf eine feste Paar- und Horstbindung können wir zumindest noch hoffen. Dies wäre dann im Altkreis DBR unser 36. Paar.
Bei vier anderen Störchen hat sich dagegen noch kein Partner gefunden - sie sind "noch zu haben":
- Pankelow II (solo seit 28.3.)
- Gnewitz (seit 14.4.)
- Groß Bölkow (seit 2.5.)
- Klingendorf (seit 10.5.)
Die Neuansiedlung in Stubbendorf scheint für dieses Jahr leider schon wieder Geschichte zu sein. Seit Donnerstag hat das Paar das Nest verlassen. Beide Störche waren zusammen immerhin über vier Wochen vor Ort, haben auch versucht, Nistmaterial einzutragen, was jedoch überwiegend scheiterte, da die Nisthilfe zuletzt vor 12 Jahren besetzt gewesen ist und mittlerweile in schlechtem Zustand war. Eine Brut wurde trotz der frühen Paarbildung nicht begonnen. Wir werden jetzt versuchen, hier möglichst bald einen neuen Nistkorb aufsetzen zu lassen. Vielleicht kommen dann ja noch Störche zurück.

Schlechte Aussichten im Westen

Der frühere Kreis Bad Doberan (in seinen alten Grenzen bis 1995) zählte noch in den 1970er Jahren zu den am dichtesten von Weißstörchen besiedelten Regionen in ganz Deutschland. Damals brüteten hier regelmäßig über 50 Horstpaare, die auch schon einmal 100 Jungstörche in einem Jahr groß bekamen (1971). Wer sich für diese "alten Zeiten" und auch Fotos von damals interessiert, dem sei ein spezieller Bereich unserer Website empfohlen:
http://www.stoerche-doberan.de/historisches.htm


Bahrenhorst in der Conventer Niederung, um 1975, mit zwei Storchennestern auf dem Reetdachgebäude. Foto: Hans-Heinrich Zöllick

Schon zu DDR-Zeiten ging der Bestand stark zurück. 1988 zählte Hans Zöllick noch 22 Horstpaare. Danach erholte sich der Bestand vorübergehend, sodass 2003 wieder 38 Paare ermittelt werden konnten. Seitdem geht es kontinuierlich abwärts. 2016 waren es nur noch 14 Horstpaare, und in diesem Jahr zähle ich aktuell noch 11 und einen Einzelstorch. Noch erschreckender ist der Rückgang des Bruterfolgs: waren es im Jahre 2004 immerhin noch 62 Jungstörche, die flügge wurden, gab es 2016 gerade einmal sechs ausfliegende Junge. Und in diesem Jahr sieht es leider nicht viel besser aus. Lediglich in drei Nestern haben wir momentan gute Hoffnung auf Bruterfolg:
- Satow
- Berendshagen
- Heiligenhagen
Hier hat die Brut rechtzeitig begonnen und ist bisher auch nicht abgebrochen worden.
In vier anderen Nestern kam der zweite Storch erst Ende April/Anfang Mai. Hier ist zum Teil noch gar nicht absehbar, ob überhaupt noch mit einer Brut begonnen wird:
- Moitin
- Neu Rethwisch
- Rosenhagen
- Vorder Bollhagen
Sicher ohne Bruterfolg werden die Paare in
- Reinshagen (vermutlich Brutabbruch/Partnerwechsel)
- Schmadebeck II (Brutabbruch)
bleiben. Auch an den beiden übrigen Standorten Kröpelin und Detershagen machen die Störche bisher noch keinerlei Anstalten für eine Brut. Stattdessen kam es hier zu zahlreichen Wechseln, bei denen auch mindestens drei beringte Störche mit im Spiel waren. Keiner von diesen ist aktuell noch am Nest.
Schließlich ist in Groß Bölkow seit etwa einer Woche ein Einzelstorch anwesend, der auch fleißig gebaut hat, heute Abend aber immer noch allein war. Im Unterschied zum Vorjahr noch gar nicht besetzt sind:
- Rederank
- Clausdorf
- Hohen Luckow
Das ist ein sehr trüber Zwischenstand, und es gehört wenig Phantasie dazu, für die nächsten Jahre einen weiteren Rückgang zu prognostizieren - leider!

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Aus Bandelstorf kann ich vermelden, dass das Brutgeschäft offenbar weiter ruhig verläuft und bei dem Männchen mit der Drahtschlinge um den Hals zumindest bis jetzt keine weiteren alarmierenden Vorfälle beobachtet wurden.

Tierparkbeobachtungen und eine Neuansiedlung (?)

