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Vogelgrippe/Geflügelpest: sämtliche Weißstörche im Zoo Rostock verendet bzw. getötet

Update 13.1.2015
Der Rostocker Zoo hat heute mitgeteilt, dass alle Proben, die bei (sämtlichen) Vögeln des Zoos außerhalb des Stelzvogelhauses genommen worden waren, negativ ausgefallen sind - es gab keinen weiteren Befund mit H5N8. Insgesamt mussten in den Tagen zuvor 60 Vögel getötet werden, nachdem bei 43 Weißstörchen, Gänsen, Enten und Sichlern H5N8 festgestellt worden war. Weitere Informationen finden sich in einer erneuten Pressemitteilung des Rostocker Zoos.

Pressemitteilung 13.1.15

Update 9.1.2015
Die heutige Entwicklung rund um das Geflügelpest-Drama im Rostocker Zoo fasst der nachfolgende Artikel der Norddeutschen Neuesten Nachrichten zusammen. Inzwischen steht fest, dass alle 12 verendeten bzw. getöteten Weißstörche mit dem Virus H5N8 infiziert gewesen sind, ebenso fünf Gänse. Die Störche hatten in der Zeit vom 18. bis zum 28. Dezember die Möglichkeit zum Auslauf.

NNN-Artikel

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Wie der Zoo Rostock und das Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbraucherschutz MV heute mitteilten, ist im Rostocker Zoo bei einem Weißstorch "das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5N8 und damit Geflügelpest festgestellt" worden. In der Pressemitteilung des Ministeriums heißt es darüber hinaus: "Alle 12 gehaltenen Weißstörche sind aus Gründen der Seuchenprävention getötet worden bzw. waren bereits verendet."
Dies ist ein sehr bedauernswerter, trauriger, aber sicher auch notwendiger Schritt. Es sind jetzt weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ansteckungsursache nach Möglichkeit zu klären.
Betroffen sind die im Zoo Rostock in Gefangenschaft gehaltenen Weißstörche, viele von ihnen lebten hier aufgrund von Unfällen oder Verletzungen. Sie haben seit mehreren Monaten keinen Kontakt mehr zu den wild lebenden Weißstörchen besessen, die sich seit August/September in ihren afrikanischen bzw. südwesteuropäischen Überwinterungs-gebieten befinden. Der positiv beprobte Storch befand sich seit mehr als 5 Jahren flugunfähig im Zoo Rostock. Bei der Vogelart Weißstorch wurden bisher nur ganz vereinzelt Fälle von Vogelgrippe/Geflügelpest bekannt.
Minister Backhaus stellt in der Pressemitteilung klar: "An der Stelle möchte ich nochmals betonen, dass nach heutigem Kenntnisstand keine Gesundheitsgefahr für den Menschen existiert, doch das Virus für die infizierten Tiere meist tödlich verläuft".
Mit dem Zoo Rostock verbindet uns seit Jahrzehnten eine sehr freundschaftliche Partnerschaft im Weißstorchschutz.

Jahresbericht 2014 liegt vor

Alle Zahlen, Fakten, Details zum gerade zu Ende gegangenen Weißstorchjahr 2014 finden sich im neuen, 18 Seiten umfassenden Jahresbericht, der seit heute vorliegt und hier herunter geladen werden kann.
Wir wünschen allen Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Einer ist noch da... (Update)


Broderstorf, 11.10.14


Westlich von Broderstorf, 11.10.14

Nachdem sich die (vermeintlichen) Notrufe per Telefon, E-Mail oder auch über die Rettungsleitstelle des Landkreises in den letzten Tagen häuften - angeblich sei ein verletzter Storch in Broderstorf dringend hilfsbedürftig - war ich am gestrigen Samstag nochmals vor Ort. Ich traf den Jungstorch HN061, den wir im Juni im Nest Broderstorf I beringt haben, putzmunter auf einem Hausdach mitten im Wohngebiet an. Es hatte den Anschein, dass er dort vielleicht auf die nächste Fütterung wartete... Kurz darauf überlegte er es sich jedoch anders und flog elegant in Richtung einer großen Wiese ab, an deren Rand er sich dann auf einem großen, abgedeckten Haufen Strohballen niederließ - in Nachbarschaft zu einem dort ruhenden Mäusebussard. Einmal mehr zeigte sich: der Broderstorfer Storch ist weder verletzt noch hilfsbedürftig.

Einer ist noch da...


