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Von Liepen nach Litauen

Heute erreichte uns wieder einmal eine interessante Ringfundmeldung. Der 2011 in Liepen/DBR beringte Jungstorch HE619 wurde im Juni gleich vier Mal im Osten Litauens abgelesen. Er hielt sich zusammen mit 20 bis 40 anderen Weißstörchen auf der Mülldeponie der Stadt Utena auf. Offensichtlich sind nicht nur westziehende Störche von dieser Form der Nahrungsbeschaffung überzeugt... Störche aus dem Hiddensee-Beringungsbereich sind bisher nur ganz vereinzelt in Litauen nachgewiesen worden. So wurde dort im Mai 2010 ein ebenfalls dreijähriger, aus der Prignitz stammender Storch abgelesen, der dann noch im selben Sommer auch in Brandenburg nachgewiesen wurde. 2011 brütete er in der Nähe von Güstrow! Deutlich wird die ausgeprägte Migration von noch nicht brutreifen Störchen, die in ihren ersten Lebensjahren ein wahres "Vagabunden"-Leben führen. Vielleicht entdecken wir HE619 im nächsten Jahr bei uns!

Bisher 91 Jungstörche im Altkreis Bad Doberan gezählt


Heiligenhagen, 17.7.14

Kurz bevor die meisten unserer Jungstörche in den nächsten Tagen ihre ersten Flugrunden absolvieren werden, können wir jetzt eine Zwischenbilanz zum Bruterfolg ziehen. Danach wachsen nach Stand von gestern 91 Jungstörche bei insgesamt 55 besetzten Nestern im alten Landkreis Bad Doberan heran. Das ist exakt die gleiche Anzahl wie im Vorjahr, nur dass es damals ein Horstpaar mehr war. Im Zehnjahresvergleich ist es mit einem JZa-Wert von 1,65 erneut nur ein leicht überdurchschnittliches Jahr. 41 Paare haben Nachwuchs, 14 dagegen nicht (HPo: 25,5 %). Positiv hat sich ausgewirkt, dass wir von anhaltend kaltem Regenwetter in dieser Brutsaison weitgehend verschont blieben. Negativ schlug dagegen eine längere Phase anhaltender Trockenheit Ende Mai/Anfang Juni zu Buche. Einzig das Paar in Volkenshagen bringt in diesem Jahr vier Jungstörche zum Ausfliegen, 13 Mal sind 3 Junge in den Nestern, 21 Mal sind es 2 Küken und sechs Mal wurde ein "Einzelkind" festgestellt. Eingerechnet sind dabei die drei Einhorstungen in Satow, Reinshagen und Rukieten I. Ein Jungstorch ist bereits tot - in Lieblingshof wurde HN072 heute in der Nähe einer Hauswand aufgefunden, wahrscheinliche Ursache ist eine Kollision. Wie gefährlich die ersten Flugversuche sind, zeigte sich auch am Nest Schwaan II, wo einer der Jungstörche mit einer nicht unerheblichen Beinverletzung (Verstauchung/Zerrung?) ins Nest zurückkehrte. Hier kann erst einmal nur gehofft werden, dass er sich dort erholt. Die Altvögel versorgen ihn auf jeden Fall weiter im Nest. Ein Eingreifen mit dem Ziel des Einfangens wäre viel zu gefährlich, der Jungstorch könnte in Panik vom Nest springen. Aus Kuhs/GÜ musste ich gestern Abend einen erst rund 6-7 Wochen alten Jungstorch in die Tierklinik nach Rostock bringen - der noch flugunfähige Jungstorch ist unter ungeklärten Umständen aus dem Nest gefallen. Äußere Verletzungen waren zunächst nicht erkennbar, es muss aber die weitere Entwicklung abgewartet werden.
Erfreulicherweise sind auch die Jungstörche aus den Spätbruten in Rosenhagen (1 Küken) und Groß Bölkow (2 Küken) auf einem guten Weg. Die endgültigen Nachwuchszahlen stehen erst etwa Mitte August fest, wenn auch die letzten Jungstörche flügge sind.
Im Altkreis Ribnitz-Damgarten sind bisher bei 41 Horstpaaren (28 x mit und 13 x ohne Bruterfolg) 60 Jungstörche gezählt worden - auch das ist allerdings erst eine vorläufige Zahl.

Neues Storchenpaar besetzt neues Nest in Nienhagen


Das neue Nienhäger Storchenpaar am 11.7.14

Genau vor einem Monat schlug bei einem schweren Unwetter ein Blitz in das Storchennest in Nienhagen bei Rostock ein. Der brütende Altstorch kam dabei ums Leben, und der Mast musste aufgrund der schweren Beschädigungen komplett heruntergenommen werden. Jetzt hat es die Familie Franke, der das Grundstück in Nienhagen gehört, geschafft, einen neuen Mast zu beschaffen und das Nest neu aufzustellen. Die Belohnung für diese tolle Leistung erfolgte sofort: Noch am Abend stand ein Storchenpaar auf dem Nest, das am nächsten Tag auch daran baute. Die Aussichten auf eine Wiederbesetzung waren schon seit Tagen gut gewesen - insgesamt fünf Störche hielten sich auf den umliegenden Wiesen auf, die gerade gemäht worden waren. Hier hat offensichtlich auch der verwitwete Storch, der dem Standort die ganze Zeit über die Treue gehalten hat, eine neue Partnerin (oder einen neuen Partner) gefunden.

