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Mehrere Wiederansiedlungen machen Hoffnung


In Kritzmow baut seit 14.4.18 ein Storch am Nest (zuletzt besetzt mit Einzelstorch 2012)

Die Hoffnung auf eine Erholung unseres Weißstorch-Bestandes wächst - in den letzten Tagen wurden jetzt auch die ersten Wiederansiedlungen festgestellt. Dass sie schon Mitte April (und nicht erst im Mai) auftreten, ist ein sehr positives Zeichen, denn wir erwarten ja noch mindestens zwei Wochen lang Zuzug an die Nester. Das bedeutet auch, dass wir in diesem Jahr ganz besonders genau hinschauen müssen, denn es sind natürlich auch Neuansiedlungen denkbar. Folgende Wiederansiedlungen erscheinen momentan stabil:
- Broderstorf I (zuletzt 2015): Ankunft 7.4. und 14.4.
- Groß Lüsewitz (zuletzt 2013): Ankunft: 6.4./14.4.
- Bröbberow (zuletzt 2013): Ankunft 6.4./15.4.
Darüber hinaus wurden Einzelstörche dieser Kategorie in Göldenitz und Kritzmow beobachtet. In den nächsten Tagen sind wieder günstige Witterungsbedingungen für die etwas späteren Heimkehrer vorhergesagt.

Gleich drei Störche haben "Beinprobleme" - Moitiner Männchen zieht nach Ostvorpommern um

Neben dem Männchen vom Nest Schwaan II, über dessen Schicksal wir schon ausführlich berichtet haben, scheinen noch zwei weitere Störche Probleme mit einem ihrer Ständer zu haben. So wurde sowohl aus Kröpelin als auch aus Hohen Schwarfs berichtet, dass die dortigen Einzelstörche ein Bein nachziehen bzw. es nicht voll belasten. Darin könnte auch ein Grund liegen, dass sich jeweils noch keine Partnerin eingefunden hat. Alle drei Störche sind voll flugfähig, sodass wir zumindest bei den beiden letztgenannten nur hoffen können, dass es keine schwere Verletzung, sondern vielleicht nur eine Prellung ist.
Inzwischen zeigt sich, dass noch an weiteren Nestern Veränderungen stattgefunden haben. Längst nicht alle Störche, die während des "Storchen-Booms" vom 4. bis 8. April bei uns eintrafen, sind auch geblieben. Das gilt neben Detershagen auch für Moitin. Ab und an schaut der Storch, der das Nest zunächst etwas ausgebaut hatte, noch vorbei, es sind aber nur kurze Stippvisiten. Zu vermuten ist, dass er irgendwo in der Umgebung ein anderes Nest besetzt hält. Ein solches Verhalten würde nicht zu einem Storch mit mehrjähriger Horstbindung passen. Und in der Tat ist der Moitiner Storch neu, denn sein beringter Vorgänger DEW 9X427, der 2016 und 2017 den Brutplatz besetzt hielt (und 2015 im Nachbarort Kirch Mulsow war), wurde heute von J. Köhler in Groß Kiesow, südlich von Greifswald, abgelesen. Dort ist er schon seit einigen Tagen mit einer unberingten Störchin verpaart. Eine solche Umsiedlung über eine Distanz von mehr als 100 Kilometern ist eher ungewöhnlich. Auch hier aber gilt: kommt der Horstinhaber des Vorjahres verspätet zurück, könnten die Karten noch einmal neu gemischt werden.


Tierfreunde versorgen das stark gehandicapte, bemitleidenswerte Schwaaner Weißstorchmännchen in einer Kleingartenanlage. Sein Zustand ist unverändert. 14.4.18

Kompakte Rückkehr - aber nicht alle bleiben


Ein Unberingter verteidigt nach der ersten Übernachtung sein Nest in Klein Schwaß. Foto: A. Hornburg, 12.4.18

Die Haupteinflugphase der ostziehende Störche scheint vorüber zu sein. In den Tagen vom 4. bis zum 8. April ist allein im Altkreis DBR mit etwa 40 Störchen mehr als die Hälfte des gesamten Vorjahresbestandes eingetroffen. Diese kompakte Rückkehr, die wir zuletzt 2014 beobachten konnten, ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: günstige Überwinterungsbedingungen in Afrika und früher Aufbruch dort, Zugstau an den Karpaten nach Wintereinbruch in der Woche vor Ostern und sehr gute Zugbedingungen in Ost- und Mitteleuropa seit Anfang April. Dadurch trafen viele Störche fast zeitgleich bei uns ein. Mittlerweile haben auch elf von 13 nord- und ostdeutschen Senderstörchen ihre Nester erreicht, die meisten ebenfalls in den letzten Tagen. Einige von ihnen hatten so günstige Bedingungen, dass sie vom Bosporus bis nach Schleswig-Holstein gerade einmal acht Tage benötigten. Das ist im Vergleich mit anderen Jahren extrem wenig. Selbst die in Tansania überwinternde Störchin "Lilly" ist mit Unterstützung durch viel Thermik und Rückenwind bereits zurück an ihrem Nest in Gribbohm.
Zu einer solchen kompakten Rückkehr gehört aber auch, dass nicht alle Störche, die zunächst an einem Nest gesehen werden, dort auch bleiben. Es waren mit Sicherheit auch etliche "Fremde" darunter, die inzwischen weitergezogen sind. So sind bei uns z. B. die Störche in Volkenshagen, Wendfeld, Niendorf, Kröpelin und Broderstorf I wieder allein, in Heiligenhagen kam heute nach einigen Tagen mit nur einem Storch wieder ein zweiter dazu. In allen Fällen sind die Chancen aber sehr gut, dass sich noch ein Partner findet. Schließlich haben wir erst den 12. April und der Einzug der Störche wird sich noch mindestens vier weitere Wochen lang fortsetzen, wenn auch sicher in abgeschwächter Form. Die aktuelle Zwischenbilanz ist sehr erfreulich: im Altkreis Bad Doberan mit seinen 38 HPa im Vorjahr sind momentan bereits 37 Nester besetzt, davon 24 mit einem Paar. Eine Rückkehrquote von nahezu 80 Prozent schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison lässt auf einen Wiederanstieg unseres in den letzten Jahren so stark geschrumpften Storchenbestandes hoffen.
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1864
Dementsprechend ist auch der Ausblick auf die Brutsaison erst einmal optimistisch - viele frühe Paare sind häufig eine gute Basis für überdurchschnittlich viel Nachwuchs gewesen. Wir konnten mittlerweile auch schon 8 der 14 beringten Störche bei uns begrüßen, die im Vorjahr hier Nestbindung hatten. Weitere Kontrollen stehen noch aus.
Und bei unserem neu zusammen gesetzten Storchenpaar in Rostock-Biestow wird seit dem 10. April fest gebrütet. Es gibt bisher keinerlei Hinweise, dass die Vorjahresstörchin versucht hätte, das Nest zurückzuerobern. Aber Vorsicht! 2017 traf sie erst am 15. April ein.