Während in diesen Tagen unsere ersten Storchenküken schlüpfen (z. B. in Schwaan II), richtet sich andernorts der Blick immer noch auf Neuankömmlinge. So hat sich im Zoo Rostock offenbar ein Nachfolger für das beringte Männchen H3107 auf dem Wasserturm gefunden, das dort mehrere Jahre lang Brutvogel war. Und der Neue ist kein Unbekannter: er trägt den Ring DEH HR165 und war im letzten Jahr vier Wochen zur Pflege im Rostocker Zoo, bevor wir ihn im Juli bei Parkentin wieder auswilderten. Zuvor hatte ich ihn gemeinsam mit Storchenfreund Christoph Roscher bei Pastow stark geschwächt in einem Rapsfeld eingefangen, nachdem uns aufmerksame Anwohner informiert hatten. Da hat sich der Einsatz gelohnt und die Freude über den nachhaltigen Rettungserfolg ist groß! Nun hoffen wir, dass er und seine unberingte Partnerin sich durch den Baulärm im Zoo nicht von einer Brut abhalten lassen. Der nach dem Abriss der alten Eisbärenanlage allein stehende Wasserturm ist und bleibt offenbar ein begehrter Brutplatz für die Weißstörche.

Spannendes konnte gestern Hans-Heinrich Zöllick aus dem Vogelpark Marlow vermelden. Auf der Storchenwiese gibt es ein Baumnest, in dem jetzt ein in der Schweiz beringter Storch brütet. Wir werden zunehmend internationaler, sind auf Zuwanderung aber auch ganz bitter angewiesen. Darüber hinaus entdeckte er u. a. noch vier weitere Störche mit ELSA-Ringen, die bisher noch keinem Nest zugeordnet werden konnten, aber sehr wohl schon im brutfähigen Alter sind (3, 4, 5 und 6 Jahre). Zwei von ihnen stammen aus der Region, einer aus Ostvorpommern und einer aus Sachsen. Vielleicht lässt sich das mit der Nestzugehörigkeit noch klären. Der Vogelpark Marlow ist auf jeden Fall auch weiterhin ein Hotspot, und es überrascht nicht, das zwei offenkundige Neuansiedlungsversuche aus seiner Umgebung gemeldet wurden. In Fahrenhaupt/RDG stand zumindest zuletzt ein Storch auf der lange verwaisten Nisthilfe, während aus Stubbendorf/DBR sogar ein bauendes Paar gemeldet wurde. Letztmalig vor zwölf Jahren war dieses Nest besetzt. Auf die weitere Entwicklung darf man gespannt sein.

Ein Nichtbrütertrupp macht Hoffnung

Dieser einjährige schwedische Storch (Ringnummer SVS 2122) ist Bestandteil eines Nichtbrütertrupps, der gestern tagsüber mehrfach aus unserem Betreuungsgebiet gemeldet wurde. Ich entdeckte ihn dann schließlich gegen 17 Uhr im Bereich Jürgenshagen/GÜ, wo sich elf Störche nahrungssuchend kurz vor Krugland auf Grünland fortbewegten. Die anderen zehn Störche waren leider unberingt. Da zugleich weitere Beobachtungen (unter anderem neues Storchenpaar in Detershagen ab 5.5., Einzelstorch in Groß Bölkow am 6.5.) gemacht wurden, hat es den Anschein, dass aktuell junge, nachrückende Störche eingetroffen sind. Nicht jeder von ihnen wird in diesem Jahr schon konkret nach einem Nistplatz suchen, aber es besteht doch die Hoffnung, dass sich der eine oder andere verwaiste Platz in unseren Nestern noch füllen wird. Für eine erfolgreiche Brut wird es jetzt aber in aller Regel schon zu spät sein. Hoffen können wir in solchen Fällen auf eine möglichst lange Horstbindung und eine Wiederkehr im kommenden Jahr.

Selbstrettung aus höchster Not - Bandelstorfer Männchen mit Drahtschlinge um den Hals


Unterschnabel verfängt sich in Drahtschlinge am Storchenhals. Bandelstorf, 5.5.17

Bei der heutigen Kontrolle des Bandelstorfer Storchenpaares kam es zu einer höchst dramatischen Situation. Das unberingte Männchen, das sich putzend auf dem Nest stand, schlug plötzlich wie toll mit den Flügeln umher und verrenkte den ganzen Körper, bevor es vom Nest abflog. Auf der nahen Wiese entdeckten wir die Ursache - er hatte sich mit dem Unterschnabel in einer Drahtschlinge verfangen, die ihm sehr eng um den Hals sitzt. Nach etwa zehn Minuten gelang es ihm zu unserer großen Erleichterung, den Unterschnabel aus der Schlinge zu bekommen. Danach beruhigte er sich, und wir sahen noch, wie er einige Zeit später das Brutgeschäft von seinem Weibchen übernahm. Wieso der Storch die Schlinge um den Hals hat, ist völlig unklar. Möglicherweise hat er sie sich bei der Nahrungssuche eingehandelt. Ihn davon zu befreien, wird kaum möglich sein, denn er ist voll flugfähig. Wir werden diesen Storch aber besonders unter Beobachtung halten. Erst einmal können wir nur hoffen, dass das schlimme Missgeschick nicht noch einmal auftritt. Anwohner berichten, dass die Schlinge schon mindestens zwei Wochen lang am Hals festsitzt.


