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Vorbereitungen auf die Storchensaison


Das Nest Schwaan I - vor und nach der Sanierung, 24.2.2015. Fotos: R. Zöllig

Während die Störche, die auf der Westroute in ihre mitteleuropäischen Brutreviere zurückkehren, zum Teil bereits ihre Nester erreicht haben, dauert es bei den Ostziehern, die bei uns nach wie vor mehr als 95 Prozent aller Störche ausmachen, noch etwa 4 bis 5 Wochen, bis sie hier eintreffen. So hat der erfahrene Loburger Senderstorch "Albert von Lotto" beispielsweise gestern den Golf von Suez überquert, während NABU-Storch "Gustav" schon am Montag kurz vor der Überquerung der ägyptisch-israelischen Grenze stand. Beide Störche trafen 2014 mit der 1. großen Welle der zurückkehrenden Ostzieher am 27. bzw. 28. März ein. Damals gab es allerdings sehr gute Zugbedingungen über der Türkei und Südosteuropa - was wir in diesem Jahr erst noch abwarten müssen.
So ist jetzt noch Zeit für die eine oder andere Sanierung von Weißstorchnestern. Die Stadt Schwaan engagierte sich dankenswerter Weise und ließ am Dienstag nicht nur das hoch aufgetragene und durchaus absturzgefährdete Nest Schwaan I (auf dem ehemaligen Pflegeheim an der John-Brinkmann-Straße) bis etwa zur Hälfte abtragen (siehe Fotos oben), sondern sorgte auch dafür, dass durch Baumschnittmaßnahmen die Störche am Horst Schwaan II (Tannenberg) wieder freien Anflug von allen Seiten haben. Unser Partner im Weißstorchschutz, der Energieversorger Edis, wird innerhalb der nächsten 14 Tage das im Herbst abgekippte Nest in Vogtshagen erneuern. Ebenso werden dem Storch in Jörnstorf und in Wesselstorf neue bzw. erneuerte Nisthilfen angeboten. Dort hatte er im letzten Jahr sein Interesse an einer Wiederbesiedlung deutlich gemacht.
Leider mussten die Storchenbetreuer des Landkreises Rostock in letzter Zeit auch Fällen nachgehen, in denen illegalerweise (genutzte!) Storchenhorste entfernt wurden. In einem Fall wurde von der Unteren Naturschutzbehörde ein Bußgeld verhängt und der Verantwortliche zur Neuaufstellung einer Nisthilfe verpflichtet. Weißstörche gehören zu den streng geschützten Vogelarten, deren Brutstätten weder beseitigt noch beschädigt werden dürfen. Auch über die letzte Besetzung hinaus besitzen diese einen Bestandsschutz von 5 Jahren. Auch Umsetzungen sind nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Beratung (und Genehmigung!) zulässig. Die Kontrolle der Niststätten gehört zu den zentralen Aufgaben jedes Storchenbetreuers.

A 277 in Nordrhein-Westfalen

Die langjährige Brutstörchin aus Langenhanshagen (RDG) hält sich zurzeit nordwestlich von Paderborn, nahe dem Ort Ostenfeld auf. Dort ist sie von einem aufmerksamen Storchenfreund entdeckt worden, der die Nachricht dankenswerter Weise an uns übermittelt hat. In den letzten Jahren war sie zumeist in Görsbach/Thüringen oder der näheren Umgebung. Aber schon 2012 hat A 277 einen Abstecher nach Nordrhein-Westfalen gemacht und wurde damals - auch im Februar - bei Lemgo abgelesen. Auch die Störchin Hiddensee L 975 ist gesichtet worden, zuletzt wie schon in den Vorjahren bei Schaephuysen nahe Mönchengladbach.
Bei uns wurde Anfang Februar schon "der erste Storch zurückgemeldet" - das war dann aber doch "nur" der vorjährige Storch DEH HN061 vom Horst Broderstorf I, der im Spätsommer nicht mit abgezogen war und seitdem zugefüttert wird.
Dennoch rückt die Storchensaison jetzt näher: bei den ersten besenderten Weißstörchen in Afrika ist der Aufbruch in Richtung Nordosten bereits erfolgt. Besonders zielstrebig ist dabei wieder Albert von Lotto, der den Winter im Südwesten des Sudans verbracht hat. Seit wenigen Tagen zieht er in Richtung Heimat. In gut sechs Wochen erwarten wir die ersten Ostzieher bei uns zurück, bei den Westziehern sollte es sogar noch etwas schneller gehen.

