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Jahresbericht 2015 liegt vor

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen ausführlichen Jahresbericht über die zurückliegende Weißstorchsaison 2015 im alten Landkreis Bad Doberan und in der Hansestadt Rostock. Er kann hier heruntergeladen werden.
Wir wünschen allen Storchenfreunden ein frohes und gesundes Neues Jahr!

Störchin L975 überwintert wieder im Rheinland


Foto: R. Demsing-Tessmer, 22.12.2015

Die 2002 im Zoo Rostock geschlüpfte und beringte Störchin Hiddensee L975 überwintert auch in diesem Jahr wieder im Rheinland. Dabei fliegt sie immer wieder ihr bekannte Stationen an. Seit Anfang letzter Woche und damit früher als üblich hält sie sich in Rheurdt-Schaephuysen auf, wo es bereits eine richtige kleine Fangemeinde gibt und auch die Zeitungen regelmäßig über den (dort) besonderen Gast berichten. Ob L975 in diesem Jahr gebrütet hat, wissen wir leider nicht. Bekannt ist nur, dass sie im April wieder in der Nähe von Verden in Niedersachsen gesichtet wurde. Dorthin verschlägt es sie seit vielen Jahren in der Brutsaison. In jungen Jahren war L975 noch reiselustiger, überwinterte beispielsweise in Frankreich oder der Schweiz. Ihr ungewöhnliches Verhalten erklärt sich durch die frühe Prägung auf den Menschen, die bereits bei der Handaufzucht im Rostocker Zoo erfolgte.

Heute wurde unsere Linkliste wieder einmal aktualisiert.

Einmal West-, einmal Ostroute

In den letzten Tagen erreichten uns wieder einige interessante Fundmeldungen der Beringungszentrale Hiddensee. So wurde einer der vier diesjährigen Jungstörche aus dem Horst Schwaan II Mitte September in Nordrumänien abgelesen. Er wurde krank bzw. geschwächt am Rande der Karpaten in einem Garten aufgefunden. Leider wissen wir nicht, was danach aus ihm geworden ist. Die Ostroute ist für die unerfahrenen Jungstörche immer eine große Herausforderung, der viele nicht gewachsen sind. Nur etwa jeder fünfte schafft es, später das brutfähige Alter zu erreichen. Besser sind die Überlebenschancen auf der Westroute. Viele norddeutsche Störche überwintern am Rande von Madrid, wo sie sich vor allem auf Mülldeponien ernähren. Diesen Weg hat jetzt auch Jungstorch HR148 geschafft, am 25. und 30.9. wurde er dort in Spanien abgelesen. Er war am 6.7. nestjung in Lieblingshof beringt worden. Noch nicht flügge, war er Mitte August zu früh vom Nest abgesprungen und anschließend im Dorf umhergelaufen. Storchenfreundin A. Hornburg brachte ihn in den Rostocker Zoo, wo er knapp zwei Wochen lang gepflegt wurde. Am 26.8. hatten wir ihn dann - zusammen mit vier anderen Jungstörchen - bei Neuhof/Parkentin ausgewildert.

Unberingter Jungstorch bei Purkshof scheint den Anschluss verpasst zu haben

Purkshof, 18.9.15

Während der Beobachtung von Kranichen, von denen sich zurzeit gerade rund 300 bei Rövershagen aufhalten, entdeckten wir heute Abend einen diesjährigen, unberingten Weißstorch. Er stand zunächst auf einem Acker am Ortsrand von Purkshof, um dann wenig später auf ein Hausdach zu fliegen, das zu "Karl's Erdbeerhof" gehört. Aufgrund des noch hohen Schwarzanteils am Schnabel dürfte es sich um einen erst spät geschlüpften Jungstorch handeln. Da wir in der näheren Umgebung alle Jungstörche beringt haben, lässt sich kaum sagen, wo er herkommt. Jedenfalls scheint er trotz Flugfähigkeit erst einmal den Anschluss an seine Artgenossen verloren zu haben. Dass er ausgerechnet den stark frequentierten Erdbeerhof als Ziel gewählt hat, scheint mir kein Zufall zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dort - z. B. von Besuchern - gefüttert wird, ist sicher nicht gering. Notwendig wäre das auf keinen Fall, denn der Storch kann fliegen und macht auch insgesamt keinen schlechten Eindruck. Er ist in jedem Fall in der Lage, sich selbst aus der Landschaft zu ernähren. Zufütterung würde den Jüngling leicht vom artgerechten Abzug abhalten.
Im letzten Jahr überwinterte, ebenfalls durch menschliche Zufütterung ausgelöst, der Jungstorch DEH HN061 vom Horst Broderstorf I. Er wurde zuletzt im Juli und August als Freiflieger im Vogelpark Marlow gesichtet.

Störchin Helgoland 716T erstmals mit flüggem Jungstorch

Vor wenigen Tagen hat nun auch der Jungstorch in Brünkendorf (RDG) als letzter in unseren Betreuungsgebieten das Nest verlassen. Damit ist ein Fall eingetreten, den Storchenvater Hans-Heinrich Zöllick kaum noch für möglich gehalten hatte. Die im Jahr 2001 im Zoo Rheine aus dem Ei geschlüpfte Störchin Helgoland 716T hat erstmals erfolgreich gebrütet! Bisher galt als sicher, dass sie unfruchtbar ist. Seit 2005 in unser Region beobachtet, war nirgends ein Küken geschlüpft. Zudem war bei diversen Nestkontrollen im Rahmen eines mehrjährigen Monitorings nie ein Gelege entdeckt worden. Auch in diesem Jahr sah es lange nicht nach einer Brut aus, obwohl die Störchin schon ab Mitte März wieder in Brünkendorf war. Doch bei einer Kontrolle am 26. Juni wurde dann doch ein wenige Tage alter Winzling im Nest entdeckt, der nun also tatsächlich flügge geworden ist.
Unterdessen erreichte uns die Nachricht, dass die legendäre Langenhanshäger Brutstörchin A 277 vor wenigen in Thüringen beobachtet wurde - wo sie üblicherweise auch den Winter verbringt.

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