31 aus 39 - erfreulich starker Einflug

In den letzten Tagen hat sich der erfreulich starke Einflug von Störchen in unserem Betreuungsgebiet DBR fortgesetzt. Mittlerweile kommen wir auf mindestens 51 Rückkehrer, das sind schon zwei Drittel des Vorjahresbestands. Für einen 8. April ist das ein wirklich gutes Ergebnis, deutlich besser als in den letzten drei Jahren. Wenn man sich die Rückkehrorte im Detail anschaut, dann sind es bisher ausschließlich Nester, die auch schon 2017 besetzt waren. Davon hatten wir im alten Landkreis Bad Doberan 39, jetzt sind es bisher 20 Paare und 11 Einzelstörche, demzufolge ergibt die Rechnung 31 aus 39! Nur noch acht Nester sind gänzlich leer, was sich aber in den letzten Stunden auch schon wieder geändert haben kann.
Details gibt es hier:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1864
Ein wesentlicher Grund für dieses positive Zwischenergebnis ist mit Sicherheit die für Störche äußerst attraktive Beschaffenheit der Nahrungsflächen. Im gesamten Altkreis gibt es zahllose ausgedehnte Überschwemmungsflächen - Folge starker Regenfälle im März und der Schneeschmelze vom letzten Wochenende (da lagen noch 30cm Neuschnee). So blicken die beiden Brutstörche in Neu Rethwisch (links im Bild die schwedische Ringträgerin SVS 1899) dann auch auf riesige, flach überflutete Wiesenflächen. Dort hielten sich heute zahlreiche Wasservögel auf. Die Störche wird es freuen und ihren Bruttrieb hoffentlich verstärken. Im Ergebnis könnten dieses Jahr zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert im ehemaligen Storchenparadies Conventer Niederung Jungstörche flügge werden.


Conventer Niederung (Ausschnitt), 8.4.18

Erste starke Rückkehrerwelle erreicht unsere Region


Seit einem Tag zurück: Petschow, 5.4.18. Foto: A. Schwart

Seit gestern hat nun die erste starke Rückkehrerwelle auch unsere Region erreicht. Mit bisher 29 zurückgemeldeten Störchen (davon 13 gestern und heute) steuern wir im Altkreis DBR aktuell auf die Marke von 40 Prozent Rückkehrern zu. Vermutlich wird sie sogar schon überschritten sein, denn wir erhalten nicht von allen Horsten immer sogleich eine Information. Mit zehn Paaren und elf Einzelstörchen ist erst einmal ein guter Anfang gemacht. Und besonders zum Wochenende hin werden weitere Rückkehrer folgen, denn es sind ideale Zugbedingungen mit strahlendem Sonnenschein und strammem Südostwind vorhergesagt. Auch zwei bekannte Ringstörche dürften unter den Rückkehrern sein. Aus Benitz wurde die aus Niedersachsen stammende Störchin DEW 5X443 gemeldet (sie brütet dort seit 2013) und in Neu Rethwisch ist mit großer Wahrscheinlichkeit die schwedische Störchin SVS 1899 zurück. Da auch schon verschiedene kleinere Auseinandersetzungen um die Nester gemeldet wurden, sind offenbar auch schon Störche dabei, die hier neu sind. Von oben betrachtet müsste unsere Region wie eine kleine Seenplatte aussehen. Nach den starken Niederschlägen der letzten Zeit stehen viele Äcker und Wiesen großflächig unter Wasser. Die Störche werden durch solche Bedingungen eher angelockt, versprechen sie doch langfristig gute Nahrungsverhältnisse.
Weitere interessante Details gibt es unterdessen auch von der beringten Störchin H9835, die auch weiterhin am Biestower Nest zu beobachten ist. Eine Nachfrage bei Storchenbetreuer R. Schmahl in der Schaalsee-Region ergab, dass sie vermutlich schon am 24. März am Nest in Krohnshof war und damit doch sehr wahrscheinlich aus dem Westen kam. Ihr dortiger Partner ist momentan allein am Nest, das sie demnach wohl freiwillig geräumt hat. Freundlicherweise darf ich hier zwei Fotos wiedergeben, die H9835 mit ihrem "Verflossenen" bei Krohnshof zeigt und zugleich anschaulich macht, dass Störche durchaus auch einmal ein Vollbad nehmen.


Krohnshof/LWL, 27.3.18. Vorne im Bild: DEH H9835, jetzt Rostock-Biestow. Fotos: R. Schmahl

Wiedervereinigung in Schwaan - H9835 weiter in Biestow

Am Nest am Schwaaner Tannenberg ist heute die Störchin eingetroffen. Dem Verhalten nach spricht vieles dafür, dass es die vertraute Partnerin des Vorjahres ist. Es gab freudiges Begrüßungsklappern, kein langsames "Herantasten", wie es sonst üblich gewesen wäre. Allerdings hindert die schwere Beinverletzung das beringte Männchen zu "mehr" - und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Ich würde vermuten, dass es noch zu einem Wechsel kommt und er früher oder später von einem anderen (gesunden) Männchen verdrängt wird.
Unterdessen tut unser männlicher Biestower Storch offenbar alles, um seinem neuen Weibchen H9835 zu imponieren. Wie ein Weltmeister schleppt er Nistmaterial heran und polstert das Nest aus. Die beringte Storchendame hat die letzte Nacht tatsächlich mit im Nest verbracht und plant dies offenbar auch für die jetzt beginnende. Tagsüber war sie viel unterwegs, zwischendurch aber auch immer wieder mal am Nest. Es bleibt an beiden Nestern spannend - wir werden berichten!

Eine fremde Storchendame im Biestower Webcam-Nest

Am heutigen Ostermontag stand nachmittags erstmals ein zweiter Storch mit im Webcam-Nest Rostock-Biestow. Ein Blick auf die Beine verriet allerdings sofort, dass es sich nicht um die Vorjahresstörchin handeln konnte. Die war nämlich unberingt, während die "Neue" links oben einen ELSA-Ring trug. Ich konnte die Ringnummer identifizieren: DEH H9835 wurde 2010 in Wahrenberg/Sachsen-Anhalt, einem Storchendorf an der Elbe, beringt. 2014 war sie in Werben (Elbe) Brutvogel, 2016 und 2017 (mit jeweils drei flüggen Jungstörchen) dann in Poggelow bei Teterow. Und am 27. März diesen Jahres wurde sie - zusammen mit einem unberingten Partner - in Krohnshof/LWL abgelesen. Es handelt sich also offenbar um eine recht "umtriebige" Storchendame. Dieses Vorurteil bestätigte sie auch sogleich, schritten beide doch alsbald zur Paarung. Nun ist es spannend, was passieren wird: bleibt die Beringte (vielleicht eine Westzieherin?) dauerhaft in Biestow oder ist sie eigentlich nur auf der Durchreise nach Poggelow? Wie wird die vorjährige Biestower Brutstörchin reagieren, wenn sie möglicherweise demnächst zurückkehrt? Da wären erbitterte Kämpfe vorprogrammiert. Dank der Webcam werden wir es recht genau verfolgen können.