Der Unterschnabel ist wieder frei - der Storch hat sich beruhigt, die Schlinge ist auf dieser Aufnahme gar nicht mehr zu erkennen. Sie sitzt aber weiter eng am Hals fest.

Leider müssen wir auch schon die beiden ersten Brutabbrüche vermelden. In Schmadebeck II stehen beide Störche seit wenigen Tagen auf dem Nest, nachdem davor schon längere Zeit gebrütet worden war. Die wahrscheinlichste Ursache ist ein Gelegeverlust nach Horstkämpfen, vermutlich am letzten Wochenende. Wenn jetzt nicht ein neues Weibchen am Nest ist, wird es leider in Schmadebeck in diesem Jahr keinen Storchennachwuchs geben. In Reinshagen ist das Paar bereits seit Ende März zusammen, eine Brut wurde bisher jedoch noch gar nicht sicher festgestellt. So ähnlich sah es auch im letzten Jahr aus. Auch hier kann es (unbeobachtete) Kämpfe, vielleicht auch mit Partnerwechsel gegeben haben. Es erscheint jedoch auch möglich, dass das Weibchen (wie eventuell schon im Vorjahr) nicht in der Lage ist, Eier zu legen.
Dieses Schicksal würde sie mit der beringten Störchin Helgoland 716T teilen, die in über zehn Jahren (bei diversen Kontrollen) nur zweimal ein einziges Ei gelegt haben dürfte. Lediglich 2015 brachte sie in Brünkendorf/RDG ein Junges durch. In diesem Jahr ist sie mit Partner ins benachbarte Alt Guthendorf umgezogen. Das frei gewordene Nest in Brünkendorf war dabei am Wochenende sehr umkämpft. Ein dreijähriger Storch, beringt in der Region Uecker-Randow, erlitt dabei eine Flügelfraktur. Er kam in den Zoo Stralsund, der Flügel musste leider amputiert werden.
Eine interessante Beobachtung gelang am Abend noch am Schornsteinhorst Pankelow I. Dort hatte über Wochen das beringte Männchen DEH H9768 gebaut, war aber am 20. April nach Cammin zu einem Weibchen umgezogen. Heute wurde dort augenscheinlich fest gebrütet. Den Platz im "gemachten Nest" hat nun ein anderer Storch eingenommen: DEH HH198, geschlüpft 2012 im Landkreis Ludwigslust, ist bei uns kein Unbekannter. Ich las seinen Ring bereits im Juli 2015 ganz in der Nähe bei der Getreideernte ab. Im Vorjahr war er kurzzeitig in Hohen Schwarfs auf dem Nest, wurde dort aber vom langjährigen Nestinhaber DEH H2189 vertrieben. Seit etwa 14 Tagen besetzt er nun wieder den Schornsteinhorst in Pankelow, wartet aber ebenso wie das Männchen im benachbarten Nest Pankelow II immer noch vergeblich auf ein Weibchen.

Zwischenbilanz zum 1. Mai: noch große Lücken


Eines der wenigen Paare, das am Wochenende zusammengefunden hat: Moitin. Foto: A. Hornburg, 2.5.17

Wie jedes Jahr möchte ich auch jetzt wieder eine erste Zwischenbilanz zum Stichtag 1. Mai ziehen. Im Vorjahr hatten im Altkreis Bad Doberan 46 Horstpaare und 2 Einzelstörche eine mindestens vierwöchige Nestbindung. Aktuell zähle ich erst 32 Horstpaare und 4 Einzelstörche (= 72 Prozent). Das wäre ein Bestandseinbruch um rund 30 Prozent. Allerdings wurden im Vorjahr zwischen dem 1. Mai und dem endgültigen Zähl-Stichtag 18. Mai noch fünf weitere Horstpaare komplett, 2015 waren es sogar zehn. Es bleibt also noch etwas Hoffnung, dass es nicht ganz so schlimm kommt wie es jetzt aussieht. Diese späten Paare werden aber nur noch ausnahmsweise Bruterfolg haben.
Am letzten Wochenende waren die Zugbedingungen zwar tatsächlich sehr günstig, aber es fanden sich nur sehr wenige Störche neu ein. Somit blieben im Vergleich zum Vorjahr folgende Nester (noch) unbesetzt:
- Mönchhagen
- Thulendorf
- Broderstorf II
- Vogtshagen
- Tessin
- Sildemow
- Schwaan I
- Rukieten II
- Clausdorf
- Groß Bölkow
- Detershagen
- Rederank
- Hohen Luckow
- Klingendorf
In Albertsdorf, Gnewitz, Pankelow I und Pankelow II fehlte immer noch der zweite Storch.
Demgegenüber stehen nur zwei Wiederansiedlungen: Kambs und Vorder Bollhagen.
Die Gründe für die sehr schlechte Zwischenbilanz, die im Übrigen auch in vielen anderen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns ähnlich ausfällt, habe ich an dieser Stelle bereits wiederholt diskutiert. Wir müssen davon ausgehen, dass die anhaltende, große Dürre in den wichtigen ostafrikanischen Überwinterungsgebieten erhebliche Verluste gefordert hat. Außerdem gab es ab dem 10. April über Mittelosteuropa etwa drei Wochen lang sehr widrige Zugbedingungen. Hinzu kommen sicher auch die vielen schlechten Erfahrungen, die brütende Storchenpaare 2016 bei uns gemacht haben. Mehr als 60 Prozent blieben ohne Bruterfolg, gleich reihenweise gab es Totalverluste - verursacht durch ein katastrophal geringes Nahrungsangebot nach wochenlanger Trockenheit.

