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Jungstorch in Wendfeld verunglückt tödlich

Einer der Jungstörche aus der erfolgreichen Viererbrut in Wendfeld wird den Weg in den Süden leider nicht antreten können. DEH HR091 verunglückte am Wochenende beim Anflug an sein Nest tödlich. Bei stürmischem Wind ist er offenbar mit Wucht gehe eine hohe Hauswand geprallt. Unglücke dieser Art sind gerade bei Jungstörchen, die erst wenige Tage flügge sind und denen es noch an "Flugtauglichkeit" mangelt, nicht selten.
Das verwitwete Weibchen in Detershagen scheint es erwartungsgemäß gut zu schaffen, seine beiden Jungen allein groß zu bekommen. Auch hier dauert es nicht mehr lange bis zum Flüggewerden.
Unterdessen konnte ich in den letzten Tagen erneut einen von uns beringten Storch als Brutvogel ablesen. DEH H8985 schlüpfte 2009 in Schmadebeck/Hof Plate aus dem Ei. Er zieht in diesem Jahr erstmals am Forsthof Lüttenhagen/Mecklenburgische Seenplatte zwei Junge auf. Sein Partner musste vorübergehend auf dem Storchenhof Papendorf gepflegt werden, kehrte jedoch vor kurzem an sein Brutnest zurück.

Erntebeginn verbessert das Nahrungsangebot für die Störche

Wie in jedem Jahr bedeutet der Beginn der Getreideernte für die Störche eine schlagartige Verbesserung der Nahrungssituation. Häufig findet man sie jetzt hinter den Mähdreschern, immer auf der Suche nach einer möglichst "fetten Beute". Am östlichen Ortsrand von Dummerstorf, einem Gebiet mit sehr hoher Storchendichte, beobachtete ich heute einen Trupp von 12 Störchen als Begleiter des Wintergerstedrusches. Immer wieder gab es jedoch Auseinandersetzungen und ein Wegjagen einzelner Störche. Ganz offensichtlich empfanden mehrere Störche das Getreidefeld als zugehörig zu ihrem Brutrevier und versuchten, "Eindringlinge" zu vertreiben. Dieser Eindruck bestätigte sich auch durch die Ablesung zweier Ringe (ein dritter war zu verkotet): neben dem Männchen DEH H9768 vom Nest Pankelow I war mit DEH HH198 ein dreijähriger, aus dem Altkreis Ludwigslust stammender Storch dabei.
Aus dem Rostocker Zoo gab es die erfreuliche Nachricht, dass die beiden verletzten Jungstörche aus Ziesendorf sich sehr gut entwickeln und gute Chancen auf eine Auswilderung in der zweiten August-Hälfte haben.

Verletzter Altstorch bei Sandhagen musste eingeschläfert werden

Sandhagen, 10.7.15. Foto: A. Hornburg

Aufmerksame Anwohner bemerkten gestern in der Nähe von Sandhagen bei Kröpelin einen offenkundig verletzten Altstorch, der Probleme mit dem rechten Ständer zu haben schien. Heute Vormittag und auch heute Abend war der Storch dort noch immer anzutreffen. Versuche, ihn einzufangen, um ihn tierärztlich versorgen zu lassen, scheiterten bisher, da er voll flugfähig ist. So wie der Storch sich am Boden und in der Luft verhält, könnte es sich um eine Luxation (Auskugelung eines Hüftgelenks) handeln. Dies wäre eine schwer wiegende Verletzung, bei der eine tierärztliche Behandlung schwierig ist. Ursache ist in solchen Fällen häufig eine Kollision, z. B. mit einem Fahrzeug oder einer Stromleitung. Beobachtungen am Horst im nahen Detershagen haben ergeben, dass der verletzte Storch offenbar zu diesem Nest gehört. Dort gibt es zwei Jungstörche im Alter von etwa 7 Wochen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der gesunde Altstorch die Versorgung mit Futter bis zum nicht mehr fernen Flüggewerden allein schafft.
Unterdessen haben die beiden schwer verletzten Jungstörche aus Ziesendorf die ersten Tage nach den Angriffen des Fremdstorchs überstanden. Sie kamen inzwischen zur weiteren Pflege in den Rostocker Zoo.

Update 11.7.15:
Heute Vormittag lag der verletzte Storch bei Sandhagen ganz apathisch am Wegesrand. Er ließ sich leicht einfangen und wurde in die Rostocker Tierklinik gebracht. Dort wurde dann schnell deutlich, dass der rechte Ständer nicht nur ausgekugelt, sondern fast ganz herausgerissen war. Es gab eine tiefe, große Wunde, die schon stark infiziert war. Die Tierärztin hat ihn dann eingeschläfert und ihm damit zumindest weitere Qualen und Schmerzen erspart. Sehr traurig - aber es gab leider keine Chance für diesen Brutvogel mehr.
In Ziesendorf sind die Elterntiere der beiden ausgehorsteten, verletzten Jungstörche nicht mehr ans Nest zurückgekehrt. Stattdessen berichtete die Anwohnerin, dass der aggressive, beringte Fremdstorch sofort nach Ende der Rettungsaktion am Nest erschien und es seitdem auch beständig besetzt hält.