Kein Aprilscherz: 30 Zentimeter Neuschnee am 1. April


Rostock-Biestow, 1.4.18, 2:00 Uhr. www.biestow-info.de

Das Wetter in unserem Betreuungsgebiet ist weiterhin spätwinterlich. 30 Zentimeter Neuschnee sind in den letzten 24 Stunden gefallen. Tief verschneit zeigen sich auch die Storchennester, auf denen die früh zurückgekehrten "Rotstrümpfe" ausharren. Eine Gefahr zu verhungern besteht für sie trotz der Schneemassen nicht. Selbst der Nordosten Deutschlands steht vor einem kräftigen Temperaturanstieg um bis zu 20 Grad innerhalb der nächsten drei Tage. So lange werden die Störche durchhalten. Es wird eine massive Schneeschmelze geben, und die Felder und Wiesen werden für längere Zeit sehr feucht sein. Eigentlich sollte das mittelfristig betrachtet sogar recht gute Voraussetzungen für ein gutes Nahrungsangebot während der Aufzuchtzeit des Storchennachwuchses nach sich ziehen. Aktuell sind im Altkreis Bad Doberan mindestens 13 Störche zurück, im Altkreis Ribnitz-Damgarten wurden schon 17 zurückgemeldet.
Die angekündigte warme Frühlingsluft wird voraussichtlich auch die zur Zeit noch in Südosteuropa befindlichen Störche "beflügeln". Ich rechne mit einem starken Einflug spätestens zum nächsten Wochenende. Inzwischen sind unter guten Zugbedingungen über dem Nahen Osten und der Türkei auch schon viele weitere Storchengruppen bis an die Südkarpaten vorangekommen. Die dort noch verbliebenen Störche aus dem Wintereinbruch von vor etwa 14 Tagen werden sich vermutlich anschließen. Während mit dem NABU-Storch "Michael" der dritte von (noch) 13 nord- und ostdeutschen Senderstörchen gestern an seinem Stammnest in Bargen/Schleswig-Holstein eintraf, sind sechs weitere bereits in Südosteuropa, während "Robert" und "Lilly" gerade die Türkei durchqueren. Noch im Sudan befinden sich die beiden Schlusslichter, die vom Storchenhof Loburg besenderten Störche HL440 und HL437. Mit ihrer Rückkehr ist nicht vor Anfang Mai zu rechnen.


Schwaan II, 30.3.18

Noch vor dem neuerlichen Wintereinbruch war ich am Karfreitag am Storchennest Schwaan II und konnte dort den am Bein verletzten Storch längere Zeit beobachten. Es stellte sich heraus, dass es doch das beringte Männchen der Vorjahre ist. Der Storch ist weiter voll flugfähig und frisst auch, obwohl er sich nur auf einem Bein hüpfend fortbewegen kann. Die Beinverletzung (vermutlich eine Fraktur im oder oberhalb des Intertarsalgelenks) ist so gravierend, dass eine Heilung als ausgeschlossen gelten muss. Das ergaben auch Rückfragen bei ausgewiesenen Fachleuten anhand von aussagefähigen Fotos. Es ist immer eine Gewissensfrage, wie man mit solch einem Tier umgeht. 2014 haben wir gerade diesen Storch eingefangen, da war er aber nur leicht verletzt und ihm konnte konkret geholfen werden. In den Jahren danach zog er zwölf Jungstörche groß! Wir haben uns entschlossen, jetzt nicht einzugreifen. Der Storch ist voll flugfähig und praktisch nicht einzufangen. Ich möchte ihm auf jeden Fall zusätzlichen Stress und Angst ersparen. Es ist ein sehr trauriges Schicksal, aber auch das gehört leider zur Natur.

Der Zugstau an den Karpaten löst sich auf

Während es bei uns in den nächsten Tagen noch wenig frühlingshaft ist, gibt es in Südosteuropa einen kräftigen Temperaturanstieg und viel Sonnenschein. Das ist der Moment, auf den die dort seit etwa zehn Tagen rastenden Störche gewartet haben. Bereits heute haben sich die ersten besenderten Störche auf den Weg gemacht, und in den nächsten Tagen wird sich dieser Trend noch deutlich verstärken. Ich denke, in acht bis zehn Tagen werden wir sie in ihren nord- und ostdeutschen Brutgebieten begrüßen dürfen. Auch die bulgarischen Storchenfreunde, die etwa 100 Tiere von den Folgen des Eisregens befreit und noch eine Zeitlang versorgt hatten, haben die Zeichen der Natur erkannt und ihre Schützlinge wieder dorthin entlassen, wo sie hingehören - in die Freiheit. Die beiden früh aufgebrochenen Senderstörche "Jonas" und "Blue" haben wie erwartet gestern ihre vorjährigen Brutplätze im Drömling bzw. in Neu Bleckede/Elbe erreicht. Damit sind jetzt noch elf "unserer" ostziehenden Senderstörche unterwegs.
Unterdessen müssen doch schon deutlich mehr Störche als gedacht vor dem Wintereinbruch die Südkarpaten überwunden haben. Jedenfalls gibt es seit dem Wochenende an jedem Tag neue Meldungen von frisch an ihren Nestern eingetroffenen Störchen. Im Altkreis Ribnitz-Damgarten sind es bereits mindestens 17, in meinem Betreungsgebiet (DBR/HRO) mindestens elf. Darunter sind neben zwei kompletten Paaren in Niekrenz und Reinshagen Einzelstörche in Rostock-Biestow, Kröpelin, Schwaan II, Niendorf, Wenfeld, Berendshagen und Kowalz. Wir dürfen gespannt sein, wie rasch sich die Nester nun füllen werden. Wie gesagt, mit einer größeren Welle rechne ich eher erst zum übernächsten Wochenende.

Ab sofort gibt es wieder unsere bewährten Ankunftskarten, wo man sich über alle Veränderungen informieren kann:
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/1864 (DBR/HRO)
http://www.stoerche-doberan.de/drupal/node/819 (RDG)

Unsere ersten Ostzieher sind da

Da bin ich mir ziemlich sicher - bereits gestern sind unsere ersten Ostzieher eingetroffen! Sie müssen zu denjenigen Störchen gehören, die die Karpaten bereits hinter sich gelassen hatten, als der heftige Wintereinbruch erfolgte. Dort wird übrigens auch jetzt noch weiter gerastet. Das zeigen die aktuellen Daten von fünf der besenderten Störche, die sich alle in Ungarn bzw. Südrumänien aufhalten.
Nun zu unseren Störchen: In Niekrenz traf gestern der erste und heute der zweite ein. Dieser Standort ist in den letzten Jahren immer ganz früh mit den ersten Ostziehern besetzt gewesen. Das dürfte jetzt hier auch der Fall sein. Noch sicherer ist der zweite Fall. Am Nest Schwaan II (Tannenberg) traf gestern der erste Storch ein - und zeigte sich kurz darauf mehrfach an ganz vertrauten Stellen. Aus seinem Verhalten geht deutlich hervor, dass es einer der beiden Brutstörche des Vorjahres sein muss. Leider hat dieser Storch ein noch nicht näher geklärtes Problem mit dem rechten Bein. Er belastet es nicht, steht immer nur auf dem linken Bein. Immerhin kann er das verletzte Bein anziehen, sodass das Hüftgelenk wohl nicht ausgekugelt sein dürfte. Es kommt eine schwere Verstauchung in Frage, ebenso natürlich auch eine Fraktur. Da der Storch voll flugfähig ist und sich ernährt, bleibt jetzt nichts anderes übrig als ihn weiter zu beobachten. Sollte sich sein Zustand verschlechtern und er nicht mehr flugfähig sein, würden wir versuchen, ihn einzufangen und in die Tierklinik zu bringen. Noch wissen wir nicht, ob es das Männchen oder das Weibchen ist. Dieses hatte ganz am Ende der letzten Brutsaison ebenfalls Probleme mit dem rechten Ständer, schien sich jedoch noch vor dem Abflug in den Süden erholt zu haben.
Weiterhin gemeldet wurden die jeweils ersten Störche in Forkenbeck/RDG und Altenwillershagen/RDG.