Beste Zugbedingungen am verlängerten Wochenende - schon die letzte Chance?

Für das kommende, verlängerte Wochenende sind erstmals seit Wochen wieder sehr gute Zugbedingungen über Polen und Nordostdeutschland vorhergesagt. Am Sonntag soll die Sonne 15 Stunden scheinen und dabei ein strammer Wind aus Ost bis Südost wehen. Dies dürfte fast schon die letzte Chance für diejenigen Störche sein, die bisher noch nicht an ihren Nestern eingetroffen sind und anschließend noch auf Bruterfolg hoffen. Da wir nach wie vor einen deutlichen Rückstand in der Horstpaarzahl gegenüber den beiden schon sehr schlechten Vorjahren aufweisen, können wir nur hoffen, dass es noch einmal einen kräftigen Einflug geben wird. Bereits in den letzten zwei bis drei Tagen gab es einige Nachzügler, und auch ein "Vertriebener" tauchte wieder auf: der vor etwa zehn Tagen aus dem Stäbelower Horst verdrängte männliche Storch mit dem polnischen Ring sucht offenbar weiter in unser Region nach einem geeigneten Nistplatz und einer Partnerin. Heute wurde er für mehrere Stunden auf dem Horst in Detershagen beobachtet. Das Ei am Nestrand stammt sicherlich noch aus der vorangegangenen Brutsaison.


Foto: A. Hornburg, 28.4.17

Rekordverdächtige 51 Tage dauerte es, bis gestern in Kröpelin endlich ein Weibchen landete, das der bereits am 7. März eingetroffene Nestinhaber akzeptierte. Es gab bereits eine erste gemeinsame Übernachtung und auch "Storchenhochzeit" wurde bereits gefeiert. Es ist auf jeden Fall nicht die Vorjahresstörchin, denn die trug keinen Ring. Die "Neue" hat einen oberhalb des linken Intertarsalgelenks, leider gelang die Ablesung bisher noch nicht.


Foto: A. Hornburg, 28.4.17

Weitere Rückkehrer wurden von folgenden Nestern gemeldet: Fienstorf (2. Storch), Rosenhagen (2.), Nustrow (2.), Wendfeld (2.), Pankelow I (1.), Kambs (1. und 2.), Vorder Bollhagen (2.).

Neue Storchennest-Webcam in Rostock-Biestow

Seit wenigen Tagen gibt es eine neue Webcam, die Bilder aus dem Storchennest Rostock-Biestow überträgt. Verantwortlicher Betreiber ist der Verein "Leben in Biestow e. V." Das gezeigte Bild aktualisiert sich etwa alle 60 Sekunden. Das Männchen traf am 24. März ein, das Weibchen erst am 15. April. Die Brut hat am 22. April begonnen.
Link: https://webcam.biestow-info.de/

Auf Brautschau...

Eine ganze Reihe von Männchen wartet schon sehr lange auf eine Partnerin. Manche von ihnen ergreifen nach längerem Warten die Initiative und sondieren die Lage auf Nestern der Umgebung. So entdeckte ich heute DEH HE613, das Männchen aus Mönchhagen, auf dem Albertsdorfer Nest. Offenbar hatte das dortige Männchen, ebenfalls noch solo, das Nest vorübergehend unbeobachtet gelassen. Ein Weibchen traf er nicht an, flog dann weiter nach Bentwisch, wo ihm jedoch das dort brütende Paar unmissverständlich verdeutlichte: "mit uns nicht"!

Mehr Erfolg hatte vor einigen Tagen das Männchen DEH H9768, 2015 und 2016 auf dem Schornsteinhorst in Pankelow zu Hause. Dort baute er schon seit dem 6. April voller Fleiß an seinem Nest. Ein Weibchen wollte sich jedoch auch hier nicht einstellen. Also entschloss er sich zum Umzug ins benachbarte Cammin, nachdem dort am 18. April ein Weibchen eingetroffen war. Nun muss er nur hoffen, dass nicht doch noch das vorjährige Männchen eintrifft.