Schwaches Ergebnis der zweiten Beringungsrunde - Drama in Ziesendorf

Am gestrigen Montag fand im alten Landkreis Bad Doberan die zweite und zugleich letzte Beringungsrunde 2015 statt. Ganz im Unterschied zur ersten Runde war das Ergebnis dieses Mal ausgesprochen schwach. In den 15 angefahrenen Nestern konnten lediglich 21 Küken beringt werden:
- Pankelow I: 3 juv.
- Petschow, Heiligenhagen, Hohen Schwarfs, Vorder Bollhagen, Detershagen, Ziesendorf: 2 juv.
- Albertsdorf, Fienstorf, Thulendorf, Gnewitz, Lieblingshof, Broderstorf II: 1 juv.
In Rederank wurde nur ein Ei gefunden, in Cammin lag lediglich ein totes Küken im Nest. Dieses rechne ich ebenso zu den Opfern der trockenheißen Hitzeperiode wie ein totes Küken in Petschow und je einen Abwurf in Vorder Bollhagen und Broderstorf II. Ganz unerwartet war das schwache Ergebnis nicht, handelt es sich doch ganz überwiegend um den Nachwuchs der sehr spät eingetroffenen Storchenpaare. Bei diesen Spätbruten, deren Küken zum Teil noch nicht das Alter von 4 Wochen erreicht hatten, muss leider grundsätzlich auch noch mit weiteren Verlusten gerechnet werden.
In Ziesendorf mussten die beiden Küken ausgehorstet werden. Sie wiesen jeweils gravierende Verletzungen auf, die durch Schnabelhiebe entstanden sein müssen. Nach Beobachtungen der Horstanwohner stehen sie im Zusammenhang mit heftigen Horstkämpfen, die am Sonntagabend stattfanden. Daran beteiligt war die Störchin DEH HC981, die 2014 in diesem Nest gebrütet hatte, in diesem Jahr aber erst Anfang Juni im Brutgebiet eingetroffen war. Sie hielt sich zuletzt in den Nachbardörfern Bröbberow und Buchholz auf, hat jetzt jedoch ganz offensichtlich "Ernst gemacht". Gestern beobachteten die Anwohner nur noch die beringte Fremdstörchin in Horstnähe, nicht aber mehr die offenkundig vertriebenen Elternvögel. In dieser Situation blieb keine andere Wahl als die Aushorstung der unversorgten, schwer verletzten Storchenküken. Sie wurden in die Rostocker Tierklinik gebracht. Eine Prognose über die Heilungschancen der ungleichen Geschwister war gestern noch nicht möglich - einer wog 1.600 Gramm, der andere nur 600 Gramm.

Hitzewelle und ihre Folgen für die Störche

Am kommenden Montag sollen auch diese beiden Jungstörche am Nest Broderstorf II beringt werden - hoffentlich überstehen sie die Hitzewelle. 29.6.15

Für die kommenden Tage ist auch in unserer Region eine Hitzewelle vorhergesagt. Während im Schatten bis zu 35 Grad Celsius prognostiziert werden, kann es in den Nestern bei direkter Sonneneinstrahlung noch wesentlich heißer werden. Altvögel, die Storchenküken unter 4 Wochen zu versorgen haben, stellen sich in aller Regel so ins Nest, dass sie ihrem Nachwuchs Schatten spenden. Schwieriger wird es für die etwas älteren Küken, bei denen schon beide Elternstörche gleichzeitig auf Nahrungssuche sind. In jedem Fall ist jetzt nicht nur Futter wichtig, sondern auch die Zufuhr von Wasser, das die Altstörche in ihrem Schnabel ans Nest bringen. Wer Störchen also etwas Gutes tun möchte, der stelle eine längliche, flache Schüssel mit Wasser an geeigneter Stelle auf. Der Altstorch muss sich dabei sicher fühlen - deshalb genügend Abstand in alle Richtungen einplanen. Da die Ernte in diesem Jahr erst etwa Mitte Juli beginnen wird, ist das Nahrungsangebot - gerade auch bei Trockenheit - wieder eingeschränkt. Immerhin sind in diesen Tagen an vielen Stellen zum zweiten Mal die Wiesen und Ackergrasflächen gemäht worden.
Am Montag, wenn die Temperaturen deutlich moderater sein sollen, werden wir unsere letzte diesjährige Beringungsrunde im Altkreis Bad Doberan unternehmen. 15 Stationen stehen dabei auf dem Tourenplan - beringt werden sollen voraussichtlich nochmals 27-30 Jungstörche. Wir hoffen natürlich, dass es bis dahin keine hitzebedingten Opfer geben wird. Aktuell zähle ich im Altkreis Bad Doberan 32 Horstpaare mit und 18 ohne Nachwuchs. Die Anzahl der Jungstörche liegt im Bereich von 72 bis 78 Küken - deutlich weniger als im Vorjahr (91 flügge Jungstörche).
In den letzten Wochen haben sich an verschiedenen Standorten, die bis dahin nicht besetzt waren, noch Einzelstörche oder auch Storchenpaare gezeigt. Sie werden jetzt nur noch als "Horstbesucher" klassifiziert, lassen jedoch auf eine rechtzeitige Wiederbesetzung im kommenden Jahr hoffen. Dazu zählen:
- Neu Rethwisch
- Kambs
- Kirch Mulsow (darunter der dreijährige Ringstorch DEW 9X427)
- Buchholz (Einzelstorch)
- Pastow (Einzelstorch)

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