Update 26.3.: Bei dem verletzten Storch am Nest Schwaan II handelt es sich um die - unberingte - Vorjahresstörchin. Das verletzte Bein ist bereits deutlich dunkler als in gesundem Zustand, stellte eine aufmerksame Storchenbeobachterin fest. Damit müssen wir annehmen, dass es sich doch um eine schon alte Verletzung handelt, an der die Störchin vermutlich schon seit letztem Sommer laboriert. Eine kurzfristige Besserung ihres Zustandes ist daher eher nicht zu erwarten, ebenso wenig eine erfolgreiche Beteiligung am Brutgeschäft. Andererseits hat sie die höchst anstrengenden Monate des Zuges unter diesen Voraussetzungen überlebt. Die Perspektive ist nicht günstig...

Weiterhin Zugstau an den Südkarpaten

Auch in den letzten Tagen gab es weitere Schneefälle und eine insgesamt winterliche Witterung in weiten Teilen Südosteuropas. Das hat dazu geführt, dass ein Großteil der frühen Ostzieher (nach vorheriger Zugumkehr) auch weiterhin am Rande der Südkarpaten rastet. Die Störche haben sich in unterschiedlich großen Gruppen weiträumig verteilt und nach geeigneten Plätzen (z. B. Deponien oder offenen Flussläufen) Ausschau gehalten. Hier versuchen sie ihren Energieverbrauch zu reduzieren und auf besseres Wetter zu warten. In verschiedenen Regionen Bulgariens, Rumäniens und der Ukraine haben Menschen begonnen, den Storchentrupps Nahrung anzubieten. Wenn die Wettervorhersagen richtig liegen, soll es zum Osterwochenende zu einer grundlegenden Umstellung der Großwetterlage und einem Hochdruckgebiet über dem Balkan kommen. Warme südliche Winde würden dann ideale Voraussetzungen für den Weiterzug der Störche bieten. Vielleicht versuchen sie es aber auch schon vorher, denn der Zugtrieb (in Richtung heimatliches Brutrevier) ist in dieser Jahreszeit stark ausgebildet.
Einige Störche hatten die Südkarpaten schon hinter sich gelassen als der Wintereinbruch einsetzte. Auch sie haben zwischenzeitlich gerastet, profitieren nun aber von Wetterbesserung weiter nördlich. So hat Senderstorch "Jonas" (der Israel-Überwinterer) nach einigen Tagen der Zwischenrast in Österreich heute Franken erreicht. Er wird morgen oder übermorgen an seinem vorjährigen Nest im Drömling/Sachsen-Anhalt zu erwarten sein. Auch der Storch "Blue" (Stork Foundation) ist zuletzt wieder gut vorangekommen. Vom südlichen Polen aus trennen ihn jetzt nur noch etwa 550 Kilometer von seinem Ziel in der niedersächsischen Elbtalaue. Ich denke, in drei bis vier Tagen könnte er es geschafft gaben. Mit ihm wird dann der erste kleine Schwung Ostzieher in Nord- und Ostdeutschland erwartet. So wie es jetzt aussieht, könnte dann in der Woche nach Ostern die erste richtige Welle folgen.
Unterdessen kann ich für den Altkreis Bad Doberan den dritten Rückkehrer vermelden. Er traf bereits am 20. März in Niendorf ein. Es wird ein Westzieher sein und damit vermutlich ein dort neuer Storch.

Neues aus Bulgarien

Heute waren Mitarbeiter eines bulgarischen "Wildlife Rescue Centres" im Nordosten des Landes unterwegs. Dort hauptsächlich scheint es für die Störche Probleme zu geben (während es weiter im Süden Bulgariens heute schon wieder 6 bis 11 Grad warm war). Die Aktion wurde auf der Facebook-Seite der Organisation in etwa so beschrieben (Basis: Google Übersetzer):
(Unser Ziel ist es, alle Häuser zu besuchen, in denen es Störche gibt [soll wohl heißen: vorübergehend untergebracht wurden]. Das Team hat zwei Tierärzte dabei und wird die Vögel überprüfen und entscheiden, welche von ihnen in einem wirklich schlechten Zustand sind und spezielle Hilfe benötigen. Diese Vögel werden in das Rettungszentrum transportiert, wo sie untergebracht und behandelt werden. Vögel in einem guten Zustand werden gleich freigelassen. Wir lassen genug Fisch zurück, damit wir es den Menschen leicht machen können [sie noch eine Zeit lang zuzufüttern?]. All dies ist natürlich mit den zuständigen Behörden [im Rahmen der bestehenden Gesetze?] vereinbart worden.)
Dann folgen etliche Fotos und Videos mit den eingefangenen Störchen, die heute (und in den letzten Tagen) vor Ort aufgenommen wurden. In zwei Fällen sind auch beringte Störche abgebildet. Einer von ihnen trägt den Ring DEW 9X039, wurde 2011 im Landkreis Lüchow-Dannenberg beringt und ist seit Jahren Brutvogel in Götemitz auf der Insel Rügen. Hoffen wir, dass die Störche in den nächsten Tagen ihren Zug nach Norden fortsetzen können.
https://ze.tt/wie-ein-bulgarisches-dorf-zugvoegel-vor-dem-erfrieren-rettet/


Gesamtansicht Storchennest Rostock-Biestow, 21.3.18

Auch vom Biestower Storch gibt es Neuigkeiten. Er scheint tatsächlich einen Bezug zum Zoo Rostock zu haben, möglicherweise war er dort früher Brutvogel am Baumhorst Vogelhaus. In diese Richtung weisen Ankunftsdaten der letzten Jahre. Jedenfalls wurde am Montag von dort ein Storch gemeldet, ich denke nicht, dass es ein zweites Individuum ist, sondern unser Biestower war. Nachdem er die letzte Nacht "außer Haus" verbracht hat, liegt er heute Abend brav in seinem Nest, das er heute weiter ausgebaut hat.