In Ziesendorf steht seit vier Tagen das Weibchen DEH HC981 allein auf dem Nest. Ob sich unter den Männchen der Umgebung schon herumgesprochen hat, dass sie offenbar leider unfruchtbar ist? Seit 2011 gingen alle Versuche schief, und das mit nachweisbar verschiedenen Männchen. Stets blieben die Eier unbefruchtet. Ich bin gespannt, wann sie einen Partner findet. Das Ziesendorfer Vorjahresmännchen "Hugo" (DEH HN859) wurde bisher noch nicht gesichtet.

In Stäbelow entdeckte ich heute ein unberingtes Männchen auf dem Nest. Anwohner berichteten von Kämpfen, in deren Zusammenhang das polnische Männchen, das dort noch letzten Sonntag stand, in den letzten Tagen vertrieben worden sein muss. Mein anfänglicher Verdacht, dass das langjährige Männchen Hiddensee I453 nach Stäbelow zurückgekehrt sei, bestätigte sich nicht. Auch über den Zehen trägt "der Neue" keinen Ring.

Erst ein Pole, jetzt eine Schwedin

Nachdem wir kürzlich in Stäbelow einen in Polen beringten Storch entdeckten, konnte in diesen Tagen in Bandelstorf ein schwedisches Weibchen identifiziert werden. SVS 1962 ist erst zwei Jahre alt, sie stammt aus dem bekannten südschwedischen Wiederansiedlungsprojekt und wurde auf ihrem ersten Herbstzug 2015 in der Schweiz abgelesen. Damit dürfte es sich um eine Westzieherin handeln. Ob sie tatsächlich ihren ersten Brutversuch starten wird, hängt sicher nicht zuletzt davon ab, ob die letztjährige Störchin noch nach Bandelstorf zurückkehrt. In den letzten Tagen, an denen die Zugbedingungen auf der Schlussetappe halbwegs erträglich waren, sind zumindest noch einige weitere Störche eingetroffen. Von einer richtigen "Welle" mag ich allerdings nicht sprechen. Zurückgemeldet wurden:
- Cammin: 1. Storch am 18.4./2. Storch am 20.4. - die neue Nisthilfe scheint angenommen zu werden
- Ziesendorf: 1. Storch am 19.4. (trägt einen Ring)
- Liepen: 2. Storch am 18.4.
- Heiligenhagen: 2. Storch am 19.4.
- Kowalz: ein neuer 2. Storch am 20.4.
Leider ist für die nächsten Tagen erst einmal wieder Schauerwetter mit stürmischem Wind aus Nordwest bis West vorhergesagt. Dabei schließt sich das Fenster für einen aussichtsreichen Paarbildungstermin immer mehr. In den nächsten 8 Tagen sollten möglichst viele der immer noch zahlreichen Einzelstörche einen Partner finden. Ansonsten steuern wir erneut auf eine wenig aussichtsreiche Brutsaison zu. Momentan fehlt im Altkreis Bad Doberan noch etwa ein Drittel des Vorjahresbestandes. Dabei sieht es nach Osten hin deutlich besser als im Süden und vor allem Westen aus.

Haben wir einen akuten Weibchenmangel?

Es ist vielfach nachgewiesen worden, dass die landläufige Meinung, bei den Weißstörchen würden zu erst immer die Männchen am Nest erscheinen und etwas später die Weibchen, keinesfalls immer zutrifft. Die Meldungen und Beobachtungen der letzten Tage lassen jetzt allerdings ein Bild entstehen, wonach wir möglicherweise einen "akuten Weibchenmangel" haben. Aktuell zähle ich im alten Landkreis Bad Doberan 18 Horstpaare und nicht weniger als 17 einzelne Störche (von ihnen sind immerhin neun schon zehn Tage und länger an ihren Nestern). Gleichzeitig gibt es seit dem 10. April nur noch ganz vereinzelte Rückkehrinformationen, auch über Ostern ist offenbar kaum etwas nachgekommen. Häufig ist das Bild eines sehr gut ausgebauten Nestes, in dem ein einsamer Storch liegt. Die Konstellation ist in dieser Ausprägung durchaus ungewöhnlich. Wären die Geschlechter unter den Einzelstörchen verteilt, hätten sich sicher längst neue Paare gebildet. Hauptgrund für die Stockung dürften weiterhin die schwierigen Zugbedingungen über Ostdeutschland, Polen und den Karpatenländern sein. Ohne ausreichende Thermik und bei Gegenwind haben es die Störche schwer, voranzukommen. Das zeigt auch der Gülzer Senderstorch 6X812 an: er kämpft sich weiter sehr mühsam voran, war Ostersonntag immer noch östlich von Berlin. Aus meiner Sicht werden in den nächsten Tagen wichtige Weichen auch bereits für den zu erwartenden Bruterfolg gestellt. Alle Statistiken zeigen, dass Paare, die in unserer Region nach dem 25. April zusammenfinden, einen signifikant geringeren durchschnittlichen Bruterfolg haben als die frühen Paare. Wer erst im Mai zusammenkommt, bleibt fast immer ganz ohne flüggen Nachwuchs. Es sollte also bald eine größere dritte Welle (nach der ersten, schwächeren, vom 28.3. bis 1.4. und der zweiten, stärkeren, vom 5.4. bis 9.4.) bei uns eintreffen - nur ist leider eine Wetterbesserung auch weiterhin nicht in Sicht.
Zwischenzeitlich konnten wir auch beobachten, dass längst nicht immer schon der "richtige" Storch eingetroffen ist. So verschwanden die zweiten Störche aus Vogtshagen, Kowalz, Kröpelin und Pankelow II wieder. In Detershagen las am 14.4./15.4. ein aufmerksamer Anwohner den beringten Storch DEH HN101 ab. Diesen Storch haben wir selbst 2014 im benachbarten Schmadebeck beringt. Mit jetzt drei Jahren ist er offensichtlich auf der Suche nach einem geeigneten ersten Brutplatz. Da er jetzt in seiner Ursprungsregion angetroffen wurde, denke ich, dass wir ihn früher oder später (oder auch erst im nächsten Jahr) bei uns noch als Brutstorch wiederfinden werden.