Wie erfolgreich sind die Spätbruten in diesem Jahr?

Erstmals seit zehn Jahren wächst in Rosenhagen wieder ein Jungstorch heran - bis zum Flüggewerden ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Auch in diesem Jahr stellt sich Anfang Juli wieder die Frage, welche der Spätbruten erfolgreich sein werden. Schon oft haben starke Witterungseinflüsse im Juli hoffnungsvolle Entwicklungen zu Nichte gemacht. So verendeten etwa in der großen, trockenen Hitze des Vorjahres die beiden Küken in Vorder Bollhagen. 2011 und 2012 war es dagegen anhaltender Starkregen, der etliche Jungstörche noch das Leben kostete. Auch in der kommenden Wochen muss laut Wetterprognose wieder mit großen Niederschlagsmengen gerechnet werden. Allerdings sind gewittrige Niederschläge angekündigt und die Temperaturen sollen auf hohem Niveau bleiben. 5 Bruten habe ich im alten Landkreis Bad Doberan als Spätbruten - mit einem Brutbeginn erst um oder nach dem 10. Mai - eingestuft. Eine davon, die am Nest Broderstorf II, scheint bereits verloren, hier meldeten Storchenfreunde gestern ein komplett leeres Nest. Auf gutem Wege dürfte der Nachwuchs in Klingendorf (ein Küken) und Zeez (zwei Küken) sein. Kleiner sind die Jungstörche noch in Rosenhagen (ein Küken)und Groß Bölkow, wo erst in diesen Tagen erstmals zwei Küken entdeckt wurden. Viel hängt in jedem Fall vom Verhalten der Altvögel ab, die bei Spätbruten oft ihren ersten Brutversuch gestartet haben und über wenig Erfahrung im Brutgeschäft verfügen.
Eine traurige Nachricht erreichte uns heute aus Wiepkenhagen/RDG - dort ist einer der Altstörche Opfer des Straßenverkehr auf der viel befahrenen B 105 geworden. Da das einzige Küken bereits deutlich über vier Wochen alt ist und das Nahrungsangebot sich eher noch verbessern wird, sollte der verbliebene Altvogel die Aufzucht allein schaffen. Ein Eingreifen am Nest ist hier nicht angezeigt.

Zwei Jungstörche trotz Ständerfraktur bei Stäbelower Störchin

Foto: Büttner/nordreport

Während der gestrigen Beringungsrunde konnten wir die Stäbelower Störchin auf einer Nisthilfe gut beobachten. So wurde deutlich, dass sie am rechten Ständer, ziemlich nah über dem Fuß, eine alte Fraktur hat, die inzwischen verknöchert zu sein scheint. Dem Verhalten nach (auffälliges Schnabelklappen während der Beringung) ist es das gleiche Weibchen wie in den Vorjahren (das Stäbelower Männchen ist seit 2011 ein Ringträger). Schon im Juni 2013 hatten die aufmerksamen Anwohner Probleme am rechten Ständer der Störchin gemeldet, ohne dass dies später als gravierendere Verletzung aufgefallen wäre. Offenbar ist die Störchin mit der Verletzung im Winterquartier gewesen und dann am 17. April - drei Wochen nach dem Männchen - an ihren Horst zurückgekehrt. Dort verlief das Miteinander zunächst gar nicht harmonisch, vermutlich eine Folge der Beinverletzung. Umso erstaunlicher, dass es das Paar nun doch geschafft hat, zwei Junge heranzuziehen.
Gleiches gilt für "Herrn Humpelbein", das Männchen in Fienstorf, das schon 2013 durch eine Beinverletzung aufgefallen war, die auch in diesem Jahr nicht zu übersehen ist. Er hat zusammen mit seiner Partnerin gleichfalls zwei Jungstörche im Nest. Sie wurden gestern ebenso beringt wie elf weitere: Bandelstorf (2), Petschow (2), Groß Potrems (2), Zarnewanz (2), Rukieten I (1), Gnewitz (1) und Klingendorf (1). Damit fiel die zweite Beringungsrunde im alten Kreis Bad Doberan von der Jungenzahl her insgesamt noch dürftiger aus als die erste vor zwei Wochen. Hinzugesetzt wurde ein in Teterow aus dem Nest geworfenes Küken, das vorübergehend im Rostocker Zoo in Pflege war - es passte größenmäßig sehr gut zum Rukietener Jungstorch.

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