Foto: G. Vogel, 18.9.14

Seit nunmehr über einem Monat erhalte ich von verschiedenen besorgten Tierfreunden immer wieder Hinweise, dass im Bereich Broderstorf/Neu Broderstorf regelmäßig ein Storch gesichtet werde. Recherchen vor Ort und auch Fotos haben ergeben, dass es sich um einen diesjährigen Storch vom Nest Broderstorf I handelt. Er trägt den Ring DEH HN061. Seine beiden Geschwister und auch die beiden Elternvögel sind bereits Ende August in den Süden aufgebrochen. Was hält den Jungstorch, der voll flugfähig ist und allenfalls einen etwas staksigen Gang aufweist, hier bei uns? Leider hat sich herausgestellt, dass er in einer Kleingartenkolonie regelmäßig zugefüttert wird. Dadurch ist er mittlerweile recht stark auf den Menschen geprägt - während ihn sein angeborener Zugtrieb eigentlich in den Süden lenken müsste. Um es klar zu sagen - dies ist falsch verstandene Tierliebe, denn der junge Storch hat zu keiner Zeit unter Futtermangel gelitten, und er war auch nicht ernsthaft verletzt. Auch jetzt findet er auf den Ackerflächen reichlich Nahrungstiere. So lange keine geschlossene Schneedecke entsteht und der Boden hart gefroren ist, wird er sich auch weiterhin sehr gut allein versorgen können. Und auch dann ist es einem Storch ohne Weiteres möglich, ein paar Hundert Kilometer nach Südwesten zu fliegen, wo er in der Regel durchgängig mildes Wetter antrifft. Es wäre auf jeden Fall das Beste, wenn die Fütterungen dauerhaft eingestellt würden und der Storch es lernt, sich vollständig allein aus der Landschaft zu ernähren. Aus dem letzten Winter wissen wir von einem Jungstorch aus Rederank, der erst im September aufbrach und sich dann den gesamten Winter über im Münsterland aufgehalten hat - so weit man weiß als Alleinversorger!

Auf in den Westen...

In den letzten Tagen erreichten uns zwei Meldungen von Störchen, die nicht die für unsere Störche sonst übliche Südostroute über den Bosporus eingeschlagen haben, sondern in westliche bzw. südwestliche Richtung gezogen sind. Für die Störchin Hiddensee L975 ist das nichts Neues, sie überwintert schon seit einigen Jahren in Nordrhein-Westfalen. Zuletzt hatte sie offenbar ihr Herz für den Raum Mönchengladbach entdeckt, und dort ist sie auch jetzt wieder gesehen worden. Eine weitere Meldung erreichte mich heute aus dem wenige Kilometer entfernten Ort Jüchen. Ob sie in diesem Jahr erfolgreich gebrütet hat, ist leider bisher unbekannt - auf jeden Fall wurde sie im Sommer wieder - wie seit vielen Jahren - in der Nähe der Storchenpflegestation Verden-Dauelsen (Niedersachsen) beobachtet.


Hiddensee BA002770. Foto: R. Brune, Harklenbeck, 17.8.2014

Weitaus ungewöhnlicher ist der zweite Fall. Er betritt einen 2013 aus einer Spätbrut in Alt Quitzenow/GÜ geschlüpften Storch, der zu schwächlich war, um im vergangenen Jahr den Weg in den Süden anzutreten. Der Vogel erhielt den Alu-Ring mit der Nummer BA002770 und kam zur Pflege in den Zoo Rostock. Wegen der notwendig werdenden Unterbringung im Winterquartier des Zoos musste die Armschwingen ein Stück weit gekürzt werden. Dementsprechend präsentierte sich der Storch auch noch im April dieses Jahres flugunfähig. Er kam bald danach ins Freigehege zu den invaliden Zoo-Störchen. Offenbar wuchsen die Schwingen besser und schneller als gedacht nach. Jedenfalls verschwand er unerkannt, als vor einigen Wochen die Zugzeit anbrach. Umso größer war die Überraschung und Freude, als aufmerksame Beobachter ihn von Mitte August an für etwa 3 Wochen in der Nähe von Harklenbeck, südlich von Hannover, beobachteten und ich über einige Umwege davon erfuhr. BA002770 hatte Anschluss an einen Trupp anderer Störche gefunden und sich offenbar schon ein wenig mit einem schwedischen Ringstorch angefreundet. Nachts schlief er auf einem Hausdach, wo dann auch der langjährige Hannoveraner Storchenexperte R. Löhmer am 7.9. seinen Ring ablesen konnte. Der auf dem Foto zu erkennende braune Ring zeugt noch von seiner Zeit im Rostocker Zoo, von wo er sich nun quasi selbst ausgewildert hat...

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