Ein neues Männchen aus Polen für Stäbelow

Seit dem Jahr 2011 dominierte ein 2000 in Ostvorpommern beringtes Männchen mit dem Metallring Hiddensee I453 das Stäbelower Nest. Früher immer "eine sichere Bank" für Bruterfolg, gab es in den letzten drei Jahren nacheinander drei verschiedene Weibchen und 2015 und 2016 nach später Paarbildung leider keinen Bruterfolg. Nun kehrte am 9. April das vorjährige Weibchen mit dem Ring DEH HE623 zurück. Am gleichen Tag fand sich auch ein neues Männchen ein, das nun ebenfalls wieder ein Ringträger ist. Leider ist der Ring stark verkotet, aber es lässt sich schon sagen, dass der Storch 2013 oder 2014 in Polen beringt worden ist. Sobald der Kot etwas mehr vom ELSA-Ring abgewaschen ist, sollte die genaue Identifizierung möglich sein. Interessanterweise war zu beobachten, dass sie bei der gemeinsamen Nahrungssuche die Richtung vorgab. Das ist auch sehr sinnvoll, denn die Störchin kennt sich hier ja schon aus. Spannend dürfte es werden, wenn das alte Männchen doch noch zurückkehrt.


Gemeinsamer Nestbau in Stäbelow. Rechts im Bild das neue polnische Männchen. Foto: B. Becker, 16.4.17

Der dritte Versuch - stockende Rückkehr

Bei einer Neuansiedlung - die bei uns seit Jahren sehr selten geworden sind - dauert es meist einige Zeit, bis sich dort erstmals Bruterfolg einstellt. Das hängt vor allem damit zusammen, dass es meistens junge, unerfahrene Störche sind und außerdem eher suboptimale Brutreviere besetzt werden. Nicht selten sind es sogar nur einmalige Versuche, die im darauffolgenden Jahr nicht wiederholt werden. Im alten Landkreis Bad Doberan haben sich in den vergangenen zehn Jahren gerade einmal zwei neue Standorte nachhaltig positiv entwickelt: Niendorf und Pankelow II. In Wachstumsgebieten wie allen alten Bundesländern sieht das naturgemäß ganz anders aus...


Das 2011 von uns in Volkenshagen beringte Männchen mit dem Ring DEH HE613 unternimmt in diesem Jahr den dritten Anlauf, um erstmals im benachbarten Mönchhagen erfolgreich zu brüten. Seit dem 5. April ist er zurück, baut auch fleißig, wartet jedoch noch auf ein Weibchen.

Unterdessen zeigt der Blick auf die Rückkehrdaten bereits eine deutliche Stockung an. Konnten wir allein zwischen dem 5. und dem 9. April 23 heimgekehrte Störche verbuchen, sind es in den letzten fünf Tagen lediglich noch drei Störche gewesen. Die Ursache dafür zeigt uns Senderstorch DEW 6X812 an, der bei Gegenwind und fehlendem Hochdruckeinfluss in den letzten Tagen nur Etappen zwischen 100 und 150 Kilometern bewältigte. Aktuell ist er im Südwesten Polens angelangt. Auch für die nächsten Tage ist keine nachhaltige Wetterbesserung in Sicht. Die Anzahl der Paare wird sich daher voraussichtlich nicht so rasch erhöhen, und in manchen Dörfern wird die Sorge angesichts noch völlig leerer Nester zunehmen. Ich halte es für durchaus möglich, dass wir auch in diesem Jahr wieder viele Spätheimkehrer haben werden. Schon 2016 kehrten 25 Prozent unserer Störche erst nach dem 28. April zurück. Das Problem dabei: kein einziger von ihnen hatte mehr Bruterfolg...