Große Probleme für die frühen Ostzieher auf dem Balkan

Besonders in Bulgarien scheint es zurzeit massive Probleme für die ziehenden Störche aufgrund von Eisregen zu geben. In der Facebook-Gruppe "Aktuelle Storchennachrichten" wurden mehrere kurze Videos (auch Fernsehbeiträge) verbreitet, die zeigen, wie einfache bulgarische Landbewohner zahlreiche Störche mit der Hand einfangen und sie zum Auftauen des Gefieders in ihre Häuser bringen. In einer bulgarischen Zeitung wurde berichtet (Übersetzung): "Wegen Eisregens, Frost und Nebel konnten hunderte von Störchen nicht weiterfliegen. Ihre Flügel sind vereist. Allein im Gebiet von Dulovo befinden sich 200 -300 Störche auf den Feldern. Der lokale RIOE (Umweltamt) erklärte, dass für die Vögel derzeit nichts getan werden kann. Dorfbewohner haben freiwillige Gruppen organisiert, die in die Felder gehen und die Störche retten." Ähnliche Bilder aus der Ukraine. Da das Wetter in Rumänien/Bulgarien frühestens zum Wochenende besser werden wird, muss man sich gewiss einige Sorgen machen. Auch die Daten der ostziehenden Senderstörche, die schon in Südosteuropa sind, signalisieren erhebliche Probleme mit den Wetterverhältnissen. Mehrere von ihnen scheinen seit gestern sogar umgekehrt und bis zu 200 Kilometer zurückgeflogen zu sein. Eine ähnliche Situation gab es 2013, wenn auch Kälte und Schnee damals vermutlich nicht ganz so verbreitet waren. Vor 5 Jahren erschienen die Weißstörche zwar etwa 10-14 Tage später als üblich bei uns, von größeren Verlusten war aber nichts zu spüren. Es wurde noch ein recht gutes Nachwuchsjahr. Ein paar Tage ohne Nahrung können gesunde Störche ebenso wie die tiefen Temperaturen verkraften, aber Flugunfähigkeit aufgrund von Eisregen ist sicher ein größeres Problem.


Unterdessen erreichte heute früh der erste Storch das Webcam-Nest in Rostock-Biestow. Die mir dankenswerterweise zur Verfügung gestellten Aufzeichnungen zeigen, dass er bis 16.00 Uhr häufig am Nest war und dort auch schon ein wenig baute. Danach verschwand er allerdings und tauchte auch bis zum Abend nicht wieder auf. Ob es vielleicht doch nur ein Durchzieher gewesen ist oder er die Nacht lieber woanders (z. B. im Rostocker Zoo?) verbringt? Wir werden es sehen! Vom Termin her passt es eigentlich. Auch 2017 traf das Biestower Männchen knapp vor den ersten Ostziehern, am 24. März, ein.

Update 21.3.: Seit heute früh um 7.00 Uhr ist der Storch wieder im Biestower Nest und werkelt eifrig mit Nistmaterial.

Erster Storch in Kröpelin


Foto: T. Sandhoff, 17.3.18

Am heutigen Samstag wurde in Kröpelin der erste Storch im Nest gesichtet. Da dieser Standort auch 2017 früh im März durch einen Westzieher besetzt war, gehe ich davon aus, dass es jetzt der "Nestinhaber" ist und dieser auch bleiben wird. Bei Sturm aus Ost und Schneefall ist es da oben im Nest sicher nicht gerade gemütlich...

Massiver Wintereinbruch stoppt die frühen Ostzieher

Bis jetzt war die erste Hälfte der besenderten Ostzieher aus Nord-/Ostdeutschland recht zügig vorangekommen. Gegenüber dem Vorjahr waren alle sechs Störche vier bis acht, in einem Fall ("Otto") sogar 14 Tage früher unterwegs. Jetzt aber hat noch einmal der Winter die Herrschaft über Mittel- und Osteuropa übernommen. Die arktische Kaltluft wird in den kommenden drei Tagen mit heftigen Schneefällen in den Nordkarpaten und den umliegenden Regionen verbunden sein und eine massive Sperre entstehen lassen. Aus den Erfahrungen eines ähnlich späten Wintereinbruchs vor fünf Jahren wissen wir, dass die Störche dann kaum noch weiterziehen und angesichts von Schnee und Eis länger rasten werden. 2013 kam es zu einem regelrechten Zugstau, und die Masse der ostziehenden Störche traf erst ab dem 10. April bei uns ein - etwa zehn Tage später als üblich. Ganz so gravierend werden die Auswirkungen in diesem Jahr hoffentlich nicht sein, aber eine warme südöstliche Strömung ist auch in den darauf folgenden Tagen nicht zu erwarten.
Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass in den letzten zwei Wochen ungewöhnlich viele Westzieher-Störche den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern gefunden haben. Jedenfalls wurden etliche Störche gemeldet, auch bei uns. Zuletzt erreichten uns Nachrichten aus Rostock, Bentwisch, Kröpelin und Grammow. In allen Fällen dürfte es sich aber um Durchzügler gehandelt haben, die sich nach einem für sie neuen, geeigneten Brutrevier umgesehen haben. Konkrete Horstbindung gibt es momentan nur dort, wo auch im Vorjahr schon Westzieher fest ansässig waren: in Langenhanshagen, Kloster Wulfshagen und Klockenhagen (alles Altkreis RDG). Der heftige Ostwind wird erst einmal weitere Westzieher fernhalten.

Kloster Wulfshagen/RDG - erstes Paar komplett

Aus Kloster Wulfshagen/RDG wurde heute das erste komplette Weißstorchpaar im Betreuungsgebiet von Hans-Heinrich Zöllick gemeldet. Ein Storch ist beringt und wohlbekannt. Es ist die inzwischen 17 Jahre alte Storchendame Helgoland 716T, die im Vorjahr von Alt Guthendorf nach Kloster Wulfshagen umsiedelte und dort "im Adoptivverfahren" noch ein Jungtier erfolgreich groß zog. Auch in diesem Winter blieb der Aufenthaltsort der 2001 im Zoo Rheine nestjung beringten Störchin unbekannt.

Bisher nur zwei Durchzügler

Der vergangene Woche in Petschow beobachtete Storch ist offenbar "nur" ein Durchzügler gewesen. Jedenfalls wurde er nicht wieder am Nest beobachtet. Gleiches gilt für einen weiteren (beringten) Storch, der gestern in Benitz auf dem Horst gesichtet wurde. Es kann sich dabei um Störche handeln, die weiter östlich ihr Revier besitzen und bei uns einen Zwischenstopp gemacht haben. Ebenso kommen junge Störche in Betracht, die noch ohne Nestbindung sind und neugierig größere Regionen erkunden. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind alle bisher in Deutschland eingetroffenen Störche Westzieher bzw. Überwinterer. Von den besenderten Ostziehern aus Nord- und Ostdeutschland haben die beiden ersten jetzt Rumänien erreicht. Drei weitere sind mittlerweile am Bosporus angelangt.

Erste Weißstorchbeobachtung im Altkreis Bad Doberan

Heute Abend erreichte mich die Nachricht von der ersten Weißstorchbeobachtung des Jahres im Altkreis Bad Doberan. Fast schon in der Dämmerung fotografierte M. Schwart dort einen Besuchsstorch auf dem Horst. Die eigentlichen Nestinhaber werden es vermutlich noch nicht sein, trafen sie in den letzten Jahren doch immer erst frühestens Ende März/Anfang April ein. Auf dem Foto sieht es fast so aus, als ob der Storch, der sicher nicht in Afrika war, beringt ist. Vielleicht gelingt demnächst noch eine Ablesung, dann wüssten wir mehr.


Petschow, 8.3.18. Foto: M. Schwart.