Vogelgrippe/Geflügelpest: sämtliche Weißstörche im Zoo Rostock verendet bzw. getötet

Update 13.1.2015
Der Rostocker Zoo hat heute mitgeteilt, dass alle Proben, die bei (sämtlichen) Vögeln des Zoos außerhalb des Stelzvogelhauses genommen worden waren, negativ ausgefallen sind - es gab keinen weiteren Befund mit H5N8. Insgesamt mussten in den Tagen zuvor 60 Vögel getötet werden, nachdem bei 43 Weißstörchen, Gänsen, Enten und Sichlern H5N8 festgestellt worden war. Weitere Informationen finden sich in einer erneuten Pressemitteilung des Rostocker Zoos.

Pressemitteilung 13.1.15

Update 9.1.2015
Die heutige Entwicklung rund um das Geflügelpest-Drama im Rostocker Zoo fasst der nachfolgende Artikel der Norddeutschen Neuesten Nachrichten zusammen. Inzwischen steht fest, dass alle 12 verendeten bzw. getöteten Weißstörche mit dem Virus H5N8 infiziert gewesen sind, ebenso fünf Gänse. Die Störche hatten in der Zeit vom 18. bis zum 28. Dezember die Möglichkeit zum Auslauf.

NNN-Artikel

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Wie der Zoo Rostock und das Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbraucherschutz MV heute mitteilten, ist im Rostocker Zoo bei einem Weißstorch "das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5N8 und damit Geflügelpest festgestellt" worden. In der Pressemitteilung des Ministeriums heißt es darüber hinaus: "Alle 12 gehaltenen Weißstörche sind aus Gründen der Seuchenprävention getötet worden bzw. waren bereits verendet."
Dies ist ein sehr bedauernswerter, trauriger, aber sicher auch notwendiger Schritt. Es sind jetzt weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ansteckungsursache nach Möglichkeit zu klären.
Betroffen sind die im Zoo Rostock in Gefangenschaft gehaltenen Weißstörche, viele von ihnen lebten hier aufgrund von Unfällen oder Verletzungen. Sie haben seit mehreren Monaten keinen Kontakt mehr zu den wild lebenden Weißstörchen besessen, die sich seit August/September in ihren afrikanischen bzw. südwesteuropäischen Überwinterungs-gebieten befinden. Der positiv beprobte Storch befand sich seit mehr als 5 Jahren flugunfähig im Zoo Rostock. Bei der Vogelart Weißstorch wurden bisher nur ganz vereinzelt Fälle von Vogelgrippe/Geflügelpest bekannt.
Minister Backhaus stellt in der Pressemitteilung klar: "An der Stelle möchte ich nochmals betonen, dass nach heutigem Kenntnisstand keine Gesundheitsgefahr für den Menschen existiert, doch das Virus für die infizierten Tiere meist tödlich verläuft".
Mit dem Zoo Rostock verbindet uns seit Jahrzehnten eine sehr freundschaftliche Partnerschaft im Weißstorchschutz.

Jahresbericht 2014 liegt vor

Alle Zahlen, Fakten, Details zum gerade zu Ende gegangenen Weißstorchjahr 2014 finden sich im neuen, 18 Seiten umfassenden Jahresbericht, der seit heute vorliegt und hier herunter geladen werden kann.
Wir wünschen allen Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Einer ist noch da... (Update)


Broderstorf, 11.10.14


Westlich von Broderstorf, 11.10.14

Nachdem sich die (vermeintlichen) Notrufe per Telefon, E-Mail oder auch über die Rettungsleitstelle des Landkreises in den letzten Tagen häuften - angeblich sei ein verletzter Storch in Broderstorf dringend hilfsbedürftig - war ich am gestrigen Samstag nochmals vor Ort. Ich traf den Jungstorch HN061, den wir im Juni im Nest Broderstorf I beringt haben, putzmunter auf einem Hausdach mitten im Wohngebiet an. Es hatte den Anschein, dass er dort vielleicht auf die nächste Fütterung wartete... Kurz darauf überlegte er es sich jedoch anders und flog elegant in Richtung einer großen Wiese ab, an deren Rand er sich dann auf einem großen, abgedeckten Haufen Strohballen niederließ - in Nachbarschaft zu einem dort ruhenden Mäusebussard. Einmal mehr zeigte sich: der Broderstorfer Storch ist weder verletzt noch hilfsbedürftig.

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