Wählerische Einzelstörche

Die Paarbildung ist bei Weißstörchen längst nicht immer so unproblematisch und einvernehmlich, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Selten treffen die Partner, die in der vergangenen Saison zusammen ein Brutpaar gebildet haben und im Winter getrennte Wege gegangen sind, zeitgleich am Nest ein. Somit ergeben sich in der ersten Zeit des Eintreffens der Störche immer wieder neue Konstellationen und auch häufige Wechsel. Manche Störche verpaaren sich sehr rasch neu, sind dann aber auch bereit, den Partner aus dem Vorjahr zu akzeptieren, wenn dieser verspätet am Nest erscheint und sich seinen Platz zurückerobert (so offenbar zuletzt passiert in Kneese/RDG und Kuhlrade/RDG, jeweils unter Beteiligung von beringten Störchen). Aber es gibt auch Individuen, offenbar besonders ältere Männchen, die auf ihren vorjährigen Brutpartner "warten" und andere Bewerber(innen) abweisen. So kann es sein, dass mancher Storch über Wochen allein auf dem Nest steht, obwohl es viele Interessenten für den freien Platz gibt. Häufig ergibt sich dann spät in der Saison doch noch eine neue Verbindung, manchmal bleibt der Einzelstorch aber auch auf Dauer allein. Sehr gut zu beobachten war dies z. B. 2015 beim beringten, schon sehr alten Stäbelower Männchen (das im Übrigen in diesem Jahr noch vermisst wird). Aktuell haben wir solche Konstellationen der offenbar "wählerischen Einzelstörche" u. a. in Biestow Dorf (seit 24. März) und in Kröpelin, wo der erste Storch bereits vor über einem Monat, am 7. März, eintraf. Ein zweiter Storch, der am 31. März auf dem Schornsteinhorst gesichtet wurde, blieb nur kurz. Auch der Satower Storch brauchte vom 5. März an fast sechs Wochen für eine Verpaarung, die seit dem 10. April nun aber perfekt zu sein scheint. Da wir allerdings noch mitten in der Heimkehrphase sind, sehe ich gute Chancen, dass auch Biestow und Kröpelin noch einen zweiten Storch bekommen werden.
Ein Grund für das verzögerte Eintreffen mancher Störche sind mit Sicherheit auch weiterhin die Zugbedingungen auf der Schlussetappe. Schon in den letzten Tagen herrschte über Mittelosteuropa eine starke westliche Strömung vor, und daran wird sich auch in absehbarer Zeit wenig ändern. Auch der Senderstorch aus Gülze (LWL), der immer noch unterwegs ist, muss sich mit diesen schwierigen Verhältnissen arrangieren. Gestern erreichte er den Osten Tschechiens. An seinen weiteren Zugdaten können wir erkennen, wie die Störche aktuell mit den widrigen Bedingungen unterwegs klarkommen. Bis zum 20. April bewerte ich die Ankunft von Störchen in unserer Region noch als absolut im Normalbereich. Die bisher (bis zum 10. April) gemeldete Paarzahl (20 im Altkreis Bad Doberan) liegt erfreulicherweise über den Werten der beiden - allerdings auch sehr schlechten - Vorjahre: 2015 waren es bis zu diesem Zeitpunkt erst zwölf komplette Paare und 2016 16. Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Tagen weitergeht.

Da ist Ärger vorprogrammiert...

Das schöne Frühlingswetter am heutigen Sonntag lud ein zu einer großen Erkundungsrunde an die Storchennester. Dabei zeigte sich, dass doch der eine oder andere Storch in den letzten Tagen nachgekommen ist. Wir steuern zurzeit auf 50 Prozent des Vorjahresbestandes zu, im Altkreis Ribnitz-Damgarten ist diese Marke bereits überschritten. Das klingt nicht schlecht, liegt aber zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht über dem Niveau des Vorjahres. In den nächsten Tagen gibt es erneut heftigen Gegenwind auf der Schlussetappe, was die noch fehlenden Störche weiter aufhalten dürfte. Senderstorch DEW 6X812 hatte an den Südkarpaten sogar noch mit Schneefall zu kämpfen. Er brauchte mehrere Tage und Anläufe, um diese Bergkette in Rumänien gestern endlich zu überwinden.
Zurzeit haben wir an auffallend vielen Nestern nur Einzelstörche stehen. In den meisten Fällen dürften es Weibchen sein, die dort noch fehlen. Dass das Männchen stets zu erst kommt, stimmt allerdings nicht immer. Ein Beispiel war zuletzt Niendorf, wo am 6. April erst das Weibchen und zwei Tage später ein unberingtes Männchen eintraf. Die ersten Paarungsversuche wirkten noch sehr ungelenk - kein Wunder, im Vorjahr stand hier das Männchen DEH HC787. Somit ist in Niendorf Ärger vorprogrammiert, wenn der Nestinhaber aus 2016 noch eintreffen sollte. Ähnliches gilt für Hohen Schwarfs, hier fehlt noch der 13jährige "Platzhirsch" DEH H2189 (im Vorjahr erst am 7. Mai zurück, seit 2011 durchgängig männlicher Brutstorch in Hohen Schwarfs). Auch in Pankelow I las ich nicht wie erwartet den Ringstorch der Vorjahre, DEH H9768, ab, sondern einen vierjährigen Brandenburger, DEH HM565, der bisher noch nirgends in Erscheinung getreten war. Keine Frage, es bleibt weiter spannend!