Zwischen Botswana und der Türkei: Ostzieher unterwegs

Täglich gibt es nun neue Positionsmeldungen von den besenderten Störchen, die auf dem Weg in Richtung nord- und ostdeutsche Brutgebiete sind. Da ist es an der Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Schaut man sich die aktuellen Positionen an, liegen zum Teil mehrere Tausend Kilometer zwischen den einzelnen Störchen. Das liegt nicht nur an den gewählten Überwinterungsgebieten, sondern auch an den Zugstrategien. Besonders die älteren, erfahrenen Männchen ziehen zügig und rasten nur wenig. Leider sind nur noch 13 von 14 Senderstörchen aktiv. Der Sude-Storch "Nova" ist mit großer Wahrscheinlichkeit Anfang des Monats nördlich von Khartum verendet. Sein Sender meldet sich seitdem immer vom gleichen Punkt, dicht neben einer großen Straße. Wurde er Opfer einer Kollision?
Sieben Störche haben bereits den Golf von Suez überquert. Die Daten der letzten Jahre zeigen, dass die Störche von dort noch etwa drei bis fünf Wochen bis ins Brutgebiet benötigen. Zwischen Ende März und etwa dem 10. April - und damit frühzeitig - ist die Ankunft dieser Gruppe im Brutgebiet zu erwarten. Am weitesten vorangekommen ist Israel-Überwinterer Jonas, er rastet momentan auf Müllkippen westlich von Istanbul. Danach folgen:
- NABU-Storch Michael (erfahrenes Männchen): Südtürkei
- Sude-Storch Blue: Golf von Iskenderun
- Loburg-Storch Leon (Männchen, Jg. 2013, mit Bruterfolg 2017): NW Syrien
- NABU-Storch Arthur (erfahrenes Männchen): Libanon
- NABU-Storch Gustav (erfahrenes Männchen): Westjordanland
- Sude-Storch Otto (erfahrenes Männchen): Westjordanland
Die zweite Gruppe bilden vier Störche, die sich noch im Nordosten des afrikanischen Kontinents aufhalten, bisher nur wenig gezogen sind und stattdessen längere Zwischenstopps eingelegt haben:
- Sude-Storch Sky: im Südosten Ägyptens
- Loburg-Storch Rolando: im Süden des Sudan
- NABU-Storch Robert: im Süden des Sudan
- NABU-Störchin Lilly: im Norden Tansanias
Diese Störche erwarten wir eher erst ab Mitte April zurück an ihren Nestern.
Schließlich gibt es noch zwei weitere Senderstörche, die gerade erst jetzt in Botswana bzw. Zimbabwe in Richtung Norden aufgebrochen sind. Vor Ende April/Anfang Mai werden sie kaum in Nordostdeutschland eingetroffen sein.
Schwierig zu beantworten ist die Frage, inwieweit diese 13 Storche auch repräsentativ für alle Ostzieher sind. Unterrepräsentiert sind auf jeden Fall die weiblichen Störche, die häufig erst nach den Männchen in den Brutgebieten eintreffen.
Die Zugbedingungen haben bisher ganz gut mitgespielt, größere Probleme wurden noch nicht bekannt. Aktuell sind auch die Wetteraussichten für den Nahen Osten und das Innere der Türkei durchaus gut. Danach aber kommen die Karpaten und Osteuropa, wo es schon oft zu Störungen und Verzögerungen gekommen ist. Es bleibt spannend!

Im Einsatz für die Weißstörche bei -16°C

Ausgerechnet am kältesten Morgen des ganzen Winters waren wir heute früh im Einsatz, um zwei Nistangebote für den Weißstorch zu optimieren. Sowohl in Niederhagen bei Rövershagen als auch in Stubbendorf (beide DBR) wurde jeweils ein neuer, befüllter Nistkorb angebracht. Die Nisthilfe in Stubbendorf war zwölf Jahre ungenutzt, ehe sich im vorigen April ein Storchenpaar diesen Brutplatz als Domizil aussuchte. Nach vier Wochen gaben die beiden Störche leider auf und zogen weiter - möglicherweise auch, weil sich der Nistplatz in keinem guten Zustand mehr befand und ständig Nistmaterial herunterfiel. Nun hoffen wir auf eine Rückkehr der Störche in dieser Brutsaison (und natürlich auch auf eine erstmalige Besetzung des Nistangebots in Niederhagen).


Ein herzliches Dankeschön der Firma e.dis, unserem Sponsor sowie den Mitarbeitern der beauftragten Firma Ziolkowski aus Tessin!


Storchenfreund G. Gernhöfer bei -16°C im Einsatz - Stubbendorf, 28.2.18

Der Frühjahrszug der Ostzieher hat begonnen

Erwartungsgemäß hat in diesem Monat der Frühjahrszug der ostziehenden Weißstörche begonnen. Dabei sind sowohl Startort als auch Startzeitpunkt und Zugstrategie sehr unterschiedlich. Besonders erfreulich ist, dass alle 14 nord- und ostdeutschen Senderstörche, über die ich schon den ganzen Winter über in größeren Abständen berichte, offenbar wohlauf sind. Auch "Robert" liefert nach dreimonatiger Pause wieder Standortinformationen. Die Erfahrungen der Vorjahre zeigen, dass das keinesfalls selbstverständlich ist. In der Regel kehren nur etwa 70 bis 80 Prozent der Altstörche aus dem Winterquartier in ihre Brutgebiete zurück. Jedenfalls haben alle 14 Sender innerhalb der letzten zehn Tage Daten übermittelt. Hier die letzten Standorte:

a) NABU-Störche:
- Michael: ziehend, im südlichen Ägypten
- Gustav: ziehend, im Zentral-Sudan
- Arthur: ziehend, an der Grenze zwischen dem Tschad und dem Sudan
- Robert: ziehend im Süden des Sudan
- Lilly: noch kein Aufbruch, West-Tansania

b) Stork Foundation:
- Blue: ziehend, Ost-Ägypten
- Nova: Zwischenrast im Süden des Sudan
- Otto: ziehend, Zentral-Sudan
- Sky: Zwischenrast im Süden des Sudan

c) Storchenhof Loburg:
- Rolando: Zwischenrast im Süden des Sudan
- Jonas: ziehend, im Norden Syriens
- Leon: ziehend, im Norden des Sudan
- zwei weitere Störche rasten noch in Botswana bzw. Simbabwe

So früh wie nie: Langenhanshäger Störchin DER A277 eröffnet auch in diesem Jahr bei uns die Saison

Am 16. Februar, also vorgestern, ist in Langenhanshagen/RDG der erste Storch eingetroffen. Wie in vielen anderen Jahren zuvor ist es wieder DER A 277, die legendäre Brutstörchin, die den Winter regelmäßig in Deutschland verbringt und in ihrem langen Leben schon an vielen Orten für Aufsehen gesorgt hat. Zuletzt war ihr Ring im vergangenen Herbst in Thüringen abgelesen worden. Der 16. Februar ist auch für sie der früheste Rückkehrtermin überhaupt. Auf ihren Partner wird sie noch warten müssen und dies vermutlich auch noch länger, ist doch für die nächste Zeit erst einmal eisiges Winterwetter angekündigt. Es ist durchaus auch denkbar, dass A 277 der Kälte noch wieder ausweichen und ihren Horst (vorübergehend) verlassen wird.
Ein weiterer Storch wurde heute aus dem benachbarten Altkreis Güstrow (Güstrow Stadt) gemeldet.

