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Wie geht es den Weißstörchen in ihren Überwinterungsgebieten?

Auch in diesem Winter konnte und kann wieder der Zugweg einer ganzen Reihe von Weißstörchen während des Aufenthalts in ihren Überwinterungsgebieten verfolgt werden. Die modernen Sender, deren Daten via Satellit abgerufen werden können, machen es möglich. 2011 wurde erstmals seit einigen Jahren auch wieder eine größere Anzahl von Jungstörchen besendert. Wie zu befürchten war, hat es in den vergangenen Monaten gerade unter ihnen eine Reihe von Ausfällen gegeben, bei denen man vom Tod des besenderten Storchs ausgehen muss. So leben von den fünf Jungstörchen, die das Schweizer Storch-Projekt um Holger Schulz im Sommer 2011 besendert hat, nur noch zwei: jeweils einer von ihnen hielt sich zuletzt in Spanien und im Senegal auf. Es gibt also durchaus noch Störche, die die westliche Route über Spanien und Gibraltar hinaus nach Westafrika nutzen!
Der NABU hat dieses Jahr vier Störche "im Rennen". Während "Michael" und "Anni" den ganzen Winter über im Tschad und damit in der Sahel-Zoner geblieben sind, befand sich "Gustav" Ende Januar im Süd-Sudan. Alle drei haben einen vergleichsweise kurzen Rückweg vor sich, wenn es in etwa zwei bis vier Wochen wieder in Richtung Brutgebiet geht. NABU-Storch Nr. 4 heißt "Nick" und überwintert in Spanien.
Vom Storchenhof Loburg wurden seit August 2011 die Zugrouten von zwei Alt- und acht besenderten Jungstörchen beobachtet. Leider leben von ihnen offenbar nur noch vier: ein Jungstorch verendte bereits zu Beginn des Herbstzuges an einer Stromleitung in Polen, während die drei anderen im Winter - weit verstreut - im Sudan, in Äthiopien, in der Zentralafrikanischen Republik und im Jemen (sehr wahrscheinlich) zu Tode kamen. Auch der Sender von Altstorch "Leopold" aus Dessau meldet sich schon seit dem September nicht mehr. Zuletzt war er in der Türkei geortet worden. Besser ist es bisher "Albert von Lotto" ergangen, der zuletzt ebenso in Ostafrika (Kenia) auf Nahrungssuche war, genauso wie zwei seiner Nachkommen aus der letzten Brutsaison (Kenia/Tansania). Ein weiterer, von Loburg aus besenderter Jungstorch befindet sich zurzeit ebenfalls in dieser Region (Tansania). Sie alle sind mit Sicherheit nicht allein unterwegs, sondern in größeren Trupps. Kein Senderstorch ist dieses Jahr bis in den Süden Afrikas geflogen. Wir dürfen gespannt sein, wann der Heimzug beginnt und ob dieses Mal günstigere Bedingungen herrschen werden als im März 2011.

Neues von H 5529 in Finnland

Ich wünsche allen Storchenfreunden ein frohes und gesundes neues Jahr!

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Fotos (3): J. Lepistö

In den letzten Tagen ist es mir gelungen, Kontakt mit dem finnischen Ornithologen und Fotografen Jani Lepistö aufzunehmen, der unseren im Juni 2007 auf dem Baumhorst im Zoo Rostock beringten Jungstorch DEH H 5529 am 4. Mai 2011 in der Nähe des kleinen Ortes Harjunpää bei Pori entdeckt hat. Jani Lepistö schreibt, dass besonders bei südlichen Winden in vielen Jahren zwischen April und Juni einige Störche bis nach Finnland verschlagen werden. Ihm ist aus den letzten 15 Jahren für ganz Finnland nur ein Brutversuch, aber keine erfolgreiche Brut bekannt. In der Regel "bemerken die Störche ihren Irrtum" und kehren dann wieder um. In den baltischen Staaten und in Russland sind sie ja sehr verbreitet. H 5529 war allein und ist auch nur am 4. Mai in Harjunpää beobachtet worden. Eine andere finnische Ornithologin, die sich bei Jani Lepistö gemeldet hat, nimmt an, dass es unserer Storch war, den sie selbst dann nur zwei Tage später einige hundert Kilometer südöstlich, in der Nähe von Helsinki, beobachtet hat. Hier fehlt allerdings ein konkreter Beleg. Dagegen sind die Fotos von Jani Lepistö, von denen ich hier dankenswerter Weise einige wiedergeben darf, so gut, dass eine zweifelsfreie Identifikation möglich ist. Es sieht so aus, als ob DEH H 5529 der erste Nachweis eines Hiddensee-Ringstorchs in Finnland gewesen ist.

Ringstörchin DFR A 277 in Lemgo (NRW)

Die allseits bekannte Ringstörchin DFR A 277, die seit Jahren regelmäßig in Langenhanshagen/RDG brütet und Nachwuchs groß zieht, scheint sich in diesem Jahr für einen neuen Überwinterungsort entschieden zu haben. Wie Weißstorchexperte Georg Fiedler jetzt mitteilte, hält sie sich zurzeit - gemeinsam mit einem anderen, in Thüringen beringten Storch - in einem Ortsteil von Lemgo (Ostwestfalen/Lippe) auf. Die letzten Winter verbrachte sie dagegen im thüringischen Görsbach, wohin sie in diesem Herbst nur eine kurze Stippvisite unternahm.

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Allen Leserinnen und Lesern unserer Internetseite wünsche ich frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Vierjähriger Rostocker Weißstorch in Finnland

Eine ganz außergewöhnliche Rückmeldung erhielten wir heute von der Beringungszentrale Hiddensee. Anfang Mai hat ein aufmerksamer Beobachter in der Nähe von Turku/Finnland den 2007 auf dem Baumhorst des Rostocker Zoos beringten Weißstorch mit dem Ring DEH H 5529 (lebend) abgelesen. Weißstörche sind in Finnland allenfalls als Durchzieher bekannt, die Verbreitungsgrenze verläuft entlang der südlichen Ostseeküste. Was ihn (oder sie) wohl dorthin verschlagen hat?
Weniger spektakulär, aber ebenfalls erfreulich ist eine andere Rückmeldung, die uns ebenfalls in diesen Tagen erreichte. Ringstorch "Hiddensee L 975", 2002 von Hand im Zoo Rostock aufgezogen, ist im August/September mehrfach im Bereich der Storchenpflegestation Verden-Dauelsen beobachtet worden. Im vergangenen Dezember war er - ansonsten häufiger Überwinterungsgast in der Schweiz - in Nordrhein-Westfalen geschwächt aufgegriffen worden. Die Pflege ist ihm offensichtlich gut bekommen. In Verden hat "L 975" in der Vergangenheit bereits gebrütet und einmal auch zwei Jungvögel aufgezogen.

Umzug des Weißstorchbetreuers

Vor kurzem bin ich umgezogen. Sie erreichen mich als Weißstorchbetreuer für den (ehemaligen) Landkreis Bad Doberan und die Hansestadt Rostock unter folgenden Kontaktdaten:

Prof. Dr. Stefan Kroll
Am Dorfteich 12b
18059 Rostock
T. 0381-2003141
mobil 0176-34730002

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