Das passt - Männchen DEH H2919 ist zum siebten Mal seit 2010 nach Petschow zurückgekehrt. Zum Glück für den Ringableser kratzt er sich mit dem richtigen Bein, denn er trägt seinen ELSA-Ring über den Zehen.

Ein Anfang ist gemacht

Ein Anfang ist gemacht: schätzungsweise ein Drittel unserer Weißstörche dürfte inzwischen bei uns eingetroffen sein. Nicht von überall erhalten wir immer gleich die entsprechenden Informationen. So erreichte mich erst heute die Nachricht, dass in Satow bereits am 5. März der überhaupt erste Storch in unserem Betreuungsgebiet eingetroffen ist. Da in Satow zuletzt immer frühe Ostzieherdaten notiert wurden, dürfte dieser Frühheimkehrer ein neuer Storch für den Standort sein.
Bis einschließlich gestern waren die Zugbedingungen in Polen und Ostdeutschland noch ganz gut. Seit heute sieht das anders aus - für längere Zeit wird eine kräftige westliche bis nördliche Strömung den weiteren Heimzug der Weißstörche behindern. Wir werden dies am Beispiel des letzten Ostzieher-Senderstorchs verfolgen können, der zurzeit noch unterwegs ist. DEW 6X812, der im letzten Jahr in Gülze gebrütet hat, ist momentan in Rumänien. Gestern scheint er einen vergeblichen Versuch zur Überquerung der Südkarpaten unternommen zu haben. Ich denke, dass er noch längere Zeit bis zu seiner Rückkehr nach Mecklenburg-Vorpommern benötigen wird. Dass es unter sehr günstigen Bedingungen auch sehr schnell gehen kann, hat am Wochenende der Loburger Senderstorch "Leon" gezeigt. Für die letzte Etappe vom Westen der Ukraine bis in die Nähe von Potsdam benötigte er zwischen Donnerstag und Sonntag gerade einmal drei Tage.
Sehr gefreut haben wir uns über die Nachricht, dass der ehemalige Pflegestorch des Zoos Rostock, der im August 2015 als Youngster aus Lieblingshof eingeliefert worden war und die letzten beiden Winter in der Nähe von Madrid verbracht hatte, jetzt auf einem Nest im Kreis Plön beobachtet wurde. In Bönebüttel paarte sich DEH HR148 - offenbar ein Weibchen - mit einem erfahrenen, ebenfalls beringten Männchen. Allerdings wird das Weibchen des Vorjahres dort wohl noch zurückerwartet.

Keine stark ausgeprägte erste Ostzieherwelle

Auch in diesem Jahr müssen wir bei den Ostziehern von einer verteilten Rückkehr ausgehen. Das zeigen die Beobachtungen der letzten Tage und des Wochenendes. Die erste Welle ist ganz offensichtlich noch nicht sehr stark ausgeprägt, die Masse der Ostzieher ist noch auf dem Zug. Das verdeutlichen die bisherigen Zahlen für den Altkreis DBR. Während wir in den Jahren eines konzentrierten, frühen Ostziehereinzugs (2007, 2008, 2010 und 2014) zum 31. März jeweils schon 50 Prozent und mehr aller Brutstörche bei uns hatten, dürften es in diesem Jahr zum gleichen Zeitpunkt etwa 20 Prozent sein. Und auch am 1. und 2. April sind offenbar nicht sehr viele Störche nachgekommen. Dennoch ist das immerhin eine Verdoppelung gegenüber den beiden Vorjahren (mit jeweils nur knapp 10 Prozent Rückkehrern bis zum 31. März). Einmal mehr zeigt sich auch, dass die Zugverläufe der sechs noch aktiven, adulten Ost-Senderstörche nicht repräsentativ für die Masse der Ostzieher sein können. Sofern auch der NABU-Storch Gustav heute oder morgen sein Ziel erreicht, sind bereits fünf von ihnen zwischen dem 30.3. und dem heutigen 2.4. am Ziel eingetroffen. Nur der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Senderstorch mit dem Ring DEW 6X812 ist momentan noch unterwegs, zurzeit an der rumänisch-bulgarischen Grenze. In dieser Woche werden sich die zuletzt sehr günstigen Zugbedingungen in Ostmitteleuropa leider deutlich verschlechtern.
Aus meinem Betreuungsgebiet sind bisher 7 Horstpaare und 6 Einzelstörche zurückgemeldet. Etwas höher ist der prozentuale Rückkehreranteil offenbar schon im benachbarten Betreuungsgebiet Altkreis Ribnitz-Damgarten (Hans-Heinrich Zöllick).

Das Niekrenzer Männchen bringt Nistmaterial. 2.4.17.

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