Bandelstorfer Brutstörchin auf dem Sinai

Heute erreichte mich über die schwedische Storchenschützerin B. Cavallin die Nachricht, dass unsere letztjährige Bandelstorfer Brutstörchin mit dem schwedischen Ring SVS 1962 dieser Tage bei Sharm-El-Sheikh auf dem Sinai abgelesen wurde. Sie befand sich dort im Bereich der Klärteiche, in einem mehrere Hundert Störche großen Trupp. Etwas überraschend ist dieser Fund für mich schon, ist die Störchin doch 2015 auf ihrem ersten Zug in der Schweiz abgelesen worden, was auf eine Prägung als Westzieherin hindeutet. Bis vor einigen Jahren waren noch keine Fälle bekannt, wo Weißstörche sowohl auf der West- als auch auf der Ostroute abgelesen wurden. Das hat sich inzwischen geändert. SVS 1962 könnte dafür ein weiteres Beispiel sein. Die Klärteiche bei Sharm-El-Sheikh stehen wegen ihrer sehr zweifelhaften Wasserqualität seit Jahren unter der kritischen Beobachtung von Weißstorchschützern. Im Herbst sterben dort regelmäßig Dutzende bis Hunderte Störche. Viele von ihnen sind Jungstörche, die auf ihrem ersten Zug völlig erschöpft hier landen. Weit und breit gibt es keine anderen Nahrungsquellen oder Wasser. Eine Nachfrage beim Beobachter vor Ort hat ergeben, dass es zurzeit nur wenige Todesfälle zu geben scheint. Die jetzt dort anwesenden Vögel scheinen robuster zu sein als die im Herbst. Jedenfalls hoffe ich sehr, dass SVS 1962, die übrigens auf dem Titelfoto unseres Jahresberichts 2017 abgelichtet ist, heil und gesund nach Bandelstorf zurückkehrt und dort in diesem Jahr erstmals erfolgreich brütet. Ihr Rückweg ist nicht so weit wie der der in Afrika überwinternden Störche.
Von diesen gibt es auch einige Neuigkeiten - zumindest zwei von ihnen (NABU-Storch "Michael" und Loburg-Storch "Rolando") haben sich in den letzten Tagen ganz offensichtlich auf den Zugweg begeben.
Unterdessen ist am letzten Wochenende in Belitz (Altkreis Teterow) der erste MV-Storch auf seinem Nest eingetroffen. Vermutlich ist es das gleiche Individuum, das dort seit Jahren bereits im Februar eintrifft. Im letzten Jahr wurde er lt. Regionalbetreuer W. Schmidt aber später noch von einem Storchenpaar verdrängt.

Bald beginnt der Frühjahrszug der Weißstörche

Die Zeit der Winterrast geht für die nach Afrika gezogenen Störche bald zu Ende. In etwa zwei Wochen werden die ersten von Zugunruhe erfasst werden und sich dann auf den langen und beschwerlichen Weg in die europäischen Brutgebiete aufmachen. Nach wie vor bin ich vorsichtig optimistisch, was die Bewertung der Überwinterungsbedingungen anbelangt. In den letzten beiden Wochen hat es besonders in Tansania noch einmal sehr ergiebige Regenfälle gegeben. In diesem für die Storchenrast wichtigen ostafrikanischen Land ist es jetzt, im Januar, deutlich feuchter als im außergewöhnlich trockenen Vorjahr. Positiv bewerte ich auch den dauerhaften Verbleib von 8 der 14 beobachteten Senderstörche im Süden des Sudan sowie im Tschad. Zum Teil nutzen sie schon seit Monaten die gleichen, relativ begrenzten Räume zur Nahrungssuche. NABU-Senderstorch "Michel" ist in den letzten Tagen sogar schon die ersten knapp 400 Kilometer in Richtung Heimat gezogen, ein "richtiger" Aufbruch wird es aber noch nicht sein. Ein anderer Senderstorch ist wie im Vorjahr in Israel geblieben. Von hier aus und aus dem Sudan ist der Weg in die Brutgebiete jeweils vergleichsweise kurz. Drei weitere unserer nord- und ostdeutschen Senderstörche halten sich zurzeit in Ostafrika auf (2 x Tansania, 1 x Uganda). Nur einer (aus Sachsen-Anhalt) ist bis in den Süden Afrikas gezogen, genauer gesagt rastet er seit einigen Tagen im Südosten Botswanas. Hier hat es in den letzten Monaten allerdings sehr wenig geregnet, sodass es weniger Nahrung als üblich geben dürfte.
Nur einer der 14 erfahrenen Störche wird zurzeit vermisst - der schleswig-holsteinische NABU-Senderstorch "Robert" meldete sich zuletzt am 9. Dezember aus dem Südsudan. Es muss wohl davon ausgegangen werden, dass ihm etwas zugestoßen sein dürfte.
Wie im letzten Winter in Spanien überwintert das nicht besenderte, sondern "nur" beringte Storchenmännchen DEH HR 161, das aus Heiligenhagen/DBR stammt. Im Vorjahr brütete dieser "Jungspund", gerade erst zweijährig, bereits erfolgreich in Schleswig-Holstein. Am 29.12. wurde HR 161 in einem großen Trupp überwinternder Störche am Stadtrand von Madrid festgestellt.

Erster Ausblick auf die Storchensaison 2018

Verbunden mit allen guten Wünschen für das neue Jahr 2018 möchte ich einen ersten kleinen Vorausblick auf die bevorstehende Storchensaison wagen. Es ist noch ein wenig "Kaffeesatzleserei", aber dennoch gibt es Fakten, auf die man sich stützen kann. Ich unterscheide einmal positive und negative Faktoren:

positiv:
- die Bedingungen in den afrikanischen Überwinterungs-gebieten scheinen aktuell erheblich besser zu sein als in den letzten drei Wintern; offenbar gibt es erstmals seit 2013/14 auch wieder in größerem Umfang Überwinterungsversuche im Sudan bzw. im Südsudan
- die Auswertung der abgelesenen Ringstörche in Mecklenburg-Vorpommern lässt erkennen, dass sich 2017 erstmals in größerer Anzahl zweijährige Westzieher am Brutgeschäft bei uns beteiligt haben - hierfür verantwortlich ist vor allem der in Westdeutschland starke Jahrgang 2015; möglicherweise hat der seit etwa zehn Jahren anhaltende, starke Anstieg der Brutpopulation in den alten Bundesländern inzwischen zu ersten Anzeichen einer Sättigung geführt - Nachkömmlinge könnten auf der Suche nach Brutplätzen verstärkt nach Osten und Nordosten ausweichen; es ist mit einem weiteren Anstieg der westdeutschen Weißstorchbestände zu rechnen
- das niederschlagsreiche Jahr 2017 hat auch bei uns zu einem deutlichen Wiederanstieg des Grundwasserspiegels geführt - zu hoffen ist dementsprechend auf feuchtere Grünlandflächen im Frühjahr und damit auf bessere Nahrungsverhältnisse für die Störche

negativ:
- der Trend der letzten zwölf Jahre weist in unserer Region bei der Anzahl der Horstpaare kontinuierlich nach unten - in elf von zwölf Jahren gab es einen Bestandsrückgang
- auch der durchschnittliche Bruterfolg des Weißstorchs geht bei uns seit Jahren zurück; landesweit gab es letztmalig 2008 einen JZa-Wert von mehr als 2,0; 2009 schaffte die EU die Verpflichtung zu quotierten Flächenstilllegungen in der Landwirtschaft dauerhaft ab - auch hier scheint ein Zusammenhang möglich
- die letzten drei Jahre waren für die ostziehenden Weißstörche besonders schwierig; die Auswertung der Ringwiederfunde für ganz MV deuten auf hohe Verlustraten der Geburtsjahrgänge 2013, 2014 und auch 2015 in den afrikanischen Winterquartieren hin; der Jahrgang 2016 könnte sogar doppelt betroffen sein: deutlich weniger flügge Jungstörche als üblich und erhebliche Verluste bei den Ostziehern im Winter 2016/17

Es bleibt abzuwarten, welche Faktoren am Ende stärker durchschlagen werden. Noch nicht kalkulierbar sind natürlich der Verlauf des Frühjahrszuges der Weißstörche und die nachfolgenden Witterungsverhältnisse bei uns.

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Gleich zu Jahresbeginn gab es eine erfreuliche Nachricht von der bekannten Störchin Hiddensee L975: nachdem sie letztmalig im August 2017 bei Verden abgelesen worden war, ist sie jetzt wieder in Schaephuysen bei Mönchengladbach gesichtet worden. Dort hat sie sich (mit Ausnahme des letzten Winters) in den vergangenen Jahren regelmäßig im Dezember/Januar gezeigt. Sie befindet sich mittlerweile bereits im 16. Lebensjahr.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moers/stoerchin-besucht-wieder-schae...

Senderstörche nördlicher als im letzten Winter

Halbzeit in der Überwinterungssaison der ostziehenden Störche! Auch weiterhin habe ich glücklicherweise keine konkreten Hinweise auf einen Ausfall bei den 14 Senderstörchen aus Nord- und Ostdeutschland, die ich im Internet (NABU und Movebank) verfolge. Sie alle scheinen wohlauf zu sein und haben in den letzten Tagen Daten übermittelt. Dabei zeichnet sich eine insgesamt nördlichere Überwinterung als im letzten Winter ab. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass das Nahrungsangebot im südlichen Sudan, im Südsudan und in Äthiopien nach überdurchschnittlichen Regenfällen im Herbst auch jetzt noch so gut ist, dass viele Störche dort verbleiben und (noch) nicht nach Ostafrika ziehen. Im Einzelnen waren die letzten Aufenthaltsorte:
- NABU-Senderstörche (aus Schleswig-Holstein):
2 x Tschadsee, 2 x nordöstlicher Südsudan, 1 x Nordkenia
- Loburger Senderstörche (aus Sachsen-Anhalt):
1 x Südwestsudan, 1 x Israel, 1 x Äthiopien, 1 x Uganda, 1 x Südwesttansania
- "Sudestörche" (niedersächsische Elbtalaue):
- 3 x Südwestsudan, 1 x Südostsudan

Unser Jahresbericht 2017 liegt vor

Der Jahresbericht 2017 für den Altkreis Bad Doberan und die Hansestadt Rostock liegt vor und kann hier heruntergeladen werden.

"Meister Adebar" auch landesweit weiterhin im Sinkflug - Jahresbilanz 2017 liegt vor

Auch landesweit hat die Weißstorchsaison 2017 einen neuen Negativrekord gebracht - noch nie wurden so wenige Horstpaare wie in diesem Jahr gezählt! Seit kurzem liegen die Zahlen für Mecklenburg-Vorpommern vor: Der Brutbestand hat sich gegenüber 2016 nochmals um 18 Horstpaare auf jetzt nur noch 706 verringert. Gleichzeitig wurden auch nur 1001 Jungstörche flügge - das zweitschlechteste Ergebnis seit Beginn der Erfassungen vor über 100 Jahren. Zudem blieben wie im Vorjahr fast 40 Prozent aller Weißstörche ohne Bruterfolg und der JZa-Wert für den durchschnittlichen Bruterfolg pro Horstpaar war mit 1,42 ebenfalls sehr schlecht. Anders als 2016 war die Entwicklung allerdings uneinheitlich. So verbuchten einige Altkreise im Süden und Südwesten (LWL, PCH, MÜR, außerdem OVP und RÜG) einen leichten Anstieg, während besonders NVP, DBR, GÜ und MST deutlich gegenüber den Vorjahreswerten verloren.
Details gibt es hier:
https://www.nabu-stoerche-mv.de/der-wei%C3%9Fstorch-in-mv/bestandsentwic...

Erfreuliches gibt es von den 14 ostziehenden Senderstörchen zu berichten - alle scheinen wohlauf zu sein und haben sich in den letzten Tagen regulär gemeldet. Der erste von ihnen ist mittlerweile nach Ostafrika gezogen, er passierte am Wochenende die Nordgrenze Kenias.

Vom Tschad in den Sudan

Heute möchte ich wieder einmal über die auf der Südostroute im Internet verfolgbaren 14 Senderstörche berichten, die 2016 Horstbindung in Nord- und Ostdeutschland hatten. Bis auf zwei, bei denen es vermutlich eine Übertragungslücke gibt, haben sich alle Sender in den letzten Tagen regulär gemeldet. Das ist erst einmal sehr erfreulich. Wie schon im Vorjahr hat sich ein Großteil dieser erfahrenen Störche in den letzten zwei bis drei Wochen aus dem Tschad kommend ostwärts in der Sahel-Zone weiterbewegt. Momentan befinden sich neun oder zehn von ihnen im Süden oder Südwesten des Staates Sudan. Dort hatte es besonders im September überdurchschnittlich viel geregnet, sodass von günstigen Nahrungsbedingungen ausgegangen werden kann. Es wäre ein gutes Zeichen, wenn möglichst viele Störche auch in den kommenden Monaten in der Sahel-Zone verblieben.
Die beiden NABU-Störche "Michael" und "Arthur" sind dagegen traditioneller Weise wieder rund um den Tschad-See unterwegs. Und auch der Loburger Senderstorch "Jonas" bleibt offenbar seinem letztjährigen Überwinterungsquartier (Israel) treu. Schließlich ist Senderstorch "Leon" zuletzt im Südosten des Tschad festgestellt worden, er dürfte aber auch ostwärts unterwegs sein.

Einer ist immer noch da

Heute rief mich ein Landwirt an und berichtete über einen unberingten Jungstorch, der sowohl gestern als auch heute dem pflügenden Traktor bei Neu Thulendorf folgte. Auch wenn sich nicht klären lassen wird, woher dieser Jungspund stammt, halte ich es für am ehesten wahrscheinlich, dass er der Kröpeliner Spätbrut entstammt. Bereits vor gut zwei Wochen war ein gleichfalls unberingter Jungstorch bei Lambrechtshagen unter Kranichen beobachtet worden. Momentan ziehen täglich bis zu 1.500 Kraniche von ihrem Schlafplatz in der Radelseeniederung über die Warnow zu ihren Nahrungsflächen im Raum Lambrechtshagen/Bartenshagen/Rabenhorst. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein "verspäteter" Storch Kranichen anschließt. Diese werden in den nächsten Wochen nach und nach in südwestlicher Richtung abziehen. Ich hoffe, unser Youngster fliegt dann mit. Nahrung gibt es momentan und auch in den nächsten Wochen noch reichlich. Erst einmal besteht kein Grund zur Sorge. Eine Anfütterung sollte auf jeden Fall unterbleiben.

#Update 6.10.: Heute wurde der in den letzten Tagen beobachtete Storch auf dem Nest in Neu Thulendorf gesichtet.

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